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Verantw. Redakteur: Ceti Schütte,
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M 44.
Fulda, Mittwoch den 24. Februar 1909.
36. Jahrqanq.
Zweites s&Hatt.
® Dänemark und Deutschland.
Schon seit langen Jahren ist der Angelpunkt aller dänischen Politik die Landesvertei- diguugssrage. Im wesentlichen handelt es sich rm die Befestigung der dänischen Hauptstadt. Die Streitfrage ist nun: soll Kopenhagen nur lach der Seeseite hin befestigt werden oder auch nach der Landsette hin? Die, welche sagen, daß Kopenhagen auch nach der Landseite hin be- sest'gt werden wüste, sind die „Berteidigungs- freunde" oder die Rechten-Männer, die Verteidigungsgegner oder Linken-Männer begnügen sich mit einer Befestigung der Seeseite Kopen- hrgens.
Seit langer Zeit ist nun die Linke am Ruder ,b*it Regierung und eS scheint auch in Dänemark ,e'it wenig so zu gehen, wie in Deutschland, rämlich nach dem berühmten Ax om, „wenn man t inen Liberalen zum Minister macht, so hat man swch lange keinen liberalen Minister". Diesem Grundsätze entsprechend hat auch die liberale Regierungspartei jetzt insofern eine kleine Schwenkung nach rechts vorgenommen, als sie von einer Einschränkung des Militarismus nichts mehr wtflen will. Allerdings will sie von einer Befestigung der Hauptstadt nach der Land- feite hin nichts hören, dafür aber plant sie den Ausbau vorgeschobener Stellungen.
Die Verhandlungen der Parlamentes, nämlich de» dänischen Folkethings, hat soeben begonnen, und eS geht dabei hoch her. Denn in Dänemark spricht man von der Verteidigungsfreude als von der Lebensfrage Dänemarks. Es ist ja nicht lange her, daß plötzlich in einer an- gesehenen dänischen Zettung die Alarmnachricht ihre Leser auschreckle, deutsche Kriegsschiffe hätten in dänischen Gewässern spioniert und nur auf eine Ordre von Berlin gewariet, um auf Kopen- Hage« zu schießen. Da» ist zwar von den maßgebenden und vernünftigen Dänen nicht ernst genommen worden, ober immerhin kann es als interestanle» Symptom für den Zustand der dänischen Volksseele gelten. Natürlich kann sich die Furcht der Dänen und ihre Verteidigungs- maßnahmen nur aus Deutschland beziehen. Die dänischen Befürchtungen sind ungefähr dieselben, rote die von Holland und von Belgien, nämlich, daß Deutschland bei gegebener Gelegenheit von diesen kleinen Staaten Besitz ergreifen möchte. Bekanntlich ist dieie Furcht besonders auch in Holland sehr weit verbreitet. Es ist j« klar, daß diele Länder sich nicht in einen Krieg mit einem Großstaate einlasten könnten, und sie haben sich deshalb zu ihrer Ausgabe gesetzt ihre Neutralität zu schützen. Wenn da» Dänemark beabsichtigt und zu vielem Zwecke die gegen Deutschland gerichtete Grenze und ihren Haup'stützpuntt, nämlich Koppenhagen befestigt, so würde Deutschland billigerweise auch erwarten können, daß tue westliche, also gegen England gekehrte Seite des Landes in höherem Maße befestigt würde. Das ist aber nicht der Fall.
WaS aus den ganzen Plänen der dänischen Regierung werden wird, ist natürlich noch nicht adzulehen. Vorläufig verzeichnen wir nur eine Aeußerung des ehemaligen Mimsterpläsidenien «hriste nsen, des Führers der Bauernpartei, die besagt, die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit den nordschleswigschen Brüdern fei in Dänemark nicht aufgegeben, sie fei aber nicht auf die Kanonen, sondern aus daS Vertrauen zu dem Rechtsstnn des deutschen Volkes gegründet.
Deutsches Reich.
