W
3
uldaer
Fulda, Samslan den 5.
M 281
Drittes Matt
Hause.
Kümpfe ebenso verbittern lassen, wie es in den letz'
Hetzer auf beiden Seiten sehen da eine traurige
sie bereits heute von einem Abkommen reden können, durch das sie ihre so stark gegenüberstehenden Interessen ausgleichen wollen, ist ein Zeichen sehr starken Willens in beiden Regierungen.
MchMN-ttchmit Ausnahme der S»M- und Feiertage, viertel- Ehrlicher Bezugspreis ohne vringerlohn und Bestellgeld in Fulda so- wie auswärts 1.50 Alt
verantw. Redakteur r «arl Schütte;
sie in dem Betriebe die gesetzlich zulässige Arbeitszeit hindurch tätig waren, Arbeit nach Hause nicht mitgegeben werden. Eine, zweite Verbesserung in der Kommission, die im Plenum Annahme gefunden hat, ist die Ausdehnung des Wöchnerinnenschutzes auf insgesamt acht Wochen. Tie ferneren zustande gekommenen Ver- besserungen betrafen die Ausdehnung der Nachtruhe von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, das Verbot der Beschäftigung bei Bauten, Bergwerken usw. und die A u s d e h -, nung der Schutzbestimmungen auf alle Betriebe '
halten dort Versammlungen ab und finden gute Aufnahme. Es besteht Aussicht, daß mit Unterstützung der Polen dieser Kreis dem Zentrum zu-
nung gebracht? Keine Präsidialkrisis, keine Blockkcisis, keine Kanzlerkrisis; auch nicht einen Schatten davon. Es wurde, wie üblich, geredet lind dann die ganze Geschichte an eine Konimis- sion verwiesen, wo sie ruhig und sicher begraben lie-K. In komischem Lickte erscheint nun die vor-
Die Kinder sind durchaus nicht so dumm, wie sie oft taxiert werden. Ihr Instinkt Weitz sehr scharf zu unterscheiden. Namentlich fühlen sie schnell und meistens ganz sicher heraus, wer es wirklich gut mit ihnen meint und wer ihnen die Freundlichkeit nur vorspielt. Wo die Kinder als ein lästiges Anhängsel betrachtet werden, mit dem man sich seufzend und scheltend abfinden muß, da zieht sich das junge Herz in Kummer und Argwohn zurück und auch gelegentliche Ueberraschun- gen mit Geschenken oder sonstigen äußeren Liebkosungen vermögen das Eis nicht zu schmelzen. Oft hat ein Kind zu einem äußerlich rauh auftretenden Vater mehr Liebe und Vertrauen, als zu einer impulsiven Mutter, die bald ein lieber- maß von Zärtlichkeit entwickelt, bald aus jedem kleinen Aergernis eine häusliche Katastrophe macht. Es ahnt die Liebesglut, die unter der Asche der väterlichen Gemessenheit glimmt, und es fühlt sich unbehaglich als Spielball der mütterlichen Launen. Manchmal liegt freilich die Launenhaftigkeit auch auf der männlichen Seite. Jedenfalls ist es sehr schwer, ein Kind mit gesunden Sinnen andauernd durch Schauspielerei zu täuschen. Die einzig solide Grundlage für die richtige Erziehung ist, datz die Eltern nicht sich selbst, sondern wirklich das Kind und nur das Kind lieben. Ist dieser Trieb echt und rein, so führt er sie von selbst zur zweckmäßigen Behänd- lung des kleinen Wesens. Die reckste Liebe befähigt die Eltern, sich in den Gedankengang und das Gefühlsleben des Kindes zu versetzen, und gerade das ist notwendig, um nicht bloß zu Nikolaus oder Weihnachten die passende Gabe auszuwählen, sondern auch das ganze Jahr hindurch an allen trüben und Hellen Tagen dem Kinde zu bieten, was ihm gut ist. Die Eltern müssen kindlich denken und fühlen können, aber sie dürfen nicht kindisch werden in ihrem Verhalten. Tie reine Liebe lehrt den rechten Mittelweg zu finden und die gesunde Mischung innezuhalten von Zärtlichkeit und Ernst, von Milde und Strenge, von Geben und Versagen, von Geduld und Energie, von Weichheit und Härte.
