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den 16. September 1908.

Fulda, Mittwoch

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Von den beiden österreichischen Gutachtern stellte Prof. Kobatsch es als Aufgabe hm, nicht die Tarifverträge zu reglementieren, sondern ste zu pflegen und zu fördern. Dr., Ettrnger-Wien meinte, von zwei Milliarden Kaprtalgewlnn eine den Arbeitern zu geben, sei höchste Weisheit und höchste Sittlichkeit, sonst drohe dre Selbstvernich- tung des Kapitals im schrankenlosen Konkurrenz­kampf der Produktionsmittel. Vor allem dre Landwirtschaft sei aufs höchste interessiert, daß der Lohn an die höchstzulässige Grenze geringsten Nutzens für den Unternehmer heranrucken.

Zum Schluß wurden Leitsätze angenommen, in denen eine Reform des Koalitionsr«hts im Sinne des früheren Beschlusses (insbesondere Be- seitigung der Hindernisse, die nach bürgerlichem Recht den Erwerb der Rechtsfähigkeit durch ge­werbliche Berufsvereine entgegenstehen) gewünscht wird. Ferner wird gesetzliche Regelung des Rechts der Arbeitstarifverträge mit voller Freiheit der Abschließung und Durchführung der Vertrage verlangt.

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Monatrbellage: „$UIbGCT SeschichtZblaüer 8«^«^ m.y.

s. Tarisverträge und Gesetzgebung.

Der 29. deutsche Juristentag, der in der vori­gen Woche in Karlsruhe tagte, hat sich mit wich­tigen Fragen der Gesetzgebung beschäftigt. Em wichtiges Thema, das er auf die Tagesordnung gesetzt hatte, war die gesetzliche Regelung des gewerblichen Arbeitsvertrages.

Vier Gutachten waren eingefordert worden, und zwar zwei von deutschen und zwei von öster­reichischen Juristen. In interessanten Ausfuh- runaen gab der erste Gutachter Magistratsrat v Schulz, der Leiter des Berliner Gewerbege- richts einen Ueberblick über die Ausbreitung, die die Tarifverträge in Deutschland zurzeit gewon­nen haben. Nach seinen Darlegungen sind über 8000 Tarifverträge gegenwärtig in Deutschland in Kraft, vor allem für die Buchdrucker, die Holz- 'Industrie und das Baugewerbe. Die Tarrfver- träge enthalten allgemeine Bestimmungen über den Inhalt der Arbeitsverträge: sie sollen der Ruhe und den Frieden im Gewerbe dienen und verhörenden Kämpfen Einhalt gebie­ten. Durch den Tarifvertrag erhalten die Arber- ter eine Garantie für dauernden testen Lohn und die Unternehmer für längere Zeit Frieden im Betriebe. Ihr Inhalt besteht in der Regelung dec Lohnhöhe und der Arbeitszeit, der Arbeits­vermittlung, der Lohnart, der Festsetzung der Akkorde, der Beschaffenheit der Arbeitsräume, der Kündigungsfrist, der Entlassungsgründe usw. Die Tarifverträge regeln Streiks, Sperren, Boykotts, schaffen Schlichtungskommissionen, Tarifämter und Schiedsgerichte. Im allgemeinen sollte kem Zwang geschaffen werden. Tarifverträge nach einem Schiedsspruch abzuschließen. Man soll nicht Frieden mit Gewalt stiften wollen. Nur in der Schwerindustrie, wo die übermäch­tigen Unternehmer jeden Tarifvertrag ablehnen, komme seine zwangsweise Einführung in Fraye. Gesetzlich müsse festgelegt werden, daß der Tarif­vertrag durch Separatverträge nicht abgeändert werden kann; sonst bieten sich bei schlechtem Ge­schäftsgang die Arbeiter selbst zu billigeren Prei- fen an. Durch den Tarifvertrag werden die Ver­bände verpflichtet, die ihn abschließen. Unmöglich können aber die Verbände für den Vertragsbruch jedes einzelnen Mitgliedes mit ihrem ganzen Vermögen haften. Eine sachgemäße Beschränkung der Haftung werde ihren Interessen und denen der Arbeitgeber gerecht werden. Der Tarifver- trag ist, so schloß Herr v. Schulz seinen Vortrag, die Grundlage jeden gesunden wirtschaftlichen Lebens.

