36. Jahrgang
Fulda, Dienstag den 19. Januar 1909.
M 14.
Aus diesem Vergleich zwischen Vergangen-
Zweites WtcrÜ.
leien rechts und links ihre Anschauungen genau . . 4««*« hta hilft
veuisches Reich.
Kleines Feuilleton
wenn es keinen Pakt nach rechs oder links em- geht, sondern den ruhenden starken Pol m der politischen Erscheinungen Flucht bildet.
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Monatrbellager „Zuldaer Geschichtsblatter z«rnsprecher«r.y.
bCr» 3u lebhaften Unruhen kam esin Rego (Portugal) infolge der Unzufriedenheit der Winzer mit der Lage des Weinbaues. Das entschreitende Militär wurde mit Gewehrschüssen empfangen. Die Soldaten erwiderten das Feuer und stellten die Ruhe wieder her.
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Veranttv. Redakteur: M M
Lart schütter
J’Xh MchmM-U- „Illustrierte SonMgrzeitung
* Die Geschichte von dem Neujahrsempsang der Generale will noch immer nicht zur Ruhe kom- , men. In der Harden'schen „Zukimft" wird nut- geteilt der Generaloberst Graf Schlteffen habe aestattet, auf das vielbesprochene Heft der Deut- sck>en Revue den Satz zu drucken: , „Dieses Heft enthält den Artikel: „Der Krieg in der Gegen- wart", welchen der deutfche Kaiser beim Neu- iahrsempfang der kommandierenden General« verlas mit dem ausdrücklichen Bemerken, dah die darin niedcrgelegten Gedanken sich mit seinen Ansichten decken." Man wird dieser Meldung der l Zukunft nicht tvohl einen Zweifel entgegensetzen I können, denn cs muß ausgeschlossen erscheinen, daß der Verlag so etwas ohne ausdrückliche Geneh- micnlng des Grafen Schliessen drucken laßt. Uebrl- genS hobt Harden hervor, daß auch iw Reich,an- zeraer die Angabe, daß der Kaiser auch den p o- li tischen Teil des Artikels verlesen hat nicht bestritten wird. Ter Reichsanzeiger sagt nur, daß ,die Besprechung, (des Artikels) sich „lediglich auf militärische Dinge bezogen habe, und daran wird auch niemand zweifeln.,, unve- schmdet dieser Tatsache kann also der Kaiser immerhin den ganzen Artikel verlesen und ihn als mit seiner Ansicht übereinstimmend bezeichnet haben. Daß der Artikel des Grafen Schlisften inhaltlich nicht mit dem durch den Daily Telegraph veröffentlichten Interview ubereinstlmmt, macht die Sache noch rätselhafter. Harden be- inerkt dazu bissig: „Im Oktober ist tedec Brite, dec in Deutschland nicht den zuverlässigsten st Freund seines Reiches erkennt, einfach verrückt, I ir.i Januar ist England der unversöhnlichste Feind, ' dessen Haß durch das herzlichste Wort nicht ge- i mindert, durch das härteste nicht gemehrt werden
aendere Katholiken zu gewinnen sucht, ersteht uan aus den, Vorgang in einer Kreisstadt worüber der „Kain. Volksztg/'.berichtet wird. Vom Land- ratsanit wurde die K >r ch e n st e u e r h e bei i sie der katholischen Pfarrei eingefordert. Als sie dem Kirchenrechner zuruckgegeben wurde, fanden sich bei etwa fünfzig Namen der HElb steuerten Zeichen vermerkt, die man auszuwlschen verge sen hatte An all die Träger dieser Namen aber .va- ren mittlerweile Zirkulare mit einer Aufsorde- rung zum Eintritt in die Deutsche Bereinigung gelangt. Die Maßnahme kennzeichnet sich ohne weitere Beinerkungen von selbst.
fers, das in der Oeffentlichkeit seinen Platz erhal- ten»tigdt Einführung des ZrhnvfennigportoS für Briefe „auf direktem Wege" nach Amerika hat sich die Zahl derselben, bedeutend^vermehrt. Die erste Post im neuen Jahre hatte 35000 Stuck.
