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M 18

Fulda, Samstaa den 23. Januar 1909.

36. Jahrqang.

Drittes Wlcrtt

alte Personen:

es in Preußen über 100 Jahre

Herr Gerstenburger antwortete nicht und

Er zeigte die ergebnngsvolle Miene eines

und .Herr Ludwig Gerstenburger schüttelte bedenk­lich den Kops: kann ich das, darf ich das?

Es zählten im Jahre 1905 100 Jahre: 4 Männer, 16 Frauen, — 101 Jahre: 2 Männer, 10 Frauen, — 102 Jahre: 1 Mann, 5 Frauen, — 103 Jahre:

nicht zu dünn, und mit Edelsteinen besetzt, mit flachen Gliedern, matt und blank gehalten. Sie sah da? Armband schon in leibhafter Gestalt vor sich liegen, so fest und bestimmt hatte sie sich in den Gedanken des Besitzes bereits eingelebt.

Aber der Wunsch erforderte sehr viel Geld,!

kohlensäurehaltigen Quellen, in Gärräumen von Bierbrauereien oder in Schlafräumen mit vielen Menschen verursacht der Aufenthalt und das Ein­atmen dieser Luft — also reichliche Mengen von Kohlensäure — allgemeine Uebelkeit, Schwindel, Kopfweh: ist der Gehalt der Luft an Kohlen­säure zu stark, so sterben die Menschen in kurzer Zeit wie die Fliegen.

P. Em Japaner über das deutsche Volk und seinen Kaiser.

In der japanischen Presse begegnet man nicht selten schiefen Urteilen über Deutschland, die auf den ersten Blick erkennen lassen, daß die Verfas­ser dieser tendenziösen Artickel überhaupt noch nicht in Deutschland gewesen sind, sondern ihr« Weisheit meist aus ausländischen Pretzorganen geschöpft haben, die Deutschland nicht grün sind.

Umso wohltuender von diesen schiefen Ansich­ten sticht ein Urteil des Konteradmirals Ga - schino ab, der japanischer Marineattache in Berlin war und daher das deutsche Volk, feinen Handel und Gewerbefleiß aus eigener Anschau­ung kennt. In Unterredungen, die er Mitarbei» tern verschiedener bedeutender japanischer Blät­ter gewährte, sprach er scharfen Tadel über die Gehässigkeit japanischer Blätter gegen Deutsch­land aus; besonders rügte er die brutalen An­griffe einiger Zeitungen gegen den deutschen Kai­ser gelegentlich der Jnterviewsgeschichten. , Lo­bend hob der Admiral die Haltung der deutschen Presie hervor, die sich in ihrer großen Mehrzahl von Beschimpfungen japanischer hoher Persönlich- Feiten fernhielte und in ihren Kritiken über ja­panische Zustände viel maßvoller und vor allem auch viel objektiver sei. Auf die Person des deut­schen Kaisers eingehend, rühmte Gaschiro, daß der Monarch Wohl zu scheiden wisse zwischen, offiziel­len Gelegenheiten, bei denen er die Miene des Herrschers zeige, und dem persönlichen Verkehr in dem er die Natürlichkeit selbst sei. Auch den sonstigen Eigenschaften des Kaisers spendete der Admiral große Anerkennung.

Ganz besonders hat ihm aber auch die uner­müdliche Regsamkeit in Handel und Industrie imponiert, vor allem aber die Leistungsfähigkeit der auf der angewendeten Chemie sich auf bauen­den Fabriken. Er hat aber auch Sinn für den Aufschwung der deutschen Landwirtschaft, den, er deswegen für besonders beachtenswert erklärt, weil die ländliche Bevölkerung das große Reser­voir für die deutsche Wehrkraft darstelle.

Als Sachverständiger stellte er ferner die ge- waltiae Entwicklung der deutschen Flotte fest. Deutschland und England hätten gegenseitig vor ihrer Flotte Besorgnis. Doch zeige sich die Ner­vosität in größerem Umfange auf englischer Seite.

Für die Wertschätzung Deutschlands bei der japanischen Bevölkerung ist es natürlich von emi­nenter Bedeutung, wenn hervorragende japani­sche Blätter derartige Auslastungen eines Lands­mannes bringen, dessen Anschauungen schon durch seine Stellung ein besonderes Gewicht erhalten.