Auch der zweite Referent, Privatdozent Dr. Zimmermann-Berlin trat aufs lebhafteste für den Ausbau der Tarifverträge ein. Nicht Interessen- konkurrenz zwischen Arbeitgebern mit Arbeitneh­mern sondern Jnteressensolidarität müsse die Lo- hing 'fein. Die Verpflichtung der Unternehmer, nur Angehörige eines bestimmten Verbandes zu befchäftigen, und die der Arbeiter, nur bei Unter­nehmern zu arbeiten, die einem Unternehmerver­band angehörten, fei ein höchst bedenklicher Ein­griff in die Koalitionsfreiheit, während Magi- stratsrat v. Schulz die Anschauung vertrat, daß die Arbeitgeber, die einen höheren Lohn zahlten, in erster Linie einen Anspruch auf die meist besser organisierten Arbeiter hätten und dementsprechend diese ein erstes Recht auf Arbeit. Aber beide Redner verlangten gesetzliche Regelung der Ar­beitstarifverträge, die sich angesichts der Unreife der Tarisbewegung in Deutschland in vorsichtigen und bescheidenen Grenzen halten müsse.

Roggen ) 170 (4- 1 ) 174 (+ 1

Ausland.

* In Salzburg „wagten" es am vergangenen Dienstag zwanzig deut sch christliche Tur­ner aus München, den zweiten Turnertag der Kolpingsturnerschast zu suchen. Auf dem Wege zum Mittagtlsch ins Gasthaus wurden sie hon 60 bis 70 deutsch-nationalen Burschen, Mit- gliedern des Schönerianischen Salzburger Turn- Vereines, überfallen, ihrer Vereinszeichen beraubt und mit Stockhieben traktiert Die Wach­mannschaft verhielt sich - Passiv., Dem Salz­burger Polizeibericht zufolge gab einer der An- greifet, ein Salzburger Buchhändler, der Mei­nung Ausdruck, die Salzburger Rohlinge seien im Recht gewesen, die , Münchener Turner zu überfallen, „weil sich die katholischen Gesellen- Vereinsburschen ein Recht anmaßen, auf welches nur die deutsche Turnerschast Anspruch hat. — Die Hochschulprügelei, welche vom Herbste ab in Oesterreich stramm organisiert werden soll, scheint also jetzt auch auf die Turnerschaft übertragen werden zu sollen.

— Der kluge Droschkenkutscher. Als er an der Droschke vorüber kam, die auf dem Halteplatz stand, bemerkte der tunae Mann vl-tklick. da« auf dem

Kasseler Hafer-Kakao x wird bei

msgw- «na vanrMSe» - als Kräftigungsmittel tausendfach ärzt­lich empfohlen, — Nur echt in blauer

Kartons für 1M., niemals lose.

Denkschrift aufgestellten Grundsätze und glaubt, S eine auf dieser Grundlage aufgebaute Ge­setzesvorlage den Interessen der Privatangestellten aerecht werden würde. Tas genannte Blaft glaubt, daß die Vorlage noch in der bevorstehenden Session vorgelegt werden könne.

Uurzer Getreide-Wochenbericht der prelrberichtssteSe de» deutsche» Landwtrtschastrratr vom 8.—1». September 1908.

