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MaerW Zeitung

3 Panie"ittSuiia. wochenbeilase: „Fllustriette Sonntagrzeitung

Fulda, Dienstag den 9. Februar 1909.

M 31.

Zweites Mlcctt

uajcn »tl des englischen Volkes em Glaubens-^ Furcht vor Deutschland. Was Lord Ro- kah. der> keme nochffo ernste und bündige^Bers'.che- ^s neulich im Oberhause unter Zustimmung rung daß ieder Deutsche ein solches Begumen ber Mehrlseir des Lords verkündet hat und was für wahnwitzig und einen. Kneg zwtschenbenber- h„ose Zeitungen Tag für Tag dem Volke vor den stammverwandten Volkern für ruchlos halt, chJ «^le führen — die Gefahr einer beut-

Baumann,

Kleines Feuilleton

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36. Jabrqansi.

geklagte soll jedoch der Begnadigung werden.

* Ein Heiratsschwindler Harry

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SU erschüttern vermochte.

So hat sich die öffentliche Meinung in Deutsch­land allgemach daran gewöhnt, daß es müssig ist, diejenigen belehren und bekehren zu wollen, die sich iveigern, der Wahrheit Gehör zu schenken. Man muß der Zeit überlassen, die Vorurteile zu widerlegen. Man sieht darum auch dem Besuch Honig Eduards mit dem Bewußtsein entgegen, daß aufrichtige Eintracht beiden Mächten zum Vorteil gereichen würde, ohne daß man sich über­schwenglichen Vorstellungen von den Beweggrün- den und Zielen dieser Reise Hingabe.

der Ueberweisung usw. Die Statistik würde am besten offiziell begründet durch Aufnahme einiger diesbezügl. Fragen in die Visitationsprotokolle und nachträgliche Zusammenstellung und Verar­beitung der Antworten durch eine Zentralstelle.

Das sind nur Vorschlägel Wer meldet sich zum Wort und gibt andere praktische Winke zu dieser Fragel

nisterium zusauimcubrechen, so werden keineswegs die Friedens- und Sparsamkeitsfreunde ans Ru­der kommen. Im Gegenteil. Sollte es zu Neu­wahlen kommen, so würden sicher die Imperia­listen siegen, vielleicht sogar in ihrer schärfsten konservativen Ausprägung. Das dortige Volk steht zu seinem größten Teil im Banne der blas-

die Seele führen, — die Gefahr einer deut­schen Invasion —, das wird neuerdings durch ein sensationelles Theaterstück, das die Runde über die Bühnen macht, den breitesten

T. Welche Mittel müßen wir ge­brauche« zur re igiösfittl. Rettung der Abwau-erudtn?

Ein Vorschlag.

Vor mehr als 60 Jahren hat ein Mann, der die religiös-sittl. Gefahren der Abwanderung vom Lande in die Städte durch eigene Erfahrung kennen gelernt hatte, in unübertrefflicher Weise das Problem gelöst, wie man diese Gefahren un­wirksam machen könne. Die fast einzige Art der Abwanderung zu jener Zeit war die „Wander­schaft" der Handwerksgesellen. Kolping — das war jener weitsichtige Mann — begann, den wandernden Gesellen in jeder größeren Stadt ein Heim zu bieten. Tie Gesellenvereiue, die heute fast in jeder großen Stadt Deutschlands be­stehen, ermöglichen es dem wandernden Gesellen, überall eine zweite Heimat zu finden. Die Ge­sellenvereine geben ihren Mitgliedern unentgelt­lich Unterkunft und Verpflegung, vermitteln ihnen Arbeitsgelegenheit, bieten gleichgesinnteGe- sellschaft, fröhliche Unterhaltung, Erweiterung des allgemeinen und gewerblichen Mistens, re­ligiöse Anregung, apologetische Schulung und — was für die Jugend am notwendigsten ist — sie halten ihre Mitglieder in guter Zucht und Ord­nung.

