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36. Jahrqanq.
Fulda, Freitag den 28. Mai 1909.
Gastes Wtcrtt.
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Die Ramseys müssen über jedem Makel, jeden Tadel erhaben da stehen."
Und der Graf, obwohl er sehr ungewisi darüber war, tote sein Sohn unter solcheUmständen sich verhalten würde, stimmre doch seiner Gemahlin darin ganz bei, daß in solchem Falle dte Verlobung rückgängig gemacht werden müsse
Sie waren die Güte und Freundlichkeit selbst gegen @lfie während der wenigen Tage, die sie dort verweilte, aber sie machten Balduin gegenüber kein Hehl aus ihrem entschiedenen Wunsche, die Verlobung sofort aufgehoben zu sehen, falls wirklich etwas Unvorhergesehenes über die Waynes zu Tage käme.
Es läßt sich denken, daß Lord St. Gtlbert äußerst unglücklich war. Er liebte seine Eltern zärtlich, nie in fei nein Leben hatte er ihren Wun- schon zuwider gehandelt. Der Gedanke, ihnen Kummer zu bereiten, war ihm unerträglich; eben- sowenig wußte er aber auch, wie er ohne Elsie loben sollte.
Endlich faßte er sich Mut, ging geradeswegs zu Lord Wayne und schüttete ihm sein Herz aus.
Lord Wayne hatte infolgedessen eine längere Unterredung mit seiner Gemahlin ,die merkwür- dig sanft und demütig geworden war.
„Ich glaube," sagte er zum Schlüsse, „Du solltest es tun, Evelyn. Ich sage nicht. Du mußt es, aber ich meine, es ist nur billig und recht, daß Du es tust."
Welches Zwiegespräch zur Folge hatte, daß Lady Wayne anspannen ließ, nach Downham hinüberfuhr und eine lange Unterredung mit dem Grafen und der Gräfin bei verschlossenen Türen hatte.
Es wäre unrichtig, wollten wir sagen, daß sie sofort nachgegeben hätten. Sie hörten ihre Mitteilungen an und erwogen alles sehr ruhig. Lord Romsey selbst war es, der die Frage entschied.
„Die Ehe war gültig," sagte er, „zwar unklug, heimlich, 'nichtsdestoweniger aber gültig. Bezüglich der Zweckmäßigkeit und Klugheit Ihres Verhaltens habe ich meine eigene Meinung, die zu
Deutsches Reich.
** Berlin, 27. Mai 1909. In seiner letzten Sitzung soll sich das Staatsministerium auch mit der Neubesetzung des Kultusminr- steriums für den erkrankten MinisterDr.Holle beschäftigt haben. — Eine Begegnung der lei- lenden Staatsmänner der Dretbund- Mächte zur Erörterung der aktuellen politischen
äußern vielleicht nicht meines Amtes rst., jedenfalls ruht auf allem kein Makel, und rch bin somit nicht berechtigt, der Heirat zwischen meinem Sohne und Ihrer Tochter meine Zustimmung zu versagen."
Mit dieser zögernden Zustimmung mußke sie sich wohl oder übel zufrieden geben. Es war eine große Demütigung für sie, ober das goldene Haupt, das sie einstens so hoch und stolz getragen, beugte sich jetzt oft in Demütigung und Selbster- niedrigung. ,
Hatte sie noch einen weiteren Preis zu zahlen -
Den noch, — daß sie nie wieder dasselbe Lächeln vollkommener Liebe, vollkommener Zufrie- denheit und vollkommenen Glückes wie früher auf Marian's Gesicht gewahrte. Marian's Liebe änderte sich nie, hörte nie auf; doch das vollkommene Vertrauen, die liebende Zufriedenheit waren daraus entschwunden, und Evelyn Lady Wayne wußte auch, warum; sie wußte, daß sie mit der Enthüllung ihrer ersten Heirat Marian's Herzen eine unheilbare Wunde geschlagen.
• Es kostete keine große Mühe, Werner s Ansprüche auf die Aylesford'schen Güter zu begründen. Lord Wayne selbst tat die erforderlichen ge- schlichen Schritte.
Auf der Heirat ruhte kein Makel. Sie war so gültig und korrekt abgeschlossen, wie seine eigene, und Miß Aylesford hatte nach Kenntnisnahme von der ganzen Angelegenheit niich das Mindeste dagegen, den hübschen jungen Dichter zu ihrem Erben zu erklären.
