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35. Jahrqcma.

Fulda, Dienstag den 15. Dezember 1908.

M 289.

Zweites Wtcctt.

X* Die Lage in Europa

hat in den letzten Tagen von ihrer Unbehaglichkeit etwas verloren.

Die Milderung ist aber nicht auf ein Einlen­ken der russischen oder englischen Politik zurllck- zuführen, sondern lediglich auf eine Nachgiebigkeit Oesterreichs. Letztere hat sich in zweifacher Richtung bekundet: einmal in der Antwort auf die russische Note, indem Oesterreich unbeschadet der Unwiderruflichkeit der vollzogenen Annexion doch eine Diskussion dieser Angelegenheit auf der Konferenz nicht unbedingt ablehnen will; zum zweiten in der Bereitwilligkeit, die Verhandlun­gen in Konstantinopel auch ohne vorherige Be­seitigung des Boykotts fortzusetzen.

Durch dieses doppelte Entgegenkommen gibt Oesterreich sachlich nichts Preis. Trotzdem würde das Einlenken gewiß als Zeichen der Schwäche und der Furcht ausgelegt und ausgebeu- tet worden sein, wenn nicht, zu gleicher Zeit der Respekt vor der habsburgischen Monarchie eine wesentliche Stärkung erfahren hätte durch die förmliche und feierliche Verkündigung der unbe­dingten Solidarität vonseiten der deutschen Regierung im Reichstage.

Die Lage muß sehr gespannt gewesen sein. Ein Staatsmann an so verantwortungsvoller Stelle wie Fürst Bülow sagt nicht ohne tieferen Sinn in so ernster Zeit, daß die Situation in Europa in diesem Augenblick keine besonders be­hagliche sei. und er erklärt nicht ohne Not, daß unsere Lage schlecht und der Friede wirklich be­droht sein würde, wenn wir unsere Rüstung ver- mindern wollten. Die Balkanfragen hatten sich Wieder unverkennbar zugespitzt. In dieser Si­tuation verkündete Bülow erneut und mit star­kem Nachdruck der ganzen Welt: Wir stehen zu Oesterreich-Ungarn; unerschüt- terlichistunserBündnis. Das bedeutete einen deutlichen Wink mit dem Scheunentor für diejenigen, die eventuell bereit sein würden, mit Oesterreich-Ungarn ein Tänzchen zu wagen.

In Oesterreich herrschte natürlich große Be­friedigung über die entschiedene Erklärung des Fürsten Bülow. In der Tat ist die rückhaltlose Unterstützung Deutschlands gerade jetzt für Oester­reich von unschätzbarem Werte, denn das habsbur­gische Reich ist infolge der Maßnahmen, die es auf eigene Gefahr ohne Vorwissen Deutschlands unter­nommen hatte, in eine schwierige Lage geraten. Wir betonen das nicht znm Zwecke einer nach­träglichen Kritik oder gar eines Vorwurfs, son­dern einfach zur Klarstellung der Wirklichkeit. Die Schuld an der Verschärfung der Schwierigkeiten mag ja bei der überraschend großen Energie der gemeinsamen Gegner liegen, die mit vereinten Kräften und Listen alles mögliche getan haben und noch tun, um die an sich recht einfache Um­wandlung dec ewigen Okkupation in eine Annc- xion zu hochpolitischen und wirtschaftspolitischem Schachzuge rücksichtslos, selbst auf die Gefahr einer Friedenserschütterung hin, ausznnutzen. Diesem gefährlichen Spiel kann nur die unbedingte un­verkennbare Solidarität der beiden mitteleuro­päischen Mächte die Spitze bieten. Wir weisen auch nicht darauf hin. in i eine Gegenleistung zu fordern, sondern sind der Ansicht, daß Deutschland für die treue Erfüllung seiner Bundespflicht nichts weiter zu fordern oder zu erwarten braucht, als daß Oesterreich Treue mit Treue, Solidarität mit Solidarität erwidert.

