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Wochenberlage: .Illustrierte Lonntagrzeitung"

35. Jahrqanq.

Fulda, Mittwoch den 23. September 1908.

JV3 219

Iwertes Wtcrtt

Reklame«, und Anzeigenteil

Anzeigen: Vie eftt« spaltige Petitzeile oder deren Kaum ZS Pfg. Keklamendrepetitzeil« 25 Pfg., bei Wieder­holungen wird entspr.

Rabatt gewährt.

Rstalionrdrucknnd Verlag der Fuldaer Ak- tlendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9.

Straßen und veranstalteten vor dem Klub der Unabhängigkeits-Partei eine Katzenmusik.

♦ In Marokko wenden sich auch die letzten Reste der Anhängerschar des geschlagenen Sultans Abdul Asis dem neuen Sultan zu. Die Opera- tionen gegen Mtugi, dem angesehensten Freund Abdul Äsis, nehmen einen günstigen Fortgang. Er ist von fast allen Parteigängern verlassen und wird sich voraussichtlich bald auf Gnade oder Ungnade ergeben müssen.

Aus dem Nachbargebiet.

* Geisa, 22. Sept. 1908. Dieser Tage wurde vom hiesigen Fluraussichtspersonal am I Friedhose eine Kreuzotter und eine Ringel­natter getötet.

* Schlüchtern, 22. September. Der Kreistag wählte zu Mitgliedern der Landwirtschafts, kammer den Gutsinspektor Preis in Vollmer; und den Gastwirt Kohlhepp in Schwarzenfels. — Zur Deckung der Baukosten für das neue Kr?isgebäude und Kreissparkasiengebäude wurde die Ausnahme einer Anleihe von 130000 und 41000 Maik beschlossen.

* Gelnhausen, 22. Sept. Der auS Geln­hausen stammende Privatdetektiv Konrad Graul wurde in Frankfurt in Haft genommen. Er versprach, Darlehen und Heiraten zu ver­mitteln, ließ sich von den Kunden Vorschüsse zahlen und übervorteilte namentlich Leute, die Stellung suchten.

* Treysa, 22. Sept. 1908. Für an der ! niederrheimschen Straße innerhalb der hiesigen Gemarkung verkaufte Aepfel löste der heft siiche Kommunalverband in diesem Jahre 850 Mark gegen 250 Mark im Vorjahre.

* Gotha, 20. Sept. Im Beisein der Spitzen der Behörden wurde heute das in der Werver, straße mit einem Kostenaufwand von 300000 Mk. erbaute Stadtbad feierlich eröffnet.

* Darmstadt, 22. Sept. Die beiden letzte« der au? dem Landeshospital Hofheim ent« sprungeuen Verbrecher, Rosenberger von Bürstadt und Leiser von Gießen, sind in Neu- wagen bei Trier sestgrnommen worden.

Erscheint titgltch mit

-urnahme der und Feiertage, viertel­jährlicher vezugrpreir ohne vringerlohn und Bestellgeld in Fulda so- wie auswärtr 1.50 Mk.

Verantw. Kedaktenrr «arl Schütter für die Anzeigen:

Z.parzrller W Fulda.

Zur Beherzigung.

ES naht die Zett, da auf Feld und Flur di, Arbeiten ruhen und die Tätigkeit deS Landmanns auf

Ausland.

* In Budapest kam es zu großen soziali­stischen Kundgebungen für da« allgemeine Wahlrecht. Etwa 20,000 Arbeiter inarschiertrn unter Absingung von Arbeiterliedern und unter Abzugrusen auf daS Klaffen-Parlament durch die

Deutsches Reich.

