Maer W Zeitung
36. Jahrqansi
Fulda, Samstag den 16. Januar 1909.
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Drittes Wtcrtt
Laufes vor bett Menschen voraus
die
Vergleich zu ihrem hervorragenden sind die Auschasfungs- wie die Unter hal-
««;ei-r«: vie ein- spaltigepetitreileoder deren »an« sä pfg. Rellamendiepetitzeile 25 Pfg., bet Wiederholungen wird entspr. Rabatt gewährt.
«otationrdrnckund Verlag der Znldaer Ak- ttendruckerei in Zulda Zrrnsprecher Nr. 9.
ligftit hatte.
Im Nutzen
C. Bier ützige Detektivs.
Bon Srnni Wichmann.
je höher es veranlagt ist, um so weniger durch Anivenduitg von Gewaltmitteln abgerichtet werden kann. Die Dressur beginnt meistens im abgeschlossenen Zimmer und wird erst allmählich ins Freie, in den Garten oder auf das Feld verlegt. Daher müssen aber die fingierten Objekt« des Verbrechens häufig gewechselt werden, denn der Hmtd darf nicht denken, daß er nur Komödie zu spielen hat, sondern muß seine Aufgabe stets als bitteren Ernst betrachteil, und manche seiner künftigen Arbeiten können ihm nur bei Nacht, wo das Auge versagt und allein die Nase wirksam ist, beigebracht werden.
Nach den bisher gemachteit Erfahrungen ist es zweifellos, daß der vierfüßige Detektiv berufen ist, in der Krimiualjustiz der Zukunft noch eine bedeutsame Rolle zu spielen, und da das von allen Nebenrücksichten und Verstandes- irrungen freie, nur dem natürlichen Instinkt folgende Tier den Verbrecher ohne jede Parteinahme verfolgt, so wäre vielleicht mancher schwere Justizirrtum verhütet worden, hätte die Polizei der Kulturstaaten sich schon früher zu keiner allgemeinen Einführung entschlossen.
jedem Privatmann an seinen Hund gestellten Anforderungen entspricht. Er hat im wesentlichen nur die Tätigkeit des Beamten zu unterstützen, indem er ihn bei drohender Gefahr ivarnt, versteckten Dieben nachspürt, die Verfolgten stellt und im Falle eines Angriffs seinen Herrn schützt. Daneben kann er noch verwendet iverden, um Verunglückte aufzusuchen, oder Ertrinkende zu retten, wie das erstere schon bei den Mönchen von St. Bernhard geschah, das letztere von der Pariser Polizei Ende deß vorigen Jahrhunderts durch große Reufundländev-Hunde praktisch geübt ivurde. Ein guter Polizeihund darf also keine Furcht Fennen, muß hieb- und schußfest sein und auf Kommando unter allen Umständen ansässett. In dieser Weise brauchbare Tiere haben stch sogar schon beim Transport gefährlicher Verbrecher bewährt, indem sie dieselben umkreisen, jede verdächtige Gebärde beobachterl und bei der leisesten Ahnung einer drohenden Vetveguug den Mann anspringen. Solchen Polizeihunden ist bereits in manchen Großstädteil die Säuberung öffentlicher Anlagen von bedenklichem Gesindel zu danken, gegen das einzelne Polizisten sich als «'achtlos erwiesen, und außerdem sind letztere beim Nachtpatrouillen- dienst gegen freche oder hinterlistige Ueberfälle nunmehr vollkommen geiichert. Unter der Men- sckenklasft, die das Auge des Gesetzes zu meiden sucht, ist denn auch die Frucht vor den Polizeihunden eine begreiflich große. Manche Diebe, die an bestimmten Orten ihre Tätigkeit bisher regelmäßig ausllbten, mußten ihr Gewerbe aufgeben, da es ihnen, wenn ihre Spur einmal entdeckt tvar, einfach unmöglich wurde, sich vor den Hunden zu verbergen. Und da die Tiere ander- setts auch bett Erfolg gewalttätiger Angriffe auf die Beamten unmöglich machten, so haben sie tatsächlich schon viel zitr Minderung von Per- knocken wie zur Hebung der öffentlichen Sicherheit beigetrageit.
