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Rolationrdruüund Verlag der Fuldaer Al« Nendruckerei in Fulda Fernsprecher Ur. 9.
JV3 282;
Fulda, Montag den 7. Dezember 1908.
35. Jahrgang.
Iweites Ml'crtt.
Deutsches Reich.
o Gouverneur v. Liebert regreßpflichtig. Berliner Blätter melden:
„Man erinnert sich des jüngsten Zwischenfalls im Reichstage, als der Abg. Erzberger die ost afrikanischen Rechnungen für 19»O beanstandete. Im Anschluß daran war von selten der Sozialdemokratie wie des Zentrums der frühere Gouverneur v. Liebert, der jetzt selbst Mitglied des Reichstages ist, für gewisse eigenmächtige Ueberschreitungen des Etats verantwortlich gemacht worden. Wie jetzt gemeldet wird, beabsichtigt man in den Kreisen der beiden genannten Fraktionen, demnächst im Plenum die Frage aufzuwerfen, ob der Gouverneur für die zuviel verausgabten Summen (400 000 Mark) nicht zivilrechtlich regreßpflichtig gemacht werden kann. Es soll ein Antrag eingebracht werden, nachdem die Rechnungs- kommisfion die Angelegenheit geprüft hat. Das kann ja recht interessant werden!"
In dieser Form ist die Meldung falsch; denn einmal handelt es sich nicht um 400000 Mark; die Summe steht vielmehr noch gar mcht fest. Sodann hat der Abg. Erzberger schon im Reichstage angekündigt, daß die Sache weiter verfolgt werde; das kann und wird jetzt nicht geschehen, sondern erst, ivenn die Rech- nungskommiflion ihren Bericht vorgelegt hat. Aber es ist klar, daß der Reichstag hier einmal Ernst machen muß.
* Zur Herabsetzung des Weltpostportos im Verkehr zwischen Deutschland und Amerika macht die „Voss. Ztg." darauf aufmerksam, daß der billige Tarif von 10 für den einfachen frankierten Brief nur für Sendungen erhoben werden foll, die auf dem direkten Seewege nach Amerika gehen:
„Je nachdem der Brief direkt vom deutschen zum amerikanijchen Hafen oder aber über andere Staaten und Häfen befördert wird, kostet er einfaches oder doppelles Porto. Der Brief wird vielleicht, um den schnellsten Anschluß an einen deutschen Dampfer im englischen oder französischen Hafen zu erreichen, mithin auf deutschem Dampfer nach Amerika zu kommen, über die belgische oder holländische Grenze geschickt: sofort tritt das erhöhte Porto ein. Soll nun der deutsche Absender jedesmal ermitteln, welcher Dampfer zuerst abgeht? Soll er jedesmal auf dem Briefe Anweisung geben, auf welchem Wege er zu befördern ist? Das wohlfeile Porto ist nützlich und nötig;,aber dem Handel liegt zugleich an der schnellsten Beförderung, und da die billigste Beförderung nicht iminer die schnellste ist, wird er in weitem Umfange der Borteile des jetzigen Abkommens verlustig gehen."
):( Die Einführung einer Quittungsstener will man einer Berliner Korrespondenz zufolge der Regierung als Ersatz für die Erbschaftssteuer anbieten, wie sie schon seinerzeit von dem früheren Schatzsekrelär v. Stengel vorgeschlagen war. Es seien nicht nur in Ländern, Vie unter so hartem Steuerdruck wie Frankreich und Oesterreich leiden, mit der Quitlungssteuer recht günstige Ersahrungen gemacht worden, sondern auch in England gebe diese Steuer reiche Erträge, ohne strenge Kontrollmaßregeln zu erfordern oder von der Bevölkerung als besonders drückend empfunden zu werden. Auch als Ersatz für die An zeigen steuer wird die Quittungssteuer vorgeschlagen. — Wenn diese Nachricht auf Wahrheit beruhen sollte, so können es höchstens die Konservativen sein, die diese ominöse Steuer wieder vorschlagen. Es dürfte wohl kaum eine Mehrheit im Reichstage für diese Steuer zustande kommen.
x Die Gesellschafts-Steuer hat wenig Aussicht auf Annahme; wenigstens machte sich am Freitag eine große Opposition gegen sie in der B u d g e t - K o m m i s si o n des Abgeordnetenhauses bemerkbar.
