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36. Jahrgang.

Fulda, Mittwoch den 21. April 1909

M 89

ö Die Wallfahrt zum Fürsten Bittow

Abg. Stolle lSoz.): Die Landwirtschaft bedarf keines Schutzes mehr. (Lachen rech!s.) Sie ist wohl­habend und blühend geworden. Das gibt selbst Gras Schwerin-Löwitz zu.

Morgen: Weiterberatung, außerdem: Dritte Be­ratung des polnischen Antrags über die Freiheit des Grundeigentums und der Antrag der wirtschaft­lichen Vereinigung über die Reform des Patentrechts

Der Reichskanzler empfing gestern abend 6 Uhr im Kongreßsaale des Reichskanzlerpalais Sie Abordnungen aus Bayern, . Sachsen, Baden, Württemberg, Thüringen, sowie des Bundes Der Industriellen. Dem „historischen Ereignis" durf­ten beiwohnen die Staatssekretäre Staatsmini- ster v. Bethmann-Hollweg, Sydow, sowie dre Be­vollmächtigten zum Bundesrat der durch Deputa­tionen vertretenen Staaten.

Der Vertreter Bayerns, Unterstaatssekretar von Mayr, hielt die erste Ansprache. Ihm folgte

Die Blockparteien haben die von manchem er. wartete Strafpredigt nicht bekommen. Es wäre auch nicht taktisch richtig und zudem überfiüsstg gewesen, in diesem Augenblick noch besonders nach­drücklich die übliche .dringende Mahnung", end­lich das nationale Werk zum glorreichen Ende zu

krscheiut tSglich mit Ausnahme der So.m« undZeiertage.vierteb MrllcherVerugrpreir ohne vringerloh« und Bestellgeld in Znlda so­wie auswärts 1.50 Mt.

verant». Hebatteur:

Seine Fehler waren bereits vollständig ver­gessen; sie erinnerte sich nur, wie sehr sie ihn geliebt hatte.

„Er kann nicht tot sein!" schrie sie dazwischen. „Er war niein Einziges, der Himmel hätte ihn nicht ohne ein Wort von mir sterben lasse«."

„Mutter", sagte Werner traurig, „vergißt.Du mich nun ganz und gar; er war nicht Dein eilt- ziger Sohn; sieh, ich bin doch hier, ich liebe Dich auch. Du vergißt mich." ,

Sie starrte ihn an, mit dem wirren Mick eines Menschen, der wohl hört, aber nicht ver­steht.

„Er ist tot — erschossen!" .

Dann sprang sie plötzlich empor, und stand hochaufgerichtet vor ihm. -

„Du sagst, er ist gleich vor der Tur des Hau. ses erschossen worden, wo sie lebt, wo Marran West lebt? Bring' mich dahin, zu ihr, Werner; frag' nicht, warum! Bring' mich zu ihr. Er hat das Geheimnis entdeckt, und sie hat ihn um i Leben gebracht."

Werner glaubte, der große Kummer habe ihre Vernunft angegriffen.

„Miß West ihn um*3 Leben gebracht? Aber, Mutter, sie ist so sanft, so mildherzig, sie würde nicht mal einen Wurm mit Absicht zertreten, glaube ich." t ,

„Das ist ja sicher, daß Du Dich zu ihnen hälft", schrie sie wieder und wandte sich von ihm ab, „es ist ja auch natürlich. Ich weiß jetzt, was ihn nach Kenninghall gebracht hat, und ich sage Dir, sie hat seinen Tod veranlaßt. Bring mich dahin, Werner, bring mich zu ihr, laß mich ihr Auge in Auge gegeniibertrüen!"

Die ganze Sache war so außergewöhnlich, daß Werner doch schließlich em Geheimnis zu arg­wöhnen begann.

Aber was, und worauf bezog es sich? !^>nnte ein Geheimnis zwischen seinem Bruder >?ack und Miß West bestanden haben? Er wußte nichr, was ,er davon denken sollte.

steht nahe bevor. Am 27. d. M. wird das Plenum des Herrenhauses in die Beratung der Vorlagen eintreten. Wie lange es bis zu ihrer endgültigen. Verabschiedung dann noch dauern wird, wird da­von abhängen, welche Aenderungen das Plenum des Herrenhauses an der vom Abgeordnetenhaus^ verabschiedeten Fassung vornehmen wird.

