35. Jahrgang.
Fulda, Freitag den 11. Dezember 1908.
M 286.
Zweites Wtcrtt
fühlen sich fettig an. — Der Vorstand der
Literarischem
Kleines Feuilleton
Frankreichs!
kf.
Reklamen- und Anzeigenteil.
Matrikularbeiträge nach der Leistungsfähigkeit der Einzelstaaten nicht durchgeführt ist, sollten diese wenigstens dafür sorgen, daß im eigenen Lande eine gerechte Steuerverteilung herrscht. Speziell in Sachsen-Weimar, das sich am besten auf das Wimmern versteht, sind die direkten Steuern sehr hoch. Und gerade in Sachsen- Weimar werden alle möglichen reichen Lettte, darunter der Inhaber des größten Einkommens im ganzen Staate, um irgendwelcher Verdienste wissenschaftlicher und sonstiger Art im Staate von der Steuer sreigelassen, und zwar vielfach auS ganz gleichgiltigen Gründen heraus. Daß das Reich da keine Veranlassung hat, diese Staaten weniger scharf heranzuholen, unterliegt keinem Zweifel. Werden diese Bevor- zugten ebenso stark besteuert, wie man es bei der breiten Masse für nötig hält, dann ist ein Teil der jetzigen Ungerechtigkeit bei der Erhebung der Matrikularbeiträge schon beseitigt.
Lieferanten zu betrügen, zwei schwere Sterne ttn Gewicht von zwanzig Kilo in den Wagen, rn dem die Schweine gewogen werden sollten. Nach- dem das erste Schwein verwogen war, stellte man das Gewicht des Wagens fest. In der Stadt, wo mehrere fette Tiere geholt werden sollten, entfernte er die Steine und nun sollte an jedem Schwein daS zuerst festgestellte Gewicht des Wagens in Abzug gebracht werden. Einem hiesigen 'Mühlenbesitzer kam das Gewicht feines Schweines zu niedrig vor und verlangte daS Nachwiegen des Wagens. Dabei stellte sich der Betrug heraus. Man sand später die Steine m der Stadt. Die Sache dürfte dem Händler teuer
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zu stehen kommen.
* Hanau, 10. Dez. 1908. Verhaftet wurde gestern der auf dem hiesigen Ostbahnhof beschäftigte 24jährige Güterbodenarbeiter Relssert, der einen 19jährigen Burschen dermaßen geschlagen haben soll, daß dieser seinen Ver- letzungen erlag.
* Flörsheim, 10. Dez. 1908. In Nieder- Flörsheim findet ein Gesangswettstreit am 5. und 6. Juni 1909 statt. Nach einem Beschluß des den Wettstreit veranstaltenden Gesangvereins „Frohsinn" erhält jeder Dirigent eines Vereins, der bei dem Ehrenpreissingen preisgekrönt wird, zwölf Flaschen Wein aus den besten Lagen der Gemarkung Nieder- Flörsheim.
* Offenbach, 10. Dez. 1908. Die Fechen- heimer Polizei nahm einen etwa 25jährige», den befferen Ständen angehörenden Mann fest, der anscheinend geistesgestört ist. Der Verhaftete, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden konnten, nennt sich Oskar Homper und gibt an, aus Berlin zu kommen. Er lief barfuß und erzählte, er wolle zum Biichof nach Fulda und dann auch zum Papst gehen. Der Unbekannte wurde in das Krankenhaus gebracht.
• Marburg, 10. Dez. 1908. In der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit ist es angebracht, darauf hinzuweisen, daß mit dem Bau einer Reihe in unsrer Gegend geplanten Eisenbahnlinien noch nicht begonnen ist, obgleich sie schon vor längerer Zeit vom Landtag bewilligt worden sind. Es sind dies die Linien: Zimmers- rode-Gemünden, Kirchhain-Gemünden, Alsfeld- Niederaula, Korbach-Brilon, Korbach-Buhlen und Wallau-Niederschelden. Durch baldige Inangriffnahme dieser Nebenstrecken könnte die Ar- beitslosigkeit in unserer Provinz erheblich gemildert werden.