* Das Lied von der „altprcußischen Sparsamkeit" wird augenblicklich in allen Tonarten gepfiffen. Wie aber der Fiskus die altpreußische Sparsamkeit handhabt, dafür bringt die „Köln. Bolksztg." wieder einen Beweis: Vor etwa zwei Monaten wurde ein Regierungs- und Medizinalrat von Arnsberg nach Osnabrück versetzt; zum
1. Dezember ist er nun schon wieder nach Königsberg i. P. versetzt, während der Königsberger- Kollege nach Breslau und der Breslauer nach Osnabrück verletzt ist! Ein nettes Pöstchen Umzugskosten, das mit der „altpreußischen Sparsamkeit" doch wohl kaum zu vereinbaren ist.
Ausland.
* Ju einem Handschreiben des Kaisers Franz Joseph an den Ministerpräsidenten Frhrn. v. Bie- nerth, das Wiener Blätter veröffentlichen, spricht der Kaiser allen denen, die zur Feier feines Regierungsjubiläums in Wort nnb Tat mitgewirkt haben, seinen herzlichen Dank aus.
*' Das schwedische Königspaar ist auf seiner Rundreise durch die europäischen Höfe nunmehr am Samstag in Wien eingetroffen. Zum Empfang war Kaiser Franz Joseph auf dem Bahnhof erschienen.
* Die internationale Seerechts-Konferenz. Das Reutersche Bureau erfährt aus maßgebenden auswärtigen Kreisen, daß zwischen den Delegierten der Seekriegsrechtskonferenz Denkschriften ausgetauscht worden sind, die die Ansicht aller auf der Konferenz vertretenen Mächte enthalten. Die deutsche Denkschrift besteht aus einer ausführlichen Aufstellung von Vorschlägen für den vorgeschlagenen Gesetzescode. Natürlich weichen die Ansichten, die in den Denkschriften niedergelegt sind, von einander ab und es hat den Anschein, als ob wenigstens in einzelnen Punkten die Erzielung eines Einvernehmens schwierig sein wird. Bezüglich der Kontrebande liegen Anzeichen vor, daß eine Verständigung erreicht werden kann.
** Lord Rosebery gegen Deutschland. Ein Telegramm aus London meldet, daß Earl of Roseberry, der liberale Führer und Vertrauensmann König Eduards, am Freitag in Leith eine Rede zu Gunsten der allgemeinen Wehrpflicht gehalten hat. Die allgemeine Wehrpflicht, sagte er, sei imHinblickaufDeutschland unbedingt erforderlich.
* Die Volksbewegung gegen den persischen Absolutismus gewinnt an Ausdehnung. Aus Asterabad wird der Ausbruch von Unruhen gemeldet. Der Gouverneur hatte die Bevölkerung um Ausfertigung einer Petition ersucht, in der dem Schah der Dank der Bewohner für die Abschaffung der Konstitution ausgesprochen werden sollte. Die Bevölkerung lehnte sich hiergegen aus, schloß die Bazare und erklärte, sie bereite sich darauf vor, für die Konstitution zu sterben. Die Bewohner der um die Stadt liegenden Dörfer bewaffneten sich und schlossen sich der Bevölkerung der Stadt an. Das Arsenal ist in Gefahr. Der Gouverneur befürchtet eine Beschießung der Stadt.
* China. In Peking ist ein Kaiser!. Edikt erschienen, dem zufolge die angekündigte chinesische Verfassung im 8. Jahre der Negierung des jetzigen Kaisers proklamiert werden soll. Während der Regierungszert der verstorbenen Kaiserin-Regentin waren derartige Vertröstungen auf d e Zukunst nichts seltenes, meistens aber folgte den Worten nicht die Tat.
Aus dem Nachbargebiet.