Es ist nun an dem Verhältnis der beiden Kar- sermächte in dieser schwierigen Zeit von zwei Sei­ten eine kühle kritische Sonde angelegt worden. Von der einen Seite behauptet man, Oesterreich habe nur deshalb unter den Ränken der Englän­der, Russen und Jungtürken zu leiden, weil es Deutschlands Verbündeter fei; man fchlage Oester­reich und meine Deutschland. Dem ist ent- gegenzuhaltcn, daß am Balkan nicht ausschließlich gegen Deutschlands Ansehen gekämpft wird, son­dern England und Rußland haben dort sehr reale Interessen im Auge, die sie auch, wenn sie nur mit Oesterreich zu verhandeln hätten, nicht hätten preisgeben können. Von der anderen Seite sagt man, Deutschland treibe Oesterreich zu Unvorsich­tigkeiten, wenn es ihm jetzt bedingungslos seine Hilfe zusage. Die jüngsten Tatsachen zeigen, daß Oesterreich auf Mäßigung und Vorsicht bedacht ist. Was uns am meisten nottut, ist eine Ein­schüchterung der Gegner Oesterreichs, und die konnte nur durch eine ganz rückhaltlose öffentliche Solidarität erreicht werden.

Es war das beste Mittel zur Rettung des Friedens.

Deutsches Reich.

(*) Verkauf rheinischer Königsschlöffer. Die ,Hhein. Wests. Ztg/ erfährt, daß der Verkauf

des Schlofles Benrath und des Jäger­schlosses in Düsseldorf bereits eingeleitet ist und daß die über Stolzenfels umlausenden Gerüchte nicht der Unterlage entbehren. Sie fügt hinzu:

„Die preußische Krone läßt historische Schlösser zum Verkauf ausbieten, da die bisherige Kunstpolitik des Kaisers Millionen verschlungen hat. Es ist bereits im Reichstage ausgesprochen worden, daß die beständigen Reisen, die zahlreichen Denkmalsbauteu und vor allem der Ankauf und die Modernisierung des Prunkschlosses auf Korfu der kaiserlichen Kasse un­geheuere Summen gekostet haben. Wenn man also auch die Notwendigkeit, neue Mittel zu beschaffen, zugeben muß, so erscheint uns ein Verkauf der rheini­schen Königsschlöffer doch eine ganz verfehlte Maßregel. Es wäre viel besser der Ankauf auf der griechischen Insel unterblieben. Dann würde nicht nur das Hosmarschallamt nicht gezwungen sein, zu solch ver­zweifelten Mitteln zu greifen, es würde auch dem deut­schen Volke das peinliche Gefühl erspart bleiben, daß sein Kaiser Erholung und Freude nicht in der Heimat, sondern im falschen Welschland sucht."

Das alldeutsche Blatt protestiert dann noch weiter gegen den Aufenthalt des Kaisers unter den „geldgierigen, kriecherischen, heuchlerische und falschen Griechen". Was der brutale Aus­fall gegen die,,kriechenden Griechen" hier soll, ist nicht recht verständlich. Man täte besser, sich auf den Kampf gegen die eigenen Kriecher zu beschränken.

* Zur Besoldung der Förster. In der Snb- kommission der Budget-Kommission wurde ein Zentrums«Antrag angekündigt, der das Gehalt der Förster auf 2700 Mark erhöhen will. Da alle Fraktionen wohl anerkennen, daß gerade die Förster am schlechtesten bei dieser Vorlage adgeschnitlen haben, scheint im Landtage die Annahme gesichert. Der Finanzminister verhält sich vorab ablehnend gegen den angekündigten Antrag.

* Ein neuer Full „Drzhmala". Der „Postep" bringt folgende Mitteilung:

