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Lar« Schütte;

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I.par;eller in ZuIda.

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Wochenbeilage: „Illustrierte Zonntagszeitung"

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JV5 212.

Dieuetllst er 15 ^evtemder 1908.

35. 3flbrvn\

Hwertes Wlcrtt.

Deutscher Reich.

--- Ueber das Tabakmonopol hat sich Fürst Bülow auf Norderney in einer Unterhaltung mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Sturdza geäußert. Er sagte:

„Man mutz es lief bedauern, daß Fürst Bis­marck, der es so gern gewollt hätte, nicht im­stande war, das Tabakmonopol durchzusetzcn. Sicher wäre in Deutschland dem Staate daraus eine Einnahme von vier- bis fünfhundert Mil­lionen erwachsen. Wie viele gute Sachen hätten sich mit diesem Gelbe für Deutschland machen lassen! Eine solche Summe scheint mir nicht zu hoch gegriffen. In Frankreich bringt daS Tabakmonopol wohl dreihundert Millionen. Aber Frankreich hat keine so starke Be­völkerung; dazu raucht der Franzose nicht so viel wie der Deutsche; dann ist er ja, was ihm übrigens zum höchsten Lobe gereicht, sparsamer als der Deutsche." Sräter bemerkte der Fürst, daß, wenn Fürst Bismarck nicht mit dem Tabakmonopol gescheitert wäre, man sich heute nicht den Stopf zerbrechen würde, auf weiche , Weise neue Steuern ;ür Deutschland zu beschaffen ' wären „Aber," fügte er hinzu, „gegen Torheit kämpft sogar ein Bismarck vergebens . . . Ich glaube in der Tat, daß es selten die Schlechtigkeit, sondern fast immer die Torheit der Menschen ist, die das Gute verhindert."

X Dortmund, 13. Sept. 1908. Auf der Delegierten - Versammlung der evangelischen Pfarroereine, die hier tagte, kam auch ein Antrag zur Verhandlung, dem deutschen Evan­gelischen Verein zur Förderung der Sitt­lichkeit korporativ beizutreten. Zur Begründung des Antrages führte ein Redner, Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg, aus: „Wir sehen ein Verderben über unser Volk hereinbrechen, gegen das alle rfpsichtiaen Leute Stellung nehmen müssen. Der Kamps gegkN öffentliche Unzucht kann nur mit Erfolg geführt roiiu*!*., *»«1* Scharen hinter der Bewegung stehen. Mir ist von einem Gymnasium erzählt worden, dessen sämtliche Primaner geschlechtskrank sind. (Leb­haftes Hört! Hört!) Es kommt darauf an, daß hier 11,000 Pfarrer erklären: Wir alle sind einig. Wir können da von den katholischen Brü­dern etwas lernen. Bei uns wird gleich ge­zetert, die Kunst leide großen Schaden, die Frei­heit des Einzelnen werde zu Grunde gerichtet, wenn man sich gegen die Auswüchse der Litera­tur wendet. Es ist für uns als Vertreter des evangelischen Pfarrerstandes nötig, offen unseren Mann zu stellen." Es wurde beschlossen, dem Vereine beizutreten.

* Stuttgart, 14. Sept. 1908. Eine Erhöhung der B e a in t e n g e h ä l t e r wird jetzt, nachdem das Reich, Preußen, Bayern und Baden vorange- ganyen sind, auch von der württembergischen Re­gierung geplant. Der Etat für 1909-10 soll sie indessen noch nicht enthalten, da dieser Etat ohne- dies mit einem Fehlbeträge abschließen wird.

Ausland.

* Ueber das Befinden der Königin von Holland liegt eine offizielle Kundgebung noch nicht vor, es mehren sich aber die Stimmen, die behaupten, daß der Nachricht über das Miß­geschick der Königin ein falsches Gerücht zugrunde lag. Die Königin sei, so verlautet, gesund und gu en Muts, muffe sich aber natürlich die größte Schonung auferlegen.

* Japanischen Spionen will die amerikani­sche Behörde an den Marinewerken in Charles- town auf die Spur gekommen sein. Sie suchten

Arbetter über die Konstruttwn eines neuen Tor­pedos auszufragen. Alle Wachen in der Räbe der Werst wurden verdoppelt und verfchärste Be- dingunaen für den Besuch der Marineemrichiungen eingesührt.

----- Der Motorwagen auf der Eisen- bähn.