— Für die „Freiheit", welche die preußischen Katholiken nach den unentwegten Versicherungen liberaler Blätter in so großartigem Maße gerne- ßen sollen, sind sehr bezeichnend die Kranken- Pflegeverhältnisse in dem westpreußischen Bade­ort Zopvot. Tie Gründung einer Zweignre- derlassung der Grauen Schwestern ist dort ein dringendes Bedürfnis. Die Negierung aber I hat die ^Genehmigung hierzu trotz wiederholter Eingaben bisher stets ab gelehnt, zum letz­ten Male am 12. August dieses Jahres, nachdem sie das Gesuch fast ein ganzes Jahr unbeantwortet gelassen hatte. Der letzte ablehnende Bescheid wird begründet — man höre — mit dem Hinweis, daß für die Krankenpflege in Zoppot durch die dortigen Diakonissen hinreichend gesorgt ser, daß im übriaen jederzeit von den Grauen Schwe­stern in Danzig oder Landfuhr Hülfe geleistet wer­den könne. Abgesehen davon, daß niemand sich j darüber Vorschriften machen lassen will, durch j wen und wo er in schwerer Krankheit verpflegt j werden soll, ist es für jeden, mag er Protestant oder Katholik oder sonst etwas sein, eine Befriedi­gung und Wohltat, in einem Hause seines Be­kenntnisses von Angehörigen seines Glaubens ge­pflegt zu werden. Mit diesem begründeten, na- türlidyen Gefühl muß gerechnet werden. Der Logik des ablehnenden Bescheides wird noch die Krone aufgesetzt durch die Tatsache, daß in bcm überwiegend katholischen Zoppot sowohl wie in den umliegenden Städten: Danzig, Langfnhr, Oliva sich Niederlassungen von evangelischen Dia­konissen befinden! Protestantische Krankenschwe­stern dürfen sich also sogar in überwiegend katho- lisckren Orten niederlasscn, aber keine katholischen — so will es die vielgerühmte „Freiheit", welche die Katholiken in Preußen-Deutschland genießen. Und die liberale Presse findet das offenbar in schönster Ordnung.

* München,21. Sept 1908. König Alfons und Königin Ena. von Spanien treffen am 28. September hier ein. ES ist ein großer mili­tärischer Empfang geplant.

vermischtes.

* Schöne Gehälter. Nach dem letzten Jahres­bericht der Großen Berliner Straßenbahn erhiel­ten die Tirektionsmitglieder Gehälter zwischen 30 000 und WO 000 JZ. das heißt zum Teil mehr, als die höchsten Staatsbeamten. Außerdem tour- den noch rund 5-0 000 Tantiemen an die Ti- rektion und Beamte gezahlt, darunter 244 000 M mt 14 Mitglieder des Aufsichtsrats. Minister ml- direktor a. D. Micke bezog allein 150 000 <M. Die Dividenden für die Aktionäre sind auch ziemlich fett, sodaß inair es den Berlinern nicht verdenken kann, wenit sie gegei» die geplante Erhöhung der Fahrpreise energischen Protest einlegen.

* Ein gehimuiSdolles Abenteuer hat die Toch- ter des englischen Premierministers Asquith be­standen. Sie ging abends auf den Klippen in der Nähe oou Aberdeen spazieren. Sie kam je­doch nicht wieder. Erst gegen 11 Uhr fand man I sie im Freien ohnmächtig liegend. Ueber die Ur- <ache des UWalles ist nichts bekannt. Man nimmt an, daß Miß Asquith in der Dunkelheit einen Nervenchok erlitt.

die häuslichen Arbeiten beschränkt wird. Die Abend« werden länger und müssen ausgefMt werden. Erfah­rungsgemäß geschieht daS während der langen Winters- zett in der Regel durch Lesen. Vorteilhaft aber wirkt das Lesen nur dann, wenn die richtige Auswahl in der Lektüre, dieser geistigen Nahrung, getroffen wird. Für den katholischen Familienvater, weh' Standes et auch immer fei, ist die Lösung dieser Frage eine sehr leichte, wenn er die Mahnungen beherzigt, die stets und von allen Seiten an ihn ergangen sind. Papst und Bischöfe, die Katholiken-Bersammlungen haben eS an eindringlichen Ermahnungen gegen daS Gift der antikatholischen Zeitungen und Zettlchriften nie fehlen lassen, sodaß in dem katholischen Familienvater gar kein Zweifel bei der Wahl seiner Lektüre aufkommen I kann. Er muß sich unbedingt sagen: In ein katho­lisches HauS gehört nur ein katholisches, ein Zentrumsblatt. Speziell sei hier gewarnt vor den Blättern, die sich als Wölfe in Schafskleider« unter der Maske der Färb- und Parteilosigkeit in die Familien einzuschleichen suchen: vor den „General*, anzeigern". Oberflächlich betrachtet, gewinnt es oft den Anschein, als ob diese Blätter wirklich unparteiisch seien, liest man sie aber aufmerksam, so findet man bei allen ohne Ausnahme, daß sie kath olikenfetnd* l i ch sind. Wo sich eine Gelegenheit bietet, der katho- lischen Religion einen Stich zu versetzen, und sei es auch nur ein Feuilleton, da sind die Blätter gleich bei

