Einzelbild herunterladen
 

«»scheint täglich mit Amnahme der ro.m- «nd Feiertage, viertel' jährliche'! vtMgrpreir ohne Bring erlöst» und Bestellgeld m Fulda so- tvie auswärts j.SOMt.

vrrantw. Redatteurr

Lar? Schütte;

Zuldaer

I. Parzelle» in Fulda. wochenbeilase: „Illustrierte Zoilntagzzeitrmg"

Anzrtgen: Vie M» fpalttgepetitzeileoder deren Raum 15 pfg. Reklamen diepetitz eile 25 Pfg., bei Wieder­holungen wird entspr.

Rabatt gewährt.

Rotationsdruckund Verlag der Fuldaer Ak- ttendruckerei in Fulda Fernsprecher Rr. 9.

M 112.

Fulda, Dienstag den 18. Mai 1909.

36. Jahrgang.

Fwettes Matt

i

Deutsches Reich

Kleines Feuilleton

leute ist dar Testament

Baiersröder und Butterstäiter Hof wurden z w e Brandgräber aus der neolithischen Zeit auf.

Bischof v. Ow besaßt, der als Kandidat für den Münchener Erzbischofsstuhl genannt wurde. Sie schreibt:

(*) Der Geschäftsbericht des Deutschen Flöt- tenvereins, der seine diesjährige Generalver­sammlung vom 2. bis 6. Juni in Kiel abhält, konstatiert eine bprozentige Abnahme der Mitgliederzahl infolge der vorjährigen kritischen Vorgänge im Vorstande des Vereins.

Aus dem Nachbargebiete.

* Bad Brückenau, 16. Mai 1909. Heute gab die Badekapelle im Kurgarten das erste Kon- z e r t. welches durch das günstige Werter viele Musikliebhaber der Stadt Brückenau und der nächsten Umgebung hierher lockte. Die Leistun. gen der noch nicht vollständigen Kapelle waren durchaus zufriedenstellend.

* Ans der Wetterau, 16. Mai 1909. Am

gedeckt und ein anderes Grab mit dem gesamten Erdboden und Inhalt ausgehoben, verpackt und mit der Bahn nach Göttingen an den dortigen anthropologischen Verein geschickt. Die ganze Gegend von Büdesheim, Windecken und Ostheim ist sehr reich an neolithischen Gräbern.

* Wolfhagen, 16. Mai 1909. Ein großer Wald brand ist unweit Wolfhagen ausgebro­chen. Die Feuerwehren sind zur Bekämpfung desselben ausgerllckt.

* Oberaula, 16. Mai 1909. Wie aus Als. seid gemeldet wird, entsprechen die Anlagen des dortigen Bahnhofes den Anforderungen des Be­triebes und des Verkehrs schon seit längerer Zeit nicht mehr, ein Uebelstand, der sich in noch größerem Umfange geltend machen dürfte, sobald die Er­öffnung der geplanten Eisenbahn vonNieder- aulanach Alsfeld mit Abzweigung nach Schlitz erfolgt sein wird. Es sind deshalb umfangreiche Erweiterungsbauten auf Bahnhof Alsfeld vorge- sehen, deren Kosten auf insgesamt 1,470,000 Mk. veranschlagt sind. Im Etat der preußisch-hessi- scheu Eisenbahn - Verwaltung für 1909 ist im Exiraordinarium des Eisenbahndirektions-Bezirkes Frankfurt a. M. diese Forderung enthalten, und zwar werden als erste Rate 100,000 Mark ge­fordert, die vom preußifchen Landtage auch be­willigt worden sind.

△ Wetter (Kreis Marburg), 14. Mai 1909. Die Vorstände der Vogelsberger und der Sim­mentaler Zuchtvereine für den Kreis Marburg hielten heute int Restaurant Aldenhoven hier eine Versammlung ab, in welcher einstimmig be­schlossen wurde, daß beide Zuchtoereine die im Jahre 1911 in Kassel stattfindende Ausstellung der deutschen Landwirtschafts-Gesell­schaft mit Tieren beschicken. — In der sich an- schließenden stark besuchte«. Wanderversammlung des landwirtschaftk. Kreisoereins Marburg wurde bei der Besprechung der diesjährigen Ernteaus­sichten aus allen Teilen des Kreises über den schlechten Stand der Saaten geklagt, Viele Weizenfelder seien bereits umgepflügt worden und durch die kalte und trockene Witterung sei'das Wachstum sehr gehindert. Besonders schlecht sei es mit den Wiesen bestellt.

