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Fulda, Donnerstag den 1. April 1909.

36. Jahrgang

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für den KreiS Fulba-Land stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alter»-, Invaliden» «nd Kranke«» Rente« in der Zeit vom 1. Januar 1891 bi» End« Dezember 1908 wie folgt:

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Nach Abgang durch Tod :c. bleibe« noch zu zahl«

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Anzeigen: Vie ei«, spaltigepetitzeileoder deren Kaum 15 pfg. Serlamendiepetitzeile 25 Pfg., btt wieder' Holungen wirb entspr,

Babati gewährt. >

AotationrdruSnnd Verlag der Lnldaer Ak- tiendrnckerei in Zulda

Sernsprecher Ur. 9.

Rach Abgang durch Tod re. bleib« «och gu zahlen

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Gesamt- JahrrSbetrag der bewilligten Renten

Altersrenten . . . .

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Zusammen:

Monakbellage: „Sulbaer Geschichtsblätter"

chem das ruhmreiche Gefecht der Nassaus» schon und holsteinischen Artillerie mit den däni­schen Kriegsschiffen stattfand, durch einen Festakt am Denkmal, Festessen und Kommers zu begehen. Sämtliche Teilnehmer an dem Gefecht bei Eckern­förde werden dabei Gäste der Stadt sein.

* Erfurt, 29. März 1909. Unter reger Be­teiligung von Interessenten aus allen Teilen deS Reiches wurde gestern hier ein Reichsverband der Detailgeschäfte der Putzbranche mit dem Sktz in Erfurt gegründet. I

* Htrrkubreitllngtn (Kr. Schmalkald.), 30. März 1909. Die ca. 30 Meter lange Werra-Brücke zwischen Hencen- und Frauenbreitungen ist bekanntlich teil­weise zusamniengestürzt. Die schwer geschädigte Brücke hat ungefähr 6000) Mark gekostet und wurde erst im Spätherbst 1907 dem Verkehr übergeben. Die Reparatur dürfte einige Monate in Anspruch nehmen und über 26000 Mark kosten.

• Würzburg, 29. März 1909. Ein Raben» bater stand heute vor dem Landgerichte in der Person des Schreiners Michael Eichhorn von hier. Dec Angeklagte mißhandelte fortgesetzt in der rohesten Weise seinen 4jährigen Sohn. Bretter- Hart waren nach ärztlicher Feststellung gewisse Körperteile verschlagen und blutunterlaufene Striemen vorhanden. Das Kind wurde in da» Juliusspital verbracht. Einmal verprügelte et den Kleinen mit einer Latte und gab ihm auch wenig, einmal sogar Kartoffelschalen zu essen. Wenn die Mutter einschritt, gab es „Krach". DaS Urteil lautete nur auf 3 Monate Gefängnis.

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Entschlossenheit auch die gebührende Vorsicht im Verkehr mit den anderen Mächten vereint haben.

Es ist eine Erquickung, wenn man einmal eine volle Eintracht unter den Deutschen feststellen kann, ohne daß die Harmonie durch Blockkünste oder sonstige persönliche oder Partcitreibereien gestört wird. Wenn nur die innere Politik

den schinen und erfolgreichen neueren auswärtigen Politik Aber nach außen hui und im

dungsvorlagen, deren Fertigstellung eine Sitzung vor Ostern nicht erlaube. — Die verstärkte Fi­nanzkommission des Herrenhauses hat ihre Be­ratungen cn; Montag beendet. Die Kommiss.on hat zwei Lesungen abgehalten und hat nach lan­gen Debatten sowohl in der Besoldung» orb» nung als im Wohnungsgeldgesetz trotz des Widerspruchs der Negierung Abänderun­gen vorgenommen. Ebenso hat das Lehrer­besoldungsgesetz in Jber Kommission des Herrenhauses erhebliche Abänderungen erfahren. Tie Vorlageuw erden also nochmals an das Ab­geordnetenhaus zurück muffen, so daß es also Mai werden wirb, bis eine endgültige Verständigung erfolgen kann.