" In der Bochumer Stadtverordnetenver- sanimlung lehnte die liberale Mehrheit im vorigen Jahre die Wahl des.Justizrats Drekcunp (Zentrum) zum Magistratsmitglred ab und wahne für einen ausscheidenden Katholiken einen L t- beraten. Die Liberalen bildeten ohnedies ,.chon die große Mehrheit im Magistrate. Sie schenken überhaupt zu beabsichtigen, tn Zukunft tn den Magistrat nur Liberale zu entsenden. In der letzten Stadtverordnetensitzung war wiederum eine Magistratswahl vorzunehmen Die liberale Mehrheit schlug abermals «»en Liberalen vor. Seitens des Zentrums beantragte -stichtverord- neter Löchtermann die Vertagung der Wahl ms zur Erledigung der Proteste gegen die Stadtver- ordnetenwahl. Die liberale Mehrheit lehnte ^r ohne jegliche Debatte den Antrag ab und Zahlte gegen die Stimmen der Zentrumsstadtoer- ordneten den Liberalen. Dabei ist die Mehrheit der Bevölkerung katholisch. .
* Sturmwrtter in der Nordsee habeit tn diesen Tagen der Sck)iffahrt großen Schaden sugefugt und manchen Seemann zum Opfer gefordert. A
' Strand der Insel Amrum trieben Sonntag vormittags gekenterte Bote und Leichen von dem englischen Dampfer „Fidra" aus Leith an Der Danipfec ist mit seiner ganzen Besatzung, lo
Aus dem Nachbargebiet.
* Bad Orb, 16. Jan. 1909. Gestern wurde unter großer Beteiligung unser ältester Mitbürger, Herr Ignaz Geis, dem es noch vor wenigen Wochen vergönnt war, fernen 90. ®e- butt Mag zu feiern, zur- letzten Ruhe bestattet.
* Kassel, 18. Jan. 1909. Die Pferdebahn nach Wolfsanger ist käuflich m den Besitz der großen Kasseler Straßenbahn übergegangen. Der Betrieb mit Pferden wird vorerst beibe- halten, jedoch ist die neue Besitzerin kontraktUch verpflichtet, bis zum Jahre 1915 elektrischen Be- trieb auf dieser Linie einzuführen.
* Erfurt, 18. Jan. 1909. Der aus vielen ländlichen Obstbau-Vereinen bestehende Thüringer Zentral-Obstbau-Verein hielt vor einigen Tagen dahier eine General-Versammlung ab, in der eine Genossenschaft unter dem Namen Thüringer Ob st Verwertung" e. G. tn. 6. H" gegründet ""^Limburg, 18. Jan. 1908. Der erste Staats- anwalt, Staatsanwaltschaftsrat Hagemann hur ivurde nach Berlin als Nachfolger Jsenbkels versetzt
scheu gezogen:
Die Beugung der Reichspolitik unter neue Ken"trumsherrschast wäre beklagenswert und «übte schwerwiegende Folgen nach sich ziehen; wir Mch-en ab-r daß dies sich 'richt wird abwenden bet Block dir Fmanzreform nicht fertig KL ” Mmm.” e»t r-i!« Ä”,
«flt.9 3Bir bekämen dann eine Z en t tu »'s Herr s chaft «on teür langer Dauer in Deutschland; denn das Zentrum, gewitzigt durch die in,den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen^wurde^nMwleder
Dart^i wstd* d"ann"^vie'lmehr 'durch öglichst^eMge'gen-1 hestU Gegenwart "ergibt sich, daß die Par- ’l Stabe« f««». »«» 8e«t™mW_ am belle». Treffend führt demgegenüber die ,Köln. Volks-
vermischtes.
