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w-chendeiiasr: „Jlluitrkrte Sonntagszeitung" Msmtrb-ilage: „Fuldaer Geschichtsblätter"
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Sotationrdruckund Verlag der Fuldaer Ak- ttendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9.
36. Jahrgang.
Fulda, Donnerstag den 14. Januar 1909.
tes Hälcrlt.
n Bom Zeutru
Der Abg. Erzberger hatte vor einiger Zeit als Antwort auf linkslihmale Prefsestim- men in einem Artikel geschrieben, daß ein Block zwischen Zentrum und Linksliberalen ein Ding der Unmöglichkeit sei: wohl aber könnten diese Parteien sich zu einer A b w e h r in e h r- heit zusammenfinden und auch in politischen Fragen etwas Positives schaffen. Gegen diese Auf- fafhmg wandte sich der Sohn des Abg. Spahn, Professor Spahn-Straßburg, der eine enge Fühlung des Zentrums mit den Konservativen als alte Tradition und als Ausfluß des Wesetls der Zentrumspartei hinstellt.
Die „Freis. Ztg." sah in diesem Meinungsaustausch schon einen „Zwist" im Zentrum iiber eine „prinzipielle Frage, nämlich über die 'Frage, „ob und imvieweit das Zentrum mit anderen bürgerlichen Parteien im Reichstag zufam- mengehen soll, sei es dauernd, also nach Zertrümmerung deS Blocks, oder nur vorübergehend, bei bestimmten politischen Anlässen".
Tas ist doch keine grundsätzliche Frage, sondern lediglich eine Frage der Taktik. Mit wem das Zentrum zusammengeht in einzelnen parlamentarischen Geschäften, das bestimmt sich nach dem Programm des Zentrums. Bestimmend kann dafür keine Z e r t u n g s e r e r t e- r un g sein, wie sie gegenwärtig in verschiedenen Zentrumsblättern geführt wird. Ob der Abg. Erzberger recht hat, der nach links weist, oder Prof. Dr. Spahn, der nach rechts deutet, wird die Zukunft lehren. Heute schon die Entwicklung voraussehen oder sie in bestimmte Richtung drängen zu wollen, wäre ein höchst undankbares Beginnen. Das Zentrum ist in gutem Sinne liberal vnd ebenso in gutem Sinne konservativ. Man dat sich in konservativen Kreisen daran gewöhnt, das Zentrum, weil es eben in gutem Sinne konservativ ist, für die konservative Partei gewissermassen als Vasallen in Anspruch zu nehmen. Im Hinblick auf das Enteignungsgesetz und die Ministerverantwortlichkeitsdebatte schadet es da gar nichts, wenn die Konservativen sich merken wollten, daß es Fragen gibt, wo Zentrum und konservative Partei durch einen Abgrund getrennt sind, und daß in diesen das Zentrum die parla- men.tarischen Mittel eventl. zu benutzen gedenkt. Es ist richtig, daß die Grundanschauung des Zentrums konservativ ist, aber nicht in dem landläufigen ostclbischen Sinne. Dem vernünftigen Fortschritt und der freiheitlichen Entwicklung hat das Zentrum von jeher seine kraftvolle Unterstützung geliehen. Sowohl int Reichstag als auch im preußischen Abgeordne- ten Hanse hat das Zentrum in scharfer Fehde mit den Konservativen gestanden, wenn »erfassungs- rechtliche Angelegetrheiten in Frage standen, später sich aber wieder mit ihnen zufüminengefun- den, wenn es sich tun die Verteidigung der christlichen Grundsätze handelte: einmal bat die Frak- !ion Schulter an Schulter mit dem Abg. Eugen Richter gekämpft, dann wieder mit ihm ritterlich den Degen gekreuzt. Darin offenbart sich ihr Charakter als wahre Volkspartei, die auf dem Mittelweg deu Ausgleich sucht. Die Notwendigkeit einer solchen ausgleichend arbeitenden Partei ist dem deutschen Volke zum Segen gewesen. In einer guten Stunde pflegen das auch die Gegner von rechts und links anznerkenneu.