Ganz anders geartet als die des Polizeihundes ist die Tätigkeit des Kriminalhundes. Sie dient nickt zum Schutze des Menschen, sondern zur Ergänzung seiner Intelligenz und begimtt da. wo dieser bte Grenzen seines Scharfsinnes erreicht hat, wo Auge und Ohr vor der Nase zurückzutreken haben. So vielseitig wie sein Kollege von der Polizei braucht der vierfüßige Detektiv nicht zu sein. Gewissermaßen als Organ des Untersuchungsrichters, als Gehilfe des
nung in fast allen Großstädten mit vierfüßigen Detektivs Den Anfang damit hat im Jahre 1899 Belgien gotnackt. Dem Beispiel, das dort der Polizeipräsident von Wesemael mit der Abrichtung von zunächst drei Polizeihunden gab, die bald auf vierzig vermehrt wurden, folgten sehr rasch Oesterreick. England, die Schweiz, Rußland: uild in Deutschland arbeiten heute bereits tast 200 Polizeiverlvaltungen mit den gelehrigen Tieren. Da die mit ihnen gemachten Erfahrungen alle Erlvartuugen übertroffen haben, dürfte es interessant fein, int folgenden näher auf ihre Tätigkeit, die in Frage kommenden Rassen, die Art ihrer Ausbildung und die erzielten Erfolge einzugeheu.
Bei aller Ueberlegeuheit des Menschen über das Tier in geistiger Beziehung sind doch seine Sinne gleichmäßig vollkommen entwickelt. Gerade der für die Auffindung von Verbrechern, für die Verfolgung von Tatspuren wichtigste, dec Geruchssinn.ist bei ihm am mangelhaftesten ausgebildet. Kein Mensch, und mag er sonst der gewiegteste Detektiv fein, kann Nafenarbeit verrichten, wie der Hund. Es ift daher befremdlich, daß die Polizei verhältnismäßig ,'o spät daraus verfiel, sich feine unschätzbaren Dienste nutzbar -zu machen, tote es der Jäger seit Jahrhunderten und auch das Militär mit der Einführung von Kriegshuuden schon lattge vor ihr tat.
Nach dem verschiedenen Arbeitsgebiet muß man zunächst zwei Klassen unterscheiden: den eigentlichen Polizeihund und den Kriminalhund. den man mit Reckt als vierfüßigen Detektiv bezeichnen darf. Tie Aufgabe des Polizeihundes ist im allaeineinen die leichtere da sie den von
auch durch elementare Ereignisse, wie Wind und Regen sie durch Veränderung des Bodens verursachen, erschwert wird. Trotz aller Schwierigkeiten aber weisen die über die Tätigkeit der Krtminalhunde geführten Listen bereits eine stattliche Reihe von Ersolgett auf, znmal in Fällen, wo Menschenkraft aller Voraussicht nach dauernd versagt hätte. Wir brauchen nur an die Usberfiihrmtg eines Müdchenmörders in Braun- schweig, an die Entdeckung eines Mörders in Wien, drei Monate nach vollbrachter Tat zu erinnern, oder der häufigen Fälle zu gedenken, in denen Krinrinalhunde Verbrechen von Brandlegung aufhellten, Einbrecher überführten und den Weg zu lange vergeblich gesuchten Spiel- höllen fanden, alles Erfolge, die um so begreiflicher sind, als das Tier ja bei solchen Anlässen nicht nur den schärferen Geruchssinn sondern auch die gewandte Behendigkeit, wie die Schnel-
bildung sörderten.