♦ Ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms II. haben die Majestäten> neulich, beim Profffor Tuaillon in Bersin benötigt. @3 tft by2 Steter Ä und foa l?ip in stöta a*lMt werden m der neuen Rheiubrucke gegenüber dem Twm. ES ist wohl das erste Denkmal des regierenden Kat-
x Das Schreckgespenst einer Zentrnmsherrschast wird den politischen Kindern auf ^ rechten und linken Seite des Reichstags an die Wand gemalt. Warum das geschieht, weiß man 1«. Die Par- leien streben in den Fragen Reichsfinanz reform weitauseinander. Nun sollen st i
fflnaft vor dem bösen Zentrum gefügig gemacht □V S «tbie .Sbl;. 81s ■ nach diesem Wiel»»»«»»"«» Rezept nerfatjren, unb lich bat auch der protestantische „Reichsbote den Faden aufgegriffen. Die Beziehungen ^dieses Blatte« zu sehr einflußreichen Hofkrelsen, die si^ durch eine besondere Gegnerschaft gegen die Katholiken auSzeichnen, sind zur Genüge bekannt. | lein Einfluß ist da schon öfter sehr Verhängnis- 'voll gewesen. Diese« Blatt erklärt nun zwar, !« glaube nicht, „waS die liberale Presse in diesen Tagen vom Zentrum erzählt hat, daß es dem Kaffer angeboten habe, , die Ftnanzreform |U machen und neue Manne- und Militär, forderungen zu bewilligen, wenn die katholische Abteilung im Kultusministerium wieder eingerichtet werde; so weit sei „die Entwicklung > denn doch noch nicht gediehen". Aber — W euch vor dem Zentrum, daS ist und bleibt | doch der Schluß de« „ReichSbolen".
Eine dauernde konservativ-liberale Politik lei, so erklärte es, allerdings nicht denkbar, ohne eine Drehung des StaatSruder» um einige Zoll nach der linken Seile. Dies ließe sich aber ertragen, trüge die Blockpolitik m national^ Beziehung reiche Früchte. Bisher habe sie sedoch mit das Vereinsgesetz gebracht. DaS aber sei keine Leistung in schwer ernster Zeit, die nach nationalen Großtaten zur Sicherung des Reiches
Der Vorfall in Liberia. Zum Vorgang mit dem liberischeu Zollkreuzer Lark erteilt die Wor- mannlinie folgende Auskunft: Der Dampser Marie Wörmann war in dec fraglichen Aachi Mitte November 1908 auf der Fahrt nach Cap Palmas, als er einen Dampfer mit abgebleude- ten Lichtern bemerkte, der sich 'hm näherte, ohne ihn irgendwie anzuspreche^i. Plötzlich flogen i ie I Geschosse zweier scharfen Schüsse , über den Wor- mamidampfer hinweg. Die Maschine stoppte, man rief den fremden Dampfer an, doch dieser war bereits verschwiinden. Es handelte sich zweifellos um den liberischeu Zollkreuzer, der, vom englischen Kavitän Bugge geführt, angeschafft ist, um den Schmuggel in den nicht offenen Hafen zu überwachen, woran selbstverständlich die wring Wörmann keinerlei Anteil hat. Die Firma fatzt den Vorgang als unpolitifch>e Wichtigtuerei der Kreuzerbesatzung auf und legt ihm, nur geringe Bedeutung bei. Immerhin ist Meldung an das Auswärtige Amt gemacht wordeii, das die Angelegenheit weiter verfolgen durfte.
! ' * Pom Rhein, 17. Jan. 1909. Wie die
* Die Steinheil-Affäre hat eine neue Wen-; düng genommen. Der Pariser „Matm verof« ( fcnilicht ein Geständnis der vielgeliebten, Frau, das sie, wie schon gemeldet, ine.luer ^tunbe tieffter Niedergeschlagenheit einer Mitgefangenen. gemacht haben soll. Was Frau Steinhell über; die Niordnacht eingestanden haben soll, steht aller , dings in krassestem Widerspruch nut shiem ganzur. bisherigen Verhalten. „Ich bin' soll sie petzt gv-, iait haben, „nicht die Mitschuldige am Dopv-l- mord; ich bin die Hauptschuldig e. Meme Mutter ließ ich nach Paris kommen, damit sie gemeinsam mit meinem verhaßten Mann JtetDC. Wäre mein Mann allein erdrosselt aufgefunden worden, so hätte alle Welt mich der Tat d^Huldigt. Den Muttermord, so kalkulierte ich, wurde^ mir niemand zutrauen: die Anwesenheit der Mutter war sozusagen mern AsibllEwels. ^ch war nach der Abendmahlzeit mit memer Mutter und meinem Gatten freundlicher als le und bewog beide, den Grog zu nehmen, tn den ich Betau bungsmittel getan. Ich erwartete, nachdem beide in liefen Sckflaf versunken waren, die Ankunft des Mannes, den ich für %1 Uhr morgens stellt hatte. Ihm öffnete 'ch und führte ihn m Marthes Schlafzimmer, das für diese Nacht das meinige war. Hier berieten wir zwei Stunden lang. Gegen 3 Uhr schritt ick r»r Ausführung der Tat. Ich war's. die meinem Mann zuerst und darauf meiner Mutter den Hals zuschnurte
Ich allein, der andere half mir nur, die toten Körper so zu umschnüren, wie man fte später auffand. Er half mir bet dieser Arbeit und fesselte mich auch an die Bettstelle. Den Na men ihres Gehilfen wollte Frau Stemheil angeblich nicht über die Lippen bringen, aber „Mattn lenkt die Aufmerkfamkeit auf den Chauffeur Sem- bei, der Mitte Mai Frau Steinhell »nd ihren reichen Anbeter Herrn B im Automobil nach B^evue brodjte. Dieser Sembel erscheine auS mehreren Gründen verdächtig.
