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Maer W Zeitung

Wochentage: „Illustrierte Zonntagszeitung"

35. Jahrgang

Fulda, Mittwoch dm 6. Mai 1908.

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Reklamen- und Anzeigenteil.

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Kleines Feuilleton

Snzrigen: vke ei* fpaltige Petitzeile oder deren Raum 15 pfg. Reklamendrepetitzeile 25 pfg., bei wieder- Holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Rotationsdruck und Verlag der Kuldaer Ab

kleineren Städten. Berichterstatter: Herr Bürger- meister Rößler-Schmalkalden, Oberbürgermeister a. D. 6. Aufgaben und Tätigkeit der deutschen Jnvaliden-Versicherungs-Anstalten in der Arbeiter. Wohnungsfrage. Berichterstatter: Herr Bürger­meister Dr. Schmidt-Gelnhausen. 7. Vereinfachung des Geschäftsganges und Verminderung des Schreibwerks bei den Stadtverwaltungen. Be. richterstatter: Herr Stadtrat Boedicker-Kassel. 8. Die Stellung der Gemeinden zur Jugendsür- sorge. Berichterstatter: Herr Professor Dr. Slein- Franksurt a. M. 9. Besprechung von Fragen, welche aus der Mitte der Versammlung angeregt werden. Samstag, den 27. Juni. 1. Die Wichtigkeit und die Bedeutung der Ausstellung von Bebauungsplänen in mittleren und kleineren Städten. Erster Berichterstatter: Herr Siadtbau- rat Schirmeyer-Fulda. Zweiter Berichter- statter: Herr Stadtlandmesser Groll-Hersfeld. 2 Wahl des Ortes für die nächste Hauptver­sammlung des hessischen Städtetages. — Die Stadt Wansried feiert bekanntlich nn Jahre 1908 die dreihundertjährige Wiederkehr des Tages der Verleihung der Stadtrechle. Das zur Feier dieses Tages gedichtete historische Festspiel kommt am Vorabend des Städtetages zur Aufführung.

tllgllch Mr ««»nähme der Sonn-, und Zeiertage. viertel­jährlicher vezugspreir ohne vringerlohn und Bestellgeld in Zulda so­wie armvärt» f.5« Mk.

verantw. Redakteur:

Carl Schütter für die Anzeigen: Z.parzeller in Fulda.

Aus dem Nachbargebiet.

* Neustadt, 4. Mai. 1908. Ein guter Schulwitz, der den Vorzug genießt, wahr zu fern, passierte in einer A.-B.-C-Klasse der hiesigen Knabenschule. Bekanntlich hat der Lehrer in den ersten Schulstunden Schwierigkeiten, fein Völkchen zum Stillsitzen und Ruhigsein zu er­ziehen, er weiß aber, daß Rom nicht in einem Tage erbaut wurde, und drückt vor der Hand ein, im Bedarfssalle auch beide Augen zu. Am SamStag gingen die Mäuler der kleinen Kerls trotz aller freundlichen Ermahnungen besonders lebhaft, sodaß dem Lehrer endlich der Gedulds­faden zerriß; er sprach daher zu feinen Rekruten: „Wenn ihr jetzt nicht ruhig seid, wird einer „übergelegt!" Ohne iveiteres erhob sich einer der Knirpse und rief dem Lehrer in unverfäschtem Äieustädter Dialekt die Worte zu: „Wos, in öller Frih soll die Suhlerei schon lus gih." — Begreiflicher Weise ließ der Lehrer unter solchen Umständen Gnade für Recht ergehen.

* Wanfried, 4. Mai 1908. Für die 19. Hauptversammlung des hessischen Städte­tages ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: Freitag, den 26. Juni 1. Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn OberbürgermeisterMüller-Kassel.2.Geschäslsbericht erstattet von dem Schriftführer, Herrn Stadtrat Boedicker-Kassel. 3. Erstattung des Kassenberichtes durch den Rechnungssührer, Herrn Bürgermeister Strauß-HerSseld. 4. Neuwahl für die nach den Statuten aus scheidenden Vorstandsmitglieder. 5. Das Gesetz vom 15. Juni 1907 gegen die Ver- anstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden und Vornahme von örtlichen Verschönerungen in mittleren und

- tienbrurferei in§uld«

monakveilage: „Fuldaer GeschichtZblatter Fernsprecher m.9.

Marktberichte.

»Frankfurt, 4. Mai 1908. |®etreibemartt.] Am heutigen Markte verlief das Geschäft bei fester Grundstimmung in sehr ruhigen Bahnen. Weizen konnte gegen die Vorwoche etwas anziehen, Roggen bleibt gesucht bei knappem Angebot. Gerste ohne Handel. Hafer ist stark offeriert, doch macht sich vermehrte Nach­frage geltend. Mais ist in gesunder Ware knapp, dem­entsprechend im Preise leicht anziehend. Mehl unver- ändert. Aus zweiter Hand ist unter Notiz anzukommen.

Vermischtes.

* Auch eine Wirkung des 8 Uhr-Ladenschlusses. In dem Städtchen Einbeck ist kürzlich der b Uhr-Ladenschluß und eine Verkürzung der Poli­zeistunde für Gastwirtschaften eingefuhrt worden. Die Maßnahme hatte das überraschende Resultat, daß im Februar gegen 9000 Kubikmeter Ga, weniger als in dem gleichen Monat des Vor- jahres verbraucht wurden. .

* An Vergiftung starb ein Mahrrger Knabe in Essen, der mit seinen Geschwistern Kräuter ge­sucht und davon gegessen hatte. Er hatte ge­glaubt, Sauerrampfer gefunden zu haben, hatte jedoch giftige Kräuter gepflückt und davon ge- gessen.

