Maer W Zeitung
1*tÄ««A4efcAtf AAA • Citihnor Aeickicktrblätter"
36. Jahrgang.
Fulda, Dienstag den 8. Juni
Zweites Wtcrtt
Vermischtes.
Reklame»- »vd rlnzeiseuteil.
-MN torgefetf werten.
vorführt.
Der Kaiser hat es mit der Einführung dieser Wettgesänge um seinen Wanderpreis zur „He- bung" des deutschen Volksliedes offenbar recht gut gemeint, ob er aber nach dem Verlause der bishttigen Veranstaltungen, vorausgesetzt, daß ihm überhaupt etwas darüber bekannt wurde, heute seLst noch Las große Interests wie zu An- fang daran hat, möchten wir bezweifeln.
Jedenfalls ist der ideale Zweck, das deittsche Volkslied von allen Schichten der deutschen San.
trscheiw täglich mit AnrnalMt bet ra.m- rmdKeirrtage. viertel- iähriichetVeMrprei, ohne vttngerlohn und Vestellgeld in Znlda sowie amwStts 1.50 Alt.
verantw. Uedalteurr
Cat« Schütter
= Das Verhältnis Englands zn Rußlands.
z. parMr" in 5«l'da. WscheMitagt: fl
Anzri-e»; vie ein- fpaUigepetitzeileoder deren Hau* 15 Psg. AeNmnendiepetitzeNe 25 psg., bet Wiederholungen wird entspr.
Rabatt gewährt.
Notationrbrucknnb Verlag der Kuldarr At- tiendruSerei in Luid« Zrmfprecher Rr.4
M Kopfschmerz«Cltroeinlllel
— Qvinr dankenswerte Einrichtung haben dir m fisten Berliner Klöster dadurch geschas- fen, daß sie in ihren Mauern alleinstehenden Damen und solchen, die sich enttotoer besuchsweise, oder zu Sdwdienzwecken vorübergehend tn Berlin a»fh<rlten, Aufnahm.- gewähren und sie auf diese Weise vor den Unbcquemlichketten und Misshel- ligkeiten der „Wohnungssuche" und der „Mob- lisrtwohnens" bewahren. Unter den zahlreichen klösterlichen Niederlastungen dieser Art verdient wegen seiner Ausdehnung, Einrichtung unbjet- ner günstig« Lage besonders das Xavenusstift Berlin C. 25, Kaiserstraße 86a hervorgehoben Mi werden, das wohl allen Anforderungen entspricht wie an ein bequemes gemütliches Wohnen heutigentags gestellt werden. Das Sttfr bcrfugt über ca. 150 Betten: große Helle spetsesale ver- einigen die Damen bei ihren gemeinschaftlichen Mahlzeiten. Tas Haus besitzt dine eigene Ka- pelle, in der täglich mehrere herlrge Mesten gelesen werden. Die Lage des Hauses in umnit- telbarer Nähe des Bahnhofes Alexanderplatz ist günsttg. Verbindungen b-stehen nach allen Rich- ttmgen hin.
Wer beteiligt sich an den Wettgesängen? Vereine, von denen der eine Lehrer, Bantdirektoren, I Fabrikbesitzer, Künstler und der andere Schlos-1 jer Schreiner, Schuhmacher ufw. zu Mitglisdern zählt. Wie soll da die Parallele der oesteren Leistung einwandfrei gezogen werden? Warum ist der größte Teil der Vereiire, die am 2. Wett- treit teilnahmen, nicht mehr wiedergekommen?
Weil sie der Verlauf eben einfach nicht befrie- digt hat. Das nächste Mas glänz« von den dies- malig erschienenen Vereine sicher wieder eine große Anzahl durch Abwesenheit. Und die, die ern bleiben, haben recht. Dor allen Dingen ind die Unkosten so große, daß sie Vereinen mit nicht so gut gestellten Mitgliedern unerschwingliche Kosten auferlegen, die selbst durch einen et- waigen „Erfolg" nicht aufgehoben werden. Sehr viele, die den Wettstreit besuchten, interessierten sich für diesen verflixt wenig.