j der Hand. Sie gehören also unter keinen Um« ! ständen in ein katholisches HauS.

I In einer politisch so bewegt^ Zeit, wie dl« letzrg«, ist eine gute katholische Zeitung die beste Beraterin bei katholischen Volkes. Di- Presse ist eme Macht. Ihr Einfluß wächst mit der Mannhaftigkeit, mit der sie für ihre Grundsätze rintrikt, und mit der Zahl ihrer Abon­nenten, die ihr den eigentlichen Rückhalt geben. Da ist eS denn die Pflicht eineS jeden kathollschenMannes, | rejne P^ffe zu unterstützen, indem er selbst abonniert I und für die weitere Verbreitung unablässig sorgt.

I c^der Abonnent kann helfen und mit- I wirken. Er sehe sich bei seinem Nachbar, bei seinen

Freunden und im Wirtshaus, um, er kämpfe mtt uni ,ur Verdrängung der gegnerischen Press« und zurEinführung der katholrschenPresse, er schicke uns Namen von solchen Leuten, die unser | Blatt bisher noch nicht hielten, aber sehr wohl in der Lage sind, auf dasselbe zu abonnieren.

rung der Artillerie: 2. die Anlage von Befestigungen, die der sich zurückziehend-n Truppe einen ernstlichen Ruhepunkt gewähren. Neben der Mission des Mobi­lisationsschutzes haben die Grenztruppen die zu erfüllen, gewisse Eisenbahnlinien, Brücken, Tunnels, bls zur Aufnahme der Offensive zu verteidigen. Die Errrch- tung von Einzelfestungen zu diesem Zwecke ist heute nicht mehr genügend. Der Schutz unserer drei großen Schienenwege Ehalons-Metz, Paris-Straßburg und Paris-Basel kann nur mit dem Bau von Forts­grupp e n erreicht werden, die einen mehrwöchentlichen Widerstand ermöglichen. 40 000 Mann Besatzung würden ausreichen, wäbrend sich zur Stunde 200000 Mann in den befestigten Plätzen von Montmedy bis Besancon einschlteßen. Es bleibt kein anderer Ausweg, als mit dem Bau der strategisch notwendigen Stutz- puntte sofort zu beginnen. Es wäre zu wünschen, daß man dazu die 15 Millionen verwende, welche man jährlich zur Unterhaltung veralteter Festungsplatze ver­ausgabt.

Wie von fehl tompetenier Seite versichert wird, ist man im französischen Kriegsministerium ernstlich daran, den vorstehend entwickelten Ge- sichtspunkten Rechnung zu tragen.

Maer W Zeitung

m-natrbeuage: „Fuldaer Geschichtsblätter"

ich'S wieder ergötzlich, daß man die Natur als Natur bewachte, gleichsam der freien Wolkenbil- dmra, dem üppige«, ungezwungenen Wehen der Winde einen Wink erteilte, der ihnen Kunde gab, >aß sie bewacht seien, also daß sie vorsichtig zu sein hätten. Ich kam öfters, nach Zarskoi-selo. lediglich mit meinen geheimnisvollen Wachtposten zu sehen. Endlich wurde meine ungestillte Wiß­begier auch in weiteren Kreisen bekannt. Ein Unfftand, dcr niemand bis jetzt aufgefallen war, bekam plötzlich eine Wichtigkeit, und sehr viele bei Hof und in der Stadt fragten letzt, tote ich gefragt hatte.

