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uldaerW Zeitung

Monatrbellagi! „Zuldaek GeschichMAtek"

85. Jahrgang.

Fulda, Montag den 20. Juli 1908.

chrvorene.

ich folgendes hervorzuheben: leichtesten Straftaten, die

glaubt ohne ueverirunven oen isrecht erhalten zu können; durch im März und Mai d. Js seiest

zulegen.

hon Len Wil­lst, ausgenom­

men in 6er Jagdzeit."

Sie kehrte» in das KamilieNLimE zurück.

! Sari Schütter

s.p«M^§Ma. Wochenbellage: „Illustrierte SoimtagrMung"

„Dies ist die Dame, welche die Farin gepach­tet hatte, Mrs. Klein — Mrs. Tooker", sagte Brander, die beiden Damen gegenseitig vorstel­lend. „Mrs. Klein, die gute Frau ist bereit, bei Ihnen zu bleiben und ich zweifle nicht, das; sie sich hier behaglich fühlen werden."

Der erste Eindruck, den die beiden Damen aufeinander machten, war ein durchaus günstiger und Mrs. Tooker geleitete die neue Besitzerin und ihren Begleiter in daS Zimmer, wo Fanny ihren jetzt schlafenden Knaben auf das Sofa legte, dann folgte dec Aufforderung Mrs. Too­kers, das Haus in Augenschein zu nehmen.

Während Fanny vorzugsweise die innere Aus­stattung und Einrichtung des Hauses musterte, widmete Brander seine ganze Aufmerksamkeit dessen äußerer Umgebung.

Das Haus lag einsam auf einem Hügel, und in weiter Entfernung war kein Nachbarhaus sicht­bar. Ringsumher erhoben sich die kahlen Höhen des Cheviotgebirges, deren Boden nur zur Schaf­weide benutzt wurde. Etwa eine Meile entfernt, erhob sich auf einem der höchsten Berge ein hüb­sches Gebäude, welches Brander besonders auf­fiel und daher mit größerer Aufmerksamkeit be- trachtete.

„Was für ein Haus ist daö?" fragte er die Frau.

Mrs. Tooker trat ans Fenster und sah nach Lor angedeuteten Richtung.

„Das ist Bleak Tost, Sir," antwortete sie, „es ist ein Jagdhaus und gehört einer alten und rei­chen Familie. Ihr Name ist Miß Nelly Mil­kins,"

„Miß Nelly WilkinS?" wiederholte Bvander. „Em einfacher Name."

„Ja, Srr, aber die junge Erbin ist eines dar ebelften, liebenswürdigsten und schönsten Mäd-

Z «

JV3 164.

den ist, da man erst Erfahmngen über deren I Vereine der gehobenen Unterbeamten schon früher Wirkungen sammeln muß. geschehen sei. Diese Vereinigungen. ^o^n nur

ßrscheiut tSglichmtt Ausnahme der Som« tzmd§erertage.viertel. jShrlicherVerusrprelr ohne vringerloh« und pestelgeldinZuldaso» 1ivie<mri»ärtrl.S0Mk.

verantw. Redakteur:

chen Englands, tote ich gehört l andre Besitzungen, Sir, und fei km» wohnte jemals zu Bleak

k die Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und Ges«' \ Im einzelnen ist noi i Zuständig für die

MebÄretunaen, soll in Zukunst der Amt-- Dichter fern, ohne Zuziehung von Schöffen, Degen seine Entscheidung ist die Berufung ge-

dem Dorfe zu fahren und im Wirtshaus auf ihn m warten, und ging dann mit Fanny und dem Kinde in» Haus zurück, wo sie von Mrs. Tooker empfangen wurden.

Betrieb n cht au| , den Nieterstreik im März und _ .

sämtliche Nietarbeiten derart in Rückstand ge­kommen, daß um das Versäumte nachzuholert, die Nieterkolonnen in Ueberzeit arbeiten müßten. Die fehlende Nietarbeit behindere das geordnete Fortarbeiten sämtlicher anderen Gewerke. Be­dauerlich ist, daß die Direktion es abgelehnt hat, mit dem Arbeiterausschuß, der seine Ver­mittlung anbot, zu handeln. Es ist zu hoffen, daß alles aufgeboten wird, um den Streit bei-

Ausland.

• Die Hochschulkampfe in Oesterreich. Den „toleranten" Freisinnigen ist eS ganz unerträglich, daß im katholischm Oesterreich auch nur an einer einzigen der acht Universttäten die katholischen Hörer nicht majorisiert und nach dem Grazer und Wiener Muster drangsaliert werden können. „Mit welchen Mitteln drängen wir die katholischen Hörer an der Innsbruck in die Minderheit?" Das ist die Frage, die nicht nur die freisinnigen Studenten, deren Rauflust in Innsbruck infolge der katholischen Mehrheit nicht auf ihre Rechnung kommt, sondern auch die Innsbrucker freisinnigen

Vie ei«. spaltigepetitzeileoLer deren Raum js pfg. VeNamendiepetttreile 25 Pffl., bet wieder. Holungen wird entspr. Nabatt gewährt.

«slationrdrnckund Verlag der Fuldaer Ak. NendruSeret in Fulda Fernsprecher M.Y.

„Gewiß ist nicht zu leugnen, daß eine solche Stär­kung der Goldbestände der Reichsbank die Herabsetzung der Diskontsätze zunächst günstig beeinflussen müßte. Allein, anderseits darf nicht übersehen werdm, daß wir es hier doch immer nur mit einer einmaligen Maßnahme zu tun hätten, deren Wirkung nicht von ewiger Dauer wäre, und die in der Zeit einer neuen Hochkonjunktur Diskonterhöhungen der Reichsbank nicht schlechthin ausschließen würde. Sicher dagegen ist, daß die Leerung des Juliusturmes die Kriegsbereit­schaft Deutschlands in recht empfindlicher Weise beeinträchtigen würde. Der Reichskriegsschatz hat bekanntlich ausschließlich die Bestimmung, im Falle der Mobilmachung zur Bestreitung der ersten Ausgaben zu dienen. Er bildet eine der Garan­tien für die Beschleunigung der Mobilmachung und ist für unsere Schlagfertigkeit von eminenter Bedeutung. Auf diese Garantie zu verzichten, wäre doppelt ge­fährlich in einem Zeitpunkt wie dem gegenwärtigen, wo Gewitterivolken immer wieder den Horizont zu verdüstern drohen."

* Dem Grafen Zeppelin sind, rote die ,Neue Pol. Korr/ dem Regierungsrat Martin gegen­über feststellt, aus der im Etat sür 1908 bereit- gestellten Summe von 400 000 Mark für den Bau des Luftschiffes und dessen Erprobung alle Beträge, die er eingesordert habe, sofort überwiesen worden. Daß im übrigen vorder Ausführung der 24 Stundenfahrt mit einer längeren Dauer von Voroersuchen gerechnet worden sei, gehe schon daraus hervor, daß bei der Ausstellung der vom Reich zu tragenden Kosten 4 vollständige GaSfüllungen vorgesehen seien, von denen erst die zweite zur Verwendung gelangt sei. Die zwei Millionen Mark, die der Reichstag bewilligt hat, können erst nach erfolgter 24 Stundenfahrt zur Ausbezahlung gelangen.

* Bom Schwarzwald, 18. Juli 1908. In dem Schwarzwaldstcidtchen Hornberg ist für die Volksschule die Oberlehrerstelle zu besetzen. In der Ortsschulratssitzung stellte nun der protestan­tische Stadlpfarrer Dr. Lehmann den Satz auf, der zur Zeit dienstälteste Hauptlehrer könne bei dieser Stelle nicht in Frage kommen, warum? Etwa weil er nicht fähig wäre, die Obliegen­heiten eines Oberlehrers zu erfüllen, beileibe nicht, sondern deshalb, weil er katholisch sei. Dr. Lehmann wurde aber vom katholischen Stadtpfarrer gründlich heimgeschickt, er mußte sich sagen kaffen, daß laut Gesetz bei dieser Frage die Religion überhaupt nicht in Frage kommt. Die Ortsschulräke stellten sich ebenfalls auf diesen Standpunkt, der dort einfach der des Gesetzes ist. — Was wäre das für ein Geschrei durch den antikatholischen Blätterwald von Dan bis Bersabee, wenn ein katholischer Stadtpfarrer

* Mafsemmssperrung auf dem Stettiner „Vulkan". Die führende deutsche Schiffswerft, der Stettiner Vulkan hat seine Werkstätt etz geschlossen. Von der Maßregel werden sämt­liche Arbeiier, beinahe 8000 betroffen. Der Streitpunkt der Differenzen ist die Ueber­stundenarbeit. Die Arbeiter weigern sich, regelmäßige Überstunden zu machen und be­schweren sich über Verkürzung der Akkordlöhne. Die Direktion glaubt ohne Ueberstunden de«

welches jetzt angenehm erwärmt war,, und wäh^ rend die Haushälterin ein Mahl bereitete, suchte Brander seiner Frau erklärlich zu machen, daß es notwendig sei, daß er sogleich nach Harrington Hall zurückkehre, um Guido das gestohlene Geld zurückzngeben und sich dadurch vor Bestrafung zu sichern.

Vertrauensvoll und leichtgläubig wie Fanny war, sah sie die Notwendigkeit der schleunige« Rückkehr ihres Mannes ein und willigte in die Trennung. Von neuem versprach sie, zurückge­zogen hier leben und keinerlei Bekenntnisse machen zu wollen, noch seinen Namen oder den Guido Harringtons zu nennen.

Brarüder nahm Abschied von seiner Frau und dem Kinde, verließ dann das Häuschen und schritt rasch dem Dorfe zu, wo der Kutscher ntu dem Wagen seiner harrte.

XXVI.

Unter den Banditen.

Mehrere Meilen hatten die Räuber mit ihren Gefangenen zurückgelegt, als sie plötzlich in ein» Schlucht, durch welche ein schmaler Gebirgsbach schäumend sich ergoß und zu deren beiden Seiten sich riesige steil« Felswände austürmten,. Halt machten. Mittag war vorüber, der Himmel hatte sich mst leichten Wolken überzogen,, hinter denen sich die Sonne verbarg, so daß in der Schlucht ein unheimliches Zwielicht herrschte.

Nelly hatte den Weg, den sie gekommen waren, genau gemerkt, und betrachtete das Tal eben­falls sorgfältig. , , , _

Die Stimme des Hauptmannes unterbrach sie in ihren Betrachtungen.

„Genarro", rief der Haupttnann, „verbinde den beiden Dienern die Augen!"

Einer der Räuber näherte sich Geffrey, dar, da feine Hände gebunden waren, keinen Wider­stand leisten konnte, und verband dessen Augen mst virtuoser Geschicklichkeit. Nachdem auch noch 6fe Augen Mrs. Jebb verbunden waren, näherte sich Gevarro mit gleicher Ansicht Nelly. (I- f )

* Zum Ableben des Bischofs Thiel in Frauenburg ist dem Domprobst Dr. Dittreich nachstehendes Telegramm des Kaisers aus Bergen zugegangen:

Dem Domkapitel und dem Bistum von Ermland spreche ich mein aufrichtiges, herzlicher Beileid aus zu dem schweren Verlust, den sie durch den Tod des Hoch­würdigsten Bischofs Dr. Thiel erlitten haben. Der nun Entschlafene war ein treuer Diener Gottes und ein erhabener Freund meines Hauses. Es war ihm schon vergönnt, dem großen Kaiser näher zu stehen und jetzt war er der Kaiserin und mir in Cadinen ein hochge­schätzter lieber Nachbar. Ich werde dem vortrefflichen Manne ein treues Andenken bewahren. Wilhelm IL

----- Auch der König von Sächselt will eine Nordlandsreise machen. Er besuchte am SamStag morgen mit seinen beiden Söhnen den Hamburger Hafen und trat dann die Nordlands- reise an.

ü Die braunschweigische Negentschaftsfrage. JohannAlbrecht, Regent von Braunschweig, soll wegen de- neulich erfolgten Todes seiner Gemahlin Elisabeth, die Absicht haben, von der Regentschaft zurücktreten. — Man wird abzu­warten haben, was weiteres darüber verlautet. Diese Abdankung würde die braunschweigische Frage wieder aktuell machen. Von besonderem Jntereffe wäre die Frage, ob Preußen denn nun jetzt nach dem Eintritt des zweiten Sohnes des Herzogs von Cumberland in die bayerische Armee seinen überall so peinlich empfundenm Einspruch gegen die Besetzung des Throne- von Braun­schweig durch die allein dazu berechtigte Cumber- länder fallen lassen wird.

* Ueber die geplante Elcktrizitätssteuer will die „Augsb. Abendztg." etwas Näheres erfahren haben. Das Blatt erklärt, es handele sich nur um eine Abgabe auf Elektrizität, soweit diese Leuchtzwecken dient. Man denke nicht dar­an, die Elektrizität, die Verkehrszwecken diene, also zur Fortbewegung von Eisenbahnen, Stra- ßnbahnen, Kraftwagen usw. mit einer Steuer zu belegen.

(*) Die Konfession der Reserve - Offiziere. Kürzlich wurde die Meldung verbreitet, es sei eine Kaiser!. Ordre ergangen, wonach bei der Wahl zum Reserve-Offizier auf die Konfesfion keine Rücksicht genommen werdm solle. Nunmehr wird berichtet, daß die Meldung unzutreffend ist. Es ist lediglich Milte Juni eine Verfügung des Kriegsministeriums ergangen, die ältere Bestimmungm über diese Angelegenheit ins Ge­dächtnis zurückrust. Es wird darin darauf auf­merksam gemacht, daß sowohl bei der Zulassung zur Vorbereitung zur Reserve-Offizier-Aspirantm- Ausbildung, als auch bei den Hebungen A und B mit Prüfungen, fowie bei der Wahl zum Re- ferve-Offizier weder der Stand des Vaters noch etwa die Zugehörigkeit zu einer Religions - Ge­meinschaft von Einfluß sein sollen. Es soll viel­mehr allein die moralische und dienstliche Füh­rung maßgebend sein.

)( Koalitionsfreiheit der Postbeamten? Vor einigen Tagm hieß es, die Postverwaltung wolle den Organisationsbestrebungen der Unter- beamtm keine Schwierigkeiten mehr in den Weg legen. Jetzt wird dazu von zuständiger Steve erklärt, diese Auffassung beruhe auf einem Irr­tum. Es sei lediglich den Mitgliedern der Be- zirksvereiue der Unterbeamten, die zu einer Be­sprechung in Berlin zusammentreten wollten, dazu die Erlaubnis gegeben worden, wie es bei dem

Deutsches Reich.

Zur Strafprozeß-Reform.

Die Gesetzentwürfe über die Reform des Straf- prozeffes sind dem Bundesrat nunmehr zuge- z angen. Wie man vernimmt, bringt die Reform

die Einführung der Berufung gegen die Straf kämm er-Urteile,

: die Heranziehung der Laien zu der Urteils­findung in der Strafkammer, wenigstens sür die erste Instanz,

die Einrichtung besonderer Jugendgerichte, eine Verbesserung des Vorverfahrens im Jntereffe der Beschleunigung der Sache unter

durch eigene Organisation die staatlichen Wohl­fahrtsbestrebungen unterstützen.

0 Der Juliusturm. Die Geldteuerung, unter der wir in den letzten Jahren gelitten haben, und die Geldknappheit, in der sich das Reich seit noch längerer Zeit befindet, geben den Finanzkünstlern Anlaß, nach Mitteln zu fronen, wie der herrschenden Finanznot abzuhelfen sei. Als solches Mittel ist neuerdings wieder einmal vorgeschlagen worden, den Reichskriegs­schatz, der, aus 120 Millionen Mark in ge­münztem Golde bestehend, im Juliusturm zu Spandau verwahrt wird, anzugreifen und der Reichsbank zur Verstärkung ihres Goldbestandes zu überweisen. Dagegen wendet sich jefct sogar ein Handelsblatt, das neulich immer mit größtem Nachdruck für alle Maßnahmen zur Erleichterung des Geldmarktes ein getreten ist. Es schreibt:

Platz umsehen. Die neue Pächterin ist mit Ihnen gekommen, sagten Sie, Sir?"

„Ja, Madame: aber sie hat mich beauftragt. Sie zu fragen, ob sie als Haushälterin und Ge- sellschafterin bei ihr bleiben wollten. , Sie ist eine ruhige Frau, zu furchtsam, um allein zu leben. Die hat mich ermächttgt, Ihnen zwanzig Pfund jährlich anzubieten, wenn Sie bei ihr bleiben und die Aufsicht über die Farm führen wollen."

„Ich möchte wohl bleiben, Sir", sagte die Frau beegmüflt. Der Platz ist mir so lieb und traut geworden, daß ich mich nur sehr ungern davon trennen würde. Zwanzig Pfund jährlich, sagten Sie, und freie Wohnung?"

„Und die Erttägnisse der Ländereien", vervoll­ständigte Brander.

„Die Dame ist zu gütig; aber ich fürchte, daß sie zu große Ansprüche macht. Ich kann wohl kochen und dem Hauswesen vorstehen, aber einer Stelle als Gesellschafterin fürchtete ich nicht ge­wachsen zu sein."

«Sie würden sich trotzdem sehr gut für die junge Dame eignen", versetzte Brander, „Sie werden also hier bleiben?"

Die Frau, bejahte und Brander nahm zehn Pfund, die Hälfte des versprochenen Salärs, aus seiner Börse und gab sie der Frau.

„Das Haus ist vollständig möbliert, wenn ich nicht irre?" fragte er.

„Vollständig, Sir, wollen Sie sich davon über­zeugen?"

„Ich will die Dame erst hereinführen; dann wollen wir zusammen die Zimmer besichttgen. Ich möchte die Dame — Mrs. Klein — erst eini­germaßen einaerich-tet sehen, ehe ich mich wieder entferne, da sie eine besondere Freundin Mr.

Der falsche (Erbe.

Roman von Ed. Wagner.

&7J (Nachdruck verboten).

Als sie etwa eine Meile Wegs zurückgelegt hatten, sahen sie in einem Garten ein kleines, über freundliches Haus liegen.

„Das wird sein Haus sein", sagte Brander, als der Wogen vor die Türe fuhr. „Warte hier, Fanny, während ich hineingehe und mich erkun­dige. Ich werde sogleich wieder hier fein/*

Er öffnete die Tür, sprang aus dem Wagen md schritt dem Hause zu. Auf sei» Klopfen er- chien eine Lllliche, freundlich und ehrbar aus- eheude Frau, die Witwe des verstorbenen Pach-

Brander fragte die Frau, ob sie Mrs. Tooker Jei und sie bejahte. . . o„

„Wollen Sie ein wenig heremkommen, Sir? fragte sie.

Brander folgte der Frau in die Küche.

„Ich komme von Mr. Harrington, Madame und bringe Ihnen einen Brief von ihm", sagte Brander.

s Damit zog er einen Brief aus der Tasche, welchen er diesen Morgen selbst geschrieben und mit Guido Harrington unterzeichnet hatte. Die Frau las den Brief, welcher den Ueberbringer vis Guido's Agenten einführte und die einfache Frau besttmmte, Brander mit dem größten Re- lpekt zu behandeln.

„Mr Harrington sagte, daß Sie ihm geschrie- ben hatten. Sie wären nicht imstande, den Platz -u behaltM", fagte Brander, „deshalb habe ich Qls sein Agent ihn einer achtbaren Dame mit ihrem kleinen Kinde überlassen, welche mit mir gekommen ist und hier vor dem Hause wartet."

„ES freut mich, Sir, daß mir der Platz aö- Mnommen ist, der Zins ist für eine einzelne prau unerschwinglich. Ich habe die Schafe be­reits verkauft und will mich nach einem onbern

einen solchen ungesetzlichen Antrag stellen würde Die Ohren würden einem übergehen, vor lautet Geschrei über katholische Intoleranz, pfäsfischi Anmaßung, römische Herrschsucht und vergleiche«

(*) Die deutsche Kolonie Togo soll mmmehj definitiv gegenüber dem östlich gelegenen sranzöst schen Besitze Dahumei abgegrenzt werden. Ei« deutsch • französische GrenzregulierungSkommissiof hat soeben ihre auf 8 Monate berechnete Arbeit, an Ort und Stelle ausgenommen.

Ms. Aus dem Fürstentum Waldeck, 18. Juli 1908. Das Regierungsblatt' enthält eine Bekanntmachung des Landesdirektors, wo­nach die Neuwahl von Landtagsabgeordneten zum Landtage des Fürstentums Waldeck und Pyrmont angeordnet wird. Zur Neuwahl der Wahlmänner für die Wahlperiode von 1908 bis 1911 ist Termin auf Montag, den 7. Sep­tember d. I. und zur Wahl der Landtagsab­geordneten Termin auf Montag, den 28. Sep­tember d. I. bestimmt worden.

* Homburg, v. d. H., 19. Juli 1908. General der Infanterie z. D. v. Golz, a la suite des Ingenieur« und Pionierkorps, ist nach langem Leiden heute Nacht gestorben.

d München, 18. Juli 1908. Das AbgeorS- n^lenhaus nahm einstimmig die Novelle zum Berggesetz an, in der gegen den Widerspruch der Regierung der Achtstundentag für die Ar> beiter unter Tage gesetzlich festgelegt und die Her­anziehung der Arbeiter zur Grubenkon­trolle bestimmt wird. s

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volkswirtschaftliches und Sozialer.

Degen seine Entscheidung ist die Berufung ge» Heben an de Strafkammer des Landgerichts, die (ui der Besetzung von drei Richtern urteilt. * Segen ihr Urteil ist die Revision an einem mit 'Änf Richtern besetzten Senat des Oberlandes- {erichts zuläflig.

Neben dem Amtsrichter als Einzelrichter steht aS Amtsgericht als kollegialer Gerichtshof, her in der Besetzung von einem Richter und >wei Schöffen urteilt. Ihm werden in der Oaupliache die nächst leichteren Straftaten, die Dergehen, zugewiesen. Gegen die Entscheidungen bieS Gerichtshofes ist in gleicher Weise und an Hie nämlichen Instanzen wie gegen die Ent- Scheidungen des Einzelrichters Berufung und Revision gegeben.

i Für schwere Straftaten, die nicht vor das Schwurgericht gelangen, soll wie bisher die Strafkammer bei den Landgerichten zuständig Weht, aber mit der Aenderung, daß sie in der Wsetzung von zwei Richtern und drei P ch ö f f e »"entscheidet. Gegen ihre Entscheidungen geht die Berufung an einen aus fünf Richtern Ä>Udeten Strafsenat. Gegen dap Berufungs- irteil geht die Revision an das Reichsgericht.

y, Die Schwurgerichte behalten im wesent­lichen ihre Gestalt und Zuständigkeit.

। Eine besondere Behandlung wird den Straf» • taten der im Alter von 12 bis 18 Jahren stehenden Jugendlichen zuteil. Diese Straf­taten werden sämtlich an die Amtsgerichte ver­wiesen; für ihre Aburteilung sollen eigene, nach ihrem Interesse für die Jugenderziehung und ihren Berufserfahrungen besonders für eine solche Aufgabe befähigte Schöffen herangezogen werden. Außerdem soll das Gericht die Befugnis er­halten, von einer strafgerichtlichen Verfolgung gänzlich abzusehm und die Ahndung der zur Aburteilung gestellten Tat dem Vormundschafts­gericht zu überlaffen.

Die Untersuchungshaft wird einge- schränkt, der Zeugnis zwang gegenüber der Presse in der Hauptsache beseitigt. Die Ver­pflichtung zur Zeugnisablegung wird allgemein gemildert, die Notwendigkeit eidlicher Ver­nehmungen beschränkt. ,

Der gesamte Gesetzentwurf soll demnächst m seinem vollen Wottlaut veröffentlicht werden. Die Reformm für den Strafvollzug bleiben vor­läufig zurückgesteüt, bis die allgemeine Reform etwa drei bis vier Jahre lang gehandhabt wor«