* Hcrsfeld, 5. Dez. 1908. Empfindliche Strafen verhängte das Schöffengericht über drei hier in Arbeit stehende junge Leute von auswärts, die im vorigen Sommer in den Anlagen auf „Kleins Höhe" Tische und Bänke demoliert, Pflanzungen und dergleichen mehr beschädigt hatten. Das Urteil lautete gegen den am meisten Belasteten auf eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und 3 Tagen Haft, die beiden anderen erhielten je 4 Wochen Gefängnis.
* Hanau, 5. Dez. 1908. Gestern früh ist der Strafgefangene Maurer Karl Arend, der sich auf dem Transport von Augsburg nach Wiesbaden im hiesigen Polizeigefängnisse in Zwischenhaft befand, entwichen.
* Frankfurt n. M., 5. Dez. 1908. Im hiesigen Hauptbahnhof haben gestern die Beratungen der
Regierungsvertreter von Preußen, Bayern, Hessen und Baden über dieKorrektion des Mains und die Verhinderung seiner Verunreinigung durch Fabrikwässer usw. begonnen. — In der Kapelle der Ursulinerinnen im Unterweg hier- selbst fand vorgestern die Trauung des Gra- fenErweinzuEltz mit der Gräfin Johanna v. Schoenborn zu Wiesentheid statt. Außer den Verlvandten des Paares waren u. a. vertreten die -Familien Hohenlohe, Auersperg, Dürckheim, v. Gagern, v. Geyer, v. Wambolt. — Dem Heil- gehülfen und Zahntechniker Friedr. Hägele wurde vom Negierungspräsidenten eine Staatsprä- m i e zuerkannt, weil er vor einigen Wochen bei einem in den Main gefallenen und bewußtlos gewordenen Knaben aus der großen Rittergasse Wiederbelebungsversuche vornahm, die von Erfolg begleitet waren.
* Vom Taunus, 5. Dez. 1908. Bei den Ausgrabungsarbeiten bei Hofheim stieß man auf die Fundamente eines um das Jahr 100 n. Ehr. errichteten großen Geländes. Mau vermutet in ihnen die Ueberreste eines römischen Kornmagazins.
* Kassel, 6. Dez. 1908. Ein löjähriger Schlingel versetzte gestern nachmittag auf dem Graben einem Konditorlehrling, der in beiden Händen eine große Torte trug, eine klatschende Ohrfeige. Der Konditor, dem die Torte in den Straßenschmutz gefallen war, begann sich mit dem Gegner zu prügeln, und dieser drückte dabei das schmächtige Bürschchen so heftig, gegen die Scheibe eines Schaufensters, daß diese in Trümmer ging. Unter der angefammelten Menschenmenge befand sich auch der Vater des Knaben, der den Streit begonnen, und der Besitzer des Schaufensters. Sowohl der Konditorlehrling, als auch der Ladeninhaber verlangten von dem Vater des Knaben Ersatz ihres Schadens. Der aber machte sich schleunigst aus dem Staube.
* Gießen, 4. Dez. 1908. Die vor kurzem er- lassene Bestimmung, daß bei dem hiesigen Regiment nur noch Mediziner und P h a r m a- zeuten am 1. April als Einjahrig-Freiwillige eintreten könnten, ist auf die Vorstellungen des Rektorats der Landes-Universität und der Stadtverwaltung hin wieder aufgehoben worden.
* Gottstreu, 4. Dez. 190 . Ein recht fetter Konkurs scheint derjenige des srüheren hiesigen Gastwirts Götte zu sein. Dem Betrag von 10900 Mark nicht bevorrechtigter Schulden steht ein an die Gläubiger zu verteilender Betrag von ganzen 181 Mark gegenüber. Die höchste Forderung beträgt 3724 Mark, die niedrigste 3,16 Mark. Es kommen daraus elwa 1,65 v. H. zur Auszahlung. Die bevorrechtigten Forderungen außer Hypotheken betragen 152 Mark. Für die Grundstücke wurden 10200 Mk. erlöst, dieselben waren aber mit Hypotheken so belastet, daß 3724 Mark noch darauf ausfiel n.
