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Fulda, Samstag den 10. Oktober 1908.

JV3 234

35. Jahrgang

Erstes Matt

Damals fei der Entwurf aber abgelehnt worden.

Deutsches Reich.

0 Der

Papst und das Zentrum, esandte beim Vatikan v. Mr

Kvrnrtr, der Kosak

28;

Srschrwt täglich mit Ausnahme Oer Sonne mnd Feiertage, viertel- zähriicherSerirg-preir, ohne Sringerloh« und VesteügeldinFnldaso- tolt auswärts 1.50 ®L

verauto». HtOaHewr. i. v.r A. Weiler;

L.parreL« inZulda. WschenbeUage:„Illustrierte Sonntagrzeitung

® Die Ostafrikalinie von Wörmann scheint in der letzten Zeit eigenartige Tarifkunststücke zu ver­suchen; sie erhält vom Reiche nahezu ty2 Mill. Subvention. Der Abg. Erzberger hat seit 1904 jedes Jahr auf die Tarife dieser Linie aufmerk­sam gemacht, nunmehr kommen auch nationale Blätter und hauen in diese Kerbe. Rach dem Konzept eines ostasiatischen Blattes liest man in der liberalen Presse: „Weil die Ostafrikalinie gar, keine Konkurrenz hat, kann sie den Verkehr zwischen dem europäischen Kontinent und unserer Kolonie völlig monopolisieren. So war es ihr möglich, Frachtsätze aufzustellen, die Wohl die Höch, sten der Welt sind, z. B. kosten Güter I. Klasse

len Madrider Vertrag gab, und warum wundert es sich heute noch, daß Deutschland seine Ver­tragsrechte nicht gebrochen sehen will? Die Ent­rüstung stellt sich eben ein, wenn und wie es den Engländern in den Kram paßt. In diesem Falle hofft man — und wird sich kaum täuschen! — daß die neuen Machthaber in der Türkei sich durch die Papierproteste der britischen Diplomatie geschmei- chelt fühlen und für die moralische Unterstützung der englischen Presse zur rechten Zeit dankbar gei­gen werden. Und außerdem, je tiefer die Entrü­stung, desto größer, wie der alte Präsident Krüger mit herrlichem Humor es nannte, die „moralische Niederlage", der praktische Gewinn, den England als seine Entschädigung verlangen wird für den Vertragsbruch und die Mühe der — geheuchelten Tugendboldigkeit.

Welche „wissenschaftliche Ueberzeugung" hat vor 2 Jahren die ,Tägiiche Rundschau' veran­laßt, für den Tippelskirch-Vertrag einzutreten und dabei noch Oberst Quade, der scharf vor­ging, zu beleidigen? II. a. w. g.

I 37,50 oK pro Tonne, mit der deutschen Ostafrika- Linie nach Dares-Salam ober ist der Frachtsatz

I 50 M pro Tonne, also genau ein Drittel mehr als ungefähr % der Entfernung. Ein weiteres Ku­riosum ist das folgende: Während die Tonne Gü» I ter erster Klasse nach den kleineren Plätzen in I Deutsch-Ostafrika 60 <M bezahlt, kann man nach I dem etwa 600 Seemeilen weiteren portugiesischen Hafen Beira für nur 52,50 JC verfrachten. Das- | selbe Verhältnis ist bei den Frachten der 2. und 3. I Güterklasse; nach den kleineren deutschen Häfen I 50 bezw. 45 M pro Tonne, nach Beira 40 bezw. I 35 M pro Tonne. So zu lesen in den offiziellen I Berichten der Ostafrika-Linie. Die Benachteili» I gung des deutschen Handels nach unserer Kolonie geht hieraus so offenkundig hervor, daß es dem I Fernstehenden unfaßlich erscheinen muß, warum nicht die an diesen Verhältnissen am meisten be- I teiligten Kaufmannskreise in irgend einer Weise Stellung dazu nehmen. Aber gerade das ist des I Pudels Kern, daß die meistbeteiligten Erportfir» I men sich hüten werden, Stellung dagegen zu neh» I men, denn diese denken gar nicht daran, die hohen I Frachtsätze zu zahlen, da ihnen unter der Hand I ganz andere viel niedrigere als die tarifmäßigen I Frachtraten gemacht werden und sie außerdem Rückvergütungen und hohe Umsatzprämien erhal­ten. Die hohen offiziellen Frachtsätze komme« also für den Großkaufmann gar nicht in Betracht, sondern bilden im Gegenteil gerade für ihn eine Schutzfracht gegen die kleinere Konkurrenz, da der kleinere Kaufmann natürlich an den Tarif gebun­den bleibt. Darin liegt die Schädlichkeit des Sy­stems, das Großhandels-Monopole schafft, und ei dem kleineren Kaufmann unmöglich macht, zu kon­kurrieren." — Alle diese Dinge hat der Abg. Erz- berger schon vor Jahren im Reichstage behauptet; aber die Abg. Dr. Arendt und Semler wollten dies nicht gelten lassen und die Regierung be­stritt auch die Nichtigkeit dieser Mitteilung«». Heute aber werden diese zugegeben. Frage- Wann erfolgt die Abhilfe?

