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M 301.
Zweites Wtcltt.
Neujahr in der Reichspolitik.
DaS Jahr 1908 sollte das Jahr der Blockherrlichkeit werden, so wollte es der Blockkanzler, so versicherten es die Blockparteien, als das Jahr 1907 sich zur Rüste neigte. Sehen wir uns diese Herrlichkeit etwas näher an.
Da werden uns als wertvolle Erfolge der Blockpolitik genannt das Vereinsgesetz und daS Börsengesetz. Das Vereinsgcsetz, das den süddeutschen Staaten ihr freiheitliches Vercins- und Versammlungsrecht verkümmerte und fremdsprachlichen Nationalitäten einen Maulkorbparagraphen bescherte. Das B ö r s e n g e s e tz. das das Börsenspiel lvieder entfesselte und der Landwirtschaft ein Danaergeschenk brachte. Noch einen dritten Erfolg verkünden in preisenden Worten die Lobredner des Blocks: die Erhebung des Volkes gegen das persönliche R e g i m e n t, die Demütigung des Kaisers vor den Augen seines Voltes und der ganzen Welt. Ach, einen Erfolg bedeutete das nur für einen Mann, den Kanzler des Reiches, der, trotzdem er selbst die Verantwortung zu übernehmen hatte, sie ablehnte und auf die Krone die Last der Verantwortung niederfallen ließ. Wir sind weit davoir entfernt, die kaiserliche Politik zu verteidigen, aber Recht und Gerechtigkeit gebieten zu sagen, daß der Sturm, der in den Novembertagen das deutsche Volk aufpeitschte, das Ziel seines Angriffs verfehlt hat. Seit Jahren schon hätte das persönliche Regiment beseitigt sein können, aber der, der die Pflicht und die Macht hatte, ihr entgegenzuwirken, entzog sich seiner Pflicht und darob wird er vom Block jetzt noch in den Himmel erhobenl Durch seine Schuld erst sind die Angriffe auf den Kaiser notwendig geworden. Es mag sein, daß sie ihre Wirkung nicht verfehlt haben; eine wirkliche Sicherheit aber gegen die Wiederkehr absolutistischer Machtanivandlungen bieten sie nicht, vor allem solange nicht, als die geforderten konstitutionellen Garantien wirklich erreicht sind. Von einem Erfolg des Volkes kann darum gar keine Rede sei».
Und das ist alles?
Ja, das i st alles, was die Blockpolitik im verflossenen Jahre dem deutschen Volke „errungen" hat. Eine Aera nationalen Aufschwungs war nach der Ausschaltung des Zentrums uns versprochen worden: heute aber sehen wir die nationalen und konfessionellen Gegensätze innerhalb unseres Volkes in einer Gluthitze des Hasses aufleuchten, wie er seit Zangen Jahren nicht niehr gekannt war, in der LuUrn Politik strebt das Reich einem Tiefstände von Ansehen und Einfluß zu, der unsere politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande in höchst unheilvoller Weise beeinflußt und im Volke Unzufriedenheit und Verdrossenheit wecken muß. Dazu kommt die traurige Finanzlage des Reiches. Schöne Worte hat der Block machen können, aber getan hat er noch nichts, »in das Reich aus seiner Fi- nanznot zu befreien, — doch, neue Schulden Iwt er in reichem Maße geschaffen, dazu hat er die Erledigung der dringend notwendige» Finanzreform glücklich bis heute hinauszuschieben gewußt.
Das abgelaufene Jahr hat den Blockreichstag zur Schaffung positiver nationaler Werte u n • fähig erwiesen. Trotzdem wird der Block weiter bestehen. Darüber sollen wir uns keine Illusionen machen. Auch das neue Jahr wird das deutsche Reich unter dem Zeichen der Block-
HleineS Feuilleton.
