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Z.Parzeller in Fulda.
M 92;
Fulda, Samstaa den 24. April 1909.
36. Jahrqanq.
«Aue Wett und Wissen.
funden, die bei der Anfertigung kunstschöner M ö- b e l für das Kleinbürgerhaus maßgebend sein sol- len, so ist es nuht weniger notwendig, der,ü b r i«i
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und Warenhäuser überschwemmen nach wie vor den Markt mit alten, schlecht gearbeiteten und unsolid wirkenden Ladenhütern, die neuerdings häu- sig, um das urteilssckwache Gemüt des Käufers
schöne Maserung, vielleicht durch einen glashellen Lack geschühl, dem Auge darbieten. In dieser Richtung hat die moderne Kunst zweifellos viel Gutes ^schaffen, traurig ist es nur, daß diese Errungen-
Eine weitere Forderung, die im Interesse künstlerisch guter Kleinbürgermöbel zu stellen ist, ist die der E i n f ach h ei t. Das Einfache ist immer schön, wenn es nur in seinen Einzelheiten zu» ernander richtige Verhältnisse zeigt. Was uns tm Stil der Antike, der Renaissance und im Empire so anmutet, das ist die Einfachheit in der Linienführung, die im Wesen aus der Geraden und dem Kreis hervorgeht und das Bewußtsein des Geschlossenen, Ruhigen in sich trägt. Auch hier ist dre Moderne wieder auf dem rechten Wege, indem sie möglichst die Fläche betont und oft die alte plastische Schmuckform durch blanken Meballbe- schlag zu ersetzen sucht . Diese Einfachheit bringt neben dem ethischen Vorteil auch noch zwei bedeut- same praktische Vorteile mit sich, sie verbindet nämlich die Staub- und Schmutzbi'ldnng in unzu- gänzlichen oder schwer erreichbaren Ecken und erleichtert damit das Reinhalten der Möbel, dieses aber kommt wiederum der Gesundheitspflege zu- gute. Außerdem ist aber Einfachheit die Vorbe- örngung zur Zweckmäßigkeit und das darf nie außer acht gelassen werden, daß gerade im Hause des Kleinbürgers das Möblenwnt in erster Linie seiner selbst wegen da ist und die Kunst sich dieser Zweckbestimmung allzeit unterzuordnen hat. Daß durch die Einfachheit des Hausrats schließlich auch am besten die Kostenfrage gelöst wrrd, ist selbstverständlich.
, Sind so allgemein gültige Gesichtspunkte ge
um so eher zu betören, mit vergoldeten Ornamenten im Kehlschnitr „verziert" werden.
Wie soll man diesem Mangel nun ab helfen« Alle Versuche, im Empfinden des kleinen Manne- durch belehrende Vorträge bessernd zu wirken, sind lobenswert, aber nicht ausreichend. Wichtiger ist es, hier die Möbelfabriken und »geschäfre entspre» bu„beeinflussen. Bieten diese andauernd nur Mustergültiges zum Kaufe an, so wird nicht nur gezwungenermaßen in der Vorstellung des Käufers schließlich die Vermutung wach, daß die Ware gut sein müsse, sondern er wird auch zu Vergleichen mit anderen ihm geläufigeren Ausstattußgs- arberten angeregt, wieder den Boden eines gesunden Schönheitsempfindens gewinnen. Eine solche Beeinflussung des Produzenten kann einerseits durch die Presse erfolgen, anderseits läßt sie sich sw gleichen Wege dadurch nachhaltiger gestalten, daß man den kleinen Mann auf die Schönheit und Güte dieses und jenes Fabrikates unermüdlich hrnweist.
4* Die Kunst im Wohnhanse.
So sehr die geschmackvolle Straßenfront des Hauses seinen Bewohner auch erfreuen mag, das Gefühl der Behaglichkeit und Zufriedenheit kann er sich innerhalb der Wohnung selbst erwerben.