Eines Abends winkte mich die Kaiserin Mut­ter bei Seite und sagte lächelnd:

„Wissen Sie, weshalb der Soldat dort steht?"

„Nein, Majestät — in dec Tat —N

„Nun, so hören Sie: man hat mir Bericht er­stattet und ich will Ihnen diesen Bericht nicht vorenthalten. Die Kaiserin Katharina ging eines TageS in ihren Gärten spazieren, und entöecfte eine frühzeitig aufgeblühte besonders schone Moos rose. Da den Morgen darauf der Geburts- tag eines ihrer Enkel fiel, so wollte sie diesem die Rose geben, und gab darum Befehl, daß, damit die Rose nicht unterdefsen gepflückt werde, man eine Wache dabei stelle. Der Morgen des nächsten Tages kam, aber die Kaiserin vergaß ihre Rose. Die Wache blieb; man wagte nicht, ohne aus- drücklicken Befehl diesen Poften wieder einzuzie- hen. Die Rose war längst dahin — die Wache blieb, und so ist sie geblieben, ohne daß Jemand gefragt hat, weshalb sie da toar".

In Rußland fragt man überhaupt nicht. So wußte ich denn Bescheid über das Geheimnis de» Wachpostens, setzte Klinger hinzu. Es war die erste, mit militärischer Macht bewachte Rose, von der ich gehört. Der Posten wurde jetzt eilige- zogen.

seine rätselhafte Bestimmung ins Gedächtnis. Ich ragte und erhielt dieselbe Antwort: „Er ist an lie Stelle kommandiert worden!"

„Wer hat ihn kommandiert?"

„Das Wachreglement".

„Weshalb?"

„Da müssen Sie den General fragen, der die Ordres verteilt".

„Offenbar ist doch an jener Stelle nichts zu bewachen!"

„So scheint's".

„Und dennoch".

Ter junge Mann sagte jetzt mit einem etwas impertinenten Accent:

, Excellenz sind ja selbst Militär, werden wis­sen, daß wir niemals erfahren, weshalb wir et­was tun, genug, wir müssen eä tun".

Mit diesem Satze hatte es allerdings seine Richtigkeit, und ich mußte nun toarten, bis ich nach Petersburg zurückkehrte, um dem fraglichen General, der mir näher befreundet war, mein An­liegen vorzutragen. Es fand sich bald dazu eine Gelegenheit; aber auch hier erfuhr ich nichts.

„Wir stellen diesen Posten schon über fünfzig Jahre auS, und immer steht nur in den Büchern: der Posten, fünfhundert Schritt« von dem östlichen Pavillon".

Ach", rief ich, „waS sind daS für sonderbare Dinge! Wer läßt denn ein Stück freies Feld bewachen? Die Sache muß eine andere Bewandt­nis haben. Geben Sie doch Befehl, daß der un- nütze Posten eingezogen wird".

Das darf ich nickt. Der Beseh! muß von Oben kommen; geschieht die» nicht, so wandert der Soldat noch nach hundert Jahren an dieser Stelle.

Mein Eifer, dem Geheimnis aus den Grund zu kommen, wurde jetzt fast ein nervöser. Ich träumte von Schätzen, die dort, begr^en lagen, und von denen niemand als die höchste Person de» Staate» pnd ich Kenntnis batten: dann sand

Die bewachte Rose.

Skizze von W. Wimmer.