(*) Daß man ein guter Israelit und dabei ein treue' Zentrumsmann sein kann, hat wie dec „Köln. Vztg." geschrieben wird, der in Lippstadt im Alter von 50 Jahren verstör- bei-e Mühlenbesitzer Herr Emil Schüler be­wiesen. Stets hat er sich offen und entschieden als Anhänger der Zentrumspartei bekannt und ist für diese unentwegt eingetreten, keine Arbeit im Interesse der Partei war ihm zu klein, keine zu schwer. Bei seiner Beerdigung war daher die Zentrumsleitung auch offiziell vertreten und hatte als Zeichen der Dankbarkeit ein herrliches Palmenarrangement auf den Sarg des trefflichen Mannes niedergelegt. — In den hessischen Zentrumswahlkreisen zählt das Zen­trum eine nicht geringe Zahl treuer Anhänger.

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Ans dem Echo, das die Bülowrede in der Anslandspresse gefunden hat, klingt hie und da etwas Neid über die neu gefestigte Stel­lung Deutschlands im Konzert der Mächte. Ein Teil der Londoner Blätter sieht in Bülows Be­merkungen über das Zusammengehen Deutsch­lands und Oesterreichs die unzweideutige Ankün- digutig einer deutschen „Vorherrschaft in Eu­ropa". Daraus erwachse für die anderen, die „außerhalb dieses Zauberkreises stehen", die Ver­pflichtung, ihre Reihen zu schließen. Die Auf­richtigkeit der freundschaftlichen Versicherungen Bülows, so sagt ein anderes Londoner Blatt, wird so lange bezweifelt werden müffen, als es Deutschlands offenkundiaes Bestreben ist, eine der englischen ebenbürtige Flotte ins Leben zu rufen.

Das französische Regierungsorgan, der „Temps", ist erfreut über die Anerkennung der betreffenden politischen Interessen Frankreichs in Marokko und die Bekräftigung, daß Deutsch­land, befriedigt durch genaue wirtschaftliche Bürgschaften, diesen Interessen nicht entgegen­handeln werde. Das „Echo de Paris" dagegen erklärt, daß Deutschland allerdings stark genug sei, um die Politik zu befolgen, die ihm gefalle, und fährt fort: „Diese arrogante Verkündigung der deutschen Macht wundert uns nicht. In Bii- loms Rede fehlt eins: die Erklärung der bruta­len Politik Deutschlands gegen Rußland. Demi nur ihr verdankt die österreichisch-deutsche Koali­tion ihren Triumph. Bülows Worte werden in Rußland den schmerzlichsten Widerhall wecken. Die Moral der Ereignisse ist diese: wollen die Mächte der Tripelalliance dem germanischen Ehr­geiz den. Weg verrammen, so müssen sie uner- müdlich ihre Rüstungen fortsetzen. Die kleinste Schwäche und Zögerung würde ihnen verhäng­nisvoll werden."

Ein Petersburger Blatt, die „Nowoja Ruß" meint, Bülow ziehe einen diplomatischen Hand­schuh über eine gepanzerte Faust. Das Blatt spricht von der Notwendigkeit, das englisch-fran- zösisch-ruffische Einvernehmen bald in eine dau­ernde Freundschaft überzuführen, um das eure- päische Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die Wiener „Neue Freie Presse" schreibt: „Tie Politik Deutschlands hat dazu bei getragen, der Welt den Frieden zu erhalten, und Deutsch­land hat sich ohne Klausel und ohne Vorbehalt an die Seite Oesterreich-Ungarns gestellt. Tas wird in Oesterreich-Ungarn nicht vergessen ;Der­ben. Die Reichstagsdebatte hat gezeigt, daß die Haltung der deutschen Regierung den Gesinnun­gen der ungeheuren Mehrheit der deutschen Na­tion durchaus entspricht.

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Am dem Nachbargeblete.

* Frankfurt a. M., 31. März 1909. Mit dem 1. April wird die Kapelle des zoolo­gischen Gartens aufgelöst, wodurch viele alle Musiker brotlos werden. Dieser Tage ist einer von ihnen vor Aufregung darüber am Schlaganfall gestorben.

* Rotenburg, 31. März 1909. Vier Schul­jungen int Alter von etwa 10 Jahren richteten beim Zigarettenrauchen ein Schaden­feuer an. In der scharfen Märzluft wollten die Streichhölzer nicht brennen, und so suchten die Knaben in einer mit Stroh gefüllten Feldscheune ihre Zigaretten in Brand zu setzen. Ehe sichs die Unvorsichtigen versahen, stand die ganze Feld­scheune in Flammen und war innerhalb einer Stunde vollständig niedergebrannt.

