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erscheint täglich mit Ausnahme der Zo.m> und Feiertage, viertek- jShrlichervezugrprei, ohne vringerlohn und veMgeldinZnldafo. »it auswärts (.semi

Verantrv. Redatteur, Larl Schütter

für dke Anzeigen: Z.parzeller in Fulda.

Fuldaer W Zeitung

Msnakbeilage: „Fuldaer Geschichtrblätter"

wochenbellage: Illustrierte Sonntagszeitung"

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RotationsdruSund Verlag der Fuldaer Ak- tiendruckerei in Fulda Femsprechrr Rr. 9.

Fulda, Freitag den 26. Juni 1908.

M 145.

35. Jahrgang.

Zweites Mlcrtt.

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s> Bon der Heimarbeitsaussteürmg in Frankfurt a. M.

Zwei Momente machen einen Unterschied zwi­schen der Berliner und der Frankfurter Heim­arbeitsausstellung. Die Berliner hatte einen vorwiegend agitatorischen Charakter. Es kam den Ausstellern vor allem darauf an,, dem deutschen Volke zu zeigen, in welch unglaublichem Elend ein großer Teil der HeimarLeiterschaft darbt. Dementsprechend trat in Berlin eine möglichst deutliche Schilderung des Heimarbeiter­elends — in bestimmten Typen, nicht in einem Gesamtbild — in Len Vordergrund, die zwar Hier und da Widerspruch erregte, deren Unwahr­heit aber im wesentlichen nicht erwiesen ist. Dem­gegenüber hatte die F ra n k f u r t e r Ausstel- lung, die tn diesen Tagen geschlossen wurde, ein mehr wissenschaftliches Gepräge. Das tarn einmal daran zum Ausdruck, daß sie sich auf ein engeres, die Stadt Frankfurt umgebendes Wirtschaftsgebiet beschränkte, wodurch es ermög­licht wurde, ein umfassendes Bild dec darin vor­kommenden Heimarbeit zu bringen. Sodann wurde, um eine wahrcheitÄgetreue Darstellung der gesamten wirtschaftlichen und sozialen Lage der Heimarbeiter zu geben, strenge Unparteilich­keit zum Grundsätze erhoben und waren die Fachausschüsse, welche die Sammlung der Aus­stellungsgegenstände zu besorgen hatten, aus einem wissenschaftlich geschulten, unparteiischen Leiter und aus je einem Vertreter der Arbeit­geber und Arbeitnehmer zusammengestellt.

So charakterisiert einer der besten Kenner der deutschen Heimarbeit, Dr. H. Koch, in einer Skizze im Juniheft der „Sozialen Kultur" (M.- Gladbach, Volksvereinsverlag) die Frankfurter Heimardeitsausstellung. Aehnlich wie bei der Berliner Ausstellung findet Koch das höchste Ler- dienst der Ausstellung wieder in den Lehren, die sie hinsichtlich der Reform der Heimarbeits­verhältnisse zum Ausdruck brachte. Diese weifen zunächst hin auf die Bedeutung der gewerkschaft­lichen Organisation und der auf ihrer Grundlage zustande gekommenen Tarife. Lehr­reich in dieser Hinsicht ist vor allem die mit beson­derer Sorgfalt vorbereitete Abteilung für Wäschekonfektion. Hier fiel alsbald die befrem­dende Tatsache, auf, daß für qualifizierte Arbeit trotz zahlenmäßig hoch erscheinender Stücklöhne der Stundenverdienst oft nicht so hoch war, wie bei den einfachen Lager- und Massenartikeln. Während z. B. ein kompliziertes Balletkleid der Näherin nur einen Stundenlohn von 22 Pfg. einbringt, erzielt die grobe Arbeit an einem

Krankenrock 50 Pfg. Stundenlohn (für einen männlichen Arbeiter).

Auf der andern Seite weisen die durch die Ausstellung geoffenbarten Zustände deutlich hin auf die Notwendigkeit des genossenschaftlichen Zusammenschlusses. Wer, so schreibt Dr. Koch, die sauer gearbeiteten Holzschnitzereien aus dem Eisenacher Oberland sah und mit diesen tech­nisch hochstehenden Leistungen die geringen Lohne vergleicht — der Stundenverdienst schwankt zwischen 14 und 30 Pfg. —, wird zu dem Schluß kommen, daß hier durch genossenschaftliches Zu­sammengehen unter Ausschaltung des Verlegers das Unterbieten beseitigt und die Arbeit besser bezahlt würde. Dieselbe Reform wäre auch an­dern ländlichen Hausindustrien zu wünschen, die die Konkurrenz mit der Fabrik nicht zu fürchten haben und int übrigen noch existenzfähig sind, wie die Stuhlflechterei, die Möbelschreinerei u. a.