Von welch einzelnen Gesichtspuntten die Preisrichter bei der Wahl der Lpszuzeichnenden Vereine ausgegangen find, weiß ich nicht; jedenfalls aber war für den Kenner die Auswahl der Vereine keine völlig richtige. Ich halte auch die Zusammensetzung des Preisrichterkolleglums für keine vollkommen-». Hier hinein gehören nur Männer die dem deutschen Lied und dem Man- nergelange ihr soziales Studium zugewandt ha- ben. Der Kapellmeister einer Oper, mag er auch sonst als noch so tüchtiger Musiker bekannt sein, kann im allgemeinen hier nicht in Betracht kommen, eher noch der Chordirigent eines Opernchors, der seine Sängerschar dem Kapellmeister „einstudi-rt und fix und fertig »um Gebrauch"
SCI Ium 1*9. Ein- Sie.r.if. nach Köln und Dortmund hatte der Arbeiter Fned- rich Diemar aus Bockeuheim unternommen, nach-
Aus dem Nachbargebiete.
ri Müs, 7. Juni 1909. Der 64 Jahre alte Maurer Ludwig Schifter von hier hat sich am Sonntag aus Lebensüberdruß rn ferner Wohnung erhängt.
* Schlüchtern, 7. Juni 1909. den Grwas- fern unseres Kreises macht sich mfolge der anhaltenden großen Hitze ein großes Sif tonet' b c n bmierkbar. In Mengen hegen dre Fftche tot auf dem Wasser. Da es sich werft um Forellen handelt, ist der Schaden für die Pachter em
sollte". v .
Träfe diese Nachricht zu, so stände etne unzulässige Maßregel der Polizei tn Frage. Der- gebens sucht man im Vereinsgesetz nach einer Bestimmung, die eine Ermächtigung sur dte Polizei enthielte, jemanden an einer derartigen zukünftigen Verfehlung gegen das Vereinsgesetz zu hindern: die Polizei kann tn den gesetzlich loÄnen 1« SuftSfunj b« fammlung schreiten. Aber sie darf nicht die Vorsehung spielen.
a-r aus allen Gauen, in der großen vefsentlich- keit kultiviert zu sehen, ein illusorischer geworden.
Die Wettstreits deuilfchlr Männargetangver- etne arten bei Wiederholungen lediglich in Sport- lsistungen einer Anzahl finanziell gut beschlage- ner Vereine aus.
Dies alles aber kann dem deutschen Liede, unserem herrlichen deutschen Volkslirde nur schaden, und wenn unser Kaiser Gelegeicheit hatte bei so manchen Anlässen, bei großen und kleinen Volksfesten, in Gesellschaften, tn deutschen Fann- iien zugegen zu sein, jo toürbe er ferne helle Freude daran haben, tote das Volkslied tm Herzen des Volkes blüht und gepflegt wird. ,
Er würde dann der vollen Ueberzeugung sein, daß dem deutschen Liede nicht erst durch große, aufsehenerregende Veranstaltungen auf die Berne geholfen zu werden braucht.
nnflern au besetzen, und nun steht den Eng- ländern die Gesahr drohend vor den Stugen, daß eben doch geschieht, was England seit Jahrzehnten sNK-n "Li lichnamU» lanb Persien mehr und mehr bemächtigt. Eng land hat nun die Wahl, das Vordringen Rußlands stillschweigend gutzuheihen, indem es sei- nerseits die Küste besetzt oder aber fern so oft abacaebenes Versprechen einzulosea u.d die p^.- fische Unabhängigkeit zu schützen. Das fuhrt aber zu einem offenen Konflrtt mit Rußland.
! Es kommt nun darauf an, was England mehr
gen Lohnverhaltnissen, und es hat den Anschein, als ob in den ersten Tagen -er Streik der Mau rer losbreche. Wegen Unterhaiidkungen über Lohnerhöhungen find im hiesigen Gasthaus zur Krone schon zwei Versammlmtgen ab gehalten worden. Dabei machten ine Meister den Vorschlag, den Stundenlohn in diesem ^ahre um 2 Pfennig, im nächsten um 1-5 und rm dritten Jahre um 2 zu erhöhen. „ Die Maurer aber verlangten eine sofortige Erhöhung um 0 -4, setz' tat aber später die Taxe auf 2 L, tn diesem Jahre, 2 im nächsten und 1 tm dritten Jahre, worauf aber die Meister nicht eingeljen wollten. Vorläufig haben nun die Maurer 2 Erhöhung, also 42 4 pro Stunde, bet lOstun. diger Arbeitszeit, bekommen. Ob aber 'damit Ruhe in die Lohnbewegung gekommen ist, scheint noch fahr fraglich. ..