Als ui) im April vorigen Jahres beim Kommissar den Antrag um Erteilung eines Baukonsenses stellte, erhielt ich den Bescheid: „Er luirb, versagt." Darauf reichte ich beim Herrn Landrat ein Gesuch ein, und nach einem Vierteljahr kam folgende Antwort vom Regierungspräsidenten: „Ich lehne ab." Da sah ich ein, daß wohl auch bei dem höchsten Gerichtshof in Berlin meine Bemühungen ohne Erfolg bleiben wür­den, deshalb richtete ich ein Bittgesuch an den König. Nach einem Vierteljahr kommt vom Obcrpräsidentc.r der Provinz Posen folgender Bescheid: „Auf Befebl Sr. Majestät ist es mir zum Entscheiden cingcsandt", und zum Schluß: „Ich sende Ihre Beschwerde als u n b e g r ü N d c t zurück." Damit gab ich nrich nicht zufrieden und schrieb nach einiger Zeit nochmals an den König, diesural erhielt ich schon nach vier Wochen eine Antwort (die ich der Redaktion beifüge). Ein Pole erhält also keine Erlaubnis zum Bau eines Wohnhauses, einen Stall dagegen für meine Schwei n e, Hü hn e r und Kaninchen zu bauen, hat man mir nicht untersagt. Mein Inventar also findet mehr Berücksichtigung als ich, der ich dem Könige von Preußen drei Jahre dienen mußte. Damals er­hielt ich eine Mark Reisegeld unä es hieß: Marsch, nach Hause; sorge jetzt, wie du fortkommen magst. Und als ich zu arbeiten und zu sparen begann, habe ich mir einige Groschen gesammelt, kaufte ein Stück­chen Land und wollte mir darauf eine Hütte Bauen, um int Alter ein eigenes Dach zu besitzen; und da erteil­ten mit die Behörden beit Bescheid: „Wird ver­sagt. ich lehne ab" u. d. m. Aber als ich zum Militärdienst tauglich war, da sagte man nicht: „Ich lehne ab." So sorgen die preußischen Behörden für die polnischen Arbeiter. Damals, als unsere Väter in den französischen Krieg zogen, da machte man ihnen viele Versprechungen, und jetzt? Was haben wir dafür? Jetzt, du armer, polnischer Arbeiter, stehe unter freiem Himmel und leide Hunger. Und angesichts dessen haben polentresserische Blätter noch die Stirn, dem Ausland und der ganzen Welt vorzulügen, das, war die pol­nischen Zeitungen vom bedauernswerten Drzhmala ge- schrieben, feien „erdichtete Märchen" . Mögen sie an Ort und Stelle kommen, meinetwegen zu mir, und sie werden sich überzeugen, daß es mir in der Tat nicht erlaubt ist, ein Wohnhaus zu bauen. Mit Hochachtung Wladyslaw Riemczewski, Arbeiter, Minikowo b. Posen.

Ausland.

** Präsident Roosevelt ist zum Schluß feiner Präsidentschaft noch in schlimme Preßfehden ver­wickelt. In den /Indianapolis News' war ge­sagt worden, beim Kauf des Panamakanals sei es nicht reinlich hergegangen; 40 Millionen seien in amerikanische Taschen gefloffen. Roosevelt wehrt sich dagegen und nennt die Verbreiter dieser Nachricht „gemeine Schufte" und „unehr­liche Spitzbuben". Roosevelts Gereiztheit ist um so größer, als nun auch noch von anscheinend sachverständiger Seite das von ihm so lebhaft geförderte Panama-Unternehmen überhaupt als verfehlt bezeichnet wird. Tast soll im Januar nach Panama reisen, um festzustellen, ob die Be- hauptung, dem Plan des Kanalbaues drohe Ver­nichtung durch die ungenügende Stärke des

Gatundammes am Schnittpunkte des Kanals mit dem Chadresfluß, wahr sei. Die Ingenieure behaupten, daß der durch Roosevelt gegen ihren Rat erzwungene Schleusenkanal unmöglich sei. Milliarden seien weggeworfen._________________

Aus Kirche und Schule.