* Kassel, 10. Dez. 1908. Falsche Ein- und Zweimarkstücke sind hier und in den umliegenden Orten in größerer Zahl angehalten worden. Die Zweimarkstücke tragen das Bild ' des Königs von Sachsen und die Jahreszahl ! 1904. Sie haben einen blechernen Klang und
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Perantw. Redakteur: M M
«art Schütter
ÄÄ- Mq-«:,.rlluftriette Sonntagszeitung
s Das „Gewimmer der Ernzel- staatea",
von dem in der Finanz- und Steuerkommisfion am Mittwoch die Freisinnigen sprachen, setzt jetzt kräftiger ein. Unter der Ueberschrift „Was droht den kleinen Staaten?« schreibt die Weimarische
Ausland
** Ganz tote bei uns. Der Pariser Korrespondent der „Krertzztg." berichtet seinem Blatte über die Schwierigkeiten, welche die parlamentarischen Verhandlungen über das Arbeiterpensions- gesetz der französischen Negierung bereiten. Der Bericht schließt mit dec Prognose: ,.Es ist daher anzunehmen, daß man den Block, der über die demokratischen Reformen in die Briiche zu gehen droht, wieder auf ein Thema bringen wird, in dem er sich einig zeigen kann, auf den Kampf gegen den wirklichen oder vermeintlichen Kleri- kalismus nämlich." — Ganz wie bei uns, nur daß der vermeintliche „Klerikalismus" hier Zentrum heißt. Fürst Bülow hat letztlich im Reichstage erzählt, daß er bei seiner früheren Tätigkeit in Frankreich viele wertvolle Beobach- tungen gemacht. Da hat er sich wohl aitch das Beispiel der Pariser Regierungsleute gemerkt, wie man einen Block am Gängelbande siihren kann.
erhöhen Helsen.
Richtig ist ja, daß die Matrikularbeiträge, die nach der Kopfzahl der einzelnen Bundes- iaaten erhoben werden, die ärmeren 'Staaten chwerer belasten, als die reicheren. Um- gekehrt hatten aber auch die ärmeren Staaten von den Ueberweisungen, die doch ebenfalls nach der Kopfzahl berechnet sind, den größeren finanziellen Nutzen. Solange eine „Veredelung« der
Deutsches Reich.
= Der Heimfall des Majorats Reisen an den Fiskus. Aus Posen wird der „Tägl. Rund- fd)au" geschrieben:
„Fürst Sulowski, der Besitzer der Herrschaft Reisen, um die die Polen schon seit mehreren Jahren einen heftigen Kampf führen, ist von einem Schlagfluß getroffen worden. Der Fürst, der int 65. Lebensjahre steht, ist der Letzte seines Stammes. Da andere Stammeslinien die bei der Gründung des Majorats getroffenen Bestimmungen nicht erfüllten, sind sie nicht erbberechtigt. Die 5530 Hektar große Herrsckiaft, deren Wert auf 4 Millionen M ark beziffert wird, fällt, wie jüngst durch die preußischen Gerichte entschieden worden ist, dem Fiskus zu. Nach einer mit den Vertretern der Seitenlinie getroffenen Vereinbarung erhalten die Agnaten eine halbe Million vom Staate ausgezahlt.«
Nach der bei Gründung der Majorats ge' Iroffenen Bestimmung müssen die Einkünfte des Gutes zu Schulzwecken verwandt werden. Diese Bestimmung ist noch vor der Einverleibung der Provinz Posen in den preußischen Slaalsverbcmd getroffen worden. Selbstverständlich hat der Testator an eine Unterstützung des katholischen polnischen Schulwesens gedacht; _ tatsächlich werden die Mittel jetzt zu hakalistischen Zwecken Verwendung finden. ________