* München, 8. Ott. 1908. Zu der Nachricht einiger liberaler Zeitungen, wonach der Bischof von Eichstätt am 30. September vier katholischen Priesterkandidaten die kirchlichen Weihen ver­weigert hätte wegen ihrer Mitarbeit an liberalen Zeitungen, wird uns von kompetenter Seite mit­geteilt, daß diese Nachricht durchaus un­wahr ist und nur auf vollständiger Er­findung beruhen kann. Der Bischof von Eich­stätt war die ganze Woche, in die der 30. Sep­tember fiel, zu einem Besuche in Metten und Passau verreist. Es finden überhaupt um biefi Zeit keine Weihen statt, es find ja die Priester» kandidaten in den Ferien. Es war gar kein An­laß, kirchliche Weihen zu verweigern.

Wie denn auch der ganze Jammer Englands rein egoistischen Gründen entspringt Man ärgert sich erstens, weil hier etwas im Reich Der Diplomatie vor sich gegangen, bei dem E » g- I a n b nicht die Führerrolle genommen. In diesen Triumphtagen des „Friedensfürsten" Eduard erwartet England, daß man ihm die erste Geige überläßt oder zum mindesten die gnädige Auswahl des Programms. Dieser holde Wahn wurde bereits unangenehm erschüttert, als Oester­reich den Bau der Bahn nach Saloniki durchzu- drücken versuchte. Schon damals konnte man in englischen Blättern den Verdacht ausgesprochen finden, daß „das Fundament des stolzen Baues der Politik König Eduards zu rvauken beginne" und angesichts dieser österreichisch-bulgarischen Staatsstreiche fühlt man ieit Verdacht zur verdrießlichen Wahrheit werden, Daß all die neuen Freunde Englands auch wieder «auf eigene Freund- und Liebschaften ausgehen und in der Friedensära König Eduards das „Bis!Ä Falschheit" gerade so oft ausgeübt wird wie früher. Und zu diesem Aerger über die „Ver­schwörung" kommt zweitens die Ungewißheit, ob und was deun für England bei dieser „Vergewaltigung des Völkerrechts" a 6 f a 11 e n wird, denn damit enden ja alle Lieder der Diplo­matie. Bulgarien und Oesterreich haben ihre Wünsche erreicht ohne Englands Hilfe, bei ihnen Ist also nicht viel zu holen. Folglich schlägt sich der Brite auf die andere Seite und macht sich lieb Kind bei den Türken durch — Entrüstung auf dem "Papier.

All diete Besorgnis um den ließen Frieden und zarte Rücksicht auf die Heiligkeit von Verträ­gen ist ja nichts als diplomatische — Heuchelei. Kein Mensch glaubt hier in England, daß chie Ereignisse zu einer ernsten Ruhestörung, ge­schweige denn zu einem Kriege auf der Bal­kanhalbinsel führen könnten. Nicht nur weil Tür­ken und Bulgaren sich solch ein Vergnügen nicht leisten können, sondern weil es sich schließlich doch nur um eine Lappalie handelt. Ob Ferdinand sich Fürst oder Zar nennt und ob Oesterreich das „Reichsland" Bosnien statt der „Provinz" be- lhält, ist selbstredend den -Engländern geradeso gleichgültig wie den Leuten anderer Staaten. Es ist deshalb auch lächerlich, sich in einen heiligen Eifer zu reden, weil beide Regierungen eine all­bekannte Tatsache beim rechten Namen nennen, statt nach der Formel vergilbter Pergamente.