Es ist bekannt, daß die Kommissionen des Her­renhauses ei ngreifende A end er un gen vorgenommen haben. Allem die B e s o l d u ii g s- o r d n u n g ist fast unverändert geblieben, ^m 8 7 des Mantelgesetzes ist der wichtige Passus gestrichen worden, daß die Erhebung der Steuer-, Zuschläge nur solange in Gültigkeit bleiben soll, bis eine organische Neuordnung der direkten Staatssteuer in Preußen erfolgt sein wird und, daß eine entsprechende Gesetzesvorlage, von der i Staatsregierung innerhalb drei Jahren im Land- tag einzubringen ist. Die Erhöhung der W oh- ! n u n g s a e l d z u s ch ü s se soll vom 1 .April 1909 — nach dem Beschlüsse des Abgeordnetenhauses vom 1. April 1908 — ab rückwirkende Kraft er­halten. Am bedeutsamsten sind die Aenderungen in der Lehrerbe foldungsvorlage. Die Alterszulage der Lehrer soll auf 250 «M, erhöht werden in der fünften und sechsten Stufe, wah­rend das Abgeordnetenhaus diese Erhöhung für die dritte und vierte Stufe vorsah. Die Miets­entschädigung ist für die Lehrversonen nicht uner- heblich herabgesetzt worden. Die Amtszulage für I erste Lehrer an Schulen mit weniger als sechs Klassen und alleinstehende Lehrer im Betrage von 100 <M ist gestrichen worden. Auf eine wesentlich

I veränderte Grundlage ist die Beitrags pflicht des Staates an die Schulverbände ge­stellt worden. Die Kommission des Herrenhauses hat sich dahin ausgesprochen, daß der Staatsbei-

I trag bis zur Höchstzahl von 25 Schulstellen für I iede politische Gemeinde gewährt werden soll; sind I für die Einwohner einer politischen Gemeinde 1 mehr als 25 Schulstellen vorhanden, so soll "der

84] Aus dem Englischen von K. v. Raesfeld.

„Kewiinghall?" wiederholte sie erstaunt. „Ich weiß nicht einmal, wo der Ort liegt, -cd) dachte. Du wärest auf Downham." . , ... .

.Das bin ich auch, und Kenninghall sst eme Besitzung ganz in der Nähe, der Sitz der Waynes."

Kate schüttelte den Kopf.

„Ich höre beide Namen zum erstenmal. Wer-

ist gestern nach Kenning^ll gekommen Und dort von einem Unglücksfall betroffen wo den." ,r

Sie fuhr blaß und zitternd vom Stuhle em- ^'„Ein Unglücksfall? O, mein Sohn! — mein Äunge! Ich muß gleich hin."

„Ich wollte Dich schon holen", fuhr er fort; „Lord Wayne wünschte, daß Du sofort kommen solltest." . „

„Ist et krank? Ist er in Gefahr?" schrie sie auf. „O, mein Sohn, mein einziger Sohn!

„Aber Mutter?", rief auch er jetzt, „soweit mußt Du mich nicht vergessen; er ist doch Dem einziger Sohn nicht — ich bin hier, Dich zu lie­ben und für Dich 'zu sorgen."

Doch sie starrte ihn nur mit mißen Blicken tot und stöhnte nach ihrem einzigen Sohne.

Werner war unaussprechlich bekümmm't; er sah, daß sie vor Kummer und Schreck beinahe von Verstand geriet.

„Mutter", begann 'er wieder, „ich mochte, Du , halfest mir herausbekommen, was den armen Jac Nach Kenninghall geführt hat; es hängt so Vie „davon ab."

„Ich kann es nicht", erwiderte Kate mit ge­drungenen Händen, „ich weiß es nicht, o, mein

mein Snfinl" —•-*

dustriellen.

