MaerW Zeitung
toie auswärts V50T1U.
Fulda, Dienstag den 21. Juli 1908.
Jahrgang.
M 165
Veranttv. Nedotteurr Carl Schütter
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Ä« Ä«. w«ch-nb-iiag-: „Illustrktte Sonntagszeitung"
Umladung zur 55. Kenerar-WersammLung 6er Katholiken Aentschbttnds in Angsrdorf vom 16.-20. August 1908.
Deutsche Katholiken!
Zum drittenmale soll Düsseldorf, die Kunst- Md Gartenstadt am Rhein, die Ehre und die Freude haben, die Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in seinen Mauern zu begrüßen. Warm und herzlich wie in den Jahren 1869 und 1883, so geht auch jetzt die Einladung hinaus an alle deutschen Katholiken, daß sie recht zahlreich zu unS kommen, zu gemeinsamer Anregung und Erbauung, zu gemeinsamer Arbeit und Freude.
Wir haben nicht nötig, die Bedeutung der Alljährlichen Katholikenversammlu ngen darzulegen; sie sind anerkannt als vorbildliche Veranstaltungen, als machtvolle Kundgebungen katholischen Denkens tznd Wirkens. Und wie es auf den früheren Versammlungen war, so soll es mit Gottes Hilfe auch in Düsseldorf sein. Von neuem wollen wir pnS und der Welt vor Augen führen die kulturelle Bedeutung unseres hl. katholischen Glaubens, ehrlich und eifrig prüfen die Richtlinien für ui Betätigung im öffentlichen Leben, in gegen- jeiuyei Aussprache untz stärken und rüsten zu tatkräftigem Wirken für Kirche und Vaterland, bon neuem gelobend und verlangend die Wahrung Und Förderung des konfessionellen und des sozialen Friedens. Alle Stände soll unsere Versammlung umfassen, allen soll sie dienen, die gemeinsamen Interessen fördernd, die widersprechenden ausgleichend. Die ganzen Verhandlungen aber sollen getragen sein von dem Gedanken treuen, unerschütterlichen Festhaltens an dem von den Vätern ererbten christlichen Glauben, in unserer hl. römisch-katholischen Kirche. Und vahrlich not tut in unseren Tagen die Pflege Md Kräftigung dieses Gedankens! Von allen Seiten kommen Angriffe auf Christentum und Kirche: Das Christentum soll veraltet, die christliche Sittenlehre nicht mehr zeitgemäß, die katholische Kirche von Kultur und Fortschritt überholt sein, die Katholiken zur Mitarbeit im öffentlichen Leben erst geeignet werden, wenn sie sich vom römischen Joche befreit haben. Diesen Angriffen wollen wir entgegensetzen das freudige Bekennt, nis zu Christentum und Kirche, die feierliche Erklärung, daß die deutschen Katholiken — feflwurzelnd in der Liebe zum Vaterland — heute wie zu allen Zeiten mit Liebe und Verehrung, in Treue und Gehorsam aufblicken zum Oberhaupt ihrer Kirche, zum Stellvertreter Christi auf Erden, dem hl. Vater in Rom.
Gerade die diesjährige Versammlung hat besondern Anlaß, den Gefühlen treuer Anhäng, lichkeit an den hl. Vater Ausdruck zu geben. Am 18. September tritt Pius X. in das 50. Jahr seines priesterlichen Standes, und dankbaren Herzens bringen die Katholiken aller Länder dem Jubelpriester auf Petri Stuhl begeisterte Huldi Sungen dar. Allgemeiner freudiger Zustimmung urfte deshalb das Zentralkomitee zur Vorbereitung der Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands gewiß sein, als es beschloß, „daß
* Die Psychologie der Aussage.
In der Psychologischen Gesellschaft in Berlin hielt kürzlich Tr. Albert Moll, der bekannte Psychiater, einen Vortrag über den gegenwärtigen Stand der Aussageforschung. „Der vielfach vollkommen berechtigte Vorwurf der Weltfremdheit", meint Dr. Moll, „der gegen unsere Juristen, besonders gegen Richter und Staatsanwälte, erhoben wird, zeigt sich nicht zum wenigsten in der Tatsache, daß sie mit der Unzuverlässigkeit der menschlichen Aussagen nicht hinreichend vertraut sind. Auf was für Zeugnisse hin mitunter ein Urteilsspruch geschieht, wie den Beschuldigungen von Kindern, die noch kein Verantwortlichkeitsgefühl haben, geglaubt wird und dafür Männer für Jahre lang ins Gefängnis oder Zuchthaus geschickt werden, das ist in der Tat nach meiner festen Ueber- jeugung ein bedeutender Krebsschaden."