Auf den Preußischen Staatsbahnen werden jetzt elektrisch betriebene Motorwa­gen eingeführt.

Sie sind bestimmt für den Zwischenver­kehr, also für den Verkehr, der von den großen durchgehenden Zügen nicht erfaßt wird. Sie wer­den z. B. von den Stationen, an denen Schnell­züge nicht halten, die Reisenden zu den Schnell­zugstationen bringen, ferner den Motorverkehr von Mittelstädten erleichtern, auf verkehrreichen Strecken die schnellere Aufeinanderfolge von Fahr­gelegenheiten ermöglichen, aber auch in verkehr­armen Gegenden als Ersatz von Dampfzügen die­nen. Für solche Zwecke genügt ein allein­fahrender Wagen, der durch elektrische Akku­mulatoren getrieben werden soll.

Der erste fertiggestellte Akkumulator-Doppel­wagen ist am Samstag in Berlin im Betrieb vorgeführt worden. Er besteht aus zwei kurz­gekuppelten, zweiachsigen Einzelwagen,' deren je­der in einem Vorbau eine Alkumulatorenbatterie enthält. Der Doppelwagen faßt mehr als 100 Personen, und zwar ist die eine Wagenhälfte als 3. Klasse eingerichtet, die andere enthält die 4. Klasse; außerdem hat jede Wagenhälfte ein Füh- rerabtcil, das gleichzeitig ähnlich wie bei Straßen­bahnwagen als einziger Zugang der Reisenden zu dem Wageninnern dient. Die Wagen besitzen einen mittleren Durchgang mit Türen zwischen beiden Wagenhalften. Der Wagen kann mit einer elektrischen Ladung rund 100 Kilometer zurück­legen, die beiden Triebmaschinen leisten je 80 und laufen mit 50 Kilometer Höchst­geschwindigkeit.

Die erste Probefahrt verlief glänzend. Wagen läuft fast geräuschlos, ost ohne Strom, nur durch sein lebendes Schwergewicht. Die in­nere Ausstattung der Wagen ist ebenso einfach wie praktisch. Tie Holzbänke sind bequem und gefällig. Auch das Aeußere der Wagen macht einen ansprechenden Eindruck.

Die preußische Staatsbahn hat 57 s o Ich e r Wagen i n Bestellung gegeben. In 14 Tagen dürften schon die ersten Waggons auf den Schienen laufen.

Aus -em NachbargeNrl.

* Vom obere» Vogelsberg, 14. Sept. 1908 Wie in anderen Orten der Provinz Oberhessen plant man auch hier die Errichtung eines Gruppe n- Wasserwerks, welches die Orte Bermuths­hain, Ober-Moos, Nieder-Moos, Freiensteinau, Metzlos, Metzlos-Gehaag und noch andere Nach­barorte mit Qucllwasser versorgen soll. Tie Ko­sten der Vorarbeiten werden jedenfalls von der Provinzialkasse getragen werden.

' Frankfurt, 12. Sept. 1908. Gestern nach­mittag wurde den Beamten des Haupt- P e r s o n e n b a h n h o f s in Anerkennung der bei Gelegenheit des eisten Deutschen Turnfestes gelei­steten Dienste eine Vergütung ausgezahlt. — Während des Kais ermanöverL wird diesmal die Eisenbabnverwaltung zu besonders großen Leistungen herangezogen. Fast alle grö­ßeren Stationen mußten Wagen dritter K lasse abgeben, it. a. Frankfurt-Hauptbahn­hof 90. T-araus erklärt sich zum Teil der Wagen- mangel dritter Klasse in Eil- und Personenzügen, der in letzter Zeit herrschte.

* Darmstadt, 14. Sept. 1908. Ter hessische Gastwirteverband hat eine Eingabe ge­gen den F l a s eh e n b i e r h a nd e l an das Groß- herzogliche Ministerium des Innern gerichtet, der wir folgendes entnehmen: „Gerade bei uns in Hessen ivird es schwer empfunden, daß zwei, die dasselbe Produkt verkaufen, gesetzlich so ungleich behandelt und auch so ungleich besteuert werden. Ter Wirt ist in Hessen einer ganzen Reihe von Gesetzen und Anordnungen unterstellt, deren Nichtbeachtung erhebliche Kosten und Lasten mit sich bringt, während der Flaschenbierhändler nahe­zu ohne jede Beschränkung oder Belästigung das Produkt Bier absetzen kann. Außer anderen Steu­ern hat der Wirt, um das Bier verkaufen zu kön­nen, den hohen Konzessionsstempel zu entrichten, der besonders auf Wirten, welche infolge schlechten Geschäftsganges genötigt sind, öfters zu wechseln, schwer und empfindlich lastet, während nahezu in jedem Grünkram-, Spezerei- oder Zigarrenladen Flaschenbier ohne Konzessionsstempel verkauft wird. Es dürfte sicherlich nur als ein Akt der Gerechtigkeit zu bezeichnen sein, ivenn diejenigen, die Bier verkaufen, ob nun in offenen Gefäßen oder Flaschen, der Könzessionspfticht und der Prüfung der Frage des Bedürfnisses und zugleich dem Konzessionsstempel unterstellt würden."

