Erscheint täglich mit Amnahmr der rom- ttndZelertage.viertel- phrliche?ve;ngrprelr ohne vringrrlohn **6 Vestellgeldi« Fuldas»- Wie ottswSrtsl^o Mit
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Fulda, Dienstag den 25. Mai 1909.
JW 117.
36. Jahrgang.
Kleines Kemtteton
Reklamen, und Anzeigenteil.
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Statt aber mit der christlichen Bauernschaft Hand in Hand zu gehen, wollen sich die Liberalen bei den Städtewahlen lieber mit den Roten verbinden als mit den christlichen Bauern. Das Ergebnis dieser Städtewahlen liegt noch weit vor.
• Amerikas Flottenrustungen. Der Staatssekretär der Marine kündigt an, daß dir Flotte während des Jahres 1911 um zwei Dreadnoughts und fünf Torpedoboote vermehrt werden soll, ungeachtet dessen, daß ein Abstrich von zehn Millio- neu Dollars im Flottenvoranschlag vom Präsidenten Taft verfügt worden ist.
Bd Kopfschmerz „„ CItrovanlllel
Aus dem Nachdargebiete.
♦ Schlitz, 24. Mai 1909. Der diesjährige Kai- s e r b e s u ch scheint a u s z u f a l le n, wenigstens ist an maßgebender Stelle bestimmte Zusage bis jetzt nicht erfolgt. ,
♦ Bcbra, 23. Mai 1909. Im Distrikt Marktholz, Oberförsterei Rotenburg, ist ein großer Wald brand ausgcsbrvchen, Weiher mehrere hundert Acker vernichtete.
♦ Eschwege, 24. Mai 1909. In der letzten Stadlverordnetenversammlung wurde beschlossen, eine Anleihe vonzweiMillron en Mark durch Ausgabe von Jnhaberpapieren aufzunehmen. „ , ,
♦ Bad Neuhaus, 24. Mai 1909. Nach der Kurliste Nr. 3 vom 16. bis 20. Mai zählt Bad Neuhaus 604 Kurgäste.
* Mainz, 24. Mai 1909. Die diesjährige P a- rad e auf dem „Großen Sand", die der Kaiser über Teile des 18. Armeekorps abhalten wird, findet nicht int August, sondern bereits Ende Jimi statt.
* Wiesbaden, 23. Mai 1909. Der deutsche Gesandte in Paris, Fürst von Nadolin, nebst Frau Gemahlin besichtigten i>le Handwerks-, Kunst- und Gewerbeausstellung in allen Teilen, Vettveiiten besonders lange, Zeit in der Kuirst- halle, dem Gebäude für christliche Kunst und im Panorama. In der christlichen Kunstabteilung erwarb Se. Durchlaucht eine wertvolle Holzschnitzerei käuflich. — Der Minister des Innern hat dem Vorstande der Ausstellung die Genehmigung zur Veranstaltung der geplanten Ausstellung»- lottcrie erteilt und den Vertrieb von 200000 Losen rn je 1 Mark freiqegeben.
* Dingelstädt (Eichsfeldi, 24. Mai 1909. In der Nacht zum Himmelfahrtstage wurden sowohl im evangelischen wie im katbvlischen Pfarrhause Hierselbst Einbrüche verübt. Viele Warenvorräte und auch etwas Bargeld fielen den Einbrechern in die Hände.
* Vom Eichsfelde, 23. Mai 1909. Den Klagen der Schafhalter auf dem Eichsfelde geht die Regierung ernstlich nach. Der Bereisung des Eichsselves durch den Regierungspräsidenten zu Erfurt ist jetzt eint durch den Negierungsrat Nedermcmn aus dem Ministerium gefolgt. Durch persönllche Erkundigungen an Ort, und Stelle sucht man den Beschwerden der eichsfeldischen Schafzüchter abzuhelfen. Mit möglichster Milde sollen die bestehenden Bestimmungen zur An- wendrmg gebracht werden gemäß den Aeuße- rtmgen des RegierungsverlreterS bei der Beratung des Biehsettcheugesetzes in der Kommission.
so anziehend findet, ist bi Straße den Ochsen lenkte
Deutsches Reich.