Tie kleine Frau Gerstenburger wünschte sich ,tt fe)Icr sehnlichst zu ihrem zehnjährigen Hochzeitstage ein .

Armband. Ein Armband aus massivem Golde,'

gen Ehejubiläum. Nun ist das da, und nun mußt Du auch Tein Versprechen halten."

„Aber liebster Schatz, das ist doch nun so lange her . . ."

„Freilich .freilich! Gerade darum mußt Du nun endlich auch Dein Wort erfüllen."

„Ich weiß gar nichts mehr davon", Ivanbte Herr Gerstcnburger nochmals schüchtern ein. „Merkwürdiges Gedächtnis, das Tu hast."

Aber die noch immer hübsche kleine Frau fie­berte ordentlich vor Ungeduld, ihr goldenes Arm­band zu besitzen. In unbewachten Augenblicken besah sie schon immer ibr Handgelenk. Wie das wohl aussehcn würde, wenn sie das ersehnte Sck)mnckstiick angelegt haben wurde. Und wenn sie mit ihm ausging, blieb sie vor allen Juwelier- läden stehen. .

„O, sieh nur dieses", sagte sie. „Nein, nicht das kleine, das ist nicht vornehm. Das große, dicke! Frage nach dem Preis, das verpflichtet zu nichts."

Freund Ludwig, der ein wenig schüchtern war und dessen Scheu noch durch das Bewußtsein sei-

,,So gehe doch nur. Sie werden Dich ja nicht' ren solltest. Aber was soll ich machen? Ick bin hinauswerfen." i zu gut und zu dumm. Ich sehe, dreihundert

Und als et wieder erschien und verwirrt stam- ' Mark ist Dir zu viel. Also aut. ich werde Dir

Allerlei.

— Seewasser in der Medizin. Die Benutzung der Seebäder ist bis jetzt lediglich auf die bessere Jahreszeit, d. h. auf die Monate Juni bis Sep­tember, beschränkt geblieben und den Luxus dec

ner bescheidenen Stellung gesteigert wurde, zö­gerte: aber die hübsclw kleine Frau stieß ihn eifrig '

in die S<" " - - -...... ~

Ludwig, sei put und geh mit mir hinein. Ader Du selbst darfst es nickt kaufen, nichts sagen, Du mußt mich handeln lassen."

Sie gingen in das Geschäft hinein. Madame ließ sich das Armband zeigen, legte es um ihr Handgelenk: sie betrachtete es ganz verliebt, wog es in der Hand, streichelte es, ließ sein Feuer spie­len mit so herzigen Geberden, daß auch der Ju­welier, ein dicker, kahlköpfiger Mann, den Zauber der kleinen Frau empfand. Sie beschloß, diese Stimmung auszunützen und fragte:

„Wieviel kostet dieses Armband? 250 Mark?"

„Dreihundert Mark!" lispelte er ganz leise mit einschmeichelnder Sanftmut.

„Das ist zu teuer."

Ter Juwelier lächelte:

Der Hochzeitstag.

Eine Skizze aus dem Eheleben. Von F. Heinrich.

(Nachdruck verboten.)

ihr Haus zurückktiecht, so zog sich Ludwig Gersten- j burger in sich selbst zurück und kam nickt mehr i zum Vorschein: verdutzt sann er nach: „Es wird!

dings oft unzuverlässig, und erst von diesem Jahre an wurden sie einer sorgfältigen Kontrolle im Kgl. Statistischen Landesamt unterzogen, so­daß erst von da an die Zahlen dem wirklickien Tatbestände entsprechen. Jedenfalls geht ans

— Männer, 5 Frauen, — 104 Jahre: — Männer, 1 Frau, — 105 Jahre: — Männer, 4 Frauen, — 106 Jahre: 1 Mann, 1 Frau, — 107 Jahre: 1 Mann, 1 Frau. Ueber 103 Jahre zählten also nur 2 Männer gegenüber 12 Frauen, während im Alter von 100—102 Jahre inkl. doch noch 7 Män­ner gegenüber 31 Frauen vorhanden waren.

