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Maer W Zeitmg

Zparzeller in Zulda. Woch-Nb-Uae-: „Illustrierte Sonnlagzzeitllng"

IHonatsbeilege: „Klldaer Geschtchtrblätter"

erscheint täglich mit Auntachme der Sm« Leiertage-viertel- iShrlicherverugrpreir ohne Vringerlohn und Bestellgeld in Z-ilda so­wie anrwärtsl.soOk.

Perantw- Redaktenrr «ar! Schütter

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»otationrdrncknnd Verlag der Luldaer N- tieudruckerei in Fulda Fernsprecher Sr. y.

Fulda, Montag den 22. Mäy 1909;

M 66

36. Jahrgang

von

litärgeistlichkeit'

vor, mac

Deutsches Reich.

)( In der internationalen Abrüstungssrage will Bülow der Budgetkommission des Reichs» tages nicht Rede und Antwort st ehe«. Er hat nämlich an die Budgetkommission auf den erneuten Beschluß, Klarheit darüber zu schaffen.

Sie war kühl gegen Jack; sie gab ihm durch' ihr Benehmen deutlich zu verstehen, daß er nicht vorsprechen müsse, wenn er nicht eingeladen sei« Jack spähte ringsum nach Miß Wayne umher', aber sie war nicht da. Schließlich wagte er zu fragen, wo sie sei.

„Miß Wayne ist in Anspruch genommen/ sagte Lady Wayne kühl. „Dies ist eine sehr frühe und zu Besuchen nicht geeignete Zeit."

„Miß West ist auch wohl nicht zu Hause, nichi wahr?" fragte Jack.

„Ich bin über das Tun und Lassen meinet Schwester nicht unterrichtet," verisshte Mylady womöglich noch kälter.

Jack sah auf; ein böses Feuer glomm in sei­nen Augen auf — das hätte erschrecken können, wenn sie nur die leiseste Ahnung von der Wahr­heit gehlwt.

„Berd—tes Weib," dachte er; „ich weiß etwas, was ihr den Stolz schon klein machen wird. Soll ich's ihr sagen? Soll ich sie hier vor mir knien lassen, mich bitten lassen, ich, Jack Jefferies; möchte sie doch schonen? Oder soll ich sie noch etwas laufen lasten in dem Glauben, sie wäre inaner noch eine der Großen in der Welt?"

Lady Wayne glaubte sicher, der junge Mann habe den Verstand verloren; er saß da und be­obachtete sie mit diesem sonderbaren, kniffigen, halb finsteren, halb triumphierenden Blick, weder durch ihr Schweigen noch durch ihre Kälte einge- schüchtert, dann und wann vor sich hin lächelnd mit einem Lächeln, das unbehaglich anzuseheu war.

„Ich darf mein Glück nicht verscherzen," dacht« Jack, „bloß um einen kleinen Rachefihel; nein, nein, Macht ist süß. Bloß zu denken: Schön, hoch­mütig, großartig und prächtig, wie sie da ist —. und wenn ich's nur wollte, so könnte ich sie hier auf die Knie bringen; hängen lassen, tief hängen lasten würde sie dann diesen ihren stolzen Kopf. Dann sagte ich: „Ach, Mylady, Ihre Schweller, die die ganze Welt für so gut und rein hält, ist bloß ein übertünchtes Grab: ich kenne alles aus

noch verlieren. Die Sache sollte mir doch ein Vermögen einbringen, und sie wird es auch, wenn ich sie nur schlau und richttg anfange."

Aber dieses Anfängen erforderte große Ge­schicklichkeit, Diplomatie. Wer war der Reichste? Wer würde ihm am meisten geben? Bei sich hatte er bereits beschlosten, daß er nicht unter tausend Pfund jährlich und Elfte Wayne's Hand anneh­men wollte.

„Wenn ich sie heirate, so wird ihr Vater für meine Karriere sorgen. James Jefferies, Par­laments-Mitglied, das sähe gut aus, lautete auch gut; es hat manchen im Parlamente gegeben, der lange nicht so gewitzigt war, wie ich bin. Wer­ner sähe dann, daß das Studieren auch noch lange nicht die ganze Welt zwingt. Wem soll ich also zuerst Mitteilung machen? Er ist der Sohn der älteren Dame — der, die sie Miß West nennen; sollte ich nicht erst probieren, was sie mir gibt, wenn ich nichts sage? Und wenn sie nicht ordent­lich bezahlen will, werde ich Lady Wayne selbst mal auf den Zahn fühlen."