Es war eine endlose Litanei von mehr oder minder oft gehörten Gedanken über die Finanz- not des Reiches. Fürst Bülow ließ sie geduldig über sich ergehen. Dann erhob er sich und ließ die von den Offiziösen verheißungsvoll angekün- digte „bedeutungsvolle Ansprache" los. Er führte etwa folgendes aus:

Mit Recht drängen Sie ans ein- r a s ch e u n d g r ü n d- licheErledigung der Reichsfinanzreform. Es ist der einmütige Wille der verbündeten Regierungen, die q,rUna dieser Frage noch in dieser Session des Parwments herbeizuführen. Der Reichstag wird nicht ^lseinandergehen, bevor er endgültig zur Fmanzrefor... Stellung genommen hat. ________________________

«a,l Schütter ,

ÄÄ«. w°ch°nM°re: „Illustrierte SomttagsMng"

„Liebste Mutter", sagte Werner sanft, „ich verstehe Dich nicht. Die Waynes sind sehr freund­lich sehr liebenswürdig gegen mich Und gegen Jack getoefen. Warum sprichst Du nur so merk­würdig von ihnen?"

„Du hast sie Tag für Tag gesehen, mit rhr gesprochen, geplaudert, ihr zugehört, und weißt es noch nicht?" schrie sie wild.

„Was wissen .Mutter? Du sprichst in Rat- fein."

„Wie sollte er's wissen, er hat Rechtch mur­melte sie, mehr für sich, als für ihn; „wie sollte er's auch wissen; es ist ein Geheimnis, ein be­schworenes Geheimnis."

Werner stand vollständig verblüfft da und wußte nicht, was er sagen sollte. Es schien ihm, daß nur Zeit vergeudet wurde, deshalb begann er wieder:

„Also Jack--—"

„Ja, sag nur , unterbrach sie ihn wuö, „was iffs mit meinem Jungen?"

„Er ist also nach Kenninghall gekommen, und zwar, wie angenommen wird, gestern abend, und dort ist auf ihn geschossen worden!"

„Allmächtiger Himmel!" schrie die arme Mutter und preßte beide Hände auf's Herz. „Ge­schossen! — o, Werner! — doch nicht totgeschossen — er ist doch nicht tot, mein hübscher, lieber, mein einziger Jack!" .

Sie warf sich tote wahnsinnig vor ihm aus die Knie und ergriff seine beiden Hände.

Die Tränen stürzten Werner aus den Augen; er sagte mit gebrochener Stimme:

„Sei stark, liebe Mutter, Du mußt es ertra­gen' er weilt nicht mehr unter den Lebenden — der Schuß hat ihn sofort getötet."

Keine barmherzige Ohnmacht, keine Bewußt­losigkeit kam über sie, tote über so manche in ähnlichen Fällen.

„Mein einziger Sohn! Mein hübscher Junge! Mein liebster, bester Jack!" klagte sie mit irrem Blick und gebrochener Stimme.

(natl.): Auch in S-chse« steht eine

neue Kommunalsteuerordnung bevor. Bts dahin sollte

man das Oktroi bestehen lasten.

wt SU IS «KTäKW »um«. I,

Gründ/ wir jetzt für ein weiteres Hmausschieben vor- pann Graf Linden für Württemberg, Geheimrat gebrächt werden. Wir hosten, daß ßte große Mehrheit engIer für Baden, Professor Anschutz für Ichu- des Reichstages an ihrem alten Grundsatz der Besetti-1 rinflen, Geheimrat Wirth für den Bund der ^n- auna des Ok-rois sesthalten wird. . , - ■ -

Abg. Werner (Resp.N, Sämtliche Städte memes Wahlkreises sind für dre Hinausschiebung des Termins.

Vizepräsident Paasche: Es ist em von 51 Abge­ordneten unterschriebener Antrag emgelaufen, über die Petüion und den Antrag Wölzl namentlich abzu stimmen. Die Abstimmung wird morgen erfolg-n

Kops der Bevölk«ung b^her ist UÜ tn s^eußem In Preußen betrug ste tm Jahre 1007 9,02 wlark, M Bayern aber 13,56 Mark. Man sollte also cmf die bayerischen Verhältnifle etn wemg Rücksicht nehme«.

