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Fulda, Tonnerstaa den i 4 Dezember 1908.
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Drittes
der Engel dem
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Woche hindurch versehen sollten. Diese Ordnung wurde bei der Rückkehr aus dem Exil wiederhergestellt: die 24 Priestergeschlechter versahen nach der Einweihung des zweiten Tempels und von diesem Tage an gerechnet den Dienst genau so, wie
sogar drei Jahre.
Wie wurde nun nach diesenUnterbrechungen fortgefahren ? Liest man die Priestertlasse fortfahren, die gerade an der Reihe gewesen war, a-l s di e U n t er» drechung eintrat? Oder ließ man diePncster- tlaffe sorliahren, die nach der Ordnung des Kirchenjahres an der Reihe war? Oder fing man wieder von vorne an und begann mit der ersten Priestertlasse, mit $o jarib ? _ Niemand hat uns berichtet, welche von Viesen drei Möglichkeiten
Auch wir wollen heute im Seifte ein Stündchen in Bethlehem und an jener Krippe verweilen, von wo der Welt alles Heil gekommen jft.
Bethlehem macht aus der Entfernung gesehen den Eindruck eines wirren Häusermeeres nut platten grauen Dächern und terrassenförmig angelegten Gärten. Tie Stadt »hat eigentlich nur eine wirkliche Straße, die sich durch den ganzen Ort zieht. Bon ihr zweigen zahlreiche Gäßchen nach den verschiedenen Stadtteilen ab. Erst durch die Geburt des Heilandes ist Bethlehem berühmt geworden; vorher war es ein unbekanntes weltverlorenes Städtchen. Es zählt etwa 6600 Per- jenen, zumeist Katholiken, die sich mit Ackerbau, Bienenzucht, hauptsächlich aber mit der.Herstel- hing von Devotionalien beschäftigen. Die Man- ner sind sämtlich von kräftigem Körperbau, wah- rend sich die Frauen durch eine auffallende Schönheit auszeichnen. Die ausdrucksvollen, Gesichts- zöge der Frauen werden noch wesentlich erhöht durch prachtvolle dunkle Augen.
' Das interessanteste Gebäuds und das Ziel aller Pilger ist die Marienkirche, welche außer- halb Bethlehem liegt. Diele Kirche erhebt sich genau über der Stelle, wo der Heiland rn dem in Felsen ausgehauenen Stalle das Licht der Welt erblickte. Tas Gotteshaus ist in Kreuzform errichtet und soll angeblich die Ursprungsform der von Konstantin im Jahre 330 über der Geburrs- stätte erbauten Basilika darstellen. Die Kirche macht mit ihren mächtigen Hallen einen übermal- tigenden Eindruck. Sie ist fünfschiffig und, wie schon gesagt, in Kreuzesform gebaut. Direkt unter dem Hochaltar liegt die Grotte, zu welcher drei
wurde, den 28. März für den Geburtstag Christi. Hippolyt (geb. 236) hat um dieselbe »feit, wenn die Deutung der Inschrift auf der Basis seiner Bildsäule richtig ist, den 15. März dasür gehalten.
Dagegen war sckon im 4. u. 5. Iahrh. die Meinung allgemein, Christus fei am 25. Dezbr. geboren; schon der hl. Augustinus (354—430) drückt sich so aus, als wenn er diese Meinung teile (Sermo 190,1; 192,3; 196,1).
Die früheste bestimmte Angabe über Christi Geburtstag findet sich bei Hippolyt (geboren 236) in seinem Kommentare zum Propheten Daniel. Dort lieft man (4/23 — bei Brätle 19) in dem im Jahre 1885 von B. Georgiades in einer Handschrift des Klosters Chalki entdeckten Texte:
»Die elfte Ankunft des Herrn im Fleische, bei der er in Bethlehem geboten wurde, geschah am 8 Tage vor den Kalenden des Januar (25. Dechr.) an einem Mittwoch, im 42. Jahre des Augustus, von Adam an gerechnet im 5500. Jahre. Er litt aber in seinem 33. Jahre, 8 Tage vor den Aalenden des April (25. März), an einem Freitage, im 18. Jahre des Tiberius, als Rusus uno liubellms Konsule waren." Ein Zeugnis, wie es klarer-und bestimmter nicht gedacht werden kann, wenn es nur echt wäre! Run aber steht unter den Gelehrten so ziemlich fest, daß diese Angabe von späterer Hand eingesügt worden ist, also von Hippolyt nicht herrührt. Wir müssen es uns versagen, die Gründe für diese Ablehnung der erwähnten Stelle anzufühcen. Es genüge, betont zu haben, daß wir es hier mit einer interpolierten und darum nicht beweiskräftigen Angabe zu mn haben.