** Ein merkwürdig anmutender Bericht ans Sachsen geht durch Die Blätter:
Wurzen, 14. Febr. 1909. Heute land hier unter -vorsitz des Seniors Dr. Baumgärtner-Leipzig ein tseneraikonvent des Domkapitels stakt, aus «u"äd>ft durch den Bo» sitzenden der neue Provn Tr. Friederici, sowie der neue Dechant Hellen; fSi««™ iaILs tl)te butter eingewirsrn wurden. «Sa bi » ,elerlid>e Einnahme und Be-
r>h^.^5n,Ä3nebti4 August neuernannten ttS*" »ÄSSäe* « ÄÄ Kapitel. au.bTuit pedieb von nun ab den edlen WM- Uchen der Landeskirche m seiner M.tle vertreten e sehen. Auf den Konvent folgte ein oemeVnsawes Mtttagessender an wesenden Domherren, an weichem auch der Syndikus des Domsttsles, Justizrat Taubeit teilnahm, während von sonnigen Feierlichkeiten insbesondere von dem sonst sich anichließenden iSottes- dienste im Dom, für diesmal Äbstand genommen worden war.
Ein recht merkwürdiges „Domkapitel", meint d zu die.Germania', daS bei feiner Jahreszu- sammenknnst wohl zu einem Mittagessen sich vereinigt, dagegen von einem Gottesdienst Abstand nehmen zu sollen glaubt. Und das noch an einem Sonntag, und trotzdem sich ein Oberhosprediger unter den Versammelten befand. Der Leser errät sofort schon, daß es sich hier um die eigenartige Einrichtung handelt, die auch in Preußen bis auf den heutigen Tag sich erhalten konnte: nämlich um die ehemals katholischen Domstifte und Domkapitel, deren (Pfründen man nicht, wie in katholischen Gegen
den, säkularisiert hat, sondern die man — obschon es an den betreffenden, dem Protestantismus ausgelieferten Kirchen längst kein Domkapitel mehr gibt — erhalten und unangetastet gelassen hat, um damit Minister, sonstige höhere Beamte, Generale und Hosgünstlinge, denen man eine Nebeneinnahme verschaffen will, zu belehnen. Und ein so zusammengesetztes buntes Kollegium wird dann — Domkapitel genannt! Hier ist es wirklich schwer, eine Satire nicht zu schreiben.
D. Amtszulagen der alleinstehenden und ersten Lehrer. Dre Bestimmung des § 24 Abs. 2 des Lehrerdesoldungs • Gesetzes ist verschieden.» Zweifeln begegnet. Durch die Verhandlungen in der dritten Lesung im Abgeordnetenhause und namentlich durch die Erklärung des Regierungs- Vertreters vom 15. d. M. dürften die Zweifel gehoben sein. Es waren die Fragen aufgeworfen: „Wer ist erster Lehrer, welchem Lehrer steht die Amtszulage zu und wer bezahlt die letztere?" Die erste Frage wird keine besondere Schwierigkeiten verursachen, da schon bisher an mehrklassigen Schulen eine Schulstelle als die erste gegolten hat. Im Zweifel wird der Lehrer als erfier zu betrachten sein, dem gewiffe AufsichtS-Befugniffe zustehen, z. B. Beaufsichtigung der Schulgebäude, ober dem die Führung der Schul-Chronik oblieat. Die zweite Frage ist dahin zu beantworten, daß alleinstehende und erste Lehrer die 1<X) Mark Amtszulage nach lOjähriger ununterbrochener Dienstzett in einer solchen Stelle in allen Schul- verbänden erhalten. Besteht z. B. in einem flädti- scheu Schul verbände neben einem evangelischen Schulsystem mit 25 Lehrkräften ein besonderes katholisches Schulsystem mit 2 Lehrkräften, so steht dem ersten Lehrer an dem katholischen Schulsystem die Amtszulage zu, wenn die Voraussetzungen im übrigen vorliegen. Zur dritten Frage ist zu bemerken, daß die Amtszulage von 100 Mk. vom Staate nach § 43 des Gesetzes nur in Schulver- bänden mit nicht mehr als 7 Schulstellen zu zahlen übernommen ist. In Schulverbänden mit mehr als 7 Schulstellen ist die Zahlung der Amtszulage Sache der Gemeinden oder Städte.
