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M 39.
Fulda, Donnerstag den 18. Februar 1909.
36. Jahrgang.
Gr-stes Wlcrtt.
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 17. Februar 1909.
Der Reichstag nahm nach kurzer Beratung den Gesetzentwurf betr. Einwirkung von Armenuntcrstützung auf öffentliche Rechte in zweiter Leiung in der Som» missionSfasfung an, sowie eine Resolution an den Reichrlanzler, wonach die Vorschriften des Gesetzes auch für die Einzetstaaten Geltung haben sollen. Gegen die Resolution stimmten die beiden Parteien der Rechten und das Zentrum. Abg. Dr. Mayer-Kaufbeuren (Ztr.) begründete diese Ablehnung mit prinzipiellen staatsrechtlichen Erwägungen, da das Reich nicht das Recht habe, sich in innere Angelegenheiten der Bundesstaaten eiuzumischen. Ein sozialdemokratischer Antrag, alS Armenunlerftützung im Sinne des Gesetzes nicht anzusehen Unterstützungen, die zur He- bung vorübergehender Notlage gewährt sind, wurde abgelehnt.
Der Gesetzentwurf betreff, die Doppelbesteuerung, der zur zweiten Lesung stand, wurde wegen mehrerer dazu vorliegenden Anträge ohne wettere Debatte an rine Kommission verwiesen.
Es folgte die erste Lesung der
Banknovellr.
Staatssekretär v. Bethmanu-Hollweg leitete die Beratung mit einer längeren Red« ein. Er rechtfertigte die im Entwurf vorgesehene Vermehrung der eigenen Mittel der Reichsbank und die Einführung des steuerfreien Notenkonttngents. Die Reichsbanknote» sollen in Zukunft als gesetzlrchrs Zahlungsmittel gelten.
Abg. Kreth ttons.) bedauerte im landwirtschaftlichen Jnterrffe den hohen Diskontsatz der Reichsbank.
Abg. Speik (Z.f hielt eine Neuredaklion der ganzen Bankgesetzaedung für notwendig, meinte aber, man solle wirklich mit der Wirkung der Reichsbauk zufrieden sein. (Zustimmung.) Die Erhöhung der Altionskraft der ReichSdauk erschein« wünschenswert, wenn man auch über de» Weg streiten könne. Für begründet halte rr die vorgefchlaaene Erhöhung des steuerfreien Roten- kontingenlS. Diese Erhöhung liege auch rm Jntereffe eines niedrigen Zinsfußes. Man sollte aber auch den Privatbanknoten ein weiteres WirkungSgebiet schaffen.
Abg. Dr. Arendt (Rp) wünscht, daß die Reichs- bank verstaatlicht werde. Die Vorlage verschlechtere die Stellung deS Reichs bei der Reichsbank; daS sei um so bedenklicher, alS die Finanzlage des Reiches sehr zu wünsche» übrig läßt.
Abg. Weber (ntl.) hält den Weg, den die Vorlage einschlägt, den der Erhöhung des Reservefonds, für den richtigen Weg.
Donnerstag: Weiterberatung, außerdem Rechnungssachen.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 17. Februar 1909.
Die erste Beratung über die
Berggefetznovelle wird fortgesetzt.
Abg. Kapitza (Pole) bezeichnet die Vorlage als einen große» Fortschritt und als einen Wegiveiser zur Schonung und Kräftigung deS Arbeiters, gibt aber dem Wunsch« Ausdruck, daß die Wahl polnischer S-cherheilsmänner nicht allzusehr erschwert werd«. Ueberdaupt soll« man nicht jede Harmlosigkeit als großpolutsche Agitation ansehen.
Abg. Wolff-Lrffa ffreif. Vgg.) wünscht größere Bürgschaft en gegen willkürliche Entlassung der Sicherheitsmänner.
