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Fulda, Dienstag den 16. Februar 1909.

Jahrseng

Erstes Matt

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23 psA, bei Witte» hsümge» wir» entspL Lateü-tvLtzrt.

Xndaee: Vit tfe fta^tptStztllfte»

als öffentlicher Schuldienst die Zeit angerechnel werden, während der em Schullehrer an privaten Anstalten sich befunden hat, welche ausschließlich gemeinnützigen . ___„v„ .

Zwecke» dienen und die fät ihre Unterhaltung auf die I mftinf wurden sei öffeutlicke WokltLliakeit auaewieseu sind W WOtOtn skl.

*■" Eine Kolonialangekegenheit, die purfj uns angeht, beschäftigt soeben die englische Presse, wonach die in Afrika aneinandergrenzenden Mächte, Deutschland, England, Belgien und Frankreich sich im Falle von Eingeborenenauf. ständen Unterstützung leisten sollten. Leider wird diese Meldung von anderer Seite bereits wieder dementiert.

(*) Der Kampf „gegen einen unsichtbaren Feind". Der schon mehrfach erwähnte groste Be­leidigungsprozeß gegen den Herausgeber des „Blaubuchs", Dr. Heinrich Jlgenstein, und Kapi­tän zur See a. D. Berger begann am Montag in Berlin. Berger ist seinerzeit nach heftigen Kämp­fen gegen den Admiral Schmidt und Aberken­nung des Rechts zum Tragen der Uniform mit schlichtem Abschied entlasten worden. Er ist der Meinung, daß ihn Admiral Schmidt wegen pri­vater Vorgänge ungerecht verfolgt und ihm ein wissentlich unwahres Dkenstzeugnis ausgestellt habe. Als er mit allen seinen Schritten gar keinen Erfolg hatte, erschienen im „Blaubuch" mehrere Artikel, in denen Staatssekretär v. Tir» Pitz, der Chef des Marinekabinetts, Vizeadmiral Muller und die Admirale Schmidt, Graf Baudis- sin,. v. Prittwitz und v. Fische! in sehr scharfer Weise angegriffen wurden. Es wurde in den Artikeln der Vorwurf des Justizmordes, test Rechtsbeugung, Vertuschung, skrupelloses, frevent­liches Verfahren usw. erhoben. Bei {einer Ver­nehmung erklärte Berger, er führe hier in einer Sache nicht nur einen Kampf gegen hohe Zeugen, sondern „ich führe einen Kanwf gegen einen un­sichtbaren Feind ! Geaen den Druck von oben.,

I tung des Friedens gerichteten Bestrebungen Eng. I lands und Deutschlands, als auch in der Haltung beider Regierungen gegenüber dem neuen Regime in der Türkei. Er hoffe, daß die öffentliche Meinung in beiden Ländern dem von den Herr­schern und Staatsmännern gegebenen Beispiele ehrlicher, friedlicher Absichten und aufrichtigen gegenseitigen Der stehens folgen werde. — Dem Oberbürgermeister Kirschner ist folgende Kabinettsorder des Kaisers zugegangen:

,Se. Majestät der König von Großbritannien und Irland hat mich vor leinet Abreise gebeten, der Haupl- und Residenzstadt Berlin nochmals seinen herzlichsten Dank für den freundltchen Empfang auszufprechen, welcher chm und seiner erlauchten Gemahlin hier zu­teil geworden ist. ES gereicht mir zur Freude, Sie hiervon in Kenntnis zu setzen. Zugleich ist es mir ein Bedürfnis, auch meinerseits Dank und Anerkennuna zu sagen für die herchche Begrüßung meiner erlauchten Gäste, die prächtige Ausschmückung der Festiiraße und deren einzelnen Gebäude sowie das sympathische Ver- botten der Berliner Bürgerschaft während der ganzen Dauer des hohen Besuches. Berlin hat durch diese Kundgebung und Veranstaltungen wesentlich dazu bet» getragen, den Aufenthalt der englischen Majestäten zu einem so angenehmen und erfreulichen zu gestalten und dadurch zugleich erneut dem Wunsche des deutschen Volkes Ausdruck verliehen, die freundschaftlichen Be­ziehung«» zu dem stammverwandten englischen Bolle zu pflegen und zu stärken."