* Die Zahl der Opfer btt dem Grubenbraude in Csingervölgy in Ungarn ist nun eno- gültig festgestellt. Es sind 55 Arbeiter tot, 17
reits zu spät; mennUn sich rührte, wäre der | Bär einem sicher an die Kehle qesprungen.C- gab nur eine Rettungsmogsichkett. man niufeic ben Bären durch den ersten Schuß ntederznstreck^n suchen Jede weitere Unterhaltung Ware ge- ährlich gewesen, denn Meister Petz näherte sich n diesem Augenblick dem Gitter der Hühner- ställe und der Mondstrahl beleiichtete ferne gewaltige Schnauze. Die Jäger zögerten nicht änger, denn im nächsten Moment Ware es schon zu spät gewesen. Leise ertönte das Kominando:
Feuer!" und die Gewehre knatterten rote tm wildesten Schlachtgetümmel ^nn war alles till, uild die Jager hielten den Atem an. „Man hört nichts" flüsterten sie, „er. scheint tot zu setn. Mit unendlicher Vorsicht luden sie bte Gewehre noch einmal und rückten itoitn, die Finger am Häsin, sprungweise zu dem Orte vor, an dem das Opfer liegen mußte. Es war ein feierlicher Augenblick — kann man denn wissen, ob solch ein Bär nicht Plötzlich wieder aufspringt und sich auf die Jäger stürzt? Aber das Trer war wirklich ganz tot und lag elendiglich rn fernem Blute. Es sah jetzt aber merkwürdig klein aus und halle, was noch merkwürdiger war, em Halsband um den Hals. Und da erkannte man denn mit Trauer im Herzen daß man einen ganz gemeinen Hund erschossen hatte. Die Jäger schlichen in sehr gedrückter Stimmung nach Hause.
-Ehrensache. „Du, Sepp, wegen was ist denn die letzte Rauferei wieder angang'n i Da habt s . ja fürchterlich d'reing'haut!' — „Weg'» was? Sitzen wir da beim Oberwirt z',am' und «sch- kerieren allerhand. Auf einmal sällt's den Eck- baumtbub’n ein, zu behaupten, sie hätten die dickeren Schädel, weil ihnen noch bei keiner Rauferei was passiert ist. Sollten wir Moosbauembub'n uns dös gefallen lassen? Noo, jetzt wissen sie's! Wir haben die dickeren!«
— Drastisch. Maler (im Hose eines Bauern den Misthaufen malend): „Ich weiß nicht, aber ich bekomme gar nicht den rechten Ton he^ is " —
So tauchen S' halt n' Pinsel in d' Mistla»/n et !
trägt ein guter Appetit wesentlich zur raschen Wiedererlangung der gesunkenen Körperkräfte bet. In
Z tten leistet Seotis Emulsion ganz hervorragend- Dienste, indem sie die Eßlust fördert und so dem Ore ganismus rasch wieder neue Kraft zufuhrt.