Das Gebiet des Tabaks ist unerschöpflich und bietet Stoff zit endlosen Betrachtungen unb Statistiken, zu gelehrten Abhandlungen über bte Rancher, die rauchenden Natioiten. über die Wirkung des Tabaks auf Gehirn und Organismus. Der Tabak liegt in beständigem Kampfe mit der Hpgiene und noch ist es trotz aller Abhandlungen gelehrter Männer nicht ausgeschlossen, daß em maßvolles Rauchen nicht nur nicht schädlich, sondern der Gesundheit sogar zuträglich fei. So behaupten wenigstens alte Raucher, die ohne ihr Pfeifchen nicht auskommen können und sich beim Tabaksqualm sehr wohl fühlen. Die Mode, welche die Welt beherrscht, ist vielleicht eines schönen Tages allein im Stande, den Tabak nieberzu- itotrmp.it
P. Etwas über Pfeife und Schnrrpf- tabak.
trfchedtt täglich mit Atunah«« der $e.m* und Leiertage viertel- jShrlichervezugrpreir ohne vrtugerlohn unb veMgeldinMbasa« wie auswärts 1.50 Olt.
Oerantw. Redakteur: Lari Schütter
tungskosten fron Polizei- und Kriminalhunden verhältnismäßig gering und stellen sich erstere auf zirka 80 bis 120 Mark, letztere pro Jahr auf etwa 150 bis 200 Mark, wogegen der Anschaf- fungswert bereits ausgebildeter Tiere die Höhe Von 200 bis 400 Mark erreicht. WaS die Ausbildung betritt, so ist diese allerdings schwierig, wird aber von geeigneten Leuten in der verhältnismäßig kurzen Zeit von . 8 bis 12 Wochen durcl>geführt. Deren Aufgabe besteht zunächst darin, bne passendste Hunderasse ausfindia zu machen, da manche Arten für den Polizeidsimst überhaupt nicht zu gebrauchen sittd. Unbedingtes Erfordernis ist ein kräftiger Körperbau, eine bestimmte, am besten mittlere Größe, ^schitellig- teit, Ausdauer und eine wetterfeste Behaarung. Gerade die letztere findet sich verhältnismäßig selten, und alleir Ansprüchen gerecht werden in dieser Beziehung litte die deutschen Schäferhunde und englischen Airedale-Terriers, die ein gegen Regen und Gesä-meiß schützendes starkes Drahthaar mit Unlerwolle besitzen. Die mit den sehr i'.'telligeilteit Dobermann Pinschern angestellten Versuche haben sich hauptsächlich deshalb, »veil sie dieses Vorzuges entbehren, weniger bewährt. Nicht minder wichtig als die äußere Beschaffen- hert des Hundes ist aber auch seine Charakteranlage, die schneidig, dock', nickst bösartig sein muß unb bei vollendeter Siunesschärfe bcfonberS im Mißtrauen gegen alles Fremde und unbedingter Treue gegen den Herrn sich zu betätige» hat.
Vom Lehrer des Polizeihundes ist in erster Linie aroße Geduld »u verlanoen da ein Tier
Monakd-Iiage: „guldaer Geschichtsblätter"
Profeffor Häckel, Ihr Gibbon-Embryo G. II ist dadurch zustande gekommen, daß Sie aus dem eben erwähnten 10. Hefte der Selenkaschen Studien die Figur 28 auf S. 857 nahmen, diese genau bis auf den Schwanz kopieren ließen, den Schwanz aber um 15—16 Wirbel kürzten, worauf Sie ihm einen dem Menschen-Embryo M.IIähnlichen Schwungnach oben gaben*(©.20).
Häckel hat nun auf die Angriffe von Braß geantwortet und gesteht:
„Um dem ganzen wüsten Streite kurzerhand ein Ende zu machen, will ich nur gleich nnt dem reumütigen Geständnis beginnen, daß ein kleiner Teil meiner zahlreichen Embryonenbilder (vielleicht 6 oder 8 vom Hundert) wirklich (im Sinne von Dr. Braß) „gefälscht" ftnb — alle jene nämlich, bei denen das vorliegende Beobachtungsmaterial so unvollständig oder ungenügend ist, daß man bei der Herstellung einer zusammenhängenden Entwicklungskette gezwungen wird, die Lücke durch Hypothesen auszufüllen, und durch vergleichende Synthese die fehlenden Glieder zu rekonstruieren. Welche Schwierigkeiten diese Aufgabe hat, und wie leicht der Zeichner dabei fehlgreift, kann nur der Embyrologe von Fach beurteilen.
