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M 119.

Fulda, Donnerstag den 27. Mai 1909.

36. Jahrgang.

Zweites Wtcrlt.

Aus -em Nachbargebiete

Kleines FeuUleton

wärtigm Vereine zahlreich erschienen. Das Got»

Maurer auf dem neuen Schützenplatz hier ihre Ar- beit eingestellt.

dem Gauner fand man die Brieftasche und konnte ihm noch eine Reihe der früheren Diebstähle nach- weisen.

teshaus war angefüllt von Hunderten von kathol. Männern, die in lautloser Stille den zündenden Worten des Hrn. Dr. Meffert lauschten. Der Jenseitsglaube war sein zeitgemäßes Thema, die­ser Glaube, der die Nacht des Diesseits erst auf-

ungefähr 30 in Jugendabteilungen von kathol. Arbeitervereinen, dagegen stehe die erschreckende Zahl von mindestens 2000 katholischen jungen Arbeitern, die sich selbst überlassen, in größter Mehrzahl ins sozialdemokratische Lager hinüber- gingen. Alle kathol. Vereine sollten systenratisch zusammenarbeiten an der Rettung der Jugend. — Zum Fest g o t re s d i e n st waren die aus-

fett eines beinahe 70 Jahre alten Man- n e s, die vielleicht kaum ihresgleichen finden wird, konnte man gestern hier beobachten/ Der alte Herr stand fast den ganzen Tag bis unter die Arme im Wasser, um das alte Schilf zur Streu auszumähen.

Die Periode des Moorbrenucns Hal wieder einmal begonnen, die mit ihrer unliebsamen Folgeerscheinung des Moorrauchs alljährlich bald ganz Deutschland belästigt. Die Ausübung der uralten Brandkultur in Ostfriesland zu besei­tigen, wäre nach Ansicht von Fachleuteii durch Ge- Wahrung von Mitteln zur Anschaffung künstlicher

sitzer. Das Verhältnis der Zahl der Beisitzer bleibt wie seither.

* Dorndorf, 25. Mai 1909. Die Rüstig-

* Jena, 26. Mai 1909. Wegen Lohnstrei- tigkeiten haben die italienischen Arbeiter, und

Wald den Landwehr-Leutnant v. Stuckrad erschos­sen. Er hat kaum einen Monat seiner Strafe verbüßt. Herr v. Oertzen wurde als Haupt­mann und Kompagnie-Ches zum Füsilier-Regi­ment Nr. 38 nach Glatz versetzt. — Unter etwas schwächerer Beteiligung der Arbeitnehmer gingen am Montag die Gew erbegerichtswahlen vonstatten. Insgesamt wurden 11082 Stimmen abgegeben. Davon erhielt die Liste der christli­chen Arbeiter 1108 und vier Beisitzer die sozial- demokratlsche Liste 9974 Stimmen und 29 Bei-

in., -----? m ‘ M haben. Das

Gericht verurteilte den Kaufmann Mohr zu einem Ä Mangins und 500 M Geldstrafe, deck xtn „ ™ ueun Monaten Gefängnis und r 1 £ G^dstrafe, den Kaufmann Krnschwitz zu sechs Monaten Gefängnis und 900 Geldstrafe- außer Cent alle zu zwei Jahren Ehrverlust. Zwei AngcVlagte wurden freigesprvchen.

* Der Kommis als Lebemann. Das Altonaer Landgericht verurteilte einen Kommis aus Naum­burg a. S., der für eine Maklerfirma 19 000 von der Ottenfer Bank holen sollte, das Geld au cherhob, sich dann aber auf die Bahn setzre, nach Berlin fuhr und dort, als er genau acht Tage spater verhaftet wurde, bereits 5500 M von dem veruntreuten Gelde verjubelt hatte, wegen Un­terschlagung zu 2y2 Jahren Gefängnis und 3 Zähren Ehrverlust. Als 16jähriger Jüngling hatte der Leichlsinnrge schon einmal in Raum- bürg 2 / 000 M veruntreut.

Bezirksvelegiertentag

des Main- und Kinziggaues katholischer

Arbeitervereine.

----- Fechenheim, 25. Mai 1909.