Scott« «mulsion wird von NN» °"»'V"Mas7 iondttn n«
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' — Bon einer mißglückten Bärenjagd erzählt ha§ .Journal de Genöve": Die friedliche Ge- pteinbe ChLne-Bourgeries wurde rn den letzten Laaen durch eine schreckliche Nachricht tn Aus' teaung versetzt. Glaubwürdige Personen ver- sicherten, daß sie am Abend an den Hecken der Bergstraße einen riesigen Baren gesehen hatten. Da die Anwesenheit einer solchen Bestie für bte Gemeinde eine öffentliche Gefahr bedeutete, hielt man sofort Kriegsrat. Einige machten den Vor- kcklaa den Ort in Belagerungszustand zu ver- S' dieMilizen einzuberufen und. dwBurger- !r.-Uterei au befestigen. Bevor man ledoch zu sol- chen extremen Mitteln griff, wollten etliche mu- E Bilger den Versuch machen dem Ungeheuer aufzulauern, und es weidgerecht nlederzuknallen. Trotz der furchtbaren Gefahren, die mit dieser Expedition verbunden waren, zogen bet Einbruch bet Nacht mehrere resolute ^ager, bis an bte «zhne bewaffnet, zum „Pondoir möbele und er- warteten im Schallen der Bäume heroisch die BTnfunft des wilden Tieres. Der Mond ging ringsum herrschte tiefe Stille Minuten vergingen, ohne daß etwas zu hören oder zu sehen war Die' Aufregung der Jäger wuchs mit lebet Sekunde Plötzlich tauchte in eurer Entfernung von etwa 50 Metern auf der Landstraße em Schatten auf. Kein Zweifel, das war der Bar. Die Augen der tapferen Jager suchten Me ®un kelheit zu durchdringen. „Es ist ein wri cher Bär" sagte einer von ihnen leise, „er hat einen meißen Bauch." — „Nein, antwortete ein anderer ebenso leise, „es ist ein .grauer Bär vom Felsen- nefcirge. Wer weiß, rote es uns ergehen wird! Maquenal, der sich auskennt, hat mir erzählt, daß ein solcher Bär imstande sei, mit einem einzigen fcabenbieb selbst den größten Elefanten nieder- tzuschlagen. Und wenn cm solcher Bar angeschos- Jen wird ,ist er noch weit gefährlicher. Das beste wäre, wir zögen uns zurück!" Es war aber be-
-erlangte.
.Wir haben nun die sogenannte nationale Mehr maa nütit sie ab er, wenn sie über Finanz Vorlagen sich herumstreitet und nicht »u dem turnen Ents^lnffe sich aufrassen kann, dem Reiche zu geben, «as ihm nottutt Wenn sie f eitfcht und marktet, ft* in schwerer Zeit drohendster Ungewißheit nicht -roß über kleinliche Bedenken hmwegsetzen kann .Wenn bet eine Teil immer dieienigen Steuern verwirft, die dem anderen genehm sind, wenn keiner sich entschließen will, um bet6Größe und Sicherheit des Vaterlandes willen Opfer zu bringen? Welche n W e r t b a t. n o die Blockpolitik, wenn sie tn dieser ernsten Zett versaat wenn die Parteien int Block.sich daraus ver- lallen wollen, daß auch das Zentrum Mitarbeiten muffe.
roirb jetzt eine Mehrheit gebraucht, bte
nationale Arbeit zu leisten: kann der Block das ni'chh dann dürfen seine Mitglieder sich nicht wundern Ä «?» *».!»?lief«
wird, die in der Fman,frage nicht versagt. Zu die er gneitheit müßte daS Zentrum gehören, und ^enn in ernster Zeit seine Mitwirkung durch ZugestLnd- Ee auf kirchlichem Gebiet und dem der schule ge- sichert wird, darf man sich mcht wundern.