* Die gerichtliche Verurteilung eines Bischofs wegen Beleidigung eines Diözesanpriesters macht gegenwärtig die Runde durch die Presse. In der Berliner „Germania" (Nr. 286) finden w:r fol­gende Darstellung des Falles: Ein seltener Fall stand vor dem Schöffengericht zu Diedenhofen zur Verhandlung. Angeklagter war der Hochw. Bi- schof B e n z I e r von Metz, Kläger der Privatgeist­liche Thilmont aus Nieder-Giningen. Als Pfarrer dieser Ortschaft hatte Thilmont vor 16 Jahren eine Anstalt zur Aufnahme verwahrloster Knaben errichtet. Nach einigen Jahren zählte das Institut bereits über 200 Zöglinge, hatte eine eigene Druckerei und einen schwunghaften Milch- nnd Produktenhandel. Auf Wunsch der kirchlichen Behörde verzichtete Thilmont auf seine Pfarrei und verkaufte im Mai 1902 die Anstaltsgebäude an eine Brüderkongregation zum Preis von 223 000 X Es fragte sich nun, ob Thilmont dieses Geld behalten durfte. Er gab vor, es zum Teil als Darlehen aus seinem eigenen Kapital, zum Teil zur Tilgung der übernommenen Schul­den, zum Teil als Entschädigung für aufgewandte Muhe beanspruchen zu können. Das bischöfliche Ordinariat aber stellte sich auf den Standpunkt, daß die Gelder für die Anstalt fast ausschließlich aus milden Gaben horrührten, die nicht dem Herrn Thilmont als solchen, sondern lediglich sei­ner Anstalt zugedacht worden seien. Sachlich und dem normalen Rechtsempfinden nach hatte der Bi­schof in diesem Falle zweifellos ba8 Recht, von Thilmont eine eingehende Rechenschaftsablage zu verlangen. Da Thilmont sich dazu nicht verstehen wollte, wurde er nach wiederholter Mahnung suspendiert. Er wandte sich nach Rom, und, hier ernannte man den Bischof von Trier zum Schieds- richter. Als Bischof Korum Thilmont vorlud, er- hielt er dieselbe glatte Absage, wie vorher wieder­holt Bischof Benzlcr. Thilmont hatte sich unterdes durch Artikel in liberalen Blättern an die Oeffent- lichkeit gewandt. Tas gab der bischöflichen Be­hörde Anlaß, in der Revue ecclSsiastique, dem kirchlichen Amtsblatt der Diözese, die Gründe für die erfolgte Suspension zu veröffentlichen. In dieser Darlegung war Thilmont der Verschleie- rillig beschuldigt und darauf hingewiesen, daß wohl 100 000 c4t der eingelaufenen milden Gaben ihrem Zwecke entzogen worden seien. Er erhob mm Privatklage gegen den Bischof. Bischof Benzler war zu der Verhandlung nicht persönlich erschienen. Der als Zeuge vorgeladene Bischof von Trier tvar ebenfalls nicht erschienen. Auch Kardinal Vanutelli wurde in die Debatte hinein­gezogen. Thilmont behauptete nämlich, dieser habe ihm selbst gesagt, der Bischof von Metz sei in der Sache nicht klug und weise vorgegangen und werde von Rom ans dahin belehrt werden. Es wurde aber ein Schreiben des Kardinals vorgelegt, in dem dieser die Behauptung als erfunden hin­stellt. Dagegen legte Thilmont wiederum ein Schriftstück eines römischen Advokaten vor, der als Zeuge bei der angeblichen Aeußernng Vannutel- lis zugegen gcivcsen sein will, Das Gericht stellte fest, daß allerdings die Buchführung mangelhaft sei, doch wurde die ganze Darstellung als Beler- dignng aufaefaßt und der Bischof zu 20 M Geld­strafe und in die Kosten verurteilt. Gegen dieses Urteil hat der Bischof Berufung eingelegt. — Die liberalen Blätter tuen furchtbar entrüstet darüber, daß der Bischof es gewagt habe, die geistliche Ge­richtsbarkeit über den Pfarrer auszuüben und ihn über den Verbleib der Gelder zur Rechenschaft zu ziehen, obwohl die Besitzung auf den Namen Thil- monts ins Grundbuch eingetragen sei. Thielnwnt hatte sich feiner Zeit von der kirchlichen Behörde zu seinem Unternehmen die Ermächtigung ertei­len lassen, er ließ seine Bettelbriefe unter kirch­licher Flagge segeln, und da ist es doch Wohl selbst­verständlich, daß der Bischof es als eine Gewissens­pflicht betrachten muß. für die richtige Verwen­dung der Gelder mit allen Kräften Sorge zu tra­gen.

Aus dem Nachbargebiet.

* Kassel, 14. Dez. 1908. Beim Pferde­handel mit Zigeunern hat ein Landwirt aus Ihringshausen einen bösen Reinsall erlebt. Er hatte von Zigeunern ein Pferd für 400 Mk. erstanden und war der Ansicht, daß er ein be­sonders gutes Geschäft gemacht habe. Als er am anderen Tag das neue Pferd einspannte, mußte er entdecken, daß das Tier einerseits überhaupt nicht zog und auch dämpfig war, fodaß er es höchstens noch an den Roßschlächter ver­

kaufen könnte. — Ein Mädchen vom Lande war dieser Tage hier anwesend, angeblich, um sich einen Dienst zu suchen. Es fand vorüber­gehend Unterkunft bei einer hier in Stellung befindlichen Freundin. Nachdem die Besucherin sich hier mehrere Tage aufgehallen und Gast- srenndschast genossen hatte, verabschiedete sie sich auf französisch. Mit ihr waren mehrere Schmuckgegenstände, eine wertvolle llhr- kette und ein erheblicher Betrag baren Geldes verschwunden.