Um einen Jüngling, der mit dem Wanderbuch des Gesellenvereins auf die Wanderschaft geht, braucht den Eltern und dem Seelsorger nicht angst zu fein! Das Wanderbuch führt ihn einen sichren Wegl

Wenn wir ähnliche Einrichtungen für aöwan- dernden Arbeiter und Dienstboten batten, dann

Aus dem Nachbargebiete.

* Aus dem Vogelsberg, 7. Febr. 1909. In diesem Winter hat das P e l z w i l d ein« Preisstufe erreicht, wie nie zuvor. Bor mehreren Jahren bezahlte man den Fuchsbalg mit 3 Mark; man fand den Preis schon hoch, als er aus 6 Mark stieg, jetzt wird er mit 9 Mark bezahlt. Der Steinmarder wurde seither mit 12 Mark verhanvelt, gegenwärtig gibt man das Doppelte, also 24 Mark, dafür^ Der Edelmarder, der allerdings immer mehr zur Seltenheit wird, hat sogar den Preis von 30—35 Mark. Daß das Pelzwild so begehrt ist, läßt sich leicht erklären; sieht man doch auf dem Lande saft kein Mädchen mehr ohne Pelz, was vor einem Jahrzehnt noch nicht der Fall war.

* Frankfurt, 8. Febr. 1909. Der Z i m m e r- brand in Sachsenhausen, bei dem, wie berichtet, zwei Kinder de sMetzgers Ringel den Erstickungs­tod fanden, hat noch ein drittes Opfer gefor­dert; die bei dem Versuche, die Kinder zu retten, schwer durch Brandwunden verletzte Mutter der Kinder ist an den Verletzungen im Krankenhause gestorben.

ttWtm täqttq mit Ausnahme der So.m= und Feiertage vierter- iahrliche-Yezugspreir ohne »rtngerlohn und Beftellaeld m Fulda so- wie auswärts 1-50 Ult

perautw Redakteur, Carl Schütte;

X König Edrrard trifft heute in Berlin ein. Er wird dort mit der Achtung und Auszeichnung aufgenom­men werden, die das Oberhaupt eines großen und -mächtigen Reiches beanspruchen darf und mit dem Wunsche daß der Besuch dazu beitra­gen werde, die Beziehungen zwischen Deutschland und England freundschaftlich zu gestalten. , , _

Alles, was das Einvernehmen zwischen Deutsch- land und England zu befestigen und zu fördern vermag, wird dec deutschen Nation willkommen sein. Aber so wünschenswert eine Besserung des Verhältnisses zum Jnselreich erscheint, so kann doch, was man wünscht, nicht als Taisache vor- weggenommen werden. Seit geraunter Zeit klingt von Eirgland ein Ton herüber, der weder geeig­net noch bestimmt ist, hierzulande angenehme Empfindungen zu Wecken. Tie Zeit ist nicht fern, wo bei uns in amtlichen Kundgebungen die Be­ziehungen zu dem Vereinigten Königreich nur noch als „korrekt" bezeichnet wurden. Man hat sich hüben und drüben bemüht, diese Korrektheit in eine gewisse Freundschaftlichkeit zu verwan­deln. In der Presse, in Versammlungen, bei Fest­mählern ist lohnst bedauert worden, daß ohne Not und ohne Grund eine Entfremdung einge­treten war; durch persönliche Aussprache bei gegenseitigen Besuchen wurde versucht, eine bes­sere Verständigung anzubahneit. Diesen Bemüh­ungen schien auch der Erfolg nicht versagt. Aber es läßt sich nicht verkennen; der Erfolg war nur oberflächlich, jedenfalls nicht von Tmter. Seit Monaten wieder ist Deutschland das Ziel gehässiger Angriffe, die deutsche Politik der Gegenstand beharrlicher Verdächtigung einen Teil in der englischen Presse, zumal seit Beginn der orientalischen Krisis.