Aber das Zentrum muß die äußerste Bor- sicht walten lasten, und es wird sich für dir Partei empfehlen, es bei dem alten Brauch zu lassen, den Feind zu schlagen we immer man ihn trifft, ihm aber nicht vorher zu tagen, wie und wo das geschehen wird. Das ist p r a Hi s ch e Politik, die alle treiben, die ständig in Berührung mit dem Volke sind, und die praktische Politik wird geleitet durch das Zentrums- Programm und die den Wählern zustehende Kontrolle bei den Wahlen.
Ein klassisches Beispiel für die Gefahr, die unter Umständen dadurch entstehen kann, daß öffentliche, rein persönliche Aeußerungen e i n 3 e I n er Partei angehöriger vom Gegner miß- brc.ucht werden, um die P a r t e i zu verdächtigen, bot in den letzten Tagen die Kampagne, die im Anschluß an einen Artikel der „Germania" bezw. der Wiener „Reichspost" von der Blockpreste gegen das Zentrum in Szene gesetzt wurde. Auch
bei diesen Auseinandersetzungen wurde wieder der Name des Abg. Erzberger stark tn die De- batte hineingezogen. Mittlerweile hat der Abg. Erzberger erklärt, daß er jenen Artikeln gänzlich fernstehe. Die „Köln. Volksztg." benutzte die Gelegenheit, sich über den Abg. Erzberger und seine Stellung in der Zentrumsfr ak- tion der „Kreuzztg." gegenüber zu äußern. Da die prinzipiellen Auslastungen der „Köln. Vztg." geeignet sind, klärend zu wirken, sei ihnen hier auszugsweise Raunr gegeben:
„Der Abg. Erzberger ist ein sehr gewandter und in vielen Sätteln gerechter Debatter, ein überaus steißiger Arbeiter in den Kommissionen, und daneben übt er noch als Tagesjournalist und Schriftsteller eine sehr umfangreiche und mannigfaltige Tätigkeit aus. Kein Wunder, daß die Prefle der anderen Parteien stch viel mit ihm beschäftigt. Niemand wird von dem Säbg. Ercherger verlangen, daß er seine Talente vergrabe. Die Kunst ist nur die, die Anforderungen — man könnte manchmal auch sagen: die Versuchungen —, di« an den Tagestchrislsteller heranlrelen, mit den parlamentarischen Pflichten, die immer den Vorrang haben, mit den Rücksichten auf die Fraktion stets in Einklang zu halten. Ein gewisses Maßhalken ist auch für den Journalisten geboten, wenn die Fraktion als solche mit Recht große Zurückhaltung übt. Nun verweist man allerdings darauf, daß der Abg. Erzberger nicht nur als Journalist, sondern auch als Partain en tarier stark, vielleicht am stärksten von allen Mitgliedern der Zentrnmsfraklion hervortrete. Es mag aber zugegeben werden, daß es für das Ansehen der Fraktion und zur Verhütung mancher Mißdeutung twettmäßiger wäre, wenn die rednerische Vertretung der Fralt on etwas mehr Abwechslung zeigte. Unter dcu längeren Mitgliedern der Fraktion find manche tüchtige Kräfte, die unseres Erachtens mehr herangezogen werden könnten. Aber auch unter den älteren Führern der Partei sind solche, die man bei dieser oder jener Gelegenheit ungern als Redner vermißt und die sich in den letzten Jahren einigermaßen selten gemacht haben. Die Zentr»rmswähler wünschen nicht, daß der Abg. Erzberger „adgeschüttell", sondern vielmehr, daß er noch besser als seither dem Organismus der Fraktion nngegliedert werde. Die Zenlrumswähler können nur den eilten Wunsch haben, daß alle Kräfte in lebendiger Fühlung zusammen wirken nach einem klar bestimmten Ziele und darum auch unter einer stets wirksamen einheitlichen Leitung. An der einheitlichen Leitung fehlt es sicher nicht in der Zentrumsfraktion, aber es hat zuweilen den Anschein, als fehlte es an der