-er Dreibund lotgesagt. Und nun ist er zu neuem Leben erwacht. Denn in Wien ist auch Italiens gedacht worden, in nicht bloß höflichen, sondern herzlichen Worten, in den Trinksprüchen beider Kaiser. Und beide Kaiser haben Viktor Emanuel III. in gemeinsamem Drahtgruß den Ausdruck „unveränderlicher Freundschaft" über­mittelt und den Gegengruß „unwandelbarer Freundschaft" erhalten. Die Luft ist wieder rein, Sie Lage geklärt. Italien kann mit Oesterreich- Ungarn nur verbündet oder verfeindet sein. Es zieht verständig das Bündnis vor und will, wenn eS auf den König ankommt, das Bünditis auch durch Freundschaft ergänzen und befestigen.

Als der nach der Erklärung Kaiser Franz Josephs „im verflossenen Winter manchen Gc- fahren ausgesetzte Frieden" glücklich wieder ge- sichert war, wurde in einzelnen Blättern des Auslandes mit gemischten Empfindungen her­vorgehoben, daß Deutschland und Oesterreich- Ungarn, wenn sie treu zusammenstehen, so stark feien, um jeder Koalition trotzen zu können. Es ist gut, daß sie so stark sind. Denn wären sie es nicht, längst wäre die Kriegsfurie entfesselt. Ist ihnen aber zugleich Italien, wie es sein Vorteil erheischt, ein zuverlässiger Verbündeter, so ist der Dreibund unüberwindlich. Das heißt, er ist, was er sein soll, nicht eine Gefahr, sondern eine Ge­wahr für den Frieden.

im engen Stübchen war dumpf und überwarm bei Frau und fünf Kindern. Es ist inzwischen 4 Uhr geworden und Heller Tag, damit aber auch der erst» Teil des Konzerts vorüber, dieser erste, wunderbare Teil, der das menschliche Ohr leider so selten mit wahrhaft sympathischer Macht ent­zückt. Kein Naturfreund sollte es daher versän- men, in früher Morgenstunde den maigrünjen Wald aufzuftichen und sich an dem Jauchzen und Jubilieren dr Vögel zu ergötzen. Auf jedes ent- .pfängliche Herz wird ein solches Genießen der Natur einen erhebenden Eindruck machen.

। . — Heber den Orientierungssinn der Tiere liefert Prof. G. Jäger in der Zeitschrift für Ge- sundheitslehre und Lebenslehre folgenden Bei-

; trag: „Gelegentlich einer Jagdeinladung trete ich in den Wirtshaussaal einer Dorfkneipe, der so vollgefüllt ist mit mindestens 50 rauchenden, tritt- kenden und schmausenden Personen, daß ich mich nur mit Mühe zu einem Plätzchen durchschlängele, wo ich mich eben gerade niccherlassen kann. Es vergehen keine zehn Minuten, so fühld ich eine Hundsschnauze zuerst an den Beinen, und als ich heruntergreife, das Leckett einer Hundezunge, und als mir endlich mit Mühe ein Blick unter den Tisch gelingt, erkenne ich meinen alten Fassart den ich ein halbes Jahr zuvor, weil er tauböhrig geworden, an einen andern Jäger verkauft hatte. Also in dem Gewirr von mindestens 100 Men- schenfüßen — denn ein Gesicht konnte der Hund unmöglich sehen — hatte der Hund nach so lan­ger Zeit feinen alten Herrn gefunden und er­kannt, doch an nichts «oberem, als am Geruch, und bei all dem, wie man meinen sollte, sinnver­wirrenden Mischmasch von Menschen-, Hunde-, Speisen-, Getränke-, Mist- und Stiefeldünsten' der den Wirtschastsraum stillte."

— Der Enterttr. „Also heute ist dar Testament der alten Dam» «öffnet worden! war hat dn Neffe denn gekriegt?' — »Einen Schlaganfall!•

* Schier stein, 16. Mai 1909. Schloß Freudenberg, das vor mehreren Jahren er­baut wurde, steht zum Verkauf. Wie verlautet, fleht die Garnisonvenvaltung in Wiesbaden be­reits wegen Ankaufs in Verhandlung, um daraus ein Offizierskasino zu machen. Das Schloß liegt dicht am neuen Exerzierplatz.

