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Fuldaer

w»ch-»b-!i-g«-Illustrierte Ssmitagrzeltung"

35. Jahrqanq,

Fulda, Dienstag den 26. Mai 1908.

Zweites >Matt

Reklame», und Anzeigenteil.

.Ein lebensfrohes Kind."

Kleines Feuilleton

nehmen fortwährend all« Postanstalten, LandbrirftrLger, ZeitungSträger und die Expedition (Harmonie) Bestellungen auf die ,Fuldaer Zeitung' zum Preise von 50 Pseuuig (ohne Be­stellgeld und Bringerlohn) entgegen.

richten" sind, nicht aber jene, die im vorigen Jahre entrichtet worden sind. Die Rrxdorfer Wahl wird also wohl Gegenstand ernes Wahl. Protestes sein, lieber die Wahlproteste entscheidet aber in unseren Parlamenten die Mehrheit. 5)te Sozialdemokraten fürchten jedoch, daß im Falle der Wat.1 des konservativen Kandidaten rhr Pro­test nicht durchdringen wird.

• Duisburg, 24. Mai 1908. Eine von unge- fahr zweihundert Beamten des Reiches und Staates der Wcchlkreise Duisburg und Mühlheim besuchten Versammlung betonte in einer Resolu- tion die drückende Notlage der Beamten tm rhei­nisch-westfälischen Jndustriebezirke infolge der außerordentlichen Teuerungsverhältnisse und for­derte tunlichste Beschleunigung der Ge­haltsaufbesserung mit Rückwirkung bis 1. April 1908. Die bekannt gewordenen neuen Sätze für den Wohnungsgeldzufchuß seien durch- aus unzureichend, man erhebe Anspruch auf höchsten Servissatz oder auf eine besondere, dau­ernde Teuerungszulage.

• Hkiligrnstadt, 24. Mai 1908. Im Wahl- kreise Heiligenstadt-Worbis hatte das Wahl­komitee der Zentrumspartei die beiden seitheri­gen Vertreter, Geh. Justizrat v. Strombeck und Landgerichtsrat Tourneau, wieder aufgestellt. Gegen die Kandidatur des Herrn v. Strombeck aber ist bekanntlich vom Zentrums-Ortskomitee in Leinefelde Widerspruch erhoben und dort der frühere Abgeordnete Im Walle auf den Schild erhoben worden. Einigungsverhandlungen ha­ben bis jetzt noch nicht zu einer befriedigenden Lösung geführt. Die „Mitteldeutsche Volksztg." (Eichsfeldia) schreibt: „Eine Einigung wäre doch sicher im Interesse des Ansehens der Partei das beste gewesen. Wir möchten an alle Parteifreunde im Interesse des Ansehens des Zentrumsgedan- kens die Bitte richten, in dem nun beginnenden Wahlkampfe sich gegenseitig weise zu mäßigen, keine persönlichen Momente in. die Debatte zu werfen, sondern nur sachlich ihre Meinung zu vertreten. Eine unangebrachte Kampfesweise würde die Situation nur erschweren und einer späteren Annäherung nur Hemmnisse in den Weg legen."

Aus Kirche und Schule.

* Rom, 24. Mai 1908. Heute empfing der Papst einen zur morgigen Seligsprechung der Französin Magdalena Varat nach Rom gekom­menen französischen Pilgerzug. Nach­dem Monsignore Amette, Erzbischof von Paris, eine Ergebenheitsadresse verlesen hatte, die den Papst be? beständigen Gehorsams der franzö­sischen Katholiken versichert, ergriff der hl. Barer mit zitternder Stimme und unter Tränen Las Wort. Sein einziger Kummer — sagte er — fei, daß er nicht nach Frankreich gehen, inmitten der treuen französischen Katholiken weilen und mit ihnen für den Glauben kämpfen und dulden könne. Die Pilger waren von den Worten des Papstes ergriffen; sie klatschten stürmisch in die Hände und riefen: „Es lebe der Papst, es lebe das katholische Frankreich!" Ehe die Feierlich­keit ihr Ende nahm, schritt Erzbischof Arnette feierlich auf den Papst zu, stellte sich neben ihn und fragte mit weithinschallender Stimme: „Glaubt ihr, daß der Papst unfehlbar ist? Ver­sprecht ihr ,dem Papste zu gehorchen?" Und don- nernb kam die Antwort zurück: „Ja, wir glau­ben I Wir versprechen!"

erfolgte eine zweite Explosion, infolge deren der ganze mehrere Tonnen schwere Apparat mit Ve­hemenz herabstürzte. Die zu Hilfe etlcnben Zu­schauer fanden von den unter den Maschinentrum- mern begrabenen Jnsasien alle mehr oder weniger lebensgefährlich verletzt, zumeist mit Arm-, Bern- und Schädelbrüchen. Ber der Katastrophe waren Tausende von Zuschauern anwesend, deren sich furchtbare Aufregung bemächtigte. Viele Frauei^ fielen in Ohnmacht.