' Und bann werden alle Register der Zentrums-
zettung ^S. Liberalen wieder einmal, was : , « fte nickt die Reichsfinanzreform so
devorstehtz wenn A nicht °te^^ kommt das
steMrum das schreckliche Zentrum, es kommt und bleibt Zentrum, । ? statt weiß, daß auch dann das Sto, d«.WSW. e<
tat dl« Stimmung In tat «
a ent rum und gerade aus diesen Kreisen heraus i]t mehr als einmal versichert worden, daß der Kaiser utt teil einen UmftÄnb en vomZentruinet was ! wissen wolle, daß der Umschwung vom 13 De,. 1906 auf die eigenste Initiative des Kaisers zurückzufuhren fei. SBtt könnten hinzusügen, daß auch das Zentrum nach I ben gemachten Erfahrungen sicher selbst am wenigsten aeneiat sein würde, eine Stellung wieder einzunehmen,
I wie es sie vor dem 13. Dezember 1906 tnne hatte. I Macht aber alles nichts I Der Reichsbote' variiert auf der Rechten das Sprüchlein: „Das Zentrum I
I f a m m 1wie die .Stöln. Ztg/ auf der Linken e*» 1 variiert ' Die ganze Blockweisheit ist in der Variierung dieses Sprüchleins enthalten. Allerdings suchen d mutt die beiden Blockhälften lediglich die eigen«,, Ge- schäfte zu besorgen, und die ihm am nächsten stehen den Kreise vor unliebsamen Belastungen zu bewahren. Me lange werden sie dieses Spiel i.och ortsehen können? "Bis es dem Volke, wie man zu sagen pflegt am Halse herauskommt. Das kann aber be der Ge-! hirnversandung, welche lene Art von dreffetattgke hervorzurufen geeignet erscheint, noch eine gute Weile dauern. Und danach muß man sich einrrchlen.
Ganz richtig'. DaS Zentrum muß sich mit den Verhältnissen abftnben: es bleibt mehr denn je auf sich selbst angewiesen. Es
: kann darum auch auf keinerlei Bundesgenossen- : schäft recht« oder links rechnen und muß Zen- 11 irumspolitik und nur Zentrumspolitik treiben. Windthorst hat die Bundesgenossen genommen, wo er sie fand, aber sich niemals nach irgend einer bestimmten Richtung festgelegt. KnUur- karnpfsgegner hat es ursprünglich sowohl auf fortschrittlicher als auf konservativer Seite gegeben, hier war es v. Kirchmann und Frhr. von Hoverbeck, dort v. Kleist-Retzow und Meyer- ArnSwalde. Wenn Pros. Spahn tn dem jüngst hier berührten Artikel von der Mithilfe der K o n s e r v a - tiven beim Abbruch der Maigesetze spricht, bann darf er nicht vergessen, daß sogar ernAdolf Stöcker 1182, als erst bte bescheidensten Anfänge baiu gemacht waren, den Kampfruf von Memel bis Trier erhob. Aehnliches könnte von der ! sozialpolitischen Gesetzgebung gesagt
Die Konservativen haben vorwiegend Bismarck-1 sche Sozialpolitik getrieben, die mehr aus Arbeiterversicherun g als auf Arbeiter- schütz und Arbeiterrecht zugeschnitten war. Wenn die sozialpolitische Dampfmaschme so oft ms Stocken geraten ist, so hcü bte Schuld nicht selten auf konservativer Seite gelegen. Die alte Fortschrittspartei der Waldeck, Hoverbock, Eugen Richter, mit welchem bas Zentrum nach der freiheitlichen Seite zuweilen starke Berührungspunkte gehabt, ist vollständig mit ihren ehemaligen politischen Grundsätzen zusammengebrochen. Der sichtigOein^wahres Lrk^usKoA V«| sagte: „Als wir unsere Grundsätze noch hallen. Die heutige sreisinnige Partei tjat genau bleibe politische Wandlung burchgeniacht, w^ die Franks. Ztg/, die unter der Sonne des Reichskanzlers eS sich wohl sein läßt. ____
Literarisches.
Der neue Weingesetzmtwmf. Kritisch dargestellt mst Verbesserungsvorfchlägen von Justizrat M id deldorf in Aachen. Köln, I. P. Bachem, 1908. 8°. 37 S. 1 Ml.
Viel wurde schon über den neuen Wemgefetz- entroutf aeschrieben, besonders von den maßgebenden Kreisen ^>es Weinbaues und -Handels; allgemem sind die Stimmen darüber ungünstlg, und doch heißt eS überall: so wie eS jetzt 'st, kann eS nicht weiteraeben! Verfasser geht die verschiedenen Wein- aesetze^durch, schildert bte Mißstände »m Wemban und-Handel und macht eine Reche Vorschläge ,. er will zur Klärung der Verhältnisse und zur Absteb lung der Mißstände tm deutschen Wentbau und -Verkauf beitragen und verlangt, das Gesetz möge M U« d,. unt«b,a»m, M Weinpantsches.
Reklamen- nnd Anzeigenteil.
Während der Genesnna