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Sota tionrdru Sund Verlag der Lnldaer Ak» tien-ruckerel in Fulda Zerns-rrchrr Hr. 9.

Manoli

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MANOLI

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Fulda, Mittwoch den 5. Aupust 1908.

M 178.

v^ujruie ycicm YUI, Kanafen zu bsmächtigen.

Ausland

* Die Zukunft des Koirgostaatrs. Tie mit Spannung vou der gesamten belgischen Presse er­wartete Veröffentlichung der Fortsetzumg der Ver­handlungen zwischen England und den Vereinig- ten Staaten einerseits und Belgien andererseits bezüglich der zukünftigen Kongokolonie ist soeben erfolgt. Aus der diplomatischen Korrespondenz geht hervor, daß England und die Vereinigten

neurs auch sofort nach dem Eintreffen der Nach- richt Schritte getan, hat, um sich der schuldigen

des Scheckverkehrs bedingt, daß sich alle kaufmän- Nischen Kreise mit dem neuen Gesetz vertraut machen.

„Die geerbte Braut" ist der Titel eines soeben in Kürschners Bücherschatz zum Preise von 20 als Band 616 erschienenen Romanes von Fritz S k o w ro n n e k. Er bietet ein hochinteressantes, farbiges Bild der Sitten «nd Gepflogenheitm der ostpreußischen Großbauern dar. Ihre marki­gen Gestalten, ihre geraden, starren Charaktere m Verbindung mit althergebrachten Gebräuchen bilden ein lohnendes Studium, dessen schätzens­werte Ergebnisse der Verfasser aufs geschickteste verwertet hat. ____

Aus dem Nachbargebiet.

* Rotenburg, 3. Aug. 1908. Unsere Was- serleitung scheint besonders in dieser wasser­armen Jahreszeit den gesteigerten Anforderungen nicht mehr zu genügen. Wiederholt hat sie schon versagt, besonders in der vorigen Woche pls nach einer Feuettvehrübung in Mündershausen das Wasserwerk etwas stark in Anspruch genommen wurde. Das Aufsuchen und Fassen neuer reich­haltiger Quellen macht sich daher bald nötig.

' Roßdorf, 3. Aug. 1908. Der 13 Jahre alte Sohn des Aufsehers Konrad hatte sich mit einem Seil in der Scheune eine Schaukel zurecht ge­macht. Er schaukelte wahrscheinlich zu hoch, sodaß das Seil, als es loser war, eine Schlinge bekam, die sich ihm um den Kopf schlang, sodaß, der Junge beim Zurückfahren sich erdrosselte. Eine Stunde später sand ihn eine Frau tot an dem Seile Engend.

* Höchst, 3. Aug. 1908. Daß rücksichts­lose A «tofahrer jetzt ein erheblich langsame­res Tempo Anschlägen, wenn fis Städte und Ortschaften passieren, ist eine Tatsache, die gewiß schon manchem angenehm aufgefallen ist . Sie wissen aber auch, warunr. Denn fast alle Gendar­men und Polizeisergeanten haben das Längen­maß bestimmter längerer und leicht zu übersehen­der Straßenstrecken und eine sog. Stoppuhr in der Tasche und sind hierdurch imstande, ohne wei­teres sestzustellen, ob ein Auto die als Maximum zugelasiene 15 Kilometergeschwindigkeit über­schritten hat oder nicht. Ist ein Autler zu schnell gefahren, wird er angezeigt, und — bestraft. So wurden vor einigen Tagen vom Schöffengericht wieder vier Automobilbesitzer, die zu scharf ge­fahren waren, zu Geldstrafen von 30 bis 50 M verurteilt.

* Mühlhausen (Thüringen), 3. Aug. 1908. Eine unsinnige Wette schlossen vor einigen Tagen zwei junge Leute ab. Nachdem sie in einem Reftanrant schon reichlich Bier getrunken, leerte einer von ihnen infolge einer Wette eine Lrter- flasche mit Büanntwein. Die Folge für den Leichtsinnigen ist eine schwere Alkoholvergiftung.