Die zweit früheste Angabe über Christi Geburtstag findet sich im sog. Chronographen (auch Kalender des Farias Philocalus genannt) vom Jahre 354. Dieser Kalender bietet aus offiziellen Quellen eine Zusammenstellung von chronologischen, historischen und kaimdarischen Notizen, deren Kenntnis für Leute höheren Standes, namentlich für Beamte, in der damaligen Zeit von Wert sein konnte. In der Konsularliste nun, die dieser Kalender unter anderem enthält, wird als der Geburtstag des Herrn der 25. Dezember angegeben. Die Notiz laufet nämlich wie folgt:
»Der Herr Jesus Christus ist geboren unter dem Konsulat des Cäsar (Augustus) und des (L. Aemilius) Paulins (also im Jahre 754 nach Gründung der Stadt Rom) am 2 5. Dezember, welcher Tag ein Freitag war, am 15. Tage des Neumondes.*
I. Varzeller in §ulda. „JUuftrierie 5omckag;zeitung"
Antwort: ......n ------
net, wenn sie nicht ihre Lücken hätte. Wahrend des Bestehens des zweiten Tempels wurde nämlich der rege’mäßige Gottesdienst im Tempel zweimal unter broch en tAntt. 11, 7. 1; 12, 6. 4; 7, 6; Makk. 1, 57; 4, 18). Zurzeit der Makkabaer unier Antiochus Epiphanes dauerte die Unterbrechung
ton u>w. ,
So steht also Christi Existenz und Wirk» samkeit übet allen Zweifel fest, auch wenn wir über seinen Geburtstag nicht im klaren sind.
Aber es ist wirklich wahr, daß wir über Chrrstt Geburtstag nicht im klaren sind? Die Kirche feiert doch Christi Geburt am 25. Dezember? Antwort: Das heutige Weihnacht-fest ist erst um die Mitte des 4. Jahrhunderts entstanden; bis dahm haue man fein eigenes Fest für Christi Geburt, eben weck man nicht genau wußte, an welchem Tage Christus geboren fei, sondern man feierte Christi Geburt am 6. Januar zugleich mit dem Feste der Offenbarung deS Herrn an die Heidenwelt, ohne indes ourch diese Geburtsfeier ausbrücken zu wollen, daß Christus am 6. Januar auch wirklich zur Welt gekommen fei.
Doch treten wir der Frage nach Christi GeburtS- tag etwas näher. Eicher ist, daß die ältesten Ktrchenschriftsteüer nichts darüber roiffen, an welchem Stage Christus geboren fei. Dai GeburtSfahr Christi ist ihnen bekannt: sie nennen das 41. (ober 4v., je nachdem, rote man den Jahresanfang anfetzt) Jahr deS Kaisers Augustull, aber den Geburtstag kennen sie nicht, weder JrenaeuS, noch Stiemen* von Alexandrien, noch Tertullian, noch Pfeudocyprian usw. Im Gegenteil, man war ganz offensichtlich darüber im Unklaren. Da» war z. B. der Fall in Alexandrien. Dort gab eS im ll. Jahrh. eine Partei, die den 25. de» ägyptischen Monate» Pachon, also den 20. Mat, für den «eburt»tag de» Herrn ansah. Die Basilidianer (die Anhänger de» Häretikers Bafilides) |tt Alexandrien aber nahmen den 15. Tybi, also den 10. Januar, an und brachten die vorhergehende Nacht mit frommen Lesungen zu. Die übrigen Alexandriner, und e» war die Mehrzahl, feierten die Geburt Christi am 11. Tybi, also am 6. Januar.
I Im 8. Jahrh. hält der unbekannte Verfasser der im Jahre 248 verfaßten Schrift „De yaeoda
Allerlei.