Abgesehen von dem Umstande, daß die über­seeischen Exportleistungen, deren Umfang geblie­ben war, während der letzten acht Tage wieder eine merkliche Abnahme aufzuweisen hatten, boten die ausländischen Berichte in der Berichtswoche keine sonderliche Anregung. Wenn sich die Stim­mung auf den inländischen Märkten trotzdem wie- der befestigt hat und die Preise für sämtliche Ge­treidearten eine neuerliche Besserung erfahren konnten, so war der Anlaß dazu auch diesmch weniger in den Bedarfsverhältnissen des Inlan­des <üs in der anhaltenden Nachfrage nach deut­schem Getreide zu Ausfuhrzwecken zu erblicken.

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Hamburg 204 (-s- 3 ) 172

Düsseldorf 212 (+ 1-) 178

Frankfurt 2021/»

München 218

man die Klagen des anderen Teils vernommen hat, ein treffendes Urteil abzugeben.

Ost nun ertönt von allen Seiten ein gar mörderliches Geschrei über den verklagten Teil. Ter oder Jener ergreift noch schnell einen Stein, um ihn erbarmungslos nach dem Opfer zu schleudern, unbekümmert, welche tiefe Wunde icui rohes Geschütz hinterläßt. Solche keines­wegs edle Anwandlungen im Keime zu ersticken und zu gerechter Milde umzuwandeln, gibt es ein prächtigS Mittel. Man denke dann nämlich immer und vergegenwärtige sich recht lebhaft: Wie würde Dir wohl zu Mute sein, wenn Dir das geschehen möchte! Dann kann eS wohl Vor­kommen, Laß der Kläger selbst seine Klage be­reut und im Stillen denkt: Klüger wäre es ge­wesen, ich hätte geschwiegen, denn — „die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht loS."

Hierher gehört auch das unschickliche Tadeln der Frau in Gegenwart Anderer. Ist die Frau gut und klug, so schweigt sie dazu und läßt alles über sich ergehen, mag es auch innen schmerzlich bluten. Weist sie den Tadel zurück, um Ende in nicht gerade sanfter Art, wird wohl gar auf­fahrend und heftig, so kann leicht eine Szene entstehen, die den Anwese>tden auf das Pein- lichste berühren muß. Immer aber — das steht fest — fällt das Ungebührliche dieses Vetragens auf den Mann zurück. Weise Mäßigung ist auch hier am Platze und wird sicher dankbar anerkannt werden. Sein Mißfallen über dieses oder jenes auszudrücken, dazu ist Zeu, wenn die Gatten allein sind. Streit und Zank in Gegenwart Fremder zu beginnen oder fortzusetzen, bedeutet schon eine arge Sittenverwilderung. Hat zwi- sche,i zwei Ehegatten eine Meinungsverschieden­heit stattgefunden, so darf der etwas plötzlich Ankommende nichts davon bemerken.

Was ist Taktgefühl?

Studie von C. Berendt.

(Nachdruck verboten.)

Wohl dem, dem Mutier Natur als gütige Fee das köstliche Pateirgeschenk „Taktgefühl" in dre Wiege legte. Ein in solcher Weise Bevor­zugter wird niemals Sitte und Anstand verletzen, »ielmehr mit wunderbarer Sicherheit immer Las Richtige treffen, fei auch sein Geist nicht gerade reich gebildet. Fehlt das Taktgefühl, so muß es anerzogen werden; ist dies versäumt, so muß es Selbsterziehung noch erwerben helfen. Es ist dies ein Kapitel, welches schier ins Unendliche reicht! Ich will heute nur von dem Tattgefühl reden, das in mancher Ehe verletzt wird.