Er entschloß sich also, Miß West zu sehen und zu sprechen und zwar sobald wie möglich.

„Sie wird schon demüttg genug sein, wenn sie erst weiß, was ich weiß," sagte er sich mit einem Lächeln, das Judas, des Verräters selbst, wert gewesen.

Und kurz entschlossen sprach er am selben Tage noch morgens, sehr zu allgemeiner Ueberraschüng, am Tor von Kenninghall-Hous« voy. Lady Wayne war sehr liebenswürdig und freundlich gegen ihn gewesen; sie hatte sich in getoiffem Grade sogar Mühe gegeben, ihn zu unterhalten, weil er Werner's Bruder und sie Werner warm zugetan war; aber diese Morgen-Disite gefiel ihr nicht, ganz und gar nicht — sie betrachtete sie als eine Freiheit, die herauszunehmen gar kein Recht vorlag, und niemand war gegen den ge­ringsten Versuch, sich Freiheiten heraüszuneh- men, empfindlicher und ahndete dergleichen em- vllndliö^x, wie Lohn Mayne-

Tod der Schmach und Unehre vorziehen ließ, war für Jack Jefferies ein Buch mit sieben Siegeln.

Selbfttedend — so argumentierte er — wür­den sie alles opfern, um den äußern Schein zu wahren; sie würden alles tun, um zu verhüten, daß das Geheimnis öffentlich bekannt würde. Er konnte also zwei Fliegen mit einer Klappe schla- gen, und wollte von Lady Wayne verlangen, ihn ihre schöne Tochter Elfie heiraten zu lassen,

39. Kapitel.

Ungebetener Besuch.

In der dunklen Ecke eines alten, römischen Palastes hängt ein Gemälde von einem der gro­ßen, alten Meister: Judas, der Verräter. Die ganze Seele des Unseligen liegt in diesem Ge- sichte, es ist eine einzige Flamme der Gier und Habsucht; die Augen bohren sich verschlingend auf die Stelle, wo das Geld liegt, die unsteten Lippen sind dünn, schlaff und scheinen zu beben; jegliche böse Leidenschaft, die die Seele des Men­schen verwüsten kann, steht auf diesem Gesichte geschrieben — Gier, Hinterlist, Tücke, Ehrgeiz, Bettug, Verrat; — und am zweiten Tage nach der Entdeckung hättt jeder, der das Bild gesehen und nun Jack Jefferies hätte betrachten könnens da sauf geschworen, eti habe zu dichchn Judas Porträt gesessen. Sogar die rohe Art Schönheit die er früher besessen, schien vor der Flamme' der Gier, die ihn jetzt mit dämonischer Macht erfaßt hatte, verwelkt und verbrannt zu sein- er sah um Jahre älter aus.

Wie konnte er am meisten aus dem Geheim­nisse, das er entdeckt hatte, herausschlagen? Er wußte noch nicht, wie er es am besten ausnuben solltet Wen würde ihm am meisten für das Verschweigen geben, wer ihn am besten für den Verrat bezahlen? Er sah unschlüssig und ängst- lrch aus.

. „Ein einziger falscher Schritt", dachte er, „und rch könnte das Spiel, das ich mich so lange zu oewinnen bemüht habe, dummer Weise am Ende

Im Sonne i>es Geheimnisses.

61] Aus dem Englischen von K. v. Raesfeld.

„Angenommen nun, sie verliebte sich in je­mand, der arm wäre, und heiratete den auch; würde Lord Wayne den Mann nicht bei der Hand nehmen und auch ein großes Tier aus ihm machen?"

„Sicher würde er das," versetzte Werner, hell mflachend, sowohl über Jack's wunderbare Aus­drucksweise, wie über die-Idee, daß Elsie Wayne stinen armen Teufel heiraten folle.

„Er würde ihn in's Parlament bringen, was? Und chm soviel Geld geben, wie er nur wollte, sicht?"

„Und seinen Segen dazu, wie die guten Vä- er auf der Bühne!" lachte Werner noch immer.

„Aber in Ernst, würde er das tun oder nicht?" -eharrte Jack.

„Ohne Zweifel."

