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35. Jahrgana

Ausland,

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BIELIDyHEC

habe, daß die neuerlichen Ausführungen Les Finanzministers schlagend gewesen seien. (Sehr richtig).

Abg. Wiemer (frs. Vp.) führte aus, die Vor- läge sei nicht betf geeignete Tummelplatz für Auseinandersetzungen über die Arbetts- und Lobnverhältnisse. Was die Vorlage betreffe, so hätten die Bedenken seiner Freunde sich nicht ab- ^schwächt, sondern vielmehr verstärkt.

Kultusminister Holle erklärte, bei der Vorlage

nicht um die Erteilung von Zulagen tote bet den Lehrern, sondern um die Ansammlung eines Fonds zur Unterstützung bedürftiger Geistlichen.

Die Vorlage wird genehmigt. Der Präsident schloß die Sitzung mit einem dreifachen Hoch auf den König. Die Sozialdemokraten hatten den Saal verlaßen.

Gemeinschaftliche Schlußsitzung der beiden Häuser des Landtags. Ministerpräsident Fürst Bülow verlas die Königliche Botschaft, wonach der Landtag geschloffen wird. Freiherr v. Manteuffel brachte fodann das übliche Kaiserhoch

Willen des Gesetzgebers oder Richters würde es schwer halten, all' die verschleierten und hinter­hältigen Erpressungsversuche zu fassen. Der Ur­beilgeber z. B. sagt: „Ich kann doch entlassen, wen ich will. Beiveist mir doch erst, daß ichl den Mann wegen seiner Abstimmung entlasten habe? Es gibt doch andere Entlastungsgründe in Uebersluß. Und von der andern Serie laß! man den Boykott von einer geheimen Vertrailens- person androhen und durch Zettel, die bei 'Rächt und Nebel angeklebt sind, ins Werk, sehen. Mil Strafrechts-Paragraphen läßt sich da nichts machen.

cP Darmstadt, 30. Juni 1908. Der hessische Landesverein für Frauenstimmrecht hat an die zweite Kammer eine Vorstellung gerichtet, m welcher anläßlich der bevorstehenden Reform des Wahlrechtes die Ausdehnung desselben auf die Frauen verlangt wird.

* Karlsruhe, 29. Juni 1908. Dem Ver­bände der Windthorstbunde im Deutschen Reiche, der, -wie schon gemeldet, gestern und heute hier seinen 9. Vertretertag abhielt, gehören gegenwär­tig 142 Einzelvereine mit 1O,4OO Mitgliedern an. Reichs- und Landtags-Abg. Zehnter hielt gestern einen Vortrag über die politische Lage un Reiche. An den Verhandlungen nahm auch Gesttl. Rat Wacker teil, der in der öffentlichen Versamm- lung die Festrede hielt. _______

Erscheint täglich mit Ausnahme der $o.m« nnd Feiertage. Mertel« jährlicher Sezngrpreir ohne vringerlohn und VestEgeld in Fulda so­wie auswärts 1.SS Uli.

Verantiv. Uedaltem:

Earl Schütte;

für die Anzeigen: Z.Parzeller in Fulda.

Kaiier^atl"den^Herzoa Albrecht folgendes Ant-Izwar durch «ne volle Heimlichkeit! Die rcortfelegtmmn aefalM:Sjn .'S !”!!“!?<SÄLÄ,’saS«i «etol. Bin

Der falsche Erbe.

Roman von Ed. Wagner.

41] (Nachdruck verboten).

Brander war sehr vorsichtig, um keinen neuen Fehltritt roieber zu begehen. Dennoch machte er hier und da Bemerkungen über Gegenstände, die ihm aus Guido's Erzählungen oder aus deffen Tagebuch bekannt waren; dabei äußerte er Aus­rufe der Ueberraschung und des Entzückens zur rechten Zeit und stellte sich überhaupt so vertraut mit allem was er sah, daß selbst ein weniger Unbefangener, als Sir Harry und deffen Mündel waren, nicht den geringsten Verdacht schöpfen jtomrte, daß Brander alles zum erstenmale sah. ; Endlich kehrten sie ins Haus zurück. Ella be» toafc sich in ihr Zimmer und Sir Harry führte Brander in die Bibliothek.

„Ich freue mich, dieses alte liebe Zimmer un­verändert zu finden", sagte Brander, indem er langsam an dem mit Büchern gefüllten Regale entlang ging. „Du hast eine stattliche Bibliothek Vater, und jedes einzelne Buch ist wertvoll. ! Nachdem er die Bücher, und alles, waS sich in dem Zimmer befand, aufmerksam betrachtet hatte, warf er sich in einen Lehnstuhl vor dem Kamin. Sir Harry trat zu ihm und strich lief)- kosend mit der Hand über seine Stirn und sein Haar.