)( Warum das preußische Wahlrecht „gerecht ist. Die Konservativen sind, das plaudert Graf Dohna-Finckenstein, ein preußisches Herr n- hausmttglied, in der farblosen Preffe aus, auch deshalb gegen die Einsührung des Reichstagswahlrechtes in Preußen, weil dadurch — die Polen mehr Macht erlangen würden. Er bekennt ehrlich:
„Zurzeit sind diese beiden Provinzen iPosen und Westpreußen) int Reichstage durch 14 Mitglieder der polnischen Fraktion und 13 verschiedener deutscher Fraktionen vertrelen. Also die starke Hälfte aller Sitze desindel sich in polnischen Händen. Im Abgeordneten- haute dageaen find Westpreußen und Posen zusammen durch 48 Mitglieder verschiedener deutscher Fraktionen und 12 der polnischen Fraktion vertreten. Wird nun daS Reichstagswahlrechk auch für daS Abgeordnetenhaus eingeführt, fo kann man annehmen, daß, ebenso wie im Reichstage, die starke Hälfte der Gewählten der polnischen Fraktion zufallen würde. Diese hätte dann statt 12 etwa 30 Mitglieder aus Westpreußen und Pofen. Mrt den drei oberschlefischen Polen käme sie auf 33 Mitglieder. Für das Zentrum würden vielleicht von den bleibenden 30 deutschen Sitzen einige durch die polnischen Wähler in gemischten Bezirken herauskommen.'
Nach der Ansicht des Grafen Dolma-Finckeu» stein ist offenbar dasjenige Wahlrecht das gerechteste, bei dem die Konservativen die meisten Mandate erlangen! Nebenbei zeigt diese Zusammenstellung auch, wie reich jene rückständigen Gegenden durch die veraltete Wahckreiseinteilung in Preußen mit Mandaten gesegnet sind.
Ausland.
* Nette Zustände in der französischen Armee. Das Fachblatt „La France militaire" berichtet, daß nach soeben erschienenen amtlichen Angaben die Kriegsgerichte im Jahre 1907 über 10 899 Anklagen verbandelt haben, von denen 3689 Ge- stellungsflüchttge und Deserteure betrafen. Tas Blatt meint, diese Ziffern bildeten besonders nach Einführung der zweijährigen Tienstzeit einen traurigen Beweis für den Mangel an militärischem Geist bei der französischen Jugend.
Brassen, Aale und Hechte gefangen. Manche Familienväter können mit ihrer Familie eine Woche lang Fische essen, so groß war der Fang. Und es sind immer noch gute Aussichten vorhanden, weil die größten Löcher noch voll Wasser sind und hier das Fangen wegen des Eises noch nicht vorgenommen werden kann.
* Wanfried, 23. Febr. 1909. Erst jetzt, nachdem sich das Hochwasser verlaufen hat, kann man sehen, welch ungeheueren Schaden es angerichtet hat. In die niedergelegenen Felder hat es Löcher von 1—1% Meter Tiefe gerissen. Sämtlich Wintersaat ist vernichtet, die Felder müssen wieder neu bestellt werden. Aus den Häusern, die bis zum ersten Stockwerk im Wasser standen, muß der zurückgebliebene Schlamm fuh- reniveife herausgefahren werden. Vorläufig können die Bewohner nicht wieder einziehen. Sie sind in den zurzeit leerstehenden Räumen des Rathauses untergebracht.
* Büdingen, 23. Febr. 1909. Beim Rodeln am Wildstein verunglückten zwei junge Leute schwer. Der eine mußte ins Krankenhaus ge- werden.
* Wetzlar, 21. Febr. 1909. Die Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer gestrigen Versammlung mit der Trennung des Kreises Wetzlar von der Rheinprovinz und seinem Anschluß an die Provinz Hessen-Nassau. Einstimmig wurde ein Antrag angenommen, nach welchem der Bürgermeister mit dem Landrat in Verbindung treten soll, um eine entsprechende Vorlage wegen Ausarbeitung der Denkschrift der Stadtverordnetenversammlung zu unterbreiten.