Darauf wirb Schluß der Debatte beantragt und angenommen. Das Schlußwort erhält
Abg. Bell (Ztr.). Er begründet den Zentrumsantrag betr. die Mitwirkung der Bergarbeiier bei der Grubenkoutrolle und dte reichsgesetzliche Regelung der Brrgarbesterverhältntffe. Das Zentruin fordere die Grudeukontroüeure nicht aus politischen Motiven, wie bi« Sozialdemokraten, sondern aus rein sachlichen.
Abg. Frhr. ». Zedlitz ifreikons.) spricht sich scharf zegen di« retchSgesetzliche Regelung der Bergarbeiter-
verhältniffe aus, da der Reichstag Byzantinismus nach unten übe.
Der Gesetzentwurf wird hierauf mit den zugehörigen Anträgen an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen.
Es folgt die zweite Beratung über den
Bergetat.
Abg. v. Seffel (konf.) meint, auch der Bergetat biete kein glänzendes Bild, und bedauert, daß daS Kohlrnsyndikat eine Einschränkung von 20 Prozent der Förderung habe eintreten taffen.
Abg. Sauermann (Ztr.) stellt fest, daß es bis heute den staatlichen Bergwerken nicht gelungen ist, einen wesentlichen Einfluß auf die Preisregulterung auszuüben. Die Ausfuhr von Kohlen nach dem Auslande muffe möglichst eingeschränkt werden. Die Steigerung der Löhn« stehe mit dem Steigen der Preise nicht im Einklang. Die Arbester dürften in der Ausübung ihres Wahlrechts nicht beeinflußt werden. Redner gibt seiner Freude Ausdruck, daß endlich Arbeitskammern eingerichtet seien.
Donnerstag: Fortsetzung und dritte Beratung des Pfarrerbe' oldungsget etzes.
= Friedenstauben.
Er wird kein Geheimnis verraten, wenn man gesteht, daß das deutsche Volk angesichts der unablässigen Anfeindungen und Verdächtigungen, denen die Absichten und Empfindungen des deutschen Volkes in einem Teil der englischen Presse ausgesetzt war, der Ankunft des Königs Eduards kühl entgegensah.
Es scheint aber, daß der Besuch des Königs von England politisch bessere Wirkungen übt, als man angenommen hatte. Jede der Kundgebungen des englischen Königs atmete so freundschaftliche Gesinnung, allenthalben machte sein Verhalten einen menschlich so gewinnenden Eindruck, daß sich die Herzen mehr und mehr erwärmten. Und. wenn man auch nach frühe- ren Erfahrungen vorsichtig jeden Ueberschwang zu meiden suchte, das Gefühl war dennoch allgemein: Das Eis ist gebrochen, die Zeit der gereizten, mißtrauischen Auseinandersetzungen ist vorüber, die Beziehungen zwischen Deutschland und England werden fortan eine erfreu- liche Besserung zeigen.
Diese Aufassung hat in den Verhandlungen des britischen Parlaments eine angenehme Bestätigung erholten. Die Hoffnung König Eduards, daß die Aeußerungen der Volksstimmung hüben einen entsprechenden Widerhall drüben finden würden, ist in Erfüllung gegangen. Er selbst hat in der Thronrede den Ton angegeben. Er spricht die Ueberzeugung aus, daß der herzliche Willkomm, der ihm bereitet wurde, die freundschaftlichen Gefühle zwischen beiden Nationen und damit die beiderseitige Wohlfahrt und die Erhaltung des Friedens stärken werde. Auf denselben Ton waren die Reden sowohl im Unterhaus wie im Oberhaus gestimmt »ganz gleich, ob Mitglieder der Regierungspartei oder der Opposition sprachen.