„Du siehst müde aus, mein Sohn", sagte er in zärtlichem Ton. „Jener Unglücksfall und Deine Reise haben Dich so angegriffen, daß Du längere Zeit der Ruhe bedürftig sein wirst zu Deiner vollständigen Erholung Wie freue ich mich, Dich wieder bei mir zu haben." i „Und mir ist es so angenehm, hier zu fein", tzntgegnete Brander, und seine Gedanken vergli­chen die vergangenen Tage seiner Armut und Sorge, mit dem gegenwärtigen Leben voll Reich­tum und Glanz. „Nie zuvor kannte ich die Be­deutung des Wortes Heimat so, wie jetzt. In

bete bet der Budgetberatung Graf Franz Thun (kons.) die ablehnende Haltung der Mehrheit der Rechten gegen dar Unterrichtsbudget mit der Haltung der Regierung in der Wahrmund« Affäre. Die Regierung habe nicht energisch genug eingegriffen, vielmehr mit dazu betgetragen,

redungskunst* hat mehrfach Erfolg gehabt. Die .Deutsche Zeitung^ schlägt nun vor, als Abwehr den Erpressungsparagraphen des Strafgesetz­bücher auf den Terrorismus der Sozialdemo­kratie bei politischen Wahlm auszudehnen. Wir wissen ein besseres aber unfehlbares Mittel, das jeden Terrorismus verhindert, das ist die Be­seitigung der öffentlichen Stimm­abgabe. Unter den modernen Verhältnissen ist die Wahlsreihrit gegen Erpressungen nicht anders zu schützen, als durch die Heimlichkeit. Und

Mst Eulenburg vor den Geschworenen

os. Berlin, 30. Juni 1908.

Der ganze Vormittag wurde heute noch der Vernehmung des Angeklagten gewidmet. Nach­mittags wurden Zeugen vernommen. Wiewohl auch die Presse von den Verhandlungen ausge- schlosien ist, so sind doch durch bie Beteiligten mehrere Mitteilungen über den Gang der Ver­handlungen an die Oeffentlichkeit gelangt. Fürst Eulenburg soll auf die strikte Frage des Vor­sitzenden nach den bekannten Verfehlungen, bte ihm zur Last gelegt werden, laut und klar geant­wortet haben: „Niemals"., Trotz aller Vorhal- tungen des Vorsitzenden sei er bei seiner Er­klärung geblieben. Er habe auch behauptet, er habe nichts Falsches geschworen. Die Verhand- lung wurde um 3 Uhr nachmittags auf Mittwoch i vertagt, da sich Fürst Eulenburg zu erschöpft fühlte.

Deutscher Reich.

* Die Nordlandreise des Kaisers. Die Nachricht, daß der Kaiser seine Nordlandreise zu dem ursprünglich festgesetzten Termin antreten werde, wirkt allseitig beruhigend, da ein Krieg doch wohl nicht in Aussicht stehen kann, wenn der Monarch eine solche Reise unternimmt. Zur Ausrüstung der Nordlandreise werden be­sondere Vorkehrungen getroffen, die auf den früheren Reisen nicht notwendig waren. So wird zu ozeanographischen Studien den Kaiser! eine größere Zahl Gelehrter begleiten. Bon den interessanten Punkten wünscht der Kaiser photographische Aufnahmen. Auch kinematogra- phische Ausnahmen sollen gemacht werden. Die Verwendung der drahtlosen Telegraphie, für die die „Hohevzollern" umfassende Ein­richtungen besitzt, soll bei der diesjährigen Reise in größerem Umfange zutage treten.

* Der Kaiser und die Landwirtschaft. Auf das vom deutschen Lanvwirtschaftstag an den Kaiser gerichtete Huldigungstelegramm hat der

von mir zu erheben. Die letzte fällige Rente chickte ich Dir nach Rom: ba aber die nächste Zahlung erst nach vier Monaten fällig ist und Du inzwischen Geld nötig haben wirst, so er­laube ich mir bis dahin Dein Bankier zu fern."

Er stand auf und ging durch das geräumige Zimmer, blieb vor einem großen, feuerfesten Schwank stehen und öffnete denselben; dann zog er eins der vielen kleinen Schiebkästchen auf, nahm ein Paketchen Banknoten heraus und zählt- davon eine Summe von hundert Pfund ab, die er Brander überreichte.

Dieser nahm anscheinend ruhig das Geld und steckte es in seine Brieftasche^ innerlich aber brannte er vor Begierde.