' 77 77T7 C^XX 1 Geheimer Oberfinanzrat Strich: Wenn die Der-1

brauchsabgaben allgemein eingefuhrt waren, so wurde r I ihre Aufhebung zu erneut allgemeinen Anziehen der I

I kommunalen Steuerschraube führen. Unsere preußischen I

_ . , Gemeinden stehen vor der Notwendigkeit, ohnehin die

Deutscher Rerchstan. I Steuern wesentlich erhöhen zu müssen infolge derAuf-

' * 1Qnq ! besserung der Beamtenbesoldungen nnd Lehrergehalter. I

Sitzung vom 20. Aprtl 1909. I $ ^mmt, daß in den nächsten Jahren etn starkes An-1

M d-. ÄÄSfftXftS

zu-«W «u.»« ST&>“

Material überwiesen Eingaben betr Ausschltw °er MMge v^(ntommen DDn met)I at§ °12oo M. zurück- Oestentlichkeit bei Skanvalprozessen, Ewrich-1 gehen Es würde wenig angenehm empfunden werden,

Lg ÄJSXÄ ti eSSnfl weätn in demselben Augenblicke auch höhere Kommunal- iw: «.«dl- w«

autücktsbeamten auS dem Gewerbegehilfenstande, die I träges Wölzl würde eine Ungerechtigkeit gegen die Ge- des Koalitionsrechts der Privatangestellten I meinden bedeuten, tue das Oktroi bereits aufgehoben des Ver- haben. Die Besitzenden haben nur Angst, daß sie, wenn bä^d-8 Baverischer Metallindustrieller u. a. Zur Br- der Oktroi beseitigt wird, zu den Steuern herangezvgen r üäkii ckääär un a äiderwies^är werben eine Eingabe des werden. Wenn Ser Reichstag noch einen Funken Ge- j Verbandes deutscher Lohnfuhrunternehmer auf Aus-! rechtigkeitsgefühl hat, so muß er bs als ferne verdammte dehnung^der Hafwflicht der Eisenbahnen, einschl. der I Pflicht und Schuldigkert ansehen, dre Doppelbesteuerung

äwHsrä ä: sä &ÜÄ

misswn^eantragte Uebergang zur Tagesordnung, bezw. Freiheit und dieSelbständtgkert der einzelnert Gemeinden, dü Nähtische!tVktSiS.enb 0<!0en in Badän^es M ha§n,V^?sich^°chÄS

sÄ, vi, ^treffen Steuern teilweise über 100 Pro-1 wir nicht Eingriffe in die Selbstverwaltung .erleben, »ent erhöben müßte. Nach der Beseitigung des Oktrois I Der Reichstag muß sich konsequent bleiben, wenn er werde eine Verbilligung der Lebensmittel nicht ein- nicht in den Verdacht kommen will, daß er dem armen toten Er beantragt schließlich, das Inkrafttreten des Mann die Lebensmittel verteuern will. . .

«13 bis zum 31. Dezember 1914 hinauszuschieben. > Abg. Stolle lSoz.): Dre Landw

Abg. Pfeiffer (Ztr.): Auch ich bin -in prinzipieller

Gegner des Oktrois; aber auS Opportunitätsgründen stimme ich dem Anträge Wölzl zu. Freilich muß be- tont werden, daß in Bayern nicht die horrenden Ok- tooisätze erhoben werden, die in Preußen bezahlt werden. ! Abg. Dr. Wagner (kons.s und Abg. Man, (jrs. Vp.) empfehlen bett Antrag Wölzl.

s PVbg. Baffermann (natl) bittet, über die Petition auf Verlängerung des OktroiS zur Tagesordrmng über­zugehen. Der städtische Oktroi ist bis »um Jahre 1910 gewährt worden. Daran sollten wir auch sesthalten. Wir sollten am Zolltarif keine Aenderungen vornehmen.

Bayer. Ministerialrat Strotzenrenther: Im Interesse der zahlreichen bedrängten Gemeinden ist der ruttrag Wölzl zu empfehlen. Man sollte das Ottroi, dessen Beseitigung neue Steuern erfordert, bestehen lassen.