V. ...ich wäre es nun so ziemlich wohl, aus den Kreisen des Volkes selbst Anregungen für künstlerische Innendekorationen erwarten zu wol- len; das Kunstverständnis ist selbst bei dem groß- tcn Teil der chcssergestcllren Bürgerschaft nur selten. Hat einerseits der rastlose, anstrengende Kampf ums tägliche Brot hieran schuld, so ist es anderseits die allherrschende Mode, der sich die meisten willenlos beugen. Alten Hausrat, der sich von Geschlecht zu Geschlecht forterbt, und der in seiner kernfesten Gediegenheit alle moderne Fa- bnkarbeit mit den angeklebten Ornamenten und billigen Drechseleien aussticht, findet man in diesen Kreisen fast überhaupt nicht mehr. Beinahe alles, was der Haushalt des Kleinbürgers und Arbeiters an Möbeln nufweisen kann, besteht aus unsolidem Kulissenwerk, aus Tannen- und Fich- tenholz, dem man durch papierdünne, meist schlechthaftende Fournitouren (Holzauflagen) die Maske des Noblen vorbinden will. Hier hat ein gesundes Kunstempfinden zuerst aufzuräumen. Taß die Kostenfrage in der Wohnung des Kleinbürgers die Verwendung teuerer Rohstoffe verbietet, ist selbswerständlich; auch würden diese schlecht zur sonstigen Leben shalrung des Arbeiters Passen. Keineswegs ist aber die Möglichkeit genommen, in seiner Art gediegenen Hausrat herzustellen. Gediegenheit also ist das erste, was man von der Kunst auch hier verlangen kann. Ist ein Schrank, ein Tisch oder Stunl aus Tannenholz geschaffen, gut, so soll man auch sehen, daß es Tannenholz ist und die schlichte, aber ganz
I in derselben Umlaufszeit ebenfalls fünfzehn Pfennig ein, während der amerikanische Staat an den ausgeprägten Zwanzigdollarstücken buchstäblich ein Vermögen verloren hatte nur durch den Umlauf; man ist infolgedessen von der Ausprägung dieser Münze zurückgekommen. Gleiche Gründe sind wohl auch bei der englischen Münzverwaltung maßgebend gewesen, als dieselbe aufhörte, Zwei- und Fünfpfundstücke auszugeben.
Im allgemeinen gehen allerdings nur kleine Beträge verloren durch das Abgreifen beim Umlauf. Diese Beträge gewinnen aber an Bedeutung, wenn man bedenkt, daß Deutschland durch- | schnittlich in einem Jahre für mehr denn hundert Millionen Mark Goldmünzen ausprägt und an allen Goldstücken im Laufe von zwanzig Jahren mehr denn 300 000 Mark verliert, also immerhin einen Betrag. Noch schneller greifen sich Silbermünzen ab. Da diese Münzen jedoch nicht den inneren Wert besitzen, den die geprägte Bezeichnung ihnen verleiht, so kommt ein Schaden, der durch Abgreifen diesen Geldstücken zugefügt wird, nicht allzusehr in Betracht.
Trotzdem werden natürlich auch diese Münzen, wenn ihr Gewicht die Passierqrenze nicht nrebr erreicht, ein gezogen. Unter Passiergewicht versteht man die äußerste Grenze des vom Staate zugelassenen Untergewichts gegenüber dem des frisch ausgeprägten Geldstückes. Der etwaige Verlust, der dadurch entsteht, daß ein Geldstück tveni- ger wiegt, als das Passiergewicht betrügt, muß vom Besitzer getrogen werden. Indes kommen im praktischen Leben solche Fälle nur selten vor.
Derartige Verluste wird der Inhaber einer Banknote nie haben. Selbst wenn Stücke von einem Geldscheine abgerissen sind, besitzt derselbe seinen vollen Wert, es sei denn, die Nummer geht mit verloren; in einem solchen Falle ist er allerdings wertlos.
Damit soll nicht gesagr sein, daß Banknoten weniger Ansehen genießen als das blanke Gold. Im Gegenteil. Wenn man hundert Mark in Gold iril Auslände wechselt, wird man immer eine Kleinigkeit weniger bekommen, als wenn man einen Hundertmarkschein eintauscht. Die Erklärung dieser eigenartigen Tatsache muß jedoch einem beson- deren Kapitel Vorbehalten bleiben.