Die paar Fest- und Geburtstage in der Kinderstube geböten auch zum Ganzen, aber sie geben
nicht den Ausschlag. Die Hauptsache ist die unverdrossene -Arbeit an den gewöhnlichen Tagen des Jahres in der mühseligen Pflege und der sorgfältigen Erziehung der Kinder. Das „gewöhnliche" Tagewerk der Mutter, dem sich der Vater in den Pausen seiner Berufsarbeit anschließen soll, — das ist die Wurzel des Kinderheils. Aus dieser andauernden Kleinarbeit entspringt großer Segen oder schweres Verderben. Darum mutz gerade diese Kleinarbeit des häuslichen Alltags getragen und geleitet sein von jener selbstlosen Liebe, die nach dem schönen Wort des Apostels Paulus nicht bloß gut, sondern auch klug macht.
Bei der Mutter setzt man einen großen Liebesfonds als natürlich und selbstverständlich voraus und hält höchstens die Warnung für angebracht, die Mutter möge Maß halten «nd nicht in Affenliebe verfallen. Alle Ehrfurcht vor den treuen Müttern, vor allem vor unserem deutschen Mutterstandel Aber niemand wird leugnen, daß es auch Ausnahmen gibt und daß Gefahren bestehen für den mütterlichen Geist. Es gibt Mütter, die ihr Kind surchtlos aus den Pranken eines Löwen reißen würden, die aber nicht imstande sind, das Kind gegen ihre eigenen „Nerven" zu schützen. Die Einen machen das Kind zum Opfer ihrer wechselnden Stimmungen, die anderen machen es zum Opfer ihrer Eitelkeit. Die moderne Frauenbewegung läßt freilich oft verkünden, daß der „Schrei nach dem Kinde" das Zeichen der Zeit sei und daß wir in das Jahrhundert des KindeS eingetreten seien. Aber wenn man der „aufgeklärten Bewegung auf den Grund geht, so wollen die Heldinnen nicht für das Kind, sondern für sich selbst sich ausleben. Sie haschen nach allen möglichen Berufen für die Frau, um sie dem na- türlichsten, schönsten und höchsten Berufe des Weibes zu entfremden. Eine „gewöhnliche" HauS- frau, die für ihren Mann und ihre Kinder lebt, ist nach der modernen Lehre rückständig und minderwertig; sie hat feinen „Beruf", in dem sie „ihre Persönlichkeit voll und frei entfalten" kann. Eine studierte und geprüfte Lehrerin, die einer Klasse von fremden Kindern bezahlte Stunden gibt, steht in den Augen dieser Emanzipierten höher, als die Mutter, die sich im stillen Hause für
flusse der nationalistischen Hetzer steht.
In Rußland macht soeben wieder die gemeinschädliche Verlodderung des Beamtentums von sich reden. In Moskau ist der Stadtgouverneur unter Anklage gestellt worden, weil er mit seiner
ÄS«. w°ch-nr°il°s«: „illustrierte Sonntagrzeltung"
Nach den Finanzpolitikern kamen im Reichs- tage die Sozialpolitiker zum Wort. Es handelte sich um die Durchführung des von der Berner Konvention angeregten Arbeiterinnenschutzes. In der Kommission war es, dank vornehmlich den Bemühungen des Zentrums, gelungen, die Regierungsvorlage in wesentlichen Punkten zu verbessern. Der Blockreichstag, der bis heute die So- zialpolitik noch keinen Schritt weitergebracht hat, hätte es als Ehrensache ansehen müssen, wenigstens den kleinen Fortschritt in der Frage des Arbeiterinnenschutzes zur Durchführung zu bringen. Allein das war zu viel verlangt. Der Kommissionsbeschluß, der den verheirateten Arbeiterinnen an den Samstagen einige freie Stunden verschaffen wollte, in denen sie für den Sonntag das Hauswesen ordnen könnten, ist vom Plenum abgelehnt worden. Das Zentrum wird in dritter Lesung wahrscheinlich den Versuch machen, den Kommissionsbeschluß doch noch zur Annahme zu bringen; ob es ihm aber gelingen wird, scheint bei den scharfmacherischen Tendenzen der Blockmehrheit zweifelhaft. Annahme hat gefunden der Kommissionsbeschluß betreffend die Mitgabe von Arbeit an Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter nach
Studenten aus Anlaß des 60jährigen Bestehens des deutschen Leseklubs gründlich geärgert hatte. Bei der Einweihung der deutschen Universität würden die Kämpfe ihre Fortsetzung erfahren haben. wenn nicht inzwischen das Standrecht verkündet worden wäre. So muß sich der Kaiser Franz Joseph den Lebensabend durch diese
wochen-Rundschau.