Literarischem

Scheckgesetz für das deutsche Reich mit Erläute­rungen versehen von Ang. Bergmann. 20 13, in Partien billiger. Verlag der modernen kausm. Bibliothek, Leipzig-R.

Ein Ereignis siir unser Wirtschaftsleben be­deutet das jetzt in Kraft getretene Scheckgesetz. Die hierdurch hervorgerufene gewaltige Ausdehnung

vermischtes.

* Kannibalismus in Deutsch-Ren-Guinea. Ueber die Ermordung von drei getauften Einge- borenen, die zu der in den Bainingbergen auf N e u p o m m e r n gelegenen Methodistenmission gehörten, durch dortige Buschkanaken find der „Franks. Ztg." einige Mitteilungen zugegangm. Danach sind die Erschlagenen zu irgend einer Verrichtung in den Wald geschickt, dort überfallen und niedergemacht worden Die Leichen haben die Mörder fortgeschleppt und, wie aus den auf- gcfundene» Spuren hervorgeht, überm Feuer g e- drate» und verzehrt. Die Methodisten- Mission, zu der die Erschlagenen gehört haben, liegt etwa SO Kilometer nördlich von Herberts- Höhe, wo der Stellvertreter des auf einer Dienst­reise nach Map (Karolinen) begriffene Gouver-

Staaten von Amerika bi« sofortige und wirksame Abschaffung der Zwangsarbeit for- dern. Ferner wird von beiden Regierungen ver­langt, daß gemäß der Berliner Atte bezüglich aller Meinungsverschiedenheiten über die .Handels­und wirtschaftlichen Fragen das Schiedsge- richt angerufen werde, also z. B. auch bezüglich der Zuerkilung von Ländereien an die Eingebo­renen, die Lies« in die Lage versetzt, Kautschuk und andere Produkte zu ernten und sie, wenn sie wol­len, zu verkaufen. Es wurde behauptet, daß die Zuerteilung von Ländereien an die Eingeborenen in den Konventionsgebieten sich nicht durchfüh­ren lasse. Die belgische Regierung erklärt dem­gegenüber wie auch früher mit Nachdruck, daß sie alle Reformen ehrlich und ernsthaft durchführen wolle.

Deutsches Reich.

= Parlamentarische Reise nach Norderuch. Wir haben vor einigen Wochen mitgefeilt, daß in diesem Jahre solche Reisen nicht stattfinden wer­den, zum großen Kummer der Freisinnigen. Die „Köln. Volksztg." hat dann gemeldet, daß ein vol­les Dutzend von Abgeordneten und Redakteuren bereits eingeladen sei. Die „Freis. Ztg." erklärte dies für unwahr. Jetzt kommt aber eine Berliner Korrespondenz und will wissen, daß der Reichs­kanzler gedenke an der Nordsee im August und September eine Reihe einflußreicher Parlamen­tarier zu empfangen, um mit ihnen die Lage zu besprechen. Es soll beabsichtigt sein, den Parla­mentariern im strengsten Vertrauen die Grund­züge der Reichsfinanzreform mitzuteilen, wie sie in Gemeinschaft mit den Finanz Ministern der Bundesstaaten Anfang Juli ausgestellt worden sind. Um den Wünschen der Parlamentarier nach Möglichkeit entgegenkommen zu können, bestehen nach der betreffenden Korrespondenz neben den Hauptplänen der Reform noch Reservepläne, so­daß in gewissen Grenzen Kompensationen möglich sind. Reichsschatzsekretär Sydow, heißt es, scheide vorläufig aus und werde erst Mitte September wieder eingreifen, wenn die Lage so geklärt sei, daß eine bestimmte Vorlage aus den vorliegenden Plänen zusammengeftellt werden könne. Wir glauben nicht, daß diese Meldung richtig ist; denn Reichsschatzsekretär Sydow würtw sich sehr lebhaft dafür bedanken, daß man ihn dergestalt behandelt. Die Pläne bleiben vorerst geheim, weil in einzel­nen noch, viel auszubauen ist.