Dann gerieten sie in ein so dichtes Gewühl, Mß sie schweigen mußten. Nachher, als sie wie- der in einer ruhigeren Straße waren, sagte tzack:

„Du bist ganz nett hochgekommen, Werner, (aber gibt Acht, was ich Dir jetzt sage : ich werde stoch höher kommen. Du weißt nicht, was mir «och blüht."

Seine Art und Weise war so großsprecherisch ind pomphaft, daß Werner wieder lachen mußte.

„Wir werden sehen," sagte Jack, nicht aus /et Fassung gebracht, „demnächst werden wir ja jeljen. Du wirst dann nicht lachen, wohl aber ein. gestehen, daß Du überrascht bist."

Denn Jack hatte noch einen schlauen Gedanken ^habt — dies Geheimnis würde ihm eine große Dacht über die Waynes geben. Die einzige Art Stolz, die er verstand, war der Stolz, der aus der Eitelkeit entspringt. Ein Stolz, wie der, den pre Wahnes von Kenninaball besaßen, der sie den

des allgemeinen Strafrechts beginnen. Den Kastengeist im Offizierskorps, der auch die jüdischen Offiziers­aspiranten zurückweist, werden wir stets bekämpfen.

nötig. Den Lokomotivführern müßte ein vierter Ber Sonntag gewährt werden. Die Sttaffätzr sind enweise außerordenllich hoch. Den Arbeiteraus- ffen können die Arbeiter solange kein Interesse ent­gegenbringen, als sie nur Psiichten, aber keine Rechte haben. Die Pensionskaffen müßten eigentlich mehr aw Unterstützungen leisten. Die Gründe zur Unzufrieden­heit der Arbeiter könnte der Minister am besten da­durch beseitigen, daß er den Arbeitern dasselbe Wohl»' wollen entgegenbringt, wie bisher.

Abg. Schröder-Kassel (yatl.) wünscht genügendes Ablösungspersonal, damit die Sonntagsruhe der fahren­den Beamten erweitert werden könne, und fordert, daß der Erholungsurlaub allen Beamten und Arbeitern ohne Unterschied zu gewähren sei.

Abg. Dr. Fleuch (frs. Vp.) meint, die 40 Millionen für Wohlfahrtszwecke im Etat seien für Ausgaben, zn denen die Eisenbahn zum größten Teil durch Gesetz verpflichtet sei.

Abg. Hammer (Ions.) ist nicht dafür, daß den Ar­beitern die in die Woche fallenden Feiertage bezahlt werden. Weiter wünscht Redner, daß die Konsum­vereine nach der allgemeinen Gehaltserhöhung von der BildMche verschwinden.

Minister v. Breitenbach: Den Fach- und Verufs- vereinigungen der Eisenbahnbeamten und -Arbeiter stehe ich wohlwollend gegenüber. Natürlich dürfen die Ar­beiter nicht in Streikvereine ein treten. Eine Lohn- verbesserung der Arbeiter ist nicht möglich, da diese schon vor der Beamtenaufbefferung erfolgt ist. Die Mordarbeit grundsätzlich zu beseitigen, geht nicht an. Der Erholungsurlaub ist nun geregelt und bte meisten Arbeiter machen davon Gebrauch und erhalten dabei ihren Lohn fort. Die Pensionskassen leisten an Unterstützungen mehr als früher. Bezüglich der Sonn­tagsruhe haben wir gute Fottschritte gemacht. Im ganzen, denke ich, wird man wohl sagen können, daß wir unsere Arbeiter sehr gut behandeln.

Abg. Wallenborn (Ztt.): Mit der Vermehrung des Beamtenpersonals im Jntereffe der Gesundheit der Beamten und eines exakten Dienstes sind wir einver­standen. Nicht einverstanden sind wir mit dem Miß­brauch, der vielfach von Beamten mit der freien Eisen­bahnfahrt getrieben wird. Mit Freuden begrüßen wir die Bemühungen zur Verbefferung der Wohnungsver- hältniffe. Im weiteren wünscht Redner Verbesserung der inneren Einrichtung der Ersenbahnwagen, Höher­legung der Bahnsteige, größere Einheitlichkeit im Ge­päckträgerwesen, Einheitlichkeit der Lohnverhältniffe für tue Arbeiter und möglichste Verwendung von ein» heimischen Material und einheimischen Arbestern bet Neubauten und Umbauten.

Abg. Schreiner (Ztr.) wünscht eine bessere Aus­gestaltung der Ruhepausen und der Sonntagsruhe bet Eisenbahnwagenputzer und Werkmeister in Trier.