— Gegenseitige Kündigung. Lehrer: „Schor, wieder hast Du mich geschnitten, Bader. Von jetzt ■ ■ - _ , - < , , ... । an rasiere ich mich selbst.« — Bader: „So dann
Handwerkskammer nahm heute intttag mejne Buben auch selber durch.«
Stellung gegen die Polrzelverordnung be-1 treffend die Einrichtung der Schlasräume für die in Handwerksbetrieben bewältigten Lehrlinge und Gesellen, er sprach sich dafür aus, daß diese Verordnung nur auf Betriebe mit über zehn in Kost und Logis beschäftiseaden Arbeitern Anwendung finde, nicht aber auch auf die Einzelbetriebe. Diese Ansicht wurde dann gegen die Stimme des Vorsitzenden des GesellenauLfchusses
LandeSztg. „Deutschland":
„Durch die Zeitungen geht die Nachricht, daß man die Absicht hat, die ungedeckten Matrrkularbei- träge auf 2 Mk. pro Kopf zu erhöhen und eme Reichs- gesellschastssteuer zu schaffen. Die Ausführung dieser Pläne würde, wie wir zu unserem Bedauern fettfteuen müssen, für das Großherzogtum Sachsen folgendes bedeuten: 1. Anstatt rund 160000 Mk. wurden künftig rund 300 000 Mk. jährlich an ungedeckten Matruular- umtagen durch das Großherzoglum zu zahlen fern. 2. Die Einkommensteuer von Aktiengesellschaften wird den Einzelstaaten entzogen und dem Reiche als Gesellschaftssteuer überwiesen; das bedeutet eine Minder» einnahme an Einkommensteuer im Großherzogtum von schätzungsweise 400000 bis 500000 Mk. S. Insgesamt würden im Großherzogtum mehr uufzubrmgen sein, mindestens eine Million und vierzigtausend Mk. sährttch. 4. Das bedeutet eine Erhöhung der nach Abzug der Aktiengesellschaften verbleibenden Einkommensteuer um annähernd 50 Pro,, der Einkommensteuer, die im Großherzogtum ohnehin wesentlich schär; er festgestellt und in wesentlich höheren Sähen erhoben werden muß, als z. B. im Königreich Preußen. Sollten aber gar noch, wie ebenfalls beabsichtigt fein soll, die gestundeten Matrikularumlagen auS den Jahren 1906, 1907 und 1908 von den Bundesstaaten eingezogen werden, so müßte das Großherzogtum noch rund eine Mill. Mark beschaffen, die, da Deckung nicht vorhanden und anderweit nicht gefunden werden kann, durch eine Anleihe des Großherzogtums — für das Reich — aufgebracht werden müßte.
In den Jahren 1883—1892 unb 1895—1898 haben die Einzelstaaten ans Ueberweifungen des Reiches rund 550 Millionen verschluckt. Sie haben sie erhalten nur unter der Voraussetzung, daß in Zetten, wo statt der Ueberweisungen Zuschüsse an das Reich geleistet werden müssen, diese von den Bundesstaaten auch ge-ahlt würden. Der Reichsschatzsekretär gedachte aber, ihnen die in den Jahren 1906—191'8 gestundeten Beiträge in Höhe von 144’/i Mill, zu schenken und sie in den nächsten 4 Jahren -urch das Reich aufbrtngen zu lassen. In der Finanzkommission des Retchstags ist jedoch am Mittwoch bekanntlich beschlossen worden, diese 144SA Millionen aus der Bedarfsrechnung für die nächsten vier Jahre herauszustreichen.