* Gießen, 30. März 1909. Im unterirdischen Betriebe deS Braunsteinbergwerks löste sich auf einer Strecke, die noch drei Stunden vorher vom Ober­steiger und Reoiersteiger gemeinsam befahren und in Ordnung befunden war, daS Gestein und traf den mit den: Abbau von Erzen beschäftigten Karl Wilhelm Mappes von Frohnhausen im DilllreiS derart gegen die Schläfe, daß der Tod sofort eintrat.

* Mainz, 29. März 1909. Die Einge­meindungskommission hat beschlossen, in der Frage der Eingemeindung von Kostheim die Stadt Mainz zu ersuchen, vorerst von der Ein­gemeindung ahzusehen. Ein vollständige Ab­lehnung der Eingemeindung ist nicht erfolgt.

* Wiesbaden, 31. März 1909. Die Stadt Eckernförde beabsichtigt, die 6 0jährige Wie- d e r k e h r des 5. April 1849, des Tages, an wel-

Lrscheint täglich mit K

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Lari Schütter

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vermischtes.

* Zusammenstöße iu den Lüften, das ist daS Neueste. Wie die „Franks. Ztg." schreibt, unter­nahmen zwei österreichische Luftballons von Lin­aus ein? sehr amüsante und belehrende Parallel- Fahrt. Sie stiegen zu gleicher Zeit etwa fünfzig Meter von einander auf. Im Korb der „Wien 2" saßen die Erzherzoge Joseph Ferdinand und Heinrich Ferdinand, sowie ein Generalstabsmasor, int Korbe der „Salzburg" ein Offizier, ein Pri­vatmann und der Abgeordnete Graf Sternburg. Kaum 40 Meter hoch karambolierten die Ballons zum erfreu Male, und das wiederholte sich auf der genußreichen Fahrt öfter, ohne je Gefahr zu brin- gen, da der Zusammenswß dec elastischen Ballon­hüllen nicht gar zu arg war. Die Ballons be» hielten auf der Fahrt die gleiche Richtung und hielten sich auch in gleiche^ Höhe nicht zu weit von einander entfernt, fodaß man sich mündlich ver- ständigen konnte. Die Landung erfolgte nach bei­nahe fünfstündiger Fahrt ohne alle Schwierig­keiten.

* Hungersnot herrscht im Süden der von den Japanern okkupierten Halbinsel Korea. Die -i-rnte war durch meilenweite Ueberschwemmun- gen gänzlich vernichtet, ebenso waren viele Ver- kebrswege total zerstört worden. Die Bewohner waren in die Berge geflüchtet, wo sie wochenlang verweilen mußten, und, nur mit Boaten die Ver­bindungswege mit ihren Dörfern aufrecht erhal- ten konnten. Als Beamten die vom SB aff er ein» geschlossenen Dörfer besuchten, fanden sie viele Bewohner so ermattet vor, daß dieselben sich über» Haupt nicht mehr rühren konnten. Sie hatten kaum genießbare Nahrung gehabt.

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Deutsches Reich.

c. Die Besoldungsreform im Herrrnhausc. Der Präsident des Herrenhauses hat den Mit- gliedern Mitteilen lassen, daß die nächste Plenar- sitzmlg nicht vor dem 22. April stattfinden wird. Begründet wird diese Hinausschiebung mit der Notwendigkeit schriftlicher Berichterstattung über die Kommiffionsverhandlungen zu den Besol- Patenkindern jährlich 50 .< als Patengeschenke zu übersenden. Sechs Jahre lang bis zum Jahre 1902 kamen jeden Karsamstag 50 «X per Post­anweisung an. Die Kupons lege ich Ihnen bei. Ihre gute Frau Mutter ist nun aber im Jahre 1903 gestorben und hat, wie es scheint, ihre Pa- teukinder im Testamente zu bedenken vergessen. Wie soll ich mich nun zu dieser Sache Verhalten? Meine Zwillingskinder möchte ich für diese rück­ständigen Patengeschenke im Betrage von 350 Jt nicht benachteiligt wissen. Wie steht die Ange- legenheit zu § 1939 des B. G. B.? Hochach- tungsvollst." — Herr Privatier L. sandte den Brief mit einem Begleitschreiben, das folgenden Wortlaut trug, zurück: „brevi manu zurück; S so oder so, darüber zerbreche ich mir den Kopf nicht. Anbei folgen 350 für rückständige Patenge- schenke und 50 <X noch extra für entgangenen* Zins. Das Andenken an meine Mutter ist mir heiligk Hochachtung-vollst F. L." .