— Neujahr in West und Ost. Jubel und Trubel herrscht bei uns zu Neujahr, und Jubel und Trubel herrscht zu diesem Fest in der ganzen Welt. Aber die Freudenäußerungen N>echseln mit den Völkern. Für den Amerikaner wäre Neujahr kein rechtes Fest, gäbe es nicht den Neujahrsempfang durch den Präsidenten im weißen Hause. Keinem von den Reichsten der oberen Vierhundert bis zum ärmsten Neger herunter schlägt der Präsident an diesem Tage den althergebrachten Händedruck ab. Was für seine braven Bürger aber ein Genuß ist, ist für ihn eine Oual, denn zu Tausenden stehen die Neujahrsgratulau- ten, eine lange Kette bildend, vor dem Tor, wo Schutzleute die Ordnung aufrecht halten. Stundenlang muß der Präsident Hände drücken, wobei er abwechselnd „ich bin entzückt", „Hocherfreut", oder dergleichen sagt. Voriges Jahr dauerte das Händedrücken fast vier Stunden, und ein amerikanischer Reporter hat gezählt, daß 10000 Personen zum Händedruck gekommen waren. Das ein- z-nge Volk, das das Neujahrsfest in Trauer be- g-ht, sind die Perser. Getreu den Vorschriften ferner Religion fastet der gläubige Moslem, und wohin nian blickt, sieht man abgemergclte Gestalten. in schwarze und violette Trauerfarben gehüllt. Andere orientalische Völker aber feiern das Neujahrsfest noch heiter und lustiger als wir. In I n d i e n wird das neue Jahr am ersten Januar begrüßt, sobald sich am Himmel der erste fahle Morgenschein zeigt. Dann wecken die Brah- minen mit dem Schlage des Gong die Schläfer auf., Nun kommen überall die Frauen heraus, die ein Reinemachen anheben, als ob die Seligkeit davon abhinge. Ihr Eifer ist verständlich, denn .ein einziges Staubkorn des alten Jahres wäre ein Schimpf für das Neue. Alles alte muß der- cfthwinden, selbst die Küche wird mit neuen Tö»
Iriilba, Donnerstag den 31. Dezember 1908.
Politik sehen. Auch noch der Ausgang des neuen Jahres?
Eine sichere Antwort darauf ist heute »och unmöglich. Wir für unseren Teil sind geneigt, die Frage zu bejahen. Die Blockpolitik wird erst dann zu Grabe getragen werden, wenn ihre Wurzeln, die auf konfessionellem Hasse basierende Zentrumsscheu und die Abneigung der Regierenden gegen eine starke, selbständige Partei, die es wagt, den Willen des Volkes ihnen gegenüber zur Geltung zu bringen, beseitigt sind.
Das kann noch lange dauern.
Glücklicherweise besteht aber für unsere Politik nicht die geringste Notwendigkeit, die Frage nach der Fortdauer des Blocks beantworten zu müssen. Me Blockpolitik hat uns nicht von den bewährten Bahnen unserer reichs- und volkstreuen Politik abzubringen vermocht, ebenso wenig wird der Zusammenbruch der Blockpolitik auf unsere politische Stellungnahme einen Einfluß ausüben. In dem Festhalten an unserem Programm und in hingebender A r - beit zum Wohle des Ganzen auf Grund dieses Programms werden wir unseren Weg weiter verfolgen, wenn auch die Mitwelt unsere Arbeit lästert. Die Nachwelt wird gerecht genug sein, uns die Anerkennung zu zo^en, daß wir selbstlos und hingebend dem Reiche und dem Volke gedient haben. Die Blockpolitik hat nicht verhindern können, daß in wichtigen Fragen das Zentrum zu Gunsten des Volkes seinen machtvollen Einfluß geltend machen konnte, sie wird dies int neuen Jahre noch weniger verhindern können.
Aus dem Nachbargebiet.
* Frankfurt n. M., 29. Dez. 1908. In der heutigen Siadiverordnetrnsitzung legle der Oberbürgermeister Adickes de» neuen Haushaltsplan vor, der im Ordinarinm mit 48 Millionen Mark abschließt, gegen das Vorjahr nm 3 Mill. Mark mehr. Die Deckung des Mebrbeaarss erfolgt teils durch Abstricke an den Forderungen der Aemter, teils durch Heranziehung des Ans- gleichswnds. — Am Sonntag starb im Alter von 72 Jahre» Heir Frrpeisen, der frühere Inhaber der Sachsenhäuser Aepselmeinkeiterei Gebrüder Freyeisen. — Dw deutsche Vereinsbank ist am 24. d. M. mittels eines gefälschten Atkreditivs um 9500 Mark betrogen worden.