vermischtes.

* In der Berliner Stadtverordnetenversamm- limg kam es Ende der vor. Woche zu sehr erregten sozialpol. Debatten aus Anlaß von drei Anträgen, welche die sozialdemokratischen Mitglie­der eingebracht hatten. Ter erste Antrag betraf die Regelung, der Löhne und Arbeitsverhältn'sie der städtischen Angestellten und Arbeiter. Die Sozialdemokraten verlangten folgendes: Verkür­zung der Arbeitszeit, Erhöhung der Löhne. Die Versammlung beschloß nach längerer Debatte mit Rücksicht darauf, daß die Regelung der Löhne und A.rbeitsverhälticisse der städtischen Angestellten sei­lens i“ r einzelnen Verwattungsdcpntationen des Magchtrats gemäß den Gemeindebeschlüssen und 1 Herr» Etat zu erfolgen hat, über den Antrag zur Tagesordnung Dec zweite Antrag

eriuchte um schleimige Vorkebrungen, um der üit di. ;cu Winter in erhöhtem Maße drohenden Ar- bestslosigkeit in wirkungsvollster Weise entgegen­treten. zu können. Der Magistratsvertreter teilte mit, daß demnächst der Magistrat entgiltige Be- scblüsie fassen werde über die Einsetzung einer ge- miscksten Deputation und die Veranstaltung einer Arbeitslosenstatistik. Infolgedessen wurde die Angelegenheit bis dahin vertagt. Ter dritte An­trag bezog siÄ auf die Fortführung der Speisung bednrttirer Schulkinder während des kommenden Winterhalbjahres.

* (rin „ehrlicher Dieb". Tas; es auch „ehrliche -pltzbubeu" gbr, darüber wird dem „Nassauer Boten" aus Steeden folgendes berichtet: Bei einem nächtlichen Ewlrut wurden eurem Landwirt ans einer Schublade 270 Mark gestohlen. Zwei Tage pater erhielt nun der betreffende Landwirt von der Post einen Brief mit 200 Mark Papiergeld zuge- •anbt mit dem Bemerken, daß die fehlenden 70 Mk. in etwa vi-.r Wochen nachgesandt würden, da er (der Dieb) dieselben vorläufig für sich verbraucht hätte. Selb Uv erst ändlich war der Brief ohne Unter­schrift, war aber imOrte Steeden anfgegcben worden. Interessant in es, daß genau vor Jahresfrist einem Nacbbarn des betreffenden Landwirts mittelst Ein- bruchs 400 Mk. ge kohlen wurden, welche demselben nach nnd nach wieder zurückerstattet lourden, indem sich das (Se’b teils cuf dem Fensterbrett, teils vor­der Hauetüre wiedersand, wo es bei Nacht heimlich hin gelegt wurde.

" Mitten in seinem (Holve gestorben ist in dem pommerschen Dorfe Masichoro der Gastwirt Prcepke. Während er seiner Lieblingsbeschfisiigung nachgin».

den im Schlafzimmer rings um ihn aufgehäuften, zärtlich geliebten und mißtrauisch bewachten Schatz zu zählen, wurde er vom Tode ereilt. Als man leinen Nachlaß aufnahm, stellte sich heraus, daß Prcepke, der seit Jahrrehnten rote ein Bettler gelebt und sich kaum das Notwendigste gegönnt hatte, ein Vermögen von über 200000 Mark sein eigen ge­nannt hatte. In einem kleinen Raum, der ihm als Schlaf- und Wohnzimmer zugleich diente, versteckte er seine Goldfüchse in einer Unmenge von Streich« bolzschachteln, Zigarrenkisten, Tüten, Beuteln und dergleichen. Zu Dutzenden lagen diese eigentümlichen Geldbörsen in dem Raum umher. In jeder Schachtel oder Tüte batte Prcepke zu den Gold­stücken irgend einen „Talisman" gelegt, ein Bild oder einen Knopf. Durch diesen Talisman sollte der Schatz vor Dieben und Einbrechern geschützt werden. Tatsächlich sprach es sich in der ganzen Gegend herum, daß der Gastwirt seine harten Taler und Goldfüchse behext habe, und selbst die ab« gebrühtesten Einbrecher wurden dadurch abgeschreckt, Prcepke einen nächtlichen Besuch abzustatten.