Diese hervorragende Langlebigkeit der Frauen trotz der durch ihr Geschlecht begründeten starken Gefährdung ist zweifellos in erster Linie dem Fehlen des Alkoholisnius mit all seinen Begleit- und Folgeerscheinungen zuzuschreibcn, ebenso wie die allgemeine Abnahme der Langlebigkeit trotz der Verbesserung der hygienischen Verhältnisse und der Zunahme der Wohlhabenheit auf zuneh­mender Verbreitung des Alkoholismus und seiner degenerierenden Wirkungen zurückzuführcn ist. Aehnliches wie für die Frauen gilt für die Ju­den. bereit Mäßigkeit bekannt ist. Obgleich diese nur 1 Prozent der preußischen Bevölkerung bil­den, liefern sie 33 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen über 100 Jahre. Bei den Frauen ist der Anteil der Juden verhältnismäßig viel geringer, weil ja auch die christlichen Frauen in* allgemeinen sehr mäßig leben; außerdem kommt bei ihnen der schädigende Einfluß des Al­koholismus der Väter zur Geltung.

C) Die Lust.

Die Luft, ohne die weder Menschen noch Tiere atmen können, umgibt unsere Erde in ziemlich mächtiger Schicht: sie besteht aus mehreren Ga­sen und zwar aus Stickstoff, Sauerstoff und Koh­lensäure: der Wasferdampf unserer Luft wechselt je nach ihrem Feuchtigkeitsgehalt.

Die Hauptmasse unserer Luft bildet der Stickstoff: er heißt deshalb so, weil in ihm allein weder ein Mensch, noch ein Tier existieren und leben kann.

Befindet sich in einem Raum Stickstoff allein, so müssen die darin befindlichen Menschen in ganz kurzer Zeit unrettbar verloren gehen und sterben.

Der Sauerstoff in unserer Lust ist der wichtigste und zum Leben der notwendigste Be­standteil; ohne Sauerstoff kann ein Lebewesen nich: bestehen.

Ter Sauerstoff der Luft ist am reichsten nach Gewittern und nach Regenniederschlägcn; man hört baffer sehr oft den Ausdruck nach Gewittern: „Tie Luft riecht so schön, rein und kräftig." — Ferner ist er rein in Waldungen, wo man von herziger und würziger Luft zu sprechen pflegt.

Die Kohlensäure unserer Lust wird von Menschen und Tieren durch die Atmung und durch die Verbrennungsvorgänge im Körper z. B. bei der Verdauung in großen Mengen ansge- schieden. Nach genauen Berechnungen unserer Gelehrten atmet ein erwachsener Mensch in der ausgeatmelen Luft in einer Stunde etwa 22 Liter Kohlensäure au3. Tann aber bildet sich Koolen- säure bei allen Fäulnis- und VerwcsungSvorgän- gen auf unserer Erde, schließlich entströmt sie eini­gen Quellen Bergwerken, Erdspalten und bildet sich vielfach in Kellereien von Bierbrauereien bei der Gäruna des Bieres, in tiefen Brunnenschäch­ten usw. Tie Kohlensäure ist für Menschen und Tiere ein starkes Gift; in geringer Menne fin­det sich die Kohlensäure in unserer Luft, also in Verbindung mit Sauerstoff und Stickstoff vor; hier ist sie aber in so geringen Mengen vorhan­den. daß sie unschädlich wirkt. In der Nähe von

beitragen würde, wenn ich Dir einen Teil des Geldes gäbe, was würdest Tu dann sagen?" Ölerftcnbnrger machte große Augen.

der Kolonie scheint er sich in der Zukunft viel zu versprechen. Im letzten Teile seiner Ausführun­gen wandte sich der Staatssekretär der so schwie­rigen Einwohnerfrage zu. Leider sei die vorhandene Zahl der Eingeborenen sehr gering, und die Minen, Farmen und der Dienst bei den Weißen in den Städten nähme die meisten in Anspruch. Die Eingeborenen sind durch den Krieg verarmt, die Erwerbsmöglichkeiten seien gering, jedes Neugeborene sei eine Belastung des Einkommens des Schwarzen. Auch an Weißen Frauen fehle es, ein sehr trauriges Geschlecht von Bastarden wachse heran. Ten Farmern werde es noch auf lange Zeit hinaus nicht glänzend gehen. Die Existenz der Weißen sei schwierig, an geisti­gen Anregungen fehle es, den Hauptersatz müsse der Alkohol bieten, der in geradezu erschrecken- den Mengen genossen werde. Das Leben in der Vereinzelung bedinge ein gewaltiges Empor- schnellen des Egoismus. Einführung voller Selbstverwaltung sei kaum möglich, so lange 90 Prozent des Bodens noch Kconland sei.