Der Earl of Crewe hat das Ergebnis des Besuches dahin zusammengefaßt, daß beide Völker, ohne daß an den bestehenden Bündnissen und Verständigungen etwas geändert wird, gegen einander eine durchaus freundüche Haltung beobachten und jede Gelegenheit ergreifen, sowohl zur Auftechterhaltung des Weltfriedens wie zur Förderung ihrer Interessen zusammen- zuwirken. Dieser Auffassung pflichtet die deutsche Nation willig bei. Sie sei gern bereit, in die dargebotene Hand einzuschlagen. Niemand
denkt daran, daß England, wenn sich die Annäherung an Deutschland vollzieht, seiner Freundschaft mit Frankreich entsagen solle, wie ja auch Deutschland gute Beziehungen zu Rußland zu unterhalten wünscht, ohne zu verlangen, daß das Zarenreich sein Bündnis mit der Republik aufgebe. Was verlangt werden kann, ist allein, daß Bündnisse und Freundschaften keine Spitze gegen Deutschland erhalten, wie man dazumal glaubte, als alle Welt von Einkreisungsplänen voll war.
Wenn jetzt fteundlichere Weisen von England herüberschallen, als man sie seit Jahren vernommen hat, so darf man hoffen, daß auch die Flottenfrage einer unbefangeren Be- urteilung als ftüher begegnen werde. In der Tat, es gibt keinen politisch zurechnungsfähigen Menschen im Deutschen Reich, der die deutsche Seemacht ausbilden möchte, um England zu überfallen. Und niemand wird dem Jnselreich das Recht bestreiten, seine Flotte in dem Maße zu verstärken, wie es die britische Nation nach Maßgabe ihrer großen Seeinteressen für nützlich und geboten erachtet.
Deutsches Reich,
X Zur Reichsfinanzreform.
Die Subkommission der Steuerkommission des Reichstages arbeitet in tiefster Verschwiegenheit. Hoffen wir, daß das, was schließlich an netten Gedanken und Plänen herauskommen wird, das Licht des Tages vertragen kann. Die „Germania" wollte dieser Tage bereits eine Reihe von Mitteilungen machen können, wonach eine Annäherung der verschiedenen Anschauungen auf folgender Grundlage stattgesunden habe: keine Nachlaßsteuer, dafür Erhöhung der Matrikularbeiträge, keine Gas- und Elektrizitätssteuer »dafür eine $ o I) = lenftcuer (25 Pfg. pro Tonne Steinkohlen, 10 Pfg. für Braunkohlen), keine Wein-, Inseraten- und Plakatsteuer, dafür Fortbestand der Fahrkartensteuer und der Zucker- steuer in der jetzigen Höhe.
Die Zeit niuß lehren, ob diese Mitteiluitgen mehr als Verntutungen find. Vorläufig muß man es bezweifeln. Daß die Regierung vorläufig noch an der N a ch l a ß st e u e r f e sitz ä l t, geht u. a. aus der Tatsache hervor, daß sowohl „Reichsanzeiger" wie „Nordd. Allg. Ztg." den Passus der Rede des Finanzministers von Nheinbaben in der Steuerkommission des Reichstages veröffentlichen, der davon handelt, )aß die Landwirtschaft durch die Nachlaßsteuer nur wenig betroffen werden würde. Beide Re- zierungsorgane erklären, daß diese Angaben iei weiterer Verbreitung geeignet sein würden, >tc vielfach bestehenden Bedenken gegen die Nachlaßsteuer zu entkräften. Des besondern Nachdrucks wegen wird dieser Artikel auch noch lurch die halbamtliche „Bert. Korr." weiter an >ir Amtsblätter usw. übermittelt. Hinsichtlich der K o h l e n st e u e r versichern fteisinnige Abgeordnete mit allem Nachdruck, diese Steuer ei „ein Unsinn". Anderwärts wird behauptet, 'aß an Stelle der Nachlaßsteuer doch eine Rcichsvermögenssteuer von der Subkommission ausgchcckt sei, die am 1. April 1910 nach statistischer Aufnahme des Vermö
gensstandes in ganz Deutschland in Kraft treten würde.
Sonach scheint es, daß greifbare Blockabmachungen zur Zeit noch nicht vorliegen und daß das Schicksal der ganzen „Reform" noch ungewiß ist.
