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35. Jahraanq,
Fulda, Mittwoch den 7. Oktober 1908.
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gebeten. Die Kosten trägt
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Reklamen» und Anzeigenteil
Danzig Berlin
zwar im Maststab 1 die Stadtgcmeinde. .
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L«rel-e«r vr« eta fpoltigtpetitjtntobtt deren Honte 15 pfg. AeNameudiepttitzeile 25 Pfg^ bei wieder» holuageu wird entspk.
Habatt gewährt.
BotaftottsbtadM Verlag der Luldaer A» tiendruckerei In Lulda Zerulprecherllr-S.
Weizen
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Roggen (- 3 (- 2
Einteilung in Baugebiete. In zweiter Linie wird man den Plan dahin zu vervollständigen haben, datz man die cinzenlnen Viertel festlegt, tote Wohn- und Geschästsviertel, Fabrik- und Industrieviertel und schließlich ein ausgesprochenes Villenviertel. Hat die Gemeinde größeren eigenen Grundbesitz, so wird die Innenstadt meist Wohn- und Geschäftsviertel bleiben, Fabriken wird man, schon der Anschküffe wegen, in die Nähe der Eisenbahn oder der Wasserstraße legen. In ruhiger, toindgeschützter, landschaftlich schön- ner Gegend wird man ein Villenviertel mit offener Bebauung vorsehen. Zieht man in Wohnvierteln aus BilligkeitSrückfichten die geschloffene Bebauung oder den ögenannten Grnppenbau vor und will doch den Ein- >ruck der Steivwüste vermeiden, so legt man eine rückwärtige Baufluchtlinie — also für die Hinterfront der Gebäude — fest, etwa im Abstande von 20 Meter von der Borgartcrilinie. Hierdurch werden int Block- innern Flächen mit erfrischendem Grün geschaffen, :" Arbeitervierteln hat man diese Bauweise derart durch- gcführt, datz diese Gartenfläche int Blockinnern Eigentum der Gemeinde bleibt und von dieser unterhalten
Die Aufstellung von Bebauungs Plänen.
Lrscheftü t5glich «it Ausnahme »et Sott» »dZeleNage. viertel» jährlich« Bezugspreis ohne vringrrlohn und Bestellgeld in 5«ida so» wie auswärts I.Sv Wk. verautw. vedalteim i. v.r A. Westler-, für die Anzeige«:
S-P-rzeLtt in Znlda.
wird. Sumtfiges, ungesundes Gelände wird man zweckmäßig zu Anlagen ausersehen. Schon aus diesem Grunde sind uns die alten Wall- und Stadtgräben größtenteils als Anlagen erhalten geblieben. Leider ind aber oft Teile dieser alten Schutzgräben der Be- bautltig zum Opfer gefallen. Es ist bei Bearbeitung des Bebauungsplanes darauf zu achten, wenn möglich, den grünen Gürtel rund um die Stadt zu führen. Es soll dies natürlich keine symmetrische Figur werden, es soll nur angestrebt werden, eine gärtnerische Anlage zu schaffen, die den Spaziergänger möglichst ohne Unterbrechung auf schattigen Wegen rund um die Stadt führt. Müffen Straßen zwischendurch benutzt werden, so lege man an der Sonnenseite schattenspen- dendc Baumreihen an, aber so, daß dieselben mindestens 8 Meter von den Gebäudetoandungen entfernt liegen. (5 Meter Vorgarten und 3 Meter Trottoir.)
(Fortsetzung folgt.)
Hafer
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Verlaß. Tie Lage ist sehr ernst und schnelles Eingreifen der Friedcnsmächte geboten. Warum rührt sich wohl der sonst so geschäftige König Eduard jetzt nicht? .
Hamburg 204
Düsseldorf 217
München 220
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin . ..
(— 4.25), Budapest Oktober 199.65 (+ 2.95), Paris Oktober 187.55 (— 4.101, Liverpool Dez. 171.80 (— 2.95), Chicago Dez. 151.25 (— 4.30 >, Roggen: Berlin Dez. 178.50 (- 4.75), Hafer: Berlin Dez. 166.00 (— 1.75) Mark per 1000 Kilogramm.