Sie war überrascht, als sie von der Verehelichung chres Bruders hörte.
„UdN doch auch wieder nicht überrascht," äußerte sie gegen Lady Wayne, „mein Bruder deutete etwas Derartiges in feinem letzten Briefe an mich an. Jetzt verstehe ich, was er damals meinte." . r.
Werner Aylesford verließ Dowtcham und sie- delte nach Aylesford Manor als befielt zukunsti- ger Erbe und Herr über. .
... (Schluß folgt.) —
JV3 120.
Erscheint täglich «U Ausnahme der So.m= Und Feiertage Diertel- ph clich« VeMrpreti »hne vringerlshn «ns resteLgeldinFnldasü-
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♦ R->chSfim»,„k°rm m.d Zentrum. W.« Frhr. v. Zedlitz gestern im ,Tag', so warn! beut» die ,PosÜ - vermutlich spricht auch hier Frhr. v. Zedlitz — unter einem reichlichen Aufwand von Ungezogenheiten vor einem Zusammengehen mit dem Zentrum bei der Reichsstnanzreform.
Noch ist jeher, her sich mit dem UltiamontamS- inus"verbündet hat, der Betrogene gewesen, das deutsche Volk aber läßt sich in einer neuen Stunde der Not gewiß nicht zum zweckemnale so ohne weiteres wieder für den nationalen Gedanken begeistern, wenn das, was es geleistet hat, durch die Schuld emes TerleS der nationalen Parteien schmählich Fiasko gemacht Hal.
Selbstverständlich werde da» Zentrum eine Rechnung präsentieren, daß der Regierung und den anderen Parteien die Augen übergingen rc. — Es lohnt sich nicht, meint dazu dre ,<Setm.', dieser Klopsfechterei von Gasfenpolittkern eine nähere Würdigung angedeihen zu lasten. Mög-r die ,Post' doch gefälligst zunächst einmal mit Tatsachen belegen, daß jemand, der mit dem Zentrum zusammengearbeitet hat, von ihm b<» trogen woiden ist. Wenn die Regierung und die Parteien die Finanzreform mit dem Zentrum nicht machen wollen, bitte, der Block ist ja bc; mache man sie doch mit ihm.
öctin Lord Wayne wollte von weiterer Verhnmli- chung und Verbergerei nichts mehr wtsten.
Im Verlauf einiger Wochen machte ein Artikel die Runde durch die Zeitungen, worin in höchst diplomatischen Ausdrücken mitgeterti wurde, es sei noch nicht allgemein bekannt, daß der ferner Zeit so tief betrauerte Staatsmann Edward Aylesford eine Witwe und einen Sohn hinterlassen daß seine Witwe Lord Wayne auf Kenninghall geheiratet habe und daß fern Sohn in aller Balde die Aylesford'schen Güter übernehmen wurde.
Sie hatte alles anzuhören, was jeder dazu sagte, hatte den halbverhüllten Hohn von ihrer Nebenbuhlerin, der Herzogin, und von Mistreß Isabel hinunterzuschlucken.
„Ich sagte Dir doch immer, Algy, es stimme irgend etwas nicht mit ihr, und Tw siehst nun, daß ich mich nicht geirrt habe," pflegte letztere Dame triumphierend zu sagen. „Die ganze Wahrheit werden wir ja nie erfahren; aber für nichts und wieder nichts ist Mortimer's Haar nicht so grau und fein Gesicht nicht so ernst und trübe gegen früher geworden."
Alles dies hatte Lady Wayne zu ertragen, und sie mußte erngestehen, daß ihre Strafe gerecht und verdient fei.
Sie hatte 6ie neugierigen und verwunderten Blicke einzustecken, die sie begrüßten, wo und wann sie nur immer erschien; das schwerste jedoch von allem war, als sie, um der armen Elsie Glück zu sichern, sich vor dem Earl und vor der Gräfin Romsey demütigen und diesen Wort für Wort alles noch einmal erzählen mußte.
„Natürlich," hatte die Gräfin zu ihrem Gemahl gesagt, als der Schatten zuerst über Ken- ninghall gefallen, «natürlich, wenn sich wirklich etwas tatsächlich Unangenchmes Herausstellen sollte, so müssen wir Bald überreden, die Verlobung aufztcheben. Ich könnte nie meine Zustim- mutig dazu geben, daß er die Tochter einet Frau heiratet, die eine sogenannte Vergangenheit hat.