Deutsches Reich.

* „Schwarz gegen Weiß". Unter diesem Titel veröffentlicht ein gewisser W. Schütze, der lange in Portugiesisch-Afrika war, eine Broschüre, tn welcher er Stellung zur Negerfrage nimmt. Er nennt es eine europäische Ueberh^ung, daß man den Neger veredeln könne; Lieser könne nur gleich den wilden Tieren gebändigt wer­den. Eine höhere Gemeinschaft zwischen ihm und den Weißen sei undenkbar. Die grausame Prü­gelstrafe will Schütze für die Neger beibehalten wissen. „Der Neger muß nach anderem Rechte behandelt werden als der Weiße". — Die landwirtbündlerische „Deutsche Tagesztg." nennt diese Broschüre über Negerpolitik, in wel­cher das krasseste Herrenmenschentum sich aus­spricht, eine der „bedeutendsten und würdigsten", die ihr zu Gesicht gekommen. Gottlob hat Staatssekretär Dernburg eine andere Ansicht über diese Frage als Schütze und die „Deutsche Tagesztg.", sonst ginge es den armen Schwarzen in unseren Kolonien schlecht!

' Koburg, 24. Mai 1908. lieber das Ergeb­nis der Wahlmännerwahlen für den Landtag von Koburg-Gotha wird jetzt gemeldet: Im Herzog­tum K o b u r g ist die Wahl der bürgerlichen Kan- didaten sicher; in der Stadt Koburg freilich muß noch eine zweite Wahl stattfinden. Für den go - t h a i s ch e n Landtag sind als gewählt anzu­sehen: 5 Landbündler, 2 Nationalliberale, 5 Frei­sinnige und 5 Sozialisten. 2 Wahlen sind noch une ttschieben.

- Jit KhuMeilsMk ans dm l«di ist nicht nur für den Menschen notwendig, son­dern auch — für das Vieh.

„Wo kein Dreck, ist auch kern Speck" heißt e« leider aber noch häufig in mancher kleinen Vieh- wirtschaft. „Vieh ist eben Vieh" sagt man und meint, es bedürfe keiner Reinlichkeit, keiner son­ne, keiner Luft, keiner besonderen Pflege ^unb keines besonderen Schutzes gegen Krankheit. Sehr mit Unrecht! Denn eben weil Vieh „Dreh" ist, das heißt ein lebendiges Wesen ist und sich von dem Menschen allein dadurch unterscheidet, daß eS nicht eine unsterbliche Seele hat; eben weil das Vieh einen ebenso feinen und komplizierten Bau der Lebens» und Sinnesorgane hat, bedarf^ menschenähnlicher Pflege, wenn es gesund bler- den und sich gut entwickeln soll. Von dieser Pflege hängt alles, aber auch alles ab. Reine Lust und reiner Stall schützt nicht nur vor Krankheit, bei der Kuh hängt sogar die Güte der Milch und der Butter von dieser Reinlichkeit ab! Daher haben denn auch die Molkerei-Genossenschaften mit der Bezahlung der Milch nach dem Fettgehalt einen so vorteilhaften Einfluß auf die Besserung der Viehwirtschaft gehabt. Reinlichkeit und Ord­nung, Lust und Licht sind das billigste Kapital, das man in den Viehstall steckt, aber es trägt die allerhöchsten Prozente. Und auch um der Volks­gesundheit willen sollte man den Satz: , Ge­sundheitspflege auch für das Vieh beherzigen. Wieviel Krankheiten sind nicht schon indirekt durch die Milch und auch vom Vieh direkt auf den Men­schen übertragen worden! Gesetzgebung und Po­lizei haben eine Menge häufig für den einzelnen recht unbequemer Verhütungsmaßregeln dagegen getroffen. Aber sie treten meist erst in Kraft, wenn der Schaden da ist. Und wieviel Tausend« von Fällen mag es jährlich noch geben, in denen eine Krankheitsübertragung vom Vieh auf den Menschen vorliegt, ohne daß sie je ans Tageslicht kommt.