Aus dem Nachbargebiet.
* Böhl, 4. Okt. 1908. In dem benachbarten Dorfe Asel ist seit einigen Tagen die Ab» sindungskommission der Edertalsperre tätig. Drei Landwirte haben' ihre Abfindung beantragt, da fie sich bereits anderweitig Güter erworben haben.
* Langenselbold, 5. Okt. 1908. Gefoppt wurde ein hiesiger Händler, der mit einem Han- delsmanne in Mittelgründau in Geschäftsverbindung steht. Gin hiesiger Mann ließ den Händler an's Telephon rufen und schloß mit ihm im Namen des Mittelgründauers ein gutes Geschäft ab, das natürlich nur eine Täuschung war. Später erfuhr der Händler davon. Die Sache soll nunmehr ein gerichtliches Nachspiel haben. — Ge- warnt fei vor einem Agenten, der für eine Frankfurter Firma Aufträge für photographische Vergrößerungen vermittelt. Die Bilder sollen 75 Pfg. das Stück kosten; bei ihrer Ankunft sollen die Leute aber 10—12 Mark bezahlen.
♦ Kassel, 6. Okt. 1908. Der Verkehr der Herbstmesse läßt sich unter dem Einfluß der bis jetzt herrschenden günstigen Witterung recht gut an. Der gestrige erste Tag der Kausmesse brachte einen wahren Massenandrang. Der überaus starke Meßverkehr übertrug sich auch auf die in der Nähe der Meßstände liegenden Straßen. — Zum 100. Male hatte die 69jährige Frau Lisette Bretscher ihre Verkaufsbude auf der Mefle am Ständeplatz bezogen, wo sie Zuckerwaren und Honigkuchen für die Firma Bergheiser verkauft. Die Bude war aus diesem Anlaß mit Girlanden und einem Asternkranze der Zahl 100 geschmückt.
* Gießen, 5. Okt. 1908. Viele Blätter melden aus Gießen einen Justizmord und berichten, daß 1906 in Gießen ein Handwerks- bursche wegen Mordes hingerichtet worden sei aufgrund eines Indizienbeweises. Der Verurteilte habe noch auf dem Schafott seine Unschuld beteuert. Nunmehr nach zwei Jahren, habe ein in Holland wohnender Deutscher auf dem Sterbe»
weae fein. Naturgemäß werden zunächst bieiemgen Bttin in Frage kommen, welche dte Verbindung mtt den Nachbarorten vermitteln und dte Hauptverkehrs, adern des Erweitcrungsgebteies btlden. Unter mog- lickücr Berücksichtigung der alten Wege und der ®runb. «Grenzen muß bie. Linienführung ber Hauptverkehrsstraßen so genommen werden, daß beim Befahren des Weges stets eine größere Strecke übersehen werden kann, daß also allzustarke Krümmungen und Steigun- aen veruiieben werden, und datz eine genügende Brette zur Aufnahme des stets zunehmenden Verkehrs vorbanden ist. Durch Festlegung von besonderen Baufluchtlinien im Abstande von 5 bis 10 Meter von der Stratzenfluchtlinie, also durch Anlage von Vorgarten, muß ttütigenfalls eine Ertoetterungsmogltchkett geschaf- fen werden. Immer ist auf dte besondere Art der SUtdt sei sie nun Kurort oder Geschäftsstadt mit In- buitrie ober reine Fabrikstadt, auf die Gewohnheiten ihrer Bewohner, auf bas landschaftliche Bild Rücksicht zu nehmen. Ein einheitlicher Zug muß in der Anlage der Hauptverkchrkwege liegen, wie em festes, natur- liches Gerippe, wie die Aeste eines Baumes müssen sie uns aus dem Pia,le entgegen treten. Größere Auf- chüttimgeu ober Einschnitte insdas Gelanbe sind nach Nöglich.'cit zu bermciben, schließlich ist ber Bewohner einer hügeligen Gegend gewohnt, an Fuß und Pferd andere Ansprüche zu stellen als der Bewohner der Ebene. In ganz ebenem Gelände ist natürlich Vor- sicht geboten, damit das zum Abfluß des Wassers notwendige Mindestgefälle von 1 :400 herauskommt. Im allgemeinen sollen die größten Steigungen tn Hauptverkehrsstraßen nicht mehr als 1 :40 betragen, doch sind auch schon solche von 1 :15 gebaut worden. Be- onders wichtig wirb es sein, bie historischen Haupt- tragen im Stabiinncrn burch Anlage von gleichlaufen- den Nebenstraßen zu entlasten. Hier kann nicht früh genug eingesetzt werben, bamit nicht später erst kost- pielige Durchbrüche bie Schaffung solcher Eiitlaftimgs- traßen ermöglichen. Solche Durchbrüche zur Eröffnung von Entlastnilgsstraßen finb freilich ba nicht zu cheuen, fonbern als hygienisch wertvoll zu begrüßen, wo ihnen alte, baufällige und ungesunde Wohnquar- ttere zum Opfer fallen.