„Ich sollte meinen, daß Dein Geld im Hause nicht sicher genug ist", bemerkte er.

„Warum nicht?" fragte Sir Harry, indem er wieder an den Schrank trat und das Paketchen an seinen Platz legte. „Ich habe nicht einen un- ehrlichen Diener im Hause; sie sind alle er- probt, treu und ergeben. Ich habe übrigens nicht viel Geld im Hause, da es sicherer in. der Bank von Gloucester ist. Die Schätze dieses Schrankes bestehen hauptsächlich in Urkunden, Pfandbriefen und anderen Papieren, die nur für den Eigentümer Wert haben. Allerdings habe ich auch die Familienschmucksachen in diesem Schranke. Wir sind jedoch niemals von Dieben oder Herumtreibern belästigt worden. Harring­ton Hall ist zu gut bewacht, weshalb sich der­artige Leute gar nicht die Mühe geben, sich hier Eingang zu verschaffen."

Er hatte den Schrank inzwischen verschloffen und nahm seinen Platz wieder ein

„Ich will hinüber nach Gildethorpe reiten, sobald ich mich kräftig genug fühle", sprach Brander nach kurzer Pause. „Ich bin begrenz, die Farmer und die Pächter zu sehen. Hoffent­lich sind Holden und Taggart noch im Besitze der Farmen?" . , „r i

„Ja, Guido: aber ist eB nicht seltsam, daß

die Meldung erfreulich, daß über die Reform wenigstens eine grundlegende Uebereinfiimmung bei den Finanzministern herrscht.

* Geheimrat von Lucanus, der Chef des gehei­men Zivilkabinets des Kaisers wurde gestern von einem leichten Unwohlsein befallen, das 'un­bedeutende Löhrnungserscheinungenhervorrief.— ! Es handell sich anscheinend um einen Schlag­anfall.

* Die neuen Dreimarkstücke, deren Em-1 führung in der Bundesratssitzung vom letzten Freitag beschlossen wurde, werden völlig in den Maßen des alten Talers gehalten fein. Sie werden aber nach dem Berliner ,Lokal-Anz/, das Mld des Kaisers und die Aufschrift Drei Mark tragen. ,, .

DaS zweite deutsche Unterseeboot liegt — während das erste in Kiel übt — nach den ,Hamb. Nachr/ fertig in Danzig. Jri aller- nächster Zeit können vier in Dienst gestellt fein, im nächsten Jahre acht. Die Gemaniawerft und Schichau verlegen sich besonders auf den I Bau von Unterseebooten.

Je* Der sozialdemokratische Wahlterroris­mus hat sich im Landtagswahlkreise Moabit bekanntlich recht unangenehm bemerkbar gemacht. Wahlmänner der bürgerlichen Parteien, dir als Gastwirte oder Krämer auf Kundschaft aus I Arbeiterkreisen angewiesen sind, hat man durch Boykottandrohung zum Fernbleiben vom Wahlakt

schon längst ausgeübt worden, ehe die Sozial- j demokratie zur Ausübung einer Schreckensherr­schaft fähig war. Klagen aus dem Saar- und dem Ruhrrevier sowie aus Oberschlesien über Vergewaltigung von Wählern haben seit Anfang der siebziger Jahre das Echo jeder Neuwahl gebildet. " Sogar bei Reichstagswahlen vor Einführung 'der Wahlkuverts. Wie es bei den öffentlichen Wahlen zum Land­tage mit der Wahlsreiheit bestellt ist W man ja soeben auf der Ferdinandgrube rn Oberschlesien ! gesehen, wo 11 unbescholtene und fleißige Arbeiter aus der alten Brotstelle entlassen worden sind, weil sie gegen den Wunsch des Arbeitgebers und seiner Beamten gestimmt haben. Und sie hatten nicht einmal einen Umstürzler, sondern nur einen

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der beulfdxn S«nbwWtSgef.aW fptedje| o*«»^*a* I ich meinen herzlichen Dank au8 für den mir Preußischer Landtag. I soeben zugesandten Huldigungsgruß. Mit großem Abgeordnetenhaus. Jntereffe und mit den besten Wünschen begleite

. 4fVxn ! ich die Bestrebungen der Gesellschaft, deren

Sitzung vom 30. Ium 1908. I ^beit zum Segen des Vaterlandes gedeihlichen

Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung | Fortgang nehmen möge."

her Vorlage betr. die kirchlichen Abgaben für die I Q <xsne Konferenz über die Reichsfinanz- Evangelische Kirche. ! reform fand am Montag im Reichsamt des