Das Vorstehende war bereits gesetzt, als unZ folgende Mitteilung zuging, die bestätigt, daß die Kompromißoerhandlungen zur Zeit auf einem toten Punkt angelangt sind:
„DieBlockparteien des Reichstageshalten Mittwoch- u. Donnerstagabend Fraktionssitzungen ab, in denen ihre Vertreter im Unterausschuß der Finanzkommission über dessen bisherige Verhandlungen und vergebliche Bemühungen, zu einer Verständigung in der Reichsfinanzresorm zu gelangen, Bericht erstatten und sich neue Weisungen für weitere Verhandlungen erteilen lassen werden. Der.Tag' nimmt an, daß man sich schließlich noch auf eine erweiterte Er ban- fallsteuer als Ersatz für die Nachlaßsteuer einigen wird. Wieweit daS öfters offiziös benutzte Blatt mit dieser Meldung der tatsächlichen Lage gerecht wird, können wir nicht untersuchen. Vielleicht handelt es sich hier um einen Ausdruck regierungsseitig gehegter Wünsche."
Die „Natt. Korr." hatte sich über die Aussichten der Reichsfinanzreform sehr pessimistisch geäußert. Schatzsekretär Sydow habe sich, indem er auch auf die Unterstützung des Zentrums reflektierte, zwischen zwei Stühle gesetzt. DaS Zentrum wolle eine ausreichende Reform nicht bewilligen, der Block aber funktioniere überhaupt nicht mehr. Gegenüber diesem in patlamentari«' scheu Kreisen lebhaft erörterten pessimistischen 'Nachrichten will die „Nat.-Ztg.* wissen, daß man in den verantwortlichen Kreisen der Siegte«1 rung und der Parteien jene Auffassung keines« wegs teile. Die Möglichkeit einer Berftändi«1 gung ist, rote dem genannten Blatte maßgebende politische Persönlichkeiten versicherten, immer noch gegeben. Die bevorstehende lcrndwirtsch/ Woche werde zwar die agrartschen Wünsche in einer besonders akzentuierten Form zum Ausdruck bringen, aber gleichwohl glaube man in konservativen Kreisen, daß die Reichsfinanzreform im ganzen zur Erledigung komme.
s. Der Beamtenwohnungsgeldzuschuh.
Die verstärkte Budgetkommisfion deS Abgeordnetenhauses erledigte in ihrer Sitzung am Mittwoch die Vorlage über den Wohnungsgeld« Zuschuß für die preußischen Beamten. Zunächst wurde seitens der Subkommission über die oer« traulichen Einigungsverhandlungen mit der Sub« kommission des Reichstage- Bericht erstattet. Da- Ergebnis derselben trat in den vorliegenden An« trägen zutage, wonach sür eine große Anzahl nach der Regierungsvorlage deklassierter Orte di« Deklassierung rückgängig gemacht wurde. Nach dem ersten Anträge sollen die Orte Breslau,^ Köln und Rixdorf wieder in Klaffe A zurückversetzt werden. In diese Klaffe sollen dann noch erhoben werden u. a. Düffeldorf und Wiesbaden. In die Klaffe B wurden 23 Ort« zurückversetzt, u. a. Kassel, Koblenz, Hage« Wests.), Homburg v. d. Höhe und Wilhelms« döhe (Schloß). In die Klaffe C werden wieder herauf gehoben u. a.: Arnsberg, Aschersleben, Buer (Wests.), Göttingen, Herford, Langen« lchwalbach, Marburg, Minden (Wests.), Mühlhausen i. Thür., Naumburg a. d. S., Pader«
Jch bin übrzeugt, Elsie" versetzte Miß West
« W rte' Fte „daß Madame W^n^Vnen ’
wlll, rwß sie aber Nicht mehr zur Schule zurück-Irisch führte." »vezelcynerui
brau“$ „ . r „In seiner Art, Tantchen; Du benbeR in
_ "pft metne Erziehung beendet, Mama?" hohem Grade das, was Monsieur Dubois di- fragte Elsie. Kunst der Beschränkung der Rede
Und Ladn Mau ne lächelte tfir WrnFU-oa « °u nennen
fragte Elsie.
pflegte.