Wie schon bemerkt wurde, ist freilich noch nicht entschieden, wie und von wem diese Summen gedeckt werden sollen. Für die definitive Erledigung bietet diese Verkürzung des Bedarfs aber ‘einen nicht unerheblichen Fortschritt; denn auf 4 Jahre verteilt, machen die 144 Millionen Mark jährlich 36 Millionen Mark aus, um die nunmehr der Bedarf geringer ge- worden ist. Wahrscheinlich werden d,e Einzel- ftaaten sorgen müssen, daß sie nun diesen Betrag den sie dem Reich schulden, auch betbrmgen. Es wtrd das jedenfalls ihr Veraittwortltchkettsgefuhl gegenüber dem Bundesrat stärken, in dem sie bisher wacker die Bewilligung immer neuer Millionen für Rüstungszwecke mitbeschlofsen und dadurch die Schulden des Reiches haben
— Schießen ohne Pulver. Ein ungenannter amerikanischer Erfinder soll ein Schnellfeuerge- fchütz ersonnen haben, das zu seiner Betätigung weder des Pulvers noch eines anderen Sprengstoffes bedarf. Er hat sich die in der Praxis häufig gemachte Erfahrung von der ungeheuren Kraft eines springenden Treibriemens zunutze gemacht. Bleigeschoffe werden in ein großes Rad gefüllt, das mit hoher Geschwindigkeit um seine Achse gedreht wird. Beim Antrieb durch einen Motor von 50 Pferdestärken würden nach Angabe des Erfinders die Geschosse mit ungeheurer Geschwindigkeit aufeinander folgen, sodaß nicht weniger als 50 000 Schüsse in einer Minute abgegeben werden könnten. Trotz dieser unglaublichen Geschwindigkeit wird die Möglichkeit vollkommener Treffsicherheit in Anspruch genommen. -p.
Die modernen Sittlichkeitsbestrebungen «ach ihrer Beziehung zu Elternhaus und Schuld von Joseph Edel, Lehrer in Kassel.
Diese Schrift, welche vor einiger Zeit im Verlage der Fuldaer Actiendruckerei erschienen ist, möchten wir den Eltern und Erziehern wiederholt aufs wärmste zur Anschaffung empfehlen, nachdem die am Grabe des hl. Bonifatius versammelt gewesenen deutschen Bischöfe das ganze katholisch« Volk zum Kampfe gegen die Unsittlichkeit aufgerufen haben. Der Leser findet dottselbst das einschlägige Material aufs beste zusammengestellt und wird durch die von hohem sittlichen Ernste und pädagogischer Einsicht gettagenen Ausführungen be3 Verfassers lebhaft angeregt, seine erziehlichen Pflichten auf diesem schwierigen Gebiete wahrzunehmen. Wir wünschen dem Schristchen, das zum billigen Preise von 50 Pfg. zu haben ist, die weitest« Verbreiwng, wie solches auch der hochverdient« Oberlandesgerichtsrat Roeren in einem Schreiben an den Verfasser als seinen persönlichen Wunsch zum Ausdruck gebracht hat.
vermischtes.
* Drei Menschen vom MUzbraud befallen. In Wattenscheidt bei Bochum sind drei Bergleute an der gefährlichen Milzbrandseuche erkrankt. Alle drei waren vor etwa 14 Tagen bei der Schlachtung einer vom Milzbrand befallenen Kuh tätig gewesen. Seitens der Behörde sind sofort die umfassendsten Maßnahmen getroffen worden, um ein weiteres Umsichgreifen der Seuche zu verhüten. Die von der Seuche Befallenen wurden in das Krankenhaus gebracht.
* Teufel Alkohol. In Lichtenberg bei Berlin kam der 21 jährige Fabrikarbeiter Walter Frantz ziemlich stark angetrunken zur Abendzeit nach Haufe und gab nach voraufgegangenem Streit mit seinen Ellern zunächst einen Schuß auf seine Mutter ab, der jedoch fehl ging. Darauf schoß sich Frantz eme Kugel in die Stirn und wurde als Polizeigefangener nach dem Krankenhaus am Friedrichshain über- geführt. Obwohl schwer verletzt, befindet sich Frantz noch am Leben.
* Die Verhandlung gegen den Kobnrger Professor Büttner wurde nach mehrtägiger Unterbrechung am Mittwoch vor dem Münchener Schwurgericht fortgesetzt. Die Beweisaufnahme erstreckte fich u. a. auch auf die Bemühungen Büttners, einen Orden zu erlangen. Hierbei soll ein Freiherr v. Fröhlich eine Rolle gespielt haben. Ein Herr Köster auS Berlin bekundete, er habe ermittelt, daß Fröhlich unter dem Namen ,Dr. Förster" oder ,Dr. Försters Verlag' einen schwunghaften OrdenSschacher getrieben habe. Seine Klienten hätten ein Depot bei einer Berliner Bank angeblich für WohllättgkellSzwecke hinterlegt, und für biefe hinterlegten Summen ver-
Aus dem Nachbargebiet.