Mnister v. Breitenbach verspricht, den Wünschen" des Abg. Schreiner nach Möglichkeit Rechnung zu tragen.

Abg. Leinert (Soz.): Wohlfahrtseinrichtungen unv Löhne der Eifenbahnarbeiter sind völlig ungenügend.' Die Urlaubsbewilligung ist abhängig von der Willkür der Vorgesetzten. Die Arbeiterausschüffe bei den staat­lichen Werkstätten sind nur eine Karrikatur. Zum Schluß polemisiert Redner gegen das Dreiklassenwahl­recht.

Abg. Freiherr v. Zedlitz (freit) wirft der Sozial­demokratie Verhetzung des Proletariats vor. Wir haben volles Vertrauen zur Eisenbahnverwaltung und wünschen, daß sie auch weiterhin ihre Angestellten von den sozialdemokratischen Umtrieben fernhält.

Minister v. Breitenbach: Den Bestrebungen der Sozialdemokratte in der Bahnarbeiterschaft werde ich nach wie vor entgegentreten. Die Staatseisenbahn ist bemüht, das Wohl ihrer Beamten und Arbeiter nach Möglichkeit zu fördern.

Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. Hierdurch wird den Zenlrumsabgeordneten Dr. König« trefelb und v. Savigny, die noch auf der Rednerliste tanden, das Wort abgeschnitten.

Montag: Fortsetzung.

Reitslstaa Iba6 einige Sätze Kautskys vorgelesen hätte. Ich -neiajaiag* habe aus Kautsch zittett und weiter nichts, und wenn

Sitzung vom 20. März 1909. I ich einige Sätze roeggelafie« habe, fe tat das nichts

I jur Sache. (Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Der M.litareiat harten Sie nur ab ; der Abg. Frank hat bei seiner

wird weiterberaten. I Verlesung ja selbst das wichttgste weggelaffen. (Ruse

Abg. Gotheiu (freif. Bgg.): Mit dem Abg. Erz-1 rechts: Aha! und Fälscher I) In diesem Aufsatz steht berger bin ich der Meinung, daß die von der Kommission l Nipp und klar, was Kautsky über den Militär- vorgenommenen Abstriche im Verhältnis zu der I streik denkt: „3n der Tat, das Mittel ist ein sehr koloflalen Höhe des Etats recht geringfügig sind. I einfaches und auch durchführbares; würde seine An- Menn unser Heeresetat so außerordenllich gestiegen I Wendung tatsächlich einen Krieg unmöglich machen, so ist, so liegt das nicht zum wenigsten an der Preis-1 wäre kaum etwas dagegen einzuwenden. Ich sehe keine Steigerung infolge unferer Zollpolitik. Die politifche I ethischen Gründe, die vom Standpunkt des Proletatts- Lage ermöglicht es uns, ernsthaft an eine Herab-! mus dagegen sprechen." (Stürmisches Hött! hört! mmderung unserer Rüstungen zu denken. Sparsamkeit rechts.) So ist die Sache, und wenn Sie könnten, ft sehr wohl möglich, auch ohne die Schlagfettigkeit I dann würden Sie Ihr Streben längst in die Tat um- ier Armee zu gefährden. Der überflüssige Drill ist gesetzt habe«' (Sehr ttchtig! rechts.) Der Abg.Bebel die Ursache der großen Zahl unserer Unteroffiziere. I hat, baS möchte ich bem Abg. Frank weiter enoibern Dre Pensionierungen haben einen geradezu un- nur deshalb von der Kasernenagitation abqeraten. weil heimlichen Umfang angenommen. Die Reform des I die Sozialdemokratie selbst den Schaden davon habe. Militärstrafrechts kann daher sehr gut vor der Reform I Abg. Bebel (Soz.) ruft: Vorzeigen! (Rufe recktts- des allgemeinen Strafrechts beginnem Den Kastengeist | Ruhe!) Präsident Graf Stolberg mahnt zur Ruhe' L

Srneute 3urufe bei den Sozialdemokraten; Rufe rechts: I "RrfegSminifter v. Einem : Ich habe^ in der Tat ™ .. ■■ । ^chhe!, Präsident Graf Stolberg sucht vergeblich ! die Rede des Wg. Erzberger auS der ersten Lesung

Wi sÄ» ®r" Idie Ruhe herzustellen, der Abg. Bebel macht ttotzdem I nicht gelesen; ich habe mich geirrt, und gebe das mb