— Wieviel Kinder freuen sich im Deutschen Reiche auf bas Weihnachtsfest? Rechnen wir zu den Kindern alles, was noch nicht das vierzehnte Lebensjahr überschritten hat, so dürfen wir 20 Millionen annehmen. Zwanzig Millionen Kinderherzen vereinigen sich tn der Freude ans die Weihnachtsbescherung, vereinigen sich in einem Gefühle I Nach der Statistik kommen im Durchschnitt auf den Kopf eines Kindes jährlich für 4y2 Mark Spiels ach en. Davon falle» etwa drei Mark auf die Weihnachtszeit; der Rest verteilt sich auf andere Gelegenheiten. Nun wäre es ja recht hübsch, wenn auf jedes Kind dieser Durchschnitt käme ,aber das ist eben nicht der Fall. Wir haben Familien, in denen die Geschenke, die den Kindern unter den Tannenbaum gelegt werden können, Hunderte von Mark betragen, wir haben aber auch Aschenbrödel, die leer ausgehens Ihre Zahl fit in diesem Jahre besonders groß. Und wenn durch private Wohltätigkeit auch Tausenden eine Weihnachtsfreude bereitet werden kann — von fremden Leuten ein Almosen zu erhalten, stimmt doch ganz anders, als von den eigenen Eltern beschenkt zu werden. Die große Arbeitslosigkeit, die grabe auf das diesmalige Weihnachten einen breiten Schatten wirft, trifft in ihren Folgen auch das Fest der Kinder. Glücklicherweise kommt es für die Weihnachtsfreude nicht auf den Reichtum der Gaben an, sondern darauf, daß Gefühle der Ueberrafchung und Dankbarkeit geweckt werden. In Familien, in denen die SHnber schon verwöhnt sind und große Ansprüche zu stellen pflegen, ist der Festjubel lange nicht so lebhaft und nachhaltig wie dort, wo die Kinder noch an kleinen und wenigen Gaden sich zu freuen vermögen. Das ist ein Glück., Den» darauf gründet ßch allein die Möglichkeit, daU wenigsten» bei der großen Mehrheit unserer Kinderwelt Ht den WeihnächtStagen Zufriedenheit berrfchL
Treppen hinabführen.
Steigen wir zur Grotte hinunter, die nicht mehr in ihrer ursprünglichen primitiven Form vorhanden, sondern in eine prachtvolle Krypta umgewandelt worden ist. Hier hängen 32 Larn- pen von der Decke herunter, welche die gebetugten Räume erleuchten. Rechts in einer seitlichen Nr- sche erblicken wir im Fußboden einen silbernen Stern eingelegt, der von nachstehender Anschrift umgeben ist: „Hie de virgine Maria Jesus Christus natus est" (Hier ist von der Jungfrau Maria Iefus Christus geboren worden). Dreies Fleckchen Erde bildet den Gegenstand besonderer Verehrung seitens der Pilger, die meistens hier ehrfurchtsvoll zur Erde niederknien und den Menschensohn anbeten. In einer anstoßenden Kapelle bezeichnet eine Marmorkrippe die Statte, wo der Heiland, in Windeln gewickelt, rn der Holzkrippe lag. Ein in der Nähe befindlicher Altar soll die Stelle bezeichnen, wo die Weifen aus dem Morgenlande den Heiland anbeteten.
Die heilige Stätte wird das ganze Jahr von Tausenden von Fremden beucht. Ein ganz be- srnders festliches Leben aber herrscht am Christ- abend in der Marienkirche. Am Nachmittag des 24. Dezember findet eine feierliche Pontifikal- vesper in der Kirche statt, an die sich eine große Prozession anschließt, die sämtliche Sanktuarien durchzieht, welche von frommen Pilgern und Touristen dicht besetzt sind. Schließlich steigt die Pro- zession auch zur Krypta hernieder. Die Prozes- sion wird eröffnet durch singende Chorknaben. Dann folgen Mönche der benachbarten Klöster, der Patriarch, der Franziskanerprior, der eine kleine Wiege mit einem aus Wachs gebildeten Christus hält. Pilger, Fremde und bethlehemitische Frauen beschließen die Prozession. Tie Andacht bauert mehrere Stunden, sodaß gewöhnlich der Mono bereits fein silbernes Licht über die Kirche und das Wiefentbal gleiten läßt, wo in jener heiligen Nacht die Hirten den strahlenden Stern erblickten, und das Halleluja der Engel vernahmen.
Damit schließen wir unsere kurze S'ßanberung durch den Geburtsort des Heilandes. „Christ ist erstanden" tönt es durch unsere Seele und wir sehen im Geiste das Kindlein in der Krrpptz liegen.
früher (1 Esdr. 6, 18)
Und nach der Versicherung des ,udstch?n Geschichtsschreibers FlavlUsJosephus (geb. 37/33 n. bestand diese Einrichtung noch zu seiner Zeck (Ant. 7, 14. 7 , alw auch noch kurz zuvor zu Christi Zeck.
