eitung
MaerW
/SZ» wochmbeilas-: „Illustrierte Somtagrzeitung
Fulda, Mittwoch den 3. März 1909
36. Jahrganq
M 50.
monatrbellage: „Zuldaer Geschichtsblatter"
..„»eigen: Vie einspaltige petitzeiiesder deren Raum 15 Pfg. Reklamen drepetitzeile 25 pfg., brr wieder- Holungen wird entspr.
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votationrdrucknnd Verlag der Luldaer A- ttendruckerei in Zulda Fernsprecher Nr. 9.
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verantt» Redatteurr Lari Schütte;
^wertes T^latt.
ö Nachklänge zur Wahl in Alzey- Bingen.
Wegen des Wahlausfalls in Alzey-Bingen, der ein bislang liberal vertretenes Mandat in den Besitz des Zentrums brachte, schreien sich die freisinnigen, die mit dem Siege ihres Kandidaten Korell in der Stichwahl sicher gerechnet hatten, nun schon all die Tage ihre Lungen heiser. Die „Franks. Sta." stimmt jeden Morgen em neues Wutgeheulan über das „schmachvolle Verhalten" der Nationalliberalen, die nicht für den politischen Verwandlungskünstler Korell stimmten und sie entrüstet sich immer wieder von neuem über das „verräterische Treiben der hessischen Nationalliberalen". „Tie Wühlarbeit der Nationalliberalen sei vor keiner Lüge und Verdrehung zurückge- schreckt und hätte selbst in solchen Blättern eine Ablagerungsstätte gefunden, die aus Eigenem zu derartigen Giftmischereien sich kaum jemals hergeben würden." Der Zentrumspresse spendet die „Frkf. Ztg." daS Lob, daß sie an dieser schimpflichen Hetze keinen Anteil hätte oder doch wenigstens nur so viel, als durch die Hetze des Wahlkampfes noch entschuldigt werden könne. Tas Endresultat des „verräterischen Treibens der Nationalliberalen" müsse das sein, daß die Zentralleitung einen Trennungsstrich zwischen sich und den Hessen ziehe. Zugleich wird auch gedroht, daß die Freisinnigen eventuell in Worms (gegen Heyl) und in Darmstadt (gegen Osann) Rache nehmen könnten. Es sei sogar möglich, daß bei der demnächst stattfindendcn Stichwahl zwischen dem liberalen Dr. Heiligenstadt und dem Welfen Dannenberg im Wahlkreis Hoya, wo die Liberalen ganz auf die Hilfe der Freisinnigen angewiesen feien, ein Teil der letzteren seinem Äerger schon Ausdruck geben werde.
Auch die „Dass. Ztg." und die „Freis. Ztg." winden sich in Tobsuchtsanfällen, die schadenfrohen Leuten großes Gaudium bereiten. Tie „Freis. Ztg." wirft ihren nationalliberalen Blockgenossen folgende Liebenswürdigkeiten an den Kopf: ■ „Unerhörter Wahlschacher", nationalliberale „Mandatsgier", „schnöder Kuhhandel", „eine solche Derschacherung", „Gewissenlosigkeit oder Dummheit", „Flucht unter die rettende Soutane". Die „Lib. Korrespondenz", nicht weniger wütig, schimpft: „Die Schmach von Alzey-Biugen", „das Unerhörte, kaum Ausdenkbare", „der schwarz
punkt, den es immer vertreten hat. Eine Aende- rung liegt, wenn sie vorgekommen ist, lediglich bei Herrn Dernburg, der sich dem Standpunkte des Zentrums immer mehr genähert hat, je mehr er sich praktisch mit den kolonialen Verhältnissen beschäftigt hat. Dernburg ist es gewesen, der vor den Kolonialwahlen den Streit mit uns grundlos vom Zaun genommen hat - er war damals der Sturmbock, mit dem Bü!ow den Zentrumsturm umzurennen gedachte. Daß sich Dernburg- Beziehungen zum Zentrum, waS die Persönlichkeit angeht, jemals bessern könnten, daran ist wohl nicht zu denken. Das Zentrum hat sich aber von der Haltung Dernburgs ihm gegenüber in seinen politischen Entschließungen niemals beeinflußen lassen, wie es ja überhaupt eine Politik nur nach sachlichen, niemals nach periönlichen Gründen betreibt. Darum kann es ihn unterstützen, ohne sein Freund zu sein und es tut das gerade in einem Punkte von außergewöhnlicher Tragweite in der Eingeborenenpolitik. Seit Dern- burg vor zwei Jahren durch die vielumstrittenen Verordnungen in Deutschostafrika und später in den anderen Kolonien den weißen Ansiedlern das Prügeln der Schwarzen und die Ausübung eines Zwanges zur Arbeit unmöglich gemacht hat. sind diese Leute mit rührendeni Eifer dabei, ihn zu stürzen. Der Form nach richtet sich der Kampf gegen den ostafrikanischen Gouverneur v. Rechenberg, aber das Hauptziel der Angriffe ist Drrn- burg selber; ihm kann man es nicht verzeihe», baß er in den Schwarzen ebenfalls Menschen sieht, und daß er die Schwarzen als die wichtigsten Werte unserer Kolonien eingetchätzt und respektiert wissen will. Heute müssen die Ansiedler auf die Prügelstrafe verzichren und sich im Verkehr mit den Schwarzen einen „europäischen" Ton angewöhnen, auch hie und da höhere Löhne bezahlen. Daraus hat sich der gewaltige Zorn gegen D.rnburg entwickelt.