gen Innenausstattung das Augenmerk zuzuwenden. Betreffs der Fußböden läßt sich sagen, daß diese sich stets schöner ausnehmen, wenn sie statt eines Farbanstrichs die ölgedeckte Natur- moser des Holzes zeigen. Gleicher Effekt ioird durch das etwas teurere und mühsamere Bohnen erzielt. Einem mißfarbenen oder unhaltbarem Aiistrich ist übrigens auch die reingescheuerte und zandbestreute Diele noch vorzuziehen, wie sie z. B. m Ostfriesland angetroffen wird. Will man als Bodenbelag durchaus den Teppich verwenden, der übrigens gerade in die Einrichtung des Arbei- terhauses nicht sonderlich hineinpaßt, so wähle man möglichst derbgeflochtene, feste Getnbe in einfacher Farbenhaltung, etwa grau mit roter ober schwarzer Randeinfassung. Ebenso schön dürften sauber gearbeitete Strohmatten wirken, zumal auch hier eine Farbendifferenzierung möglich ist. Als Wandbekleidung sind kleingemusterte und unauffällige Tapeten zu wählen. Ein großes Muster z. B. ist deshalb stets zu vermeiden, weil es für Bild und Möbel immer einen störenden Hintergrund abgibt. Noch besser ist die ein- fach gestrichene oder gefällte Wand, auch kann Me Sprengel- oder Spritzmanier als dem Auge wohltuend und zweckmäßig empfohlen werden.
Auf die Kunstpflege im kleinen hier einzn- gehen, verbietet der vorgesteckte Rahmen, doch ließe sich beispielsweise da bezüglich der Ausschmückung der Fenster mit Blumen, der Beurtei- lung des Bildschmucks und der landläufigen Porzellan- und Gipsdekorationen manches sagen, was ernster Beherzigung wert wäre.
I Immerhin bedeutet das Metallgeld einen be- । stimmten Wert und das völlige Verschwinden einer j Gold- oder Silbermünze bedeutet für die Bank oder den Staat, dem sie angehörte, einen Verlust. Anders die Banknote. Diese enthält nur eine Werfbezeichnung, geschaffen zur Erleichterung des Verkehrs oder als finanzielle Notoperation. Und die Bank, die sie ausgibt, haftet für dieselbe nur nach Maßgabe der vorhandenen metallischen Deckung. Da die Banknote außerdem ein Inhaber- Papier, aber kein auf einen bestimmten Besitzer eingetragene» Wertpapier ist, so bedeutet das völ- lige Verschwinden derselben für die Bank einen Vorteil in Höhe des ausgezeichneten Wertes. In Anbetracht unserer momentanen Finanzlage können wir also nur wünschen, daß sich recht viele Lk-ute entschließen, ihre Banknoten zu verbrennen.
Ein großer Umlauf an Goldmünzen bedeutet, daß ein Staat sich in guten wirtschaft!. Verhältnissen befindet. Das ist der Fall in Deutschland, England und Frankreich, wo jeder Arbeiter bei der Lohnauszahlung ein Goldstück in die Hand- bekommt. Anders ist es beispielsweise in Italien und Spanien, wo es Arbeiter gibt, die in ihrein ganzen Leben noch kein Goldstück zu sehen bekommen haben. In diesen Ländern spielt die Bank- note eine große Rolle.
Allerlei.
— Die Gabel ist noch gar nicht so alt, wie man vieleicht annimmt. Noch im 15. Jahrhundert bil- bete sie ein seltenes Wertstück und mehr noch ein Objekt der Kuriosität. Jeder hatte zu damaliger Zett am Tische zwar sein Mester, aber noch feine Gabel. Man ergriff einfach das auf den Tisch gebrachte Fleisch, schnitt sich ein beliebiges Stück herunter und steckte das Fleisch, nachdem man e3 klein geschnitten, mit den Fingern in den Mund. Ein Höflichkeitsapostel foeS 16. Jahrhunderts gab in einem Buche Ratschläge, wie man beim Essen seine Finger zu gebrauchen habe, damit die Sache möglichst appetitlich aussehe. Das Buch enthält u. a. den Satz, daß es nicht anständig sei, die Fin- ger, mit denen man das Fleifch zum Munde geführt habe, an der Weste ober am Rock abzuwischen! Fünfzig Jahre später finden wir zum ersten Male einen Chronisten, der erzählt, daß man infolge Erfindung der Gabel das Esten nun nicht mehr mit der Hand, sondern mit der Gabel zum Munde führe. .p,
— Traurig aber wahr. Sie gingen an einem prächtigen Gebäude vorüber. „Das ist ein schönes Haus", sagte Brown zu Jones, „und doch ertrage sch feinen Anblick nicht." — „Weshalb nicht fragte Jones. — „Weshalb?" wiederholte Brown. „Well der Eigentümer es aus dem Blute, den Schmerzen, den Seufzern seiner Mitmenschen erbaute, aus dem Kummer der Kinder und dem Wehklagen der Frauen I" — „Gerechter Himmel!" «ef Jones aus. „DaS Scheusal! Was ist er — Wucherer?" — ,.O nein, lieber Freund, er ist Zahnarzt!"