Von wie falschen Voraussetzungen mitunter Richter bei der Beurteilung von Zeugenaussagen vusgeheu, dafür führte Dr. Moll als Beispiel ben Krawallprozeß gegen die Bauarbeiter an, der sich im April d. I. vor dem Landgericht I in Berlin abgespielt hat. Die Richter glaubten da- stnals den als Zeugen auftretenden Polizeibeam- ren mehr als den Bauarbeitern. Sie meinten -war, daß die Aussagen der Bauarbeiter nach deren Meinung wahr seien, daß die Zeugen aber interessiert seien. Dabei übersah aber, meint Dr. Moll, das Gericht, daß der Polizeibeamte, r nach seiner Meinung auch die völ-
trge Wahrheit sprach, von seinem Standpunkte uns gerade so interessiert war wie der Bauarbeiter. Er wh von seinem Standpunkte aus eben alles anders.
* Wie sehr Zeugen sich irren können, trotzdem Re einen Eld leisten, dafür erzählt Dr. Moll ein hübsches, übrigens schon bekanntes Beispiel. Vor jmrzem fand vor einem Gerichtshof in Warschau Bote Verhandlung gegen einen Angeklagten we- I$n Diebstahls statt. Der Angeklagte, namens
— Menschliche Rätsel. Wenn die heißen Sommertage sich dem Ende zuneigen, und der Abend, wie es in diesem Jahre faä stets der Fall ist, sich
Zinny, wurde hereingeführt, drei Zeugen traten auf und beschworen, daß sie denselben Mann, der auf der Anklagebank saß, bei einem Diebstahl ertappt, verfolgt und festgenommen hätten. Dar- auf erhob sich der Angeklagte und erklärte, er sei gar nicht der Zinny, er heiße Nowalski und befinde sich schon seit längerer Zeit in Haft. An dem Tage, an dem der Diebstahl geschehen sei, habe er sich schon in Haft befunden. Zur Erklärung gab er dann folgendes an: Er sei auf Grund falscher Aussagen verurteilt worden. Um dem Gerichtshof zu beweisen, welcher Wert Zeugenaussagen beizumessen sei, habe er mit dem wirklichen Zinny verabredet, daß er (Nowalski) sich für Zinny ausgeben und als Angeklagter auftreten werde, um zu sehen, ob die Zeugen die Personenverwechselung bemerken würden. Wie man sehe, sei sein Trick gelungen. Und auch ein Richter und ein Staatsanwalt, die in dem kurz vorher stattgefundenen Prozeß gegen Nowalski ihres Amtes gewaltet hatten, hatten Nowalski nicht erkannt und die Personenverwechselung nicht bemerkt.
Diese und ähnliche Fälle zeigen deutlich, wie wenig Wert oft Zeugenaussagen beizumessen ist. In dieser Richtung ist das experimentelle Studium der Aussage von großem Nutzen. Trotzdem hält Dr. Moll die Forderung übertrieben, daß Experimentalpsychologen bei Gerichtsverhandlungen als Sachverständige zugezogen werden, nur um über Wert oder Unwert von Zeugenaussagen ein Gutachten abzugeben. Wohl aber tritt Dr. Moll dafür ein, daß die Menschen schon in der Schule mehr dazu erzogen werden sollen, alle Vorgänge in ihrer Umgebung besser zu beobachten und genauer in der Erinnerung zu bewahren. Dadurch wird schon ein wesentlicher Fortschritt erreicht werden.
das Papstjubliäum der 55. Generalversammlung zu Düsseldorf ein besonderes Gepräge verleihen und diese zu einer großen Kundgebung der Katholiken Deutschlands zu Ehren des hl. Vaters gestalten solle." Mit Begeisterung haben die Katholiken Düsseldorfs diesen Auftrag angenommen, und mit Eifer ist das Lokalkomitee an die Vorbereitung der Jubelfeier herangegangen, auf daß sich von neuem zeige, wie wahr das schöne Wort tft, das die am Grabe des hl. Bonifatius versammelten Erzbischöfe und Bischöfe in ihrem Hirtenbrief zum goldenen Priesterjubiläum Papst Pius X. gesprochen haben: „Treue Liebe und Anhänglichkeit an den hl. Stuhl waren immer die Zierde der Katholiken Deutschlands und werden es auch in Zukunft bleiben".
Darum, deutsche Katholiken, auf nach Düsseldorf!