[;] Fulda, 4. Dezember 1908.
in Charlottenburg einen Vortrag über Geschichte und Programm der Zentrumspartei. Er führte aus, wie unter Einwirkung der Raunerfchen Erlasse allmählich die katholischen Abgeordneten des Abgeordnetenhauses in Preußen sich zusammenschlossen und wie die katholische Fraktion des Abgeordnetenhauses entstand. Unter Darlegung des Soester Programms legte er dann weiter dar, daß das noch heute geltende, auf diesem Programm fußende Programm der Zentrumspartei sie nicht als eine konfessionelle, sondern eine politische Par - t e i erkennen läßt, indem er besonders darauf hinwies, daß das Zentrum absolute Gleichberechtigung aller im Staate gebilligten Religionsgemeinschaften verlangt und nicht etwa nur die Rechte und Freiheiten der katholischen Kirche verteidigt. Er schilderte sodann die Stellung des Zentrums zu den Verfassungsfragen, indem er die Partei als durchaus auf monarchischem Boden stehende Verfassungspartei charakterisierte, die, gegen Ausnahmegesetze jeder Art eintretend, nationale Forderungen allezeit bewilligt hat und ihre nationale Aufgabe darin erblickt, alle Stände gleichmäßig in die Sphäre ihres Interesses bei Lösung der sozialen Frage einzubeziehen. Redner gab dann weiter in den Jahrzahlen der betreffenden Gesetze die Stufenleiter der Zentrumsarbeit auf dem Gebiet der Arbeiterschutzgesetz, gobung bekannt und leitete aus den Wahlziffern die steigende Zunahme der Zentrumswählerschaft ab. Ein Überblick über die Zahl der in den deutschen Bundesstaaten in den Parlamenten tätigen Zentrumsabgeordneten bildete den Schluß, worin Dr. Pfeiffer der Anschauung Ausdruck gab, daß die Tätigkeit des Zentrums für Wahrheit, Freiheit und Recht Grundideale der Menschheit darstelle und darum seine Entwicke- lung, wenn es seinen Traditionen getreu bleibe, aufwärts führe.
Der Vortrag, der in durchaus objektiver Weise der Hörerschaft ein Bild des Werdens und Wesens der Zentrumspartei entrollte, fand lebhaften Beifall, teilweise auch Widerspruch bei der wohl durchgängig nicht zentrumsfreundlich gesinnten Zuhörerschaft, unter der sich auch verschiedene Reichstagsabgeordnete anderer Fraktionen befan- den. Eine lebhafteDiskussion schloß sich an, die, wie der Vortragende in seiner Replik nachher bemerkte, so ziemlich all^ Waffen schwang, die in dem Arsenal der Zentrumsgegner aufgespeichert sind und die Graf Hoensbroech in seinem Buche „Rom und das Zentrum" und Götz in der Schrift: „Das Zentrum eine konfessionelle Partei" zusammengetragen haben. Auf diesen Schriften und den Flugschriften des antinltra- nwntanen Reichsverbandes baute auch der erste Diskussionsredner, der frühere Zentrumsabgeordnete Dr. Franz Graf Matuschka seine Angriffe auf, die er gegen die Haltung des Zentrums in der Septennatsfrage und die bekannte Aeußernng des Tr. Lieber, er habe bei den Han- delsverträgen mehr nach Fulda und nach Rom behorcht, zuspitzte. Dr. Pfeiffer konnte mit leichter Mühe diese Darlegungen entkräften, da Graf Matuschka das Wesentlichste verschwiegen hatte, nämlich die Erklärung Windthorsts, datz das Zentrum in politischen Dingen keine Direktiven von Rom an nehme und daß die Worte Dr. Liebers Veranlassung waren zu einem Entschluß, sein Mandat niederzulegen, wovon ihn das Zentrum in Anbetracht seiner großen Verdienste abhielt.
Die übrigen Debatteredner stellten alle möglichen Dinge gegen das Zentrum auf. Es marschierten da die alten Ladenhüter: Jesuitenangst,
Unpolitische Zeitlause.
(;:) Berlin, 3. Dezember 1908.