Von Marcel Etienne.

(Nachdruck verboten.)

. )en TabakvereinS völlig fremd zu sein, weil dort ein überspannter Egoismus die nationalen Regungen überwuchert."

„Gut, Herr! Ich danke Euch! Jetzt reite ich weg! Ehre sei Gott!" Dymitr verneigte sich und entfernte sich dann mit seinem ruhigen, festen Schritt und feiner aufrechten stolzen Haltung. Der Starost folgte ihm mit den Augen und auch iie Blicke Skandybas hafteten an der jungen schlanken Gestalt mit dem bösen, lauernden Aus­druck eines Wolfes, der im Dunklen nach seiner Beute ausspählt.

Der Kosak nahm, als er aus dem Zimmer trat, eine Laterne von der Wand des großen Saales und begab sich in den Stall. Da stand in einer Ecke, stolz und allein wie sein Herr, sein braves Pferd.

Wie edel toar das Tier — gleichfalls ein Kind iser Steppe, mit feinem feinen eleganten Kopf, feurigem Auge, dampfenden Nüstern, einer wei- fjen seidigen Mähne, die auf einen muskulösen Hals nieberftel, einem prächtigen, braunen Fell itnb schlanken, nervösen Seinen, einem langen, dichten Schweif, der beinahe den Boden fegte! Es war die Freude, der Stolz, die Liebe und Bewunderung seines Herrn. Vom Düppo bis zum Boh, vom Donetz bis zum Pripetz war es bekannt wegen seines reinen Blutes, feiner Schönheit, seiner Kraft und Schnelligkeit! Im Stalle schliefen nun die andern Pferde auf der Streu liegend, oder stampften mit den Füßen und kauten am Zaumzeug. Nur Dymitr's edles Pferd schlief und fraß nicht, sondern spitzte auf- merksam die Ohren, da es den Schritt seines <$errn erkannt hatte.

Dymitr näherte sich ihm, streichelte ihm sanft mit der Hand den glänzenden Hals, den unter feiner Liebkosung ein Zittern überflog; er kop- Kelte es los, legte ihm Sattel und Zaumzeug Mer, indem er ihm zugleich zärtliche Worte zu-

Ausland.

Bulgarien.

Die bulgarische Friedenszuverstcht nimmt eher zu, als ab. Man hofft ganz bestimmt auf eine friedliche Entwickelung und denkt daher auch keineswegs an ernstliche Kriegsrüstungen. Dis meiste Angst scheinen die Bulgaren vor dey Serben zu haben, die immer noch so tun, alls ob die Regelung der Balkanfrage sie allein etwas anginge. Mit den Serben scheinen sich dich Montenegriner angesichts der neuen Ent­wickelung noch enger verbrüdem zu wollen. Dis montenegrinische Regierung wird ausgefordert,' dre serbischen Beleidigungen au8 der jüngsten oeit zu vergessen und gemeinsam mit Serbien vorzugehen.

,,^ch brauche fein Geschenk, Dymitr, nur ver­sprich mir, vorsichtig zu sein! Möge Gott Dich beschützen!"

Diese letzten Worte sprach sie mit so leisem uns innigem Ton, daß Dymitr, der ihr mit der Hand zum Abschied grüßend zuwinkte, sie kaum zu ver­stehen vermochte. Dann sprang er leicht in den sattel und ritt quer über den Hof, indem er das Pferd, das ftöhlich wieherte und mit seinen Hu­fen den Schnee stampfte, zum großen Tore lenkte.

Auf den Ruf des Kosaken näherte sich der Wachter, steckte den riesigen Schlüssel in das Schloß und öffnete die beiden Flügel des Eichen­tores, die in den verrosteten Angeln laut knarrten.

Jenseits des Tores war die Steppe die un­ermeßliche Weite, die Freiheit, — die Nacht mit ihrem geheimnisvollen Zauber! Dymitr sprengte mit einem tollen und fröhlichen Sprung davon, ohne hinter sich zu blicken, ohne einen Augenblick an das traurige junge Mädchen zu denken, das ihm mit den Augen folgte und, als die Tore sich wieder schloffen, — fein blasses Gesichtchen mit ?en Händen bedeckte und inbrünstig betete: „Führ chn heil und gesund zurück, o Gott!"