Zwei Menschen, die täglich in zwanglosester Weise mit einander verkehren, können nicht stets einer Meinung fein. Je nach der Verschieden­heit der Verhältnisse, der Anschauungen, der Charaktere, tritt wohl hier und da ein kleiner Zwist, ja auch ein ernster jStreit em. Nicht Fremde sollen alsdann zu Schiedsrichtern. auf­gerufen werden: Las eigene Gefühl, das eigene Herz, der eigene Verstand find die besten Rat­geber. Vielleicht haftet dem Gatten oder der Gattin irgend eine Angewohnheit an, die dem andern Teile mit der Zeit lästig, ja unerträglich wird. Wie ein guter Arzt die Ursachen eines Leidens zu erforschen sucht und durch die Hebung dieser die KranHeit selbst verscheucht, so gehe man Lern Uebel auf den Grund und denke dar­über nach, was wohl jenen Fehler hervorrief und ihm fortwährend neue Nahrung gibt. Am Ende gar tragen wir selber die größte Schuld daran? Da gibt es z. B. einen gewissen Punkt in unserem Verhalten, in unserer Lebensweise, in unterer zum Gesetz aufgestellten Einteilung, der nicht richtig, nicht gut, nicht praktisch ist. Man ändere, bessere an sich selbst und siehe da — die Plage ist gewichen. Immer ziehe man gegen jen Feind des Wohlbefindens ru Felde, sobald

vermischter.

» Ein Deutscher wegen Spionage verurteilt. Ein junger Deutscher aus der Umgebung von Metz, namens Lefort, der beim Photographieren eines Forts von Toul in Frankreich betroffen worden war, wurde von der Strafkammer zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Auf die Berufung des Staatsanwalts hob nunmehr der Appellhof in Nancy das Urteil auf und beur­teilte den Angeklagten zu zwei Jahren Gefäng­nis und 500 Franks Geldstrafe.

• Der erste Hauptmann von Köpenick. Ein englisches Blatt hatte erzähll, ein britischer See­offizier habe schon vor Jahren ein Dutzend preu- ßifcher Soldaten, auf die n bei einem Manöver zufällig traf, zum gehorsamen Mitmarschieren dadurch veranlaßt, daß er sich als Offizier vor- stellte. Natürlich soll die deutsche Disziplin da­mit lächerlich gemacht werden, aber die ganze Ge- fchichte ist von A bis Z erfunden, von den Eng- ländern freilich gläubig aufgenommen.

* Im Berliner Westen nehmen die Dienst­boten auffällig ab. Es liegt das aber nicht mehr am Mangel, sondern an der bequemen Häuser-Einrichtung (Zentralheizung, Vacuum- Reiniger, Warmwasser-Leitung usw.). Es wer­den eben keine Dienstboten, namentlich für klei­nere Wohnungen, mehr benötigt.

er sich fühlbar macht; ein eingewurzeltes Uebel ist schwer zu besettigen.

Ost hört man Frauen Freundinnen, sogar oberflächlichen Bekannten gegenüber, alle Fehler und Untugenden ihres Mannes wohlgefällig aus­kramen. Das ist nicht schön und verrät wenig Tattgefühl. Was soll der Klagenden darauf er­widert werden? Mit einzustimmen in daS Ver­dammungsurteil gegen den Mann wäre nicht recht und könnte mit Ueberzeugung, ohne welche nie eine Behauptung geäußert werden sollte, auch nicht geschehen; denn wer bürgt für die alleinige Schuld des Mannes? In der Regel haben sich beide Gatten darein zu teilen, hier ein wenig minder — dort ein ivenig mehr. Bekennt die Zuhörerin sich zu anderer Meinung, als die Klagende, so wird ste mtt unfteundlichen Blicken bettachtet; ein verletzendes Schweigen sagt ihr deullicher als Worte, daß man zum mindesten Zweifel in ihre gesunde Urteilskraft setzt, und nicht selten ist ein dauernd gespanntes VerhAi- nis die Folge dieses unerwünschten Verttauens. Gut zureden, mlld entschuldigen ist noch das emziy Richtige, leider aber fallen solche Worte fast immer auf felsigen Boden.

Nun der Mann.