(Nachdruck verboten.)
r St. Nikolaus, der Kinderfreund, hält wieder feinen erfreulichen Einzug. Er wiederholt das Wort eines Höheren: Lasset die Kindlein zu mir kommen! Und wenn wir rechte Christen sein wollen, so sagen auch wir allzumal: Lasset die Kindlein zu uns kommen! Laßt uns wahre Km- berfreunbe werden und bleibem nicht bloß am 6. Dezember, sondern an allen 365 Tagen des Jahres! r ,
I Freilich kann man nicht alle Tage Geschenke kaufen, um die ausgesetzten Teller oder Schuhe zu füllen. Aber sind denn diese Festgaben die Hauptsache? Ich keime Kinder, die zu Nikolaus und Weihnachten glänzend beschenkt werden und doch ein armseliges Dasein führen, weil ihnen die warme Liebe und treue Sorgfalt der Eltern versagt bleibt. Tie Ueberraschimgen am Gabentisch bilden eine Oase in der Wüste, ein vorübergehender Lichtblick in der Finsternis., Was hilst's, wenn ein oder zweimal im Jahre ein Platzregen niedergeht, aber in der langen, langen Zwischenzeit Dürre und Durst herrscht?
e „Man muß die Kinder nicht verwöhnen," lehren uns tiefsinnige Forscher der Erziehnngswis- fenschaft. Und sie haben Recht, wenn man sie recht versteht. Es ist falsch, sie mit Dingen zu überschütten, welche sie hoffärtig und genußsüchtig machen müssen; es ist auch falsch, ihnen alles zu versagen, was über die engste Notdurft hinaus- geht. Bei der Abmessung und der Ausivahl der Gaben ist Klugheit geboten; doch soll man die Riebe nicht ganz ausschalten — die warmherzige Liebe, die das Ergebnis des nüchternen Rechen- exempels nach oben abrundet, die nicht allein auf den unmittelbaren Nutzen sieht, sodann auch die Freude zu ihrem Rscht kommen läßt, weil sie ahnt, daß die Freude auch Nutzen schafft, indem {ie die Lebenskraft hebt. Sonnenschein müs- en sie haben, die Kinder wie die jungen Pflanzen. Ind Sonnenschein fällt auf das zarte Wesen, tzpenn es fühlt, daß es wahrhaft geliebt wird.
fällt.
„ „ w .................... ___________: Kaiser FranzJosephvon Oesterreich steht
mit zehn und mehr Arbeitern. Auch diese Ver- zurzeit in den Festlichkeiten aus Anlaß seines besserungen sind vom Plenum angenommen wor- 60jährigen Regterungsiubtlaums. Lewer t)t etn £en । sehr schriller Mißton tn dreie Verhandlungen ge-
Die Debatte über die Ministerverant- fallen. In P r a g, der Landeshauptstadt des - Königreichs Böhmen, haben sich wüste Ausschrer-
lungen entwickelt, nachdem sich die tschechische Bevölkerung über die Kundgebungen der deutschen
hergegangene Ang st bei den Blockparteien. Die krampfhaften Besorgnisse vor der Erörterung verrieten einen sehr bedenklichen Mangel an GÄvissensruhe und an Sicherheit. Die Verhandlungen vom 10. und 11. November waren bekanntlich von den Blockkünstlern so gedreht und gedeichselt worden, daß nur ja nicht der Blockkanzler und der Fortbestand des Blocks selber erschüttert würden. Man fürchtete nur, daß die Opposition bet der jetzigen Gelegenheit sich revanchieren und das Versäumte nachholen könnte in Angriffen auf den Fürsten Bülow zum-Zweck seines Sturzes. Alle Versicherungen von unserer Seite, daß es weder unser Wunsch noch auch unser Interesse sei, das Blockerperiment vorzeitig zu unterbrechen, wollte nicht verfangen. Die guten Leute drüben glauben steif und fest, daß die „ausgeschalteten" Parteien und vor allem das Zentrum bet Tag und Nacht nicht anderes sinnen und planen, als den Sturz des Fürsten Bülow und die Sprengung des Blocks. Sie beurteilen uns von sich selbst aus. Weil sie selbst alle Singe, auch die erschütternden Fragen des letzten Monats, von dem engherzigen und selbstsüchtigen Gesichtspunkte ihrer Parteipolitik aus behandeln, trauen sie den anderen Parteien auch eine so klein» liehe und kurzsichtige Politik zu. Hoffentlich wird der ruhige Verlauf des kritischen Tages beschwichtigend auf die Angstmeier im Block wirken. Noch besser wäre es, wenn nunmehr überhaupt die sachliche Politik — die Zurückdrängung der persönlichen und Parteiinteressen hinter die Sorge —......„ um das Gemeinwohl — wieder mehr in Ansehen
Hause. Es darf danach Arbeiterinnen und . und Ueubung käme. Es geht ganz gut — wenn jugendlichen Arbeitern für die Tage, an welchen! man nur sich abgewöhnt, den Block über das Va- - • - ~ 1 terlonb zu setzen.