Die militärische Lage ist so, daß der Süden durchaus noch nicht in vollem Frieden sei. Tie Hottentotten seien unruhig und nicht leicht zu behandeln. Bewaffnete Weiße seien genug da, aber trotzdem herrsche Unsicherheit. Ganz unge­heuer, unnatürlich und auf die Dauer unmöglich, sei die Zahl der Gerichtssachen. Polizei- und Ge­richtskosten seien für die Verwaltung beinahe un­erschwinglich. Das Schutzgebiet fei in einer wirtschaftlichen Krife begriffen, die hof­fentlich bald verschwinden werde. Es sei anzu- nehmcn, daß in einigen Jahren das Schutzgebiet sich selbst werde erhalten können. Auch die Kap- kolonie habe ein jährliches Defizit von 20 Mil­lionen Mark.

Soweit Staatssekretär Dernburg. Lebhaften Beifall spendete besonders auch der Kaiser.

M. G. Die über 100 Jahre alten Per­sonen in Preußen.

Nach der statistischen Korrespondenz 1907 gab

ihr so viel Vergnügen niocken!" Aber anderseits ' „Nein, nein, das ist nicht zu teuer. Es steht — die Vernunft, die Vorsicht-- , Ihnen so gut und ist eine hervorragende Arbeit.

Eines Morgens beim gemeinsamen Frühstück Ick vertiere daran, wenn ich es Ihnen verkaufe, sagte seine Frau im Tone tiefsten Ernstes zu gnädige Frau. Aber für Sie will ich 275 sagen.' ihm: ! Sie blickte verlegen zu ihrem Manne hinüber

„Und wenn ich zum Ankauf des Armbandes und sagte: , 1

„Tas ist für uns wohl immer noch zu teuer«

„Nim ja, — es ist ein wenig teuer", murmelte der blatte. , Aber, wenn es Dir Freude macht —"

einer der rechnet.

Dreihundert Mark! Herrn Gerstenburger überlief es mit einem kleinen Schauder. So wen­dete er nockmals zaghaft ein:

„Hast Tn mir nicht gesagt daß die Kinder Wäsche brauchen und daß Lulns Höschen zu kurz geworden sind?"

Sie stimmte 6et: „Es eilt ia nicht so, ich werde sie verlängern!"

Wie eine Schnecke mit ihren Fühlhörnern in

melte: „Man verlangt dreihundert Mark", da hundert Mark von meinem Gelde dazu geben. Es antwortete sie mit Ueberzeugung: Das ist nicht ist alles, fvas ich habe: bilde Dir nickt ein, daß ich

" | etwa noch mehr erspart habe. Willst Tn sie? Dann

Sie fügte hinzu: „Du wirst mir mein Arm- werden wir das Armband bezahlen können."

band kaufen, nicht wahr, mein Liebster? Wenn ' Herr Ludwig ©erftenburger sah nachdenklich Du es mir nicht zur zehnjährigen Feier unseres ■ in seine Kaffeetasse hinein nnd seufzte.

Hochzeitstages kaufst, dann würde ich krank wer- ■ ,Lnlu. sei nicht langweilig." Frau Gersten- den und traurig. Ick) würde wanden, daß Du lachte etwas gezwungen. „Wir wollen heute mich nicht liebst, und ick glaube wirklich. Du liebst o6enb bei dem Goldarbeiter Vorbeigehen, wenn mich gar nicht mehr, toeil Dir so „wenig Eifer, Du aus dem Bureau kommst." zeigst, mir eine Freude zu machen.