Fühlung, oder als wenn die Leitung der Partei nicht immer und überall, besonders in den parlamentarischen Pausen, sich zur Geltung brächte. Vielleicht liegt hier ein Mangel an der Organisation vor, dann ist es Zeil, ihm abcuhelfen. Es sind so ernste Zeiten, und so schwere Aufgaben harren der Lösung, daß die Zentrumsfraktion auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit sein muß. Möge sie daher zum Rechten sehen, ob alles in ihr so bestellt ist, daß sie sagen kann: Wir sind gerüstet, an jeder Stelle haben wir den rechten Mann!'•
An anderer Stelle äußert sich das Blatt zu der Erklärung des Abg. Erzberger einem Wiener Journalisten gegenüber, daß er nicht der Verfasser der in der „Germania" und Wiener „Reichs- pcst" erschienenen Artikel fei, daß die Angriffe auf den Reichskanzler vielmehr wahrscheinlich von oberschlesischen Aristokraten ausgingen und daß unser Botschafter in Konstantinopel, Frhr. von Marschall, die österreichische Politik nicht ge- nr.gcnb unterstütze: eine Erklärung, die in der Blockpreste wieder in unehrlicher Weise gegen das Zentrum ausgeschlachtet wird. Das Blatt bemerkt:
Es gibt nur ein Mittel, sich nicht in solche Situ- atwnen zu bringen: daß man sich nicht int er’ oieroen läßt. Warum läßt der Abg. Erzberger sich von der Wiener .Neuen Freien Presse' interviewen? Sie interviewt ibn doch sicher nicht im Interesse derZentrumspartei. Der Abg. Erzberger mußte von vornherein ans einen Mißbrauch seiner Aeußerungen gelabt fein; er hätte sich also nicht aussragen lasten sollen Was har er nun davon? Jetzt kann er sich a.rs Dementieren geben. Das ist lästig. Und die unehrlichen Gegner, von denen das Zentrum umlagert ist, glauben ihm doch nicht, wenn er dementiert. Das übelste aber ist, daß wiederum „das Zentrum", — wie es in der ,greif. Ztg.' ja schon in der unehrlichsten Weise geschieht — als solches auf die Anklagebank gezerrt wird.
Man soll die Vertrauensseligkeit nicht zu weit treiben. Zum Nutzen der Fraktion und Partei ist ein lebhafter Verkehr mit gegnerischen, dem Zentrum stets übel gesinnten Aushorchern sicherlich nicht. Würdige Zurückhaltung der einzelnen Parteimitglieder und Politik der freien Hand für die Gesamtheit der Partei, das sind die beiden Forderungen, die sich aus diesen Erörterungen ergeben.
Aus dem Nachbargebiet.
♦ Wildlingen, 13. Jan. 1909. Im benachbarten Dorf Böhne fiel die Frau des Kaufmanns Graß so unglücklich die Treppe herab, daß fie tot liegen blieb.
* Göttingen, 13. Jam 1909. Gestern nachmittag 5 Uhr verunglückte ein junger Kaufmann auf der am Hainberg her gerichteten Rodelbahn. Er stürzte vom Schlitten und trug einen Schädelbruch davon. Au seinem Aufkommen wird gezweifelt.
* Höchst a. M, 13. Ian. 1909. Hier wurde der Kaufmann Sibert verhaftet, der als Direktor einer „Internationalen Vereinigung für industrielle Unternehmungen" eine große Anzahl kteinercr Leute um ihr Geld gebracht hat.
* Mainz, 13. Jan. 1909. Wie verlautet, sollen angeblich Verhandlungen schweben, die Fah r- karteu Verwaltung von Mainz n a ch Frankfurt zu verlege». Da eine ziemliche Anzahl von Beamten und Arbeitern mit dieser Verlegung in Mitleidenschaft gezogen würde, sollen die maßgebenden Stellen vorstellig werden, damit die Verlegung nicht stattfindet.
* Weimar, 13. Jan. 19j‘J. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde vorgestern abend beim lieber« schreiten der Gleise der 26 jährige Hitssweichen- steller Oehler vorn Zuge ersaßt und sofort getötet.