Kein Ort, wo Katholiken in größerer Zahl sich finden, kein Verein, der sich katholisch nennt, darf in diesem Jahr in der Mitgliederliste und unter den Besuchern der Versammlung fehlen. Unsere große, weitgebaute Stadt bietet Platz für alle, so viele da kommen wollen. Ein herzliches „Willkommen" aus trch katholischem, rheinsschem Herzen ist allen gewiß.
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I. Vorstand.
A. Ehrenpräsidium:.l) Ehrendomherr Stadtdechant Msgr. Kribben, Päpstl. Geheimkämmerer, Erzbrschöfl. Geist!. Rat. 2) Stadtverordneter Justizrat Euler. 3) Landesrat a. D. Fritzen, Mitglied des Reichstages. 4) König!. Schloßhauptmarm Ritterhauptmann Graf von Spee.
B. Präsidium: Landesrat Adams, Vorsitzender. Definitor Pfarrer Bechem. Notar Justizrat Dr. Gerh. Schmitz, Vorsitzender der Bürgergesellschaft.
C. Ehrenbeirat: Msgr. Pfarrer Cremer, Päpstl. Geheimkämmerer. Rentner Heinrich Ditges. Definitor Pfarrer Effer. Regierungsrat Dr. Fervers, Mitglied des Reichstages und des Abgeordnetenhauses. Sanitätsrat Dr. Hermles. Amtsgerichisrat Kirsch, Miiglied des Reichstages und des Abgeordnetenhauses. Ober- landesgerichisrat Marx, Miiglied des Abgeordnetenhauses. Gefängnispfarrer Dr. Schmitt, Bezirkspräses der katholischen Ardeitervereine. Geh. Justizrat Dr. am Zehnhoff, Mitglied des Reichstages und des Abgeordnetenhauses.
v. Schriftführer: Oberlehrer Dr. Altmeyer. Rechtsanwalt Bewerunge. Religions- und Obcrlehrrr Dr. Cohnen. Schatzmeister Wellenberg.
E. Schatzmeister: Bankier Karl Padberg.
F. Vertreter der Ortsgeistlichkeit: Pfarrer Manner. Pfarrer Frische».
G. Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Kommissionen: 1) Redner-Kommission: Stadtverordneter Dr. Hüsgen. Landesrat Dr. Horion. 2) Preß- Kommission: Rechtsanwalt Bewerunge. Partei-Sekretär I. Pfaffendorf. 3) Finanz-Kommission: Kaufmann Wilh. Weilinghaus. Amtsgerichtsrat Dr. Hochgürtel. 4) Anmelde-Koinmission: Direktor Herm. Jos. Ditges. Juwelier Joseph Sporrer. 5) Wohnungs-Kommission: Kaufmann Joh. Friedr. Schnaß. Kaufmann L. Lauskötter. 6) Begrüßungs-Kommission: Kaufmann Wilh. Guthmann. Lehrer W. Bieneseld. 7) Bau-Kommission: Architekt Professor Kleesatlel. Architekt W. Sültenfuß. 8) Ausschmückungskommission: Maler W. Düringer.
Gartenarchitekt und Gärtnereibesitzer H. Caasmann sen. 9) Ordnungskommission: Kaufmann I. W. Laurentius. Stadtverordneter Arbeitersekretär Bernh. Meyer. 10) Verkehrskommission: Postrat Groß. Reichstagsabgeordneter Stadtverordneter Schiffer. 11) Festzugskommission: Bezirkspräses Gefängnispfarrer Dr. Schmitt. Gesellenpräses Rektor Schwippert. 12) Festkommission: Stadtverordneter Justtzrat Dr. Becker. Kaufmann Karl Schrammen. 13' Altarkommission: Kaufmann Wilh. Weilinghaus. Pfarrrektor Kamp.
Programm
der
55. Generalversammlung der Katholiken MWands, Msselhors 1908.
Samstag de« 15. August 1908.
Abends 7 Uhr: Feierliches Glockengelänte von allen Kirchen der Stadt.
Sonntag den 16. August 1908.
Vorm. 9 Uhr: Pontifikalamt zu Ehren der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, der Patronin der Generalversammlung, Dankamt zum 50jähr. Priesterjubiläum des hl. Vaters mit feierlichem Te Deum unter Beteiligung der Fahnendeputationen aller katholischen Vereine der Stadt in der Pfarrkirche zum hl. Lambertus.
Nachm. l$/< Uhr: Festzug der katholischen Arbeiter-, Gesellen- und Knappenvereine; im Anschluß hieran Festversammlungen dieser Vereine in verschiedenen Sälen.