* Kassel, 6. Juni 1909. Während der Pstnssst. feiertags versuchte ein junger Mann der Toaster eines hiesigen Bürgers, mit der er stchverloben wollte, 600 cft zur Gründung eines Geichasts av- zuschtoindeln. Es wurde Verdacht sehchopst unö polizeiliche Anzeige gemacht. Bet der Verhaftung stellte sich heraus, daß man es mit einem Itooit lange gesuchten Schwindler zu tun gatte. — In eine fatale Situation geriet am, dritten
I Pfingstfeiertag ein Kaufmann, der tm nördlichen Stadtteil bei der Familie S. ein möblierte» Zimmer bewohnt. Der junge Mann war nach dem Thüringischen zu seinen Eltern gereist und wollte
I erst am Mittwoch zurückkehren. .Wahrend der Feiertage hatte nun aber die Familie s. Besuch : bekommen und einen Sohn tn das Smurtet des 1 „Möblierten" einquartiert. Auf Benachrichtigung 1 seitens seines Chefs mußte jedoch üer Mietsherr 11 am dritten Feiertag wieder tm Geschäft sein. ,Er traf in der Nacht vorher hier ein und suchte seine Wohnung auf. Um feine LW^leute nickst zu stören, schloß et Ifflfe auf und schlich sich auf den Zehen zu seinem Zimmer. Doch kaum hatte er es aufgeklinkt, als ihm der junge S. entgegentrat, der annahm, daß er einen Einbrecher vor sich habe. Er warf den verblüfften Moblterten^zu Boden und bearbeitete ihn ganz gehörig. Zufolge des Lärmes kam nun bieJSamthe herhet und beim Lampenschein klärte sich bann das Mi^ Verständnis auf. Der Angegriffene hat^ durch dm Anprall an die Ecke eines KlelderschrattkeS eine Wunde am Hinterkopf davongetragen. —
1 Das Jnfanterieregiment 167 vegtdt sich morgen früh 7,45 Ahr vom Oberstadtbahn» Hof aus im Sonderzuge nach dem Sennelager, wo zunächst im Regiments- und nachher tm Verein mit dem Infanterieregiment 32 im Brigade-Ver- banbe geübt wird. — Regierungsrat Dr. An» Ihrig k i in Kassel ist zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts für Ar beltervers i- djerung im Regierungsbezirk Kassel und Fürstentum Waldeck und des Schiedsgerichts für die Arbeiterversicherung im Eisenbahn-Dtrekttonsbe- zirk Kassel ernannt worden.
* Göttingen, 6. Juni 1909. In den sudhannove- rischen Waldungen tritt jetzt der Eichenspanner in groß.n Massen auf. Die in Betracht kommenden Obersörstereien haben Maßregeln gegen ein weiteres Ueberhandnehmen des gefährlichen Insektes getroffen.
fährt fort:
Es wird wohl nur wenige Leute in Deutschland geben, die in den höhnischen Spott des sozialdemokratischen Zentralorgans über diese Luxussteuer cinstimmen. Alle unbefangenen Menschen würden es mit Genugtuung begrüßen, wenn durch eine Sleuerbanderole tm »ÄÄ KÄS I nd, $i™«. .7-1
PatsümS, kosmetische Mittel und andere Essenzen den dem er sich die Mittel hierfür dadurch beschaffte, Aebhabern derselben angeb ölen werden, 10 ober gar daß er beim SangAvettsireit auf dem Festplah 20 Millionen Mark der notleidenden Siaal-kaffe zu- Bureau eines Wirtes embrach und 3000 Mark geführt werden könnten. ftabL Von der Polizei verfolgt, stellte er sich ftei-
* Auch ein Gewinn der Ostmarken Politik, billig. Sein Freund, der Arbeiter Hosmamt, welcher . Am 15. Mai wurde der,Germ." zufolge m Posen I bas Geld mitverjubeln hals, wird sich wegen -Be daS nette Dienstgebäude der Königl. Ansiede- günstiguug zu verantworten haben.