□ Ohrdruf (Thüringen), 16. Mai 1909. Bald nachdem der Truppenübungsplatz bei Ohrdruf be­schlossene Sache war, tauchte in Gotha der Ge- danke auf, in seiner unmittelbaren Nähe e i n Soldaten heim z u bauen. Eine persön­liche Unterredung mit dem damaligen Komman­deur des XI. Armeekorps, dem Herzog Albrecht von Württemberg, im Mai 1907 führten zu schriftlichen Verhandlungen mit dem General­kommando in Kassel, welches im Mai 1908 im Einvernehmen mit dem Kriegsministerium sein lebhaftes Interesse an dem Soldatzenheim be­kundete. Ein provisorisches Komitee nahm sich der Förderung der vaterländischen Arbeit an und sandte an maßgebende Persönlichkeiten des Ar» meekorvsbereichs ein Rundschreiben, in Iveühern die Aufgaben des Soldatenheims dargelegt und die Herren um Aeußerung gebeten wurden, ob sie zur Förderung der Angelegenheit bereit und der Meinung wären, daß das Soldatenheim weiter- gehende Unterstützung finden würde. Die ein- gebenden Antworten lauteten fast durchweg zu­stimmend. Es wurden auch bald einige Beiträge gezeichnet und deshalb beschloß das Komitee in seiner letzten Sitzung vom 5. Mai, der Ausfüh- rung des Gedankens näher zu treten und in den einzelnen Gebietsteilen des Armeekorps Lokal­komitees zu gründen, die für das Soldatenheim interessieren und zur Aufbringung der Mittel helfen sollen. Zweck des Soldatenheims ist,'je- dem Soldaten ein Heim zu schaffen, in dem er sich wohl fühlt und nach den Strapazen, die der Dienst am Tage mit sich bringt, Erholung zu finden, ohne zu Gelbausgaben genötigt und sittlichen Gefahren ausgesetzt zu fein. Neben Lesezimmer mit guten Zeitschriften und Büchern, und Schreib- zimmer, in dem sie den Verkehr mit den Ange- hörigen pflegen können, soll auch ein Erfrisch­ungsraum geschaffen werden, worin Speise und Trank gereicht wird. Möge es darum dem Werk an tatkräftiger Unterstützung und hilfsbereiten Herzen und Händen nicht fehlen l

• Darmstadt, 13. Mai 1909. Das Ergebnis der Untersuchung gegen den am 26. April wegen V e r d ach tSdesMordesan seiner Frau ver- hafteten Ingenieur Schnell ist, daß üuf Beschluß des Landgerichts der Haftbefehl aufgchoben und Schnell aus dem Untersuchungsgefängnis entlas- fe» worden ist.

• Wiesbaden, den 16. Mai 1909. Vom Schwurgericht, vor welchem sich der Station--

ausseher Johann Burckhard und fein Sohn Philipp wegen Ermordung der Frau Thamer zu verant­worten halten, wurde gestern das Urteil gesprochen. Der Angeklagte Johann Burckhard wurde zum Tode verurteilt, dagegen fein Sohn Philipp freigesprochen. Die Geschworenen, deren Beratung länger als eine Stunde dauerte, sprachen Johann Burckhard schuldig des Mordes; bei dem Ange­klagten Philipp Burckhard verneinten sie die Bei­hilfe zum Morde, sprachen ihn dagegen schuldig der Beihilfe zum Totschlag, jedoch verneinten sie, daß er bei Begehung der Tat die erforderliche Einsicht nicht beseffen habe. Hierauf fällte der Gerichtshof das anfangs mitgeteilte Urteil. Das Gericht beschloß ferner, Philipp Burckhardt nicht einer Anstalt, sondern seiner Familie zu über­weisen; er wurde sofort aus freien Fuß ge­fetzt. Der Obmann der Geschworenen teilte mit, daß die Geschworenen beschlossen halten, für Johann Burckhard ein Gnadengesuch einzureichen. Dieser selbst nahm das Urteil mit großer Ruhe und Gleichgültigkeit auf. «

vermischtes.