A«r!and.
* Tie Stärke der serbische» Armee. Das . stehende serbische Heer zur Friedenszeit zählt 32 050 Soldaten. Bei Mobilisierung des l. Auf- ' geböte zählt die serbische Armee 159 543 Soldaten. Diese stehen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Das 2. Aufgebot weist 265 870 Krieger auf im
Taschen getragen werden. Diese Banöentruppen
oina in
fahren, während man die Andern zum Galgen
auf Unterstützung des Zentrums von den Wählern befolgt worden. 1903 stimmte trotz dec offiziellen Parteiparole für den Zentrumsmann Brentano nur ein Drittel der nationalliberalen Wähler. Daraus kann man ersehen, wie ver-
russischen Geheimpolizei und der Kriegsgerichte wurde beleuchtet und — abgeurteilt. Die Zeugen, die im Dienste der Ochrana, der russischen Staats- Polizei, standen, schilderten daz Vorgehen der bezahlten Provokateure, die Attentate arrangieren, dann die Terroristen ans Messer liefern, im Gerichtssaale als Statisten mitwirken, zum Tode
aber das herrschende russische System. Furchtbare Beweise wurden da vorgeführt, die Taktik der
Namen die Gefolterten genannt, nach Sibirien verschickt wurden — ohne Beweise, ohne Verfahren, ohne daß ihre Angehörigen je wieder von ihnen etwas hören. In Eiswüsten „administrativ verschickt" . . . .1 So sieht's in Rußland aus. Solcher Stützen bedient sich daz herrschende System. Wie tief krank muß dieser Staat sein, der solch niederträchtiger Mittel bedarf, besten Behörde Attentate arrangieren lassen und sich der Tortur bedienens
Torturen, denen die Häftlinge unterworfen werden: er erzählte von dem besammernswerten Zustand, in welchem die Gequälten die Folterkam- mer verließen, wie dann die Unschuldigen, deren
Ans dem Nachbargebiete.
• Alsfeld, 28. Febr. 1909. Einem Bauers- mann im nahen Sickendorf war fortgesetzt Wurst abhanden gekommen, auch andere Leute, die bei ihm räucherten, beklagten sich, daß ihnen Würste fehlten. Nach tagelangem Suchen beaab man sich auch in die Stube des Dienstmäd-
Alter bis zu 40 Jahren. Mit dem letzten Aufgebot ist das serbische Heer 336 307 Mann stark. : Die Artillerie besitzt 200 Sckmellseuer-Feld- und 400 Berggeschütze, System Schneider, außerdem 286 Feld- und 36 Gebirgs-Debauge-Kanonen. Ein militärischer Fachmann urteilt über die neuen Schneidergeschütze, die die Serben jetzt geliefert erhielten' Die Feuergeschwindigkeit der Geschütze entspricht den Anforderungen. Ein großer Nachteil der Geschütze ist, daß der Zielapparat es nickr ermöglicht, hochliegende Objekte zu beschließen, so daß das Fener gegen einen Feind in überhöhender Stellung fast unschädlich ist. Die Geschosse sind infolge der raschen Fabrikation nicht fehlerfrei, besonders die Schrapnells sind schlecht, da viele vorzeitig im Rohre platzen, keine Wirkung
Deutscher Reich.