Kriegsministers über das Militär-1 einen Zuruf, der aber bei dem herrschenden Tumult I dem Ausdruck des Bedauerns zu. Was den hannover- beftärten nur meine Ansicht, daß diese- I nicht zu verstehen ist. Präsident Graf Stolberg ruft scheu Fall angeht, muß ich auch heute wieder erlisten, ^konstitutioneller fjrentbf3rper in ben Abg. Bebel zur Ordnung. (Beifall rechts.) baß bie Nachricht des Abg Erzberger unzutreffend ist. «aatswesen ist Die zetzige PraM des Militär- Kttegsminister v. Eine« (fortfahrend), verliest einige Ich habe einen besonderen Grund, auf ben Erlaß bedeutet geradezu einen Verstoß gegen die I Zitate vom sozialdemokratischen Patteitag von 1892, wegen der gemischten Ehe« jetzt nicht einzugehen, ^dner den Kastengeist I aus denen hervopgehe, daß die Soziakdemottatie den Was die Fahnenentziehung anlangt, bie bie» MUttar, besonders die Bevorzugung der Adligen I Militarismus zu Boden werfen wolle. Nichts anderer I fertigen Krieg ervereine betroffen hat, die 1907 ans vor den Bürgerlichen und verlangt vom Knegsrnmister I habe ich Ihne« zum Vorwurf gemacht. (Lachen bei I dem Kttegerverband ausgeschieden sind, so ist das keine 5 s. t. i % c. den Sozialdemokraten.) In einem vom Abg. Frank Schikane, sondern einfach die Ausführung einer Vor-

5-, ^"^ter v. Einem: Ich bleibe dabei, daß, wenn I berausgegebenen Blatte lese ich folgenden Satz: „Die I schritt, wonach das Fahnenband nur von den Vereinen

® e b,,e Stellung der Kommandogewalt und des Hungerpeitsche ist daS Symbol der Freihett im Mitt- geführt werden darf, die dem Berband angehören. £nbro°rnes' bT "neV-rfassungs- tansmus Jedem Offizier und jedem Unter. Was bie politische Betätigung der Kriegervereine an-

*n* "i^ls auf die osfizier", so heißt es weiter, „wird der Soldat auf langt, so habe ich mich stets gegen dieselbe mit allem

Idee gekommen, daß Adel ober Unadel irgendwie für Gnade oder Ungnade auggeliefert.' ES ist unerhört Nachdruck gewandt.

^.Bbsetzungder Stellen maßgebend fein könne; dafür jungen Leuten so etwas vorzulügen. - (Lebh. Beifall Ein Anttag auf Schluß der Debatte wird an- tft lediglich die Befähigung maßgebend. Ich muß be- rechts, Unruhe bet den Soz.) .Wie eine Maschine genommen.

daß mir das geglaubt wird, da es vom müßt Ihr gehorchen, selbst wenn Euch Unsinniges und Wg. Dr. Müller-Meiningen (frs. Vp.) protestiett in tatsächlich so gehandhÄdt wird. I Unmoralisches, selbst L-ttafbares besohlen wird.' Das ! persönlicher Bemerkung gegen die außergewöhnliche E»'st einfach eine Beleidigung des Chefs des General-1 ist eine Lüge (entrüstete Stufe: Psm! rechts.) — eS ist Nervosität des KttegSministers.

stabes, wenn das Gegenteil behauptet wird. Es wirb eine offenbare Lüge, die hier ausgesprochen wird. Präsident Gras Stolberg: Ist nicht persönlich.

EkUch "ur nach der Tüchtigkeit verfahren, und ob .Das Vaterland ist blos dazu da. Euch zu unterdrücken Abg. Erzberg« (Ztr.)- Da der ^iegsminister bei

lr ilta“et;^mmn8ren m,t glaubt ober mchtift und auszubeuten- das ist eine Unverschämtheit, seiner Feststellung im hannoverschen Fälle beharrt, aita I-tzt Wittlich vollkommen gleichgilt,g. (Große Un- (Sehr richtig! rechts, Lärmen und Unruhe b. d. Soz., I habe ich keine Veranlassung, an meiner Darlegung trotz rul;e Imks, Brovo rechts.) I Rufe: Ruhe! rechts.) Das ist etwas fo Unerhörte3,1 ber bestimmten gegenteiligen Behauptung meines Ge-

Abg. Dr. Belzer (Ztr.) bittet, bas hohenzollernsche I rote es überhaupt noch nicht dagewesen ist. (Wieder-1 währsmannes festzuhalten; sollte die Voraussetzung Kontingent an das 14. badische Armeekorps anzu- Holter demonsttatwer Beifall rechts, Äelächter und Uw des Kttegsministers zutreffen, nehme ich meine B«- gliedern und wünscht eine Garnison für Hechingen ruhe b. d. Soz.) Und da wollen Sie (zu den Soz.) hauptmig mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.