Sächs. Geheimrat Fischer bittet im Interesse der schwer belasteten Gemeinden dem Antrag Wölzl bei»

i Wie soll sich die Resorm im einzelnen gestalten? I führen, an die Blockparteien zu richten, dm» das Nachdem sich leider ergeben hat, daß für die Besteue- Block-Steuerprogramm darf als tn den If m@aS, Elektrizität und Grundzügen sestgestellt^angesehen merden.

keine Mehrheit zu erlangen rst, werden dre verbündeten Daß die Erbansallsteu:r eme Blockmehrhett finden Regierungen diese Vorlagen fallen lass en. Ich but nicht ntehr fraglich. Bestände der Block

zwar heute noch nicht in der Lage, über Ersatzvor- allerdings das Schtcksal dteser Steuer

! la gen bestimmt«; »JXie rnÄleÄ gewesen. Sach lich ist die weit

I aber babtn ßeroi , ß Stellung schlüssig I überwiegende Mehrheit des Reichtags durchaus

maTen ^e“?to bei leüenUM U tteaen eine Erweiterung der, Erbschaftssteuer ^auvtttücken des großen Wertes halten die Regierungen Wenn trotzdem die Blockmehrhett dafür stimmen

I kft 2Ba§ den Ausbau der Erbschaftsabgaben I ^d, geschieht es bekanntlich ledtgltch aus betrifft, so gebe ich die Hoffnung nicht auf, daß > blockegoistischen Gründen, um das Zentrum

! auch die Landwirtschaft erkennen wird, daß sie sich mtl Hintergründe zu hatten. Auch über dte dem Ausbau der Erbschaftssteuer abftnden kann üfc . * Steuerprojekte ist eine Verständigung Auf der N-chlaßsteuer «erde,. di^e ve^rbun. I ^n Blockparteien auf dem Wege. In

Een Regterungen nicht^^ftyebereinrummung Sachen der Branntweinbesteuerung wurde nach M^öbe^des ^us der Nachiabsteuer veranschlagten Meldung einer Korrespondenz em Vermtttlungv. Bewaaes an den neuen Steuern bete.ligt sein Vorschlag ausgearbeitet, der die Verstaatlichung muß fo müssen wir an der Ausdehnung der I hxr Spirituszentrale, etwa nach dem Bor- Abaaben auf die nächsten Verwandten in Form I bilt,e der Reichsbank, plant. Ob aber so oder aus I einer Erbanfallsteuer sesthalten. Auch I ejnem anderen Stiege, eine Einigung wird schon der Landwirtschaft nahestehende Slulontaten gebenju, ^ande kommen. Fürst Bülow wird Mit Genug« daß die vorgeschlagenen Satze ertragen werden könne . » I daß seine außerordentlichen Anstren-

Daß das Bier uns lW Mü,.°nen mehr brmli-n-ntch lumtg ! Y , ^-^Ekommen der Blockfinanz« mL >» Nm »ich, g-°-l-» sind.

mnhibabe'nben Raucher mehr zu belasten als den UN- Einige Hetterkett wird der Gedanke des Reichs« bemittelten, um der Staatskasse einen Ertrag von 75-80 I kanzlers Hervorrufen, daß die Retchsfinanzreform Millionen mit Sicherheit zuzusühren. Bezüglich der I Q[§ nationale Aufgabe „populär" geworden sei. reinlichen Scheidung zwischen Reichs- und bundes- eine Finanzresorm notwendig ist, wird ja aU-; staatlichen Finanzen stimme^tch mit Ihnen durchaus anerkannt, aber den Mann, der em ver«

überein. Die verbündeten Regierungen werden dte 9 Gesicht zu der Aussicht macht, daß »Hw

Ich erwarte also von der Finanzresorm das ' j

; NS'SWL'WL-.Ä + sie•*«$*»■*• »i°»«»W

■ Beamten»e,-t»m.«sres-rm

> kartensteuer in verbesserter Form bestehen bleibt, 350—360 Millionen vom Konsum und 90—100 MM. vom Besitz. Bei den Kon!umsteuern sollen Brannt­wein, Bier und Tabak rund 2 80 Million en I bringen, weitere 7 0-80 Millionen durch dte sog Ersatzsteuern, über dte sich der Bundesrat dieser Tage schlüssig machen wird. Dte Nachlaßsteuer wird in eine Erbanfallsteuer verwandelt werde«. Durchzusührett ist das Werk noch in dies er Tagung.