Elfte Wayne ist in bester Stimmung; sie ist beinahe sechszehn, und das schreckliche Pensionat uegt endlich hinter ihr. Wirklich, Lady Wayne baß sie. Musik- und
Und Lady Wayne lächelte ihr betrübtes Lächeln.
35] AuS dem Englischen von K. v. Raesfeld.
20. Kapitel.
Regentropfen auf der Terrasse.
Eine heitere Familiengruppe ist im Frühstückszimmer auf Kenninghall versammelt; Lady Wayne, die sehr schon und anmutig in ihrer Morgentoilette von blaß heliotropfarbener Seide aussieht: Miß West, nicht ganz so zufrieden und ruhig blickend wie gewöhnlich; Lord Wayne, in seinen Stuhl zurückgelehnt und in die „Times" vertieft. Dann und wann unterbricht er feine Lektüre, um über die tollen Einfälle seiner Tochter niitznkachen und ein heiteres Wort dazwischen zu werfen.
„Mein Liebling", sagte sie, „im eigentlichen Sinne des Wortes hat sie kaum erst begonnen."
„Was, Mama?" rief Elsie überrascht; „ich will nicht prahlen, aber ich kann deutsch, ftanzö- sisü) und italienisch gut sprechen — flüssig, sagten meine Lehrer — und ich bin mit meiner Musik und meinem Zeichnen auch nicht zurückgeblieben."
Lady Wayue lächelte wieder über das bekümmerte Gesicht ihrer Tochter.
„Das sind Talente und Fertigkeiten, Elsie", versetzte sie: „Erziehung liegt viel, viel tiefer."
Doch Elsie hat bald ihre Munterkeit wieder gewonnen und sitzt schäkernd, lachen-, voll taufenberiet bunter Einfälle am Frühstückstisch, das
schönste Bild jugendlicher Schönheit und jugend- ltcheu Liebreizes.
Sie erbt ihrer Mutter strahlende Schönheit dasselbe reiche goldigbraune Haar, lachende dunkelblaue Augen, säße, volle Lippen und die schlanke graziöse Gestalt. Lord Wayne liebt seine Tochter sehr und ist außerordentlich stolz auf sie. ete ist keineswegs übermäßig reserviert und ad)* tungsvoll in ihrem Benehmen gegen die Elt--rn sondern plaudert mit ihnen, als ob fte ihnen bolL ständig gleich stände.
„Wenn Du gerade aus einem Pariser $cn- fionate nach Hause zurückgekehrt wärest, Pava" sagt sie ^wurdest Du Dein Frühstück höher schä-' tzen als Derne Zeitung. '
„Warum, Elsie?" fragt Lord Wayne
- lle Dir bloß den Unterschied vor zwischen eurer Tasse schwarzen Kaffee mit einer trockenen kleinen Semmel und diesem üppigen Früd-'tUck- nne Jee schmeckte, hatte ich überhaupt ganz vA
Miß West war an den Konversationston iBrw Richte vollständig gewöhnt. °n ^rcr
»Du wirst heute morgen ausfahren wie SÄ'«kündigte sich Lord Wayne inzwischen. 1
Elsie blickte burch's Fenster auf die blühenden Blunien und grünen Bäume. v
„Mama", sagte sie plötzlich dazwischen totr erft so spät angekommen RnMft norf/fd™ gelt gewesen, über .meine Zimmer zu bestimmt Ich mag das, was ich zetzt habe, nicht leidem"
„Warum nutzt?" ftagte Lady Wayne? Mir gefallt Süden am besten; die Aussicht von" den Fenstern ist viel hübscher alz von den meinigen."
Aber elf« hatte schon wieder eimm aXm
Gedanken. „Ich glaubte schon, heute wäre es mit dem Ausfahren nichts gewesen", sagte sie. „Ich bin die halbe Nackft von dem Regenplätschern wach gehalten worden; ich dachte die Welt halb überschtvemmt zu finden."