O Dernburg und daS Zentrum. Bei den Beratungen über den Kownialetat im Reichstage bat das Zentrum in dem Kirnte um die ostafrikanische Eingeborenenoerordnung den Standpunkt der Kolonialverwaltung vertreten. Das wird in der Blockprefse als „bemerkenswert", ^auffällig" usw. angegriffen. Man möchte den Anschein erwecken, als nehme das Zentrum heute eure andere Haltung in kolonialen Angelegenheiten ein als früher. DaS ist durchaus nicht der Fall. Das Zentrum vertritt heute den Stand-
haßt sich der freisinnige Kandidat in nationalliberalen Kreisen gemacht hat, wenn die nationalliberale Wählerschaft wie ein Mann . ... ...... .....
««gen ihn stimmte und den Zentrumsmann Hebel verurteilt werden und — in der Equipage daoou- für das kleinere Hebel hielt. fahren, während man die Andern zum Galgen
Wenn übrigens richtig ist, was die srs. Blätter ‘ führt. Ein Zeuge schilderte auch eingehend die behaupten, daß die Nationalliberalen die Parole ~ ‘ rx*tL’*
für Hebel ausgegeben haben, nachdem das Zen- trum sich dafür verpflichtet hatte, bei der nächsten , ?5sien Wahlgange für den natio»
nallibcralcn, Kandidaten zu stimmen, und nun die Freisinnigen über „unerhörten Wahlschacher" reden, so ist das lächerlich. Haben die Freisin- nigen noch nie solchen „Schacher" getrieben?
erzeugen und die Mannschaft gefährden. Für
blaue Block", „das unnatürliche Bündnis", „blöder Haß gegen einen überlegenen Geist", „Skandal", und so fort mit Grazie.
Es ist ja nun allerdings sehr schmerzlich für die Freisinnigen, daß. ihnen ein Mandat, daß sie bis 1907 ununterbrochen in Besitz hatten, nun so wider Erwarten durch die Lappen gegangen ist, aber es wäre doch wohl männlicher gewesen, wenn sie den Schmerz verbissen hätten und nicht durch eine komisch wirkende Aufregung die böse Mitwelt zum Lachen reizten.
Einen sachlichen Grund sich zu betotoereit hadert sie ganz und gar nicht. Der Freisinn hat das Mandat noch niemals aus eigener Kraft zu erringen vernrocht, er ist auch gar nicht die stärkste Partei im Wahlkreise. Er hat also von Rechtswegen gar keinen Anspruch auf das Man- „ _ .......
bat. Wen» er früher aus Zentrums- oder natio- jede Kanone wurden 500 Geschosse bestellt. Tie nalliberalen Krücken in das Parlament gehinkt serbischen Bandentruppen in einer Stärke von ist, muß das darum immer so fein? Die Lektion, 3000 bis 4000 Mann sind mit Gewehren oder Re- die ec bei dieser Stichwahl erhalten, hat er redlich halbem, hauptsächlich aber mit kleinen B o in- verdient, und sie kann sehr heilsam für ihn wer- b e », versehen, von denen 2 und 3 Stück in den den, wenn er sie beherzigt. Taschen getragen werden. Diese Banöentruppen
Würde es der freisinnigen Presse möglich fein, haben für den Fall eines Konfliktes mit Oester- die Dinge auch nur einigermaßen unbefangen reich die Aufgabe, durch Bombenwerfen dis Be- zu beurteilen, dann müßte sie zugeben, daß sie sich völkerung in Bosnien und der Herzegowina in bei der Kandidatur Korell gründlich in der Per- Schrecken zu setzen.
son vergriffen habe. Wir haben kürzlich schon; * Wie's die russische Geheimpolizei treibt!