Neben der Gesundheitspflege auch für daS Vieh sollte jeder Landwirt, um sich vor Schaden zu bewahren, auch auf die V e r s i ch e r u n g ge­gen Viehschaden bedacht sein, wie er ja auch gegen die beiben andern großen Unglücke: Feuer und Hagel sich versichert. Dank der Arbeit des ländlichen Vereinswesens werden der Landleute immer weniger, die in einem falschen „Ver­trauen" auf Gott das, was Gott zu allererst ver­langt, die natürlichen Vorsichtsmaßregeln, ver- nachläsiigen.

Durch ei ha vernunftgemäße Ausübung der Gesundheitspflege auch — an dem Vieh erzielt der Landwirt einen dreifachen Erfolg: Wohl­stand des Hofes, Wohlstand des Volkes, Volksge­sundheit!

Vermischtes.

* Tragisches Ende eines alten Kriegers. Der Veteran Karl Haufe aus Trebbin, ein Teilneh­mer der letzten drei Feldzüge, hat sich aus Nah­rungssorgen in seiner Wohnung in Berlin daS Leben genommen. Nachdem er seinen Sonntags­anzug und seine Ehrenzeichen angelegt, lud er eine Doppelflinte mit Wasser und schoß sich in den Mund. H. hatte wegen seines hohen Alters keine Arbeit mehr finden können.

' Bei Versuchen mit einer neuen Granate, die in Wien in Gegenwart zahlreicher an8läit» bischer Offiziere gemacht wurden, zerriß durch Erplosion der Granate im Geschützrohr die Kanone in tausend Stücke, die mehr als \"Vi Kilo­meter weit im Umkreis zerstreut wurden. In­dessen wurde niemand verletzt. Die Explosion beiccift die furchtbare Gewalt des neuen Spreng­stoffes, bei hier zum ersten Male angewenvet wurde.

* Ein Eisrnbahuräuber, ber versucht hatte, zwei Reisende bes Expreßzuges Monte-Carlo— Paris mit Chloroform zu betäuben und zu be­rauben, wurde auf bem Bahnhof zu Cannes ver­haftet. Die Polizei stellte fest, daß 'der Berbre» cher einer jener Diebesbanden angehört, die zu­meist in Eisenbahnzügen das Diebeshandwerk be­treiben.

' Eine Explosion ereignete sich in der Zucker- raffinerie von Say zu Paris aus noch nicht aufgeklärter Ursache. 42 Arbeiter und Arbei­terinnen wurden verletzt, darunter elf sehr schwer. Der Materialichaden ist bedeutend. Man glaubt, daß Zuckerstaub durch einen elektrischen Funken in Brand geriet und daß dadurch die Entzün­dung von Gas verursacht wurde.

" lieber bas Ballonunglück i« Kalifornien wird noch gemeldet: Das verunglückte Riesenlustschiff ..Morell" war ein Lenkballon, und wurde von 4 Gasoli»Maschinen getrieben, die 200 Pferdekräfte erzeugten. In der Gondel befanden sich zur Zeit der Katastrophe 16 Männer, die eine Probefahrt unternahmen, um sich je nach dem Ausfall finan­ziell daran zu beteiligen. In einer Höbe von etwa 300 Fuß vom Erdboden jedoch platzte ein Gasbehälter, und der „Morell" begann sich all- mählich zu senken, so daß eine gefahrlose Landung möglich schien. Als ber Ballon bis auf eine Ent­fernung von 75 Fuß über der Erde gefallen war.

des Heimarbeiters gibt Die Etiketten leigen eine verschiedene Färbung. Sie find grün, wenn cS sich um Männerarbest, rosa, wenn es sich um Frauenarbeit handelt, und weiß, wenn Männer und Frauen oder auch Kinder an dem Gegenstand arbeiteten. Der Illustration dient eine Reibe photographischer Aufnahmen, die tm Bilde ganze Heimarbeiter-Dörfer, Heimarbeiter- Häuser, arbeite- und Wohnräume festhalten und auch Heimarbeiter bei ihrer Arbeit zeigen (z. B. von Dermbach in Sachsen-Weimar).