Einen wichtigen Punkt der Hausindustrie­reform hat die Frankfurter Ausstellung endlich dadurch hervorgehoben, daß sie für jedes ausge­stellte Produkt die Frage der Vorbildung besonders beantworten ließ. Die Bemerkung „keine besondere Vorbildung" und „geringer Tagesverdienst" gingen gewöhnlich parallel nebeneinander. Eine Lehrzeit, und wäre es auch nur der halbjährige Unterricht in der Nähschule, hebt über die Beschränkung auf die einfachsten Handgriffe hinaus, erhöht den Verdienst und regt die Strebsamkeit an. So haben die Schnitz­schulen in Bischofsheim und Empfertshausen, die Fachschule für Elfenbein- und Beinschnitzerei in Erbach im Odenwald, die Töpferschule in Lan­dau, die Fortbildungs- und Nähschulen in der Wäschekonfektion durchweg durch Erhöhung der Arbeitsleistung günstig auf Löhne und Lebens­haltung ciitgewirkt und sich als segensreiche In- stitutionen erwiesen.

Durch die Frankfurter Heimarbeitsausstellung erhält der Heimarbeiterschutz, wie er jetzt durch die Gesetzentwürfe der Regierung und der Reichs­parteien angestrebt wird, eine neue objektive Be­gründung. Dazu tragen vor allem auch die Schilderungen über die einzelnen Hausindustrien des Ausstcllungsgebietes bei, die unter dem Titel: „Kurze Beschreibungen der Heimarbeit im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiete" (helrausgegeban im Auftrage des wissenschaftlichen Ausschusses der Heimarbeitsausstellung von Prof. Dr. Arndt) erschietten sind.

Die Frankfurter Ausstellung hat jetzt die Richtlinien des Reformprogramms, auf das ichon früher Theorie und Praxis sich geeinigt hatten, aufs neue deutlich aufgezeigt. Nun möchte die Verwirklichung des Programms endlich aber auch beschleunigt werden!

Aur dem Nachbargebiet.

* Alsfcld, 25. $funi 1908. Am 15. Juli wird hier ein Zuchtviehmarkt für Simmentaler Rindvieh, Deutsche Edelschweine und Saaner Zie­gen abgehalten. Aufgetrieben werden nur Hcrd- buchtiere. Marktordnung und Marktverzeichnis versendet auf Wunsch vom 5. Juli ab der Land- wirtschaftskammer-Äusschuß zu Alsfeld.

• Gießen, 24. Juni 1908. Aus Braunfels wird der „Frkf. Ztg." gemeldet, daß in der dorti­gen Vorstadt St. Georgen der T y p h us aus- gebrochen sei. Die Krankheit sei von außerhalb eingeschleppt und habe mehrere Personen ergrif­fen, die in die Klinik nach Gießen gebracht wur­den.

Marburg, 25. Juni 1908. Geheimrat Prof. Dr. Enneecerus feierte heute sein 40 j ä h r i g e s

Kleines Feuilleton.

— Das Heldenstück eines Politikers. Eine der dramatischsten Szenen, die das an Aufregun­gen so reiche politische Leben in den Vereinigten Staaten bisher gezeitigt hat, ereignete sich vor einigen Tagen int Senate des Staates New-Jork, als der sterbenskranke Senator Fölker von seinem Arzt und seinem geistlichen Berater unterstützt, in den Saal schwankte, um seine Stimme für ein Gesetz abzugeben, durch das die Wetten bei den Rennen verboten werden. Drei Wochen nach einer lebensgefährlichen Blinddarmoperation verließ er das Krankenbett und reifte in einem Soitderzuge sechzig englische Meilen nach Al- bann', es kam alles auf seine Stimme an, da sonst Stimmengleichheit eingetreten wäre. Ob­wohl die Aerzte ihm gesagt hatten, daß die Reise nach Albany ihm den Tod bringen könnte, hatte er auf feinem Vorsatz bestanden. Auf den Gale­rien saßen dicht gedrängt Männer und Frauen, die Korridore waren mit Zuschauern überfüllt. In diesem Augeitblick traf die Nachricht ein, daß die Aerzte sehr zweifelhaft wären, ob Fölker das Kapitol erreichen könnte, da ihn eine furchtbare Uebelkeit überfallen hatte und ohnmächtig ge­worden war. Die Namen der Abgeordneten wur­den auf gerufen. Fölker fehlte. Die Abstimmung begann, und die Opposition wurde immer hoff­nungsvoller. Da öffnete sich die Tür und Se­nator Fölker wurde von feinem Arzt und seinem Geistlichen zu seinem Sitze geschleppt. Sein Kopf hing kraftlos herab, fein Gesicht war kreide­bleich und die Augen starrten inS Leere, obwohl er starke Reizmittel genommen hatte; aber die Zuhörer auf den Galerien brachen in begeisterte Zurufe aus, als fein Name aufgerufen wurde und er mit einem schwachen „Ja" antwortete. Das erste Gesetz wurde angenommen. Da ver­suchte die Opposition eine neue Taktik. Da sie wußte, daß, je länger Fölker in dem Saale blei­

