Erscheint täglich E Aurnahme der $o,m= undFeiettage.viettel- jshrlichtrVezugrpreir ehne vringerlohn und Bestellgeld in Fulda so- «ie auswärts 1.50 Ult
Verantw. Redakteur!
Lar« Schütte;
für die Anzeigen:
I.parzeller in Fulda.
Maer W Zeitung
Monatsbeilage: „Fuldaer Geschichtsblötter"
wochenbeirare: „Illustrierte Sonntagrzeltung"
Hwitlgettt Vie et* fpalttgepetttzeileoder deren Aaum IS Pf-. Reklamendiepetitzrile 25 pfg., bet Wiederholungen wird entfpr.
Rabatt gewährt.
Rotationrdruckund Verlag der Fuldaer Ak- tiendruckrrei in Fulda Fernsprecher Ar. 9.
M 294
FuldaWontag den 21. Dezember 1908.
35. Jahrgang.
Zweites HZtcltt.
= Auf -em Wege zum Frieden geht es nur langsam vorwärts; aber man mutz schon froh sein, wenn überhaupt nur die Bestrebungen für einen friedlichen Ausgang in Gang bleiben. Neuerdings hat Rußland auf den Vorschlag zur Güte in der letzten österreichischen Note zustimmend geantwortet, und ferner hat der türkische Ministerrat im Hinblick auf die wieder c-ufgenommenen Verhandlungen mit Oesterreich eine kleine Milderung in der amtlichen Beteiligung am Boykott eintreten lassen.
Üeber den Notenaustausch zwischen Wien und Petersburg wird berichtet, daß Ueber- einstimmung erzielt worden sei über den Vorschlag Aehrruthals, die An nexions frage zunächst von Kabinett zu Kabinett zu erörtern, ohne dem schwebenden Entwürfe des Konferenzprogramms vorzugreifen. Es werden schon Stimmen laut, die aus der Eröffnung dieser Verhandlungen unter den Signatarmächten folgern wollen, daß die Konferenz als überflüssig erkannt und im Grunde bereits preisgegeben worden sei. -Diese Schlußfolgerung ist tootjl voreilig. Die englische Regierung hat sich auf -en Grundsatz festgelegt, daß -er Berliner Vertrag, der von einem Kongreß begründet worden, nur durch eine neue Konferenz eine rechtmäßige Abänderung erfahren könne. In London wird man also vermutlich auf Einhaltung dieser Form bestehen. In Petersburg könnte man freilich wohl den Wunsch haben, -urch Vermeidung einer Konferenz um die imdankbare Aufgabe der Verfechtung der fer- bisch-montenegriirischen Kompensations-Ansprüche herumzukommen, doch wird Iswolski schließlich auch auf dem Konferenzwege einen Durchschlupf finden können. Es kommt darauf an, daß man bei den jetzt eröffneten Vorverhandlungen von Kabinett zu Kabinett über die Hauptpunkte zu einer von Oesterreich gebilligten Verständigung gelangt, so daß die Konferenz zu einer beruhigenden Formalität wird.
Dazu gehört auch, daß Oesterreich zuerst mit der Türkei einig wird über die finanzielle Entschädigung. Von findigen Korrespondenten werden schon die genauen Summen angegeben, um die angeblich gefeilscht wird: 50 Millionen Mark habe Oesterreich angeboten, die Türkei verlange aber 83ZH Millionen. Wenn die Herren Diplomaten weiter keine Klippen zu überwinden hätten, als die Differenz von 30 und etlichen Millionen, so könnte das friedensbedürftige Europa zufrieden sein. Auf einige Millionen darf cs schließlich Oesterreich nicht ankommen. Der fortdauernde Boykott der österreichischen Schiffe und Waren brächte einen Schaden mit sich, der über die genannten Summen weit hinausginge. Ein Ende des Boykotts ist aber vor Abschluß der allgemeinen Verständigung kaum ^zu erwarten. Das sungtürkische Komitee, das den Boykott so schneidig organisiert hat und aufrecht erhält, hat während und nach Schluß des letzten Minister- rates, der sich mit der finanziellen Entschädigung -befaßte/ mit dem Großwesir und dem Minister des Innern „konferiert"; die Ueberrcgierung ist also noch in voller Macht. Durch den Zusammentritt des Parlaments wird sie gewiß nicht entthront, sondern eher nerie Hilfsmittel gewinnen. Der Ministerrat hat zum Boykott einen sehr diplomatischen Beschluß gefaßt: wenn österreichische Schiffe mit eigenen Leichterschiffen ihre Waren bis zum Zdllamt bringen, so sollen die zollamtlichen Lastträger sie ausladen; aber die privaten Kailastträger sollen dazu nicht gezwungen toerden können. Eine getviste
^Höflichkeit liegt in diesem Beschlüsse,, doch keine tatsächliche Erlösung des österreichischen Handels. Die Türken sind geriebene Geschäftsleute; sie legen die Böykottwaffe nicht eher aus der Hand, als bis sie die gewünschten Millionen erpreßt haben. Auch dann wird es wohl noch vtzel Zeit kosten, bis der „private" Boykott völlig überwunden ist.