* Nauheim, 5. Dez. 1908. Eine von dem Bürger- und Stadtverkehrsverein einberufene öffentliche Versammlung nahm einstimmig eine Resolution gegen die geplante Gas- und Elektrizitätssteuer an, die besonders für Bad Nauheim eine schwere Belastung der Badeindustrie bedeute.
* Gotha, 4. Dez. 1908. Jnfolgegewerk- schriftlicher Streitigkeiten schoß der früher in einer hiesigen Brauerei beschäftigte Braubursche Ludwig seinen Arbeitskollegen Kühn mit einem Revolver nieder. _ Ludwig war aus seiner hiesigen Stellung entlassen worden, weil er sich weigerte, sich gewerkschaftlich oder politisch zu betätigen, weshalb seine Arbeitsgenossen nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten wollten. Er ging deshalb nach Dortmund, hatte aber auch dort kein Glück, und er glaubte, daß Kühn ihm auch in Dortmund entgegenwirke. Nachdem er noch an mehreren anderen Stellen kurze Zeit gearbeitet hatte, schrieb er an Kühn, und bat ihn, der an seinem Unglück schuld sei, ihm hier wieder Arbeit zu besorgen. Ludwig kam gestern nach hier und suchte Kühn an seiner Arbeitsstätte auf. Als dieser ihn zurückwies, schoß er ihn durch einen Schuß ins Becken nieder und stellte sich der Polizei. ,
» Vom Eichsftlde, 4. Dez. 1908. Das rätselhafte Verschwinden von 35 Schafen vom Rittergut Bockelnhagen bildet feit acht T gen das
Tagesgespräch in der ganzen Umgegend. Der Schäfer wollte keine Erklärung für das Fehlen der vielen Schafe in seiner Herde wissen. Die Gendarmerie stellte Ermittelungen an, die endlich dazu führten, den Schäfer wenigstens zu einem teilweisen Geständnis zu bewegen. Aus Grund dessen wurden der Schafmeister Hey aus Weißenborn und der Gutsschäser Hartgen aus Bockelnhagen verhaftet und in das Gerichtsgefängnis nach Großbodungen eingeliefert. Ferner ist noch ein Handelsmann dringend der Hehlerei verdächtig.
* Schmalkalden, 4. Dez. 1908. Der aus der Richtung Brotterode-Klein^schmalkalden kommende Personenzug hat gestern abend gegen 7 Uhr beim Bahnübergang in der Nähe des Dorfes Weidebruim das Fuhrwerk des Apothekers und' Selterswasserfabrikanten Matthias aus Tambach üb e r f a h r e n und vollständig zertrümmert. Der Kutscher wurde vom Bock geschleudert und blieb mit schweren Verletzungen besinnungslos im Straßengraben liegen. Die beiden Pferde wurden getötet. _______
vermischter.
* Ein seltenes Jubiläum beging die Schuhmacher-Innung in Dirschau (Westpreußen), näm- lich ihr 5 5 0 jähriges Besteh en. Das älteste dortige Gewerbe ist das der Schuhmacher, das am Tage des hl. Andreas 1358 vorn Dirschauer Ordensvogt Berhard von Ellechen ins Leben gerufen wurde. Die Innung hat wegen Erkrankung ihres Obermeisters von einer größeren Feier Abstand genommen.
* Im dichten Nebel fuhr ein von Posen nach Berlin kommender Personenzug in der Nähe der Warschauer Brücke in Berlin in eine Arbeiterkolonie. Zwei Arbeiter wurden vorn Zuge erfaßt. Einer ist mit leichteren Verletzungen davongekommen, wogegen der andere schwer verletzt worden ist.
— Wieder nichts. Herr Därrichen, Hypochon« drift höchsten Grades, hat sich schon oft eingebildet, diese oder jene Krankheit zu haben, was sich zuletzt aber stets als Täuschung herausstellte. Endlich glaubt er, auf Grund eines Zeitungsartikels, seinen Zustand richtig als „Darmfäule* zu erkennen. Um sich noch besser darüber zu vergewissern, nimmt et das Konversationslexion zur Hand und findet darin zu seinem Verdruß folgende Notiz: „Darmsäulf Nur beim Rindvieh."