Abg. Ströbel (Soz.) wandte sich gegen die c2nern Es beteiligten sich an ihr eine

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gegen den Vorwurf, daß sie die Lehr- und Lern« .reihest oder die Autonomie der Hochschulen em. enc<n wolle. An den bedauerlichen Ereignissen, durch welche Oesterreich ganz Europa ein trauriges Zeichen seiner Hochschulverhältniffe gebe, seien auch manche Professoren und Rektoren durch ihre Haltung gegenüber den Studenten m l t« schuldig. Der gemäßigt liberale Dr. Grab« m anr verurteilt das Vorgehen Wahrmunds und spricht den Wunsch aus, daß die Wahrmund, affäre endlich von der Bildfläche verschwinde. Redner erklärt, er hege zu dem Unterrichtsminister Dr. Marchet (der bis jetzt nicht imstande war, an bett UnversuätenOrdnung zu schaffen!) volles Vertrauen. Ministerpräsident Freiherr v. Beck führte aus, Die nationalen, wirtschaftlichen und sozialen , Gegensätze belasteten das Oesterreichische Staats. I schjff zu schwer, als daß der Ministerpräsident Den Mut fände, die Gefahren eines Kulturkampfes heraufzubeschwören. Die Regierung vermeid« jeden Kampf, ebenso schroffe Mittel liebend« Energie. Die Energie der Geduld habe laug« Zeit gebraucht, die Wunden — sicher nur zum Teil — zu heilen, welche die Energie der Ge» duld geschlagen habe. Dieser Politik der Samm. lung sei es gelungen, mitten un Kriegslärm den Frieden mit Ungarn zu schließen, das Budget durch die Gefahren der nationalen GegensM hindurchzuführen und die zu emem äußerst schwierigen Problem gewordene, sogenannte

I Wahrmundaffäre aus der Welt zu schaffen, ohnß

Gemeinschaft mit Dir und Ella wird , mir das Leben ein langer schöner Traum sei»/'

„Sprich nicht so, Guido", sagte Str Harry mit freundlichem Ernst, indem er emen Stuhl neben den Branders rückte und sich setzte; „ich mag es nicht hören, daß Du vom Leben wie von einem schönen Traum sprichst. „Das Leben ist Wirklichkeit, das Leben ist ernst", sagt der Dich­ter. Ich wünsche nicht, in Dir einen Träumer zu finden, da es in dieser Welt zu tun genug gibt für einen Jeden, ob reich oder arm. Ich habe gehofft, meinen Sohn als einen Mann der Tat zu sehen, der Segen spendend m feiner Um­gebung wirkt — mit einem Worte, ich mochte meinen Sohn sehen als Mensch unter den Men­schen." . .

Ein schwacher Ausdruck der Beschämung und des Aergers zeigte sich auf Branders Gesicht, doch verschwand derselbe sofort unter dem er­zwungenen Lächeln.

„Gewiß, gewiß!" sagte er. „Ich gebrauchte auch nur eine allgemeine Redensart. In Wirk­lichkeit denke ich mich so nützlich wie möglich zu machen. Ich werde mein Eigentum verwalten, Freundschaft mit meinen Pächtern machen und ein einfaches, rechtschaffenes Leben führen, tote Du es getan hast, Vater."

„Was Dein Eigentum betrifft, Guido", ver­setzte Sir Harry lächelnd, „können wir dasselbe gleich jetzt ins Reine bringen. Deine Mutter hinterließ Dir die Doppelfarm Gildethorpe, welche eine jährliche Rente von achthundert Pfund einbringt. Seit Deiner Großjährigkeit sandte ich Dir diese Summe ratenweise, wie Du weißt, auf Deinen ausdrücklichen Wunsch. Es würde mir Vergnügen machen, auch in Zukunft Deine Bedürfnisse zu bestreiten, doch weiß ich, daß Du das entschieden ablehnen wirst. Mir scheint Dein Unabhängigkeitssinn etwas über­trieben, doch will ich über diesen Punkt nicht mit Dir streiten. Alles, was ich besitze, wird eines Tages Dir gehören, und es steht Dir frei, jeder­zeit Vorschüsse auf Dein zukünftiges Vermögen

Notwehr gehandelt (Lachen.) Redner kam dann führung der diretten Reichssteuern uno oeionoe» auf die Lohnverhältnisse der Eisenbahnarbeiter zu I gegen eint Reichsemkommensteuer, die den Jnte- sprechen wobei er mehrfach vom Präsidenten un- reffen der Einzelstaaten widerstrebe, ausgesprochen terbrochen wurde. Ströbel schloß, indem er em- Hatzen. Die erforderlichen neuen Reichssteuern pfähl, zunächst für die Lehrer zu sorgen. Bei den müßten in der Hauptsache durch, indirekte Pastoren herrsche kein Notstand. ! Steuern aufgebracht werden. Die Vorschläge