* Offcubach, 23. Febr., 1909. Einen e m- pfindlichen Verlust hat der Fuhrunternehmer Joseph Wolz erlittan. Einer seiner '■ Dienflknechte hielt gestern abend mit einem Wagen. vor den zwei Pferde gespannt waren, an einer Wirtschaft in der Nahe des Hafens. Ter Mann ließ das Fuhrwerk unbeaufsichtigt stehen, die Pferde suchten mit dem Wagen das Weite und liefen direkt in den Main. Heute morgen wurden die verendeten Tiere aus dem Wasser gezogen.
* Wiesbaden, 20. Febr. 1909. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung gab nachträglich die Zustimmung zu dem Aufruf zygunsten der durch Hochwasser Geschädigten in Hessen- Nassau. Stadtverordneter Fink (Zentrum) regte dabei eine Unterstützung aus städtischen Mitteln an. Der Magistrat wird bis zur nächsten Sitzung eine entsprechende Vorlage ausarbeiten. Die Frau Großherzogin, Regentin von Luxemburg hat für die Ueberfchwemmten in Nassau lÖOu Mk. dem Vaterländischen Frauenverein übecwie en.
* Worms, 22. gelt. 1909. Durch Ausströmen von Leuchtgas infolge Offenstehenlassens des Haupthahns an einem Gaskocher starben in vergangener Nacht zwei Knaben im Alter von 14 und 12 Jahren. Die Knaben wurden bei Tagesanbruch tot in den Betten liegend vorgefunden.
* Bom Eichsfelde, 22. Febr. 1909. Ein Opfer der Schundlektüre. Dem Zugführer des um 7,18 Uhr in Großbodungen eintreffenden Zuges von Bleicherode bot sich aefiern früh ein gräßlicher Anblick: Nahe dem Uebergange am sogen. Linienwege bet Bleicherode lag die gräßlich verstümmelte Leiche eines jungen Mannes. 9tur mit Hilfe der Vorgefundenen Papiere konnte man den Toten als den etwa 16jährigen Kauf- mannslehrlmg Karl Dcmme erkennen. Der ganze Befund läßt kaum einen Zweifel, daß der junge Mensch den Tvd auf den Schienen gesucht hat. Nach den eingezogenen Informationen dürste der junge Mann eines der vielen Opfer der modernen Schundliteratur sein. Er hat auch auf seinem letzten Wege solche Bücher bet sich getragen.
* Ems, 22. Febr. 1909. Eine Naive vom Lande kommt dieser Tage zu einem hiesigen Architekten und erklärt, sie solle tm Au trag ihrer Herrschaft „Die haarig Deck" holen. Zunächst allgemeine Verblüffung über diese Bestellung, dann ein Raten und Ausfragen ohne Resultat. Endlich muß daS Telephon Aufklärung schaffen: Dec Herr Architekt wurde gewünscht! Ueber die eigenartige Verwechslung der Laute und Begriffe gab es natürlich einen Sturm van Heiterkeit. Das Watur'inö vom Lande aber soll sehr erstaunt gewesen sein über die merkwürdigen fremden Ausdrücke, die die Leute in der Stadt haben. Ja, die e Fremdwörter!
Aus dem Nachbargebiele.
♦ Gelnhausen, 23 Febr 1908. Der Stadt Geln- hausen in die nachgesuchte ministerielle Genehmigung zur Errichtung einer Realschule erteilt worden. Die Schule soll zu Ostern d. I. eröffnet werden.
* Großauheim, 23. Febr. 1909. Ingenieur Werner von einer hiesigen Fabrik ist es gelungen, Esste Mafdji ne zu konstruieren, die täglich , ... Bierflaschen mit Papierverschluß eti- fetüeren kann.
• * Tranksurt a. M., 23. Febr. 1909. Kammer-
Eduard Beit hat einen Preis von 3)00 U“ITl"r Luftschiffahrten der Ausstel- lungslettung zur Verfügung gestellt.
Witzenhansen, 21. Febr. 1909. Das H o ch- L“ an2m auch dem Fischbe-
tand der Werra großen Schaden zugefügt, in- dech em großer Teil der Fische mit dem Wasser aut die Wiesen und tn die Gräben geraten ist. In den letzten Tagen lagen im Werratak von hier nach Werleshausen viele Menschen dem Fischfang ob. Manche Personen haben % Zentner I
Handel und Industrie.