Zur De'legiertensitzung, die am 23. b. M. von 1—3 Uhr tagte, waren aus 14 Orten des Bezirkes 60 Vertreter und 6Präsides erschie­nen. Der Bezirksschriftführer, Herr Kaplan T r a g e s e r-Hanau erstattere Bericht über die

Deutsches Reich.

(*) Heber den Militäranwärter-Unterricht hat die Militärverwaltung jetzt nähere Vor­schriften erlassen. Danach hat in den letzten Jahren der Unterricht darauf besondere Rück­sicht zu nehmen, daß die allgemeine Bildung der Unteroffiziere möglichst gefördert und vervoll­kommnet wird. In den letzten Jahren ist dann als Neuerung eine Spezialisierung der Bildung für die älteren Unteroffiziere vorgesehen; diese entspricht einem langjährigen Wunsche der Unter­offiziere und Militäranwärter.

* Die Zahl der hauptamtlichen Kreisschul­inspektoren stieg von 1873 bis 1880 von 34 auf 181, bis 1890 auf 228 und in den Jahren 1895 bis 1897 auf 267 an; 1898 hat sie dann 290, 1899 310 erreicht, in den folgenden Jahren bis 1904 eine Zunahme auf 322 aufzuweisen gehabt. In das laufende Etatsjahr fällt eine Steigerung von 346 auf 365, in den Jahren 1905 bis 1908 sind nur 4 bezw. 5 bezw. 6 bezw. 9 neue Stellen für hauptamtliche Kreis- schulinspektoren geschaffen worden.

* Englische Parlamentarier in Deutschland. Anfang Juni werden etwa 30 Mitglieder der englischen Arbeiterpartei, die zum Teil der mini­steriellen, zum Teil der -oppositionellen Seite des Unterhauses angehören, meist in Begleitung ihrer Frauen eine Reise durch Deutschland unterneh­men, zum Zweck, die englisch-deutschen Beziehun­gen zu fördern. Sie reisen über Frankfurt a. M. am 5. Juni Nach Berlin und dann nach Bremen weiter.

, -v- --—u-— Bei der jetzigen

ausgedehnten maschinellen Kultivierungsmethode - ' I werden wir mit etwa 10 Jahren kaum noch von

vermischtes.

* /leine Bremser mehr! Die Eisenbahnverwal­tung hat verfügt, daß auch diejenigen etatsmäßigen B^mser, welche die Ergänzungpriifung zum Schaffner nicht abgelegt, bezw. nicht bestanden haben, die Amtsbezeichnung „Schaffner- zu führen “ Die Bezeichnung „Bremser" kommt gänz. lich m Wegfall. 0

Tätigkeit des Verbandes im vergangenen Jahre; er legte dar, wie die Beschlüsse und Anregungen

L KÄKKKL Ä i sä ‘Mär'® ff!-1"*’" seien. Der Arbeitersekretär Frede gab sodann gibt auch"e annt JE

«ne Statistik über den Stand der katholischen $ranb*

und den der sozialdemokratischen Vereine. I» I'.-L . - ° -

500 Franks Zoll hatten die dem Württem- bergischen Verein für Luftschiffahrt angehörigen Jnsaffen des Barlo ns „Württemberg" kürzlich für ihren ber Luneville niedergegangenen Ballon zahlen müssen, ©w hatten sich um Erstattung 2?« französische Finanzministe-

Der Mimster hat jetzt in einem Schreiben die Rückerstattung der Summe ab ge­lehnt.

a. * Eine „Schwarze Hand" in Spanien. Im Hinterlande von Coruna hat sich eine Verbrecher- dande gebildet, die die Wälder vollständig nieder- brennt und die Ernten total vernichtet. Trotz großen Polizeiaufgebots fetzen die Verbrecher ihre vandalischen Taten fort; alle Bauern, die sich der Bande widersetzen, werden mit dem Toda durch Erhängen bedrobt

Gipfelpunkt der Heuchelei.- Das ist alles un­wahr. Der Abgeordnete Dr. Röchling hat dieses Wort nicht den Polen, sondern nach dem Wortlaut des vorliegenden Steno­gramms 6895 „dem Herrn Abgeordneten Gra­nowsky und seinen Freunden" vorgehalten. Hierauf hat Herr Granowsky bann ausführlich und recht deutlich geantwortet.