Viel Interessantes ließe sich aus der Fülle des Ausgestellten heraushoben. Da sieht man die aufgebauten 144 Kästchen als Stundenleistung einer Heimarbeiterin in der Kartonagenfabri- kcstion. Dort steht ein Webstuhl, in welchem der freundliche alte Mann aus Poppenhausen seine Leinwand webt. Hier ein Holzschnitzer aus Tal- Herda i. d. Rhön, ein Kunstschnitzer aus Empherts- hausen bei Zella in Sachsen-Weimar an der ar­beit Eine Heimarbeiterin aus Frankfurt a. M. verfertigt Christbaumschmuck, und eine Heimar­beiterin aus dem Taunus stellt Perlkränze her usw. Besonders die den AusstellungsZi-ienstenben bergegedenen Etiketten bieten viel Belehrendes. Von vielen sei eine skizziert: Die Tagesleistung eines 16jährigen Knaben und seiner löjäürigen Schwester aus Dalherda: 15 Schock Wäscheklam­mern; Art ber Arbeit: Schnitzen und an Draht hängen; Arbeitsstätte: Wohnstube; Nebenerwerb; Dauer der Beschäftigung im Jahr: Sobald Zeit ist; Bruttoarbestslohn: Schock 12 Pfg.; Unkosten für Schock: 4 Pfg.; Nettoarbeitsverdienst für daS Schock 8 Pfg.; Arbeitszeit für Schock: männlich 1 Stunde, weiblich 2 Stunden; Verdienst für Ar- beitsstunde: 8 resp. 4 Pfg; Verkaufspreis des ganzen Gegenstandes: 14 Pfg. Engros. Daneben die Tagesleistung eines 86jährigen Mannes aus Dalherda, dann wieder Kinderhacken, in Gers- seid hergestellt. Kurz, der Besuch der Ausstell- ung bietet eine Fülle des Jnteresianten und Be- lehrenden

Möchten diese Zeilen recht viele Interessenten zum Besuche der Frankfurter Ausstellung noch veranlassen. A. H.

lieget: Die et» fpaltige prtitzellt oder bem Bau» 16 Psg. Beüamro dtepetitzeU» M pfg., bei wieder. Holungen wird nttspr. vadatt gewährt.

Botationrdruckunh Verlag der Fuldaer Ä . — . , , , , tieodruckerei txäuld«

Monatsbeilage: „gUldLM GeschichtMlUM -entsprech«

Zu den Landtagswahlen.

D In Rixdorf spielt sich augenblicklich ein Mampf von größerer Tragweite ab. Die Behör­den haben dort für die bevorstehenden Landtags- Wahlen Wahllisten auf Grund des vorigjlh» rigen Steuerertrages aufgestellt. Wie schon neulich mitgeteilt, hat die Regierung einen Erlaß an ihre untergebenen Dienststellen gerich­tet, worin das für zulässig erklärt wird. Durch die Einführung der Einschätzung der Arbeiterein- kommen durch die Deklarationspflicht der Ar­beitgeber sind nun aber die Steuern, die die Ar­beiter zu zahlen haben, außerordentlich in die Höhe gegangen, weil früher die Einschätzungs­instanzen der Steuerbehörden diese vielfach mit sehr niedrigen Steuersätzen durchschlüpfen ließen. Tie Folge der jetzt durchgeführten sehr scharfen Einschätzung ist ein Hinaufschnellen der Steuer­sätze der Arbeiter um einen sehr erheblichen Bruch­teil, oft um volle hundert Prozent und mehr. Dadurch wird das Wahlrecht der Arbeiter ver­stärkt. In Rixdorf steht die Entscheidung bei der Wahl auf des Messers Schneide. Die, Sozialdemo­kraten hoffen dort mit aller Entschiedenheit auf einen Sieg. Die Verschärfung der Steuerkraft ihrer Anhänger würde die Erreichung dieses Zie­les sehr gefördert haben. Grund genug, daß sie sich durch die Anwendung der früheren Stenerver- anlagung benachteiligt fühlen. Nach den Gesetzen sind derartige Wahllisten unrichtig und damit ist die Wahl ungiltig. Im Wahlgesetz heißt es: „Für die Bstihlen zuni Hause derAbgeordneten werden die Urwähler nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden direkten Staats-, Gemeinde-, Kreis-, Bezirks- und Provinzialsteuern in drei Abteilungen geteilt, und zwar in der Art, daß auf jede Abteilung ein Drittel der Gesamtsumme der Steiterbefräge aller Urwähler fällt." Ta steht ganz deutlich und klar „nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden . . . Steuern . . ." Tas kann auch die gelehrteste Juristerei nicht anders auslegen, als daß die Steuersätze des Jahres ge­meint sind, in welchen diese Steuern „zu ent-