— Die Srcschlange Schücking kann nicht ster­ben; die „Nordd. Allg. Ztg." ergreift abermals das Wort, um darzulegen, daß eine Einstellung des Verfahrens unzulässig fei; der Bezirksaus- schuß müsse erkennen. Das offiziöse Blatt, ein­mal von Windthorst der „Urquell der Wahrheit" genannt, stellt in Abrede, daß ein Beamter auf Schücking ein gewirkt habe, damit er nicht für den Freisinn kandidiere. Der Beamte, welcher Schü­cking Vorstellungen betreffs seiner Kandidatur gemacht habe, sei der 2. Bürgermeister Plewka aus Schleswig. Herr Plewka hab« amtlich be­kundet, daß er bei einer aus völlig anderem An- laß stattgehabten Unterredung lediglich seiner privaten Ansicht Ausdruck gegeben und weder von einem Auftrag gesprochen noch sich überhaupt den Anschein gegeben habe, der Ueberbringer eines amtlichen Auftrages zu fein. Herr Plewka will sich nicht einmal „den Anschein gegeben haben, der Ueberbringer eines amtlichen Auftrages zu fein." während Herr Bürgermeister Dr. Schücking in seinem an das „Berl. Tagebl." gerichteten Schrei­ben vom 28. Juli klipp und klar gesagt hat: „An einem Nachmittage in den letzten Wochen vor der Landtaaswahl erschien bei mir ein in Schleswig wohnender Beamter und teilte mir mit, er habe den Auftrag, mir zu sagen, ich solle möglichst bald meine Kandidatur beim Regierungspräsidenten zur Sprache bringen und die ungewöhnliche Tat­sache rechtfertigen, daß ich als Bürgermeister für lüe freisinnig Volkspartei kandidiere." Man ge­winnt den Eindruck, daß Herr Plewka ein etwas mangelhaftes Gedächtnis hat und sich feiner Worte nicht mehr genau erinnert. Herr Bürger­meister Dr. Schücking telegraphiert: „Gegenüber heutiger „Nordd. Allgemeinen" verbleibe bei mei­nen Behauptungen, für die ich eine Reihe von Tatsachen auführen kann. T. Schücking". — Wie steht, es denn mit dem Eingreifen der mili­tärischen Behörden, die auch gegen Schücking vorgingen?

* Mainz, 4, Ang. 1908. Am 20. September d. I. findet m der Stadthalle der Parteitag des hessischen Zentrums statt. Der großen. Dolksoersammlung am Nachmittag geht vormit­tags eme Beratung deS Landeskomitees imKasino im „Frankfurter Hof" voraus. Der Parteitag wird sich hauptsächlich mit den bevorstehenden Landlagswahlen beschäftigen.

Marktdkrtcht.

»Frankfurt, 3. Ang. 1908. sGetretdemarkt.s Der heutige Markt war ziemlich lebhaft; insbesondere waren Futtermittel stark gefragt. Mt-r Weizen war nicht mehr da und neuer noch wenig offeriert, Rogge« war gut gefragt. In Gerste noch wenig Geschäft. Hafer unverändert. Mais und Mehl fest. Kleie fest. Die heutigen Notierungen stellen sich wie folgt je nach Qualität: Weizen, hiesiger und SSettermrer 00.00 bis 00.60 Mark, kurhessischer 00.00 00.00 Mark, norddeutscher 00,00—00.00 Mk., raff. 24.00 -25.00 M , Redwinter 00.00 -00.00 Mk., Kansas 00.00-00.00 Mk.. La Plata 23.25—24.00 M., rumänischer 00.00 — 00.00 Mark. Roggen, hiesiger, 00.00 - 00.00 Mk., russischer 18.60-00.00 Mk., rumän. 00.00—00.00 Mk., Gerste hies. u Wetterauer 00.00—10.00, Pfälzer 00.00 - 00.004»., Ried 00.00—00.00 M., Hafer, hiesiger 16.75—17.00 Mk , bayerischer 00.00—00.00 Mark, russischer 00,00 bis 00.00 Mk., rumän. 00.00—00.00 Mk., amerika­nischer 00.00-00.00 M„ Mais (Mixed) 00.00 -00.00 M„ Donaumais 00.00—00.00 M, La Plata 1625—16.50 Mark, rass. 00.00—00.00 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl —. Es notiert je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 29.75 bis 30.00 M., Nr. 1 28.75-29.00 M., Nr. 2 27.75 bis 28.00 M., Nr. 3 27.25—27.50 Mk., feinere Marken 0.50—0.00 M. höher. Roggenmehl Str. 0 28.00—28.50 M„ Nr. 1 26.00 26.50 M., Nr. 2 22.00—22.50 M. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loko hier. Futtermittel iest. Weizenschalen 10 50-00 00 Mark, Weizenkleie 00.00 bis 00.00 M., Roggenkleie 11.00—11.25 M„ Futtermehl 00.00—00.00 M., Biertreber, getrocknet, 12.50 — 00.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.