Fürst Bülow wird also wohl das Zentrum bet Snie schieben und wieder den Block vor den Finanzkarren spannen müssen, mag es auch über Stock und Stein gehen und schließlich tm Sumpf Sen Daß der Reichskanzler den Block noch „X mifaeaeben hat, darauf deutet dte soeben er- folate Ankündigung einer neuen Erb ans al I- it e$u e r hin Der Ankündigung war die Anmer- funa bemefügt- Der Entwurf werde einen ber we i t em nicht so h oh e n B e t ra g tiefern ste er ursprünglich für die fallen gelassene Nachlaß- teuer^angenommen war. Je geringer der tor- ausüchtliche Ertrag der sog. Witwen- und Walsen- swuer wird, desto größer muß die Bewunderung werden daß die Regierung immer noch an ülesein ansiößmsten aller Steuerpläne festhälr. Stal pro rat’ione voluntas, sagt der Lateiner, d. h. auf deutsch: Es ginge wohl, aber die Regierung will 111 Woher dieser starre Eigensinn? Des Rätsels Qöfung ist eben im B l o ck z to a n g zu smoen. Die Blocklinke hat dem Reichskanzler erklärt: Wir bewilligen die Verbrauchssteuern nur dann, wenn die Besitzsteuer von etwa 100 Millionen nach u nser e m liberalen Rezepte elngefuhrt wird. Und das liberale Rezept geht dahrn. entweder eine R e i ch s v e r m o g, e n Mte u e r oder eine Erbschaftssteuer, dte auf Kinder und Ehegatten ausgedehnt wird! - Die Rerckisveimo- genssteuer war nicht durchführbar wegen de- Widerspruchs der Einzelstaaten; also har Fürst Bu- loto; um seine Blocklinke zu befriedigen, dre er- weiterte Erbschaftssteuer zugesagt. D-^»rch ist er in die Zwangslage gekommen, nut den Llbera.en gegen die Konservativen zu Felde zu Lwhem
Die Haltung des Fürsten Butow laßt sich, so bedauerlich sie sein mag, erklären wenn man. be- achtet, daß er sich nut dem Bl o ck s o lid a risch gemacht hat und der Block nur fortbestehen kann, wenn er dem linken, liberalen Flügel den Willen tut. Und wenn er bem liberalen Fluget den Willen nicht tun wollte, na, da würde ihm der Evangelische Bund einen schönen Spektakel machen!
wie elektrische Glülampen und Brenner für solche Glühkörper für Gas-, Spiritus-, Pettoleum- und ähnliche Glühlampen, Brennstiste Bogenlamper usw. Die Steuer soll für elek nM GlMampen und Brenner zu folchen bis zu 15 Watt 5 P'g- ur das Stück, von l 5 25 IO Pfg., von 25-60> l > M, von 60—100 30 Pfg. und von über1OO ab dO Pfg. ur das Stück betragen. Für Glühkörper zui Gas' glühlicht und ähnlichen Lampen soll dte Steuer 10 Pfa für das Stück betragen; für Brennstiste für Bogenlampen soll 1 Mk. für das Kilogramm erhoben werden. Cchüeßiich für Qii-ckstlberdariws-und ähnliche Lampen beträgt der Steuersatz bis IM Wau 1 Mk. für das Stück, für jedes weitere angefangent 100 Watt je 1 Mk. Der zweite Antrag betrifft die Befteuerung von Zündhölzern und Zünd- kerzchen. Die Zündwarensteuer soll für Zündhölzer in Schachteln mit einem Inhalt von weniger als 30 Stück 1 Pfg..und nut -wem In- halt von 30-60 Stück VI» Plg. für lebe Schachtel, und endlich in Schachteln mit einem Inhalt von mehr als 60 Stück Vh für 60 Stück oder einen Bruchteil davon betragen. Für Zündkerzen aus Stearin, Wachs oder ähnlichen Stoffen 'n Schachtelt mit 20 oder weniger Zündkerzchen foll bw Steuer 5 Pfa. für jede Schachtel, und ,n größeren Packungen für je 20 Zündkerzchen oder einen Bruchteil davon 5 Pfg betragen. Die höheren Steuer,atze socken nicht untreten, wenn die vorstehend angegeben Stückzahlen um nicht mehr als 10°/. überschritten werden.