— Eine neue Fakultät. Pfarrer: „Nicht wahitz Hutzelbauer, Euer Sohn studiert? — Bauer: „Ja, aber die G'fchicht sticht scho' mehr in's Saufen hinüber!"

Reklamen- und Anzeigenteil.

„konnte mit 18 Monaten noch nicht stehen — und lief mit 19 Monaten herum." Em so erfreulicher Erfolg konnte nur durch eine ganz bedeutende Kräftezunahme bewirkt werden. Wie sehr sich Scotts Emulsion auch in diesem Falle ivieder bewährt hat, vernehmen wir aus dem folgenden Brief:

Ohliqr (Rheinlands Schlotzsir. 13, 16 Dezember 1907.

»Mein itzt 2»/> jähriges Töchterchen Elfriede mar im Alte» von 18 Monaten so schwach, datz sie nicht allein zu stehen ver­mochte. Ta wurde mir van verschiedenen Seiten anciernten, es Lc« einmal mit Leons Emulsion zu versuchen, und siehe da, schon nach dem Verbrauch der »weiten Flascke war die Kleine im­stande zu stehen und t äfrtgte sich immer mehr, o datz sie tn der iurjen Zeit von i Wcchen völlig lausen konnte.

igez.) Fritz Dorüdorf.

Worin beruht nun das Geheimnis .fS-JpF. dieser stärkenden Eigenschaften von

= Scotts Emulsion? — einzig und

/;•■ t V i < LÜriR ht Ihrer werten Zusammen«

7 \T';i setzuug aus den allerbesten Äxchmate«

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mühelos vor sich geht.

icott-S Emulsion wird von uns nusschtietzlich Im trotzen vor- fiu’t, U !d zwar nie löse nid) Gewicht oder Matz, sondern nur in veisiegelten Origlt alllaschen in Karton mit unserer Lchutz- inaite ver Fischer mit dem D .i-sch). Scott u. Bowne, ®. m. b. H. Fraolsurt o. M.

Äesmndteile: Feinster Medizi zal-Lebertrar läo.o prima Glyzerin 6n,o, -mtetptwSvhorigiaurer statt 4,3 unterphoiphoitg. saures Natron 2,0, pu'v. Tragant 3,0, fetnfter arab Gummi prlv 2.0, defti«. Waifer 129,0, Alkohol 11,o. Hierzu aromatische Lnmtsion mit Zimt-, $1 anbei« und Gaultheriaöi je 2 Trapsen.

Heine ileiren, des war keine Kleinigkeit!

H« Denken Sie nur, ich hatte mich total verstiegen über mir Fels en schroffen, unter mir ein Abgrund von hundert Metern und Teilte Möglichkeit, vor UH oder rückwärts zu kommen. Zwanzig Stunden Jfej hab ich so aushällen muffen und es war nur Igr ein Glück, daß ich eine Schachtet Fays ächte Ss,G Sodener Mineralpastillen in der Tasche hatte, JM ohne die ich keine Tour unternehme. Die haben WL mich nicht nur vor Durst bewahrt, denen danke tchs vor allem, daß ich ohne schwere Erkältung SS bfluongefommen bin. Fays ächte Sodener muß man auf jede Hochtour rnilnehmen. Man kauft st« für 8ä Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, öS Drogerien und Mineralwafferhandlungen.