mehr den Extrakt der Speisen lieferte und nicht liefern konnte. Da erkannten sie die Bedeutung des Herrn Magen und lebten fortan in schönster Harmonie mit ihm, zum Besten beider Teile. — Geht es heute nicht viels» kurzsichtigen Menschen mit ihren Ansichten über reiche Herren ebenso wie den Gliedern mit dem Magen? Wie wird von den Sozialdemokraten geschimpft über die Arbeitgeber, die selbst nichts täten und ihre Arbeiter ausbeuletenl ES ist schon zu der alten Römer Zeiten dieser Vergleich aufgestellt worden, und er entbehrt tatsächlich nicht der Berechtigung. Wie der nur scheinbar faule Magen fortgesetzt angestrengt arbeitet und unter Um- ständen tyrannisch regiert, zum Gedeihen des ganzen Körpers und seiner einzelnen Glieder, so ist die Vermögenskraft und Vermögensvermehrung des Arbeitgebers die Lebensquelle für seine Fabrik und für die Tausende von Arbeitern. Es I muh in der menschlichen Gesellschaft Unterschiede geben, wie es auch in der Gesellschaft der Glieder des Körpers Unterschiede gibt. Daß es unter den Besitzenden bequeme Leute gibt, die weiter nichts tun, als sich die gebratenen Tauben in den Mund fliegen lasten, soll nicht geleugnet werden. Aber gibt es nicht auch in den unteren Ständen viele, die sich auf die faule Haut legen uird andere für süh arbeiten lassen? Wie im Falle des Streits der Glieder mit dem Magen gilt auch für die Zwistigkeiten in der Gesellschaft, daß sie zu nichts führen, daß man mit Frieden und Verständigung am weitesten kommt. Jeder Teil muß bei Differenzen den guten Willen zur Verständigung haben, und nicht gleich Krach schlagen. Tas gilt auch vom häuslichen Leben, wo der eine nicht zum andern sagen soll: Du hast aber ein gutes Leben! Und meint, er selber hätte es Gott weiß wie schwer. So unterschätzen die Herren Ehemänner sehr häufig die vielen und fchwierigen Hausfrauen-Arbeiten des Ehegesponstes; und die j Frau, die ihrem Mann irach der angestrengten i Berufsarbeit des Tages nicht seine Erholung von Herzen gönnt, ist auch auf dem verkehrten Wege. Wenn jeder in seinem Kreis seine Pflicht tut, hat et ein Recht auf Anerkennung.
„Mein Sohn foff studieren, er soll nicht so I arbeiten müssen wie der Vater", ist eine oft gehörte Redensart. Kein Wort ist unfinniger. Die Geistesarbeit ist nicht blos Arbeit, sondern sehr angestrengte. Den studierten Herren fliegen heute keine gebratenen Tauben in den Mund. Gerade in den sogen, akademischen Berufen ist heute der Kampf ums Dasein außerordentlich scharf. Wer aus solchen Motiven einen mit Geistestätigkeit erfüllten Beruf ergreift, wird sich bitter täufchen und unter die Räder geraten. —
Den Entbehrungen der Fastenzeit folgt bei vielen ein Schwelgen in dem wieder freigegebenen Fleische. Und wieder muß es heißen: der arme Magen! Das hält kein Pferd, geschweige der menschliche Magen, aus. Selbstzucht und Mäßig- feit sind gerade in der heutigen, alle Anspannung dter, Kräfte fordernden Zeit notwendig, damit Körper und Geist nicht zu schnell auf gerieben werden. Auch der stärkste Faden reißt bei forige* fetzter Spannung, das gilt von der Arbeit wie vom Essen und Trinken. Die Kunst, das Leben zu verlängern und recht fruchtbringend zu machen, besteht darin, das körperliche und seelische Gleichgewicht möglichst zu bewahren.
Die Wiedereinführung des Sheria» Gesetzes, ein Rückfall in die Nnknltnr «nd Unsitte.