Auf dem politischen Hintergrund des Besucher wirft eine Nachricht der englischen liberalen Zeitung ,Nenrs" ein interessantes Licht. Danach ist in bezug auf das Schiffbaupro­gramm noch nichts endgiltiges beschlossen, da die Entscheidung bi8 nach dem Besuch König Eduards in Berlin zurückgestellt worden war. Der,NewS' glauben, daß das Kabinett in ge­wisser Weise seinen bisherigen Standpunkt auf­gegeben habe und aus Sparsamkettsrücksichten für nächste- Jahr zunächst nur den Bau von 4 Dreadnoughts befürworten werde. Eine ähnliche Nachricht ist schon vor einigen Tagen bekannt geworden. Möglich, daß sich die englischen maß­gebenden Kreise aus der Geschichte der Balkan- wirren, besonders aus dem Rückschlag derselben auf die internationalen Verhältnisse, eine sehr

t Abg. Ledebour (So, ) erklärt sich mit der Anregmig des Grafen Oppeuöotff gleichfalls einverstanden. Die Vorschläge bezüglich der Berichterstattung halte ich für völlig unannehmbar. Die Kommifstousverhandlungen sollen das Licht der Oessentlichkeit nicht zu scheuen

। Abg. Liebermann tz. Sonnenberg (wirtsch. Bgg.) »P gleichfalls mit der Anregung des Grafen Oppers«

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Deutsches Reich.

* Der Besuch des englischen Königspaares.

। t Es findet zunächst eine allgemeine Besprechung

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Sitzung vom 18. Februar 1909.

DaS Haus ehrt zu Beginn der heutisen Sitzung daS Andenken des verstorbenen Abg. Wattendorf (Ztr.) durch Erheben von den Sitzen. Alsdann wird daS

LehrerbesolbungSgefetz

«kschttet tli-ttch «tt gxswtyH ter Sottm »a» Feiertage, viertel« MrUcheeteMgrpretr ohne vringerloha und r.MgeldmZultefs, K^aasDörtsLSOiBL

< DttOttho. HttetiiiUR * v.: ». wetzler;

I.pvzeLer io Lrütel. WschtNötilüger „Illustrierte 5snntag;reltung"

Verlag ter Fuldaer A.

Momckbeliage- Fuldaer SeschichtLblätter" Ä.Ä1

Der Reichskanzler Fürst v. Bülow hat sich, wie der Berliner Korrefpondent deS Reuterschen BureauS zuverlässig erfährt, über das Ergebnis des englischen Königsbesuches hoffnungsvoll ge­äußert und folgendes erklärt: Der Berlauf der Besprechungen zwischen den englischen und deut- schen Staatsmännern habe auch aus deutscher Seüe aufrichtige Befriedigung hervorgerufen und Abg. v. Tilly ((onf.): Nach dem Gesetze soll auch I S fcPhÄf''

öffentlicher Schuldienst die Zeit angerechnet werdm ^5 KömgS das Vertrauen m die berdersettlge —----... - - ’ ■ — '' Loyalität, das Verständnis für die politischen

Ziele der beiden Reiche auf beiden Seiten ge- öffenlliche Wohliäiigke.k angewiesen sind.Was ist'hier I "T?™ 'A J.1" «ehandlnnq ter unter gemeinnützigen Anstalten zu verstehen? Erneut ItaliaNfragt habt sich eine weitgehende Ueber- "" “ ’ ' ' “ einstimmuug ergeben, sowohl der auf die Erhai»

große Lehre gezogen haben. Daß die friedfer­tigere Gruppe bei der Meinungsverschiedenheit in betreff deS Marineprogramms, der der Schatz­kanzler Lloid George angehört, die Oberhand bekommen hat, geht auch daraus hervor, daß Admiral Lord Charles Beresford vom Kom­mando der Kanalflotte vor Ablauf der gesetz­lichen Amtsdauer zurücktritt. .Standards der den Rücktritt des Admirals bejammert, deutet an, daß die Differenzen mit den technischen Rat­gebern des Marineminiflers den Rücktritt Beres­fords veranlaßt haben, deffen Unverträglichkeit offenkundig war.