So liegen in Wirklichkeit die Dinge. Als Tatsache stellen wir nochmals fest: 1) das Zen. trum hat sich die redlichste Mühe gegeben, das Berggesetz zu verbeffern; 2) dafür ist das Zen­trum von den anderen Parteien heftig ange­griffen worden; 3) die sozialdemokratische Preffe verschweigt dieses und sucht in einem verlogenen Bericht die Zentrumspartei des Arbeiterverrats zu verdächtigen.

— Loyalität und Grammatik. Aus Straß­burg wird der „Frkf. Ztg." geschrieben: Man hat schon längst die Entdeckung gemacht, daß die deutsche Grammatik nicht genügt, um der Spra- che eines Deutschen diejenige Ausdrucksfreiheit zu gewähren, die echte Loyalität über den simp­len Durchschnittspatriotismus hinaushebt. Und seit langem bemühen sich die Edelsten der Nation, nach dieser Richtung schöpferisch und sprachbildend tätig zu sein. Bei der Einweihung des Kaiser Friedrich-Denkmals in Metz hielt der Geh. Re» gierungsrat Herrmann die Festrede vor dem Prinzen August Wilhelm, dem Sohne des Kai­sers; darin kamen nach der Wiedergabe in der amtlichen Straßburger Korrespondenz folgende Stellen vor: „Für diese Gnade bitten Eure..— __ , _ , w...

Königl. Hoheit w t r ehrerbietigst .. und „Nun hcüt, der dem Diesseits erst seine Ideale gibt, bitte Eure Königliche Hoheit ich untertänigst..." der vor allem den Arbeiter aufrecht hält, wenn Zum erftenmule ist hier die Inversion, d. h. die die Wucht des Erdenelends wie ein Berg auf ihn Umstellung von Worten zu stilistischem nicderfällt.

Zweck, im Diewste loyaler Staatsbürgergesinnung Zur Arbeiterversammlung hatten verwendet. Längst war es für wirklich patriotisch sich mehrere hundert Arbeiter eingefunden. Herr empfindende Männer ein tiefgefühltes Bedürf- Bezirkspräses, Pfarrer E r n st von Gelnhausen nis, auch im Satze höher gestellten Personen den hieß mit warmen Worten die katholische Arbeiter- Vortritt zu lassen. Dies ist jetzt. erreiM. Wir Schaft willkommen und feierte die höchsten Ge­wogen nicht zu prophezeien; aber ungeahnte I walten. Darauf betrat von lautem Jubel be- Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich uns: Bald grüßt Herr Dr. Messer t-M.-Gladbach die Red- Werden wir in Reden, deren einziger Zweck die nertribüne. Sein Thema lautete: „Darwinis- Demonstration einer brauchbaren Gesinnung ist, I mus und Arbeiterschaft!" Dec Redner kam in die störenden persönlichen Fürwörter ganz weg- seinen zündenden Ausführungen, denen die an- laffen, sie etwa durch ein diskretes Hüsteln oder wesenden Sozialdemokraten als „stille Zuhörer" durch ein Scharren mit dem Lackschuh andeuten, lauschten, zu dem Schluß, daß die kathol. Arbei- Jm Druck könnte man sie durch ein besonderes terschaft auf dem Boden des Christentums die Zeichen, etwa eine Null, ersetzen — doch das sind Hebung ihrer Lage suchen solle.

nur Vorschläge; auf jeden Fall bitte „Sie ich" Es folgte das zweite Referat des Herrn Re- Herr Geheimrat, fahren Sie nur fo fort! s dakteurs Geis von Aschaffenburg über „Die

________ nächsten sozialpolitischen Forderungen des Arbei-

Verstandes." Wir fönnen den Inhalt des Vortra-

unserem Bezirke zählen der Volksverein 2367,11

die Arbeitettiereine 680, die Jünglingsvereine dic'ser Landplaae ^twas"verwüren^v^a,^s^ 230, die christlichen Gewerkschaften 160 Mitglie- daß die Holländer mit hor 6 rhh;3; !e der. Tie Zahl der politisch organisierten Sostal- Flächen^gleichForttch^