' Frankfurt a. M., 3. Aug. 1908. Amtliche No­tierung der Biehmarki-Preise. Zum Verkauf standen 412 Ochsen, 80 Bullen, 831 Kühe nnd tonoer (Stiere und Färsen), 313 Kälber, 185 Schafe und Häminsl un» 1631 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Psd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollsteischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes bis zu 6 Jahren 80—82 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 74—76 Dt„ e. mäßig genährte plage, gut genährte ältere 60—64 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. voll fleischige höchsten Schlachtwerles 65—67 Mark, b. mäßig genährte jüngere imb gut genährte ältere tl—63 M., c. gering genährte 00—00 M Kühe und Färsen (Stiere und Mnder): a. vollfleischige, ausge­mästete Färsen (Stiere und Rinder! höchsten Schlacht- wertes 74—76 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 66 -68 M., e. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 52 bis 56 Di., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und sttrnder) 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Psd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollmaft) u. beste Saugkälber (Hannov.) 02—95 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 80—92 Pfg., c. geringe Saugkälber 65—70 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 82—00 Pfg., b. ältere Masthämmel 74—76 Pfg„ c. mäßig genährte Hammel und Schase (Merzschafe) 00—00 Pfg. Schweine : a. vollfleijchige der ferneren Raffen und deren Kreu­zungen im Aller bis zu 1'/« Jahren 68—00 Pfg., b. fleischige 67—00 > ,g, c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 58—60 P»a., c. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) Uu—uo Pfg. Bezahlt wurde für 1 Psd. Levendgew.chl: Ochsen 00—00 Pfg., Kälber: a. 55—56*,gv u. 47 —52 Pfg. Schweine: kt.53—VOPjg., b. fleischige 52‘/i Pfg. Geschäftsgang in Horn­vieh und Kleinmeh gut, Ueberstand tu beiden Bteh- gattungen teurer. Aus Oesterreich-Ungarn standen 80 Ochsen zum Berkaus.

§5 Kassel, 3. August 1908. Bei der hier abgehal­tenen Häute- und Fetle-Bersteigerung der hiesigen Genossenschaft für Häute- und Fellverwertung, G. m. d. H„ kamen 395 stück rRe und 44 Stück schwarze Ochsenhäule, 320 Sluck Ballen- und 1480 Stück Kuh- und Rmoerhäute, ferner 4171 Stück Kalbfell« und 1533 Glück Schaf- uno Hammelselle zur Bersteigerang. Bei gutem Besuch und reger Kauflust wurden erzielt: für rote Ockpenhäute 49 Ps. (42 Pi.), Bullenhäule 301/* bis 43 Ps. 281 - bis 387« Pf.i, Kuh. und Rinderhäute 517- bis 57 Pf. (iv bis 5^,» Pf.), alles für das Pfund bei Schlachtimg mit Hora ohne Schweifbein. Kalbselle brachten 30 bis 50 Ps. per Stück mehr, ebenso Schaf­

35. Jahrgang.

feile brachten 30 bis 60 Pf. mehr «8 wie a» 17. Jimk. In der Hauptsache wurde das Geselle vo« Klebe- Fuld a, sowie von Hersfelder und Eschweger, sowie iVielfunger Gerber außerdem einigen Häutegroßhanv- lungen aus Hannoner und Mitteldeutschland erworben.

ttmzer Getreide-Wochenbericht der preisberichtssteile der deutschen Landwirtschastrrat» vorn 22- 3irti bi« 3. August 1908.