(*) Eine Reichskohlensteucr? Die konserva­tive Partei hat nach Angabe der „Rhein. Wests. Ztg." vorgeschlagen, die Nachlaßsteuer durch eine Reichskohlensteuer von 50 Pfennig für 20 Zent­ner zu ersetzen. Das genannte Blatt hält die Annahme des Vorschlags für wahrscheinlich, schätzt den zu erwartenden Ertrag auf 100 Millionen Mark und meint, die Folge werde eine Herab­setzung der Löhne oder eine Erhöhung der Koh­lenpreise sein. Alles dem Block zuliebe? Wir glauben zunächst nicht an die Möglichkeit, die Bergarbeiterlöhne weiter herabzudrücken. Ange­sichts der verbitterten Stimmung wäre ein M äs­se n ft r e t k die Antwort auf ein derartiges Bor- . gehen.

)( Arbkiter-Rcntengüter sollen nunmehr vom Staat in stärkerem Umfange gebildet werden. Bisher oblag dieser Geschäftsbetrieb den Gene­ralkommissionen. Anscheinend haben diese nicht schnell und nicht leicht genug gearbeitet. Infolge­dessen soll jetzt, dem Drange der Zeit auf Erwei­terung der Macht des Landrats folgend, diesem die Bildung von Rentengiitern übertragen wer- den.

7= Borbrreituuge« für neue Marinerüstungeu? Wie aus Wilhelmshaven gemeldet wird, hat der fsteichsmarinefiskus in der benachbarten Gemeinde Heppens gelegene preußische Domäneland zur Vergrößerung der Wilhelmshavener Marinean­lagen gekauft.

)( Abg. Wattendorf f. Einen neuen schweren Verlust haben die Berliner Zen- trumsftaktionen erlitten. DaS Mitglied deS Reichstages und preußischen Abgeordnetenhauses, Heinrich Wattendorf, ist am Montag in feiner Heimat Ibbenbüren gestorben.

Abg. Wattendorf gehörte dem Reichstage als Ber» treter des westfälischen Wahlkreises Lüdinghausen« Beckum-Warendorf seit dem Jahre 1890 an, dem preu­ßischen Sibgeordnetenhause feit 1902 für Ahrhaus« Stemjurt. Aus der parlamentarischen Tätigkeit des Verstorbenen ist hervorzuheben, daß er eine lange Reihe von Jahren die Kettung der wichtigen Pettlionskom« Mission im Reichstage hatte. Er hat ein Alter von nicht ganz 64 Jahre» erreicht. Die Zentrumspartei verliert in ihm einen mutigen und entschiedeneu Vor­kämpfer, die Fraktionen einen tüchtigen und treuen Mitarbeiter und Heben Freund. Dre vom Abg. Wat­tendorf bisher vertretenen Wahlkreise find sicherer Zen« zrumsbesitz.

c. Ter „Sauherdentott", den ter Zehnge- bote-Hofsmann im preußischen Abgeordne­tenhause anzuschlagen beliebt, hat bekanntlich die Mehrheit des Hauses veranlaßt, bei der zweiten Beratung der Psarrbesoldungsgesetze durch recht­zeitige Schlußanträge dem Abg. Hoffmann das Reden unmöglich zu machen. Seit sozialdemokra­tische Presse ist über diese „Vergewaltigung" na­türlich äußerst erbost. Die „Post" bemerkt da- gegen, daß der Debatteschluß sich nicht entfernt gegen die sozialdemokratische Fraktion als solche gerichtet habe, sondern allein gegen die Person Hosfmanns. Jedes andere Mitglied der sozial­demokratischen Fraktion, würde zum Worte ge­kommen fein. Das freikonservattve Organ un­tersucht dann, ob die Geschäftsordnung des Ab- geordnetenhauses ausreichende Mittel daröietet, um weiteren Versuchen, den Sauherdenton sozial- demokratischer Versammlungen in das Abgeord­netenhaus einzuführen, wirksam vorzubengen, und regt Erwägungen an, ob nicht eine Verschär- ung der geschäftsordnungsmäßigen Disziplinar- maßcegeln, vielleicht durch zeitweiligen Ausschluß von den Verhandlungen, herbeizusühren sein werte.

gangen ist unv den Reichstag nächstens beschäftigen wird.

Abg. Geck (Soz.): Die Anregung des Grafen OpperSdorff ist auch uns sympathisch. Emen Ausschluß der Berichterstattung aus den Kommissionen halte ich indessen nicht für zweckmäßig. Im weiteren beschwert sich Redner über die schlechte Küche und die schlechten ®ei müe im Reichstag und regt an, der Reichstag möge die Restauration auf eigene Jiegte nehmen.