* Schlitz, 8. Dez. 1908. Ein Schweine- händler aus der Umgegend legte, um seine
— Die Köche der Könige. Wenn das National- gesühl heut auf allen Gebieten siegreich ist — eines gibt es doch, das seinem Einfluffe verschlossen scheint. Das ist der Bereich der fürstlichen Küche. Dieses Reich war, ist und bleibt den Franzosen. Ein Franzose fleht der Küche des deutschen Kaisers vor, ein anderer der Leopolds von Belgien, und ebenso find es Franzosen, die für die Ernährung König Eduard VII. und des Zaren sorgen. König Alphons von Spanien hat sich soeben aus Paris einen neuen Küchenchef mitgebracht; es ist kein geringerer, als Herr Mmöchal, der bisherige Küchengott des Jockeyklubs, einer der gefeiertstenKochkünstler des modernen Paris. Diese Herrschast der Franzosen über die feine Küche ist ja schon recht alt. Als Wellington Napoleon bei Waterloo geschlagen hatte, genoß er am Abend ein französisches Diner, gubereitet von einem französischen Koch. DaS war die Revanche
mittelte dann ein deutscher Prinz die Orden. Das sei jedoch zu einer Zeit geschehen, als Büttner noch nicht in Koburg war. Was die Persönlichkeit des mysteriösen Ferenczy betrifft, so gewinnt eS mehr und mehr an Wahrscheinlichkeit, daß in München allerdings ein Maler dieses Namens gelebt hat. In diesem Sinne Sußetten fich mehrere Zeugen. Eine belastende Aussage wurde von der Hausmeisterin Kcttkduber gemacht, die Ende 1904 die Hausbesorgung in der Baianstraße übernahm. Die Miete zahlte das Mitangeklagte Fräulein Schwenninger. Zeugin fragte die Schwenningen ob der ältere Herr, der immer ein- und ausgehe, vielleicht der Vater des Dr. Schröder fei. Daraus I sagte die Schwenninger: DaS ist Franz Roth, ein I Kunstmaler. Es war aber nach der Angabe bet
Zeugin Professor Büttner.
* Eine große Bauernhochzeit wurde kürzlich in Gorzykowo in Ostpreußen gefeiert, zu der das ganze Dorf eingeladen war. Zur Bewirtung hatten bt« Brautellern folgendes vorbereitet: Zwei vier Zentner.
| schwere Schweine, zwei fette Mastkälber, fünf feiste Bammel und gegen hundert fette Gänse, Enten,
Ahnet und Tauben. Fünf Zentner Mehl waren I zu Kuchen und Brot verbacken, und zur Stillung des Durstes wurden zwei Tonnen Bier und 200, Flaschen Wein und sonstige Spirituosen ansge- trunken. i
» Die katholische Kirche ht Schroda (Posen) tft l fast gänzlich abgebrannt. Es verbrannten zwei
Nebenalläre, der Kirchtum, der Dachstuhl vollständig unb der Hochaltar teilweise. Der Schaben ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Das Feuer entstand durch die Unvorsichtigkeit deS Organisten? welcher ein brennendes Licht hinter der Orgel hatte stehen laffen. I
• Bon einem nennt Verfahren zur Feststellung tuberkulöser Krankheitskeime machte in; der Pariser Akademie für Medizin Prof. Marmorek, Mitteilung. Einige Tropfen Blut oder Harn int Probeglas mit dem von Marmore! erfundenen, neuen Tuberkuloseserum behandelt, lassen die Aw» Wesenheit von Tuberkulosetoxin erkennen. Größere oder geringere Vollständigkeit der Auf», löiung des BluteS gestatten einen Schluß auf bi« Menge des int erkrankten Organismus vorhandenen Giftes. Marmore! hat feine Methode bisher in 600 Fällen angewandt, und wie er angibt, haben nur 5 Prozent unsichere Ergebnis gehabt.