— So was kommt bei u«S nicht vor! Unter den neuen Beförderungen in der französischen Armee befindet sich auch diejenige des Obersten Arroinaux vom 9. französischen Artillerieregi- ment zum Brigadegeneral. Der neugebackene General trat mit 18 Jahren als Freiwilliger in die französische Armee ein und machte den Krieg von 1870-71 als Quartier meister mit. Nach bet für die Franzosen unglücklich verlaufenen Schlacht von Scdaa war es ihm gelungen, nach Belgien zu entfliehen. Bald kehrte er jedoch zurück und machte den Rest des Krieges in der Loire-Armee mit. Von Stufe zu Stufe stieg der intelligente Soldat bis zum Obersten und nun hat er es gar noch zum General gebracht. Bei uni trägt be­kanntlich „jeder Soldat den Marfchallstab im Tor- nistet", aber es ist bis jetzt leider noch keinem gelungen, ihn aus dem Tornister hetauszube- fonmten. Beim Feldwebel ist für den deutschen Soldaten der höckAe Grad der Machtvollkommen­heit erreicht. Im günstigsten Falle bringt es vielleicht dieser oder jener zum Feldtvebelleut- nant, höher aber gehts nicht mehr. .p.

— Aus Kilossa wird der Deutsch-Ostafrika- 'Nischen Zeitung geschrieben: In der Nähe von Kiloffa hält zurzeit ein Lö we die ganze schwarze Bevölkerung in Angst und Schrecken. Bis jetzt hat er schon 21 Menschen und meistens unmittel- iar aus den Dörfern herausgcholt. Tas eigen­tümliche an dem Fall ist, daß das Tier schon ein» mal in die Falle des Paters Lamberti gegangen war, jedoch dadurch wieder entkam, daß es sich die rechte Vorderpranke, die im Eisen stak, ab­fraß. Das Tier befindet sich feit der Zeit in einer steten Wut, die dadurch gesteigert wird, daß ei ihm nunmehr nicht mehr möglich ist, flüchtiges Wild zu schlagen. Bor kurzem wurde der Löwe, dessen Spur dadurch, daß er nur mit einem Vor­derbein schwerer als sonst austritt, leicht zu er­kennen ist, von Pater Lamberti und einigen Schwarzen verfolgt. Die Eingeborenen gingen her Spur nach, wurden aber plötzlich durch das drohende Brummen des Löwen in unmittelbarer Nähe in fürchterlichen Schrecken versetzt. Der Lowe ging indessen seitlich ab uni» erklomm die Löhe des BergeS, an dessen Fuße sich das erste Zusammentreffen abfpielte. Die Verfolget stie» aen ebenfalls bergan und hörten auf einmal wie­der das laute Brummen des Löwen. Man stutzte und machte sich bereit, fchon setzte aber der Löwe »um Sprunge an. In mächtigem Bogen sauste er über daS Gestrüpp, aber er sprang zu kurz. Dabei rutschte der Erdboden unter ihm fort und er hatte Mühe, sich nicht zu Lberfchlagen, entkam aber. 'Vorläufig bleibt den Schwarzen nichts anderes < übrig, als gehörig auf ihrer Hut zu fein.

t — DaS nachbezahlte Patengeschenk. Großmut -hat in Augsburg ein Privatmann bewiesen, bet nach der „Augsb. Abendztg." dieser Tage fol- laenben Brief erhielt: „Geehrter Herr L.I Ihre Frau Mutter sel. hat bei meinen Zwillingskin- bern im Jahre 1896 Taufpatenstelle übernommen. Wie versprach damals 13 Jahre hindurch ihren

S Unsere auswärtige Politik.

die am Montag im Reichstage zur Erörterung stand, ist in der Fülle des politischen Stoffes der letzten Tage weniger zur Beachtung gekommen. Es lohnt sich aber doch, auf diese Äuseinander- fetzungen kurz zurückzukommen.

Es traf sich recht günstig, daß die Debatte im Reichstage zusammenfiel mit der glücklichen Be­seitigung der Kriegsgefahr. Der große Erfolg, den Oesterreich errungen hat, gilt mit Recht auch als Verdienst und Erfolg der deutschen Politik. Fürst Bülow hatte es unter diesen Umständen leicht, bei seinen Ausführungen die sachliche Zu- stimmung aller Parteien zu sinden. Allgemein war das Gefühl, daß nach langen Jahren unbe­friedigender Verhältnisse jetzt endlich das deutsche Reich in der hohen Politik wieder das A n- {e h en und den Einfluß gewonnen habe, die einer Macht entsprechen.