(Rede des Herrn Stabtlanbmesfers Groll-HerSfelb k auf bem Hessischen Stäbteiag zu Wansrteb.
Wie Herr Stabtbaurat Schirm eher angekün- biat hat, soll Ihnen im zweiten Teile bes Vortrages barüber berichtet werben, wie man es anfangen muß, um einen wirklich guten Fluchtlinrenplan zu Crf)<«eTetzliche Bestimmungen und sonstige s M a te r i a l. Als gesetzliche Bestimmung kommt zunächst bas Fuichttirnengesetz vom 2. Juli 1875 in Frage, mit ben ministeriellen Vorschriften für bte Aufstellung von Fluchtlinien- unb Bebauungsplänen vom 28. Mai 1876. In Ergänzung dieser Vorschriften sind inzwischen einige sehr bemerkenswerte Erlasse des Ml. nisters der öffentlichen Arbeiten ergangen, so der Erlaß vom 24. April 1906 III B I 1936, der dem § 9 des Fluchtliniengesetzes eine zweckmäßige Forderung geben soll und sich mit der Baukontrolle beschäftigt, ferner der Erlaß vom 20. Dezember 1906 III B I 3717. Gerade dieser Runderlaß kann nicht genug zur Beachtung empfohlen werden, gibt er doch den reichen Erfahrungen Ausdruck, die man in den letzten Jahren gemacht hat, und bie barauf hindrängen, die Bestimmungen des Fluchtliniengesetzes fluffiger und dehnbarer zu machen; auch wird m diesem Erlasse besonders hervorgehoven, daß die Bcmcffung ber Vorgartenbreite nicht unter 5 Meter herabgehen solle. Weiter bie Bestimmungen bes Ansiedlungögcsetzes vom 25. August 1876 (§ 13 bis § 20), und die auf Grund vorgenannter Bestimmungen für den Regierungsbezirk Kassel erlassenen Bauordnungen I und II unterstützen das Fluchtliniengesetz in wirksamer Weise. Für die 71 Städte und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden ist eine erweiterte BavpvIizciverordnunH vom 29. Oktober 1907 herausgegeben worden, die sich an das Gesetz vom 15. Juli 1907 gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden anlehnt und sich iu a. auch mit der Einteilung in Baugebiete beschäftigt.
Veranlaßt sind diese neueren Bestimmungen und Erlasse mit burch bie Anforderungen, die namhafte Städtebauer in vielen Fachzeitschriften, besonders in der Monatsschrift „Der Städtebau", stellen. Auch in Zeitschriften allgemeinen Inhalts, wie in dem die Entwickelung echten rmd wahrhaftigen Kunstsinns anstrebenden Kunstwart, werden Sie zahlreiche Aufsätze siu- den, die sich in erster Linie mit der ästhetischen Seite des Städtebaues, dem Heimatschutz und der Gartenstadt beschäftigen. Zahlreiche Landmesser treten seit Jahren in Wort und Schrift für die Wichtigkeit und Bedeutung von Fluchtlinienplänen ein. So ist im Jahre 1905 ein Buch des Oberlandmessers Abendroht erschienen über die Aufstellung unb Durchführung von amtlichen Bebaliungsplänen: Leitfaden für kommunale Verwaltungsbeamte und Gemeindetechniker.