A. Berlin, 23. Februar 1909. Der verschärfte Balkankonflikt hat natürlich die GeschäftsstiUe der letzten Tage an der Börse noch vergrößert. — An der Produktenbörse war die Tendenz fest. Weizen 220—222, Roggen 167—168.
Märkte.
• Frankfurt a. M., 22. Febr. 1909. Amtliche Notierung der Biehmarki-tzrelte. Zum Berkaus flau Den 447 Ochien 73 Bullen, 1032 Kühe uno Rinder (Stiere und Fällen', 338 Kälber, 347 Lchafe und Hämmel und 1810 Schweine. Befahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollsieischige, ansgemäsiete höchsten Schlacht- wertes bis ,u 6 Jahren 75—78 M., b. innge fleischige nicht ansgemäsiete und ältere ausgemästete 67 —70 SL, c. mäßig genährte innge, gut genährte ältere 58 -60 UL, d. gering genährte jeöen Atters 00—00 ML Bullen : ». vollfleischige höchsten Schlachtwertes 64 —66 Mark, h. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 60—1.2 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: a. vollfieischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 68 —70 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchuen Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 58 dis 60 Mark,
c. ältere ausgeinästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 47 bis 49 M., d. mäßig genährte Kühe und Jungrinder 00—00 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollmast) it. beste Saugkälber (Hannov.) 90—95 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 78—86 Pfg., c. geringe Saugkälber 65 — 68 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: a Masttämmer und jüngere Mafthämmel 70—00 Pfg. b. ältere Mafthämmel 58—60 Psg., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz-Schafei 00—00. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Atter bis zu l1/« Jahren 70-72 Pfg., b. fleischige 69—00 Pfg., e. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 64—68 Pfg., d. ausländilche Schweine tuntet Angabe der Herkunft) 00-00 Pfg.. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Ochsen 00 - 00 Pf., Kälber: a. 53—57 Pfg., b. 46—52 Pfg., Schweine: a. 56—56’/» Psg., b. fleischige 55 Pfg. Geschäftsgang in Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, in Kleinvieh gut, Ueberstand keiner. Aus Oesterreich standen 28 Ochsen und 1 Bulle zum Verkauf.
• Frankfurt, 22. Febr. 1909. (Getreidemarkt.) Trotz fester Tendenz wurden nur kleine Umsätze erzielt. Die Preise waren im Berhättnis zur Borwoche wenig verändert. Rur im Futtermiitelmarkte war grobe Wetzenkleie gesucht und wurden höhere Preise bezahlt. Es notieren je nach Qualität und Herkunft: Weizen, hiesiger und Wetterauer, 22.75- 00.00 Mark, kurhessischer 23.00-00.00 Mark, norddeutscher 23.00-00.00 Mk., ruft. 24.50—25.50 M., Aedivinter 00.00—00.00 Mk., Kansas 00.00—00.00 Mk., La Plata 00.00—00.00'1)1 f„ -bumän. 00.00—00.00 Mark, Roggen, hiesiger, 17.10 bis 17.60 Mk., russischer 19.00—20.50 Mk., rumänischer uO.OO—09.00 Mk., Herste hies. u. Wetterauer 18.50- 19.50 Mark, Pfälzer 00.00- 00.00 M., Ried 00.00—00.00 M., Hafer, hies. 17.00—17.50 Mk., bayer. 00.00—00 00 Mk., würitbg. 0000—00.00 Mk., russischer 00.00—00.00 Mk., rnmän. 00.00 - 00.00 Mk., La Plata 00.00-00.00 Mk. Mais (Mixeds 16 50-17.00 M., russ. 00,01-00.00 M , Donaumais 00.00—00.00 M., La Plata 16.75—00.00 Mk, Alle? per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: —.—. Weizenmehl Nr. 0 32.00—00.00 Mark. Nr. 1 31.00 00 00 Mark, Nr. 2 30.00 00.00 M-, Sir. 4. 00.00—00.00 Mk., feinere Marken 0.50-0 00 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 25.00—25.50 M., Nr. 1 23.00—23.50 M., Nr. 1 19.50-19.75 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel: —. Wetzenschalen 00.00-11.00 Mk, Weizenkleie 10.50—000.0 Mark, Roggenkleie 11.00—00.00 Mark, Futtermehl 14.00—00.00 M , Biertreber, gedrocknet, 13.00—00.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.
llurzer Setreide-wochenbericht.
bet Preisberichisftelle des deutschen Landwirtschaft»« rats vom 16.—22. Februar 1909.