Abends 8 Uhr: Begrüßungsfeier in der Festhalle.
Montag de» 17. August 1908.
Vorm. 8 Uhr: Pontifikalamt zur Anrufung des hl. Geistes in der St. Rochuskirche unter Teilnahme der Fahnen der kath. Studenten- korporationen.
Vorm. 9Vs Uhr: Erste geschlossene Versammlung im Kaisersaal der fiäbt. Tonhalle.
Rachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der städt. Tonhalle (I. Stock).
Rachm.5Uhr: Erste öffentliche Versammlung in der Festhalle.
Dienstag deu 18. August 1908.
Vorm. 8 Uhr: Pontifikal-Requiem in der Pfarrkirche zum hl. Maximilian.
Vorm. 11 Uhr: Zweite geschlossene Versammlung im Kaisersaal der städtischen Tonhalle.
Rachm. 3 Uhr: Sitzungen der Ausschüsse in der städt. Tonhalle (I. Stock).
Rachm. 5 Uhr: Zweite öffentliche Versammlung in der Festhalle.
Abends 8 Uhr: Gartenfest im Zoologischen Garten.
kühl und erfrischend niedersenkt, dann kommt uns Menschenkindern der Gedanke, wie schön es wäre, wenn wir die Nacht zum Tage machen könnten, anstatt schlafen zu gehen, einen Spaziergang unternehmen könnten, oder die kühle Nacht auf dem Balkon, m dem Zimmer zuzubringen vermöchten. Aber die bessere Einsicht siegt, wir müssen schlafen, um am anderen Tage wieder für das Werk unserer Arbeit frisch zu sein. Und dem einen oder dem anderen drängt sich der Gedanke auf, ob es ivohl Menschen gibt, die den Schlaf entbehren können. Es ist bekannt, daß sich in Amerika, dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten, vor einigen Jahren eine Sekte gebildet hatte, die in den Vordergrund ihrer Satzungen das Prinzip stellte, dem Leben so viel Zeit, wie denk- bar abzugewinnen, d. h. so wenig wie möglich zu schla'en, die Mitglieder mußten sich verpflichten, nie mehr als drei Stunden in der Nacht zu ruhen, und am Tage gar nicht der Ruhe zu pflegen. Die Folge war, daß das Körpergewicht der Menschen sich auf die Hälfte verminderte, daß die Haut alt und welk wurde, und die Arbeitskraft bedeutend nachließ. Der Schlaf fehlte ihnen weit mehr, als Essen und Trinken dem Menschen fehlen würde. Und doch hat es einen Menschen gegeben, der das Bedürfnis nach Schlaf vollkommen eingebüßt hatte. Die Geschichte weiß von einem Manne zu berichten, der ein hohes Alter erreichte, trotzdem ihn ein Jahrzehnt lang der Schlaf floh. Als Ludwig XIV. und seine Gemahlin nach ihrer Vermählung in Paris einzogen, veranstaltete die Stadt großartige Empfangsfeierlichkeiten, und wie heute, hatte man damals Tribünen errichtet, auf denen das Publikum Platz nahm. Einer der größten dieser Holzbauten war nicht mit der nötigen Vorsicht errichtet worden, und am Tage der Einzugsfeierlichkeiten, da eine große Menge auf der Tribüne Platz genommen, stürzte diese mit einem lauten Krachen zusammen. Unter den Verwundeten, die mit dem Leben davongekommen waren, befand sich auch ein tuiu»r Advokat namens ß’ßerbette.
Mittwoch ve» 19. Auguir 1908.
Vorm. 7*/i Uhr: Männer-Wallfahrt zu Schiff nach Kaiserswerth, in der dortigen Pfarrkirche zum hl. Suitbertus Pontifikalmesse mit Predigt. (Vor dem Auszug um 6^4 Uhr und nach der Rückkehr der Wallfahrt sakramentaler Segen in der Pfarrkirche zum heil. Lambertus).
Vorm. IOV2 Uhr: Dritte öffentliche Versammlung in der Festhalle.
Abends 8Va Uhr: Rheinfahrt mit llferbeleuch- tung und Feuerwerk.
Donnerstag den 20. August 1908.
Vorm 7 Vs Uhr: Hl. Messen in den verschiedenen Kirchen nach der Intention des Bonifatius- vereinS.
Vorm. 8 Uhr: Vierte geschlossene Versammlung im Kaifersaal der städtischen Tonhalle.
Vorm. 10V, Uhr: Vierte öffentliche Versammlung in der Festhalle.
Rachm. 2Vs Uhr: Festmahl im Kaisersaal der städt. Tonhalle.