Abg. Dr. Arendt (Rp.) bittet der Anregung des Grasen Oppeisoors Folge zu geben.

Abg. Graf Westarp (tonf.) schließt sich im wesent­lichen den Aussührungen des Frhr. v. Hertling an, nur meint er, es genüge, wenn nur die Beschlüsse Der Som» Missionen bekannt gegeben würden. Auch der Frage eines objektiven Parlamentsbrrichls müssen wir näher treten.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 15. Februar 1909.

f Präsident Graf Stolberg macht Mitteilung von dem Tode des Abgeordneten Wattendorf (Zentr.), ge» Säijlt für den ersten Wahlkreis des Regierungsbezirk- lünfter. Das Laus ehrt das Andenken des Ber« ftorüenen in der üblichen Weise.

Zweite Beratung der

Postbampfer-Subventionsvorlage.

, Die Kommission beantragt die Annahme der Vor« läge, durch die die bisher gezahlte Subvention um 870 000 Mark erhöht wird.

, Abg. Lattmann (wirtsch. Bgg.) erklärt, daß seine Partei der Vorlage zustimme, weil bei der finanziellen Deckung Neuguinea und die Karolinen mit 140000 Mark jährlich herangezogen werden sollen. Damit sei her Grundsatz der Heranziehung der Kolonien zu solchen Kosten klargestellt. Das werde sür die Kolontalverwal« tung und die Kolonien erziehlich wirken. Vor dem enbgittigen Abschluß möge die Regierung beim Lloyd dahin wirken, daß er mehr als bisher modern« An» schcmimgen gegenüber dem Organisalionsrecht feiner Beamten und Offiziere walten lasse.

, Abg. Aoske (Soz.) begründet einen sozialdemo­kratischen Antrag Albrecht, der die Ausnahme einer Bestimmung verlangt, wodurch die Unternehmer ver­pflichtet werden, für die Ausreise der Dampfer so viel weiße Schiffsleute anzmnustern, als zu einer aus­reichenden Besatzung des Schiffs erforderlich sind.

Die Abgg. Gans Edler von Puttlitz (kons.) und Hormann (Freis. Vp.) stimmen der Vorlage zu.

Abg. Erzberger (Zentr.): Meine politischen Freunde werden für die Vorlage stimmen, nachdem unsere finanziellen Bedenken beseitigt worden sind. Den An­trag Albrecht lehnen rohe ab, da er in der Praxis nicht durchführbar ist.

Abg. Arnmg (natl.) tritt gleichfalls sür die Vor­lage ein.

Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage rohrt» unter Ablehnung der Resolut! on Albrecht nach den Beschlüssen der Kommission angenommen.

Etat deS Reichstages.

Abg. Kämpf (frs. Bp.) regt an, über jede einzelne Kommksfionssitzung einen authentischen offiziellen Be-

unter gemeinnützigen Anstalten zu verstehen. _______

möchte ich die Regierung bitten, mit Wohlwollen bei der «ussühnrng des Gesetze- gegen die Orte mit 8—2ö Schulstellen vorzugehen.

Ministeriaidirekior Schwartzkopff: Allgemein können wir nicht festfetzen, was unter gemeinnützigen Anstalten M verstehen ist. Das muß von Fall zu Fall entschieden werden. Aber darüber besteht bei der Regiernna kein Zweifel, daß der Charakter der G.meinnÜtz.gkttt Mcht verloren geht, wenn auch die Anstatt eine kleine Ein- nabme Hal. Star darf es nicht eine roesentliche sein. Hervorheben null ich noch, daß, wie immer nach Be. wldungsgesetzen, so auch hier, eine Ausbche^ £ Penfionäre und Witwen noch «erabschiedmia der Be soldungsgesetze ersolgen wird. Aber e- fann bieFnidbt a.atetn fnr die Lehrer geschehen sondern im allgemeine also auch für di« Staatsbeamten. s