Also Herr Häckel bekennt, die Lücken, welche er in der Natur Vorland unb bie in sein System nicht paßten, durch Hypothesen ausgefüllt zu haben! Hml hml sehr merkwürdige Ausrede: Wenn da einer den andern als schlechten Kerl hinstellen will, es fehlen ihm aber dazu die Anhaltspunkte, nun, dann darf er nach Häckel die Lücken mit Hypothesen ausfüllen. ......
Es nützt Häckel gar nichts, toemt er sich auf „Hunderte von Mitschuldigen", und zwar die „angesehensten Biologen" berufen will, indem er schreibt:
„Die große Mehrzahl von allen morphologischen, anatomischen, histologischen und von rmbryologischen Figuren, welche in den besten Lehrbüchern und Handbüchern, in biologischen Abhandlungen und Zeilschrifien allgemein verbreitet und geschätzt sind, verdient den Borwurf der „Fälschung" in gleichem Maße. Sie alle sind nicht exakt, sondern mehr oder weniger „zurechtgestutzt", schematitch oder „konstruiert". Bieles unwesentliche Beiwerk ist weggelasien, um das Wesentliche tn der Gestalt und Organisation klar hervortreten zu lassen."
Aber es ist doch ettvas ganz anderes, ob einer in einem Lehrbuch zur Erläuterung eins bestimmten Punktes den in der bildlichen Darstellung viel stärker hervortreten läßt, als es in der Natur der Fall ist, als wenn er zum Erweis von Dingen, die er sich träumt, Dinge abbilden läßt, die in der Natur gar nicht v or ha n b en f in b. Aber bas grade uiacht Häckel.
Häckel meint begütigend, es seien ja nur 6 oder 8 vom Hundert seiner Bilder wirklich „gefälscht", wozu also der große Lärm. Das ist natürlich nur ein Blender, denn nicht auf bie größere ober kleinere Zahl von gefälschteir Darstelluil- geu kommt es an, sondern darauf, daß diese 6 bis 8 Prozent Fälschungen gerade an den Stellen sich finden, too die Häckel'sche Hypothese des „Beweises" bedarf und baß dann bas „beweisende" Bild zu Gunsten der Häckel'schen Behauptungen entstellt sind!
Aber die Sacke hat »och eine sehr ernste Seite: Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, den geradezu blühenden Unsinn zu hören, der in Lichtbilder- vorträgen in Freidenker- unb Genossenvereinen zum besten gegeben wird, umß bie Worte von Braß unterschreiben:
„Dieses Berfahren Häckels ist sehr gcsahruch, roeü kritikunfähige Kosmos-Redner, Freidenker-Redner uhv. im guten Glauben gerade solche Abbildungen, dir falsch von Häckel gebracht wurden, für populäre Licht- bildervorlräge kopieren. Welcher unglaubliche Unsinn dabet der nsiisensdurstigen Mass« des Balkes vorgetragen wird, das merke i.-h aus den überreich rinlanfenden Bitten um Richtigstellung und Aufklärung. Hier kommt eben Häckel als E zi-ber des Balkes in der lraurigsten Weise zu Geltung" <5.11
Wem Häckel nach alledem noch als Autorität gilt, dem ist überhaupt nicht zu helfen
Zehn Jahre toerben es n umnehr, baß ersten Polizeihunde auftaucküen, und heute schon arbeiten bie Vertreter des Gesetzes unb der Orb-
3.SÄ- wochendeilaea „Illustrierte Sountagrzeitmg"
* Häckel, »er Fägcher.