ben mußte,, es immer wahrscheinlicher wurde, daß er wieder in Ohnmacht fallen würde, machte sie von der Erlaubnis Gebrauch, daß jedes Mitglied seine Abstimmung in einer kurzen Rede begrün­den konnte. „Das ist unmenschlich", rief ein Senator. Fölker wurde in einen Vorraum ge­bracht, wo man ihm neue Reizmittel gab. End- sich kam es zur zweiten Abstimmung, und als die Reihe an ihn kam, war Fölker wieder zur Stelle und hauchte sein „Ja". So war das Ge­setz durchgebracht, und das Gefühl der Befreiung wirkte so stark auf ihn, daß er sich zusehends er­holte. Er wurde in ein Hotel gebracht, und die Aerzte haben jetzt die Hoffnung, sein Leben er­halten zu können.

— Die Kugel im Brustkasten. Ein amerikanischer Arzt, der zum Studium der Röntgenstrahlen längere Zeit in Berlin geweilt, erzählt, daß der Professor unter dem er studierte, eines Tages folgenden Bries erhalten hätte: „Sehr geehrter Herr Professor, ich habe seit elf Jahren eine Kugel im Brustkasten. Ich bin zu sehr von Geschäften in Anspruch ge­nommen, um nach Berlin kommen zu können, hoffe jedoch, daß Sie mit Ihren Strahlen zu mir kom­men werden, da mein Fall Sie doch sicher interes­sieren dürfte. Sollten Sie nicht persönlich kommen können, so haben Sie wohl die Güte, mir um­gehend em Paket Strahlen zu senden, ich werde dann selbst mein Heil damst versuchen/ Der Pro­fessor antwortete darauf: »Sehr geehrter Herr, leider bin ich durch berufliche Verpflichtungen äugen» blicklich verhindert, Berlin zu verlassen, auch sind mir die Strahlen gerade ausgegangen. Wenn Sie also nicht selbst nach Berlin kommen können, so mache ich Ihnen den Vorschlag, mir Ihren Brust- kästen per Eilgut herzuschicken, ich werde dann sehen, war sich damit tun läßt

— Drr Sonntagsjäger. „Ich will ja aller gern glauben, meine Herren — aber daß er Völker ge» geben haben soll, die nur von drr Jagd lebten, vaS ist undenkbar!*

Doktor-Jubiläum. Aus diesem Anlässe wurden dem Gelehrten zahlreiche Ehrungen zu Teil.

’ Breitknbach a. H., 25. Juni 1908. Seit eini­gen Tagen ist eine Telegraphenabtei- lung damit beschäftigt, bei unferm Ort die Strecke anzulegen, welche in ihrem weiteren Ver­lauf die Städte Berlin und Straßburg in direkte Verbindung bringt. Wo es notwendig erscheint, führen die Drähte über Felder unb Wiesen.

* Eschwege, 25. Juni 1908. In Frieda spielte ein zehnjähriger Junge mit einer leeren Militärpatrone, stopfte die Messinghülse voll Zündplättchen unb hielt biefe an den Küchenherd. Die Patrone entlud sich unb riß babei dem Jungen die. ersten Glieder des Daumen. Zeige- und Mittelfingers ab.

* Gerstungen, 25. Juni 1908. Der Gendarm Hillmann hier rettete den Lokomotivheizer Hein vom Tode des Ertrinkens in der Werra.