Der erste Teil der Bülow-Rede über die wirt- sthaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und England hat vorläufig keine erhebliche Beden- hing. Der zweite Teil über das Marokkoab- fonttne n kommt etwas verspätet, wie Senf nach verzehrtem Braten. Mit dem Marokko-Abkommen hat die Welt sich schon abgefunden, und zwar um so leichter, als in den nachfolgenden Balkanwir­ren die friedliebende Haltung des versöhnten Frankreich angenehm bemerkt wurde. Die zu- rückschauende Kritik aus dem Reichstage be­schränkte sich auf die Frage, ob wir nicht schon früher, vielleicht schon nach der Entlassung Del- cassöS, zu einer solchen Verständigung hätten ge­langen können.

Der dritte Teil der Bülow-Rede war der bren­nenden Tagesfrage, den Balkanwitten »nd ihrem Zubehör gewidmet. Die Hascher nach packenden Enthüllungen kamen freiliH nicht auf die Kosten. Fürst Bülow hütete sich in auffälli­ger Weife, bereits einen rednerischen Friedens- fohlt abzufeuern. Vielleicht hält der verantwort­liche Staatsmann noch heute eine gewisse Vor­sicht für angebracht, da die offizielle Verzichts­und Abrüstungserklärung Serbiens noch nicht nach Wien gelangt ist und zwischen Lippe und Kelchesrand immerhin noch dunkle Mächte Platz finden könnten. Genug, Fürst Bulow hielt den Rückblick für die beste Form feiner hochpolitischen Rede, und diese Aufgabe war nicht schwer zu lö» fen, da bereits der Beifall aller verständigen Deutschen zu der Haltung unserer Politik gegen­über den Balkanfragen feststand.

Immerhin ist es aber ein erfreuliches Ereig­nis, daß gewiß im Auslande des Eindrucks nicht verfehlen wird: daß der ganze deutsche R e i ch s t a g bis zu der sonst alles verneinenden sozialdemokratischen Linken einschließlich hinter der gegenwärtigen deutschen Poli­tik ste h t und insbesondere die S o l i d a r 11 a t mit Oesterrei ch-U ngarn durchaus billigt.

Die Geschlossenheit und Entschlossenheit der beiden verbündeten Kaisetmächte hat den fried- lichen AuSgang der Wirren herbeigeführt. Die Haltung Deutschlands war nicht bloß durch die germanische Treue geboten, sondern auch durch die richtige Erkenntnis unseres eigenen In­te r e ff e 3, das mit dem Fortbestand der habs» burgisckien Großmacht „identisch" ist, wie Fürst Bülow sich ausdrückte. Es war nicht schwer, hier den rechten Weg für Deutschland zu finden; aber trotzdem gebührt dem Kaiser und dem Fürsten Bülow di? Anerkennung dafür, daß sie mit der

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Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt — -—

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»»« brr LandeS-Berfichernnasanstalt Heffen-Raffa«, deren Bezirk die Regierungsbezirke Raffel mrv Mesbah i sowie da» Fürstentum Waldeck umfaßt, sipd seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 10111 Altersrenten im Gesmnt-Jahresbetrage von = 1426665 40241 Invalidenrenten , „ , , = 6087830

695 Strantenrenten „ „ , , = 606364

für den Kreis Fulda-Stadt stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von AlterS-, Invaliden- und Kranke«. Renten tn der Zeck vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1908 wie folgt: /

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Zweites Matt

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54 (h? Renten mit einem Gefamt-Jahresdetrage von — H1J9b50 X 6Ö”~ Hiervon find nach Berücksichtigung der durch Tod re. erfolgten Abgänge Ende Lrzemder 1908" noch zu zahlen: 2467 Altersrenten im Gesamt-Jahresbeirage von = 3884% X 30 A

20689 Invalidenrenten , , , =3228419 10

_______609 Krankenrenten „ , , , --- 1(4558 ’ 90 ' zusammen 23 765 Renten mit einem Gesamt-Jahresbelrage o jn Der von dem Reiche zu leistend« Zuchu^ beträgt Mithin bleiben Ende Dezember 1908 aus Mitteln der Landes-BecsichenrnaS- aastalt Heffen-Naffau an Renten zu zahlen jährlich