Jtfcherl (Ztr.): Die Lehrerinnen sind in mab- ""gegangen, rott vornehmer »nWetentett Haden sie ihre Interessen verfolgt Ich kann den Lehrern nur den Rat geben, sich deek-ri^n Vornehmheit zu bedienen und nicht gewissen fÄ m folgen. Die Lhrer hätten jetzt wirtttch mit dem plsrieden fein, was sie erreicht haben Vehr" werben burd) Betrauen zum A^eordneienhache mehr erreichen, als durch wilde Agitation. Wrr röTh,,. SÄVÜß»mK treten und hoffen, daß sich dann auch die Lehrer in de« JnduKrieb^irken beruhigen, beim roa8 birfe jetu 'ordern, ist nicht durchführbar. Sollte es burchgeiüht werden, so muhten ui den meisten Städten des EJj öie Personalft.uem. auf über 170 Prozent dieRe«! steuern auf mindestens 305 Prozent erhöbt Hoffen,^gelingt es, zu verhinde^ ba? Ä d7m L ietze im Herrenhause Aenderungen vorgenommen wndm Ganz besonder- muß ich mich gegen den BnrW™ w^den, di. Zuschüsse nach tem tommuntifteueS sestzusetzen. Das wäre doch ein ganz immiäKW gnfk m die Freiheit der Gemeinden. (BeÄ ®

®bg. Schisser (ntlb.); Ein IHubepunÜ ist erreicht von dem rott Ausschau batten lönnen Wir uns freuen, wenn dieser Zustand »n einer des Lehrerstandes in ferner Gesamtheit führen Trotzdem halten wir an unserer Förderin,« der Stri* stellung mit den Sekretären fest Nr,r rn ^2 °^' ideale Forderung, die roir zuräcksteUen ei”! bessere Zeiten da find. K Bussen, ins

in dritter Lesung beraten.

Hierzu liegen verschiedene Anttäge vor: Ein An- ttag Dr. Jderhoff (freikons.) ersucht die StaatSregie- rung, aus eine Erhöhung des UnterstützungsfondS für an-geschiedene Lehrer und Lehrerinnen, den gesteigerten Lebensbedürfnissen entsprechend, Bedacht zu nehmen. Ein Anttag Eickhoff (fteif. Vp.), der auch von den Nationalliberalen unterstützt wird, erfucht die königliche Staatsregierung, auf eine Erhöhung deS Unlerstützungs- Snds füx Wstwen und Waisen von Elementarlehrern edacht zu nehmen. Sin Antrag v. Dittfurth (kons.) ersucht die königliche Staatsregierung, für Schulneu­bauten unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und der Letstmigsfähigkeit der Beteiligten neue An- hattSpunfte über Größe und Beschaffenheit der Dienst- roohmmgen ausMstellen. Ei»AntragDr. Glattfelt.r (Ztr.) fordert allgemeine Bestimmungen über Größe und Beschaffenheit der Dienstroohnungen für Lehrer und Lehrerinnen, Zubehör und Bestandteile der Dienst­wohnungen (Wfttschasisgebäude, Defen usro.s, ferner über die Rechte und Pflichten der Wohnungsinhaber kWaffer- und Lichtbeschaffiwg, Jnstaudhaltung usw.). Me Anträge wollen die beiden, in der zweiten Lesung ab^elehnteu Refoluttonen der Kommiffion wieder her-

EV'nS’hiS’Ä S.» u1""

«bg. Gaffel (frs. Vp.1 bedauert, daß .z nicht ae- kmrgen ist, tmt scharf« Kontrolle des Abgeordneten- Hauses über di« Berieilrmg der Unterstützungen durch, zusühren.

Geheimrat Klotzsch erwidert auf eine Anfrage, die Regierung erachte e- nicht für angängig, daß, wenn für einen Schulverband gesetzliche StaatSletRungen nicht gewährt werden, Ergänzungszuschüffe gegeben würden.

Abg. Meher-Rottmannsdorf (freit) bedauert, daß die Besoldungskaffen nicht zur Durchführung gekommen seien.

Abg. Graf Spee (Ztr.): An sich hat der Abg. Gaffel recht, daß Berlin große Opfer bringt Das läßt sich aber nicht ändern.

Abg. Heisig (Ztr.): Die Worte deS Ministerial- dftektorS, daß das Gesetz ohne Bedrückung der Ge­meinden ausgeführt werden würde, waren nur ein« Hoffnung. Die gesetzlichen Bestimmungen selbst müßten den Gemeinden Sicherheit vor großer Belastung geben. Viele Gemeinden sind nicht nur leistungsschwach, son­dern geradezu leistungsunsähig. (Beifall.)

Abg. LLderS (freut): Ein gleiches Gehalt in Stadt und Land ist für die Lehrer notwendig, da auch alle Lehrer die gleiche Vorbildung haben.