• Sine Ausstellung für christliche Kunst ist am Samstag mDusseldorf feierlich eröffnet SÄ?’ , Mal^i und umfassen etwa

5(M Werke. 5Der Eindruck ist der einer weitum­fassenden putschen Kunstgalerie. Außer Deutsch, land sind hervorragend vertreten Oesterreich mit seltenen Stucken ans kaiserlichem Privatbesitz und osterreichisch-böhmischen Klöstern; ferner Frankreich, England, Holland, Belgien, Schweiz usw. Interessant ist auch die graphische und ar- chitektonische Abteilung. Die ganze Ausstellung macht einen vorzüglichen Eindruck und dürfte

I , Mit seiner Ernennung würden die Befürchtungen, die sich an das Hinscheiden v. Sieins tnüpslen, daß mit dessen sterblichen Ueberresten auch ein friedlicher, tole­ranter Geist au? dem erzbischöflichen Palais in Mün­chen scheiden werde, sich verwirklichen. (!) Mit der Berufung v. Ows würde, worauf gewisse Zentrume- führer schon lange gewartet haben, auch die Zen­trumspolitik (!) in das erzbischöfliche Palais ein­ziehen. v. Ow, der persona gratissima bei Hofe ist, ist auch Günstling der bayerischen katholischen Adeligen, deren Wünsche ausnahmslos mit denen des Zeulrums harmonieren, v. Ow ist persönlich ein friedliebender, versöhnlicher und liebenswürdiger Mann, äußeren Ein­flüssen aber leicht zugänglich. Es fehlt ihm die Energie. Als v. Ow noch Weihbischof in Regensburg war, stand er ganz unter dem Einfluß des intransigen­ten, von Senestreyschem Geiste erfüllten Generalvikars Dr. Leitner, der v. Ow nach seinem Gutdünken leiten konnte.

Jeden wahren Katholiken, bewerft dazu die „Augsb. Postztg.", muß die steche Aufdringlich­keit, mit welcher die liberale Preffe sich in reut innerkirchliche Angelegenheiten — und eine solche ist die Besetzung einer Bischofsftuh'eS — ein- mischt, aufs tiefste empören und verletzen. Wann hätte sich jemals die katholische Press.- in solch aufdringlicher Weife in die Ernennung eines Oberkonsistorialprästdenten oder eines Ober­rabbiners eingemifcht, wie die „Fikf. Zig.", die „Tägl. Rnnchch.« und andere katholikenfeindliche Blätter in rein innerkirchliche, katholische Ange­legenheit sich einmischen? Wie lange müssen denn die Katholiken sich solche Aufdringlichkeiten gefallen lassen?

X Der Dreibund.

. In der alten Kaiserstadt an der schönen blauen Donau haben sich rauschende Feste abgespielt. Es waren nicht lediglich höfische Veranstaltungen, Nicht hergebrachte Kundgebungen, bei denen das Herz schweigt, wenn der Mund Hurra ruft. Nein, die Freude, womit Wilhelm II. dieses Mal in Wien begrüßt wurde, war echt, war ursprünglich, kam aus der Tiefe der Volksseele. Und das ist eine willkommene Wahrnehmung für die Gegen­wart und eine Bürgschaft, daß es so bleiben 'soll, für die Zukunft.

Je häufiger sich Fürstenbesuche wiederholen, um so geringer ihre Bedeutung. Die Blumen verblühen, die Ehrenpforten werden abgerissen, und die wohlgesetzten Ansprachen werden verges- sei-. Es ist, als wäre nichts gewesen. Das kann man von den jüngsten Vorgängen nicht sauen. Sie haben nicht besonderen politischen Abmachun­gen gegolten und doch haben sie lebhaft Beachtung sowohl gefunden wie verdient und werden Staats­männern und Völkern im Gedächtnis bleiben. Denn sie besiegeln nicht nur aufs neue das er- probte Bündnis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn, das den Interessen beider Machte entspricht, sondern sie bestätigeii, daß es Don der Freundschaft getragen wird, die in touret U$Ien b°n $'unbert Millionen Menschen

Der beleidigte Evangelische Bund.

C. Neuwied, 17. Mai 1909.

Heute beginnt vor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgerichts eine intereffante Gerichts­verhandlung, in der die auch von ausgesprochen protestantischen Blättern als einseitig bezeichnete Agitation und Schürung der konfessionellen Gegen­sätze durch den Evangelischen Bund eine große Rolle spielt.