Der russische General Klinger schreibt in seinen Memoireii: . ,

Ich war noch nicht lange in Petersburg, Hub der General an, als ich eines Tages die Kaiserin Mutter nach ZarSkoi-Celo begleiten mußte. In­dem ich auf einem einsamen Spaziergänge die weitläufigen Gärten durchstrich, gewahrte ich an einer Stelle einen Wachtposten aufgestellt, und ich konnte nicht elltdecken, welchen Gegenstand dieser Posten bewachte. Es befand sich kein Gebäude in der Nähe, auch war die Stelle des Gartens nicht so gelegen, daß man glauben konnte, irgend ein frequenter Spaziergang des Hofes führe hier vor- liei; es war ein Stück grünen Rasenplatzes und eine überall angebrachte Einfassung. Ich blieb stehen und sah mir dieses Rüffel an. Der Sol­dat, schweigend und ernst, ging in seinem Drenst- eihr immer auf derselben unerklärlichen Stelle seine vorgeschriebenen zehn Schritte auf und ab. Endlich enffchloß ich mich, ihn zu fragen und brachte mit einigem Zögern die Worte hervor:

„Brüderäsen, warum stehst Du hier?"

Er blieb stehen, sah mich an und da er einen Orden an meinem Halse erblickte, glaubte er, daß es seine Pflicht sei, mir zu antworten und stellte 'ick gerade und antwortete in einem sehr respekt- »ollen Tone:

^Väterchen, weil es mir so befohlen worden , , Ach wußte, daß eine zweite Frage unbeantwor- et bleiben würde, ich mühte mich daher von neuem fu entdecken, wo der Gegenstand und welcher Art er Jet, der hier bewacht werde. Ich fand nichts. Zuletzt wurde mir der stumme Soldat und das Stück Rasen ordentlich unheimlich- An der Mlt- iagstafel sah ich den wachhabenden Leutnant, mld während ich unterdessen an tausend andere Dinge gedacht hatte, kam mir, als ich die Epau- 'ettel erblickte, doch rasch wieder der Soldat und

x Der französische Festungsgürtel an der deutschen Grenze

genügt den Anforderungen nicht mehr, welche die moderne Technik der Geschütze mit ihren gewal- tigen Fortschritten in der Wurffähigkeit an der- artige Waffenplätze stellt.

Als die Marokkoaffäre vorübergehenv den politischen Horizont verdunkelte und Minister Delcassö nahe daran war, Frankreich mit Deutsch, land in einen Krieg zu ziehen, wurde mit größter Beschleunigung zu VerbefferungSmaßregeln ge- fchritten, die wohl das Sümmchen von 80 Mill, gekostet haben dürfen. In der bekannten Zeit- schrift .Revue de Paris' verlangt ein Divisions- «eneral aber weit gründlichere Reformen. Er schreibt u. a.:

„Jede Festung, die den modernen Ansprüchen nicht oollauf genügt, bietet auch nicht den mindesten Schutz mehr. Im Gegenteil. Ihre Verteidiger sind aus- gesetzter, als im freien Gelände, da das Fort die Ge­schosse konzentriert auf sich zieht. Jeden Augenblick werden über ihren Köpfen Gewölbe bersten und Mauern zusammenstürzen. Es ist unwahrscheinlich, daß sich die Mannschaft während eines Bombardements halten kann. Besäße sie trotzdem die Kraft dazu, dann eignete sie sich infolge der betäubend wirkenden Geschotzgase and der durch die ExplosionSerschütterung bewirkten Nervenzerrüttung nur sehr wenig dazu, eine wirksame Verteidigung zu übernehmen. In Friedenszetten können Derartige Festungswerke alS Proviant- und Munitions- schuppen dienen. In KriegSzeiten erweisen sie sich aber nur noch einem Feinde gegenüber von Nutzen, der keine schweren Geschütze zur Hand hat, Wehr als die Hälfte unserer im Jahre 1878 erbauten Forts befinden sich zurzeit in diesem Fall."

Ein Teil der französischen Preffe schlägt nun vor, die untauglich gewordenen Grenzfestungen, d. h. über die Hälfte der bestehenden, zu schleifen. Der Versuch wurde bereits unternommen. Im Jahre 1899 beauftragte der damalige Kriegs- Minister de Freycinet ven obersten Kriegsrat, die Forts der Widerstandsfähigkeit und strategischen

Bedeutung nach in drei Klassen einjuteilen. Das geschah, und em diesbezüglicher Gesetzentwurf er­schien vor dem Parlamem. Der Entwurf wurde von der Kammer angenommen, scheiterte aber im Senat. Es spielten Lokalintereffen herein. Verschiedene Ortschasten, die mit den Forts die Garnisonen als Einnahmequelle verloren hätten, protestierten. Es blieb beim alten. „Jedes Jahr", schreibt der militärische Berichterstaiter der .Liberte", „werden Millionen zur Unterhaltung veralteter Festungen, die da« feindliche Feuer kerne 6 Stunden aushalten könnten, ausgewandt."