Von Paul vom Wildbach.
(Nachdruck verboten.)
Bei den Moslem in der Türkei herrscht eitel Freude: Sie haben ihr Sherla-Gesetz toie- .bet. Die Sheria oder der Sher, d. i. der Weg, ist das auf dem Koran und auf der Überlieferung ruhende religiöse und bürgerliche Gesetz der Mohammedaner und umfaßt sowohl das Glau- bens- und Sitten-, wie auch das Ritual- (Waschungen, Gebete, Fasten, Wallfahrten), das Verkehrs»
bet ganzen Geschichte des Islam gibt es keine großen Frauen, sagt mit Recht der Geschichtsschreiber §. B. Weiß in seiner trefflichen Weltgeschichte, «ine hl. Elisabeth, keine Isabella, keine Maria Theresia.
Aus der Anschauung, daß das Weib Nur eine Bache, ein Eigentum, gewisiermaßen das erste Haustier ist, geht das größte Gebrechen des Islam, die Vielweiberei hervor, durch welche die Länder Mohammeds tief unter den Brahmanismus und Buddhismus zurückgesunken sind, die nur eine Frau als gesetzlich anerkennen und ihr eine wenigstens gewisse Gleichheit und Würde Neben dem-Wann gestatten.
Dem Mohammedaner ist selbst bei den legitimen Ehen das Recht und der Rat zur Ehescheidung gegeben aus den lächerlichsten Gründen: z. B. weil die Frau während des Schlafes schnarcht ober spricht oder mit den Zähnen knirscht. Selbst Unter den wenig Bemittelten gibt es Männer genug, welche alle Monate regelmäßig eine Frau nehmen und so in wenig Jahren eine Unzahl Frauen geheiratet haben.
! Die Folge dieser Verhältnisse ist, daß unter Ken Frauen die größte Eifersucht gegeneinander herrscht; die Harems werden Schulen des Lasters. Sehr oft wird die Lieblingsfrau vergiftet und eine Mutter stellt den Kindern der andern nach. \ Und erst das Los der Kinder bei diesem Durcheinander von Heiraten, Konkubinaten und Ehe- Scheidungen l Keine liebende Hand schützt die Kleinen vor den Nachstellungen der Stiefmütter. Die Eltern sind durch diese Religion her UnRtt- lichkeit, die Kinder dem Untergänge geweiht. All das Große und Edle und den Fortschritt der Menschheit bedingende, waS mit einem reinen Familienleben verbunden ist, fehlt hier. Darum die rasche Entvölkerung muselmännischer, von der Natur sonst hochbegünstigter Länder, während die christliche Sitte der Einehe die Menschen einsichtsvoller, glücklicher, das Leben edler und leichter macht und selbst die Völker in rauhen Gegenden der Stärke und dem Glücke entgegenführte.
Hoffen wir, daß, die Wiedereinführung bei Sherla-Gesetzes auch in der Türkei nicht von all- zulanger Dauer sei._________
y. Magenfragen und anderes.
Die Fastenzeit ist vorbei, ihr Ende wurde von vielen herbeigesehnt; mit einem Hochgenuß fabelten sie am Ostertag an dem saftigen Schinken und anderen nicht zu verachtenden fleischlichen Dingen herum. Na, wir hoffen, daß sich keiner dabei den Magen verstaucht hat.
Der Magen ist ein hochwichtiger Herr. Er ist ein Herr, denn er läßt die Glieder des Menschen für sich arbeiten und verzehrt die Früchte ihrer Arbeit. Eine alte Anekdote erzählt, daß den Gliedern dieser Dienst ernst nicht mchr paßte und sie ihre Tätigkeit für den „faulen Herrn" ein- stellten; streikten, wurden wir heute,sagen. Aber der Streik hatte die bösesten Folgen für sie selber. Die Glieder verloren Saft und Kraft und welkreu sichtlich dahm. weil der Magen nicht
und Strafgesetz. Selbswerständlich hatten die Jungtürken, als sie vor einigen Monaten die Sherla abschafften, nicht im Sinn, den altgläubigen Muselmanen die Freiheit ihrer Gebets- und Wallfahrtsübungen zu unterbinden. Darin bleiben diese nach wie vor selbstherrlich. Im ersten Augenblick, mochte deshalb mancher swtzig werben über die tolle Ausgelassenheit wegen der Wiedererstehung des Sherla-Gesetzes, zu welcher man feinen ausreichenden Grund sah.