lunas - Kommission von der Bauverwallung der * Witzenhausen, 4. Jnn-i 1909. Eine gewisse Ansiedelungs-Kommission übergeben. Der etwa Spannung besteht in letzter Zett zeichn ^en 500 Mann zählende Beamtentörper dieser Be- Meistern und Maurern tm Baugewerbe toe-
Veutjches Reich. |
* „Großer Popularität", schreibt die „Korr. deS Bundes'der Landwirte", müssen sich natur- gemäß auch alle ausgesprochenen Luxussteuern erfreuen und wir glauben, daß das Zentrum in dieser Beziehung einen sehr guten Griff mit seinem Anträge auf Besteuerung von Riech, und Schönheitsmillel gemacht hat." Das Blatt
'Sängerwettstreites. , ,
Wie sieht es nun mit dem idealen Teile au-- Mft dem künstlerischen Werte der ganzen Veranstaltung? Leider nicht besser! Bekanntlich heißt es: „Aller guten Dinge sind drei." Dreimal ist nun der Rheinisch-Westfälische — pardon — Wettstreit deutscher Mannergesangvereine in Szene gegangen. Wenn es damit fein B-werden hätte, würde ich noch sagen, es ist gut gewesen. Wer, wie ich, die Gelegenheit hatte, allen drei Wett- lsingen von Anfang bis zu Ende beizuwohnen '(Vergnügen war es nicht zu nennen), muß sich bei einigermaßen musikalischem Denken und Empfinden sagen: solches Hasten und Ringen um einen Preis und die Art und Weise, — tn welcher die Beurteilung erfolgt, ist der edlen SangeSkunst nicht würdig und nicht geeignet das dentsche ßiei> auf ein höheres Niveau zu bringen. Man betrachte die Preischöre l Diese, aus Bestellung gearbeiteten musikalischen Eintagsflwgm. Di,! Verleger haben in der Regel ihr Geschäft mit dem Schluß des betreffenden Wettstreits gemacht. Künstlich, nicht künstlerisch aufgebaute, tum Prüfstein der Sänger auserkor me Satze, Septrmengänge, Crescendi, decrescendi, Tenor- klippen, ein« bis zwei lieblich klingende lyrische ttiufikalifchs Schleifen, die oft gut nachempfunden sind, machtvoller Schluß, nach vorausgegangenem jHöhenplateau über 4—5 Takte für die Tenöre, All die- Schönr entfalten die Kompositionen, die Dis Preischöre etwa drei Dnhendmal dem Publi-
* In Rheindorf ließ vor einigen Tagen die elektrische Stromleitung des Bergischen Elektrizitätswerkes ein starkes Summen vernehmen. Gleichzeitig tauchton am Leitungs- drahr überall Flärnmchen auf, in dne Hausern wurden grelle Lichtscheine wahrnehmbar. Um daS Haus des Tachziegeleibesitzers Peter Neukirchen, das von den andauernd toiederkckhrenden Flamm- chen gefährdet schien, zu retten, holte man mit einem Beil den elektrischen Leitungsdraht herunter. Neukirchen kam dabei der Leitung zu nahe.
i und blieb daran hängen. Er mußte etwa zehn l Minuttm in feiner schrecklichen Sage verharren, bis er mit Gummihandschuhen angefaßt und los- gemacht werden konnte. Sein Rücken wies beträchtliche Brandwunden auf, von den Fersen hingen Fleischfetzen herunter. Der ganze Ort toat durch die elektrischen Entladungen weiiyui sichtbar in Glut getaucht. Ein hiesiger Elektrot«h- niker durchschnitt überall die Leitungen, und ihn, dürste es zu danken fein, daß kein Brand entstand. Nach den A-ußerungen von sachveifftan.
I Ligen war durch das Herunterfallen eines Hoch- I spanmingsdrahtes auf die Ni<Mlrspannuregs la* tung diese mit Elektrizität überladen worden. ES ist dieser Fall elektrischer Entzündung drr zweite
1 in Deutschland. Der erste ereignete sich in Bentheim i. W. und kostete vier Menschen das Leben.