Wenn er Fremde zu Hilfe ruft, um di» Un­tugenden und Fehler der Ehegattin zu bekämp­fen. so wird er einen Stichel in das Herz seines Weibes senken, den er schwer wieder daraus ent­fernen kann. Vielleicht — ja, vielleicht erzwingt er eine zeitweilige Besserung, aber Bitterkeit bleibt doch zurück und versüßt ihm wahrlich nicht bas Leben. Die Natur hat der Frau mehr Zart­sinn beschieden, als dem Manne, deshalb wird sie von einer solchen Kränkung weit empfind­licher getroffen werden, als jener, ja, sie wird sie kaum je verwinden. Fernstehenden ist eS un­möglich, über diesen oder jenen Punkt, der aus dem Eheleben herausgegriffen wird, ohne daß vielleicht das Vorhergegangene, ihn Entlastende ooer SBefcbtoerenbe mitaeleilt wird, und ohne daß

Deutsches Reich.

* Finanzminister-Konferenz. Die Finanz­minister der Einzelstaaten werden, wie jetzt fest» steht, am 18. September in Berlin zusammen- treten, um zu der Reichsfinanzreform nach dem Entwurf des Staatssettetärs Sydow Stellung zu nehmen. Bekanntlich sind schon in einem ftüheren Stadium des Finanzreformpro­jekts die einzelstaatlichen Minister gehört wor­den. ,

** Die interparlamentarische Konferenz be­ginnt heute in Berlin. 889 Abgeordnete aus allen Kulturstaaten haben sich angemeldet. Auch 16 deutsche ZenttumKabgeordnete nehmen teil. Seit Bestehen der Konferenz war noch nie eine solche Beteiligung zu verzeichnen.

** Erhöhung des Tabakzolles. Die Bande­rolensteuer auf Zigarren soll nicht kommen; da­für wird eine Erhöhung des Tabakzolles von 35 Mark aus 150 Mark gefordert werden. Die Unmöglichkeit einer Zigarrenbanderolensteuer hat die Regierung selber eingesehen; denn in der Zigarrenindustrie sind zirka 40 000 Haus­arbeiter beschäftigt, die für Lohn arbeiten, und über 10000 selbständige Arbeiter, die Arbeiter und Unternehmer in einer Person sind. Diese würden durch die Kontrollbestimmungon der Banderole glatt hinweggefegt, und dadurch würde ein unübersehbares Elend geschaffen wer­den. Das ist eines der ersten Momente, das ein­leuchtend gegen die Banderole spricht. Daß auch mittlere und größere Betriebe einen enormen Schaden leiden würden, ist ebenso selbstverständ­lich. Wenn nun trotzdem Nachrichten über eine kommende Banderole auftauchen, so ist das wei­ter nichts als ein Schachzug nach dem bekannten Bismarckschen Rezept, das da sagt: „Wenn man nach Rummelsburg fahren will, muß man ein Billet nach Eydtkuhnen nehmen." Man will den Reichstag zwingevr, das anscheinend kleinere Uebel, die Zollerhöhung, williger hinzu- nehmen, indem man die Jndusttie von der Banderole bewahrt! Die Vorlage von 1906 ent­hielt auch die Erhöhung des Tabakzolles; der Reichstag aber hat diese Erhöhung einmütig abgelehnt.

* Privatbeamtenversicherung. Wie ein Mit­arbeiter des „Berliner Tagebl." erfahren haben will, find im Reichsamt des Innern bereits eine große Zahl Aeußerungen von Privatbeamten- korporattonen eingelaufen, die zu den Ausfüh­rungen der Denkschrift übet die Alters- und Hinterbliebenenverforgung der Privatangestellten Stellung nehmen. Die große Mehrzahl der Zu­schriften anerkennt die Richtigkeit der in der