Es sind jetzt vierzig Jahre her, daß der Leip- ziger Anatom HiS, die Naturforscher Rutt- meyer und Semper in aller Form im Interesse des Ansehens der Wissenschaft und der von ihr zu fordernden Ehrlichkeit öffentlich protesttert haben gegen den Unfug und Humbug, den der Jenaer Professor Häckel in seinen Werken trieb, um dem urteilsunfähigen Publikum seine PHanta st ereien als angebliche gesicherte Ergebnisse der Naturforschung aufzureden.
Damals nämlich hatte Häckel in seiner „Natürlichen Scköpfun gsgesch ickte" für eine ganze Anzahl von Figuren aus der Entwickelung des HundeS, deS Affen unb des Menschen ein unb dieselbe Illustration benutzt und ein und demselben Bilde eine verschiedene Unterschrift gegeben. wodurch natürlich bei dem Lesepublikum der Eindruck hervorgernsen wird, daß die Dinge einander überraschend ähnlich sehen.
Damals haben manche Häckel entschuldi- gen wollen, daß das lebhafte Interesse des iun- gen Naturforschers für feine Theorien ihm bas Ponzept verrückt habe, so baß daS, was ihm als xrft noch zu Erweisendes durch den Kopf ging, tzfnwillkürltch in die Hand und den Zeichenstift lernten seil
Eine dumme Ausrede. Nichts kann den Naturforscher von der Pflicht entbinden, die Dinge in der Natur so zu beschreiben und im Bilde wiederzugeben, wie sie w i r k l i ch sind, und pichts kann ihm das Recht geben, die Dinge so harzustellen und abzubilden, toie er sie gerne haben möchte. Hat damals Häckel sein Ansehen in der Gelehrtenwelt unheilbar ncidjäbtat. so hat er nunmehr fein Alter durch die gleiche Fäl- schungSarbeit befleckt.
Bor ein paar Jahren hielt Häckel unter Entfaltung einer großen Reklame seine Berliner Vorträge, die er dann auch als Buch herausgegeben hat. Im vorigen Jahre behandelte Häckel tn einem Vortrag in Jena „das Menschen-Pro- blem und die Herrentiere Liunös. Beide Schriften hat Häckel mit Abbildungen geziert, aber nach ent st eilten Zeichnungen, sowohl was die Skelette als besonders bie Embryonen von Affen unb Menschen betrifft.
Es ist das Verdieitst von Dr, Braß, bie unerhörte Leichtlertiakeit, um keinen scharfem, vollauf bereinigten Ausdruck zu gebrauchen, mit der Häckel in bet Herstellung — nicht also Wiedergabe — sondern Herstellung dieser Bildet verfahren ist, an den Pranger gestellt zu haben, in seiner Schrift „Das Affenvnoblem, Professor Häckels neueste gesälschte Embryonen-Bilder." Leivzig, Biologischer Verlag 1908.