• Der Gesetzentwurf betr. die Landwege im Regierungsbezirk Kassel ist dem Abge- ordnetenhause.jetzt zugegangen. Er bezweckt eine einheitliche Regelung der Angelegenheit in bet Weise herbeizuführen, daß allgemein die Kreise anstatt der Gemeinden als Träger der Wegebau- last bestimmt werden.
Die 56. Generalversammlung der Ktaholi- ken Deutschlands in Breslau 1909 wird in den Tagen vom 29. August bis 1. September stattfinden. Bereits dreimal, in dem unruhigen Jahre 1849 unter recht schwierigen Verhältnisien und dann in den Jahren 1872 und 1886, durfte Breslau die Versammlung der Katholiken Deutschlands beherbergen. Der Wunsch, sie wieder einmal in ihren Mauern tagen zu sehen, ist, so schreibt man uns aus BreLlau, bei der katholischen Bevölkerung lebhaft und aufrichtig. Deshalb richtet sie schon jetzt die herzliche Bitte an alle ihre Freunde: Kommen Sie so zahlreich wie möglich nach Breslau. Kommen Sie aus West und Süd und sehen Sie sich die zweite Haupt- und Residenzstadt Preußens, die über eine halbe Million Einwohner zählt, einmal mit eigenen Augen an.. Wir sind überzeugt, daß das Vorurteil, das in einigen Gegenden über Breslau tmd die Provinz Schlesien vielleicht noch herrscht, alsbald schwinden wird. Schlesiens Gebirge zählen zu den schönsten in ganz Deutschland und find sehr bequem zu besuchen .und Breslau kann sich neben den übrigen Großstädten des Deutschen Reiches sehr wohl sehen lassen. Seine Bauten macheit einen imposanten Eindruck, und die öffentlichen Anlagen und Promenaden in der Stadt und die großen Parks an ihrer Peripherie lassen sich an Schönheit kaum übertreffen. Auch hier blühen Handel und Gewerbe, auch hier findet die Kunst eine Heimstätte, auch hier gibt es eine Menge Museen, zahlreiche Kirchen, alte und "neue, die eine Fülle des Interessanten und Sehenswerten enthalten, auch hier lebt ein Menschenschlag, bieder und treu, der schon oft das Gastrecht in uneigennützigster Weise ausgeübt hat und auch jetzt alles auf bieten wird, der 56. Generalversammlung ein schönes und gastliches Heim zu bereiten.
Ausland.
* Ten glänzenden Wahlsiegen, welche die christlich-soziale Partei in letzrer Zeit bei den Landtagswahlen in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg errungen haben, reihen sich die Wahlsiege bei den Laudtagswahleu in Ober- öfter reich und Steiermark in würdiger Weise an In Oberösterreich wurden 37 Christlichsoziale, 20 Freisinnige, 10 Konservative (vom Großgrundbesitz) und 1 Sozialdemokrat gewählt. Da die Konservativen in der Landesverwaltung eine gemeinsame Taktik mft den Christlichsozialen verfolgen, s» üLerschreften sie die zwel^Drittel- majorität um zwei Stimmen. In stet ermatt errang die christlich-soziale Partei, obwohl die herrschende deutschnaftonale Partei die Wahlreform ganz in einer ihr genehmen Weise durchgeführt hatte, in den Landgemeinden 15 Mandaie, während den deutschfreisinnigen Bauernbundlern nur 2 Mandate zu fielen. Die Sozialdemokraten, die sich in letzterer Zeit namentlich in Obersteier, mark als die Herren anfipielen wollten, fielen gänzlich durch. Im liberalen Lager herrscht über den Wahlausgang tiefe Niedergeschlagenheft.
Kamenz aber begnügt sich in feiner „Opferwillig- leit" mit — 5 Mark! Es wäre zum Lachen, wenn dieser Vorfall nicht einen Einblick in die Urteilslosigkeit auch der gebildeten Kreise von Block-Deutschland tun ließe.