Von Vertretern der Blockparteien wird em Anttag mir einen Vorwurf daraus machen, wenn ich hier auf- Das Gehalt des Krieasministers wird bewilligt auf Schluß der Debatte eingereicht. trete als Betteibiger bei Armee. Dann hat ber Herr Ibie Resolutionen über %ic Konttollversammlunaen

Singer (Soz.) bezweifelt bie Beschluß- Vorredner mit seiner Auffassung des Eides gepinkt unb bie UrlaubSreifro be” Soldaten einstimmta üb^ sahigkeit des Hauses. I unb hat sich, stolz wie ein Spanier, gerühmt, er wanble I bie Reform des Militärstrafreckts aeaen bie Stimmen

Zur Feststellung ber Beschlußfähigkeit wirb ber I auf ben Spuren Bismarcks. Wenn Bismarck bie Ber-1 ber Rechten angenomm en $ 9 8 Namensaufruf vollzogen, wobei bie Sozialdemokraten I fassung umgestoßen hätte, so wäre es zu bem Zweck I DaS Haus erledigte dann noch eine Reibe

fast durchweg den Saal verlassen. Es bekunden 177 I geschehen, em ganzes Volk glücklich zu machen. (Stürm. I Einzelpositionen. Beim Kapttel Militäraeistlick Abgeordnete ihre Anwesenheit. Das Haus ist also ! Gelächter unb Zurufe b. d. Soz.: Ein Berfaffungsbruch I beschwert sich P j

beschlußunfähig. I bleibt es doch! also der Zweck heiligt die Mittel!! Abg. Frank-Rattbor (Ztt) darüber daß beim

Vizepräsident Dr Paasche beraumt die nächste Rufe rechts: Ruhe, Ruhe.) Bismarck "hat das einige ManövL ta Oberschlesten^Vn Sen de? Besuch S'tzung eine Viertelstunde später, aus 4'/« Uhr, art. I Deutschland geschaffen, das Sie (zu den Soz.) letzt ver- des sonntäglichen Gottesdienstes nicht ermög-

Ueber den Schlußantrag des Blocks haben die I mchten wollen. Wenn dem deutschen jungen ! licht worben sei 9

Sozialdemokraten namentlich «Abstimmung beantragt. I Manne von Ihnen solche Schändlichkeiten beigebracht I Ein Reaierunnsvertreter erwidett bafi mährenh

Vizepräsident Dr. Paasch« eröffnet bte neue Sitzung I werden, so ist das infam. (Lebh. demonstrattver Bei- ber Manöver kein Kommando stattfinde " 9

um 4-/. Uhr mit bet Miueilung, baß ber Schluß, «fall rechts. Unruhe unb Lärm b. d. Soz.) Montag: WeittrbVratuna

antrag zurückgezogen ist. (Höhnisches Gelächter! Abg. Erzberger (Ztt.): Auf eine Reihe ber von I ....... . ——

bei den Sozialdemokraten.) I mir vorgebrachten Beschwerden ist ber Kttegsminister! a. «. -

Abg. Frank (Soz.) polemisiert gegen ben Kriegs-1 nicht eingegangen, andere hat er in nebensächlichen I VtCUhtmWt Minister, der durch ein falsch ausgelegtes Zitat Kautschs I Punkten vettchttgt unb hat mich aufgeforbert, meine I habe beweisen wollen, baß bie Sozialdemokratie im I Gewährsmänner zu nennen. Wenn ich mich dttett an I nogeorouelenyaus.

Kriegsfall die Reservisten veranlassen wolle, den Dienst! meine Gewährsmänner wenden will, so wird es hoffeullich I Sitzung vom 20. März 1909.