. Der Kosake aber, der in einer schönen Nacht, etnfam und frei über die Steppe jagt, weiß nichts von traurigen Gedanken! Schwarzblau ist der Himmel, die Lust scharf und klar! Wie leuchtet der Mond über der weißen Ebene! Wie schim­mernde Krystalle flimmert und funkelt der Schnee! Und der Weg scheint kurz, die Stunde flüchtig, — die weite Ebene groß und majestätisch, und hell und froh schlägt das Herz des Kosaken auf dem Rücken seines braven, flinken Rosses! —

Dymitr mochte feit zwei Stunden geritten fein, ehe er die nackte Ebene passiert hatte und den Saum des Waldes erreichte. Doch wurde ihm die Zeft nicht lang, er wußte, daß er vor Tagesanbruch in Human fein würde! Wie ge­noß er unterdessen den einsamen, raschen Ritt in der stillen, wundersamen Nacht! In diesem Augenblick dachte er nicht im entferntesten an die traunaen Ahnungen Martbas. — nicht einmal

und heute lägen die Verhältnisse im Parlament noch schwieriger, auch bilde daS Postscheckver- sahren für die Verwaltung eine neue Er­schwerung;' denn sofort nach der Einbringung des Scheckgesetzentwurfes- seien im Reichstage allerseits die Bedenken ausgebracht worden, die genossenschaftlichen Kreditinstitute und Spar­kassen könnten eine schädliche Konkurrenz durch Heranziehung verzinslicher Depositengelder des Postscheckverkehrs erleiden. AuS diesem selben Grunde habe man auch beim Postscheckgesetz bestimmt, daß die Einlagen auf Postscheckkonten unverzinslich seien. Die Postverwaltung habe sich nur schweren Herzens dazu verstanden, denn die Verzinslichkeit oer Einlagen würde den Post­scheck schnell populär gemacht haben. — Das trifft im allgemeinen zu. Die Postsparkassen würden daS Sparwesen gewiß sehr erheblich j

»Nun Wohl, so höre!" flüsterte sie, indem sie ganz nahe zu ihm trat und sich auf die Fußspitzen stellte, um sein Ohr erreichen zu können. „Du mußt sogleich wegreiten, um eine Botschaft des Herrn Starosten zu überbringen, nicht wahr? Ich beschwöre Dich, Dymitr, geh' nicht jetzt! warte bis morgen früh. Human ist so weit und die nächtliche Steppe so düster und voller Gefahren!"

„Wovor soll ich mich fürchten, mein armes Kind?"

„Ich weiß es selbst nicht .. . aber siehst Du, — es ist mir wie eine Ahnung, daß Dir irgend ein Unglück zustoßen könnte. Zudem hörte ich gestern diesen abscheulichen Jurek, als von Dir die Rede war, sagen: „Laßt mich in Ruhe mit diesem Dymitr! Die Pest über ihn, oder der Teufel soll ihn holen!"

„Nun, und darüber beunruhigst Du Dich? Mich, Martha, mich macht es nur lachen. Denk" doch selbst, Kind, was sollten mir die Verwün­schungen und selbst die Drohungen dieses abscheu­lichen Menschen Böses anhaben können?"

„Du bist zu verwegen, Dymitr! Wer Feinde hat, muß mehr als Du auf seiner Hut sein!"

„Und um mir diesen Rat zu geben, hast Du hier in der Kälte auf mich gewartet, arme Kleine?"

„Ja und — und auch--weil mir, als ich

gerade eingeschlafen war, träumte,--von

Dir, siehst Du, Dymitr, von Dir! Ich sah einen wütenden Hund auf Dich losfahren, um Dich zu beißen, und da die Angst mich aufweckte, erhob ich mich einen Augenblick. — Da sah ich Dich gerade in den Stall schreiten und dachte daß Du Dich gewiß noch diese Nacht auf den Weg begeben wollestI" ....

„D^ will ich auch in der Tat, Martha! Doch Annst Du ruhig sein, ich habe nichts zu befürchten. Doch danke ich Dir nichts destoweniger herzlich rir Deine Sorge um mich! Und wenn ich von Human zurückkehre, werde ich Dir ein Geschenk mitbringen. Mädchen!"