In ben Berlincr Vorträgen fällt dem Leser sofort bas Titelbilb tn die Augen mit der lieber- schrift die Skelette von fünf Menschenaffen hieltst unter den Menschenaffen der — Mensch der Kürze halber gleich mit aufgoi ilftft, unb um bte oroßen Unterschiede zwischen Mensch- unb Affen- Kelctt nickt gar zn sebr berborttefen zu lasten, damit fein Leset stutzig wird, sind bie Affttt- skelett entsprechend „bearbeitet". Braß schreibt mit feinem Spott:
„Rmtebfimg, gebeugt von der Degradation, schieltet her arme Homo (Mensrbl dem Gespevfterzuae voran; stramm anfoerichlet, mit durchgedrücktem Knie folgt« tbm der Go illa im Barademarsck, tt d @cbimt>anfe. Drang und Gibbon geben sich alle Müde, aufrecht, recht graiö? nachzirtun Alle diele „Parade-Affen" setzen die Fickfläche« hübsch platt auf den Boden auf, vie grobe Zehe nach vorn gerichtet, denn sonst wären sie ja ferne Affenmenschen, die sie doch absolut sein sollen. Jede? Lehrbuch berichtet zwar von ihnen, daß ste stch vom Affen „Mensch" dadurch unterscheiden, daß sie mit demjenigen Rand der Hinterhand, welcher bit kleine Zehe trägt, auftreten müßten Das sind aber für Herrn „Prvfeffor" Häckel blök Aeukerlich- teilen, bte man übersehen darf . . daß der Gorilla auch rei« menschlich bie Eckzäime eufeinanberbei&t und sein» Zatmreihe« hüblch gelchloffen zur Schau trügt, gehört >um guten Ton' (S. 8
Indes weit Schlimmeres noch leistet sich Häckel Im „Mensckenproblem". Auf der Tafel II hier will Häckel die „Sanbaleukeime von bret Säugetieren" barstellen. Aber baß wie es hier nur mit einem Teile der Keime zu tun haben, merkt ntemanb, ben.t alle für bie Stanimesgefchickte so wichtigen Keimorgane, bie in den sogenannten Eihmcken liegen, wurden fortgclassen, ebenso die Herzanlagen und andere ftörenbe Kleinigkeiten."
Wir greifen weiter heraus bie künstlicke Herstellung von Affenembryonen, b. h. ihre Zurecht- stutzung mittels der verwegensten Operationen, um auf diesem Wege Gebilde erscheinen zu lassen, welche die von ihm bebauptete Aehnlichkeit der Embryonen bartun sollen. So muß sich Häckel von Braß sogar sagen lassen:
„Gibbon-Embryo (G.! auf Tafel III der Berliner Vorträge) ist eine ganz armselig« Berbimgrrung deS in Figur 18 auf S. 3o2 abgebildeten Embryos des M rkaks Ger Javaner-Affe) in dem 10. He t der ©tuMta über Sntwicklungsgefchichte der Tiere von Prof. Dr. Emil Tesenka. Hier steht aber gar kein Gibbon-Embryo Häckel machte ein Meisterwerk.... er nahm d e erwähnte Abbildung eines Schwanz-Affen, kchmil daran «in Stück von Herz und Eingewetden fort, stutzte dem »Msch" bie naseweis vorstehenden .Hinterfloff u" und wachte aus dem Rest von diesen und dem Ende der Mttbelsäute etnrn kunstvoll gedrehten Schwanz «iues „Fksch-Embrno btS schwanzlosen Gibbon" . . . „Herr
Der Schnupftabak erfreute sich früher langt her allgemeinen Gunst unb zog selbst am Hofe em. Es Ivar ein erhabener Anblick, wenn die Hofleute Daumen unb Zeigefinger in bie Schnupftabaksdose versenkten und sie bann mit einer buftenben Prise zur Nase führten. Die Schnupftabaksdose war gewöhnlich ein Stück von hohem Werte. Nicht selten sah man Schnupftabaksdosen aus Gold unb Silber, wahre Schmuckkästchen, auf bie bet Ziseleur seine ganze Kunst oertoenbet halte. In ben ersten Zeiten des Schnupftabaks fabulierte sich ihn meistens jeher selbst mit einer hierzu bestimmten Raspel. Später würbe bann die Her- ftellung fabrikmäßig betrieben. .