Meines Feuilleton

— Eine jcltsamc Sensation hat sich eine Ber- liner Varietebühue, der Wintergarten, gesichert, die dort das größte Interesse beim Publikum findet. Es handelt sich um das Ehepaar Zauzig, dos alle Welt verblüfft durch ihre unerklärliche Gleichzeitigkeit seelischer Eindrücke. Während Frau Zauzig auf der Bühne verharrt, begibt sich Herr Zanzig ins Publikum. Alle nur erdenkli­chen Gegenstände, welche er dort entdeckt, z. B. Münzen, Karten, Schmuckgegenstände und der­gleichen benennt die weit von ihm entfernte Gat­tin mit ihrem Namen, fobald er selbst seine Auf- merksamkeit auf diefe Gegenstände richtet. Hier findet keine Verständigung in Worten statt, wie man es sonst wohl bei Gedankenlesern beobachtet. Tie Frau entziffert jede Visitenkarte, sie spricht aus, was sie mit dem Gatten gleichzeitig wahr- nimmt, obgleich doch nur er allein den Gegenstand wirtlich sieht. Herr Zanzig reicht uns eine Tafel 111111 wir zeichnen ein Dreieck oder Viereck, einen Kreis oder ein Sternchen hinaus. Sogleich be­ginnt Frau Zanzig auf der Bühne die gleichen Auszeichnungen auf ein Täfelchen auszuführen. Wir schreiben vier siebenstellige Zahlen auf die Frau Zanzig schreibt sogleich das Resultat der Addition dieser Zahlen auf. Eins der inter« ^Affesten Experimente aus dem Reiche des Un- erklar.ichen ist das folgende: Wir zeigen Herrn Zanzig, der neben, uns steht, in irgend einem Buche eine beliebige Stelle; fobald er die Wort- bilder 8» Gesicht bekommt, beginnt Frau Zanzig siuf der Buhne genau dieselbe Stelle laut zu le­sen. Wir beobachten hier also ein vollständiges Zusammenarbeiten zweier Gehirne ohne sichtbaren oder hörbaren Rapport. Seit 6 Jahren produ- tziert sich das seltsame Ehepaar, das bei seinem i’n Wintergarten zum ersten Male in Deutschland weilt, auf den Varietebüh- nen Amerikas und Englands. Es ist interesfant

zu erfahren, wie die Zauzigs dazu kamen, diesen eigenartigen Beruf zu ergreifen. Eines Tages saß Fran Zanzig in ihrem Heim in Newyork, während der Gatte im Nebenzimmer ungeduldig auf- und abschritt. Mau beabsichtigte einen Be­stich zu macken. Ta plötzlich blickte der Herr des Hauses nach der Uhr; im gleichen Augenblick er­scholl aus dem Nebenzimmer die Stimme der Gattin: „Es ist 5 Minuten nach halb sechs, ich komme sofort!" Erstaunt trat der Gatte in die Tür. Frau Zanzig hatte keine Uhr bei sich, fon- dern die Zeit genau mit ihm gesehen, als er auf das Zifferblatt blickte. Am folgenden Tage las Herr Zanzig im Newyorkcr Herald einen fpanneu- den Aufsatz. Da trat Plötzlich seine Gattin ins Zimmer, sagte, indem sie das Journal ergriff und auf den Artikel hindeutete: was Du eben lasest, bedeutet unstreitig den interessantesten Teil der heutigen Nummer. Nun beschlossen die beiden sich auf die Merkwürdigkeit des gemein­samen Denkens hin zu prüfen nnd den Beruf als Gedankenleser aufzutiehmeu. Die Männer der Wissenschaft, Fachleute und Laien haben vergeblich versucht, in dieses Geheimnis der Natur einzu- dringen und so stehen die beiden rätselhaften Men­schen auf dem interessanten Gebiete der Gedanken- iibertragung wirklich einzig da.

— Schnelles und langsames Tabakrauchen. Die Wirkung des Tabakes auf die Gesundheit wird durch verschiedene. Umstände bedingt, vor allem durch die Qualität des Tabakes; schwere Zigarren (Importen!) wirken viel stärker als leichte, trockener Tabak ist nicht so schädlich wie feuchter, uicotinarmer weniger als nicotinreicher. Aber auch die Art des Rauchens kann für die Wirkung in größerem oder geringerem Maße von Bedeutung sein. Die Naßraucher verschlucken be­kanntlich eine besonders große Menge von Nico­tin, deswegen ist auch das Rauchen mit der Spitze weniger schädlich, als das Rauchen ohne Spitze. Aber auch das Tempo des Rauchens ist nicht gleichgültig, denn es übt sicher auf das Befinden eine verschiedene Wirkung, aus, je nachdem man