Beschaffung der Unterlagen. Mancherlei Anregungen werden Sie aus den vorgedachten Schriften geschöpft haben und vielleicht zur Ueberzeu- gllng gekornme.i fein, daß es bei der fielen Zunahme der Bautätigkeit für bie Entwickelung Ihrer Stadt von größter Bedeutung ist, bald einen allgemeinen Bebauungsplan über das ganze Stadtgebiet und dessen Umgebung festzustellen. Von einzelnen Straßen besitzen einige Städte mehr oder weniger förmlich feststehende Flnchtlimenpläne; dieselben sind meist ohne jeden Zusammenbang und nur aus dem dringenden Bedürfnis heraus entstanden. Gerade in solchen Ein- zelpläneu liegt aber oft eine große Gefahr, denn nur ein Bebauungsplan aus einem Guß kann den Forderungen des Verkehrs, der Wirtschaftlichkeit, der Be- unb Entwässerung, ber Beleuchtung, überhaupt ben Forbcrungen einer gesunden Bodenpolitik gerecht wer- dne. Ter Grundsatz, aus dem Großen ins Kleine zu arbeiten, ist hier vorzüglich zu beherzigen, stets muß ber allgemeine Bebauungsplan ben Einzelplänen vorangehen. Es ist also zunächst ein Uebersichtsplan etwa in bem Umfange festzustellen, wie et ben Erfordernissen der nächsten 40 bis 50 Jahre entspricht. Darüber hinaus zu gehen, ist untunlich; einmal tauchen in diesen Fragen stets neue Gesichtspunkte auf, die schon in der riesigen Entwickelung der Technik begründet sind, andererseits soll der Spekulation nicht unnötig Vorschub geleistet werben. Ist sich ber Magistrat, event. nach Anhörung einer Bau- ober Fluchtlinienkommission, über ben Umfang bes zu entwerfende» Planes schlüssig geworden, so empfiehlt es sich, am besten im Einvernehmen mit dem zuständigen Katasterkontrolleur, der stets vereidigter Landmesser ist, festzustellen, über welche Kartenblätter sich der Plan erstreckt. Hierauf wendet sich der Magistrat mit etwa folgendem Schreiben an die Katasterverwaltung der Königlichen Regierung zu Kassel: „Zwecks Gewinnung eines Fluchtlinienplanes für das Stadtgebiet wird um baldige Anfertigung eines Uebersichtsplanes, umfassend die Kartenblätter.....der Gemarkung......und
xWe M MpolitilNNMtnfiillt, die uns der September beschert hat, können noch immer nicht zur Erledigung kommen. . In E a- sablanca stehl General d'Amade, inzwischen zum Divisionär befördert, nach wie vor in der Glorie eines Siegers über das deutsche Konsulat da, und die B u l g a r e n richten sich auf den her« gewaltigten Bahnstrecken in Ostrumelten häuslich ein, ohne sich durch die großmachtigen Proteste ,l5rKS .r»»• »11«. 8U:- M» in ihrer neuesten Wochenschau lakonisch.
„Die Angelegenheit des Zwischenfalles von Casablanca befindet sich im Stadium der genauen tatsächlichen Feststellungen. Von brutschet und französischer Seite können amtliche Mitteilungen erst erfolgen, wenn bie Regierungen von Berlin unb Paris sich tm Besitze ber aus Casablanca und Tanger emgeforberten erschöpfenden Berichte beftnben werden.