WhMt»r»chÄ Au,nahm« ter U* mb Feiertage, viertel, jährlicher Veztlgrprei, ohne Sringerlohn und VestellgeldinZuldaso« wie mmvürtr 1.50 DU,

Vtt<mtV. Redakteur: «arl Schütte;

— Dir helle» Rächte, die bis zum 31. Juli währen, haben ihren Anfang genommen. Man bezeichnet damit diejenigen Nächte, wo es auch nach Sonnenuntergang bis Mitternacht nicht völlig dunkel wird, weil die Sonne während der längsten Tage und kürzesten Nächte weniger als 18 Grad unter den Horizont sinkt. Das geschieht in unserem Breitengrade in der Zeit vom 15. Mai bis 30. Juli. Nach der dem Sonnenunter­gänge folgen ben astronomischen Dämmerung wird im Norbwesten, wo die Sonne verschwindet, ein Dämmerungsbogen sichtbar bleiben, der nach und nach höher wird, je später die Sonne unter- gebt und je früher sie aufgeht. Seine höchste Höhe erreicht dieser Dämmerungsbogen in der Nacht vom 31. bis 22. Juni, um dann allmählich Wieder zurückßugehen und am 31. Juli zu ver­schwinden.

— Steuerstreit eines Prinzen. Wie feiner­leit der Kronprinz in Oels in Schlesien, hat der Schtoager des Kaisers, der sehr reiche Prinz Kriednch Leopold von Preußen, emenSteuerftreit. Der Prinz ist in Klein-Glienicke bei Potsdam zu einer Grdaudesteuer von 1127 Mark herangezogen worden, reklamierte aber, worauf bte Steuer auf 1000 Mark ermäßigt wurde. Der Prinz ist jedoch der Meinung, daß der Bodenwert um ein Sech­stel zu hoch angenommen ist, und hat den Kreis­ausschuß angerufen. Dieser beschloß amtha>c Ab­schätzung.

— Die weißen Mäuse v»u Kassel. Bon Amerika kommt die Kunde, daß dort die Mode eleganter Damen, lveiße Mäuse als Schoß- rmd Lieblings- tiere zu halten, auf ihrem Höhepunkte stehe. In ^utschland lacht man vielleicht über die „ter- yitffc Idee, mit der die Welt durch dft Schau-

DMsmrljchaMches und Hsriales.

Heimarbeit-Ausstellung in Frankfurt a. M. 1908.

In den beiden großen Sälen des alten Senckenberg'schen Museums sind et eben eine Heimarbeiter-Ausstellung statt, bereit Besuch sehr zu empfehlen ist. Bis Pfingsten wird die Aus­stellung zur Besichtigung noch offen sein. .

Der obere Saal — 1. Stock — enthält die Be­kleidungs-Industrie, deren verwandte Fabri- katicnszweige und die gesamte Lederwaren-Jndu- firie. Dio vielen anderen Zweige der Heimarbeit nahm der untere Saal — parterre — auf. Im ganzen sind etwa 60 Zweige der Heimarbeit des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes, auf welche sich die Untersuchungen erstreckten, mit Ausstell­ungs-Gegenständen vertreten. In den Seiten­räumen des unteren Saales sind noch einige Schauiverkstcitten unter gebracht. Heimarbeiter (aus Poppenhausen, Dalherda usw.) und Heim­arbeiterinnen führen hier ihre gewohnte Beschäf­tigung aus, zur Veranschaulichung ihrer Produk- tionsweifen und Arbeitstechniken. Die Heim­arbeiter-Ausstellung will keine Gewerbe-Ausstel- lung fein. Sie will nicht in erster Linie zeigen, was der Heimarbeiter herstellt, sondern weitere Kreise damst bekannt machen, unter welchen Ver- hältnisien der Heimarbeiter seine Arbeit verrich­ten mutz. Zu jedem Ausstellungsgegenstände ge­hört deshalb ein mit der gleichen Nummer ver­sehenes Etikett, rvelches die Art der Arbeit er­läutert und Aufschluß über Alter, Geschlecht, Fa­milienverhältnisse, Vorbildung, Arbeitsstätte, Be­schäftigungsdauer, Arbeitszeit und Arbcttslohn fpielerinHarriet Broadhurst beglückt wurde, und ist ber Meinung, daß Unsinnigeres kaum noch aufgebracht werden könne. Und doch ist auch diese „neueste" Mode „schon dagewesen", sogar bei uns in Deutschland. Als vor 100 Jahren, so erzählt die „granff. Ztg.", das tolle Leben am west­fälischen Hofe zu Kassel unter König „Luschtik" begann, kamen Scharen von leichtlebigen Schau- spielerinnen und Kurtisanen nach Kassel, um dort ihr Glück zu machen. Mit sich führten sie u. a. ihre Lieblingstierchen, kleine weiße Mäuse, die sie in zierlichen Draht- oder Glashäuschen hielten. Mit diesen neuen Kolonisten", so schreibt ein Schriftsteller jener Zeit, „haben die Franzosen halb Kassel besetzt und versehen. Auch diese Spie­lerei fand, wie so manche französische anderer Art schon in früheren Zeiten, Nachahmung bei den Deutschen". Mit den Franzosen verschwan­den allerdings auch die weißen Mause wieder aus Kaffe!. „