Es wird behauptet, die - Stellung A e h r enthüls sei erschüttert, weil er seine Taktik in- bezug auf Boykott und Ausgleichsverhandlungen habe ändern müssen und die vorzeitige Räumung des Sandschaks sich als weniger klug erwiesen habe. Freilich sind Fehler gemacht worden; aber ob ein Personenwechsel in der jetzigen Lage vorteilhaft wäre, ist doch zweifelhaft.
Deutsches Reich.
* Zu dem beabsichtigte» Verkauf rheinischer Königsschlöffer heißt es jetzt, das Schloß Jägerhof in Düffeldorf solle von der Stadt Düsseldorf angekaust werden, während der Landkreis Düsseldorf das Schloß Benrath kaufen wolle. Beide Teile rooHlen verhükn, daß die Schlaffer in Privatbesitz gelangten.
)( Wir sparen! Der wiederholte Hinweis der unabhängigen Presse auf die Notwendigkeit des Sparens an der richtigen Stelle scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Wie nämlich mitgeteilt wird, soll sich mit Rücksicht auf das schnelle Anschwellen des Pensions-Fonds die Verabschiedung von Offizieren im Jahre 1909 in „möglichst engen Grenzen" halten. Ob es freilich nicht nachher, wenn die Reichsfinanzreform bewilligt sein wird, um so schneller gehen wird, steht nicht dabei geschrieben. — Auch sonst wird „gespart", aber an Kleinigkeiten. So dürfen fortan im Reichsmarineamt keine Schreibfedern mehr gebraucht werden, die mehr als 1,20 Mk. für das Gros kosten.
* Zum Kapitel Sparsamkeit bei der Eisen- bahnverwaltung wird in einer Zuschrift an das ..Bert. Tagebl." auf die Salonwagen der Eisenbahnpräsidenten hingewiesen:
Es sind das sechsachsige Wagen, die zum Teil mit höchster Eleganz ausgestattet sind und die die Herren Präsidenten auch dann zu benutzen pflegen, wenn sie ganz allein reisen. Entspricht es den bewährten Grundsätzen „altpreußischer Sparsamkeit", einen Eisenbahnpräsidenten so durch die Lande fahren zu lasten, eleganter, als die meisten deutschen Bundesfürsten zu reifen pflegen? Die Unterhaltung, Beleuchtung, Heizung und vor allem die Beförderung eines derartigen Wagens verschlingt doch eine nicht geringe Summe. Könnte der Herr Präsident nicht auch ganz gut und erheblich billiger in einem Separatabteil 1. Klasse fahren, wie es zum Beispiel die meisten Minister tun? Wir selbst kennen Eisenbahnpräsidenten, die vom Augenblick ihrer Berabschiedung an, sei es aus Mangel an Mitteln, sei es aus angeborener Bescheidenheit, grundsätzlich nur noch 3. Klasse reisen.
(*) Keine Reichstags-Ersatzwahl für Kassel- Melsungen. Die von' der ,Liber. Korresp.' gebrachte Meldung von einer bevorstehenden Reichstags - Neuwahl, die durch eine Beförderung des Reichstags-Abg. AmtSgerichtsrat Lattmann nötig werden würde, ist nicht richtig. Herr Lattmann teilt mit, daß ihm von einer Beförderung, die ohne seine Einwilligung nicht geschehen könnte, nichts bekannt sei.
* Darmstadt, 20. Dez. 1808. Nachdem am letzten Donnerstag der 34. Landtag des Groß- Herzogtums Hessen eröffnet worden ist, glaubt man in hessischen parlamentarischen Kreisen, wie, die sozialdemokratische ,Mainzer Volkszeitung' be-1
richtet, daß die Regierung aller Wahrscheinliche feit nach bereits nach Erledigung der neuen Wahlrechtsvorlage, an deren Annahme nicht mehr gezweifelt werden kann, den Landtag nach Hause schicken wird, um auf Grund der direkten Wahl Neuwahlen vorzunehmen. Auch andere hessische Blätter bringen ähnliche Nachrichten. Sollte sich diese Meldung bewahrheiten, so dürfte im Verlause des nächsten Jahres überall in Hessen ein außerordentlich schwerer Wahlkampf zu erwarten sein. Zweifellos aber würde der auf Grund des direkten Wahlrechts zustande kommende Landtag ein wesentlich anderes Aussehen bekommen, als der gegenwärtige.