Auchdie letzte Woche brachte abwechselnd Tauwetter und Frost in rascher Aufeinanderfolge, und man fürchtet allgemein, daß die mangelhaft geschützten und zum großen Teile sehr schwachen Saaten durch den häufigen Witterungswechsel ernstlich gelitten haben dürften. Auf dem Weltmärkte für Weizen ist die Stimmung, von kleinen Schwankungen abgesehen, fest geblieben, trotzdem die europäischen Importeure int Hinblick auf dte umfangreichem Weltverschiffungen der vorangegangenen Woche sich, etwas zurückyalten- dec zeigten. Von Argentinien lagen neuerdjngS ermäßigte Ernteschätzungen vor, während von Amerika weitere Preissteigerungen gemeldet wurden, die ihre Wirkung auf die europäi'chen Märkte keineswegs verfehlten. In Deutschland suchten fick' die Mühlen angesichts der hohen For- drungen für fremden Weizen nach Möglichkeit im Jnlande zu versorgen, fanden aber nur sehr knappes Angebot vor, das durch andauernde Exportansprüche inzwischen eine weitere Verminderung erfahren hat. Der Umstand, daß zwischen Mai- liefcrung und der Bezugspantät für fremden Weizen ein Unterschied von ungefähr 15 M liegt, veranlaßt Abgeber auf dem Lieferungsmarkte zu besonderer Vorsicht, und so erklärt es sich, daß der vorwöchentliche Preisstand schließlich um 3% dH überschritten werden mußte. Im Gegensatz zu Weizen ist das Angebot von Roggen immer noch ziemlich stark, so daß sich die Befriedigung des mäßigen Jnlandbedarfs ohne Pretsanspan- nung vollziehen ließ. Zum Teil mußten sich Der- käufer sogar mit niedrigeren Preisen zufrieden geben. Ueber etwas besseren Absatz berichtet man nur vom Wsten, wohin sich die Ausfuhr von den Qstseebäsen zuletzt auch in stärkerem Matze richtete, ohne angesichts der vorhandenen Warenfülle einen günstigen Einfluß auf den Preisgana auszuüben. Lieferung lag demgemäß überwiegend matt, zum Schluß durch Weizen mitgezogen etwas fester und niedriger als vor acht
Tagen. Ein sehr festes Aussehen hat der Ha*er- markr angenommen. Tie Forderungen der Provinz haben bei spärlichem Angebot weiter ange- zagen und mußten von dem schwach versorgten Konsum im Bedarfsfälle bewilligt werden. Lebhaftes Jnterette zeiot sich zuletzt auch für Saat« baser. Besonders schwierig gestaltet sich die Beschaffung von Braugerste, für die sich mehrseitig dringende Deckungsfrage zeigt. Fu"-,ra«>rste und Mais haben ihren Preisstand feit der Vorwoche nur wnig verändert. — Es sollten sich die Preise für inländische Getreide am letzten Markttage wie folgt:
Es Renten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage tn Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei da? Mehr <-|-i bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:
Weizen Roggen Hafer Danzig 224 164 (— 1 ) 165 (— 3 )
Berlin 220 (-f- 2 ) 168 (— 1,1 180 (-1- 2 )
Hamburg 222 <+ 2 ) 1'8 (— »/,) 176
Düsseldorf 233 (-j-10 ) 175 165
Franks art 227'/» 176 (4- 1 ) 177*'»(+ 2'/»)
München 232 172 174
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 222.00 (4- 3.50), Juli 222.00 sch 3.50', Budapest April 226 50 I- - B.nOi, Liverpool März 179 55, Chicago Mai 17X60 (ch 2 80), Roggen: Berlin Diät 174.50 <— 0.25), Juli 178.25 (— 0.50), Hafer: Berlin Mai 170.25 >ch 2.75), Juli 171.50 (+ 2.00) Mark per 1000 Kilogramm.