Der Verhandlung liegt folgender Tatbestand zu Grunde: In dem rheinischen Wahlfteise Alten­kirchen-Neuwied wurde bekanntlich im Jahre 1903 zwischen den Konservativen und der Zentrums­partei ein Kompromiß geschloffen, wonach von den dort zu wählenden zwei Abgeordneten einer der konservativen und der andere der Zentrumspartei angehören solle. Dieses Kompromiß wurde bei der Landtagswahl im Jahre 1908 erneuert bezw. auf­recht erhalten. Bei der Wahl tm Jahre 1908 wur­den infolgedessen die bisherigen Vertreter des KreiseS der konservative Pfarrer Heckenroth und der der Zentrumspartei angehörige Amtsgerichtsrat Gerhardus wiedergewählt. Kurz vorder Wahl veröffentlichte der Evangelische Bund bezw. dessen rheinischer Hauptverein ein Flugblatt, in dem u. a. behauptet wurde:

Die Zentrumspartei ist ein Fremdkörper in unserem deutschen Volksleben. Sie ist nicht eine politische Partei wie jede andere, sondern eine Partei auf katholisch-ultramontaner Grundlage, ©te ist eine Partei, die nicht Deutschland, sondern die kirchenpoli­tischen Herzensangelegenheiten desrömischenUltra« montanismus, dieses Erbfeindes des deutschen Protestantismus, über alles stellt. Sie ist eine Partei, die in ihrer klerikalen Kampfesrüstung stets als eine Störung des konfessionellen Friedens wirkt, die Kluft zwischen den evangelischen und katholischen Bolksteilenerweitert und daS friedliche Zusammen­wirken und Zusammenwohnen aller Parteien stört, eine Partei, die national unzuverlässig stets zur Waffenbrüderschaft mit den deutschfeindlichen Polen ich bereit gesunden hat und noch neuerdingS auch gegen konservative Männer wtt den Polen ein Wahl­bündnis abgeschloffen hat.

Und wenn Kaiser Wilhelm das Verhältnis KU Oesterrmch-Ungarn als einen Freuudschafts- bund feiert, tief gegründet in den Herzen der Volker, einen Bund, der wie seit Jahrzehnten so besonders in den letzten Monaten dazu beige- tragen habe, Europa den 5rieben zu erhalten Mnb seine Segnungen zu sichern, wenn er wünscht bie freundschaftlichen Gesinnungen bis in Hw fernsten Zeiten dauern und ein nnzerreiß- vares Band zwischen beiden Reichen bilden mö- gen: wer hierzulande wollte ihm nicht aufrichtig bestimmen und hoffen, daß sein Wort in Erfül- flung gehe? Das Bündnis ist auf den Kriegsfall berechnet: aber der Krieg ist nur bie Fortsetzung der Politik mit veränderten Mitteln; es ist na- ^urlich, haß es diese Politik schon in Friedens- jciten beeinflussen muß. Das Maß inbeffen, bis Bit dem bie österreichisch-ungarische Politik in Algecrras, bie deutsche in den orientalischen Afrron beeinflußt wurde, ist nicht durch das Svundnis, sondern durch die Freundschaft be- ’lhmmt tooruen.

hier war bie Haltung der Dreibund- snachte nicht vollkommen einheitlich. In der Marokko-Frage ging Italien nicht immer mit In ~e.r Orient-Frage nicht immer mit gPeinntjIanb. Einmal über das andere wurde

Das Zeugnis ist der einmütige Beifall, den tue Wiener Trinksprüche allenthalben in beut- fdjen unb Habsburgischen Lauben gefunden ha- Der ehrwürdige Kaiser Franz Joseph darf Mit Befriedigung auf die Erfolge zurückblicken, । «« yunyv utl OCl CL119.

nCs -lutk in den jüngsten Monaten er- * Eine Einmischung in das innere Leben Aiid^naMialtiae^nEntschlossenheit der katholischen Kirch/leistet sich die „Franks.

Ä OT'. »?''■’ * »..•* r« |Wl mit d-mH.r-n

wahrten bundesfreundlichen Haltung des Deitt- sä-en Reichs". Deutschland hat getan, was es iuufjle, und hat davon fein Rühmens gemacht, taber es berührt angenehm, daß ihm der 33er- tmnbete und Freund rückhaltlose, offene Aner- reiiming zollt.^ Was Kaiser Franz Joseph aus- ftncht, das findet in allen Aeußerungen der Presse und der Bevölkerung zustimmenden Wi- verhall, ohne Unterschied der Parteien' unb Rationalitäten.