* Vom Eichsfelde, 25. Juni 1908. Auf dem Eichsfelde, wo die Zigarrenindustrie in hoher Blüte steht und der größte Teil der Bevölkerung von diesem Industriezweige abhängig ist. erfolgen feit einiger Zeit eine ganze Relhe von öe- t r i e 6 S i n ft e 11 u n g e n. Die Firma Wendt in Bremen z. B. hat ihre Filialfabriken in Struth und in Marth eingezogen. Der Landbevölkerung des Eichsfeldes entgeht dadurch Arbeits- unb 53er- bienstgelegenheit. Die Einschränkung bet Be­triebe verschobener großer Zigarrenfabriken wird auf die immer noch drohenden Tabaksteuecprojekte zurückgeführt, deren Verwirklichung dem Elchs- selb sehr verhängnisvoll werden könnte.

vermischtes.

* Ein folgenschweres Unglück ereignete sich am Mittwoch in $8 eibenau an ber Sieg, wo augenblicklich zur Errichtung einer Anzahl Ar­beiterhäuser zwecks Herbeischaffung von Bau­material eine Seilbahn angelegt ist. Plötzlich riß das die Lokomotive mit ben Wagen verbindende Drahtseil, die Maschine raste mit ungeheurer Geschwindigkeit auf die Schienen hinunter und keilte sich schließlich im Erdboden fest. Der Ma­schinist und der Heizer erlitten schwere Verletz­ungen, so daß sie sofort ins Krankenhaus über­geführt werden mußten. Der Heizer war durch die aus ber Feuerung herausstürzenben Kohlen- maffen unb hervorströmenden Dämpfe außerdem lebensgefährlich verbrannt. %

* Die Kieler Woche, das größte segelsportliche Ereignis Deutschlands unb bes europäischen Fest­landes hat begonnen. Sie erhält ihren Glanz durch die Anwesenheit der kaiserlichen Familie. Wie der Kaiser und die Kaiserin, so haben die älteren kaiserlichen Söhne, besonders die beiden jungen Ehemänner^ der Kronprinz und Prinz Eitel-Friedrich, ihre eigenen Jachten. Die Hoch­seeflotte ist in Kiel bereinigt .weiter beileben Barkasten, Pinassen, Motorboote, Ruderboote und die Segeljachten das Hafenbild.

* Uebcrfohren und geköpft. Ein Kutscher in Oberschöneweibe schlief infolge Uebermübüng auf dem Bock ein unb stürzte auf die Straße. Er fiel so unglücklich unter ben Wagen, daß die Räber über ben Hals hinweggingen und ben Kopf vom Rumpfe trennten.

* Ein erfolgreicher Dieb. Ein mittelgroßer schlanker Mann von etwa 28 Jahren erknnbigte sich in einem vornehmen Hotel in Baben-Baben nach diesem unb jenem Gaste und verschaffte sich so Gelegenheit, in unverschlossene Zimmer zu ge­langen, bereit Inhaber ausgegangen waren. Er erbeutete bort über taufenb Mark in Hundert­markscheinen und für 26 700 Mark Schmucksachen.

* Das Luftschiff „Republique", bas von den Gebrüdern Lebaudy erbaut und dem französ. Kriegsministerium geschenkt wurde, unternahm am Mittwoch mit Erfolg seine erste kurze Ver­suchsfahrt. Es besitzt einen Inhalt von 3700 Ku­bikmeter unb eine Länge von 61 Meter. Ein Motor von 75 Pferbekräften treibt 2 Schraub^,

— Beim Wort genommen. „Ich bebau’«, Ihnen kein Gelb leihen zu können — ich habe eine zn schlechte Auskunft über Sie bekommen." — „Darauf müssen Sie nichts geben/ — „Stimmt, daraufhin geb' ich Ihnen auch nichts/

Uurzer Getreide-Wochenbericht der preirberichtrstelle der deutsche« Landwirtschaft»»«!» vom 16.—22. Juni 1908.