* Bergleute gegen Polizeibeamte. Von einem skandalösen Austtitt wird aus dem westfälischen Orte Neumühl berichtet. Mehrere Bergleute über-, fielen einen feinen Posten versehenden Polizeibeamten und schlugen ihn nieder. Einer der Leut«, schnürte dem Polizeibeamten unter dem Ruse: „Du, mußt taput gehen!' die Kehle zu. Im letzten, Augenblick traf eine Polizeiverstärtung ein, die mit: blanker Waffe gegen die auf etwa 500 Personen ■ angefammelte Volksmenge vorging. Zahlreiche Per« i sonen wurden teils schwer, teils leicht verletzt. Fünf [ Raufbolde wurden geknebelt in's Gefängnis abge« , führt. Sie werden sich wegen Landfriedenbruchs zu , verantworten haben.
— Deutsche Froschs-Henkel in Paris. Im Nahetal und in der Katz werdenbieJjgg für den deutschen Verbrauch als auch lurFranireiry aesanoen Für die Ausfuhr nach Frankreich sammelt man sie lebend in große Säcke; die Ankäufer ver-
. „„ch Metz, unk» von dort geht die Nette nach Paris. In Frankreich selbst sind die Bestände durch die jahrhundertelange Vertilgung last verschwunden; dort wird der Froschfang saft nur mehr von Sportliebhabern mit der Angel im Sommer ausgeübt. Ter reife eßbare Frosch hat ein Alter von 5 bis 6 Jahren, er wird m Deutsch- land in der Laichzeit, uorroiegtnö im Maiz, gefangen. Der Franzose ißt vom Frosch die Schenkel und einen Teil des Rückens, der Deutsche dagegen begnügt sich mit den Schenkeln. Froschfänger, die ür den deutschen Feinschmecker arbeiten, machen hre Ware sofort beim Fang kaufgerecht fertig, d. h. chneiden gleich die Schenkel ab. Nun gibt es viele rohr Froschsänger, die sich nicht die Mühe nehmen, den Frosch vor der Amputation zu töten, sie schneiden die Schenkel ab und lassen den zuckenden Körperrest liegen. Wer im März durch ein Wiesental gekomnien ist, wo solch ein Rohling gewütet hat, kann dort Hunderte zuckender, verstümmeller Froschkörper liegen sehen. Aber auch wer einmal einen Transport Frösche, lebend in Säcke verpackt, {gesehen hat, wird den traurigen Anblick der beweg« ichen Sackmassen nicht leicht vergessen. War immer übersehen wird, ist, baß ber Frosch — wie die Kröte, Eidechse und Blindschleiche — wegen der Viafferwerttlaung, die er an Insekten und Insektenlarven vornimmt, zu den nützlichsten Deren der Aanbwirtschast zu rechnen ist.
Geistliches Morgenbrot für christlich« Seelen tat Kloster- und Weltstände. Von P. Claudiu» Perrot, 0. 8. B. Reu bearbeitet von P,, Paul Sch indler, 0. 8. B. Dritte verbesserte Auflage. Gebunden in Leinwand mit Blindpressung, Hohlrotschnitt 3,20 Mark' zum Beschluß erhoben. I Einsiedeln, Waldshut, Köln a. Rh^ Verlag»«
* Gaudenlbach (Oberlahnkr.), 10. Dez. 1908. anstatt Benziger u. Co. A.-G.
Im hiesigen Marmorsteinbruch riß die Kette, In dritter verbesserter Auflage wirb hier eht •««**ÖSfi portiett wurde, dabei Mang sich dre Kette um ^ en Inhaltes ab«: nicht weniger in die Hand beben Hals des Stemhauers Holder aus Odersbach U4lttleru§ und des katholischen Volkes, besonder- und strangulierte ihn. Der Unglückliche Oblaten des hl. BencdilluS gehört. Dasselb, starb bald daraus. Er hinterläßt eine Witwe rojg Anleitung geben, daS Jahr im Sinne unh und mehrere Kinder. Geiste der katholischen Kirche zu durchleben.