Dieses Flugblatt, das von dem Vorsitzenden deS Rheinischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, dem nationalliberalen Abgeordneten Hackenberg und u. a. auch von dem Direktor des paritätischen Progymnasiums in Betzdorf, Stenger, unter­zeichnet war, erregte naturgemäß unter der katholi« chen Bevölkerung des Wahlkreise- große Aufregung. Besonders in den Ortschaften Betzdorf und Kirchen bemächtigte sich der katholischen Einwohner eine große Erregung, da diese beiden Ortschaften das Progymnasium in Betzdorf, dessen Direktor Stenger unter den Unterzeichnern des Flugblattes sich befand,' unterhalten. Am 21. Juni 1908 fand infolgedessen eine Versammlung der Katholiken dieser •eiben Ortschaften in Betzdorf statt, in der eine ftotestresolution gegen das Verhalten des Direktor- Stenger beschloffen wurde.

Von den Rednern in dieser Versammlung, dem Tierarzt Fritz Althof in Betzdorf, dem Pfarrer Merkelda'ch in Kirchen, dem Dechanten Eber­st ardy in Betzdorf wurde das Verhallen des Direktors des paritätischen Progymnasiums scharf gegeißelt und betont, daß er damit in Widerspruch mit dem Versprechen vorgegangen sei, daS er bei feiner Amtseinführung gegeben habe, die Parität zwischen evangelischen unb katholischen Schülern strengstens zu wahren, lieber diese Versammlung erschien in der ,Betzdorser Zeitung' ein Bericht, in dem eine ausführliche Darstellung der ganzen Vor­gänge und der Aeußerungen der einzelnen Redner gegeben wurde. Da in den Reden dem Direktor Stenger vorgeworfen worden fein sollte, er habe sein Wort gebrochen, versucht, andere zum Treubruch zu verleiten und sei künftig nicht mehr imstande, seine Schüler zur Treue zu erziehen, erhob die Staatsanwaltschaft gegen die Redner und den ver­antwortlichen Redakteur Langen Anklage wegen öffentlicher Beleidigung. Den Verhandlungen sieht man mit Interesse entgegen.

- — Das Morgenkonzert der Vögel an einem Kinblmgstag zu Horen, ist für jeben Naturfreund ftn wunderbarer Genuß. Schon beim Morgen­grauen beginnt bas Jubilieren der kleinen Sän» aer. Sie begrüßen mit Heller Stimme die auf- jeijenbe Sonne, bie Natur wirb wach. Alles singt chlagt, pfeift, zwirschert und flötet, es ist ein vahres Orchester. Das Konzert beginnt aber nicht tut einem Schlag, denn die kleinen Musikanten ind nicht alle zu gleicher Zeit am Platze. Um 3 ßlhr morgens, wie ein selbstbewußter Sieger hoch duf dem höchsten Baumwipfel am Waldrand oder

^im ©arten thronend, erscheint der Meister Deo Waldgesanges, die Singdrossel. Um dieselbe /äbft mit reinen, vollen Tönen das ^chwarzkopfchen in das Konzert ein und ruft feine Mrophen fast herausfordernd in den Morgen 6tnetit Die Schwarzamsel beginnt um %4 Uhr jnrt ihrem melancholischen Flöten, ebenfalls von dmem hohen l^ume herab, auf dem sie auf bet »berften Spitze sitzt, nur der Kunst beflissen, gleich. S? £e ^rem eigenen Gesang. Auch

>-is Rotkehlchen beginnt um dieselbe Zeit gemüh ich SU Kvltickiern tn der Gartenhecke, bald still in und Wgermolom, MS aber lai," tnb lebhaft mit vollen Tönen. „Ja, ich war's" u>n V24 Uhr der stolze Buchfink im vchlußakkord seiner Hekantnten Strophe. Nun Tft kommt die leichte Gesellschaft der ewig beweg- rchen kletternden und naschenden Meisen. Jetzt das Rotschwänzchen, unb bie Schwalbe der Dachrinne, wo sie ihre Toilette Endfich' S/y reinlichen Hauswesens, der imm?l.U^' ersHmt auch Freund Star, Cv immer luftige Geselle: er ist erst letzt ans ifl 15 rein

- , ° er s^erschlafzn mußte, benjt bie Luft |