Besagtes „Stadium" zieht sich etwas sehr i n die Länge, obschon im Zeitalter der Dampfschiffe und Telegraphen die marokkanische Küste recht nahe liegt. Tie Schweigsamkeit, welche, die „Nordd. Allg. Ztg." für die Ermittlungsperiode voraussetzt, wird in Paris offenbar weniger g e p f l e g t, als in Berlin. Die französische Presse weiß fortwährend etwas mitzuteilen aus den Berichten d'Amades oder aus den Bekundungen der beteiligten Werkzeuge des tapferen Generals. Natürlich immer mit tendenziöser Auswahl und Ausgestaltung . Aus diese Weise ist die Ansicht in die Welt lauziert worden, daß die Fremdenlegio- näre, die bekanntlich jede Gelegenheit zum De- ertieren krampfhaft ergreifen, erst durch eine systematische Verführung von deut- ch e r S e i t e zum Verlassen ihrer Fettopfe ver- ockt wurden, und daß die angegriffenen Dem- chen, die sich in der Minderheit befanden, die Franzosen durch den ersten Schlag herausgeforde it Men. Wie hoch der Uebermut bei den Franzo- en gestiegen ist, zeigt die naive Offenherzigkeit, Mit welcher der „Matin" die Eroberung des titel- besprochenen deutschen Aktenstückes erzählt. Bekanntlich hatte General d'Amade gleich zn Anfang der „Affäre" triumphierend gemeldet: er besitze das „Original" des Schreibens, durch bas der Sekretär des deutschen Konsulats beauftragt war, die sechs Deserteure einzuschiffen. Nun berichtet der „Matin", der Sekretär habe bei dem Zusammenstoß mit den Franzosen das Aktenstück dem französischen Marineoffizier tiorgewiesen, um seine amtliche Eigenschaft darzutun, und als in diesem Augenblick die Aufmerksamkeit auf das entstehende Handgemenge abgelenkt worden sei, ßabe der französische Offizier das Schriftstück „mechanisch in die Tasche gesteckt". Er hat es aber nicht etwa „mechanisch" in der Tasche stecken lasten, sondern seinem General übergeben. Wenn dieser „mechanische" Raub eines deutschen Akten- tückes triumphierend der Welt verkündet wird, o muß sich auf deutscher Seite doch das Bewußt- ein geltend machen, daß bei dem an sich kleinlichen Zwischenfall das Ansehen Deutschlands, nicht bloß in Marokko, sondern mich tm übrigen Auslande, in Mitleidenschaft gezogen ist-
lieber Öen Streitfall, den Bulgarien durch die Besetzung der ostrumelischen Orientbahnen geschaffen hat, spricht die Wochenrund- schau unseres offiziösen Blattes sich ausführlicher aus. lieber die tatsächliche Entwicklung berichtet die „Nordd. Allg. Ztg.", daß Oesterreich-Ungarn in Sofia Protest erhoben habe, Deutschland diesem Schritte gefolgt sei und England und Frankreich sich ebenfalls der Einsprache angeschlossen haben. Tie Negierung zu Sofia habe aber trotzdem dte Maßregel bisher nicht aufgehoben, vielmehr den Mächten einen Bericht zugehen lassen, der die Beschlagnahme rechtfertigen solle. Gleichzeitig habe die russisch«! Regierung durch ein Memoran- dum bei den Mächten angeregt, die Streitfrage den Signatarmächten des Berliner, Vertrages zu unterbreiten, und der französische Ministerrat habe sich damit einverstanden erklärt. (Zu dem letzten Punkte ist zn bemerken, daß die französische Re- gierung ihrem „Einverständnis" die Bemerkung zugefügt hatte, die unmittelbaren Ansgleichsbe- strebungen sollten fortgesetzt werden.) Nach dieser Rekapitulation verzeichnet die „Nordd. Allg. Ztg." einen österreichischen und einen englischen Abwehrartikel gegen die böswillige Verleumdung der „Times", Oesterreich-Ungarn habe, um die Türkei zu demütigen oder zu schädige», Bulgarien zu der Gewalttat angestiftet. ,
Dieser Unsinn verdient eigentlich ferne ernste Widerlegung, aber er ist beachtenswert, weil man daraus sieht, daß die gewerbsmäßigen Frte- densstörer, die sich um die „Times" gruppieren, ihre Hand in dem Spiel haben- Ein anderes offiziöses Organ der deutschen Regierung, die „Südd. Reickskorrespondenz", spricht sich über das bulgarische Vorgehen viel scharfer aus und hebt kräftig hervor, daß dadurch mch; bloß gegen das Völkerrecht ein Schlag geführt wird, sondern auch gegen, das Gelingen des jungtürkischen Reformwerkes, fowie gegen die gesamte europäische Friedenspolitik, die auf dem sympathischen Abwarten gegenüber der Entwicklung in der Türkei beruhe». Wie berechtigt diese ernste Warnung ist, zeigt die neueste Erklärung des jungtürki- sch en Komitees, das Komitee wolle keinen Krieg, könne aber auch keine Rechtsverletzung zu- lassen: wenn solche erfolgt sei, würde man auch vor einem Kriege nicht zurückschrecken.