* Bom Eichsfelde, 13. Jan. 1909. In Nesselröden bei Duderstadt schoß ein 13jähriger Schul- knabe mit seinem Bogen einen aus Schilfrohr her- gestellten Pfeil auf einen 11jährigen Knaben. Der Pfeil traf das eine Auge, das sofort auslief. Ter bedauernswerte Knabe befindet sich in der Klinik zu Göttingen.
vermischtes.
* I» Köln hat die Bevölkerung, die in deu letzten Jahren in jedem Quartal um 3000 bis 4000 Personen zunahm, im dritten Quartal 1908 zum erstenmal eine Abnahme aufzuweisen: die Zahl ging nämlich von 463 699 auf 463 008 zurück, d. i. eine Abnahme hon 691.
* lieber den Kirchcneinstnrz in dem Walliser Torfe Nax liegen jetzt weitere Einzelheiten vor. Das Unglück geschah während des Hochamtes. Gerade als der Pfarrer zu predigen begann, ruft ein auf der Empore stehender Sänger: „Achtung, dort oben löst sich ein Stück von der Teckel" Der Pfarrer hält inne und fragt: „Was ist denn los? Was ist denn los?" Im gleichen Augenblick stürzt aus eine Länge von dreizehn Metern, von der Orgel an gerechnet, mit gewaltigem Krachen das aus Tuffstein bestehende Gewölbe auf eine Breite von fünf bis sechs Metern ein. Die Andächtigen hätten sich wohl zum größten Teil retten können, wenn nicht die Kirchentür nur nach innen zu öffnen gewesen wäre. In toenigen Augenblicken war die Kirche mit Schutt und Staub angefüllt und keiner der Anwesenden wußte, was eigentlich ge- sckwhen war. Da erst kürzlich im Kanton Wallis ein Erdstoß verspürt wurde, so sprechen einige von der Möglichkeit einer Erschütterung durch ein Erdbeben. Andere meinen, daß die Zerstörung des Gewölbes durch die Erschütterung beim Glockenläuten erfolgt sei, was zweifellos wahrscheinlicher sein wird. Vor nicht zu langer Zeit wurden an der Kirche zu Nax Erweiterungsarbeiten an- gestellt und man bringt diese Tatsache mit dem Unglück und der herabgesetzten Haltbarkeit des sehr alten Gewölbes in Verbindung. 31 Menschen sind tot. Doch beträgt die Zahl der sehr schlver Verletzten 50, und es ist nach den vorliegenden Berichten anzunehmen, daß unter ihnen ein erheblicher Teil den Verletzungen erliegen wird. Die Kirche war schon eine Stunde nach dem Unglück, da die Rettungsarbeiten von den gesamten herbeigeeilten Bewohnern des kleinen Dorfleins sofort in Angriff genommen wurden, geräumt. Alle Toten und Verletzten wurden geborgen. Der Pfarrer blieb unversehrt, der Gemeindevorsteher ist leicht verletzt. Durch die Wucht der stürzenden Massen ivurbe die Orgel der Kirche vollständig gerfdmiettert und das ganze Gotteshaus v er w ü st e t. Unter den Toten befinden sich 20 Einwohner von Nax und 11 von dem Nachbar- fcprfe Vernamiöge, das zusammen mit Nax den Zivilstandkreis Nax bildet. Es heißt, daß durch das Unglück keine einzige Familie der beiden Dörfer verschont wurde. Unter den Toten be
finden sich zwei Mütter von je sieben Kindern, ein 25jähriger Vater eines Kindes, ein 67jähri- ger Vater mit seiner Tochter, der Posthalter und Organist Konstantin und ein ueuvermählter Ehe- manu, ferner mehrere ältere Frauen. — Das Törflein Nar ist eine der uralten aus Holz gebauten Walliser Niederlassungen. Man trägt dort die ernste schwarze Walliser Gebirgstracht mit den buntfarbigen Kopf- und Brusttüchern. Die dunkeln Holzhäuser ,die sich eng zusammen- drücken, die alte, dem heil. Moritz geweihte Dcrs- kirckw, die Bewohner, die sehnige und kräftige Gestalten aufweisen, die prächtige Landschaft — man genießt von Nax einen weiten Blick auf das Rhonethal —. das alles bereinigt sich dort, zu einem unverfälschten Naturbild. Die Bevölkerung ist sehr fromm. Tie Gegend widerstand im Zeitalter der Reformation allen Angriffen. Die weltabgeschiedene Lage des Dörfchens hat zur Folge, daß es in der reisenden Fremdenwelt so gut wie unbekannt ist. Nur genaue Kenner der Schweiz wissen von dem eigenartigen Felsendörfchen zu erzählen.