„Was, Negenplätschern," bemerkte Lord Wayne mit einem halben Blick über feine Zeitung. „(Sestern haben die Gärtner noch alles begossen, und heute morgen war schon wieder alles trocken. Ich glaube, seit wenigstens zwei Wochen ist kein Tropfen mehr gefallen. Tu hast geträumt."
„Rein, nein, Papa, wirklich nicht; ich hörte ganz deutlich, tote die Tropfen gegen das Fenster und auf die harten Steine der Terrasse schlugen."
„Wo schläfst Du?" fragte der Lord, die Zeitung hinlegend und seinen Blick auf sie richtend.
„Im westlichen Flügel, in einem der großen Zimmer, die auf die Terrasse gehen."
„Tann, Elfte, hast Du den Geist von Kenninghall gehört."
„Wirklich, ja?" rief sie und klatschte in die Hände, „o wie reizend!"
Aber Lady Wayne war sehr blaß geworden, unb Miß West war es augenscheinlich unbehaglich
„Bevor irgend ein Unglück, Kummer oder dergleichen den Waynes droht," sagte Lord Wayne, der eher Stolz als etwas anderes über die Fa- milien-Sage empfand, „läßt sich dies Geräusch ähnlich tote fallende Regentropfen vernehmen."
„Ich mag nicht davon hören," sagte Lady Wayne abwehrend. „Lady Beoerl«) erklärte vor Jahren, als ick) hierherkam, sie habe es gegärt; es ist aber damals kein Unglück gefolgt, Mortimer."
„Kerns von dem wir wissen, allerdings: aber die Sage ist seit vielen Jahren in der Familie."
Ta Lord Wayne bemerfte, baßes seiner Gattin augenscheinlich unangenehm war, das Thema weiter zu erörtern, änderte er das Gespräch
„Wir werden einige unserer altmodischen Gewohnheiten toobl aufgeben muffen," lächelte er und blinzelte Elsie zu. Unser Töchterchen wirb Bälle, Partien und Föten haben wollen."
„Wir erwarten einige Besuche für heute," der. setzte Lady Wayne. „Tu wirst Dich erinnern, Mortimer, Lord St. Gilbert und fein Freund — der junge Herr Werner, der Dir so gut gefällt."
„Heute?" toiederholle er, sich entfinnend; — „richtig! Ich hatte so eine Ahnung, es wäre nächste Woche. Hast Du irgend jemanden mit ihnen ringeloben?"
-Mrs. Gizzard hat versprochen, Alice und Claire auf eine Woche zu bringen."
, Gut, gut, sie werden Elsie gefallen."
„Mir gefallen alle Leute, Papa; ober einige natürlich besser tote andere." —
Das Frühstück war vorüber; Lock Wahns entfernte sich. Lady Wayne erinnerte sich, daß sie noch einige Einladungsbriefchen zu schreiben hatte. Elsie eilte hinaus in den ©arten, roo Bienen und Schmetterlinge den Sonnenschein nach Kräften benutzten. Marian West blieb allein.
Es toar ein Glück für sie, daß niemand in der Nähe war, der ihre Aufregung und ihre Blässe bemerkte.
„Heute kommt er," murmelte sie vor sich hin, „und diese geisterhafte Warnung wiederholt sich zum zweitenmale. O, mein Gott, was bedeutet es? Was soll ich tun? Wie soll ich es überleben, ihn hier im Hause seiner Mutter und dis beiden sich als Fremde begegnen zu sehen? Ich wollte, ich wäre tot! Ich wollte, ich könnte sterben!
Ein ungewöhnlicher Wunsch für eine so tapfere und mutige Natur wie Marian West!
„Es nutzt nichts, der Sache aus dem Wege zu Sehen." dachte sie dann; „ich muß mich stählen, allem Kommenden entgegenzusehen und alles zu ertragen. Großer Gott, was sollte daraus werden, wenn ich nochgäbe, unterläge? Wie viels Leben scheine ich in meiner Hand zu halten? Ach. wenn mir jemand nur sagen wollte, ob es Bor- fchung oder Zufall ist, was ihn hierher geführt!"
(Fortsetzung folgt/