* Detmold, 19. Dez. 1908. Die Lippe-Detmolder Landtagswahlen wurden soeben beendet. Das Parlament aus 21 Köpfen wird von der Sozialdemokrntie beherrscht: denn es sitzen darin 10 Konservative, 10 Liberale und 1 „Genosse" als „Zünglein an der Wage". Die Konservativen stimmten in einem Kreise zum großen Teil für den Sozialdemokraten, um die liberale Landtagsmehrheit zu verhindern.
Ausland.
** Die Lage in Portugal ist noch höchst bedenklich. Das gegenwärtige Kabinett könnte auf keir e: Seite allgemeinen Beifall finden. Der König scheint auch geneigt zu sein, das Kabinett sobald wie möglich zu verabschieden. Der Staatsrat unter dem Vorsitz des Königs sprach sich gegen die Beibehaltung des gegenwärtigen Kabinetts aus. Die Ursache der Krisis liegt in dem Umstand, daß der Führer der Regierungspartei dem Kabinett Arnaral, das bereits seit der Ermordung des Königs Carlos sich im Amte befindet, das Vertrauen seiner Partei völlig entzogen hat. Man ist jedoch in politischen Kreisen allgemein der Ansicht, daß die gegenwärtigen Minister noch bis zum 2. Januar, dem Tage der Eröffnung der Kammer, im Amte bleiben werden. — Wie sehr das Königshaus noch in Gefahr schwebt, geht aus verschiedenen Meldungen hervor, die in letzter Zeit über beabsichtigte Attentate berichtet wurde. So soll auch vor einigen Tagen bei der Rückkehr des jungen Königs aus Oporto nach der Hauptstadt ein Attentat auf ihn geplant worden sein, und zwar von einem ehemaligen Polizeibeamten, der dem König mit einer Bombe aufgelauert habe, das nur durch die rasende Fahrt des königlichen Wagens verhindert worden sei.
Aus Airche und Schule.
t Rom, 29. Dez. 1908. Vom 1. Januar ab wird bekanntlich vom Vatikan eine offizielle Korrespondeuz herausgegeben. Infolgedessen stellt das langjährige offiziöse Organ des Vatikans, der ,Osservatore Romano', am 1. Januar fein Erscheinen ein.
Aus öem Rachbargebiet.
* Kassel, 20. Dez. 1908. Die Regierung beabsichtigt, der ,Franks. Ztg/ zufolge, zu Ostern n. I. einige von Geistlichen nebenamtlich verwaltete Kreisschulinspektionen, vor allem die Inspektion Kassel-Land, mit Kreisschulinspektoren
im Hauptamt zu besetzen, falls der Landtag die Mittel dazu bewilligt.
* Wildungen, 19. Dez. 1908. Eine amerikanische Erbschaft ist nach unserer Stadt gefallen. Vor etwa 40 Jahren kehrte ein Schuhmacher Chr. Weber von hier seiner Heimat -en Rücken und ging über das „große Wasser". Es gelang ihm, sich dort ein größeres Vermögen zu erwerben. Jetzt kommt von „drüben" die Nachricht, daß er im Staate Kalifornien kinderlos verstorben sei und ein Vermögen von ca. 40—50 000 Mark hinterlassen habe, welches an feine rechtmäßigen Erben, sämtlich Einwohner hiesiger Stadt, verteilt werden soll.
* Hann. Münden, 19. Dez. 1908. Auf polizeiliche Anordnung wurde heute ein im Rein- hardswald geschossenes Wildschwein vergraben. Bei der Untersuchung im Schlachthofe hatte ei sich herausgestellt, daß das Tier so stark mit Finnen behaftet war, daß das Fleisch als ungenießbar erklärt werden mußte.
* Heiligenstadt, 19. Dez. 1908. Als ein Ueberbleibsel aus Großvaters Zeit ist die Einrichtung des öffentlichen Ausrufens amtlicher und privater Bekanntmachungen anzusehen. In der letzten Stadtverordneten-Sitzung bezeichnete ein Stadtverordneter diese Einrichtung aö nicht mehr in die heutige Zeit passend und rich-' tete den Wunsch an den Magistrat, vom 1. Januar ab das öffentlich« Ausrufen von Bekanntmachungen einzustellen.