Den größten Anteil am Export hatten wieder Weizen und Roggen, wovon ziemlich bedeutende Posten über die deutschen Häfen, teilweise auch auf dem Lmdwege nach dem Auslande abgelenkt wurden. Auch für Braugerste zeigt sich im Westen fortgefetzt günstige Verwendung während Mangel an entsprechendem Angebot dem Export bisher noch wenig Gelegenheit gab, sich mit Hafer zu be- fdjäftigen, für welchen Artikel gleichfalls Nach­frage vom AuSlande vorlag. Die weniger rege Kauflust im Jnlande vermochte angesichts der in­folge eifrig betriebener Feldarbeiten eingeschränk­ten Angebots keinen ungünstigen Einfluß auf die Lage auszuüben, zumal ein großer Teil der in­ländischen Zufuhren vorerst zur Erlediguna von Exportverkäufen in Anspruch genommen werden dürfte, andererseits die demnächst beginnenbe Hackfruchternte eine weitere Abnahme der inlän­dischen Leistungen erwarten läßt, so daß sich zur Erledigung Berliner Lieferungsverbindlichkeiten nötiges Material knapp machen dürste. Derartige Erwägungen veranlaßten heute stärkeren Teck- ungsbeqehr für den laufenden Monat, während im Zusammenhänge mit weiteren Exportab­schlüssen spätere Sichten Interesse erweckten. Sa­fer bleibt schwach angeboten und namentlich in guten Qualitäten gesucht, da alte Ware nach und nach knapp wird. Braugerste erzielt in feinen Qualitäten fortgesetzt gute Preise; für mittlere und geringere Sorten waren Ab geb er dagegen zu kleinen Preiszugeständnisfen gezwungen, da daS Angebot darin reichlich und die Kuflust gering war. Futtergerste wurde bei anziehenden Preisen flott gekauft, während sich der Konsum in Mais angesichts des hohen Preisstandes immer mehr einschränkt.

ES stellten sich die Preise für inländische« Getreide am letzten Markttage in Mark pro lOOO Kilogr. je nach Qualität, wobei da« Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wir folgt:

Rücksitze eine Geldbörse lag. Schnell sprang er in den Wagen, nahm die Börse unbeachtet an sich und tief dem Kutscher zu, ihn so schnell als mög­lich nach einer Straße in der Nähe zu fahren. Als er die Droschke bestieg, zeigten seine Züge größte Aufregung, als er aber fein Fahrgeld bezahlte und f«teilte, stand deutlicher Berger auf feinem Gesicht geschrieben. Der Kutscher blickte ihm grinsend nach, stieg bann in den Wagen und kam mit derselben Börse wieder heraus, die der junge Mann wieder liegen gelassen hatte. „Ta!' murmelte er, indem er liebevolle Blicke darauf warf. Das ist die sie­bente Fuhre, die dies alte Portemonnaie mir gebracht hat, seit ich es heute morgen gesunden und auf den Sitz gelegt habe.*

— Jägerlatein. Man sprach von Hunden. „Na, ich will Ihnen eine Hundegeschichte erzählen, die alles Dagewesene übertrifft," nahm ein alter Nimrod das Wort. „Mein Freund Muller in Dingskirchen hatte einen pikklugen Jagdhund. Eines Nachts brach in seinem Hause Feuer aus, und nur mit Mühe gelangten die Bewohner ins Freie, ivo sie entsetzt entdeckten, daß eines ihrer Kinder — ein Baby — in dem brennenden Hause geblieben war. Da aber kam etwas aus dem Hause gestürzt. Es war der Hund mit dem Baby, das er der Mutter zu Füßen legte, um bann spornstreichs ins Haus zurückzueilen. Niemand begriff, was er dort wollte, bis er mit versengtem Haar und verbranntem Fell wieder zurück kam, die tu ein feuchtes Tuch gehüllte Versicherungspolice im Maul."

— Der Shllabus in neuester Erscheinung. Fährt da ein Herr auf der Eisenbahn und schimpft weidlich über die Jefuiten, die, wre er meint, den Papst so sehr beeinflussen „Aber . sagt er, der Aergste von ihnen bas ist der PaterSally- b u s" (Syllabus wollte er sagen).

— EutschLldigungszettel. „Lieber Herr Lährer, entschuhidjeus mein Max, er mubste nach Dahms, botf seihne olle JroSmuddder fchlahchten helfest. Frau Rurnde."

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