Meine Herren! Daß heute die Reichsflnanzreform als nationale Aufgabe nicht nur allgemein anerkannt, sondern daß sie populär geworden ist, well man er« kennt, daß in ihr eine Stärkung des Staates nach innen und außen und damit auch etne Förderung Unserer wirtschastltch-n Kraft liegt, ein Aufstreben nach ] höheren Zielen, dafür sind Sie lebendige Zeugen. Jeder Tag der Verzögerung bedeutet eine Vermehrung unserer Scbulden, einen Verlust an Einnahmen, etne Erhöhung der Schwierigkeiten, eine Einbuße an Depu­tation. Die Arbeit wird den M:tgliedern des Reichs­tages erleichtert werden, wenn ihnen aus den ver­schiedensten Kreisen der Bevölkerung die Versicherung entgegenklingt, daß sie bei ihrer Pflichterfüllung auf die Bereitwilligkeit der Oeffenttichkeit rechnen können. Indem Sie, meine Herren, dies hier und in dieser Stunde mit Würde und Bestimmtheit zum Aus­druck brachten, haben Sie sich für das große Werk und um das große Vaterland ein Verdienst erworben und sind seines Dankes sicher!

Das also ist die „bedeutsame Ansprache". Vor­läufig will es uns nicht recht gelingen, das „Be- deutsame" herauszufinden; wir meinen, es seien dieselben Töne, die wir in den letzten Monaten schon so ost gehört haben. Auch neue Aufklärungen über das Regierungsprogramm bietet die Rede nicht. Aus zahlreichen offiziösen Auslassungen weiß man ja längst, was die Regierung will, wenigstens soweit sie bisher selbst darüber im Klaren ist.

Als er nach London kam und mich besuchte", fuhr Werner fort, „war er auch zwei- ober drei- mal bei den Waynes zu Besuch Sie waren sehr reundlich gegen ihn; aber dennoch scheinen sie nicht zu wissen, was ihn eigentlich dahin — nach Kenninghall geführt hat."

„Ich habe ihn von einigen großen, vornehmen Leuten sprechen hören, die in -London sehr nett gegen ihn gewesen wären", sagte Kate, „aber die Namen davon habe ich nie gehört."

„Lord und Lady Wayne find mit den Rom- seys sehr befreundet, und luden ihn deshalb zu sich ein, auch Miß West war sehr fteundlich gegen ihn."

Dann sah er erstaunt empor, denn sie stand da, rang schreckensfahl die Hände und wieder- holte beit Namen, in einem Tone, den er nie wieder vergaß. , , t a

„Miß West! O, Werner,, sag' daS nicht — sag' mir nicht, daß die da ist!"

„Nun, natürlich ist die da", erwiderte er aufs Höchste erstaunt. „Sie wohnt auf Kenninghall mit ihrer Schwester."

„Ihrer Schw^ter?" wiederholte Kate kaum hörbar. „O Werner, sag, ist sie — ist diese Schwester schön von Gesicht, mit Augen wie Veil­chen, und goü>tg6tcuinen Haaren?"

„Jatmchl, das ist Lady Wayne", bestätigte Werner verblüfft.

„Dann haben sie meinen Jack umgebracht!" schrie sie wild auf. „Mein Junge! Mein ein­ziger Sohn! Sie haben ihn umgebracht l"

Einige Minuten lang stand sie wie vor Schre- cken gelähmt; dann wandte sie sich zu ihm, legte ihm beide Hände auf die Schultern und sah ihm wild ins Auge.

„Und Du hast sie gesehen —-Du kennst diese Lady Wayne?" fragte sie.

„G«vitz; ich sehe sie fast reden Tag', er­widerte er.

Kate Jefferies sah ihn starr an.

O, Du allmächtiger Gott", sagte sie leise, wie wunderbar lind Deine Weael"

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