X Die Steuerkonferenzen tm Reichs schätz' amt zwischen der Regierung und den Bank- verlretern übet den konservativen Besihsteuer» antrag Richthofen sind jetzt abgeschloffen worden Wie ein der Börse nahestehendes Blatt wissen will, nimmt man in Börsenkreisen auf Grund dieser Beratungen an, daß die Börse mit 20 vis 30 Millionen Mark herangezogen werden soll und zwar wahrscheinlich durch eine Bankumsatz-
Zur Reichsfinanzresorm.
ss Der Kampf um die Besitzsteüern.
Die Annahme des konservativen Bcsitzeuer-Antrages Richthofen wurde für das Reich eine glänzende Lösung der Steuerreform bringen Wir brauchten dann nicht einmal, tote uiJSuaW genommen worden war, 400 Millionen Mark indirekter Massenverbrauchssteuern zu erheben, sondern könnten uns mit 300 Millionen begnügen, weil durch die Ausführung dieses Antrages allein 200 Millionen Mark aus dem Besitz heran Kommen würden.. Die Lösung konme also >ganz glatt erfolgen — wenn der Ev an gelifche Bund wollte. Der aber will nicht. Warum wichl. Rim, weil das Zentrum für den konservativen Antrag eintritt und weil, wie ganz besonder- böse Zungen behaupten, die in diesem konservariven Anträge steckende Sachkenntnis verrate, daß der Antrag nicht auf den ostelbischen Fluren sondern tm Garten des Zentrum- gewachsen sei.' Die Börseaner, die amn 12. ^sum alle nur iraendtvie erdenklichen an der Bor interessierten"Körperschaften zusammentrommeln, sind es also nicht allein, die gegen diesen Antrag und gegen diese glückliche Lösung der ichvteng- sten Gefahr, die das Reich bisher ourchzumachen gehabt hat, Sturm laufen; Arm in Arm mit den Herren von der Börse marschiert die Gefolgschasr des Evangelischen Bundes. _ . f •
Nur daß sich für diese Herren der Kampf einfacher gestaltet als für die Börseaner. Die armen Herren vom mobilen Kapital muffen sich mit Gründen, mit geistigen Waffen, bemühen,^ ihre Aufgabe wird es fein, die „Ungerechtrgtii. m.d „Undurchführbarkeit" des konservativen nachzuweisen. Das erfordert wenigsten» Nachdenken. Die vom Evangetilchen Bunde machen sich die Sach- einfacher. Sie „machen '^tim- mung, fie suchen Bülow einzuschüchtern. Emes der Blätter, die dem Bunde bedingungslos zur Verfügung stehen, behauptet die Annahm, de- konservativen Antrages wurde geradezu „etne politische Katastrophe" bedeuten, und begründet diese Behauptung wie folgt' ... . ~
„Zunächst im persönlichen Sinne für den Fürsten Bülow, der dann wieder einmal nach Damaskus schleichen und die so begmsteet be- tonten Grundlinien der Politik vom Dezen ber nnfaeäen müßte und dem kaum ein Liberator auch nur einen Pfennigswert auf Kredit^ bewilligen Würde; dann aber auch?m allgemm.l^o[du schern Sinne, da eben der Block zum Teufel gingen und der Zylinder H Spahn wieder der Geg enfta nö e h r er bic- tigster Anbetung würde, wie einst tm Mat. Nun läßt sich zwar der blinde Urwähler rnandjer- lei gefallen, aber selbst dort, wo man sich keineswegs leidenschaftlich für die Erbschaftssteuern be- oeift’rt und die konservativen Steuervorichlage nicht für dumm oder frivol ansieht, mußte doch der Respekt vor einer Regierung sich tote Weingeist verflüchtigen, wenn sie kampflos die Waffen streckt." ______________________
Nach längerer Debatte wird der Antrag nut bem Antrag Jtschert (Ztr.) auf Streichung der Worte „höchstens auf drei Fahre' angenommen.