Nun ober war die Tempelrocihe Salomons (1. Tempel) und ebenso die des Esdras (2. Tempel) im Herbst; von der T mpelroeihe an war aber das Priestergefchlecht Abia das achte in per Reihe. Rechnet man auf dieser Grundlage weiter, ;o ergibt si ch daß im Geburtsjane des Herrn, nämlich im 42. Jahr der Regierung des römiid e i Kaisers Augustus, das Geschlecht Abia seinen Dienst am großen Versöhiiungslage (etwa am 23. September) im Tempel batte, daß alio zu vieler Zeck Zacharias im Tempel erschien.
Die Rechnung wäre ausgezeich-
Die Gelehrten haben über die Echtheit auch dieser Stelle ihre Bedenken erhoben; indes neigte man schließlich allgemein dahin, die Stelle als echt anzuerkennen. Unter dieser Voraussetzung könnte also kein Zweifel darüber obroaltcn, daß man im Jahre 354 in Rom, roo der in Frage stehende Kalender verfaßt wurde, den 25. Dezember für den Geburtstag des Heilandes angesehen habe. Allein damit ist nicht viel gewonnen, denn dieser Tatbestand lebt auch anderweitig schon fest: man hat ja im Jahre 354 in Rom überhaupt schon das Weihnachts- est, das Geburtsfest des Herrn, am 25. Herero ber belangen. Viel wichtiger ist die Frage, woher der Kalender seine Notiz geschöpft hat. Und da muffen roir sagen * auf ältere Quellen stützt er sich hierbei nicht, im Gegenteil, er steht in manchen Einzelheiten dieser seiner Angabe mit den älteren Quellen geradezu in Widerspruch; die Angabe des 25. Dezember aber kann er aus den älteren Quellen nicht entnommen haben, da diese hiervon nichts wissen, wie wir bewiesen haben.
Da aber diese beiden Zeugnisse die ältesten ind, die sich für den 25. Dezember als dem Geburtstage Christi anführen lassen, so ist also aus direkten Zeugnissen keine Sicherheit über dieses Faktum zu gewinnen.
Es fragt sich, ob man vielleicht indirekt, d.h. durch Schlußfolgerungen aus historischen Anhaltspunkten zu einem günstigeren Resultat gelangen kann. Dieser Weg fit nicht neu. Schon der heil. Johannes Ehrysostomus (344—407) hat ihn in seiner berühmten Homilie auf daS Weihnachtsfest eingeschlagen. Man legt einige historische Angaben der bl. Schrift zu Grunde und folgert aus ihnen das Gewünschte. Der hl. Johannes Chrysostomus schließt folgendermaßen: Aus der hl. Schrift weiß man, daß der Engel dem Zacharias, dem Vater Johannes' de» TäuserS, erschienen fit sechs Monate vor der Empfängm» deS Herrn, also 15 Monate vor seiner Geburt.
Nun aber habe diese Erscheinung de» Engels stattgehabt am Bersöhnungstage der Juden, also im September (23. Sept.), denn Zacharias fei Hoherpriester gewesen, nur am VersohnungStage aber betrat der Hohepriester das Allerhelligste, und im Allerheiligste» fei eben der Engel dem Zacharias erschienen. . .
Also fei ChristuS nn kommenden März empfangen und im Dezember geboren worden.
Gesetzt, die Beweisführung wäre richtig, bann käme al» Geburtsdatum deS Herrn immer nur erst bet Monat Dezember in Betracht, nicht aber not- wendig gerade der 2 5. Dez^ber. ~ ,
Indes, die Beweisführung de» hü Johanns Chrysostomus ist auch falsch, st- ^tzt fich nämüch auf die Annahme, Zachana» sei Hoherpr,ester ge- wesen; da» ist aber nicht richtig, denn ZachanaS war eh» einfacher Priester an» dem Stamm Abia
Andere schließen so: Zachana» war allerding» nicht Hoherpriester, aber er war, wie un» die hl. P^e^rNafie^Abiw SUfbief'er Tatsache bauen sie '•ttWU
schien, hatte gerade da» Priestergeschlecht «na, dem Zacharias angehärte, den Dienst im Tempel (Luk. lj 5. 8). Run aber war bei der Tempelweihe mcker Galomon die Anordnung getroffen worden, daß du i» ersten Buche der Chronik (24, 7-18) namhaft gemachte» «4 Priesterfamilie» «am Lage der Tempel- U.N»! Ufw-tH ie (teil'
Dr. Sch. An welchem Tage ist Christus geboren?