* Kassel, 30. Dez. 1908. Mil dem 1. Januar 1909 wird bei dem hiesigen Amtsgericht für die Aburteilung jugenllichrr Personen, die zur Zeit des Begehens der ihnen zur Last aeleglen Straftat das zwölfte, aber nicht das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, ein Iugenüge- richtsbof gebildet. — Der II-Zug Franksurt- Kasiel-Nordhausen-Berlin, der hier um 3,42 Uhr nachm. einlraf und nach kurzem Ause-ithalt weiter- fuhr, erlitt bei der Station viordhausen einen Bruch an der Lokomotive. Infolgedessen barst die Kuppelung zweier Wagen, und ter Zug wurde in zwei Teile zerrlsseii. Da die Schläuche für die Luflbremse und sür die Dampfheizung mit lautem Knall platzten, wurden die zahlreichen Reisenden in Schrecken versetzt. Rach Einstellung eines Wagens und Reparatur des Schadens, worüber fast eine Stunde verging, konnte der Zug seine Weiterfahrt sortsetzen. Jn- iolge des Unfalls erlitten auch die Personenzüge von Berlin-Leipzig längere Verspätungen.
* Hann. Münden, 28. Dez. 1908. Aus Weihnachten noch Kühe auf der Werde,
pfen ausgestattet. Diese neuen Töpfe sind wich- tige Bestandteile des Festes. In ihnen toird bei der Sonnenfeier Reis oder Milch gekocht und ans der Art des Kochens werden Schlüsse daraus gezogen, was bas neue Jahr bringt. Glück bringt es, wenn die Milch bald kocht, Unglück, toenn sie überkocht oder der Topf zerbricht. Wem das neue Jahr so Glück verheißen bat, der bietet von dem Wunderreis seinen Freunden etwas an, und der Hausherr selbst bringt etrvas davon den Hauptpersonen des Festes — den Kühen in seinem Stall. Denn diesen gelten die Ehrungen des folgenden Tages. Der Hindu wirft sich vor ihnen nieder und bietet ihnen Blumen an. Einen ganz anderen Charakter hat das chinesische Neujahrsfest, das allerdings erst am 25. Januar gefeiert wird. Der Sohn des Himmels glaubte sich verdammt, wenn er am 25. Januar irgend einer Menschenseele noch einen Heller schuldig wäre, und um seine Schulden zu begleichen, borgt er sich vom Wucherer Geld zu sechzig Prozent. Ist die letzte Rechnung bezahlt, dann setzt man sich zu der Mahlzeit nieder, die „das neue Jahr verabschiedet". Vor einem Buddahbilde wird getrunkeu und ge- schniaust und niemand darf vor Mitternacht müde werden. Um Mitternacht beginnt die Hauptfeier, ein gewaltiges Feuerwerk, das an allen Orten Chinas zugleich knattert. Am nächsten Morgen ist der Boden überall fast fußhoch mit Ueberresten von Feuerwerkskörpern bedeckt. Drei Stunden nach Mitternacht sucht der Hausherr in einer festlichen Zeremonie die Zukunft zu ergründen. Tie Augen aller Gäste richten sich auf ein Feuer von Cypressenzweigen, aus denen man die Zukunft herauslesen können will. Weissagt das Feuer Gutes, so beginnt ein ganzer Monat der Freude. Bis zum 25. Februar wird nicht gearbeitet, weder im Handle noch in der Industrie, ja nicht einmal bei den Behörden, selbst die Polizei unterläßt es zu dieser Zeit, den blutigsten Verbrecher ganz Chinas zu verhaften -k.