Der Landesausschuß der preußischen Zen- trumspartet hat sich nunmehr konstituiert und damit eine bessere Grundlage für die ganze Parteiorganisation geschaffen. — Im Kreise M e- seritz-Bomst ist das Zentrum stark an der Arbeit; eine Reihe von Reichstagsabgeordneten
c. Ein Zentrnmsabgcordneter vor Berliner Freiftndenten.
Abg. Dr. Pfeiffer hielt am 2. Dezember in der Abteilung für Geschichte und Politik der Freistudentenschaft an der Technischen Hochschule
Wörtlichkeit ist ohne jede Aufregung verlaufen. Was war in den Tagen vorher geklagt und gescholten worden über die schrecklichen Anträge auf Ministerverantwortlichkeit! Es tourbe wie ein Frevel an Kaiser und Reich hingestellt, daß überhaupt nur an diese Frage getippt wurde! Nicht bloß in den konservativen und offiziösen, sondern auch in vielen liberalen Blättern wurde strikt gefordert, daß nach dem 10. und 11. November kein Wort mehr gejagt werden solle über die kritischen Angelegenheiten. Tag für Tag tischten diese Blätter neue Nachrichten auf über die Haltung, welche Regierung und Bundesrat gegen- über dem drohenden Attentat auf die heiligsten , Frucht aufgehen. Dte Akttousfahtgkett eines der- Blockgüter entnehmen könnten und sollten. Wie ' art zerklüfteten Landes gegenüber dem Auslande ein modernes Mene Tekel Phares ließ man an der ist natürlich nicht auf der Hohe zu halten. Et- Wand die Schreckwörter erglänzen: Präsidial» | waige Verwickelungen auf dem Balkan tonnen krisis Vlockkrisis, Kanzlerkrisis. Und was haben ’ daher sehr ernste Folgen haben, auch wenn man und nun diese dreifach kritischen Tage erster Ord- anntmmt, daß das Militär der österreichisch- - — ~ ~ - ungarischen Monarchie noch nicht unter dem Ein-
ihre eigenen Kinder aufopfert. Das ist eine trostlose und verderbliche Irrlehre, und wir können nicht eifrig genug eintreten für die Ehre und Würde des christlichen und deutschen Weibes, das nichts anderes sein will, als eine tüchtige Hausfrau und sorgsame Mutter, und das in diesem Amt größere Kulturwerte für Zeit und Ewigkeit schafft, als wenn sie Aerztin oder Rechtsanwällin oder Malerin usw. wäre.
Dem Vater pflegt man gewöhnlich nur eine untergeordnete Rolle in der Kinderstube zuzuschreiben. Angeblich wird er von seiner Berufsund Erwerbstätigkeit ganz in Anspruch genommen. Aber ist es wirklich so schlimm mit dieser Beschlagnahme des sog. Haushaltungsvorstandes? Hat er nicht doch sehr oft noch eine ordentliche Portion freier Zeit, die er zu feiner sogenannten Erholung verwendet? Könnte davon nicht etwas mehr für die Kinder abfallen? Bleibt nicht häufig der Vater den Kindern halbfremd? In den Städten wird er oft sogar den kindlichen Augen fremd; anderswo nicht selten dem kindlichen Herzen. Mit der bloßen Beschaffung des Lebensunterhalts ist es nicht getan. Der Vater soll sich als Kinderfreund auch nicht bloß zu Nikolaus oder Weihnachten erweisen, sondern das ganze Jahr hindurch durch Teilnahme an der laufenden Kleinarbeit. Die Kinder merken eS Wohl, ob man ihrem Tun und Lasten Beachtung zollt oder nicht, und sie find für freundliche Aufmerksamkeit und ein warmes Wort so sehr empfänglich. (
Wer selbst keine Kinder hat, kann sich den Tprößlingen seiner Verwandten, Bekannten.Nachbarn 2t. gelegentlich als wahrer Kinderfreund erweisen. Aber dabei muß auch die selbstlose Lieb« zu den Kleinen der Leitstern fein. Die Kinder sind fein Spielzeug, sondern ein Heiligtum. I
Prahlen wir ja nicht mit den „Opfern", di« wir für die Kinder bringen. Da» ist nichts weiter, als unsere Pflicht und Schuldigkeit, da wir auf diesem Weg abzahlen müsten, was unsere Eltern an uni getan haben.