zum Rauchen einer Zigarre Yt Stunde oder Y*i Stunde gebraucht," zumal, wenn int Lause des Tages eine größere Menge von Zigarren ge­raucht werden. Ter langsame Raucher ist hier schon deswegen im Vorteil, weil er überhaupt nicht so viel Zigarren konsumieren kann, tote der Schuellraucher. Schon aus diesem Grunde, und toeil das rasche Rauchen das Herz und die Lunge natürlich viel mehr in Anspruch nimmt, als das langsame, hat man bisher allgemein an­genommen, daß letzteres weniger schädlich sei, wie das elftere. Prof. Liebermann in Budapest hat die Frage auf experimentellem Wege zu sösen gesucht. Beim Rauchen entstehen bekanntlich Ver- brenttuiigsprodukte sowie Produkte der trockenen Destillation, je nach der Qualität des Tabakes und der Art des Rauchens sind ihre Menge und ihre Qualität verschieden. Je größer die Menge von teeartigen Produkten ist, desto weniger ent­spricht das Rauchen den Anforderungen der Hy­giene. Prof. Liebermann fand nun, daß beim rajchen Abrauchen mehr teeartige Produkte ent­stehen, als beim langsamen, und datz beim un­unterbrochenen Rauchen die gleiche Gewichtsmeuze Tabak umsomehr teeartige Substanzen liefert, je kürzer die Zeit des Abrauchens ist. -r.

— Der Tanerlauf als Heilmittel. Der Dauerlauf ist in den Nervenheilstätten als ein nützliches Glied der Heilkunde erkannt worden und findet eine dementsprechende Verwendung. Er darf jedoch nicht in einzelnen Sprüngen, son­dern mit fortwährend leicht gebeugtem Knie, gleichsam über den Boden schleifend, ausgeübt werden, wobei Ueberanstrengung vermieden und rafcher Ermüdung vorgebeugt wird. Der Lauf beginnt zunächst mit langsamem Tempo, anfangs bauert er einige Minuten, später bis zu einer hal- E Stunde und länger. Die Hebung wird nicht plötzlich abgebrochen, sondern erst nach allmählicher Verlangsamung. Darauf folgt eine kurze Douche. Die Uebungen werden unter freiem Himmel und in leichter Wollkleiduug ausgeführt. Wenn die Kranken richtig ausgewählt werden, fo wird

durchweg eine wohltätige Wirkung mit dem Dauerlauf^erzielt. -r.

— Verjährte Gesetze. Die arotestautischen Be- kämpfer der Prozession, die elegentlich des Eucha­ristischen Kongresses in London stattfand, können sich tatsächlich auf ein Gesetz aus dem Jahre 1829 berufen, wonach jeder katholische Geistliche, der an einer derartigen Prozession teilnimmt, eine Geld­strafe von 50 Pfund, also 1000 M, verwirkt hat. Die Katholiken erwidern mit einigem Recht, datz diese Bestimmiing zu den Gesetzen gehöre, die zwar auf dem Papier nock; beständen, an deren praktische Anwendung aber kein vernünftiger Richter mehr denke. So fei auch die Bestimmung niemals ausdrücklich außer Kraft gesetzt worden, wonach ein Protestant, der ein Pferd im Be­sitze eines Katholiken sähe, von diesem verlangen könne, daß er eS für fünf Pfund ab­trete. Wenn diese auf dem Papier noch be­stehende Gesetzesvorschrist auch in der Praxis noch Geltung hätte, so könnte man ein vorteilhaftes Geschäft machen, wenn man Signoretta, die sie» gerin im letzten Terby-Retmen, ihrem katholischeH Eigentümer für 100 tAl entführte.

— Einen merkwürdigen Sarg hat sich ein alter Sonderling in Chester, William Croß, der dieser Tage gestorben ist, gebaut. Der Sarg be­steht aus Tausenden von leeren Streichholzschach­teln, die symmetrisch auf einer hölzernen Unter­lage geleimt sind. An diesem Werk hatte der 34 Jahre alte Kautz zehn Jahre gearbeitet. Er hatte ferner auf dem Sargdeckel, der ebenfalls aus 500 leeren SteichhoNchachteln. bestand, eine elektrische Batterie anbringen lassen, von der Drähte ins Innere des Sarges führten.

— Ordnung muß sein, dachte das (Steueramt in einem größeren Orte Niederösterreichs und teilte einem im November vorigen Jahres ver­storbenen Maurermeister amtlich mit: „Sie wer­den hiermit amtlich verständigt, daß Ihre Steuern wegen Ihres Ablebens abgeschriebeü wurden. Herrn Stefan Sch., Maurermeister in