Abg. Marx (Ztr.): „BesoldungSkaflen" ist ein I Schlagwort Es ist damit nichts anzufangen. Wir konnten unS in dieses Phantom nicht weiter vertiefen.

Die allgemeine Besprechung schließt.

Abg. Marx (Z.) befürwortet den Anttag, der all- Semeine Bestimmungen über die Größe und Beschaffen- eit der Dienstwohnungen für Lehrer und Lehrerinnen verlangt

Abg. Hackenberg (ntk.) spricht für den vom Vor­redner befürworteten Antrag, bekämpft dagegen den Antrag v. Dittfurth, »eil es nach letzterem auf die LeistungSfähigker, ankomme.

Abg'. v. Tilly (tonf.); Der ZentrumSantrag ist Sr uns unannehmbar. Er würde große Beunruhigung zahlreichen Schulverbänden bringen.

Abg. Caffel (ftf. Bp.): Ich kann nicht einsehen, weshalb nur Normotivbestimmungen für Umbauten gegeben werden sollen. Ich bitte deshalb, den Antrag anzunehmen.

Der Antrag Glattfekter wird abgelehnt, der An­ttag von Dittfurth angenommen.

Im weiteren Verlauf der Einzelberstung tritt

Abg. De. Schlepp (frs. Bp.) für die Anrechnung der Dienstzest an gemeinnützige« Anstalten ein.

Abg. Heisig (Z.i schließt sich dem Abg. Schlepp an.

Abg. Schmidt-Warburg (Ztr.) äußert Zweifel, ob das Gesetz nicht gegen den Artikel 25 der Verfassung verstoße und deshalb nach 21 Tagen nochmals zur Ab­stimmung gestellt werden müsse. Der § 44 des Gesetzes drehe die Berveislast deS Artikels 26 der Verfassung um. (Heiterkeit.)

Das Gesetz wird in der Gesamtabstimmung ein­stimmig angenommen. Die Resolutionen Jberhoff (frei« kons.) auf Erhöhung des Unterstützungsfonds für pen­sionierte Lehrer und Lehrerinnen und die Resolution Eickhoff (frs. Bp.) ans Erhöhung deS UnterstützungSfonds für die Witwen und Waisen von Elementarlehrern gehen an die Budgetkommifston.

DaS Haus vertagt sich. DienStag: Berggesetz- Novelle, Berge, at.

dorff einverstanden, ebenso mit der Einschränkung oder Abschaffung der Kommisstoiisberrchterstaktnng. Zum Schluß hebt Redner hervor, daß zur Entfernung des Janpfchen MittelbildS nicht der Vorwurf deS Bild-, sondern ganz andere Ursachen beigetragen haben.

Abg. Dr. «üller-Meiningen (fretf. Bgg.) ist mit der völligen Ausschließung der Berichterstattung aus den Kommisfionen nicht einverstanden, auch nicht mit einer amtlichen Berichterstattung übet die Plenarver­handlungen, wohl aber mit der Anregung des Grafen Oppersdorf.

Die Diskussion schließt, der Etat wird bewilligt.

Etat beS RrichSeisenLahnamtS.

Hierzu liegt eine Resolution der Kommission vor, den Reichskanzler zu ersuchen, tunlichst bald in Er­wägungen ehqutoelen, wie eine Verbilligung der Bet« wattungSkosten des ReichseiseubahnamtS herbeizuführen

Aba. Graf Oriola (natiib ): Wir haben gegen bi« Resolution gestimmt, well wir die Erhaltung und die Stärkung des RrichseiftnbahnamtS als selbständige Be- Hörde wünschen.

Abg. Erzberger (Ztt.) wirst die Frage auf, ob eS angesichts der schlechten Finanzlage deS Reiche- nicht angezeigt wärez das RerchSeisenbahnamt in seinem jetzigen Umfange nicht weiter bestehen zu lassen. Wenn dir Einzelstaaten ein Interesse an dem Bestehen de«. ieiben hätten, dann sollte man fi« auch zu den Kosten ieranziehen. Di« Kornrnffflonsresokution ans größer« Sparsamkeit scheint mit durchaus am Platze zu sein. Im weiteren kommt Redner nochmal- auf seine Forde- tung zurück, daß die Beamten statt 6 Stunden 8 Stunden Arbeitszeit habe» sollten.