demokraten beträgt hingegen 5634, darunter sind * ltnter3lanmtTe tteS

758 Frauen. Als Hauptmittel zur Gewinnung V°rstebe d ? D / ,P°^se r tars D

* Wetterfeld bei Alsfeld, 23. Mai 1909. Die hier zwischen dem evangelischen Geistlichen und dem Lehrer herrschenden Streitigkeiten haben in letzter Zeit auch auf die Gemeinde- bewohner übergegriffen, so daß die Hilse der Polizei beansprucht werden mußte. So sind am Haufe des Gemeinderechners, sowie am Dampf- fägewerk die Fenster eingeschlagen worden. In vandalischer Weise ist in dem Pfarrgarten gehaust worden. Fast sämtliche, etwa 10 Jahre alte Zwergbäume sind vernichtet, die Kronen sind abgebrochen, die Stämme in der Mitte durch, ackt, die Fruchtäste abgebrochen; eine Anzahl Mirabellenbäume wurden abgebrochen, so daß ern bedeutender Schaden entstanden rst. > -ec ~ , r . > uh^ duoiietretorö

* Frankfurt a. M., 26. Mai 1909. Ter in ne^Mftgtted^ w ömmt^ °° Einwohnermel-

Wesel seine zweijährige Festungshaft verbüßende ren VEinen dringend emSen (l? tou 'be ÄtfeÄ nach Unterschla-

Hauptmann v. Oetzen hatte Anfangs be§ I &rr I ; Wuchtig geworden und

Jahres bei einem Duell im Frankfurter Ltadt- jcbc.ii angeschlossenen Verein das Vertrauens- Höhe ber^Veruntreuunqen" zu"denen Vlnni öur<b 7---77------7—7-----. ~ ro ----—---- mannersystem für die Hausagitation einzuführen Spielschulden veranlagt wurde

oem Gauner fand man die Briestaiche und konnte! und über den Erfolg auf dem nächsten Delegier- fest. ramaBt tourOe- steht noch nicht

tentag zu berichten. Das zweite Referat des * Ei» Wmbervrnre!- <rv,a -

Herrn Arbeitersekretärs behandelte die Fürsorge Hamburg verhandelt/aeaen^ünt für die jugendlichen Arbeiter. Nur 150 Jung- beschuldigt wmen n

linge seien in katholischen Jünglingsvereinen, ge^rbsmäbch b e wuch e r^ .u Da- iirnjifnhr SD in M yavan. Das

— Wie mau Hoteldiebe fängt. In einem fast nur von reichen Amerikanern besuchten Hotel an den Nilsällen kamen ganz abgefeimte Diebstähle vor. Es gelang nicht, die Spitzbuben zu fassen, bis ein im Hotel einquartierter getoiegter Detek­tiv auf eine eigentlich sehr einfache Methode ver­fiel. De" Polizist setzte sich mit dem Schuhputzer /des Hotels in Verbindung und, von dem krimina­listisch sehr bedeutsamen Grundsätze ausgehend, daß die Kleidung des Menschen für besten Beur­teilung wertvolle Anhaltspunkte bietet, musterte er das Schuhwerk sämtlicher Gäste aufs genaueste, und es ivar verblüffend, wie sicher er infolge lan­ger Beobachtung die treffendsten Schlüffe auf die Besitzer der Schuhe zog. Von den ihm „verdäch­tig" erscheinenden Schuhen stellte er eine Auswahl zusammen, und dabei war es besonders ein Paar mit breiten Sohlen, die, am äußersten Rande und an den Spitzen etwas abgenutzt, sonst aber so gut wie neu waren, seinen Verdacht erregten. Auf die einzelnen Stiefel des „Verdächtigen" wurde nun, wie üblich, mittels Kreide die Zrmmecnum- ,ner des Gastes ausgeschrieben und das besonders derdächtige Paar Schuhe mit der Zimmernum- mec 8 durch Austropfen von ein wenig Kreosot besonders gekennzeichnet. Den Vorgang wieder­holte der Detektiv eine Woche hindurch, und eines morgens war wiederum aus einem unverschlossenen Hotelzimmer eine Brieftasche mit 30 000 Franken verschwunden. Der Hotelgast hatte nur einen Augenblick fern Zimmer verlassen und den Ver­lust sofort bemerkt. Das Hotel wurde sogleich gesperrt, und in kaum zehn Minuten war der Dieb gefaßt; es war richtig der Inhaber der ge- ' kennzerchneten Stiefel, die auf dem Teppich tnt «immer des Bestohlenen nicht nur leise verwischt dre angekreidete 8 hinterlassen hatten, sondern auch den bezeichnenden Genxb de« Kreosots. Bei