Der Kern der Sache liegt tiefer: Die Reform Her Jungtürken wollte die Vielweiberei äbschaffen und die Frau in etwa emanizipieren aus der schwächlichen Sklavenstellung, in welcher sie sei Mohammeds Zeit bei den Mohammedanern schmachtet. Das Wiederaufleben der Sherla ist also in Wirklichkeit ein Rückfall in die alte Un- kultur ,die Freude darüber das untrügliche Zeischen des gewaltigen Tiefstandes, welchen die mohammedanische Welt in den wichtigsten LebenS- ,-fragen heute noch behauptet.
| „Alle Menschen find Kinder Adams und sic gleich", heißt es im Koran, „alle Musemanen find Brüder, alle haben ein gleiches Recht zu allem": aber nur die Männer, die Frauen nie, bennjie sind Wesen niederer Art. Me Frauen find 6om Paradies der Männer ausgeschlossen, sie find eigentlich nur da zum Dienste deS Mannes und 6ur Fortpflanzung des Geschlechtes. Die Eingehung der Ehe ist keine religiöse Handlung, eS sinder in ihr kein religiöses Zusammenleben statt. Die Mädchen genießen keine höhere Erziehung im Islam; dieser bekennt stillschweigend die Ohu macht seiner Religion, die von vornherein auf die Leitung des weiblichen Herzens verzichtet. In
Die Entwertung des Geldes durch den Umlauf.
Eine Plauderei von H. P. Hartmann, London.
(Nachdruck verboten.^
Wenn die Bank of England am Morgen eine nagelneue Fünfpfundnote ausgibt und durch den Zwischenvsrkehr diese Note am Nachmittag bei der Bank wieder eingezahlt wird, dann fällt diese Banknote der Vernichtung anheim. Die Bank leistet Zahlungen prinzipiell nur in neuen Noten; alle bereits benutzten Noten verscHoinden, wenn sie in die Hä^)e der Bank gelangen, vom UmlaufSmartt. Dadurch ist die Lebensdauer einer englischen Banknote oft nur kurz. Die Banken in Deutschland lassen den Geldscheinen in der Regel eine längere Lebensreise machen. Sie ziehen nur solch Noten ein, die sich auf der Rundreise durch die Hände der Menschen so erheblich verletzt haben, daß sie fich ohne Gefahr nicht mehr bewegen können. Und mancher Fünfmarkschein ber- schwindet erst, nachdem verschiedene Heftpflaster befugen, daß man ihn nicht immer seinem Wert entsprechend achtungsvoll behandelt hat.
Einen Tausendmarkschein wird man allerdings wohl kaum in einem beschädigten Zustande herum- laufen lasten . Ich wenigstens habe noch keinen olchen gesehen. (Uebrigens auch noch keinen un- beschädigten.) Offiziell wird er jedenfalls schon eingezogen, wenn ganz kleine Mängel sein Aeuße- res verunzieren. Einer eingezogenen Banknote harrt kein erhebendes Schicksal. Sie, die so ost >ie Menschen erfreute, wird kurzerhand dem Scheiterhaufen überantwortet.
Auch das Metallgeld hat nur eine beschrankte Imlausszeit. An irgend einem Tage wird es einmal gewogen und zu leicht befunden und ver- chwinder dann im Platintiegel, um eingeschmol- zen zu werden.
Man sollte übrigen» nicht glauben, tote eigen- nützig die Menschen sind. Nicht nur, daß sie an sich Nutzen vom Geldstück haben, nehmen fie diesem obendrein beim jedesmaligen Weitergeben auch noch etwas von feinem eigenen Wert. So kommt I geschaffen, traurig ist es nur, daß diese Errungenes, daß eine Doppelsinn«, wenn sie zwaitzig Jahre schäft gesunden Empfindens dem kleinen Manne durch die Hände der Menschen rollt, nur noch 19 so wenig zu statten kommt. Die Möbelgeschäfte Mark 84 Pfennig Wert hat; unmer vorausgesetzt, " ....... ' "
»ß sie tatsächlich im Umlauf war und nicht etwa :m Sparstrumpf eine» Großmütterchnes ein beschauliches Dasein führte. Ein Zehnmarkstück büßt