Es ist daS Los nicht weniger großer Männer des Altertums und selbst der spateren Zeit, daß der Tag ihrer Geburt, ja sogar das Jahr derselben nicht sicher zu ermitteln sind. Diese Ungewißheit macht sich eben überall da mehr oder minder geltend, wo man nicht gewohnt war, Geburtslisten zu führen und wo man — nur auf die Existenz und die Wirk- famteit eines großen Mannes schauend — sich auch weiter keine große Mühe gab, fein Geburtsdatum nachträglich festzustellen. Im Altertum wie auch im Mittelalter hat man fast allgemein diesem Punkte nicht im entferntest, n die Aufmerksamkeit zugewandt, die man ihm heute angedeihen läßt. Aber soll man darob ohne weiteres auch die Existenz geschichtlicher Personen dieser Zeiten in Zweifel ziehen dürfen? Tann wäre also allen Ernstes die Existenz z. B. Alexanders d. Gr. zu bezweifeln, von dem man den Geburtstag nicht näher kennt, sondern nur das eine weiß, daß er im Herbst 356 v. Chr. geboren ist. Auch die Existenz Kaiser Karls d. Gr. wäre ernsthaft in Frage gestellt, dessen Geburtsjahr und Geburtstag noch einigermaßen in Dunkel gehüllt ist, denn wenn man den 2. April 742 n. Chr. nennt, so ist man sich dabei doch bewußt, daß diese Da- tierung nicht über jeden Zweifel erhaben ist.
Und doch haben Alexander d. Gr. und Karl d. Gr. so sicher existiert, als diejenigen existiert haben, die sie persönlich kannten und die uns in ihren Schriften von der Persönlichkeit dieser machtvollen Herrscher ein Bild entworfen haben; Alexander d. Gr. und Karl d. Gr. haben so sicher existiert, als ihre Großtaten Wahrheit sind, durch die sie das Ang: sicht ihrer Zeit erneuerten und neue Zeitepochen begründeten.
Aebnlich verhält es sich mit Jesus Christus, dem fleischgewordenen Gottessohn, lieber seine Geburt im Schoße des Vater» sind roir zwar belehrt: sie ist von aller Ewigkeit her geschehen. Auch über seine fleischliche Geburt auf Erven sind wir durch das Evangelium sehr eingehend unter« richtet, was die vorausgehenden, begleitenden und nachfolgenden näheren Umstände der Geburt betrifft, aber an welchem Tage diese so ausführlich und anziehend geschilderte Geburt Christi stattgefunden hat, darüber werden roir nicht aufgeklärt, lieber das Geburtsjahr des Herrn hat sich Sicherheit erzielen lasten, da roir in den Evangelien mehrere Anhaltspunkte hierüber haben, z. B. m der Bemerkung des Evangelisten Lukas, der Heiland sei 'n Bethlehem geboren in den Tagen, da der Statthalter Cyrinus von Syrien eine Zählung un Judenlande veranstaltet habe. Darauf, und auf noch anderen Gründen, * fußend hat man ziemlich allgemein al3 das Geburtsjahr des Herrn angesetzt das Jabr 749 nach Gründung bet Stadt Rom, also 5 v. Chr , nicht 753, wie seit dem 6. Jahrhundert die auch noch heute übliche Zählung annimmt.