I gcs in die beiden Resoluttonen zusammenfasien, die durch den Redner vorgeschllrgen von den All­wesenden einstimmig angenommen wurden. Die erste Resolution spricht sich grundsätzlich für pari­tätische Arbeit »kam m ern aus, begrüßt dn Einbeziehung ber handwerksmäßigen Betrieb! und der Heimindustrie in den Entwurf und er­wartet: 1. daß auch die staatlichen Arbeiter ein­bezogen werden; 2. daß nicht die Landeszentral- behörden, sondern der Bundesrat entscheidet über die Errichtung der Arbeitskammern; 3. daß di«! Befugnisse der Arbeitskammern vor allem betreff Festlegung von Tarifverträgen erweitert werden; 4. daß die Arbeiter mir dem 21. Jahre wahlbe- redjtigt und dem 25. Jahre wahlfähig sind: 5. daß die Angestellten sowohl der Arbeitgeberverbände als auch der Arbeiterorganisationen wählbar sind. Die andere Resolution stellt zur Reichsversiche- rungsordnung eine Reihe Leitsätze auf. Bei der Krankenversicherung wird die Halbie­rung der Beiträge und die paritätische Verwal­tung mit den Arbeitgebern abgelehnt, Aufhebung der Betriebskrankenkassen verlangt, soweit sie . nicht mindestens 500 Mitglieder zählen, die Bil-

* Erfurt, 25. Mai 1909. Der Verbands- düng von Landkrankenkassen abgelehnt und tret- tag des Allgemeinen Verbandes der Kefordert, daß der Begriff Heilmittel im Ge- Eisenbahn-Vereine der preußisch - hessischen enrpÄlrt ®^nrn,e- f1“3 man unter

Staatsbahnen und der Reichsbahnen wurde am 3s Ut£-^rei6eu ltrtÄ

Freitag vormittag von dem Vorsitzenden, Eisen- Ä; vorgesehenen

hAhn itrr«: ^wlttatze vorzunehmen ist, daß die Famtlrenver-

bahn-Prmident Ullrtch-Kaffel, eröffnet m An- sicherunq durch Gesetz gesichert und die freiwil- wesenhert des Eisenbahn-Prästdenten K-ndermann hge Versicherung auf alle selbständigen Arbeiter und Vertretern anderer Eisenbahn • Direktionen, ausgedehnt wird. Zur U n f a ll v e r s i ch e r u ng Es waren 164 Delegierte erschienen. Nach der wird.entschieden die Bestimmung Aufhebung der Erledigung interner geschäftlicher Angelegenheiten Renten bis 20 Prozent betr. abgelehnt, gleich- beschäftigte sich der Verbandstag mit der Grün- Zeitig die Festsetzung von Renten bis zu 20 Proz.' düng einer Hilfskasse zur Ergänzung ber 3"t und Abfindung. Insbesondere wird Witwen. undWaisenkasse. Regierungsrai ^^lchnt das Recht der Berufsgenossenschaften, Dr. Grünberg berichtete einaebend über dir Bor- a-JSu?? beratunaen Es s-i -ine fSÜfüfaffe ra nnmhpn G>ewahrung emer Rente von dem Verdrenste deZ mpS» nnmpntfi* hLTi» ® fahr ®“Wen abhängig zu machen. Die Versicherung welche namentttch für die jüngeren Beamten sehr soll auch auf die Dienstboten und Hausangestell- zweckmaßtg erscheine; denn eine Rente von 30V8°/<>, ten ausgedehnt werden, auch auf alle Betriebe bte nach lOjähriger Dienstzeit gezahlt werde, sei mit weniger als 5 Lohnarbeitern und auf das für die Witwen und Waisen zu geringe Unter- gesamte Handelsgewerbe. Zur In valid ett« ftützung. Auch der Eisenbahn-Minister habe da- v er s i ch e r u n g wird Ausbau der Zusahver- her die Hilfskaffe für zweckmäßig gefunden und stchrrung. und Erhöhung der Leistungen für die deren Beitritt empfohlen. Ein Zwang zum Kaffen-1 Unterbliebenen- bezw. Waisenversicherung ver- beitritt soll vermieden werden. Den Verhandlun- , . o „ . 1

gen folgte ein gemeinsames Mittagsmahl und am r Delegtertentages rm

Nachmittage ein Ausflug nach Eisenach. Herbst wurde Groß-Auherm gewählt.