Der Verfaffer der eingangs erwähnten Ab­handlung beschränkt sich keineswegs auf die kritische Beleuchtung des gegenwärtigen Zustandes. Er entwickelt einen Plan und stellt Grundsätze zur Reform ans, deren schleunige Durchführung das nationale Jntereffe erheische. Der Dimsisns- general schreibt u. a.:

„Die Verteidigung der lothringischen Grenze bedingt vor allem zwei Gesichtspunkte. 1. Die äußerste Spar­samkeit der den Fort- zur Verfügung gefteilten streit­baren Kräfte; 2. die Errichtung und moderne In­standhaltung der absolut notwendigen Festungen. ES muß dar Höchstmaß des EchutzeS unserer Mobr- lisation gegen einen raschen feindlichen Vorstoß . angestrebt werben. Der wirksame Schutz dieser Mobi­lisation ist die LebenSbedingung unserer Landesverteidi­gung. Die DeckungSmaunschaslen an der Grenze bilden die einzige Stutze dieses Schutzes. Um sie mächtiger zu gestatten, sind zwei Wege geöffnet: 1. die Venne!;-

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-^Haorverlust bei Frauen. DaS Haupthaar der Frau ist unvergleichlich weniger der Gefahr deS Schwindens ausgesetzt als das des M»nneS, ohne daß eS bisher gelungen warff die Grunde di-ser Erscheinung aufzufinden. Der auf dem Gebiet der Haarkrankheiten tätige französische Forscher Sabouraud vertritt die Ansicht, daß im allgemeinen der Gesundheitszustand nichts mit dem Haarausfall zu tun hat, außer wenn der Verlust auf akute Fieberzustände folgt. Sofern ,richt spezifische Ursachen vorliegen ist der Aus­fall auf eine zu starke ölige Ausscheidung der Kopfhautdrüsen zuruckzufuhren. Bei der Frau beginnt der Haarausfall auf dem Vorder- Haupt und an den Schläfen, und zwar machen sich die ersten Anzeichen zwischen dem 18. und 22. Lebensjahr bemerkbar. Zunächst kommt es zu Schuppenbildung, der bald der Haarausfall folgt Vorzugsweise findet er im Sommer statt. DaS nächste Vorbeugungsmittel sind Waschungen mtt nicht allzu alkalischer Seife zur Entfernung der erwähnten öligen Abscheidungen. Es genügt dabei, das Haar auf eine Länge von etwa 10 Zentimeter von der Wurzel zu waschen. Hernach muß die Seife mit warmem Wasser entfernt und das Haar mit einem trocknen Tuche abgerieben werden. Anwendung von Oel ist zu vermeiden Im übrigen empfiehlt Sabouraud den Gebrauch von Eatharidin. Die hauptsächlichsten Substan­zen jedoch, die-seiner Ansicht nach den Haarwuchs fördern, sind Pilocarpin, Chinin, Caffein und Kampfer, zu deren Verwendung er nachstehendes Rezept angibt: 20 Gramm falzsaures Pffocarpin, das in möglichst wenig Wasser gelost ist, 20^Kubik­zentimeter Lavendelspiritus, 20 Kubikzentimeter Aether, 20 Kubikzentimeter Ammoniak und 250 Kubikzentimeter Alkohol.

— Rein Wunder. .Warum ist der Diurnist Sri« wohl an Größenwahn erkrankt r — .Er neulich einen Erprefserdrief"

' — Schaffe Rrittt. „Jetzt singt Fräulein Martha , auS Mozarts „Zauberslöte". Wa- sagen sie nut} dazu?" — „Aber wirklich, ieder Zauber gebt flöten."