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Literarisches.
Unkenntnis Andersgläubiger in catholicis. Ein Beitrag zur Frage der protestantischen Su« periorität von W. Heile. Trier 1908. Paulinusdruckerei, G. m. b. H. Preis 1 Mk. 8°. 94 S.
„Man drehe den Spieß um!" hieß es vor einigen Wochen angesichts der allzugroßen Gutmütigkeit der Katholiken. Auf diese Geduld hin erlauben sich die Zeitungen ans dem anderen Lager alle möglichen Verdrehungen und Beschimpfungen der katholischen Religion, der Kirche und ihrer Einrichtungen. Der Vf. nennt dies „Unwissenheit" und urteilt somit mehr als gnädig über die Schreiber solcher Hetzereien. In 13 Kapiteln illustriert er diese „Unwissenheit^ mit sehr intereffanten Zitaten aus den Blättern bet letzten Jahre und gibt immer genau die Quellen an, woraus er schöpft. Eine schöne Blamage jener Herren, die hier zitiert werden; zu antworten braucht man ihnen nicht, denn jedes katholische Schulkind weiß mehr von seiner Kirche, von Papsttum, Glaubet^ Verehrung der Helligen, Sakramenten, OrdenSwesey u. s. w., als die „überlegenen Gelehrten", die biet zur Sprache kommen. Recht große Verbreitung veS Schristchens wird viel zur Aufklärung beitraget!/
Eine moderne Gefahr und ihre Abwehr. Erläutert durch hundert Beispiele aus dem Leben.
Von Bernhard Dür. VIII. u. 128 S. 8».! Preis 1,20 Mk. Trier 1908. Paulinusdruckerei.' Nach einer kurzen Einleitung, die in großen Zügen' das oft namenlose Elend schildert, das eine Family trifft, deren Haupt dem Trünke ergeben ist, führt Kaplan Dür in diesem Bändchen 100 Verspiele an, die aus dem Leben gegriffen sein sollen und daz« veröffentlicht werden, daß Belehrung unter das Volk bringe.
Im Kommissionsverlag von I. y. Aachem in Köln ist soeben erschienen:
Irr neue Weingesetzentwnrs
Kritisch dargestellt mit Verbesserungsoorschlägen von ?«sti,rat Middeldorf in -acht«.
Gehestet Mß. 1__gegen Einsendung in Briefmarken.
Der Verfaffer führt unter geschichtlicher Darlegung der Wein- geletzgebung und der Weintrage aus, daß an den Mißständen im Weinbau und im Weinhandel und an den vorherrschenden gesälschten Weinen nicht die Weingesetze als solche, b. h. in materieller Beziehung, die Schuld tragen, vielmehr eine den Weingesehen ermangelnde sachgemäße Kellerkontrolle. Er hält die Kontrolle lür den springenden Punkt in der ganzen Wetngesetzgebung. Werde das gegenwärtige Weingesetz in wenigen Punkten in materieller Beziehung verbessert und werde ihm eine sachgemäße Kontrolle zugefügt, so entspreche das Gesetz vollauf allen Bedürfnissen. Dagegen hätten die weitergehenden Bestimmungen des Weingesetz- entwurss nur schwere Schädigungen für Weinbau und Weinhandel zur Folge, ohne daß ihnen irgendwelche Borteile, selbst nicht für das weintrinkende Publikum, entgegenständen.
In der Schrift find sämtliche einschlägige Fragen erörtert. Bisher hat es an einer solchen zusammenfassenden Abhandlung gefehlt. Aus diesem Grunde und um zur Klärung und Abstellung der Mißstände im Weinbau und Weinhandel betzutragen, hat sich der Verfasser zur Abfaflung entschlossen. Em wenigsten- tellweiser Erfolg der Schrift ist sicherlich zu erwarten.
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