Tie „Südd. Reichskorrespondenz" deutet an, Fürst Ferdinand habe in Pest für die Rückgängig, machuug der Beschlagnahme sein Fürstenwort ge- geben. Auf das Wort des Fürsten Ferdinand, der fei» Kind „umtaufen" ließ, ist bekanntlich kein
Für ein kleineres Slabtgcbiel wirb man einen größeren Maßstab nehmen, für bie hier in Frage kommenden Verhältnisse 1 : 2000, 1 : 2500 ober 1 : 3000. Ist die Stadgemcinde in Besitz dieses Planes gelangt, so wird sie einen tüchtigen Landmesser zunächst damit beauftragen, alle nicht dargestcllten Gebäude, Wege und sonst wichtigen Anlagen anfzumeffen und einzu-" tragen.
Nötigenfalls find auch Höhenmessungen vorzunehmen, sowie sonst wichtige Höhenangaben in den Plan einzuttagen. In eingehenden örtlichen Besichtigungen wird alsdann bie liebercinftimmung zwischen Plan unb Oertlichkeit festzustellen sein. Bei biefer Gelegenheit ist besonders darauf zu achten, welche Straßen als geschichtliche Straßen unverändert bleiben sollen, unb welche Ausblicke geschont werden sollen.
Zweckmäßig wird man die Karte sofort hiernach vervollständigen, indem man vielleicht die zu erhaltenden Gebäude ticfschwarz anlegt, geschichtliche Straßen an ben Rändern schärfer anszieht und die an- grenzenden Ecböudcwandungcn schraffiert. Für die Vorentwürfe des Straßengefüges nsw. dürfte es sich empfehlen, alsdann, schon zur Schonung des Original- und Reinplanes, Unidruckpläne anfertigen zu lassen, was mit Hilfe verschiedener Verfahren schnell unb billig geschehen kann. Sehr bekannt sinb bas Ullmann- sche Verfahren ber Firma Ullmann in Zwickau, sowie bas Gisaldruckvcrfahren ber Firma Bogban Gisevius- Berlin W 9, Linkstr. 29.
Entwurf ber Hauptverkehrsstraßen. Ist man in Besitz ber Umdruckpläne gelangt, so wirb bie erste Aufgabe baS Entwerfen ber Hauptverkebrs-
bette bekannt, daß er den Raubmord begangen und der Handwerksbursche unschuldig hingerichtet worden sei. Auch mehrere dem ermordeten Pfarrer Goll geraubte Opsergeräte habe der Sterbende ausqeliesert. An der ganzen Ge- schichte ist kein wahres Wort. Die letzte Hinrichtung in Gießen war 1905 die des Raubmörders Hudde. Der Staatsanwaltschaft Gießen ist überhaupt nicht bekannt, daß 1906 in der Provinz Oberhessen ein Mord passiert, geschweige denn eine Hinrichtung vorgekommen.