Es folgte die Beratung emeS Antrags Hammer lk°ns.) bett die Besettigung d-r^ st- u«ll^» schlug Vor, die Regierung um Verlegung emes Gesetz- bisher Rechnung tragenden Weise zur Kommunal- """Z'ÄÄ-»
Safil^e nächste Schung findet nicht vor dem 22. Juni iaU$ Eine längere Sitzungsperiode nach Pfingsten steht nicht in Aussicht. ___________
s Die Fiitanzkommission des Reichstags hielt gestern beim Br ann l w ein steuergesetz die sog. „Liebesgabe" in der Höhe von 20 Mark nach den Beschlüssen der ersten Lesung aufrecht. Dafür stimmten Konservative, Reichspartei, Wtrtichaflltche Bereinigung, Zentrum und Polen. Dagegen wurde hie in erster Lesung beschlossene Uebetro eil ung von 10 Millionen Mark aus den Einnahmen der Verbranchsabgabe an den Denaturternngsfonds au, Antrag Dietrich (kons.) einstimmig gestrichen. Der erste Abschnitt (Verbraiichsabgabe) wurde tm übrigen nur unwesentlich verändert. Zm zweiten Absihmtt (Kontingent) wird der § 24 gegen die stimmen der Freisinnigen, Sozialdemokraten und Polen nach dem Entwurf der Subkommistiou wiederhergesteckt, wonach die Kontingentsabschnitte auf zehn Jahre festgesetzt werden; in erster Lesung waren fünf ->abre beschlossen worden. Atif Antrag Miee.ztnskt (Pole) und Müller-Fulda (Zenit.) wurde deschloffen, auch für diejenigen landwirtschaftlichen Brennereien eine neue Veranlagung zum Kontingent statisinden zu lassen, deren Kontingent in besonders starkem Mißverhältnis zu der landwirtschaftlich benutzten Fläche und zu den wirtschaftlich gleichgestellten Brennereien steht, die in demselben Bezirk gelegen sind Rach einer längeren Gesch rstsordnungsdebatte vertagt sich die Kommission, nachdem ste gegen Freisinn und Nationalliberale deschloffen, neben der Fortsetzung der Branntweinsteuer den kon,eiwatwen Antrag betr. Erhöhung des Kaffee- und Teezolls auf die Tagesordnung vom Freitag zu setzen.
+ Reue konservative Anträge. W>e wir erfahren, haben die Koriervattven zwei neue Anträge in der Finanzkommission eingebracht. Der eine Antrag enthält die Besteuerung der Beleuchtungmtitel.
ivrlage.
Abg. Heckenroth (kons.) bittet, bei Herstellung der tverbindung Deutz-Gießen das Stegerland und den Westerwald möglichst zu berücksichtigen.
Aba. v. Stockhausen (kons.) verlangt eine Bahn »n Großalmerode im Hessischen nah dem Norden.
- Nachdem noch andere Redner lokale Wünsche Vorfragen, wurde die Vorlage unverändert angenommen.
i' Der Gesetzentwurf bett. Aenderung der Grenzen Svtniaer «reife in den Provinzen Sachsen !»nd Ostpreußen und einiger Amtsgerichtsbezirke »des OberlandgerichtSbezirks Königsberg wurde ohne Debatte in dritter Lesung angenommen.
ES folgte dir Beratung des Antrages Bartling -etr. Etaatshil f e für die durch die diesiahrige Veberschwemmung geschädigien Gemeinden.
Unterstaalssekretär Dombois: Die Privatschaden «uv in der Hauptsache durch private Sammlungen gedeckt, sodaß Vie Mittel für die Schäden, die an öffentlichen Wegen und Verkehrsanstalten und dergl. entbanden sind, noch beschafft werden müssen. Hier wird Der Staat neben den Kommunalverbänden etnzuttelen haben. Der Antrag wurde nach dem SommifRon§« Vorschlag angenommen, wonach die Regierung Staats« Mittel durch Gewährung nicht rückzahlbarer Unter- ftützunaen oder zinsfreier Darlehen zur Hebung der Echäden bereitstellt. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte angenommen.
E, folgte die zweite und dritte Beratung des Ge- >tzentwurfS bett, die
Landwege im Regierungsbezirk Kassel.
In der allgemeinen Debatte teilte
Abg. Gleim (nall.) mit, daß in fernem Wahlkreise der Wegebau schon jetzt in der vom Gesetz ,estgelrgten
ba!°9£W.' Wendlandt (natl.) verbiettete sich über die Kosten des Wegebaus m seinem Wahlkreise Eschwege).
Bei der Emzelbesprechung wwderholle auf Ersuchen «es Abg. Rhiel- Fulda (Zentt.) Unterstaatssekretar LoelS vau der Brüggen die zum § 10 m der Som« Mission abgegebene Erklärung, daß von den Kreis« tagen einzelne Gemeinden, die besonders mtereffiert seien, vorbelastet werden könnten.