Tu noch, damals vor neun Jahren, als wir zu- l

lammen durch den dichten Fichtmwald oben am wideriprechen. Er war em wenig iwwach von. Heu borge gingen. Du niich in den Arm nahmst und Eharakter, dec ^err Li wwigGe r gen b ur ner. Jhtb : küßtest. Tu sagtest Tu: roeitn Tu es nicht früher bekommst, dailn jedenfalls an unserem zehnjähri-

— aber über Geschmack und Farben läßt sich nie streiten.

„„Also", entschied sie. „Ich behalte eS. Z ihle. mein Schatz!"

Er zog sein Portemonnaie aus der Tasche und sah sie an.

„Ja, richtig, es ist wahr. Du hast nicht genug!”

Sie zog langsam und ohne Uebcrftiinung eine kleine Börse heraus, der sie hundert Mark ent­nahm.

„Da", sagte sie mit einem Seufzer. Und sie Verlangte eine Quittung, während sie unausge­setzt die Wirkung des Armbandes an ihrer Hand studierte

Draußen:

„Nun, bist Tu zufrieden?"

„O. mein Liebster!" tief sie feurig. „Wie gut Tu bist! Ich würde Dich umarmen, wenn wir hier nicht auf der Straße wären!"---

Fünf Minuten später blieb Frau Gerstenbuc- ger wieder vor einem hell erleuchteten, glitzern­den Sckmufenster stehen, sah hinein — auf ihr neues Armband — ms Schaufenster — wieder auf ihr Armband —--

„Merkwürdig", meinte sie. „Ich batte es mir dicker vorgestellt; ist es auch dasselbe, das wir gestern sahen?"

„Aber sicher, Gertrud."

„O, es ist schön, sehr schön!" — sagte sie tote- der.

Fünf Minuten weiter blieb sie wieder stehen, um zu leben, ob es auch gut schließe.

„Wenn es nur solid ist!" sagte sie und verzog ein wenig den Mund.

Beim Essen fragte sie dann: „Also gefällt es Tir wirklich?"

„Aber ja, und Tir?"

„O, ich bin sehr zusrieden, ungemein zufrieden. Ich hatte cs mir nur dicker gedacht —"

Und sie fügte hinzu, während das Fcitcr eines neuen Wunsches in ihren Augen entglomm:

„Siehst Tu — zum nächsten zehnjährigen Hochzeitstag — da wünsche ich mir einen Britlant- ring, mit einer Perle in der Mitte, so groß wie eine Erbse--"

C. Dernburg über Südwest.

Am Donnersrag fand im Reichstag eine jlbcndsitzung statt; aber sie galt nicht gesetzgebe- ,'ischcr Arbeit, vielmehr erstattete Staatssekretär Dernburg seinen ersten umfassenden Bericht über icine südwe st afrikanische Reise.

Ter Saal war dicht gefüllt, auch verschiedene Reichstagsabgeordnete waren anwesend- Bald nach %8 Uhr erschienen in der Hosloge das Kai­serpaar, Prinz Heinrich nebst Gefolge. Im Saale und auf den Tribünen war kein Plätzchen mehr leer. Der Vorsitzende der Deutschen Ko­lonialgesellschaft, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, eröffnete alsbald die Versammlung, dankte dem Kaiserpaar für fein Erscheinen und gab Dernburg das Wort.

Dernburg schilderte in seiner geschäftigen Weise die Eindrücke und Ergebnisse seiner süd- westafrikanifck)cn Reise. Er gab zu, daß der Be­ginn seiner Reise ihm traurige Eindrücke gegeben habe. Erst nach eingehendstem Studium und Vergleichen mit den englischen südafrikanischen Kolonien habe er schließlich seine Anschauung da­hin geändert, daß die Verhältnisse auf die Dauer doch ein selbständiges Bestehen der Kolonie mög­lich machen würden. Wir können natürlich hier sicht die Einzelheiten wiederholen, die der sehr schnell sprechende Kolonialsekretär in seinem anderthalbstündigen Vortrag ausführle. Wenn rr auch meint, daß das Bild, das er gegeben, nicht Übermäßig ungünstig sei, so sind doch alle Licht- ,unkte in dem Bilde lediglich Vertröstungen auf aie Zuckunft. Wenn das und das geschieht,, so heißt es immer, dann wird dieses und jenes gün- siige eiiilreteit, aber nie konnte der Staatssekre­tär sagen: hier steht das günstige Resultat. Aller- DingS führte er aus, welch unzählige Momente immer zusainmengekommen seien, die das Auf­kommen günstiger Verhältnisse verhindert hätten.