* Wiesbaden, 6. Okt. 1908. Der Hoch al» tar der Mariahils-Kirche nach den Ent- würfen des Erzbischöflichen Baudirektors Max Meckel, in der Werkstätte des St. Bernward- institut zu Mainz gearbeitet, ist vollendet. Dieser Altar, 3 Meter breit und 2,80 Meter hoch, mit reichen Ornamenten, ist ganz aus vergol« detem Metall angefertigt und dürfte durch teilte vielen Einzelheiten des Uebergangsstils, vom Romanischen bis zur Spätgotik, ein ein zig tn« teressantes Kunstwerk genannt werden.
* Mainz, 5. Okt. 1908. Einen Heiter« kritssturm erregten die Ausführungen einer Frau vor dem hiesigen Amtsgericht. Sie war von ihrem Hausherrn verklagt, weil sie ohne Kündigung plötzlich ausgezogen. Die Frau erklärte, daß ste die Wohnung ohne Ungeziefer gemietet hätte, als sie aber eingezogen fei, sei sie von den Wanzen fast umgebracht worden. Zum Beweis für ihre Behauptung legte sie aus den Gerichlstifch eine Schachtel voll lebender Wanzen nieder. Die Beklagte hatte bte Lacher auf ihrer Seite, und da- Gericht wies die Klage kostensällig ab.
* Koburg, 5. Okt. 1908. In Robenhofen hat sich beim gestrigen Kirchweihfest ein 17Mrtger Arbeiter, der sich mit Altersgenossen mit Revol« verschießen vergnügte, durch einen vorzeitig abgehenden Schuß lebensgefährlich verletzt.
Kurier Getreide-Wochenbericht der Preisderichtsstelle bes deutschen candwirtschaftrrat» vom 29. September bis S ©höbet 1908.
Infolge starker Zufuhren seitens der Farmer und dem damit zusammenhängenden Anwachsen der anierikanischen Weizenbestände war die stlm- mung an den überseeischen Märkten IN der Berichtswoche vorwiegend matt. In den europa- ischeu Bedarfsländern verstimmten außer den amerikanischen, Preisrückgängen ganz besonders die großen Welterportziffern und der Umstand, daß die nach Westeuropa unterwegs befindliche Weizenflotte seit acht Tagen eine nicht unerheb- liche Zunahme erfahren hat. Im Anschluß an die schwächere Haltung des Auslandes sowie tm Hinblick auf das Nachlassen der Nachfrage für ®s- portzwecke nahm das deutsche Getreidegeschäft in den letzten acht Tagen einen wesentlich ruhigeren Verlauf. Die Zufuhreu waren trotz Herbstbestellung und Hackfruchternte vollkommen ausrer- ck)end, um die Erledigung früherer Exportver- käufe sowie die Deckung bescheidener Ansprüche der inländischen Verbraucher zu ermöglichen. So- wohl für Wöizen wie für Roggen haben die Preise seit der letzten Woche an den meisten Märkten eine Ermäßigung erfahren, doch blieben die Bemühungen der Warenbesitzer, die Unternehmungslust durch Zugeständnisse zu größerer Lebhaftigkeit an- zuregen, meist ohne Erfolg. Auch' für Hafer hielt sich die Kauflust in engen Grenzen, da die geforderten Preise vom Konsum nur zögernd und tm äußersten Bedarfsfälle bewilligt werden. 9tid)t ohne Einfluß auf die Tendenz des Hafermarktes war das zunehmende und in den Preisen entgegenkommende Angebot von russischem Hafer- JBratt« gerste vermochte ihren Preisstand trotz schwächerer Exportfrage und der immer noch geringen Kauf- beteiligftna der Brauereien ziemlich voll zu behaupten. Dagegen war russische Futtergerste aus zweiter Hand billiger käuflich und auch die direkten Forderungen waren zeitweise merklich entgegenkommender. Mais bleibt nach wie vor knapp angeboten.
Es stellten sich bie Preise für inländisches Betreibe am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei bas Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber ber Vorwoche in Klammern () beigefügt ilt . wie folgt:
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