Haber von Monatskarten werden nicht mehr zum Speisewagen zugelassen. In v-Zügen, die die 3. Wagenklasse führen, wird der eine Raum des Speisewagens für die Reisenden 1. und 2„ Klasse freigehalten. Die Tischplätze werden zunächst die» feit Reisenden angeboren. Nach Jöen Hauptmahlzeiten ist der Speisewagen zu räumen, damit et gereinigt und gelüftet werden kann. Während der gemeinsamen Mahlzeiten werden Speisen nach der Karte nicht verabreicht. „ , •
* Die Ursachen des Eisenbahnunglücks in Her- liSheim. Die „Nordd. Allg., Ztg." veröffentlicht jetzt auf Grund der bisherigen Ergebnisse der amtlichen Untersuchung eine längere Darstellung der Ursachen, die zu der schweren Katastrophe ,tm Oberelsaß geführt haben. Der bisher verbreiteten Annahme, daß der Brand des Schnellzuges auf die Explosion der Gasbehälter unter den V-Waaen zurückzuführen sei, wird in dieser Darlegung entgegengetreten; es wird vielmehr als sicher hingestellt, daß das Feuer der beiden Lokomotiven die Waggons in Brand gesetzt habe. Der Kessel der Maschine des von Kolmar nach Mül- Hansen fahrenden Güterzuges explodierte, so führt die offiziöse Darstellung an, etwa 1200 Meter südlich des Herlisheimec Stationsgebäudes, wobei er sich vom Untergestell der Lokomotive lvsriß und etwa 100 Meter weit nach vorn flog. Infolge der selbsttätigen Bremsung des Untergestells und des Tenders wurden etwa neun Güterwagen aus dem Gleis gedrängt, die dabei daS Nachbargleise sperrten. Auf diesem nahte in entgegengesetzter Richtung, also von Sü- den nach Norden fahrend, der Basel-Amsterdamer U-Zug 161, der aus acht vier- und sechsachsigen Waggons bestand. Er wurde durch die Trümmer des Güterzuges noch rechts abgedrängt und entgleiste dadurch ebenfalls bis auf die letzten drei Magen. Dabei stürzten die Schnellzugsmaschine und die vorderen Wagen von dem niedrigen Bahndamm aus das sumpfige Wiesenland. „ Das Feuer der Schnellzugslokomotive entzündete bann die zum Teil auf ihr liegenden Wagen, während ein starker Nordwind den Brand innerhalb zwei Stunden bis zum letzten Wagen trug. Der Postwagen des V-Zuges war mir elektrischer Beleuchtung ausgerüstet, so daß fein steiles Abbrennen keinesfalls der Gasbeleuchtung zur Last fällt. Der Brand bet Güterwagen entstand ^dadurch, daß der Zug nach bet Explosion noch etwa 150 Meter weiter fuhr. Dabei wurde der infolge der Explosion über den Bahnkörper ausgestreute gesamte glühende Inhalt der Feuerkiste der Güterzugsmaschine von den Trümmern der entgleisten Güterwagen sowie von deren zum Teil aus Kohlen und Papier bestehenden Ladung überdeckt. Die glühenden Koblen und Chamottestücke der Feuerkiste setzten daran schnell die ganze Masse in Brand, so daß 19 Güterwagen niederbrannten. — Den Anlaß zu der Kesselexplosion gab aller Wahrfchein- lichkeit nach der zu geringe Wasser st and im Lokomotivkessel. Aus dem später aufgefunbe- nett unteren Teile des Wasserstandsglases,, das zur Kontrolle der Wasserhöhe int Kessel dient, sckieint hervorzugehen, daß dieses Glas defekt war und den Wasierstand unrichtig anzeigte. Dadurch haben sich die verunglückten Lokomotivbaam- ten. die beide seit Jahren als zuverläsiig erprobt toarert, wahrscheinlich täuschen lassen. Die amtliche Darstellung schließt mit dem Hinweise, daß die schon seit einiger Zeit beschlossene Ausrüstung der Schlafwagen auf den Reichseisenbahnen mit elektrischer Beleuchtung, allerdings nur wegen ihrer größeren Annehmlichkeit für die Reisenden, beschleunigt werden soll, daß aber das jetzt in Einführung begriffene G a S- glühlicht für die Personenwagen schon wegen seiner weit größeren Helligkeit des elektrischen tveit überlegen sei. Die Fälle, so heißt es, in denen verunglückte Züge infolge ihrer Ausrüstung mit Gaslicht in Brand gerieten, sind immerhin so selten gewesen, daß man der Gasbeleuchtung mit vollem Recht einen verhältnismäßig hohen Grad von Sicherheit zusprechen darf.