— Wie groß darf die Knochenbeilage fern? Eine immerwährende Quelle von Streitigketten zwischen Hausfrauen und Fleischern ist die Frage, wie viel Knochen dem Fleisch beigegeben werden dürfen. Die Hausfrauen sind oft der Ansicht, daß die Knochenbeilage zu groß sei. Diese Frage ist nun entschieden worden. Nach den Unter­suchungen der Deutschen Landwirtschaftsgescll- schaft beträgt das Gewicht der Knochen bei Groß­vieh etwa 15 Proz., bei Schweinen, je nach der Mästung 8 bis 12 Vroz. des Schlachtgewichte. Jnfolg^>essen haben die Militärbehörden folgende Bedingungen für ihre Lieferanten festgesetzt: ,^n hundett Kilo rohem Rindfleisch dürfen nicht mehr al? 11 Kilo, in derselben Quantität Hammel- fleisch nicht mehr als 13 Kilo und in hundert Kilo Schweinefleisch nicht mehr als 9 Kilo Kiw- chen vorhanden sein. Diese Bestimmungen geben einen Fingerzeig auch für Detaileinkäufe.

Berlin R , 16. Slprtl 1907, Ltehemvalderstrahe 68.

,®ne schwere ßungenetiqünbung tatteunfer «öhnchen Will» fo heruntergebracht, daß e« nicht einmal mehr Milch vertragen lon rte. Zur iiräfligunz gaben wir dem »leinen nun reg lmößi« Scott« Smulficn und find mtt dem damit erzielten erfolg lehr ,Frieden. Da« Sind nahm da« Pröparat mit »röbter Barlteoe — jedelmal, wenn ich mich mtt der Wasche dem Bettchen näherte, jauchzte e« förmlich euf —, fern Appetit nahm tu, und der Körper kam«te sich. Heute mtt IS Monaten steht der Junge frisch und munter au#, läuft rote eine Biene herum und hat « Backenzähne ohne Schmerzen bekomme«, «ährend ihm bat Erscheinen der ersten Zähnchen manche unruhige Stunde beiettet hatte.-

(jej.) Iran Luge Ampel.

Solch hervorragende Dienst« leistet Scotts Emulsion nicht nur allen Kindern, sondern auch für Erwach» fett« jeden Alter» wirkt st« ebenso. Scott» Emulsion, au» erstklassigem Lofoten-Lebertran zubereitet, bietet die anuerkannten Vorzüge de» ge­wöhnlichen Tran» in vermehrtem Maß« — ist aber frei von dessen un» angenehmen Nebenwirkungen —, da dieser, verbunden mit knochenbilden- den Sustanzen, tm Scottschen Ver­fahren vollkommen leicht verdaulich und auch für tht empfindliche» Ver­dauungsorgan bekömmlich gemacht wird.

teett« chmulfio» roh» von un» au»schUe»Uch tm iroSen «er» kamst, und jroar nie tote »ich chewtcht oder Mast, sonderu nur tn verstezeiten Oristtnalfiasch« tn «arten mit unterer Schuh- matte 0>er Fischer mit dem Dorsch). Ceott x. Barone, ®. m. b. H. ^raaTfurt cu M»

Bestandteile: Feinster WebtjtnaJ-Sebertra» W),o, prima chipgertn 60,», unierphosohartgsauter »alt 4,8 untetphoephotiA. eure« «alron 1,0, pul» Drazant »A seinster arob. Summ» pul» e.o, befttn. Söffer ttUohoi 11,0 Hierzu aromatische Umulfion mit gimt-, Mandel, und SaultheriaLl je • tropfen.

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