Es braucht hier nicht erwähnt zu werden, daß wir im übrigen über die Lebensdaten Chrtiu durch die Evangelien, durch die Briese der Apojtel usw. au s genaueste unterrichtet sind und daß auch seine Wirksamkeit und seine Taten uns m geschichtlich einwandsfreier Weife von den Evangelisten, also von unmittelbaren oder mittelbaren Augen- und Ohrenzeugen, aufgezeichnet worden sütd, und daß zeitgenössische ober der Zeit Christi nahe- sichende heidnische und jüdische Schriftsteller diese Berichte in vielen Punkten bestätigten, roir erinnern nur an Flavius Josephus, Tacckus, PlinmS, Sue-
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befolgt wurde. . •
Aber auch gesetzt, roir wüßten, welche der drei . Möglichkeiten nach der beibet maligen Unterbrechung ■ gewählt wurde: wie hielt man es in betreff ber in jedem Jahre übrig bleibenden 28 Tage, die sich im Schaltjahr auf 29 erhöhten? (Jede der 24 : Priestertlassen kam nämlich in federn Jahre zwei Mal an die Reihe, das macht-18 Wochen; 4 Wochen blieben also vom Jahre übrig.) Niarr vermutet, diese Tage seien in der Oster zeit ausgefüllt worden, da hätten nämlich sämtliche Priesterklassen gleichzeitig Dienst gehabt. Nun gut, dann hatte also die Priesterklasse Abia dreimal im Jahre Dienst gehabt: im Frühjahr, im Herbst und zu Ostern. Zu einer dieser drei Zesten muß also der Engel dem Zacharias erschienen sein — aber welche Zeit war das? Frühjahr? Herbst? Ostern? Der Evangelist sagt hierüber nichts.
Man hat versucht, der Schwierigkeiten Herr zu iverden, in dem man ausging nicht von der Einweihung, sondern von der Zerstörung des Tempels im Jahre 70. Die Priesterklasse Jojarib soll nämlich als letzte den Dienst im Tempel versehen haben — so versichert B. Lamy (Apparat« chronol. et geogr. 6t, mit Berufung aus die Trattate Erachin und Taanit).
Antwort: Gesetzt es wäre so: aber wann im Jahre 70 hat der Tempeldienst aufgehürt? war es am 8. Gorpiaeos, dem Tage der Einnahme der Oberstadt Jerusalem, ober am 10. Lous, dem Tage der Zerstörung des Tempels selbst? Hub wäre man sich auch hierüber klar, die obenerwähnten Schroierig- keiten mit den auszufüllenben 28 bezw. 29 Tagen beständen ungelöst noch weiter.
So kommen wir also zu folgendem Schluß hinsichtlich des Geburtstages unseres Herrn und Heilandes Iefus ChristuS: Tie hl. Schrift gibt uns über das Geburtsdatum Christi keinen näheren Aus- schluß; sie berichtet eben nur das, was zum Glauben an Jesus ChristuS und zur Kenntnis seiner Lehren und Einrichtungen notwendig ist; das andere — und dazu gehört die genaue Kenntnis des Geburtstages des Herrn — berichtet sie nur ne ben- bet ober gar nicht. . t
Auch die Tradition läßt uns über den Geburtstag Christi dttrchaus im Dunkeln.
Mit einig er Wahrscheinlichkeit kann man aber dafür halten, daß der Heiland wirklich im Winter geboren ist, denn er ward geboren nach den ausdrücklichen Worten der hl. Schrift zur Zett deS CensnS, der Volkszählung. Behufs dieser Volkszählung mußten sich die Einwohner Judäa» aber in den Stammsitz ihrer Familien begeben, also teilweise wecke Reisen machen. Die römische Obrigkeit wird aber ganz gewiß diesen Zensus in eine Zeit gelegt haben, in der die Leute Zett hatten, in der alle Feldarbeiten ruhten, also in den Spätherbst ober Anfang Winter.
So bürste es also nicht ganz unwahrscheinlich sein, daß Christus wirklich am 25. Dezember geboren sei.
Selbstverständlich ist diese Ungewißheit von keinem Belang für daS Weihnachtsfest selber. Wir feiern in demselben die Geburt. Christi; ChristuS aber ist wirklich geboren, ja roir sind durch den Evangelisten Luka» über die vorauSgehenden, begleitenden und nachfolgenden Umstände seiner Geburt biS in» eingehendste unterrichtet. Daß aber Christo» gerade am 25. Dezember geboren sei, will die Küche mtt der Feier de» WethnachtsfesteS am 25. Dezember nicht als Glaubenssatz aussprechen; fie will nur da» eine sagen: ChristuS ist wirklich geboren, die zweite Person der hl. Dreifaltigkeit hat wirklich Fleisch angenommen, und diese Geburt geschah unter den rührenden uttd zum Test so wunderbaren Umständen, wie fie uns da» Evangelium erzählt.
p. Weihnachten im Gtalle zn Bethlehem.
Wenn der Glocken feierlicher Klang durch die fülle Nacht dringt und fromme Beter zur Christ- mette eile«, um da- himmlische Kind in der Krippe anzubeten, dann schweift da» geistige Luge Bieler hin zum Stalle von Bethlehem, wo die wiröiche Krippe de» Welterlöier» aeftanben.