* Elektrischer Leichenwagen. In Berlin hat das Polizeipräsidium die Genehmigung zur Jnbetriebstellung eines elektrischen Motorleichenwagens erteilt.
* Ein geheimnisvoller Massenmord ist in Favara in der Provinz Palermo begangen worden. Die Familie des reichen Gutsbesitzers Puggeo kehrte mit der Dienerschaft zu Pferde vom Landgute Vach der Stadt zurück. Plötzlich krachte eine Salve, und die Familie. Mann, Frau und Schwägerin, fiel unter den Schüssen unbekannter Mörder. Die Dienerschaft entkam. Auch die beiden Brüder des ermordeten Puggeo waren vor Jahren meuchlerisch getötet worden. Mit der Ermordung des letzten Puggeo ist die Familie dieses Namens ausgerottet. Es dürfte sich um einen Racheakt der „Masi a" bandeln.
vermischter.
* Eine Klasscueintctlruig der Speisewagen. Von amtlicher Seite wird mitgeteilt, daß in der Benutzung der Speisewagen Beschränkungen eintreten sollen. Der Speisewagen wird erst 20 Minuten nach der Abfahrt bou der Abgangsstation geöffnet. Er darf nur von Reisenden benutzt werden, die schon im Besitz von Platzkarten sind. In- Frisur wieder in Ordnung zu bringen. „Kerl, was macht Er da noch?" rief Friedrich hinüber. „Verzeihung, Majestät," meinte Fredersdorf, „ich ordne nur meine Frisur ein wenig, die da draußen brauchen doch nicht zu wißen, was hier unter uns vorgesallen ist." Mit diesen Worten verneigte er sich und schritt dem Vorsaal zu, um einen Augenblick später in gravitätischer Haltung seines Amtes zu walten. Ter König aber konnte sich des Lachens nicht erwehren und der erheiternde Vorfall „unter uns" wirkte sehr günstig auf die Stimmung des Königs während der Empfangsstnnde.
— Brot oder Brei? In der setzten Sitzung der Pariser Akademie des Jnscripions et Belles- Lettres berichtete der Archäologe Heron de Ville- sosse über Versuche, die Professor Ringelmann vom Institut national agrwnomique mit bdc Mahlmethode des frühen Altertums angestellt hat. Aus Liesen Versuchen geht hervor, daß man beim Mahlen des Getrsiides hauptsächlich Ge- treibegrieS erhielt, und die geringe Ausgiebigkeit, die sich bei den nach den alten Mahlmethoden angestellten Versuchen ergab — im Maximum 288 Gramm gemahlenes Korn in der Stunde — nwchcn es äußerst wahrscheinlich, daß in jenen Zeiten nur sehr wenig Brot oder Brotkuchen gegeben wurden, die damals Luxusnahrunasmittel gewesen fein müssen. Vermutlich wurden die verschiedenen Getreidearten eingeweichr und gekocht in der Weise, wie es heute noch für die Zu- bereitung von Bohnen, Linsen und Erbsen geschieht. Erst als man vollkommenere Getreidemahlapparate besaß, wie B. die in Pompeji gefundenen römischen Mühlen, konnte auch das Brotesien allgemein werden. . -a. ,
— Wirtin (erschreckt): -Ach, du lieber Himmel, wir find ja dreizehn bet Tisch!' — Kleiner Reffe: „Das macht nichts, Tante, ich werd' für
D Der Lehrer aus Kamenz
wird eine berühmte Persönlichkeit. Seine wunderbar schlaue Lösung der Reichsfinanznot und seinen gleichzeitig betätigten nationalen Heroismus haben wir bereits gebührend herauSgestrtchen, damit ist aber diese zweitgrößte Heldentat des 20. Jahrhunderts — die größte ist die Schaffung des Blocks — noch nicht genügend gewürdigt, zumal die Geschichte inzwischen ein zweites Ka- pitel erhalten hat.