» Daß ein Greis von 77 Jahren noch beide Ettern hat, dürste wohl in den aller seltensten Fällen Vorkommen. In dieser glückliche Lag« befindet sich der Landwirt Teeke in der toeftfah- schen Bauerschast UeberemS. Sowohl sein Vater wie feine Mutter sind noch am Leben. Ersterer zählt 104, letztere 101 Jahre. Der alte Christian Teeke ist zwar müst bettlägerig und ist schon längere Zeit im Krankenhause zu Harsewinkel un- tergebracht: jedoch ist er geistig noch recht regsam und plaudett gern mit den ihn besuchnden Freunden. An die Franzosenzest von 1806 bis 1815, die er als Knabe mit durchlebt hat, erinnert er firfj' genau. Die alte Frau Gertrud Teeke dagegen ist kotz ihrer 101 Jahre auch körperlich noch verhältnismäßig rüstig. Sie geht noch überall im Haus« umher und kann sogar noch ohne Brille lesen.
Allmählich wird den Engländern die Freund- fchaft mit Rußland etwas unheimlich.
Ohne Rücksichten auf ihre leisen Mochimn^n iläfet die russische Regierung nach und nach das aanie nördliche Persien besetzen, russlscrw ^Truppen rücken auf die Hauptstadt Teheran lo-, »nd schließlich bietet Rußland dem mittellosen «och Geld an, selbstverständlich gegen
Deckung, die ja nur in der Fortdauer , HiUUUC„, «v.-v.»«..» <_>—--- _■
Nschen Besetzimq bis zur Rückgabe des Geldes de- . . England immer noch so groß, dass En^ Nehm kann Da diese Rückzahlung aber voraus- pv1 «-Uon?. durck
Mlich nie stattfindktzi wird, kann von einem , Mückzuze der rnssischÄi Truppen nie die Rede sem. Mach einer neuesten Depesche s oll Englan d inPe- 'tereburg gegen die russische Anleihe ab den Lchah M r 0 t est erhoben haben. Sie verstossi auch geigen die Verfassung, da diese den Abichluss aller Anleihen im Auslande untersagt, bu nicht die I Billigung des Parlaments erhalten haben. Wa^> ckümmert jedoch den Schah in feinen Geldnöten eine Verfassungsbestimmung? Er nimmt da-1 Geld wo er es findet, oder wo es ihm angeboren wird. Schließlich wird auch England den Pro- H einschlafen lassen und sich an einer Halbweg- befriedigenden Antwort und Ausrede der rufft- ijchÄi Regierung genügen lassen.
Bis bor fünf Jahren war Rußland der jNatürliche Gegner Englands,, nanient- Lich in Asien. Von Rußland her, das sich in Mittel- '«md Ostasien immer weiter ausdehnte, fürchtete England für seine Herrschaft in Indien. Rußland 'zu schwächen, toat von jeher das Bestreben der Englischen Politik. Darum der Bund, Englands mit Japan, das für feine Ausdehnung in Ostasien 'tm Rußland ebenfalls den g-sährlichsten Gegner Hatte. Auf Englands Treiben und von feinem f olde unterstützt, unternahm J a p a n?or fünf ihren bai Krieg gegen Rußland. Allein <apan achte die Sache zu gut: es schwächte durch seine Siege Rußland in einem höheren Grade, vis es England für gut fand: denn England fürchtete, der Einfluß Deutschlands werde zu mächtig anfteigen, wenn Rußlands Ansenen au- Äufehr vermindert werde, schon langst hatte in England eine Richtung d'e Fr eun o- »chaft mit Frankreich und Nußland, die Bildung eines neuen Dreib un d es ange- strebt, der dem alten Dreibunde iiicht bloß Ebenbürtig, sondern ihm sogar als übermächtig gegen- übergestellt werden könnte. Diese Richtung er- hielt nach dem mandschurischeii Kriege die,Oberhand und das gab sich kund in dem Auchpruche ve^ Ministers des Auswärtigen, Eduard Grey, es'sei Europas (d. h. Englands) Interesse, Russland wieder stark zu machen und sein Ansehen wieder zu erhöhen. England tat den ersten ^chint zu diesem Ziele, indem es sich mit Rußland über die beiderseitige Politik in Asien verstcttwigst-, u Q auch über Persien, dessen nördliche Hälfte mit Teheran dem russischen Einflüsse überlasten wurde, während den südlichen, ans Meer.stoßenden Teil des Landes England für sich m An-