* Münden, 14. Dez. 1908. Die Einge­meindung der Vorstadt Blume sollte, nachc dem die langjährigen Verhandlungen zwischen Münden und Blume endlich zu einer Einigung gelangt waren, auf gesetzgeberischem Wege durch Zustimmung beider Häuser deS Landtages erfol­gen. Der Minister lehnte aber die Sache als gif unbedeutend ab und gab anheim, sie anderweitig zu regeln. Stadt und Gemeindevertretung werdest sich demnach von neuem mit der Angelegenheit befassen müssen.

* Bad Wildunae«, 14. Dez. 1908. Für ba< kommende Jahr sind dir Kommunalsteuer^ für Bad Wildungen von 17b Proz. auf 170Proz ermäßigt worden.

* Mühlhause«, 14. Dez. 1908. In der hiestae, Textilindustrie herrscht andauernd der denkbar schlechteste Geschäftsgang. Seit langer Zeit, teilt weise seit über l/i Jahr, ist in vielen Fabrik« die Arbeitszeit bis zur Hälfte verkürzt worden. D< sich auch jetzt noch kerne Aussicht auf Besserung zeigt, sind einige Fabrikanten dazu übergegangen^ einen Teil ihrer Angestellten, hauptsächlich Skbeite, rinnen, bis zum Wiedereintritt flotteren Geschäfts; ganges zu enllaffen.

* Bom Eichsfelde, 13. Dez. 1908. @h( Baudenkmal, das als Wahrzeichen der Kirchenbaukunst des 15. Jahrhunderts schon vor langen Jahren die Aufmerksamkeit des Provinzial; konservators erregte: der alte Kirchturm zst Beuren (Kreis Worbis) wird erhalten bleibeh An dem Turm werden zurzeit umfangreiche paraturarbeiten vorgenommen.

Vermißtes. M

*♦ 3m Meineidsprozeh Büttner kam e» in bei letzten Tagen unter Ausschluß der Oeffentlichkest zur Vernehmung der wichtigsten Belastungszeugiw einer inzwischm verheirateten Frau Japlowitz, Die ihr als ihren Verführer vor Gericht gebracht hat. Sb erklärte mit voller Bestimmtheit immer wieder, dal der Angeklagte Professor Büttner und Ferenezy eist und dieselbe Persönlichkeit seien. Auf bte Auffordg rung, daS dem Angeklagtm direkt zu sagen, erklär, die Zeugin, indem sie Professor Büttner scharf fixiert- „Jawohl, Sie und kein anderer sind der Ferenezy

♦ Tod im Gerichtssaal. In Tarnowitz geriet aut Angst vor der Gerichtsverhandlung wegen eine» harmlosen Uebertretung der Kaufmann Kama ist solche Auftegung, daß er im Gerichtssaal einet Schlaganfall erlitt. Er war sofort tot.

* Das Schwesterchen erschossen. AuS Walf (Konto, Oberehnheim) wird unterm 8. Dezember gemeldet: Dem 13jährigen Sohn des Jagdpächters M. fist die geladene Jagdflinte seines Vaters m die Hände Er hielt sie seinem V/ejäfjtigen Schwesterchen vo( das Gesicht und drückte los, so daß die Kugel dep Kinde durch den Mund ging und seinen Tod Heu beiführte. Der Knabe lief, erschrocken über daS Uti glück, daS er angerichtet, in de» Wald, wo er siq verborgen hält.

* Sine Kugel in der Zigarre. In einer Restaist ration in Landshut ließ sich ein höherer Eisenbahn beamtet eine Zigarre reichen. Kaum war sie ist Brand gesteckt worden, als sie plötzlich explodiert? und eine Bleikugel auS der Zigarre in die Wans der Wirtschaft fuhr. Wahrscheinlich ist die Kugq durch einen boshaften Arbeiter in die Zigarre hin einprakttziert worden.

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