gesamten Polizei eine Art Diebesbande bildet, die die Bürger nach Belieben auspressen. General Reinbot heißt dieser brave Repräsentant des russi- scheu Systems. Seine Entlarvung hat viel Aufsehen selbst in Rußland erregt. Aber als kluger Mann wird er das viele Geld, das er sich verschafft hat, schm zu seiner Verteidigung zu benutzen toif- fen. Man wird sich nicht wundern dürfen, wenn eines Tages alle Flöten schweigen und General Reinbot irgendwo in ungestörter Harmlosigkeit die Früchte seiner „Arbeit" als Rentner genießt.
In der T ü r k e i ist augenblicklich wieder einmal England Trumps. Nur eine Zeitung, und zwar „Tanin", macht hiervon eine anerkennenswerte Ausnahme. Das Blatt warnt davor, England zu vertrauen, da es nie um der Türkei willen seine Interessen vernachlässigen und nicht einmal feine Freundschaft gegen Bulgarien ein- schränken werde. Das Schicksal der Konferenz ist noch immer nicht entschieden. Dieser Tage verlautete wohl, daß Italien vermittelnd eintreten werde. Bei diesem Gerücht ist es aber geblieben, denn von einer Intervention Italiens hat man bis jetzt nichts gehört. Der türkische Handelsboykott wächst sich immer mehr zur Kernfrage der Balkanpolitik aus. Die österreichische Regierung klopft an alle Türen, wo sie auf ein freundliches Ohr hoffen zu dürfen annimmt,, um im Interesse ihrer stark geschädigten Industrie dem ungleichen Kampf auf wirtschaftlichem Gebiet ein Ende zu machen. Sie hat sich durch ihren Minister des Aeutzeren um einen Vermittlungsversuch an Frankreich gewandt, dort aber nur eine ablehnende Antwort erhalten. Der Boykott der österreichischen Einfuhr in die türkischen Länder wird nach wie vor auch von den amtlichen Zollinstan- zen aufrecht erhalten. Die türkische Regierung hat zwar einmal in einem Erlaß dagegen Stellung genommen, aber die, die es angeht, wissen, daß es nicht ernst gemeint ist. Am Dienstag ist Oesterreich dann mit einer scharfen Note gegen die Türkei angegangen. Es macht sich aber in den Handlungen der türkischen Regierung keinerlei Einfluß dieser österreichischen Maßnahmen, bemerkbar. Wenn nicht von Seiten der übrigen Mächte ein Einfluß auf die Türkei ausgeübt wird, dann mag es fein, daß die Türkei böse Schritte der österreichischen Regierung provoziert; die Ausfuhr in den Orient ist für die österreichische Industrie und den österreichischen Handel eine Lebensfrage. Außerdem kann sich eine Großmacht schon im Interesse ihrer Ehre derartige Anrempe- hingen nicht gefallen lassen.
In den letzten Tagen ist viel die Rede von einem Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan über die beiderseitigen Interessen im Stillen Ozean gewesen. Ob das Abkommen formell schon fertig vorliegt oder nicht, das läßt sich nod; nicht übersetzen. Sicher ist, daß beide Mächte sich im Prinzip über einen berarti-
Muiuyic evvuiu uauiuau iuiKn, tvie in vtli gen Vertrag einig sind. Noch vor wenigen Molen Jahrzehnten leider Regel geworden ist. Die 1 naten haben die Vereinigten Staaten und Japan Hetzer auf beiden Seiten sehen da eine traurige sich in höchstem Zorn gegenübergestanden. Daß
äk i fcttjtlgtit: die ete
V J fpaltigepettheileoder
Z A tat* Bau« 15 Pffr
W Beflamenbtepetitjen«
SH HS H ■ H H 25 Pfg., bet wieder.
W Hf HB II Illi belangen wirb eutspr. t/VUUllU
Verlag der Fuldaer M»
- .. tienbrudetel In Fulda
Monatrbellage: „Slllbdtr (5efd)id)t$Wättet Fernsprecher Nr. 9.