Wenn darin schon solch ein schwerer Vertrags-1 geteilt, die Reichspostverwaltung stehe der Ein­buch liegt, warum gibt denn England nicht I richtung dieses Betriebes keineswegs ab- h"°us, wo es doch sehr gegen lehnend gegenüber, sie habe daS schon 1884 1uni> festsitzt, vurch einen Postsparkassen-Gesetzentwurf darqetan.

Oder tote kam England dazu, Marokko an Frank- > - - - ■ ■ ~ ■ - - - - 1 a

reich auszuschachern, da es doch den internationa-

* England nnd die Balkan-Ereignisse.

Der „Niederrh. Volkszig." wird von ihrem Londoner Mitarbeiter geschrieben:

Shocking, shocking! und Mutter Britannia vermag, kaum ihre Moralhaube festzubinden, so zittern ihr die Hände vor tiefster Entrüstung. Es ist schrecklich, ganz unerhört, daß Regierungen die heiligsten Verträge zu brechen wagen. „Die Zi­vilisation hat einen furchtbaren Schlag erhalten, von dem sie sich nicht in Jahrzehnten erholen wird", kreischt der „Daily Telegraph" und fafel t weiter, daß „Europa in Primitive Barbarei (I i versinken muß, wenn solche Handlungsweise ge­duldet und verziehen würde. In ähnlichen, wenn auch nicht ganz so albernen Redensarten machen die übrigen Zeitungen ihrer moralischen Ent­rüstung Lust, insbesondere über den „Vertrags­bruch" Oesterreichs, denn daß der liebe gute Kai- (er Franz Joseph, den die englische Presse erst jüngst noch wegen seiner Weisheit, Mäßigung und Friedensliebe in alle Himmel gepriesen, dieses „Verbrechen gegen den Frieden Europas" guthei­ßen konnte, das fühlt England wie eine persön­liche Beleidigung.

»Nun versucht man cs auch mit einer Spaltunq b«S evangelischen Bolk-teils nach dem Rezept: Hinaus us dem Turm des Zentrums und hinein nut den Zentrumsgedanken in die protestantische Wählerschaft! Man rechnet leider nicht mtt Unrecht auf charakterlose protestantische Gesellen, die es nicht verschmähen, als Schleppenträger des Ultramontanismus in die Parla­ment« einzuziehen."

Diese Worte sagen genug! Wenn aber das Zentrum in einer Stichwahl z. B. gegen die Sozialdemokratie einen „protestantischen charakter­losen Gesellen" nicht unterstützt, dann fällt man wieder über dieses her. Wir kennen übrigens auch genug nationalliberale Abgeordnete, die sich um die Stimmen des Zentrums schon beworben haben; trifft sie auch dar Urteil des Abgeord­neten Eoerling? Aber man sieht, daß der Hetz-, bund eben keinen Frieden haben will.

jetzt in ^emem^ltoetalen roit? rb°n Hamburg nach'tzokohama mit dem Nord'deuH

jetzt m emem liberalen Berliner Blatte mit-j schen Lloyd oder der Hamburg-Amerika-Linie

flüsterte, dre das kluge Tier wohl verstand, da es zufrieden schien, seinem Herrn dienen zu kön­nen und sich ohne Widerstreben satteln und gür- ten liefe, cn wenigen Augenblicken war alles bereit. Dymitr setzte seine rote Mütze auf das fätoarje Haar, warf feinen langen Mantel aus stlzartiger Wolle um die Laterne und schritt gegen die halboffene Türe, welche in den grofeen Hof führte.

Im selben Augenblick tauchte im Schatten bot her g^Delte eine schlanke, toeifee, keusch her- bullte Gestalt auf. Dymitr wich zurück und unter­drückte einen Schrei.

,Der furchtlose Kosake, — das Steppenkind, welches sich vor nichts fürchtete, was Fleisch und Blut, Leben und LeibeÄkraft besaß, — weder Menschen, noch wilde Tiere, — hatte eine un- uberwmdliche Angst, ein tiefes Entsetzen vor allen überirdischen Dingen: er glaubte an Geister an Dämonen, an die umherwandernden Seelen der Abgeschiedenen. Als er nun die leichte, anmutige ©eflal tn ben Weißen Gewändern lautlos auf Nch zuschreiten sah, erfaßte ihn ein solcher Schreck, bafe er zuruckwich und dann unbetoegtid) und süb ternb bmter „Ehawat's" Rücken stehen blieb tn- dem er einmal um das andere Mal wiederholte- „Ehre sei Gott" und auf die Stirne das Zeichen des Kreuzes machte.