Nach weiterer unerheblicher Debatte rohrt» die Wetterberatuna auf DienStag 2 Uhr vertagt. Außerdem Gesetzentwurf betreffend Einwirkung von Armenunter­stützung ans Sffrnttrche Rechte.

richt etschemen zu lassen, damit die Mitglieder des ^auseS und die Interessenten im Lande die Möglichkeit lütten, sich zuverlässig zu informieren und zu den ge- aßten Beschlüsse» Stellung zu nehmen. Redner bittet len Präsidenten, die Geschäslsor2nungskommifston mit der Erörterung dieser Frage zu betrauen.

Abg. Graf Oppersdorf (Ztr.) bedauert, daß roir nicht roie England em deutsches Werk über die parla» men,amsche Technik und Leistung des deutschen Parla­ment- hätten. Die Lösung der Einzelftagen, wie Koste» »sw., müßten einem engere» Kreise Vorbehalten bleiben.

Abg. Basier mau» (natl.): Eine fortgesetzte und ge» ftaue Orientierung auch über unwichtige Kommissions- beschlüffe ist bei der Fülle gesetzgeberischen Stoffe- kaum möglich. Immerhin möge sich die Geschäfts« vrdnungskommission einmal mit der Frage beschäsiigen. Mit dieser Frage würde aber die größere und wichtigere Frage der offiziellen Berichterstattung über die Reichs« taaSveihandinngen selbst aufgerollt. Ein Handbuch, wie «8 Gras Oppersdorf angeregt hat, wäre allerdings im höchste Maße erwünscht.

Abg. Frhr. v. Hertling (Ztr.): Wtt alle sind wohl davon überzeugt, daß die Berichterstattung aus dem Reichstage zurzeit — ich will nicht sagen, im argen liegt — aber recht unvollkommen ist. Früher war es viel besser, da wurde nämlich aus den Kommissionen f° ßiit Mt gar nicht berichtet, weil dama»s kein Jmeresse daran war, den einen oder anderen Redner als maß­gebend tn den Vordergrund zu schieben. (Sehr richtigI) Man sollte erwägen, ob es nicht besser wäre, die Be- richlerstat,ung aus der Kommission ganz zu beseitigen. Eine Reform der Plenarberichterstattung läßt sich, meine ich, ohne jede finanzielle Belastung machen. Der ^Re:chSanzc:ger" bringt ja täglich einen offiziellen Be­richt übet ete Verhandlungen des Reichstages. Dieser Bericht könnte doch hier im Reichstag von dazu bestellten Beamten hergestellt und während der Sitzung halbstündlich oder stündlich nett eilt werben, so daß auch die später kommenden Abgeordneten erfahren, was geredet worben ist. Dann wurde auch vom Parteistandpunkt abgesehen werden. Wr haben doch alle großes Interesse daran, daß die hier ge» fprochknen Worte so m dir Oessem! ich kett hinaus­kommen, wie sie gesprochen sind und nicht vom Pattei- ftandpunkt zugeschnttien. Em geistreicher Mann hat hier iürzlich gesagt, wer wissen wolle, was hier ver­handelt werde, muss« eine ganze Reihe von Zeitungen zugleich lesen. Für die tometDatiuen Redner Die ,Kreuz- leuung', sür die nationalliberalen etwa die »National« zelt äug', sür die Sieben meiner Freunde die .Germania' usw Das ist doch viel zweckmäsiget, wenn von Seiten des Reichstages selbst ein kurzer, durchweg objettiver Ber-cht hergenellt wird. Das wollte ich zur Erwägung geben. Es wird sich Gelegenheit finden, darauf zurück- hukommen. (Beifall im Zenirum).

Abg. Dr. Stengel lfts. Bgg.): Auch wir stimmen der Anregung zu. Dann aber ein anderes. Im vorigen Jahre habe ich angeregt, unsere Drucksachen in lateini­scher Schrift nerzuMllen. (Heiterkeit.) DaS hat sehr wenig freundliches Entgegentornmen gefunden. (Hetter- keil.i Aber Damit Sie wissen, daß man in weiten Kre.sen des Volkes diese Frage sehr für wichtig hält, teile ich mit. Daß eine große Petition von Den Bolts« schullehrer und eine vom Betern sür Altschrift einge­gangen ist und den Reichstag nächstens beschäftigen wird.