— Wie Erdbeben entstehen. Die entsetzliche Erdbeben-Katastrophe in Italien zeigt von neuem.
das dürste nicht nur in unserer Gegend eine Seltenheit sein. Stoch am ersten Weihnachtstage weideten auf dem Klostergul Hilwartshaulen auf den rechls von der Veckerhagen-Mündener Landstraße gelegenen Wiesen 25 Kühe, und am Weier» ufer, Gimte gegenüber, 30 Stück Jungvieh. DaS Vieh ist von Ftützjahr an bis spät in den Herbst hinein draußen bei Tag und Stacht auf der Weide gewesen, also abgehärtet. In den letzten Wochen erst ist es nachls in den Stall getrieben worden.
* Würzburg, 29. Dez. 1908. Ter Stadt Wüizburg ist eine Erbschaft von etwa 109000 Mark ziigefallen. Erblasterin ist die gestern in München gestorbene Regierungsratslochter Maria Thelewann, eine geborene Würzburgerin.
* Salzungen, 28. Dez. 1908. Die Notbremse gezogen wurde gestern im Mitlags- zuge von Salzungen nach Eisenach von einem jungen Mädchen. Wie sich herausstellle, wollte es die Temperatur des Abteils regulieren und setzte fo aus Unkenntnis die Bremse m Bewegung. Der Spaß war nrchl allzu billig.
vermischtes.
* Eine kräftige Sprache liebt der Ritterguts- Pächter Hanke auf Tanhardt bei Kölleda, der im „Kölledaer Anzeiger" folgende Erklärung erließ: „Hierdurch erkläre ich jedem Interessenten, daß an Sonn- und Feiertagen weder ich »och meine Beamten für irgend jemand, und sei es selbst ein Minister, zu sprechen sind. Gleichzeitig bitte ich, bei Briefaufschriften an mich de» alberne« Titel „Amtmann", sowie das »och einfältigere „Wohlgeboren" oder „Hochwohlgeboren" wegzula'sen. Ich betrachte letzteres als veraltete und erbärmliche Kriecherei und nehnte solche Briefe nicht an."
* Das Pariser Studcutenviertcl war in vergangener Woche der Schauplatz heftiger Straße » k r a w a l l e; man konnte sich nach Prag oder Innsbruck versetzt wähnen. Es handelte sich diesmal nicht etwa um einen der üblichen Stra- ßenumziige mit Katzenmusik, die übermütige junge Semester zu veranstalten pflegen, so oft ihnen au einem ihrer Professoren irgend etwas mißfällt, oder wenn sie gerade zu Radau aufgelegt sind. An der Massenkundgebung beteiligten sich vielmehr auch die „alten Häuser", Doktoren, Mediziner, Chefs von Kliniken und Laboratorien, selbst angehende Studenten der medizinischen Fakultät, etwa 2—3000 Studierende, die gegen die neiierlasseue Prüsuiigsordnung für das ärztliche Staatseramen protestierten. Was sie daran anszusetzen finden, kommt nicht in Betracht; die Parole lautete für sie, die Abhaltung des Ezamens, das Montag zum erste» Male a»f Grund des neuen Erlasses im Gebäude der medizinischen Fakultät stattfinden sollte, auf jeden Fall und unter Umständen mit Gewalt zu verhindern. Die verschiedenen studentischen Verbindungen und Aerztevereine hatten ihre Mitglieder zu zwölf Uhr mittags zusamniengerufen. Je größer die Menge der Protestler, die sich vor dem ivtschlossenen Gittertore einfanden, wurde, um so erregter ihre Stimmung, um so drohender ihre Haltung. Zahllose Schutzleute hielte» den Ansturm der Massen, die sich auf dem freien Platze wild durcheinander drängte» und laute Veiwünfchungen gegen den Vorsitzende» der Pkü- fungskonuniffion, Professor Bouchard, ausstieße», mit Mühe im Zaume. Bei der Ankunft der ersten Prüsungskandibaten fomiiit es zu Tätlichkeiten. Die Kette der Sicherheitsuiannfchasten wird dmchbrc,.he« und der Eingang zttm Hofe gestürmt. Ein wüstes Handgemenge entsteht. Man