Kultusminister Holle beschräntte sich darauf, I beS Reichsschatzsekretärs sollen auch im all­zu konstatieren, daß er aus den Ausführungen aemeinen Zustimmung der Konferenzteilnehmer = —- m» -linnen I Kunden haben. — Wenn auch diese Mitteilung

im großen und ganzen nur das bestätigt, waS man aus dm bisherigen verlautbar gewordenen Absichten der einflußreichsten Regierungen des

daß sie ein Opfer gefordert, die pariamentari^» Arbeit gehemmt oder eine Staatsnotwendigteit vereitelt hätte. Der Ministerpräsident halte an der Ansicht fest, daß sich die wahre religiös« Ueberzeugung nicht mit polizeilichen Maßregeln schützen 'lasse, daß die erhabenen Dogmen der kaiholischenKirche keineSPolizeischutzeS bedürften.-., Ganz gewiß läßt die religiöse Ueberzeugung auf die Dauer sich nicht mit polizeilichen Maßregeln erfolgreich schützen, und die Dogmen der kalho- lischen Kirche bedürfen auch ferne« polizeilichen Schutzes, aber ebenso sicher ist auch, daß bte Jte» gierung eines zu mehr als 95 Prozent katholischen

Diener in der rohesten und unflätigsten Wels« angegriffen und beschimpft werden, rote das nun seit Monaten durch die Wahrmundoorträge und- Broschüren und durch einen rohen Studenten- janhagel geschieht. Da hat die Kirche ohne Zweifel doch Anspruch auf mindestens denselben Schutz, den die Gesetze jedem Privatmann ge. mähren. — Nach weiterer längerer Debatte wurde das Budget angenommen.

* Frankreichs auswärtige Politik. Die französische Deputiertenkammer bewilligte «nett Kredit von 400000 Frcs. für die Nordlandfahrt des Präsidenten FaüiöreS. Ein AdänderungS- antrag Vaillant (Soz.). an dieser Summe | 50000 Frcs. zu streichen, um die Reise nach

Du Dich aller Tatsachen so gut erinnerst? Dein Gedächtnis ist wirklich sehr launisch."

„Ich behalte Namen und Tatsachen besser all Gesichter", versetzte Brander ruhr^ „Für letz­tere hatte ich nie ein gutes Gedächtnis so viel ich weiß. — Ist das nicht Ellas Tritt draußen in der Halle? Sie geht ins Gesellschaftszimmer.

„Folge ihr, Guido", sagte Sir Harry. „Ich will noch ein Weilchen hier bleiben.“

Brander ließ sich das nicht zweimal sagen; sogleich erhob er sich und verließ dre Bibliothek.

Ella saß am offenen Fenster, mit einer Hand­arbeit beschäftigt: sie sah lächelnd zu Brander auf, als er sich ihr näherte, und machte für ihn neben sich auf dem Divan Platz.

„Wie fleißig Sie sind!" sagte er A S» ihr setzend. „Sie haben vor lauter Geschäftigkeit wohl kaum Zeit für einen Freund, der ein wenig mit Ihnen plaudern möchte?"

„Wie alle Frauen", tagte sie lächelnd, „bin ich zum Plaudern stets bereit. Was habe mir zu sagen?"

„Sehr viel", erwiderte Brander. --Ich weiß kaum, wo ich beginnen soll. Soll ich zunächst von den glücklichen Zeiten der Kindheit zu Ihnen sprechen, als ich Sie zuerst kennen lernte? oder von den zutraulichen schwesterlichen Briefern die ich auf meinem Herzen trage? Oder soll Ihnen erzählen, wie überrascht und erfreut ich bin, in Ihnen das Ideal verwirklicht zu ftnden. welches ich Ähre lang in meinem Herzen gehegt habe? Ich möchte von diesem allen zu Ihnen sprechen, denn Ihre Schönheit und Vollkominen« heft sind die Gegenstände, welche stets mein In­nerstes erfüllen. Wäre ich ein Ptz§t, wurden Si, das Wesen sein, welches meinen Namen indem ich Sie besänge, unsterblich machen wurde, war« ich ein Maler, sollte Ihr Portrat meinen Nam« berühmt machen, so lange die Kunst besteht Aber da ich nur bin, was ich bin, tote kann ich da äußern, was nur die Hälfte von dem ausdruckt, waS ich fühle und denke?"

(Fortsetzung folgt.)