* Anarchistische Studentenorganisation in Rußland. In der Wohnung eines Petersburger Studenten entdeckt die Geheimpolizei am Montag ein großes Lager von Bomben und Sprengstoffen. Zwei Studenten, Söhne höherer Beamten, wurden verhaftet. Tie Polizei stellte fest, daß eine umfangreiche terroristische Organisation besteht, deren Mitglieder vorwiegend Studenten ztt sein scheinen.
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Kurjer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle der deutschen Landwirtfchastsratt vom 5.- U Januar 1909.
Weder in den auswärtigen Berichten, noch in den Witterungsverhältnissen lag diesmal eine sonderliche Anregung für den deutschen Getreide- Handel vor. Wenn trotzdem die bereits in der Vorwoche beobachtete freundlichere Stimmung auch während der letzten acht Tage die Oberhand behielt, so tvar der Grund dafür vor allem in der Knappheit des inländischen Angebots zu su- chcu. Es bezieht sich dies in erster Reihe auf Weizen und Hafer, aber auch in Roggen ist das Angebot merklich zurückhaltender, als vor einigen Wochen. Während sich dieser Umstand bei letzterem Artikel vorerst weniger fühlbar macht, weil der Export augenblicklich nur mäßige Ansprüche stellt und auch die Mühlen infolge ungünstigen Mehlabsatzes wenig kaufgeneigt sind, beginnt man den erwähnten Verhältnissen, namentlich soweit Weizen in Betracht kommt, erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Abgesehen davon, daß sich im Inlands wieder etwas mehr Kaufbedürfnis zeigt, zumal das Ausland an seinen hohen For- benmgen festhält, haben in der letzten Zeit neuerdings größere Abschlüsse in beutfrfient Weizen nach Belgien und Italien stattgefundeu, deren Deckung angesichts mangelnden Materials zur Bewilligung höherer Preisansprüche Veranlassung gab. Andererseits beginnt man mit der Notwendigkeit zu rechnen, für die nach dein Auslände abfließenden Mengen Ersatz zu schaffen, wobei der Umstand, daß Deutschland seit 1. August v. I. um ca. 185 000 To. weniger als gleichzeitig im Vorjahre eingeführt hat. besonders ins Gewicht fällt. Auch bei Hafer steht der allgemein lebhafteren Be. darfssrage vom Jnlande nur sehr spärliches Angebot gegenüber, sodaß namentlich für die am meisten gesuchten Mittelqualitäten höhere Preise angelegt werden mußten. Für russische Sutter- gerfte zeigt der Konsum bei billigen Preisen gleichfalls mehr Interesse, doch waren die Umsätze in liefern Artikel, wie in Mais, dessen Forderungen zuletzt etwas augezogen haben, nicht von Bedeutung.
Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei daS Mehr l~H bezw. Weniger (—j gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist wie folgt:
Weizen Roggen Hafer Danzig 211 {- 1 ) 160 (-4 ) 161
Berlin 208 (4- 1 ) 167 175
Hamburg 2O9>/.(+ 3*/i) 166 (-f- 1 ) 174 (+ 2 ) Düsseldorf 210 (- 2 ) 170 (-4 ) 167 Frankfurt 212»/,(— 2‘.) 172 (-- 2 ) 175 (-f- 2‘» München 220 (+ 1 ) 173 168
Wettmarktprekse: Weizen: Berlin Mai 211.00 (4- 2.25), Budapest April 218.65 (-s- 2.70), Paris Jan. 182.95 (— 0.85), Liverpool März 171.80 (-s- 0 80), Chicago Mai 164.80 (— 1.60), Roggen: Berlin Mai 175.75 (+ 0.75), Hafer: Berlin Mai 166.75 (fi- 1.00) Mark per 1000 Kilogramm.
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