Der Kamenzer Retter des Vaterlandes, ein Reallehrer, hatte bekanntlich neulich an fein „nationales" Lokalblättchen einen Ausruf geschickt, worin er zur Lösung der Finanznot durch freiwillige Spenden aufforderte. Er meinte, „jeder nationale Mann" solle den auf seine Einkommens- und Vermögensverhältniffe entfallenden Betrag freiwillig einsenden; dann sei das NeichSfinanzelend gelöst. Als Zeichen seiner Opferwilligkeit schickte er gleich den nach seiner „Berechnung aus ihn entfallenden Betrag ein in Gestalt von — 5 Mark. Das Kamenzer Blatt, offenbar auf derselben Höhe der Urteilsfähig- eit steht,wie der Herr Reallehrer, pries die gloriose jbee als die Rettung deS Vaterlandes, verösfent- lichte in den fettesten Settern den Ausruf und eröffnete eine Sammelstelle ffic freiwillige Beträge. Es kam aber nichts weiter ein. Die 5 Mk. blieben einsam und verlassen in dem Sammelkasten liegen, den das Blatt sich angeschafft hatte. Da entschloß sich daS Blatt schließlich, wenigstens die 5 Mark an Dr. Sydow, den Reichsschätze-Verwaller, zu senden. Der scheint nun keineswegs in einen Freudentaumel verfallen zu sein, denn er ließ das 5 Mark-Stück postwendend wieder zurück- gehen unter seinem, freilich verstecktem Spott über diesen Rechenmeister, aber gleichzeitig unter dickster Lobhudelei einer „solchen Gesinnung".
500 Millionen Mark neuer Steuer» soll das Reich aufbringen. Deutschland hat, alles eingewchnet, «0 Millionen Einwohner. Der Anteil jedes einzelnen, unmündige Säuglinge nicht ausgenommen, beträgt also pro Kopf über 8 Mark. Ist jemand Familien- pater oder in einer Lebensstellung, die ihm die Pflichten eines solchen auferlegt — und bei einem Lehrer ist das sicher der Fall —> dann mtfällt auf ihn neben seinen 8.Mark noch der Satz, der auf eine durchschnittliche Familie entfällt. Da nur etwa Vs aller Bewohner Deutschlands als Steuerzahler in Betracht kommt, da Kinder und Greise, Soldaten, Gefangene, Pensionäre usw. usw. keine Steuern zahlen, so entfällt auf jeden erwerbsfähigen Deutschen von den 500 Millionen neuer Reichssteuern eine jährliche Mehrbelastung vo« 5 mal 8 gleich 40 Mark. Die erdrückende Mehrheit der Steuerzahler besteht nun aus Arbeitern und Kleinbauern, die wegen ihrer geringeren EinkommenSverhättniffe zu diesem hohm Satze nicht herangeholt werden können, wenn es sich um eine Verteilung der neuen Steuern nach der Leistungsfähigkeit handelt. Dee Lehrer im allgemeinen und die höheren Lehrer im besonderen werden somit für sich mindestens das Doppelte von dem zu zahlen haben, was auf den Kopf deS Durchschnittssteuerzahlers entfällt, also 80 Mark. Der brave Blockbruder aus
einem Ueberfalle im Rathause verborgen worden sei, und zwar dort, wohin zu einer bestimmten Stunde der Schatten der Turmspitze falle. Nun ist die Verlegenheit irt Mährifch-Schvnberg groß. Mau glaubt einen Schatz zu haben, weiß aber nicht, wo er fteckt, beim der Turm, dessen Schatten die betreffende Stelle anzeigen sollte, ist ja ein- gctiQen. Das Stadtparkament von Mährisch- Äbönberg hat beschlossen, den Turm aus einem Holzgerütz nach den alten Plänen wieder Herstellen zu lasten. Man glaubt, daß man dem neuen Bauwerk genau die Maße des allen wird geben können und so mft Hilfe der Sonne den Schatz finden wird. Es ist zu wünschen, daß die Schatzgräber« der Schönberger zum Ziele führt und daß der autzusuchenden Dukaten wenigstens soviel sind, daß die Kosten des neuen Turmes wieder herauskommeu.