Wie das Zentrum eine gründliche Beratung ^zwingen will, dürfte wohl auf ewig das Ge- feimnis des sozialdemokratischen Lästermaules leiben. Wenn die anderen Parteien nicht wollen, it das Zentrum absolut kein Mittel, sie zu zwingen. Es war einfach ausgeschloffen, daß das Zentrum die anderen Parteien zu Konzessionen ! zwingen konnte. Wir wären sehr dankbar, wenn man uns mitteilte, wie das zu ermöglichen ist.

Weiter: „Das Zentrum machte keinen Finger krumm, es ließ die Dinge laufen." Das ist ein­fach gelogen! Seitens des Zentrums sind in Der fraglichen Sitzung zehn Verbesserungs- anträge gestellt, von diesen wurden neun ab­gelehnt und einer angenommen. Diese Anträge wurden von den Zentrumsabgeordneten Gra­nowsky, Jmbusch, Brust und Goebel vertreten. jDie Begründung war sehr ausführlich, die Reden um f aff en im Stenogramm 18 Spalten von ins­gesamt 54 Spalten. Dann ist noch festzustellen, : daß auch die Sozialdemokraten für sämtliche An­träge des Zentrums gestimmt haben. Hiernach hätten sich die Genossen ja an dem Arbeiter­verrat des Zentrums beteiligt. Im ,Vorwärts^, dem sozialdemokratischen Hauptorgan, ist über die Niederstimmung der Zentrumsanträge fol­gendes zu lesen:

„Die Konservativen und Nationalliberalen, die ge­schloffen gegen jede Verbesserung des in der Kom­mission verschlechterten Gesetzes eintraten, hielten es bald der Mühe nicht mehr wert, gegen die von ultra­montaner, polnischer und sozialdemokratischer Seite stammenden Verbefferungsanträge zu reden, sondern sie stimmten sie einfach nieder.'

So war es in der Tat. Der Zentrumsabg. Jmbusch mußte sich sogar gegen den von konser­vativer Seite kommenden Vorwurf wehren, daß er Reden zum Fenster hinaus halte. Der Zen- trumsabgeorbnete Gronowski mußte sich gegen die Vorwürfe des nationalliberalen Abgeordneten Dr. Röchling wehren. Interessant ist, wie , von der sozialdemokratischen Preffe gerade dieser Teil der Debatte behandelt wird. Es heißt in dem Artikel zunächst, daß die Polen weit entschiedener aufgetreten seien wie das Zentrum und bann weiter: „Sie wurden auch der Ehre einer na­tionalliberalen Polemik gewürdigt. Der na­tionalliberale Abgeordnete Dr. Röchling bekam es fertig, das beißende Wort, das Graf Posa- dowski dereinst gerade auf die Nationalliberalen gemünzt hat: „Nirgends ist soviel Heuchelei zu j'finben, als auf dem Gebiet der Sozialpolitik", den Polen vorzuhalten. Das war wirklich der

♦% Lügende Sozialdemokraten.

AuS parlamentarischen Kreisen wird uns ge­schrieben: Neber die Verhandlungen des preußi­schen Landtags vom 21. Mai finden sich in einem Bericht der sozialdemokratischen Preffe (u. a. auch in der ,Volksstimme" Frankfurt a. M.) derartige ^Schwindeleien, daß wir gezwungen sind, htrji die tatsächlichen Verhältnisse klarzulegen. Es handelt sich um die Beratungen des Berg­gesetzes. Die sozialdemokratischen Blätter schreiben:

„Gerade das Zentrum machte stch des offensicht­lichen Verrats der Arbeiterintereffen schuldig. Bei feiner starken parlamentarischen Vertretung im Abgd- ordnetenhaufe hätte es wenigstens eine gründliche Be­ratung der Vorlage erzwingen können. Aber es macht leinen Finger krumm. Es ließ die Dinge laufen wie jle wollten" usw.