über die Agitationsweife und die Wandlungs- @iit Schaudern erregender Prozeß fand vor cini- fähigkeit des fraisinnigen Kandidaten, die die gen Tagen in K r a k a u sein Ende. Der Redak- Wöhler geradezu anwiderte, das Nötige gesagt, teur des dortigen Sozialistenblattes war vcr- Ec hatte sich durch seine Zwiespältigkeit so in klagt, weil er einer Frau Borowska vorgeworren Mißkredit gebracht, daß es rein eine Hnmöqlich-, hatte, sie sei Spionin im Dienste der russischen feit war, für ihn einzutreten. In jenem Wahl- Staatspolizei. Der eigentliche Angeklagte war kreise war bisher noch niemals eine Wahlparole
chens und entdeckte im Strohsack des Bettes etwa 30 große und kleine Würste.
* Bad Orb, 27. Febr. 1909. Bei der Beratung des Haushaltsplanes für 1909 in der Stadtverordnetenversammlung teilte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Hufnagel mit, daß seit Einführung der neuen Städteordnung der städtische Haushaltsplan noch nie so ungünstig gestanden habe als wie diesmal. Infolgedessen ist die Stadt gezwungen, von der Einkommen- rmd Betriebssteuer 186 Proz., von den Realsteuern 200 Proz. zu erheben.
• Hergershausen, 28. Febr. 1909. Am Donnerstag wurde unsere Schule geschlossen, weil seit 14 Tagen die Masern hier aufgetreten sind und zwar so stark, daß fast sämtliche Schulkinder krank darnieder liegen.
* Niederweimar, 28. Febr. 1909. Hier entstand in der vergangenen Nacht beim „Weinkauf" eine Schlägerei, bei der einem jungen Burschen derart der Kopf zugerichtet wurde, daß er sofort nach Marburg in die Klinik geschafft werden mußte.
* Offenbach, 1. März 1909. Der Kreisausschuß hatte über elf sozialdemokratische Gemeinde- ratsmitglieder von Mühlheim eine Ordnungsstrafe von je 50 Jt verhängt, weil die Herren ohne Angabe von Gründen der Einberufung zu zwei Gemeinderatssitzungen nicht gefolgt waren. Die gegen diese Strafe eingelegte Berufung ist von dem Provinzialausschntz in Darmstadt als unbegründet Verivorfen roorben. Durch ihr Nichterscheinen hatten die Gemeinderäte gegen die Nichtbestätigung eines zum Bürgermeister gewählten sozialdemokratischen Gemeinde- catsmitglisdes protestieren wollen.
* Heiligenstadt, 28. Febr. 1909. Wieder sind hier zwei Unfälle beim Rodeln vorgekommen: der Prokurist eines hiesigen Bankhauses trug schwere Verletzungen davon und mußte in das Johanniterkrankenhaus übergeführt werden: ein junger Schüler erlitt eine erhebliche Kopfverletzung.
vermischtes
60—E2 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: a. vollfleischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 67— 69 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 57 bis 59 Mark, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 47 bis 49 M., d mäßig genährte Kühe und Jungrinder 00—00 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Psd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Bollmast) u. beste Saugkälber (Hannov.) 90—95 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 78—86 Big., c. geringe Saugkälber 65 -68 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Psg. Scha se: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70—00 Pfg., b. ältere Masthämmel 58—60 Pfg., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz-Schafe) 00- 00. Schweine r a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l1/« Jahren 69-70 Psg^ b. fleischige 68 —00 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eder 63—64 Pfg , d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg.. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Ochsen 00 - 00 Pf., Kälber: a. 53—57 Psg., b. 46-52 Pfg., Schweine: a. 55-00 Pfg., b. fleischige 54V.- 00 Psg. Geschäfts- gang in Hornvieh und Schweinen mittelmäßig, lieber« stand unbedeutend, in Kälbern und Schafen gut, U-’ber« stand keiner. Aus Oesterreich standen 18 Ochsen zum Perkauf.
Kurier Getreide-Wochenbericht der PreiZberichtSstelle des deutschen Landwirtschafts- täte vom 23. Februar bis 1. März 1909.