Was alles ist mcht der deutschen Politik nach­gesagt worden 1 Sie sollte der freiheitlichen Wen­dung in der Türkei feindselig gegenüberstehen und den Sultan in reaktionärem Sinne beein­flussen. Das war ein Mittel, die Jungtürken, die das Heft in Händen haben, gegen Deutsch­land aufzustacheln, dessen Stellung am Goldenen Horn zu erschweren, die Macht Englands bei der Pforte zu vergrößern. Wenn Oesterreich-Ungarn den Augenblick gekommen glaubte, Bosnien und die Herzegowina seinem Gebiete anzugliedern und für seine» tatsächlichen Besitz eine veränderte Rcchtsform zu schaffen, so sollte Deutschland da- bei die treibende Kraft gewesen sein, wobei zu­gleich unternommen wurde, Mißtrauen und Un­frieden zwischen den verbündeten Mächten zu säen und Zweifel an der deutschen Vertragstreue zu erregen. Daß die deutsche Flotte nur aus ge­baut werde, um einen Ueberfall auf die britischen

Monatrbeiiage: „Fuldaer Geschkchtsblätter"

vermischtes.

* Was alles gestohlen werden kann. Es ist ein Irrtum, wenn man meint, der Unrat auf der Straße sei vogelfrei. Einer armen Frau in Halle ward dieser Irrtum zum Verhängnis. Ihm har sie es zuzuschreiben, wenn sie, nachdem sie fünfzig Jahre lang mit dem Strafrichter nichts zu tun gehabt hatte, jetzt noch ins Gefängnis ge­steckt wird. Tie Frau hatte auf einem städtischen Platz, wo die städtische Kehrkolonne den Straßen­kehricht zusammenfährt, einen Sack voll Pferde­mist herausgesucht, um ihn an einen Gärtner zu verkaufen. Für einen Handwagen voll derarti­gen Mistes werden M 4 gezahlt. Ein Magistrats­beamter sah den Frevel und erstattete Anzeige. Die Frau gab an, ihr Mann sei um jene Zeit arbeitslos, ein Kind krank gewesen. Das Schöf­fengericht beriet lange über den eigenartigen Fall, gelangte aber zu dem Urteil, daß Diebstahl vor­liege, für den auf einen Tag Gefängnis erkannt wurde. In der Urteilsbegründung kam das Be­dauern des Gerichts über die Anzeige zum Aus­druck. Es wurde gesagt, das Gericht habe lange

wäre die Frage der Fürsorge für die Abwandern. den mit einem Schlage gelöst. Wenn!! — Aber leider muß ein Kolping für die Arbeiter und Dienstboten erst noch ersteben. Tie katholischen Jünglinge aus der Rhön, dem Fuldaer Lande und dem K i n z i g g a u wandern in die Industriezentren am Main und Rhein. Eines Tages kommen sie heim als organisierte S o - zialdemoraten! Wie lange dauert es dann noch, bis die sozialdemokratische Prelle und glau­benslose Arbeitskollegen ihnen die christliche Weltanschauung aus dem Herzen gestohlen haben?

Die Dien st boten ziehen fort. Wenn sie heim kommen, urteilen sie zum Teil über die re­ligiösen Gebräuche des Vaterhauses gerade so ver- ächllich, wie über den altmodischen Rock der Groß­mutter. Tas Großstadtleben hat sie „moderni­siert" in der Kleidung wie in den Ansichten über Religion und Sitte. Manchem Dienstmädchen ist freilich die solide Erziehung, die sie im Eltern­haus genollen, ein Schutz auch in der Fremde. Es wäre unwahr und ungerecht, wenn man sagen wollte, daß alle Dienstboten, die in die großen Städte ziehen, tatsächlich Schaden leiden in Be­zug auf die religiös-sittliche Lebensführung. Aber daß alle, die von zu Haufe fortgehen, ohne zu wissen, wo sie Stellung finden werden, großen Gefahren ausgesetzt sind, das wird jeder, der die Verhältnisse kennt, bestätigen müssen.