daß das Erdbeben die gelvaltigste Naturerfchei- nung ist, der der Mensch völlig hilflos gegenübersteht, selbst wenn er genau wüßte, wie sie zustande kommen. Wie aber Erdbeben entstehen, ist trotz jahrhunderte langer Forschung noch immer nicht völlig aufgeklärt. Die Urfache der Erdbeben liegt zweifellos in Vorgängen im Erdinnern; solange aber dessen Zustand nicht bekannt ist, steht Meinung gelten Meinung. Nach einer Ansicht ist das Innere der Erde fest und stahlhart; nach der anderen ist es noch feurig-flüssig. Dieses Erdinnere nun ist noch in Umformung und ruft so Wirkungen hervor, die die Oberfläche der Erde weit beunruhigen können. In den nteisten Fällen läßt sich beim Erdbeben ein kleines Gebiet herausfinden, wo der von unten kommende Moß zuerst wirkt, bas sogenannte Epizentrum. Senkrecht unter ihm nimmt man den unbekannten Erdbebenherd an, das Hypozentru in. Zuweilen dauert der Stoß nur einen einzigen Moment, mitunter jedoch, wie bei dem berühmten Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755, wiederhole» sich 5 Minuten lang die Stöße. Wie stark die senkrechten Stöße im Epizentrunt fein können, zeigen die Berichte über das Erdbeben in Calabrien im Jahre 1783, wo ganze Häu- fer senkrecht in die Luft geschleudert wurden. Um die tieferliegenden Vorgänge im Innern der Erde zu erkennen, ist die Forschung rastlos bemüht, Material zu sammeln. Durch die Bestimmung der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erdbebenwellen ist man dazu gelangt, zuweilen die Tiefe des Hypozentrums mit ziemlicher Sicherheit anzuge- ben. Das Erdbeben von Chartone kam z. B. auS einer Tiefe von mindestens 107 Klm. herauf, das große japanische Erdbeben int Jahre 1891 aus 7—16 Klm. Tiefe. Auch die Verbreitungsgebiete der Erdbeben sind bekannt; sie stimmen im allgemeinen mit denen der Vulkane überein, ohne daß jedoch immer ein Zusammenhang zwischen Erdbeben und Vulkan nachzuweisen sei. Im Gegenteil, während des Erdbebens können die Vulkane vollständia rubia sein. Die Stöße im Erdinnern
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prügelt sich mit Fäusten und Stöcken. Fensterscheiben klirren; aber die Pforten des Prüfungssaales widerstehen erfolgreich allen Einbruchsversuchen. Ter Polizei gelingt es, eine Reihe von Verhastungen vorzunehmen, und nun erreicht der Tumult seinen Höhepunkt. Wurfgeschosse aller Art, Eier und faules Obst, regnen auf die Schutzleute herab. Es herrscht ein wahrer Höllenlärm. Prof. Bouchard hat inzwischen den Fortgang der Prüfung eingestellt und telephonisch die Hilfe der bewaffneten Macht angerufen, da die Lage der eingeschlossenen Kommission nachgerade kritisch geworden war. Im Hofe und in der Umgebung des Fakultätsgebäudes nahmen die Krawalle ihren ununterbrochenen Fortgang, bis endlich bei dem Erscheinen der republikanischen Garde eine verhältnismäßige Rnhe eintrat. Allein gegen 5 Uhr nachmittags ging der Rummel von neuem los. Eine Gruppe von etwa 500 Studenten begibt sich i» geschlossenem Zuge vor die Polizei- präfektur, unter fortwährendem Brüllen: „Mör- de! Mörder!" ihrer Erbitterung über das Ein- fchreiten der Polizei Ausdruck gebend. Am folgenden Tage wiederholten sich die Ausschreitungen, die Prüfungen konnten aber gleichwohl abgehalten werden
Gottesdienstordnung in Hulda.
(Katholischer Gottesdienst.)