Erneute Besorgnisse wegen der Saaten und die Furcht vor politischen Verwickelungen haben die Aufwärtsbewegung auf dem Weizenmarkte während der letzten Woche wesentlich gefördert. Weiteren Anlaß zur Befestigung gaben ermäßigte Schätzungen dec argentinischen Ernte und die damit zusammenhängenden Rückkäufe der füdameri- kanischen Exporteure. Diese Hmstände und die allenthalben spärliche Versorgung bewirkten, daß die europäischen Einfuhrhändler von den täglich erhöhten Offerten in stärkerem Maße Gebrauch machten. Deutschland sah sich gezwungen, der Bewegung zu folgen, zumal die Nachfrage in dem erschöpften Jnlandsangebot kaum noch Befriedigung findet. Angesichts der hohen Forderungen
* Der Raubmord auf der Eisenbahn bei D i r« schau, dem der Amtsvorsteher Ehlert zum Opfer fiel, ist jetzt aufgeklärt. Der Mörder Eh- lerts ist der 28jährige Wirtschaftseleve van der Velde. Daß er, wie anderweitig gemeldet wird, ein Sohn des bekannten Professors van der Velde in W e i m a r sei, ist nicht richtig. Er war in Adlig-Libschau, einem Gute, in Stellmrg und befand sich stets in Geldverlegenheit. Nach der Tat hat er in Danzig am Abend sich amüsiert, viel mit Geld um sich geworfen und ist dann nach Pel- plin zurückgefahren, wo er noch auf einem Ball die ganzeNacht durchtanzte. Als er am anderen Morgen nach Hause kam, fiel sein verstörtes Wesen auf, und es lvurde ihm auf den Kopf zugesagt, er habe wohl den Ehlert erschossen. Seine Kameraden stellten ihm darauf einen geladenen Revolver zur Verfüguirg, damit er sich selbst töten solle, worauf er erwiderte: „Das hat ja noch Zeit l"
Handel tmd Industrie.
1 für ausländischen Weizen haben die schwach versorgten Mühlen ihre Gebote für deutsche Ware teilweise bis um 15 erhöht, ohne das nötige Material auftreiben zu können. Die gleichzeitig erfolgte Anspannung von ca. 8—9 JC auf dem Lieferungsmarkte war ungenügend, um eine Annäherung an den hohen Preisstand des Auslandes zu ermöglichen. Zwischen dem Bezugspreise für ausländischen Weizen und der durch Gewinnsiche- Hingen zum Schluß auf 226% <M ermäßigten Mainotiz liegt immer noch ein Hnterschied von ca. 15 <4t. Roggen wurde durch die Festigkeit deS Weizenmarktes mitgezogen. Auch war für vermehrte Kauflust der Hmstand maßgebend, daß über kurz oder lang eine Verminderung des Wert« Unterschiedes zwischen den beiden Brotfrüchten zu Eimsten des Roggens eintreten dürfte, zumal daz Angebot darin gleichfalls nachgelassen hat und bet Export andauernd stärkere Ansprüche stellt. „ Im allgemeinen erzielte Roggen 2—5 <M, höher» Preise, während der vorübergehend 4—5 ft betragende Gewinn für Lieferungen zum Schluß auf ca. 2—3 M herabgedrückt wurde. Weiter»
A. Berlin, 2. Marr 1909. An der heutigen Börst machte sich besonders eine starke Befestigung dec Preise bet deutschen Anleihen bemerkbar. — An bet Produktenbörse war die Tendenz heute aber- mass fest. Weizen 227—229, Roggen 170-171.
Märkte.