„u verweigern. Der Minister habe sich hier einer.nicht wieder ein unglücklicher Zufall mit! Der Platz deS Abg. Dr. Porsch (Ztt.) ist aus An-

Fälschung schuldig gemacht. Ihre Auffaffuug über den I sich bring e«, daß gerade dieseBriefe aus! laß feine» heutigen 28 jährigen parlamentarischen Ju- Fahnen- und Berfassungseid habe sich die Sozialdemo-1 der Post geöffnet und am Ankunftsort wie-! biläums mÜ einem herrlichen Blumenstrauß geschmückt, kratie von Bismarck geholt, ber gesagt habe: Ein Eid! ber geschlossen werden, wie es mit einem Bttef I Beim Betteten des Saales eilen dem Jubilar seine auf die Verfassung kann nur bindend sein, wenn man I ergangen ist, den ich gleich nach der Rede des Herrn I Parteifreunde und auch zahlreiche andere Abgeordnete es dem Vereidigten möglich macht, mit der Versaffung I Ministers abgeschickt habe. (Stürm, hött, hött!) Der I entgegen, um ihn zu beglückwünschen. Am Minister- zu regieren. Wenn der Kriegsminister die Sozialdemo-1 Minister hat vefttitten, daß daS Militär kabinett! tffch erhebt sich Minister v. Breitenbach und schüttelt #raten innerhalb unb außerhalb des Heeres als minber-1 in fein Reffort eingegriffen habe; demgegenüber stelle I bem Jubilar gleichfalls recht herzlich die Hand, wertig behanbeln wolle, so werde er sich nur ein | ich fest, daß sogar von konservativer unb nationaüibe-1 Die Beratung wird sottgesetzt beim großes Heer von Heuchlern heranziehen. Wir werben I roter Sette aus Anlaß der Verwendung deS Agare-1 weiter kämpfen gegen den Militarismus und gegen I giertenfonds folche Eingttffe festgestellt worden sind. I ittletttiabnetat.

Oe» Mann, der bei der Verteidigung des Militaris-1 Zum Beweis für meine Behauptung, daß ein gewisses I Abg. Beyer-Dortmund (Ztr.) beschwert sich darüber, mus so kläglich Schiffbruch gelitten hat. (Vizepräsident! Maß von Protektion im Heere herrscht, habe ich! daß die Koalitionsfreiheit ber Eisenbahn- Kämp s rüst ben Redner nachträglich zur Ordnung, I eine Reihe konkreter Einzelfälle vorgettagen und ber I arbeitet nicht gewahrt bleibe, unb roenbet sich gegen weil er dem Minister Fälschung vorgeworfen habe.) Kregsminister wirb wohl nicht im Emste bestreiten, baß I das Akkordsystem, wie es von der «isenbahnverroaltung

Kttegsminister v. Einem: Der Abg. Frank hat ge-1 speziell die Beförderung des Majors von Grollmann, I angewendet werde. Eine allgemeine Gehaltsaus- sagt, ich hätte falsch zitiert und es damit begründet, * die unter Ueberspttngung von acht Vordermänner er-1 befferung ist auch für die Eisenbahnatbeiter dttngend

folgt«, allgemeines Aufsehen errwt hat. In der Frage der Abkommandierung eine» OnqierS, bem Ehebruch "en worben war, zur Reitschule in Hmmover ____,____ie Herren von ber Militärverwaltung, wie «S scheint, einen Unterschieb zwischen Ehebruch und „unerlaubten Beziehungen". Ich erlernte einen solchen Unterschied nicht an. Redner kommt dann aus seine Mitteilungen über Fondsverwechselungen zurück und sagt- ich bleibe bei meiner Behauptung, baß au3 bem Festungsbaufonds Dienstzulagen gewährt worben finb. Bei ferner Erwiberung auf meine Anklage hat ber Kttegsminister, um einen Augenblickserfolg zu erringen, mir Worte in ben Mund gelegt, bie ich nie gesagt habe. Richtig ist auch, baß wir an bie deutschen Waffen- unb Munitionsfabriken für bie Maschinen­gewehre Monopolpreise zahlen müssen. Der Herr Kriegsminister hat aus zwei meiner Fragen keine Ant­wort gegeben. Die eine Frage betraf den Erlaß, wo­nach Offizieren in Mischehen, die katholische Kindererziehungzusagen, ihren Abschied nehmen müssen: meine zweite Frage betraf die polttffche Be­tätigung der Kttegervereine. (Beifall im Ztt.) Kttegsminister v. Einem: Ich habe in