Der alte Fritz unb Napoleon waren mragierte Schnupfer. Nach ber großen Revolution kam doS Prisen in besseren Gesellsck>aftskreifen außer Mobe. Das Schnupfen würbe trotzdem noch an verschiedenen Höfen beibehalten, so z. B. m Deutschland unb ganz besonders am russischen Hofe, wo man sich bei festlichen Anlässen wertvolle Schnupftabaksdosen zum Geschenk machte. „ ...... Das gleiche gilt etwa auch von der altehrtour»
Stnatsamvalts, hat er die Aufgabe, solche Sou- g[m Hofe ebenso tote in der Sur
ren des Verbreckens aufzufinden, die mensch- gej-schaft rauchte man von altersher feinen geinten Sinnen nicht mehr zugänglich ftnb, unb; rol(ten Tcckick der mit bem Messer klein zersckntt- üe mit ber intensivsten Anspannung fernes In- ; ten toltr6e %m Hofe unb in besseren Kreisen tellekts zu verfolgen. Das erforbert naturgemäß! r£U1(f)te nton au5 feinen, zum Teil sehr kostbaren allerlei Künste unb Fertigkeiten, tote bas lieber- sßfeifen wahrend sich das Volk seine Holzpfeifen wurden von Hindernissen des Terrains, das metrt selbst konstruierte. Später benrächtigte sich Uvterftetlern von Mauern, das Hinweg setzen' nu([. ^et. &jc Industrie der Pfeifensabrikation iiöcr Zärtue, das Gehen auf Lettern, geschicktes unb Tabafsbearbeitung. Einer ganz besonderen Schwimmen unb Tauchen, Verweigern ber An-' Belebtheit erfreuten sich längere Zeit bie Mam- nahme von Futter aus frember Hanb, sowie bas. Thonpseiseu Gegen bas Rauchen begann Aufstöberii urrd zuverlässige Apportieren et- ?cb.o<6 seitens vieler Aerzte ein heftiger Kampf, nx-iger toeggetoorfener Gegenstände. Derartige &er aud> 6euie noch fortbauert.
Ergerncterften sind umsomehr erforberlich, als । $ie snfeife bildete einen Teil ber Gepäckstücke den Tieren bas Verfolgen einer Spur oft genug ’ ber x^uppen. Bei langen Märschen, wenn man des Singens müde war, griff einer irach dem anderen zu seiner primitiven Thon- ober Holzpfeife, um sich auf biefe Weife etwas Kurzweil zu verfchaffen. . . „ , t .. ov
Heute ftnb bie Pfeifen vielfach durch bte Zigarre unb Zigarette verdrängt worden. Unter ben Souveränen unb Staatsoberhäuptern ist Papa Fallisres ber einzige, ber ber Pfeift treu geblieben ist. Wenn er nach des Tages Muhen unb Lasten im Streife feiner Familie weilt, ist feine erste Arbeit das Füllen der Holzpfeife, bte er mit großem Behagen raucht. Kaiser Franz Joseph ist trotz seines hohen Alters ein geradezu leidenschaftlicher Raucher und läßt eine Havanna nack ber anderen in blaue Wolken aufgehen. 2000 Gulden bezahlt er für 1000 Glimmstengel. König Eduard ist den Gewohnheiten des Prinzen von Wales treu geblieben unb raucht mit Vorliebe seine dickleibigen, wohlriechenden Zigarren. Die Königin Alexandra raucht täglich 10 bis 15 Zigaretten. Zigarettenranchen ist übrtgeti§ eine ber Hauptleibenschaften der Königinnen. Zu den eifrigsten Zigarettenraucherinnen wird die Kat- serin-Witwe von Rußland gezahlt, ferner bte Ko- nigin-Mutler Marie Christine von Spantew die Königin von Rumänien, sowie bie Königin Amalie von Portugal. Ter Zar ist ein bescheidener Raucher. Nur hier unb ba finbet er Gefallen an einer Zigarette. Ter König von Italien, dessen Vater und Großvater passionierte Railä>er wa- rett verachtet ben Tabak, wcchrenb Kaiser Xttl- Helm nach Wahl zur Pfeife, Zi^rre oder Zlga- rette greift. Das Rauchen ist auch sehr verbreitet unter ben Künstlern unb Schriftstellern. Eine Ausnahme bitbete nur Goethe, ber ein ausgesprochener Tabakftind war, während Alexander Du- mas, Viktor Hugo unb anbete reckt gerne ihr Pfeifchen schmauchten, wenn sie an ihren Werken arbeiteten: Viktor Hugo meinte^ baß bte lang- sam empolsteigenden Rauchwolkchen bte Ideen-