* Frankfurt, j. März 1909 (Getreidemarkt.) Die im Laufe der vergangenen Woche auf dem We!t- markte eiugenetene Festigkeit kam am heutige» Wochen- marfte in "vollem Maste zur Geltung, wen« auch die Nm'äye gering waren. Das Angebot in Lwdwenen war knapp, b;e höchste» Forderung»« wurden sekoch feitenS der Mühle« nicht bewilligt. Gegen Schiust des Markte- war die Tendenz eher etwas wilkigkr. Ausländische Weizen äußerst knapp und sehr fest. Land- loggen gegen die Vorwoche eine Kleinigkeit gebelfert. Gerste ohne neunem werten Handel bei unveränderte« Preise«. Hafer gesucht rmd sehe fest, größere Quant:- ;älen kommen kaum noch an den Markt. Mais in gesunder Ware knapp und teurer. Mehl sehr fest im Emklang mit Weiten. Futtermittel ruhig. — Es notieren je nach Qualnät nnd Herkunft: Weizen, hiesiger und Wetterauer, 23.75 00.00 Mark, kurhessischer 23.85-00.00 Mark, norddeuticher 23.85-0000 Mk., russ. 24.75-26.00 WL, Aedwinker 00 00- 00.00 Mk., KansaS 00.00 -00 00 Mk., La Plata 24.90—25.75 Mk., ■Hnmiht. 25.00 - 26.00 Mark, Roggen, hiesiger, 17.60 bis 17.76 Pik., russischer 20.00-00.00 Mk., rmnän scher 00.00—09.00 Mk., Gerste hief. u Wetterauer 18.50- 19.59 Mark, Pfälzer 18.50- 19 50 M., Ried 18.: 0—19.50 M., Hafer, hies. 17.25—18.00 Mk., bayer. 17.25—18 00 Mk., roürtibg. 00 00 -00.00 Mk., russischer 17.50—1*50 Mk., rumän." 00.00 00.00 Mk., La Plata 17.25—18,00 Mk, Mair (Mixed! 16 50-17.00 M., russ. 16.5’>—17.00 M, Donaumms 16.50—17.00 M., La Plata 16.75—17.00 Mk. Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. Weizenmehl Str. 0 32 50—32.75 Mark, Ar. 1 31.00 3125 Mark, Nr. 2 29.00 - 29 25 M, Str. 3 28.00 -28 25 Mk, feinere Marken 0 50—108 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 26 00—26.50 M., Nr. 1 24.00-24.50 M., Nr. 1 20.U0—20.50 M. Silles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel: —.—. Weizenschalen 10.75-11.00 Pik, WeizenkleielO 25—10.50 Mark, Roggenkleie 11.00—11.25 Mark, Futtermehl 14.00—14.50 M, Biertreber, getrocknet, 13.00—13.50 Mark. Alles per 10O Kilo netto effektiv loko hier.
* Frankfurt a. M., 1. März 1909. Amtliche Notierung der Biehmarki-Preise. Zum Berkaus standen 458 Ochien, 53 Bullen, 937 Kühe und Rinder (Stiere und Fällen), 822 Kälber, 320 Schafe und Hämmel und 2024 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Psd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bi» zu 6 Jahren 73—76 Pt., b. junge fleilchiae nicht ausgemästete und ältere ausgemäftele 62—68 i!L, c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58 - 60 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 64—66 Mark, b. mäßig genährte jüngere und. gut genährte 4ttr"
Preisfortschritte haben in der Berichtswoche auf dem Hafermarkte stattgefunden, da es an Wart fehlt und infolge unzureichender Versorgung der Konsums dringendes Kaufbedürfnis vorlag. In Berlin war geringer Hafer unter 175 <41 nicht zu beschaffen: feine Qualitäten mußten mit 18?
Mark und darüber bezahlt werden. Dagegen wat das Interesse für russische Gerste trotz nur wenig erhöhter Forderungen nicht sonderlich lebhaft Auch Mais hatte verhältnismäßig ruhigen Ver, kehr, da bei den gegenwärtigen Preisen nur bet nötigste Bedarf gedeckt wird. Argentinien bat bit Forderungen für neue Ernte infolge unbefeie di gen der Aussichten weiter erhöht.
Es neUie.i sich oie Pr-iie jut lutandifcheS Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (-H bezw. Weniger gegenüber der Borwoche in Klammern 0 beigefügt ist
(+ 2
237V,(+10
Frankfurt
) 176 (+ 4 )
244 (4-12
) 165
) 185
) 169
) 172
170
180
Wei^n 229 (+ 5 2:10 (4-10
Roggen
I (+ 5
177 (
167 <
180 (
178 (
Mai
ivie folgt:
Danzig Berlin
(--2 : (- - 2‘/.;
i 226.75
Hafer (4- 5
Hamburg 228 (4- 6 )
Düsseldorf 238 (+ 5 ) - " • —.....) 1777.(4- l‘/s)
München
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin
(4- 4.75), Juli 226.00 (-(- 4.00), Budapest April 229 5? (4-3.05), Paris Mär, 194.30 + 3.75, Liverpool Mas 18,45 (4- 5 90 , Chicago Mai 182.20 (4-3 60), Roggen. Berlin Mai 176.00 (+ 1.50), Jul: 181.25 (4-3 00) Hafer: Berlin Mai 170.00 (— 0.25), Jul, 170.75 (— 0.75) Mark per 1000 Kilogramm.
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