Wir brauchen daher für die abwandernden Arbeiter und Dienstboten aus katholischen Orlen einen Arbeitsnachweis, der ihnen Arbeits­stellen ausweist, wo sie ohne Gefahr Arbeit und Verdienst finden. Für die Arbeiter können dabei zunächst nur die christlichen Gewerkschaf- ten in Betracht kommen. Tie christlichen Ge­werkschaften sollen für Hanau, Wiesbaden, Mainz, Offenbach. Frankfurt und andere Industriezen­tren ein Verzeichnis jener Arbeitsstellen berftel- len, wo bereits eine namhafte Zahl christlich or­ganisierter Arbeiter beschäftigt ist. und wo neu- ankommende Arbeiter eintreten können. Irgend eine Stelle in den einzelnenOrtschaften, ans denen Arbeiter regelmäßig abwandern, muß sich rechtzei­tig mit diesen Arbeitsnachweisen in Verbindung setzen. Tie fortziehenden Arbeiter werden dann bei den christlichen Organisationen angemeldet, vcn denselben eventuell am Bahnhof erwartet, und in die Arbeitsstellen eingeführt! Aut diese Weife wäre allem Terrorismus der Sozialdenio- fratie die Spitze abgebrochen. Wenn dazu noch eine Ueberweisung an spezifisch katholische Ver­eine und eventuell an kirchliche Stellen käme, dann wäre die religiöse Gefahr der Abwande­rung der Arbeiter zmn größten Teil beseitigt.

Auf gleiche Weise müßen S t e 11 e n n a ch- weise für Dienstmädchen in allen in Be­tracht kommenden Städten gegründet, oder bester ausgebaut werden. In den meisten Städten be­stehen bereits solche Nachweise, aber sie haben nidjt die entsprechende Bedeutung, da sie meistens — nicht benützt werden. Es wäre interessant, eine Statistik aufzustellen, wie viele von den in die Städte zuwandernden katholischen Dienstmäd- chen die Stellenvermittlung der katholischen Dienstbolenvereine in Anspruch nehmen. Es dürfte nur ein sehr geringer Prozentsatz sein! Woher kommt das? Sicherlich nur von Unkennt­nis und unbegründetem Vorurteil! Wenn alle in Frankfurt in Dienst tretenden katholischen Dienstmädchen die Stellenvermittlung des kath. Dienstbotenvereins benützen würden, dann würde dieser Verein mit cinemmale eine Macht bedeu­ten, Alle guten Herrschaften würden sich an ihn wenden, um tüchtige Dienstboten zu erhalten. Er könnte auch Einfluß auf die Herrschaften ausüben in Bezug auf Erlaubnis des Gottesdienstbesuches usw. Er könnte mit Hilfe der Vermiitlungsge- biihr, welche nicht die Dienstmädchen, sondern die Herrschaften bezahlen, in den einzelnen Stadt­teilen den Dienstboten eigene Heimstätten bieten. Wenn der katholische Dienstbotenverein in Frank­furt auf diese Weise eine größere Bedeutung er­langt hätte, als er jetzt leider besitzt, dann würde wohl die bischöfliche Behörde der in Betracht kom­menden Diözese nicht zögern, einen eigenen Seelsorger für die 8000 katholischen Dienst­boten anzuweisen, der agitatorisch und organi­satorisch wirken könnte. Es wäre also für die Zukunft Folgendes anzustreben:

1. Jeder Seelsorger soll die abwartdern- den Pfarreiangehörigen überweisen, und zwar die katholischen Dienstboten an die Dienst­botenvereine, Handwerksgesellen an die Gesellen- bercine, Arbeiter an die christlichen Gewerkschaf­ten unb katholischen Arbeitervereine, ganze Fa­milien an die betreffenden katholischen Pfarreien. 2. Eine Zentralstelle in der Diözese, am besten der „Diözesansekretär" unterhält stete Fühlung mit den genannten Vereinen und trägt Sorge, daß in regelmäßigen Zeitabschnitten alle notwendigen Adressen in der Presse, oder falls dies zu erreichen wäre, im Diözesanblatt veröf­fentlicht werden. Zugleich würde durch seine Ser- mittlung (vielleicht offiziell durch die Dekanate) den einzelnen Geistlichen Flugblätter, Ueberwei- sungsformulare, Merksätze, die kirchlichen Hand­bücher der wichtigsten Großstädte alljährlich zu- geteilt. . ,