Doch zerstreute sich seine Furcht alsbald als eine sanfte, leis zitternde Stimme ihn beim' Na- men rief und frische junge Lippen ihm zulächelten.

„Dymitr, Du willst wegreiten, nicht wahr? — Ich möchte zuerst mit Dir sprechen!"

„Wie, Martha, Du? Wie Du mich erschreckt haft! Ich glaubte, ein Gespenst zu sehen. — Was willst Du mir denn sagen? Hast auch Du irgend welche Botschaft für mich?"

„Nein, Dymitr, — ich wollte Dich--nur

um eine Gunst bitten — —I"

„Sprich rasch, meine hübsche Martha! Ich will alles tun, um solch einem braven Mädchen wie Du einen Gefallen zu erweisen!"

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Sotationrdrnckmid Verlag der Fuldaer Lt« Monattbellage: „Zuldaer GeschichtrblAter" TJSJ.'ä*

fördern; sie würden aber ebenso sicher die Mittel

..., f Der der kleinen Sparer, die heute im gewerblichen

preußische Gesandte beim Vatikan v. Mühlberg I Leben eine sehr gesunde Wirkung ausüben, dem hat der ,Berl. Universal - Korrespondenz" mit-1 Reiche zuführen, und das ist aus den ver- geteilk die Beziehungen des Reiches und Preußens schiedensten Gesichtspunkten wirklich nicht zu zum Vatikan feien die denkbar besten. Eine I wünschen.

Verstimmung der Kurie gegen die deutsche Regie- (*) Die Vorlage über die Arbeitskammern, rung wegen des politischen Ausschaltens des I die bekanntlich seinerzeit im Reichstage eingehend Zentrums im Reiche habe nie bestanden. Der behandelt worden ist, soll nunmehr nach den da- aj •®anl 9fImu' b'e Auflösung des I mals hervorgetretenen Anregungen neu umge- Reichstages rm Jahre 1906 lediglich aus politi- stallet worden sein. Sobald über die Abände- chen Gründen erfolgt sei, und daß religiöse rmigen eine Verständigung der Bundesregierungen Momente dabei nicht die geringste Rolle gespielt I stattgefunden haben werde, werde der Entwurf lauen. Der Papst ser mit der Lage der Katho-1 wieder an den Bundesrat zur definitiven Be- liken m Deutschland völlig zufrieden. — Wir schlußfassung gelangen.

^bringen wenigstens in ihrem * Das preußische Staatsministerium hielt

Schlußsätze sür falsch; uns ist ganz bekannt, daß I am Freitag eine Sitzung ab.

ber HI. «ater mit der Lage der Katholiken in * Die wissenschaftliche Ueberzeugung der

manchen deutschen Staaten nicht zufrieden ist Täglichen Rundschau". Das Organ des Eoan- md nicht Mfrieden sein kann. Auch die Nicht-1 gotischen Bundes tritt ganz begeistert für die Er- >esetzung des Posener Erzbistums bildet eine! Höhung der Tabakeinnahmen ein und meint: Beschwerde des Vatikans. Solche Schönfärbereien „Wir sind unfetfeit-s auf Grund wisfen,chafilicher oute em Gesandter am Vatikan sich nicht zu I Ueberzeugung zu dem Entschlüsse gelangt, für eure chulden kommen lassen. I beffere Besteuerung des Tabaks emzutreten, nicht dem

Nur keinen Frieden. Auf der General. Neichsschahamte zu Gefallen, sondern weil wir eine Derfammhirm h,a (fnXl.fA™ eminent nationale Ehrenpflicht darin erblicken, nach

> in ^v^geltschen Bundes, der bestem Können für die Gesundung der Reichsfinanzen gegenroanig m Braunschweig tagt, hat der I einzutreten. Derartige Erwägungen scheinen den Wort- Bandesdirettor Abg. Eoerling eine heftige Rede I führern des deutschen Tabakvereins völlig fremd zu gegen den „Uftramontanismus und das Zentrum" ,r1-—««—•*—*— *=--* - ! ehalten. Er sagte u. a.: