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35. Jahrqancl

Fulda, Mittwoch den 15. Juli 1908.

M 160.

Zweites Wlcrtt

wie folgt:

Danzig Berlin

München

230

Reklamen, und Anzeigenteil.

1905

Uerxinslicbe Lorr.

Bad. PrLm. lOOTIr.

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inSbank.

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Börsen-Kurse b»T Otto Goebel, Sank* nnS Wechsel-geschlft in Ma, Schloßstraße. • Zekphon ßr. 28

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Augsburger 7 fL . . . Braunschweiger 20 XL Finnlänvische 10 TL.

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UetterISlortgrr Klr»

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Lschweiler Bergb.. .

Äelsenkirchmer Bergb.

Bt Bergb.. . .

Bergwerk. .

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3',. KSln-Mind. 100 TI. 3'i, Lübecker 60 Ar. .

3 Madrider 100 Fs..

4 Mein. Prüm. IM TL

4 Oesterr. v. 1860 . .

3 Oldenburg. 40 Ar.

Jidwstmllt Aktien.

Badisch. Anittn-u.Sodaf.

Höchster Farbwerke . .

13?- 121.4» KOso 136,40 197- 200* 115,ao 194* 10930 152-

345- 371- 10380 17460

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Drscheint täglich mW Aimtahme der Soxn- «ndZeiertage. viertel« jährlicher verngspreir ohne vringerlohn und vestellgeld in 8«lda so­wie anrwärtr 1-50 JUL

verantw. Redakteur r Larl Schütter

Bank-JIklleit.

Berliner Hupothekend.

Breslauer DiSk.-Bank.

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4 , Bdk-A.WÜr^l909

3«/. „ 1907

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4 BerL Hupbt Bsdbrf. III/IV unt 1915

4'EchHyp.BerLXVll

4 Rf. HyP. XI?. 1900

Weizen Roggen

5 Argentinier abgest.

47» , Suß.v.88

6 Ehinestsch« EL-AnL

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4 Ägypter unifizierte

5 Mentkos^uß.v.SSstsr.

Brant-Seide«. m. 1.35»

— Zollfrei I — an [edtnrannl -r

Hennebery, alt Seidenfabrikt. Zürich

1 Fuld.TtadtanLv.1901

4 „ „ ».1907

87, , ».1904

' Staats Papiere.

A. Deutsche.

87. NeichS.mleihe . .

8*/« Preuß" Konsols. . d w . .

8y. Bad. St.-AnL abge.

4 Bayer. Grundrente * » Etsenb.-AnL

•*/» „ Anleihen .

»7« Naff.LandeSkr.ObL a*A , I.SCT.XXI

* , I . Ser . XI X

4 Gr.Heff.SL.«Lv.9ü 87« „ AnL, abg.

S Sächsische Ren ‘e . 87. Württemberg, abg«.

B- Ausländische.

6 Bulg.TbkanLv.1902 * /« Griech. E. il.v. 90 VI* , Monov.-AnL 4 Italienische Stent« 47« Sapa”« 0-1905 , .

4 Oesterr. Goldrent«

4 , tkronenrenle

4 Ion». Elisabethbahn

8 OesterrLokalbahn 4*A , SUberrenle

Ponuaiej. untfiz.Au- ' leih« v. 1902 Serie .1 4 Rumä. am. Rte.v.90 ch. Ruma.LuK. Rte. 0.89

Mailänder 10 Lire. . Meininger 7 fl.. . . .

Neuchateler 10 FS. . • Oesterr. v. 1864 100Ä. Oesterr. «red. »L8 100fl.

- Siemens 4 Halske Filzfabrik Fulda. . . Beteln. Schuhs. Fulda. Jtorbb. Wollkämmerei.

i Bergwerks-JTktite.

Deut ch Eff.-u. Deut ch. Hypot Deutsche der«

— Angenehme Reihensolge. Sommerfrischler: Sie sagten doch, der Bader sei da, um mich zu rasierend — Bäuerin: »Ja, er schlachtet nur noch eben beim Nachbarn a Schwein .... nach« kommen Sie dranl*

4 Italien. Mittelmeer. 2Vi« Livarneser. , . .

3^/,, Süditalien (Mertd.) 4 Ruff. Südwest gar.

I „ Ryäsan-Koslow 4 Wladikawkasv. 97gar' 3 Portug. E.-B.(Bair«> Batxa)....

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37, Schweden v. 80 abg.

4 Serben (amort). .

4 Ungar. Goldrente

4 , Kronenrente

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Weltmarttpreise: Weizen: Berlin Juli 217.2» (+ 1.50), September 198.75 (+1.00), Budapest Dttobet 193.00 (+ 2 65), Paris Juli 178.80 (— 0.95), Liverpool September 163.35 ( ch 3.35), Chicago Juli 136.90 (+ 8.60V Roggen: Berlin Juli 189.00 (—2 25), September 181.00, Hafer: Berlin Juli 161.00 <4-0.75), September 162.21 (— 1.50) Mark per 1000 Kilogramm. j

Marktberichte.

• Frankfurt, 13. Juli 1908. sGetreidemarktff Am heutigen Markte herrschte nach prompter Ware einige Nachfrage. Die für die Ernte ungünstigen Nieder­schläge der letzten Tage bewirtten ein leichtes Anziehen der Preise: speziell ausländische Brotfrüchte bleiben gesucht Auch inländischer Weizen konnte fefnen Preis gegen die Vorwoche erheblich verbeflern; Roggen eben­falls tat Preise höher. Gerste ohne Handel, russische Futtergerste notierte 14 Mark. Nach Hafer gute Konsum- Nachfrage. Mehl st ttg. — Es notierten je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 21.00 bis 21.50 Mark, kurhessischer 21.00—21.50 Mark, norddeutscher 21.00-21.b0 Mk., russ. 23.50-24.50 M, Redwinter 00.00-00.00 Mk., KansaS 00.00-00.00 Mk.. La Plata 22.75 —23.50 M., rumänischer 00.00—00.00 Mari. Roggen, hiesiger, 19.25—19.75 Mk., rumän. 00.00—00.00 Mk., russischer 20.00—20.60 Mk. Gerste hies. u Wetterauer 00.00-' 0.00, Pfälzer 00.00- 00.00 M., Ried 00.00—00.00 M., Hafer, hiesiger 16.75—17.00 Mk., bäuerischer 16.75—17.00 Mark, russischer 00.00 bis OO 00 Mk., rumän. 00.00—00.00 Mk., amerika­nischer 16.00-16.50 M., Mais (Mixed) 00.00-00.00 M., Donaumais 00.00—00.00 M , La Plata 15.40—15.50 Math russ. 00.00—00.00 M. AlleS per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl stetig. Es notiert je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 29.50 bis 30.00 M., Nr. 1 28.50—29.00 M., Nr. 2 27.50 bis 28.00 M., Nr. 3 27.00—27.50 Mk., feinere Marken O.so—1.00 M. höher. Roggemnehl Nr. 0 28.00—28.50 M., Str. 1 26.00-26.50 M., Nr. 2 22.00—22.50 M. Alles per lOv Kilo inklitsiv sack. Futterartikel anziehend. Weizenschalen 10.75—11.00 Mark, Weizenkleie 10.75 bis 11.00 M., Roggenkleie 11.25—11.40 M., Futtermehl 13.00—00.00 M., Biertreber, getrocknet, 12.50—13.00 Mark- Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.

' Frankfurt 0. M., 13. Juli 1908. Amtliche No­tierung der Biehmarkt-Preise. Zum Berkaus standen 672 Ochsen, 91 Bullen, 1175 Kühe und Rinder (Stiere unb Färsen), 342 Kälber, 212 Schafe und Hämmel und 2628 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht- wertes bis zu 6 Jahren 76—79 M., b. junge fleischige nicht auSgemästete und ältere ausgemästete 70—74 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 58—62 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 65— 67 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere €0—62 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere rmd Rinder): a. vollfleischige, ausae- mäftete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacht- wertes 71—73 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 61—63 -DL, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 44 bis 46 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M., e. gering genährte Kühe unb Färsen (Stiere unb Rinder) 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- Bollmast) u. beste Saugkälber (Hannoo.) 93—95 Psg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 85—95 Psg., 0. geringe Saugkälber 72—76 Psg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Psg. Schafe: a. Mastlämmer unb jüngere Masthämmel 82—00 Psg., b. ältere Masthämmel 74—76 Psg., e. mäßig genährte Hämmel unb Schafe (Merzschaie)00—00 Psg. Schweine' a. vollfleischige der feineren Rassen unb deren Kreu­zungen im Alter bis zu l1/« Jahren 64—00 Psg., b. fleischige 62—63 P,g, c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 53—56 Psg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—ou Psg. Bezahlt wurde für l Pfd. Lebendgewicht: Ochsen 00—00 Psg., Kälber: a. 55—56 4$(g., u. 50-54 Psg. Schweine: a. 51'/,—OOPsg., b. fleischige 49- 50 Psg. Geschäftsgang in Horn­vieh gedrückt, Ueberstand mäßig, in Kälbern und Schafen gut, Ueberstand keiner, in Schweinen gedrückt, Ueber« stand beträchtlich. Aus Oesterreich-Ungarn standen 125 Ochsen -um Verkauf.

Diskont Kom'uam-An. Dresdener Bank. . .

Frankfurter Bank. . .

Franks. Hypothekenbank. Mitteldeutsche Kreditbk. Oesterr. Kreditanstalt. streust. Hyp.-Attb.. .

Reichsbank.....

Darmstädter Bank Deutsche Bank. .

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18,o

** Veteranenbeihilfen.

Die Frage der Veteranenbeihilfen bildet feit 2iner Reihe von Iahten einen ständig wieder- kehrenden Beratungsgegenstand des Reichstags.

Die Gewährung von Veteranenbeihilfen wird durch das Gesetz vom 22. Mai 1895 geregelt, das eine Veteranenbeihilfe von 120 <41 festsetzt. Wenn auch das Gesetz im allgemeinen sehr wohl­tätig gewirkt hat, so ist es nicht ohne gewisse Mangel und Härten. Don Jahr zu Jahr haben sich namentlich die Klagen über die Art und Weife derAuSführungdesGesetzeS gemehrt, und es ist ein Verdienst des Zen­trums, daß es im Mai 1906 einen Antrag auf umfassende Erhebung über die Zahl der vor­handenen Kriegsteilnehmer und die Zahl der ab- gcloiefenen Anträge auf Gewährung von Veteca- nenbelhilfen stellte. Dem Reichstag ist denn auch während des ersten Sessionsabschnittes der zwölf­ten Legislaturperiode (1907) eine diesbezügliche Uebersicht zugegangen, aus der zu entnehmen war, daß in den Jahren 1898 bis einschließlich 1905 über 70000 Anträge auf Gewährung von Veteranenbeihilfen abgelehnt wurden und daß die Zahl der am 1. Oktober 1906 vor­handen gewesenen Kriegsteilnehmer nahezu 500 000 betrug. Um nun, tote in der Sitzung vom 16. März d. Js. der Abg. Gröber ausführte, die Hilfsbedürftigkeit für die Gewährung der Veteranenbeihilfen möglichst objektiv festzustellen und die Entscheidung nicht von dem willkürlichen Ermessen irgend einer Behörde abhängig zu ma­chen, hat das Zentrum den Antrag gestellt, in das Dispositiv des Etats folgenden Satz aufzu- uehmen:

„Als hilfsbedürftig gelten Kriegsteilnehmer, bere” steuerbares Einkommen nach den landesrechtlichen Be­stimmungen über die allgemeine Einkommensteuer nicht mehr als 900 Mark beträgt. In Bundesstaaten, bte keine allgemeine Einkommensteuer Haden, setzt bie Landesregierung den entsprechenden Betrag deS steuer­baren Einkommens fest."

Das war ein Antrag, mit dem man endlich den Klagen über Benachteiligung die Spitze ab­gebrochen hätte. Mit einem Schlag wäre durch den Antrag eine scharfe Grenze für die Voraus­setzungen der Gewährung der Veteranenbeihilfe geschaffen worden und damit auch die Umständ­lichkeiten, die heute zur Erreichung einer Beihilfe nötig sind — der Kriegsveteran, der um eine Beihilfe einkomn.t, mutz nicht weniger als fünf Bescheinigungen und ein Formular, in dem zehn Rubriken auszufüllen sind, ausgefüllt beibringen — beseitigt worden. ___

Der Bl 0 ckreichsrag hat den Antrag mit einer Reihe von Einwendungen abgelehnt, von denen keine auch nur irgendwie durchschlags- kräftig war. U. a. ist auch die Deckungsfrage in den Vordergrund geschoben worden, obgleich sich der Block bei der Zuckersteuer und beim Flotten- geseh fein Kopfzerbrechen darüber gemacht hat, wie die Kosten in diesen Fällen zu decken seien. Durch die Ablehnung des Antrags tst es natür­lich unmöglich geworden, daß die Veteranen un­ter 900 Mark Einkommen am 1. April d. I. etne Beihilfe erhalten haben. Es bleibt also nach tote vor bei den bestehenden Bestimmungen und über das Versagen des Blockes in der Veteranenbei­hilfenfrage kann auch die „Post" nicht hinweg- täufchen, wenn sie am Schlüsse einer längeren Auslassung sagt, datz Deutschland in der Für­sorge für seine Veteranen von keinem anderen Staate erreicht werde.

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Verlag der Zuldaer Ak«

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Monatrbellage: „SuIbdCt SeschichtZblütler 8«rnspr.qer«r.9.

vemischtes.

• Eine eigenartige Ortssitte besteht in der Gemeinde Landsweiler an der Saar. Dort ist es üblich, daß, wenn eine Witwe oder etn Wttwer sich wieder verheiratet, die Einwohner in große- rer Zahl vor das betreffende Haus ziehen und dort einen ohrenbetäubenden Lärm vollziehen, bis sich die Neuvermählten durch eine Geldgabe freikaufen. Dieser Brauch sollte einem Einwoh- ner von Landsweiler x6er teuer zu stehen kom- men. Vor einiger Zeit gingen ein Witwer und eine Witwe eine neue Ehe ein. Am Hochzeits- tage verübte nun eine Anzahl von Einwohnern vor dem Hochzeitshaufe den besagten ortsüblichen Spektakel. Dabei sagte der Beugmann Hoff« mann, der sich an dem Lärm mit beteiligte, zu der Frau: „Gib uns 5 <41, dann bist du den Radau losl" Als die Frau dies ablehnte, ertönte der Ruf: „Na, denn man los!" und der Lärm wurde noch gzlimmer. Hoffmann trat noch zweimal an die rau mit dem Ansinnen, Geld zu geben, heran, zuerst 3 <At und dann sogar 10 <41 verlangend, wobei er bemerkte, daß es sonst keine Ruhe geben werde. Di« Frau ließ sich aber auf nichts ein, und schließlich mußten die Lärmmacher ohne Geld wieder abziehen. Für den Bergmann Hoffmann hatte die Sache aber insofern noch ein böses Nach­spiel, als gegen ihn die Anklage wegen versuchter Erpressung und wegen ruhestörenden Lärms er- boben wurde. Vor her Strafkammer erklärte Hoffmann, daß er es mit der Frau nur gut ge­meint habe, indem er ihr den Weg angeben wollte, wie sich sich von der „Ovation" befreien könnte. Das Gericht hatte aber kein Verständnis für den alten Ortsgebrauch, sondern es verurteilte den Angeklagten zu acht Tagen Gefängnis.

* Ein netter Sohn. Die Bochumer Straf­kammer verurteilte einen Schriftsetzerlehrling und einen 17jährigen Arbeiter zu je 2 Jahren Gefängnis. Beide hatten sich nachts in das Schlafzimmer der Eltern des Lehrlings eittge- schlichen, um sie zu ermorden und das unter dem Kopfkissen des Vaters liegende Sparkassenbuch zu rauben. Der Vater wurde durch einen Schuß verletzt. Die Missetäter hatten den Plan nach dem Lesen von Räubergeschichten gefaßt!

* Siegmund Friedberg kommt zurück. Der ehemalige Inhaber des Bankgeschäfts Siegmund Friedberg in Berlin war nach dem Zusammen­bruch des Bankgeschäfts nach New-Aork entflohen. Der Behörde war das nicht unbekannt geblieben, der Auslieferung fetzten sich ober Schwierigkei­ten entgegen. Auf Veranlassung der Familie des Friedberg ist nun für ihn freies Geleit er­wirkt worden. Nachdem eine Bürgschaft von 30 000 <41 gestellt und eine Reihe weiterer Be­dingungen auferlegt worden sind, die der Sicher­heit der Durchführung der Untersuchung Gewähr leisten sollen, dürfte Friedberg noch int August wieder erscheinen.

* Die Leiche eines etwa 70jährigen Mannes wurde- am Montag abend unweit der Stadt Holzminden in einem Schuppen gefunden. Der Tote ist offenbar ermordet worden. Die Leiche toieS zwei Stichwunden auf. Als Täter wurden die GelegMheitsarbeiter Kämpf aus Bielefeld und Robert Müller aus Berlin verhaf­tet. Beide find als Landstreicher bekannt und beide mit Zuchthaus vorbestraft. Sie wollen auS Notwehr gehandelt haben. Alle Anzeichen aber deuten auf Raubmord hin.

* Russisches. An der Grenze der Kreise Tiflis und Signachi überfielen 9 berittene Räu­ber drei Omnibusse und 9 andere mit Passa­gieren besetzte Wagen und beraubten di In­sassen. Einem Geistlichen nahmen die Räuber ein goldenes Brustkreuz ab und raubten sechs . Pferde.

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Kursor Getreide-Wochenbericht der preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschastsra» vom 7.-15- ZU» 1908.

Während der abgelaufenen Berichtswoche hat sich die Stimmung auf dem Weltmärkte weiter befestigt. Anlaß dazu gaben ermäßigte amerika­nische Ernteschätzungen und die aus eine vermin­derte Leistungsfähigkeit hinweisende Tatsache, datz die Vorräte in erster und zweiter Hand kaum halb so groß sind, als zu Beginn der vorigen Ex- portsaison. Dazu kommt noch, daß infolge ein- geschränkter Leistungen sämtlicher Bezugsgebiete das nach Europa schwimmende Weizenquantum neuerdings stark obgenommen hat und eine Er­gänzung der durch längere Kaufenthaltung ge­schwächten Bestände seitens der europäischen Ex­portländer vorerst nicht in Aussicht zu nehmen ist. Die deutschen Märkte, deren Preise sich ohnehin unter Bezugsparität halten, vermochten sich die­sen Erwägungen keineswegs zu entziehen, zumal die überall hervortretende Nachfrage, namentlich für gute Qualitäten, in den schwachen Angeboten des Inlandes keine Befriedigung findet. Infol­gedessen hat sich der Absatz von ausländischer Ware zuletzt lebhafter gestaltet, während die Im­porteure für die in den Konsum übergehenden Mengen nur bei wesentlich höheren Preisen Er­satz schaffen konnten und daher mehrfach im Ber­liner Lieferungsgeschäft Deckung suchten. Durch den zuletzt eingetretenen Umschwung gu, günftl-, ger Witterung, deren Fortdauer für den jetzt all­gemein beginnenden Roggenschnitt zu wünschen^ wäre, wurde die feste Tendenz keineswegs erschüt­tert. Die Bestände von altem Roggen bestehen meist aus mangelhaften Qualitäten, die von den Mühlen ungern gekauft werden, später aber zum Vermischen mit dem neuen Gewächs vorteilhafte Verwendung finden dürsten. Für gute Ware, die nur spärlich anzutreffen ist, wurden höhere Preis« bewilligt. Im Lieferungsgeschäst war Juli durch Begleichungen, zu denen die Erwartung baldiger neuer Zufuhren Anlaß gab, gedrückt, während Septemberliefernng, durch Käufe der Provinz und durch Mangel an russischem Angebot gestützt, ihren Wertstand behauptete. Hafer ist in Anb«-, tracht der ungünstigen Ernteaussichten keines­wegs dringend angeboten, trotzdem von diesem Artikel scheinbar noch größere Vorräte vorhandeff sind-, der Absatz an den Konsum gestaltete sich bei teilweise gebesierten Preisen etwas lebhafter. Im Maishandel hat die amerikanische Festigkeit ein weiteres Anziehen der argentinischen Forde- rungen veranlaßt. Auch für* russische Futteti» gersie sind die Preise weiter gestiegen.

ES stellten sich die Preise für inländisches (Betreibe am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei daS Mehr (-f-) bezw. Weniger (—> gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist

212 180 (4- 5

217 (+ 1 ) 187 (4- 2

Samburg 212 182 (— 4

rankfurt 215 (+ 2V.) 192»/, — . (4. 3 ) 193

Umrechnung: 1 Pfd. Sterling — Mk. 20.40. 1 FrL, Lira, Peseta — 80 Pfg. 1 Oesterr. Gulden ((Sold) -- 2 Mk. 1 Oesterr Gulden (Whra.) — Mk. 1.70. 1 Oesterr.-Ung. Krone — 85 Psg. 1 holländ. Gulden — Mk. 1J 1 alter Goldrubel — Mk. &20. 1 RÄeh rin alter Kredit-Rwbel -- Mk. 21.6. 1 Peso — Mk. 4. 1 Dollar = Mk. 4.20. 7 Gulden süddeutsche Währung --- ML 12. 1 Mark Bank» — 1.50.

Donau-Reg. 100 fl.

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1. Em. • ■ • .

3 Holl. Kom. 100 fL

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4 Iüdd.Bod.-Kred.l906 3‘ji Südd.Bod.«Kreditb.

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5 Oesterr. Staatsdom.

4 Pest.Ung-Kom.-Obl.

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4 AlbrechtSbah.i.Dilb.

4 BSHmMstb.strft.LS

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5 Du;.-Bdb.Em.74i.G

4 Slisabethb. steuerpfl.

4 „ steuerfrei.

4 Franz Jos.-Phu.i.S.

4 Galiz Earl Ludw.

Bhn. v. 90 L S.

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4 Kasch.-Overb.o.89LS.

4 , LGold

3*/i Oesterr. Nordivejlb.

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4 Oesterr.2üdb.(8omb.)

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5 Oefterr^Uiig.3taat5b.

4 Oesterr. SL-B. v. 83

3 , L b. 8. Em.

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3 , ErgLnz^Retz

3 Oester.St..«.v.l895

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3 Ptag^Duxerb. . .

3 Raab»Oedenbrg.(alt«)

3 Raab.»Odenb.v. 91

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4 Kr.Rudolfbaljka.(T.)

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