* Erfurt, 19. Dez. 1908. In Erfurt hatte« die F l e i s ch e r m e i st e r, diejenigen ihrer Kollegs die sich nicht dem Jnnungsbeschluß fügtet# weder dem Rabattsparverein auzugehören, noch die Verkaufspreise zu veröffentlichen, dadurch' boykottiert, daß ihnen die Viehhändler usw. nichtmehr lieferten. Die Innung ist jetzt vom Land-' gericht Erfurt, nach der ,Dorfztg.ß zum Schaden-' ersatz von 1500 Mk. verurteilt worden. Der Jnnungsbeschluß soll nun wieder aufgehoben fettig
* Mainz, 19. Dez. 19t 8. Auf Grund eines? Beschwerde der Fuhrunternehmer-Organs sation bei dem Kriegsministerium ist es be»1 Militärbehörden untersagt worden, sür di« Bestellung von Weihnacht s'paketen den Postver^ waltungen Wagen und Pferde, wie die- feiK her alljährlich geschah, zu Verfügung zu stelle»,! Zum erstenmal sind diesmal mit der Beförderung' Privatfuhrunternehmer betraut worden.
* Mainz, 18. Dez. 1908. Die Notstand»«, arbeiten bei der aufgelassenen Mainz-Kasteller Festungsgelände sind schon vergeben unb1 bei dem Reichsschatzamt noch für einen Gesamt betrag von 135000 Mark beantragt worden.
vermischtes.
— Der Denkstein. Zwei Agenten treffen sich vor der Börse. „Haben Sie schon gehört?" fragte d« eine, „mein Bruder Jakob ist tot." „Mein Beileid I Hat er Ihnen was vermacht!" „Ja, tausend Mark. Aber er ist bei Lebzeiten immer so gut gegen mich gewesen, daß ich ihm für das Geld einen Denkstein gekauft habe." „Wie gut von Ihnen! Aber was haben Sie denn da für eine» wundervollen Brillanten am Finger?" „Das ist ja der Denkstein!" h
— Eine böse Frau. „Weißt du auch, daß du im Schlafe redest, Schorsch?* sagte seine Frau. —, „Ach, gönnst du mir selbst diese wenigen Worte nicht?" war die schüchterne Entgegnung.
ä Mk. 5.
Damen Unterjacken
gemahlene]
ä Mk. ä Mk. ä Mk. ä Mk. ä Mk.
5.50
5.75
Gemüsemarkt Rr. 12.
Aravatten, Aragenschoner, Hosenträger, Aragen, Zervitenrr und Manschetten.
SämiL Unterzeuge f, Herren
Damen- und Ainderschürzen, Aorsetten, Aorsettschoner, vamengürtel, l Taschentücher.
Achtung! Fleischabschlag!
Prima Qualität junger fetter Pferdefleisch von heute an 25 Pf. per Pfund, Fleischwurst 40 Pf. per Pfund. |5522
Philipp Moller, Pferdemetzgerei zum golv. Roß.
Schleifersgasse 30.
Alle Sorten Handschuhe
wie Glaee, Dänisch, Nappa. Juchten, Wild- u. Waschleder, Seide, Tricot, Stoff u. Wolle Mr moderne Karie». in jeder Länge und Preislage. N«r-»este KaSriäate.
SKu Weihnachten empfehle
Uhren wagen, Reibinaschinen, Bügeleisen
Zischmesser, gabeln n. löffel,
Taschenmesser, Taschenscheeren, ferner
Rodelschlitten, Rutscher, Stuhlschlitten,
Schlittschuhe,
Christ haii mständei'.
Johannes Rappel, «Fulda
Marktstrasse 15,
Lange farbige Dänisch Damen-Handschuhe 8knopf. prima Hualltät Lange färb’ge Glace Damen-Handschuhe 8knopf........
Lange schwarze Dänisch Damen-Handschuhe bkuopf........
Lange schwarze Glace Damen-Handschuhe Lknopf Ziegeukeder . . Lange weine GlacS Damen-Handschuhe 8knopf........
Lange weiße GlacS Damen-Handfchuhe ILknopf........
Osc.,Zolkos Ww.,'Fulda Handschuh-Spezial-Geschäft.
Conrad Wiegand, Fulda 2X2,", S empfiehlt zum bevorstehenden Weihnachtsfeste sein mit allen diesjährigen Neuheiten aus- gestattetes, reichhaltiges Lager in
(xeschenkartikeln, bereite Porzellan und Steingut; ferner: Hnus- und
Klithensetiite, Lumpen,Vasen, Fisuren»
Gleichzeitig mache auf ein Posten zurfickgesetzter Artikel _________________________ aufmerksam, welche bedeutend unter Preis abgegeben werden.
V
Gioth’s
Kernseife wäscht am besten