3. Jeder Seelsorger Werst jedes Jahr wenigstens einmal auf die Gefahren der Abwan­derung hin und ermahnt d-ie Pfarrangehörigen, sich gegebenen Falls bei ihm abzumelden. Ber größeren Pfarreien wäre es notwendig, V e r- trauenspersonen aufzustellen, welche dem Pfarrer Mitteilung machen über die bet thren Bekannten bestehende Absicht der Abwanderung.

4. Damit für die Tätigkeit des Dwzesansekre- tärs eine zuverlässige Grundlage geschaffen werde, müßte eine offizielle Statistik berge- stellt werden über die gesamte Abwanderung aus der Diözese mit Angabe der Zeit, des Umfanges und des Zieles der Abwanderung, des Erfolges

— Zum 120. Geburtstage Franz Xaver Ga­belsbergers. Heute jährt sich zum 120. Male der Geburtstag des Begründers der modernen deut­schen Schnellschrift. Nicht nur die Anhänger sei­nes Systems, sondern die deutschen Stenographen aller Schulen denken heute des Münchener Mei­sters, dessen Standbild einen der Plätze Mün- chens ziert, und der auch in der Ruhmeshalle in München als einer der großen Deutschen, auf die fein engeres Vaterland Bayern und das ganze deutsche Volk stolz ist, Ausstellung gefunden hat.

— Erblicher Ehrenbürger. Der Stadtgemein, derat zu Neusalza-Spremberg hat einen wichtigen Beschluß gefaßt. Wie es in dem „in kostbarem antikem Goldrahmen gefaßten Ehren- fcurgerbrief" heißt, hat man beschlossen, den Eh- renburger von Neusalza, Se. Erzellenz den Kgl. Sächsischen Wrrkl. Geheimrat Hermann Frhrn. von Salza und Lichtenau, Herrn auf Wutschke bei Pommritz, zum erblichen Ehrenbür­ger nach dem Rechte der Erstgeburt und ge­knüpft an den Besitz von Wutschke, solange das Geschlecht von Salza im Mannesswmm währt, zu ernennen." — Die Einwohner von Neusalza- Spremberg scheinen ja auf den Frhrn. v. Salza und Lichtenau sehr swlz zu sein. Hoffentlich ber- dient et es!

— Erwärmtes Wasser für Hühner. Während strenger Kälte sollte den Hühnern das Wasser et­was erwärmt gegeben und wieder fortgenommen werden, ehe Eis sich bildet. Hühner können es lange ohne Trinkwasser aushalten, wenn Schnee liegt, aber sie verlieren dann schnell an Gewicht und können unter solchen Umständen natürlich nicht legen. Es ist mehr das Wasser, als der Futtermangel, welcher verhindert, daß die Hüh­ner zu einer Zeit, in der die Eier am teuersten find, nicht legen.

Erwägungen angestellt, um eine Möglichkeit zu finden, nach der die Angeklagte freizusprechen sei. Leider aber habe der Tatbestand des Diebstahls als gegeben erachtet werden müssen. Tie An» enrpfohlen