Freitag, 1. Januar. (Neujahr.) Dom. 1l«ß 6, und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, VilO Uhr Kalhedralamt und Predigt, 12 Uhr hl. Messe, 7i2 Ubr Andacht, 4 Uhr Abendandacht, 7 Uhr Andacht mit Segen in der Marienkarelle — Stadtpfarrkirche. 116 Uhr hl. Messe und Predigt, */<7 unO 7 Uhr hl. Meske, 8 llhr hl. Messe und Predigt, '/»IO Uhr Amt und Predigt, 3 Uhr Andacht. — Pfarrkirche znm Hs. Griiie. ’/«7 Ubr Ausleilung der hl. Kommunion, 7 Uhr Frühmesse, 8 Uhr ftidjamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Nonnenkirche. *,i9 Uht Hochamt. — Frauenberg. lHerz-Jein-Fieuag? Ablaßtag für Vie Teiziareu. Aussetzung des Allerheiligsten von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends zur Anbetung de- hl. Herzens Jesu. Hl. Messen von 5—7 Uhr, 8 Uhr Rosenkranzmesse. 9 Uhr feierliches Amt, 10 Uhr letzte bl. Messe. Bon 11 Uhr an öffentliche Belstunven, nachmittags 2 Uhr feierliche Sleeper und Komplet, 5 Uhr Schiunandacht, gehalten vom Hochwürdigsten Herrn Bischof von Fulda.
Evangelischer Gottesdienst. (Neujahr.)Vormittag- VilO Uhr Superintendent Ruhl, 11 Uhr Superintendent Ruhl (Mililärgottesdienst), abends 0 Uhr Pfarrer Haoendorff. — Bieberstein. */«10 Uhr Pfarrer Heyr-e. . {
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zeitigen dann ein sogenanntes tektonisches E r d b e b e n an der Oberfläche, das nichts ist als eine Nachwirkung ober Fortsetzung der Prozesse, die der Erdoberfläche ihre Gestalt gegeben haben. Hohlräume int Innern stürzen zusammen, und toenn dies in geringer Tiefe geschieht, kann ein sichtbares Einsturzbeben Vorkommen. Ehe es aber zu solchen Einstürzen kommen kann, müssen sich im Innern der Erde gewaltige Spannungen angehäuft haben, die nur eines geringen Anlasses bedürfen, nm plötzlich eine Katastrophe herbeizuführen, lieber bett Zusammenhang der tektonischen Beben mit den Polschwankungen hat die Wissenschaft noch nicht das letzte Wort gesprochen. Eine ganz andere Art von Erdbeben sind die vulkanischen. Auf der Erde gibt es 200 bis 300 tätiger Vulkane, die oft gewaltige Erdbeben-Katastrophen herbeiführen. Allerdings ist noch nicht einwandsfrei bewiesen, daß nicht doch ein Zusammenhang des Vulkans mit den Vorgängen int Erdinnern besteht. Es genügt aber, daß unter einem Vulkane sich eine abgeschlossene, feuerflüssige Masse befindet, um einen Vulkanausbruch zu erklären. Ganz plötzlich können furchtbare Gasexplosionen entstehen. Der Mont-Pslö auf Martinique hatte feit dem Jahre 1851 keine Zeichen von vulkanischer Tätigkeit aufgewiesen und war bis zum Gipfel mit tro- pifcher Vegetation bedeckt. Anfang Mai 1902 drangen plötzlich Rauchwolken hervor und am 8. Mai kam es zu einer furchtbaren Erplosion. Noch entsetzlicher war die Eruption des Krakatau-Vulkans am 26. August 1883. Die bei der Erplosion erzeugte Rauchwolke stieg mindestens 30 Klm. empor; über 18 Kubikkilometer betrug die Masse, die der Berg auswarf. Die Flutwelle, die der inS Meer versinkende Vulkan erzeugte, war bis zu 50 Meter hoch, und verschlang 40000 Menschenleben. Tie Hälfte der Insel wurde in die Luft geschleudert, und da, wo der Vulkan gestanden hat, bedeckt jetzt der Ozean in einer 300 Meter dicken Schicht den Krater. kl
Kur «5t mit Mel« Marke—dem Fisch« — hem Saranti« «cichrn bei Scott, scheu Verfahrens»