Ter landwirtschaftliche Betrieb wird sich, so führte der Redner ans, im großen ganzen auf

, Und am Abend desselben Tages gingen sie zu- ocn icoui r raun iu> uu», uui| iu# vu»« । . Herr Gerstenbnrger senkte den Kopf. Er .lebte fnnunen zu dem Juwelier und betrachieten zn- Aber Du hast es mir versprochen, Lulu. Weißt anspruchsvolle Frau von Herren und so nächst von der Straße ans nochmals die gleißende " - - - • ------ - -- - hörte er auf ihre Anspornungen, ohne ihnen zu und glitzernde Auslage

1-1 Jt“. Er war ein wenig schwach oon > „Ach, das ist es!" rief Frau Gerstenburger. b « „r? ;r,.. s - cr« i „Sieh hin, ist es nicht großartig schön? Komm er hätte nichts Besseres verlangt, als ihr das Aem- - - - - - - ■ - - —

band kaufen zu können; aber dreihundert Mark wiegen schon schwer in einem kleinen Haushalt.

Manchmal bewegte er die Finger hin und her, wie ;

er vic yuum« I.nnc muu |tl„ u,u orm , „Ach, eZ ist unrecht," seufzte sie. „Ich hab; das Er zeigte die ergebnngsvolle Miene eines Herr Gerstenburger antwortete Nicht und

-eite während das fieberhafte Begehren Geld Nickel für Nickel tn der Wirtschaft erspart Menschen, der bei sich denkt, datz cs ihm nicht das! blickte auch uicht von seinem Zeller auf. Tas von neuem in ihren nußbraunen Augen auf- i — hier ein paar Heller, dort wieder ein paar geringste Vergnügen machen würde, mit einer Essen an jenem Tage hat ihm nickt besonders aut flammte: i Heller, und ich wollte, daß Du es niemals ersah- j goldenen Kctte am Handgelenk spazieren zu gehen geschmeckt.

Viehzucht beschränken müssen, und besonders von )er Wollproduktion, wie auch von der Straußen- zucht feien gute Resultate zu erwarten. Eine feste Praxis in der Zuchtuiethode habe sich jedoch nicht ausgebildet, ihn in diesen, wie auch in anderen Punkten der landwirtschaftlichen Bevöl­kerung aufzuhelfen, habe er Landwirtschaftskani- mern in Aussicht genommen. Diese Landwirt- . . .

schaftskammern wie auch die ebenfalls zu errich- obiger A'.ifstellung eine bestimmte Abnayrne der tenden Handelskammern sicherten den Farmern - hochbetagten Personen hervor, die be;onders gark rtne gewisse Selbstverwaltung, die durchaus bei den Mannern hervortntt. Das gewaltige wünschenswert sei. Zwar eine wirkliche volle Uebergewicht der Frauen, das in allen diesen Selbstverwaltung der Kolonie fei natürlich un- l Jahren zu konstatiereii ist, steigert sich seit 1885, möglich da das'Budget der Kolonie vom Reiche ; besonders aber feit 1900 dis zum fünffachen, vollständig abhängig sei. Dernburg sprach dann l den höchsten Altersstufen ist das Uebergewicht der auck noch über die bergbauliche Entwicklung der ; Frauen noch starker,die folgende Tabelle zeigt: Kolvure, wobei man besonders seinen nicht mehr neuen Ausführungen über die Diamanten mit Interesse folgte. Von den K o hlenfeldern

Männer Frauen

zusammen

Am 1. Dezember 1871

147

2s7

434

1875

141

240

381

1880

128

2 >1

359

1-85

24

67

91

1890

13

59

72

1895

15

31

46

1900

5

30

35

1905

9

43

52

Bis ziim Jahre 1885 sind die

Angaben aller-