Ein interessanter Moment zur Beurteilung der Reise bietet die Nachricht von der englischen Kabinettskrisis. Bekanntlich sollen im englischen Ministerium Meinungsverschiedenhei- ten herrschen, und zwar wegen der Flottenbau- Pläne, so daß der Rücktritt von drei oder vier Ministern zu erwarten wäre. Damit das Aus­land an diese Meinungsverschiedenheiten keine zu großen Hoffnungen knüpfe, wurde englischerseits gleich betont, daß die sämtlichen Mitglieder des Kabinetts einig seien in der Aufrechterhaltung des Zweimächte-Standard, d. h. sie wollen allzu­mal die Flottenrüstuirgen soweit fortsehen, daß England ebenso stark ist wie die zwei nächstgröß- ten Seemächte. Deshalb wollen auch alle Mini­ster die 50 Millionen Mark bewilligen, die für das nächste Jahr zum Schiffsbau verlangt wer­den. Die Admiralität aber verlangt für die bei­den folgenden Jahre 100 Millionen und 120 Mil­lionen Mark, und das erscheint den vier Mini­stern vom radikalen Flügel doch zu stark. Tie vier Minister der Mäßigung sagen, es würde ein Fehler sein, wenn man kurz vor der Reise nach Berlin mit einem großen Flottenbauprogramm vor die Welt träte. Das würde die Wirkung der Begegnung der beiden Monarchen beeinträchtigen und könnte als eine Aufforderung zur Fortsetzung des allgemeinen Wettrüstens aufgefaßt werden.

Es verdient Anerkennung, wenn diese vier Minister das richtige Gefühl haben, es sei nicht gerade etne passende Einleitung zu einem Staats­besuch, so ausfällig laut mit den Säbeln ober Schisfskeffen zu rasseln. Aber wir sind doch an eine solche eigenartige Höflichkeit ber~ britischen Vettern schon gewöhnt. Vor einigen Tagen kam ja bereits die Meldung, daß die englische Admira­lität die Nordseeflotte, die ihre Front nach Deutschland hat, in der nächsten Zeit auf das Doppelte dec bisherigen Stärke bringen wolle, und zwar unter Verminderung der gegenüber Frankreich stationierten Kanalflotte. Diele An­kündigung ist von der Regierung nicht bestritten worden und gilt überall als zutreffend. Nach einer solchen Vorbereitung für beit Friedens- und Freunbschaftsbesuch sind wir auch schon ge­faßt auf die Verkündung eines gewaltigen Pro­gramms für den weiteren Flottenbau.

Was sollte es auch uns und der übrigen Welt nützen, wenn die Veröffentlichung des Pro­gramms bis nach den Berliner Besuckssestlich- keiten verschoben würbe? Besser ist es sicherlich, wenn vorher klarer Wein eingeschenkt wirb.

Noch besser wäre es freilich, wenn England auf einen Teil dieser Rüstungen verzichtete. Aber das werden die vier radikalen Minister nicht erreichen können. Sollte bas gegenwärtige Mi-

ber sich auch Hermann Brandt zu nennen pflegte, ist von den Richtern in Chicago zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worben. Baumann hat sich in Europa unb Amerika nicht weniger als fünfzig Frauen verheiratet. Er pflegte bie Frauen bald dermaßen in seine Ge­walt zu bringen, daß sie ihn über sein Vermögen walten ließen, und so soll er ungeheure Summen erschwindelt haben.

— Bessere Sorte. „Hier hast Du eine Zigarre die habe ich exlra für dich reserviert!" — „Weißt Du, gib mir lieber eine, die Du extra für dich reserviert hast!"

Küsten auszuführen, war und ist für einen erheb­lichen Teil des englischen Volkes ein Glaubens- j

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Massen als Schreckgespenst vorgegaukelt. Die Engländer wollen durchaus rüsten und rüsten um die deutsche Macht, die tatsächlich um das Drei­fache bereits übertrumpft ist, immer noch weiter zu überfriunpfen. Gerade diejenigen, die den persönlichen Heeresdienst scheuen, schwärmen um so mehr für den Bau van Riesenschiffen, weil der bloß Geld und keine persönlichen Opfer erforbert. Tas antideutsche Rüstungsfieber will und muß sich anstoben.

Der Besuch des Königs Eduard ändert an der Sachlage und an der dortigen Volksstimmung gar nichts. Auch gutes Zureden von unserer Seite ist wirkungslos.