— Unter uns. Fredersdorf, einer der bevorzugten Lakaien Friedrich des Großen, der mit der Meldung der im Vorsaal harrenden Personen betraut war, überbrachte einst kurz vor Beginn der Empfänge dem Monarchen ein mit Goldstücken gefülltes Kästchen, halte dabei aber das Mißgeschick. üut dem glatten Parkettboden zu straucheln. Um das Gleichgewicht zu erhalten, streckte er instinktmäßig He Arme aus, aber durch diese Bewegung streifte er den König ziemlich unsanft, ohne zu derb nöern, daß sich der Inhalt des Kästchens über den Boden zerstreute. „Tölpel", rief der Monarch in übelster Laune und versetzte dem Lakai eine schallende Ohrfeige, die das wohlge- puderte Haar merklich in Unordnung brachte. Der Kammordiener, an derartige Ausbrüche der üblen Laune fein« Gebieters gewohnt, nahm die Sache nicht weit« tragisch, er sammelte die Goldstücke und wandte sich dann zur Tür, währe,tt) Friedrichder Große an feinem SchreWtisch Platz nahm. Aber bei zufälligem Umblicken gewahrte er. daß Früwrsdorf sich noch immer im Zimm« befand und zwar vor einem hohen Wandspiegel, wo er sich bemühte, feine stark mitgenommene
v__Heubäder. Wer im Sommer fo glücklich ift,
r5aS herrliche Südtirol bereifen zu können, wird in den Städten und Dörfern längs der Ehch häufig der öffentlichen Bekanntmachung begegne,, daß Sa und dort das Heubad eröffnet worden fei. ®iefe Verkündigung ist nicht etwa em scherz, sondern vollständiger Etnsü Das Heugllt'n Südtirol als Heilmittel. Es wird von den Mr- gen heruntergebracht imb m noch feuchtemZu stände in einer Scheune oder unter emem Schutz- pen aufgeschichtet und feftgefreten. Kommt dann ein nach einem Heubad Lüsterner,
Bademister" eine Fahrgrube t» daS dampfende, heiß gährende Heu und in diese Grube muß sich der Badegast hineinlegen. Er wird dann mit Heu ^gedeckt, fodaß nur fein Kopf aus dem dampfenden Heu herausragt. Bald umfang! ihn leine wohltätige Wärme, dre sich steigert und schließlich zur gewaltigen Hitze wird. Der Schwertz -bringt dem Bade aast aus allen Poren und er schwitzt solange, wie er es eben aushäll. Dann wird er genau so wie in einem Dampfbad behan- ’beTt und wenn fein Rheumatismus ober ein Ge- ‘brefte ähnlicher Art der durch 14 Tage fortgesetzten Kurmethode nicht weicht, bann, heißt es, fei dagegen überhaupt fein Kraut mehr gewachsen. .Doch soll ein Mißerfolg freier unbekannt von wem ersonnenen Volkskut nur, höchst, selten zu verzeichnen sein und den Appetit zu einer ungeahnten Höhe steigern. P-
— Der Schatz im Rathause. In der Stabt Mahrisch-Schönberg hat man jungst den baufälligen Turm bes Rathauses niederge'legt. Belm Wühle» in dem Schutt entdeckte man einen S:»6en ausgehöhlten Stein und in diesem eine rkunbe. Die Urkunde besagte, baß zur schrecklichen Schwedenzeit von den sorgsamen Stadt» Jätern das Vermögen der Stadt aus Furcht vor
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