Bemerkungen zum Programm.
I. Es sind zu richten:
a. Anfragen nnd Mitteilungen allgemeinen Inhalts an den Vorsitzenden des Lokalkomitees, Landesrat Adams, Düsseldorf 43, Fürstenwallstraste 69.
b, Anmeldung von Mitgliedern, Bestellung vonKarte« (s. unten) an den Vorsitzenden der Anmeldekom- miffion, Direktor Herm. Jos. Ditges» Düsseldorf 75, Elberfelderstraße 7. j
c) Wohnungsgesuche, di« möglichst frühzeitig unter Angabe der Preislage, des Tages der Ankunft und der Abreise, sowie, ob Hotel- oder Privar- wohnung bevorzugt wird, erbeten werden, an den Voi sitzenden der Wohnungskommission, Kaufmann Joh. Friedr. Schnaß, Düsseldorf 72, Bilkerstrahe 17, Gesuche, die nach dem 5. August etngehen, können auf Berücksichtigung nicht rechnen.
d. Bewerbungen um Preßkarteu find an den Vorsitzenden der Preßkommiffion, Rechtsanwalt Bewerunge, Düsseldorf 33, Fürstenwallstraße 111, zu richten.
Es wird dringend gebeten, bei allen Anmeldungen, Gesuchen u. s. w. Bor- und Zunamen, Stand, Wohnort und Straße recht deutlich zu schreiben. Beifügung einer Visitenkarte ist erwünscht.
II. Vom 15. August, nachmittags 2 Uhr ab und während der Versammlung befinden sich Bureaus für die Anmeldung von Mitgliedern, den Verkauf sämtlicher Karten nnd die Auskunfterteilung:
a. in der städtischen Tonhalle (Haupteingang Scha- dowstraße).
b) an der Festhalle.
Die Ausgabe vorher be st ellterK arten findet nur in den den Bureaus in derTon<i Halle statt.
Bureaus der WohnungS- und Altar- kommifsion befinden sich nur in der Tonhalle. !
Sämtliche Bureaus find geöffnet:
Samstags, den 15. August, von nachm. 2 Uhr, Sonntag, den 16. August, von vormittags 10 Uhr ab, an den anderen Tagen von vormittags 8 Uhr an bis abends 9 Uhr.
aber sein Zustand war so bedenklich, daß mast jede Hoffnung auf Wiederherstellung auf geben mußte. Er hatte einen Schädelbruch erlitten, eilt Teil seines Gehirnes war bloßgelegt, und nie- nwnd dachte daran, daß er noch einmal genesen' könnte. Der Zustand des Kranken besserte sich jedoch wider alles Erwarten sehr rasch, und nach wenigen Monaten konnte er als geheilt entlassen werden. Floh ihn schon in dem Hospital der Schlaf, so nahm man das als ein noch immer krankhaftes Zeichen, denn es ist bekannt, daß Genesende unter Schlaflosigkeit zu leiden haben. Doch als L'Herbette schon ganz gesund war, als er sich bereits wieder im Vollbesitz aller Körper- und Geisteskräfte befand, konnte er nicht den Schlaf wiederfinden. Tag und Nacht ging der Mann feinen anstrengenden Geschäften nach, das Bedürfnis nach einem Ausruhen stellte sich nie bei ihm ein. Die berühmtesten Aerzte seiner Zeit untersuchten ihn, ergingen sich in Abhandlungen über dieses menschliche Rätsel, ergründen konnte es keiner. L'Herbette erklärte, daß er durch die Möglichkeit zweimal soviel zu arbeiten wie ehedem zweimal soviel im Jahre verdienen könne und auch sonst glücklicher daran sei, als seine Mitmenichen, da ihm nie eine Zeit durch das oft quälende Bedürfnis nach Ruhe gestört werde. Als der Notar im Jahre 1830 starb, ergab die Sektion auch nicht den geringsten Anhalt für das sonderbare Raffel.
— Zwiebelt die Spatzen! Ein einfaches und vorzügliches, doch'wenig bekanntes Mittel, Kirschbäume, Weinspaliere ufto. gegen die täuberischen Spatzen zu schützen, soll die Zwiebel fein. Man schneidet, schreibt die „Kieler Zeitung", die Zwiebeln in der Mitte durch und befesffgt die Hälften hier und da am Geäst. Die Vögel haben einen solchen Abscheu vor dem sllrrken Zwiebelgeruch, daß sie die betreffenden Bäume nicht mehr heimzusuchen pflegen. Eintzn Versuch könnte man immerhin machen.