Durch warme und trockene Witterung begüa- fügt haben die Erntearbeiten bis zur Mitte der Berichtswoche rasche Fortschritte gemacht, sodaß neuer Roggen bereits in stärkerem Maße auf die Märkte zu kommen beginnt und auch vereinzelt schon Weizen und Gerste zum Verkauf gelangten. Während der letzten Vage haben indes häufige > und zum Teil ziemlich ergiebige Niederschläge das Einernten verzögert «nd Befürchtungen wegen Schädigung des bereits geschnitten auf den Fel­dern liegenden Getreides erweckt. Mehrseitig ver­lautet auch, daß die Dualität der Gerste gelitten hab« und da die Ausbildung der Körner infolge der langen Trockenheit ohueKn zu wünschen, übrig läßt, so dürfte die Gerstenernte weniger btaw« fähiges Material liefern, als noch vor kurzem er­wartet wurde. Daß auch die übrigen Ernten nicht alles zu halten scheinen, was sie versprachen, geht aus einer Erhebung hervor, die fettens der Preis- berichtsstelle am 1. August dorgenommen wurde. Danach stellt sich das voraussichtliche Ergebnis, in Prozenten einer Mittelernte ausgedrückt, «sie folgt: Winterweizen 99,7, Sommerweizen 94,5, Winterspelz 99,9 Winterroggen 97,9 (gegen 100,8 am 1. Juli d. I.), Sommerroggen 87,5, Sommer­gerste 91, 7 und Hafer 88,1. Zweifellos hat die wochenlange Dürre, unter der namentlich die Sommersaaten zu leiden hatten, auch auf da- Wintergetreide ungünstig eingetotrH; so hat man es bei den Enttäuschungen, die der Roggener- drusch allenthalben bereitet, jedenfalls mtt den Folgen der nicht nur auf leichten Böden entstan­denen Notreife zu tun. Im übrigen liefert der Roggen ein trockenes, mahlfähiges Korn, was feine Verwendung zum Export wesentlich erleich­tern dürfte, zumal bei den gedrückten Preisen ein Wettbewerb Rußlands nicht in Betracht kommt. Angesichts des zunehmenden Angebotes verhielten sich die Käufer ziemlich reserviert, und die Preise haben infolgedessen merklich nachgelassen, trotzdem in den Versorgungsverhältnissen ein Hindernis für die Unterbringung stärkerer Zufuhren kaum zu erblicken ist. Von Weizen sind alte Bestäub« überhaupt nicht mehr vorhanden, und ist mit Ruckfich t auf den verhältnismäßig niedrigen Preisstand auch bei diesem Artttel mit der Mög­lichkeit stärkeren Ausfuhrgeschäftes zu rechnen. Die Forderungen für amerikanischen Weizen stel­len sich, aus Berliner Parität gerechnet, zur Zeit ungefähr 20 ott über dem Inlandspreis.

Es stellten sich die Prelle für inländllches Getreide am letzten Markttage tn Mark pro 1000 Äilsgr. je nach Qualität, wobei das Mehr l-j-) drzw. Weniger (—) gegenüber der Borwoche in Klammern Q 6efgefügt ist wie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Danzig 216 (-f- 2 ) 171 (—9 ) 160 f— 1%

Berlin 215 175 (— 12 ) 178 (—1

Hamburg 210 (- 1 ) 182 (— 1 ) 176

Düsseldorf 187 (—3 ) 168

Frankfurt 185 (— 5 ) 175

München 233 193 183

Weltmarktpreise: Wei^n: Berlin Sept, 200.75 (- 6.25), Budapest Oktober 189.95 (00.35>, Paris Au­gust 183.00 (- 1.60), Liverpool Sept. 163.36 f— 1.75), Chicago Sept. (142.00 (+• 2.60. Roggen: Berit» Sept. 177.75 (- 7.00. Hafer: Bertm Sept. 162.00 (- 2.00) Mark per 1000 Kilogramm.

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