Der Gesetzentwurf wurde dann m zweiter und dritter Lesung angenommen. ..
Der Gesetzentwurf bett. Erhebung von Beitragen für gewerbliche und kaufmännische Fort- »tldungsschulen wurde in erster und zwetter Beratung angenommen. . . ..
Ein konservativer Antrag, der Kleinhandelsau S sch üsse bei den Handelskammern wünschte, fand im Haufe allgemeinen Beifall.
Abg. KSnig-Krrfeld (Zentt.) erklärte, der Antrag wolle an der Einigkeit des Handelsstandes nicht rütteln. Die Brrttetung des Kleinhandels in den HandelS- lammern solle vielmehr dazu beittagen, die Gegensätze zwischen Klein- und Großhandel zu beseitigen und em einträchtiges Zusammenarbeiten ermöglichen.
Der Antrag wird in der Kommifflonsfafsung angenommen.
Ohne Debatte angenommen wurde der Antrag Dr. Betzer (Ztt.) bett, die Staats bei hilf en für Grenzarmenverbände gemäß dem Kommtfsions- Mltrag.
Darauf begründete Abg. Brütt (ftk.) feinens Antrag, wonach dir Pachtverträge im BahnhofSbuch- H an del ans kürzere Zeit, höchstens n“fg.bret^^f' .abgeschloffen »erben sollen, und daß dte Verpachtung i öffentlich erfolgen solle.
115] AnS dem Englischen von K. v. RaeSseld.
Dann als die Geschichte von Betsy Fenton be- konnr ward, teilte sich die Grafschaft in zwei Parteien — die eine erklärte, die ganze Geschichte mit Lady Wayne beruhe nur auf einem durch die Dummheit und Ungeschicklichkeit der Detektiv- herbeigeführten Irrtum, die andere Hälfte erklärte, daß gute Gründe für alle Gerüchte borge- legen hätten, daß die ganze Geschichte aber vertuscht worden sei, wie Gell', Rang und Einfluß Äben alles vertuschen könnten. „ .
Tas war der Preis, den Lady Wayne für ihr Veheimnis zahlte. Doch es war noch nicht alles.
Ihr Gemahl, der sie so hingebend und über alles geliebt und ihr so unbeschränkt vertraut patte, liebte sie zwar immer noch, vielleicht auch - poch ebenso wie früher, aber ein Schatten war auf sein Leben gefallen, den keinerlei Bemühungen von ihr je völlig zu vertreiben vermochten, i Er sagte ihr nie ein ungeduldiges Wort, machte ihr nie auch nur den geringsten Vorwurf. Er gab nicht zu, daß d-is unglückselige Thema in ihrer Gegenwart auch nur erwähnt wurde, er bezeigte ihr die aufrichtigste und ritterlichste Der- chrung und Achtung, aber — der Schatten war da. Zum ersten Male ruhte ein Makel auf dem dtamen Wayne — ein Schatten lag zwischen Mann und Frau, den nichts jemals völlig ber- scheuchte.
I Und nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Mutter und Kindern. Sie be- trahrten den liebenden Glauben, die größte Ver- dhrung für sie; fie hielten sie nach wie bot für Unvergleichlich an Anmut und Schönheit; fie wa- rcn stolz auf fie; aber dasselbe ungreifbare, undefinierbare Etwas verfolgte fie auch hier.
. Dann hatte sie noch das Spießrutenlaufen der Bertounberung und des Staunens bei fqmtlichen guten Freunden und Bekannten durchzumachrn,
Prentzischer Landtag.
AbgeorduktmhanS.
Sitzung vom 27. Mai 1909.
Zunächst wurden die Wahlen her Abgg. Buchle- mann (frs Vv.) und Wagner-Schmiedeberg (tts. Vp.' beanstandet und Beweiserhetmng bffchlosstn. Hmsichl- Pch der Wahlen der Abgg. Meyer (ftk.), Wolkowstt (k.) 1tnh ©rtrnfo lkons) beantragte dte Komnnsiron keiiserklärung und'eine Resolution beir. Abschrtftna^e der Wahllisten im Kreise Danziger Niederung. Der Kornmisfionsantrag wurde angenomen.
ES folgte die drttte Lesung der Sekundarbahn-
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Verlag der Sulbaer Ak-
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MonatrbeUage: „Zuldaer Geschichtsblatter s--»s".ch» m.».