Befürchtungen, daß Niederschläge b'iei im Gange befindliche amerikanische Ernte schädigen ober minbestens verzögern bürsten, wirkten an­fangs befestigenb unb ließen für bie inzwischen stark ermäßigten Forderungen, namentlich in Eiiglaud nach längerer Zeit wieder mehr Inter­esse heyvortreteu. Auch seitens deutscher Im­porteure wurden aus den an der Küste eingetrof­fenen Ladungen einige Anschaffungen gemacht, gegen bie aber im Lieferungsmarkte Abgaben er­folgten, als Amerika wieder schwächere Preise meldete. Auf bie Absatzverhältnisse int Inlands waren die überseeischen Anregungen ohne Ein­fluß geblieben. Trotzdem das an bie Märkte ge­langende Angebot normalen Ansprüchen gegen­über kaum erwachsen wäre, gestaltet sich dessen Verwertung meist schwierig und verlustbringend, zumal Bedenken wegen ber Qualität, namentlich beim Roggen, ber ohnehin schwachen Kauflust noch engere Grenzen gezogen haben. Scheinbar stützt sich die durch die Versorgung kaum gerecht­fertigte Kgufenthaltung auf bie hinsichtlich bet Ernteaussichten herrschenbe Auffassung. Der amtliche Bericht für Preußen konstatiert zwar bie erwartete Besserung, betont ober, daß sie den Noten beigefügten Bemerkungen die landwirt­schaftliche Lage toeniger günstig erscheinen lassens als aus ber ziffermäßigen Begutachtung ersicht­lich ist. Im allgemeinen bestätigt der Bericht die bereits zu Anfang des Monats seitens ber Preisberichtstelle gegebene Darstellung, wonach die Aussichten für Weizen unb — mit ber burch Hagelschäden und Lagerung bedingten Einschrän­kung — auch für Roggen günstige seien, wäh­rend bie Sommerung burch Ueberwuchern be> Unkrautes, häufig austretende Schädlinge und Pflanzenkrankheiten an einer vorteilhafteren Entwickelung gehindert wurde. Dazu kommt noch, daß sich in den letzten Tagen Mangel art Bodenfeuchtigkeit bemerkbar macht, der bei den herrschenden austrocknenden Winden wesentlich zur Verschärfung obiger Bedenken beigetragen hat. Andererseits haben hier umlaufende Ge­rüchte über ein Ausfuhrverbot Rumäniens für Hirse, Heu und Stroh neuerdings die Aufmerk­samkeit auf bie Lage dieses Landes gelenkt und schließlich wickder ejine festere Stimmung auf*1 kommen lasten, bie sich vor allem in erhöhtem In­teresse für Futtermittel zum Ansbruck brachtL Weizen und Roggen haben ihr vorwöchiges Preis­niveau bis auf kleine Verluste wieder erreicht/ Hafer per September sogar um iy2 <Jfl ange­zogen. Sehr fest lag bei anziehenden argenti­nischen Forderungen Mais.

ES stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (+) brzw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigesügt ist wie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Danzig 215 (— 5 } 177 (- 5 ) 155 (— 1 )

Berlin 215 (-f- 1 ) 186 (— 2 ) 175 ,

Hamburg 208 189 (— 3 ) 175 (— 1 )

Düsseldorf 208 (— 2 ) 190 (— 3 ) 166 (— 4 )

Frankfurt 210 198 (— 7 ) 175 (— S'/,)

München 223 (4- 1 ) 192 (— 1 ) 178

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 211.75 (- 0.50), September 194.25 (-0.75), Budapest Oktober 196.40 Paris Juni 176.10 (4- 0.80), Liverpool Juls 160.55 (— 1.65), Chicago Juli 132.90 t—4.45), Roggen: Berlin Juli 190.50 (-0.50), September 176.35 (—1.60), Hafer: Berlin Juli 161.75 '— 0.50), September 159.00 (4- 1.50) Mark per 1000 Kilogramm.

Aufstieg Zeppelins mit

DaS neue Zeppelin-Lufischiff faßt 15000 Kubikmeter; es ist 136 Meter lang und hat etwa 13 Meter Durchmesser. Die beiden Daimler- Motore haben je 114 Pferdekräste. Deraufmerk- iame Beschauer wird beim Betrachten des Bildes »erauSfinden, daß die Seitensteuer des Schiffes im Vergleich mit dem alten Modell jetzt ganz hinten an das Ende der Schiffer oeriegt sind.

seinem neuen Luftschiff.

sie liegen unmittelbar am Hinlerleil, während sie bisher auf der Stelle zwischen dem dritten und fünften Ring angebracht waren. Die neuere Anordnung hat sich bei der Probefahrt nicht bewährt. Die Steuer wurden daher wieder an der früheren Stelle angebracht, worauf das Luft­schiff wieder mit der alten Sicherheit manöverierte.