* Wibenhauirn, 4. Ium 1909. Eine gewisse Span nu n g besteht in letzter Zett zwilchen den ___T. _ , fw _____ 1__zi tn 1) r h j nIP«
nn her Feier teil. Eine befonbere Kinweibunas-Feier unter dem Beisein der Mini- ■ Ir ÄXmi noch in der ersten Plenarsitzung der Ansiedelungs-Kommission im Juni stattfinden. Die Baukosten des Dienstgebäudes, daS auch eine Dienstwohnung für den Präsidenten^ewhält, be- tragen die Kleinigkeit von 2,225,000 Mark, w^ von 155,000 Mark auf die innere Ausstattung entfallen. — Zielbewußtsein und Stetigkeit sind »ach t.» ®ort=n
die Hauptkennzeichen feiner Ostmarken Pofttn. Das stimmt. Zielbewußtsein in der rmmer wei» de Gltcti zDrcibini öt-töAp iinifi I unnlftithfifh qhq^ewachsenen ^Beamt en^- A p p a -
Si'ä'ä
glauben, Abneigung und Furcht vor Deutsckstand dige Stetigkeit in der infolgedessen laMnenarttg feien in Englano immer noch so groß, da» En^ sich vergrößernden Ausgabe von Geldern land auch die Vergewaltigung Pechiens durch ^n Taschen der Steuerzahler. Und d^ Erfolg.
Rußland hiniiirnrnt, nur um nicht mit ihm bre- y @cacn einen neuen Fall bedenklicher
; eben zu müssm. Und hier liegt d,e Schwache der $ Reichsvereinsgesetzes wendet
englischen Politik, dre so lange bestehen wird, bis Dr. Stranz tn der .Deutschen
«ÄW«ftftTOß »M JÄg- mitte? 8«*'be» °K",Ä
ht lebten Wtm — --
wo in der Ostsee. Und die kundigen ^l'llk r I brhaften und nach der Wache bringen. D beuten diese Monarchenbegegunng schon als eme ^stnahme dauerte bis bV-Uhr abends. Das V r Wiederannäherung Rußlands an Deutschland. tat)ten wurde damit begründet daß der Redakteur „an Das ist auch ganz natürlich. Dentichiand anzu- | einer Straftat gegen das Veiemsgesetz gehindert weroe greifen, wie die Panslawisten treiben, dazu ist Rußland viel zu schwach. Rußland hat ja auch ans der Freundschaft mit Deutschland immer viel Nutzen gezogen und so wird es jetzt wieder an einer guten Nachbarschaft mit Deutschland em trefft. Gegengewicht gegen England ' bekommen.
Darum die Abkehr von einer Politik, die dem : Bündnisse mit England zuliebe die alte Fround- schaft mit Deutschland opferte. Rußland wird 1 wohl mit dem Rücktritte Iswolskis tn die alten Bahnen zurücklenken, England es überlassend, an der neuen Freundschaft festznhalten oder nicht.
sprach nahm.
Aber auch der neue Verbündete entiprach nicht ganz den Wünschen Englands. Er betrachtete das Abkommen mit England als Erlaubnis, sich P e r- siens zu bemächtigen. Die inneren Wirren und tviilitärische Schwäche des Schah- luden Rußland i förmlich ein, sich einzumischen un^emenTettnach NachNö»^eü«dBe^chtuugeu z«m 3.1 Wettstreit deutscher Münuergefaug« vereine.
):( F r a n k f u r t a. M., 3. Juni 1909.
Die Festtage sind verrauscht Mtagsleben ^herrscht wieder in den Straßen und vie Geschäfts- leute — atmen wieder auf. Großer Trubtt « kein Gaschäst I So heißt es allenthalben. Rur Einzelne haben bei dem großen Rummel an d r großen Schüssel mitgehalten. Dies ist das r^ile Urteil über den realen Teil de- 8. deutschen