* Blutige Szenen haben sich während ernes Stiergefechtes in Granada in Spanien abge­spielt. Der Toreador Hirerfanto wurde von einem Stier mehrfach auf die Hörner genommen und in die Höhe geworfen. Der Banderillero Antolin erhielt eine schrvere Wunde am Kopf, als er von einem Stier gegen die Schranken geschleudert wurde. Als eine Anzahl junger Burschen hinan- terstisg, iim die Stiere noch mehr zu reizen, wur­den mehrere von ihnen von den wütenden Tieren angegriffen und aufgispießt. Viele Verwundete mußten ins Spital gebracht werden. Kaum hatte das Publikum den Zirkus verlassen, als F e n e r ausbrach und die obersten Gallerien einäscherte.

* Zu dem Hotelbraud in Fort Wahne in den Vereinigten Staaten, über den wir berichteten, wird weiter gemeldet: Bei dein Feuer im Ava- lane-Hotel im Fort Wayne sind über 3 0 Per­sonen verbrannt: gegen 40 Personen wur­den verletzt. Das Gebäude brannte aus. Alle Fremdenbücher sind verloren, man weiß daher die Anzahl der Opfer noch nicht genau. Zwölf Leichen wurden geborgen. ■

einzelnen evangelischen Vikariate, und Gemeinden unter die Hauptvereine und Lander vorgenom- :r.en. Württemberg übernahm verschiedene Vcka- riate, die zusammen jährlich etwa 23000 Mark Ausgaben erfordern. Es soll auch beabsichtigt ein, kinderreiche evangelische Familien des groß- enteils protestantischen württembergischen Unter- arides zur Auswanderung nach Oesterreich anzu- werben, um dort das „Evangelium" zu kräftigen. Nun denke man sich den umgekehrten Fall, dre österreichischen Katholiken wollten katholische Mis- ionen nach den protestantischenGegenden Würt­tembergs zum Zwecke der Katholisierung des Lan- des senden. Welch Geschrei und Gejammer würde dann entstehen, wie würde nach der Hülfe des weltlichen Armes gerufen werden von den Leuten, die heute schon nicht genug über katholische Pro­paganda klagen können, weil infolge der Frei- zügigkeit auch ehemals ganz protestantische Orte und Gegenden katholische Bevölkerungstelle er­halten.

Deutsches Reich.

*Die d eutsche Kaiserin mit der Prinzessin Vik­toria Luis die bei der Feier des sechzigjährigen Regierungvjubiläums des Kaisers Franz Joseph an der festlichen Gratulation teilnehmen sollte, wird infolge einer mittlerweile getroffenm Aew derung der bisherigen Dispositionen nicht nach Wien reisen. , „ . , , „

# Ein Ratio ralliberaler über das Reichstags­wahlrecht. Der frühere nationalliberale Abg. Berger aus Witten läßt sich in seinem Buche ‘ über den alten Harkert folgendermaßen über das Reichstagswahlrecht aus: Ein Gesetz, welches alle bestehenden geistigen und materiellen Verschieden­heiten und Leistungen zwischen den Wählern ig­noriert, welches Moltke nicht mehr Wahlrecht gibt, welches Virchow mit seinem Stiefelputzer, Krupp mit seinem Taglöhner, Bismarck mit fer­nem Pfeifenstopfer wahlrechtlich auf mathematisch gleichem Fuße behandelt, ein solches Gesetz muß naturnotwendig über kurz oder lang die Monar­chie zu Boden werken und die Anarchie herbei- führen. — Diese Auslassungen erinnern an die Worte, mit denen der Reichskanzler kürzlich im Reichstage das Wahlrecht schlecht machte,, als er es auf eine Stufe mit dem von — Haiti stellte. Es stecktSystem in diesem Vorgehen. Dem gegen­wärtigen braven Reichstag wird man nichts an­tun, aber wenn einmal eine andere Mehrheit da ist, soll der Boden für eine Aenderung des Wahl­rechts vorbereitet sein.

* Zur Privatbeamten - Versicherung. Von Privatbeamten ist die Frage aufgeworfen worden, ob an der demnächst zu erwartenden Privatbeam- ten-Versicherung auch über 40 Jahre alte Privat­beamte beteiligt würden. Die,Köln. Ztg/ glaubt erklären zu können, daß die Pensionsversicherung der Privatbeamten alle Altersklaffen umfassen wird. Für die älteren m äffen natürlich UebergangS-Be- stimmungen getroffen werden entsprechend denen, die man 1889 im JnvaliditätS- und Altersver­sicherungs-Gesetze vorsah. Eine Altersgrenze wird nur insoweit eine Rolle spielen, als Personen, die erst nach Vollendung des 40. ober 50. Lebens­jahres (das ist der Wunsch des Hauptausschuffes) Privatbeamte werden, von der Versicherung aus- geschloffen sind.

»Die erste Reichsviehzählung. Das Preu­ßische Landesökonomiekollegium hatte beim Mini­sterium für Landwirtschaft beantragt, auch in die­sem Jahre am 1. Dezember eine Viehzählung zu veranstalten. Wie verlautet, wird sich aber die Zählung nicht auf Preußen allein erstrecken, son- Lern von der Reichsregierung aus das ganze Reich ausgedehnt werden.

* Tie Bienen als Haustiere. Ber der zweiten Beratung des Gesetzes über die Haftung Let Tierhalters im Reichstage haben die Abgg. Gabe und Vogt (Crailsheim) beantragt, die Bienen bezüglich der Haftung des Tierhalters den Haus­tieren gleichzustellen.

* Tie österreichische Abfallbewegung hat seit ihrem Beginne in Württemberg eifrige Unterstützung gefunden, kein Wunder, denn kaum irgendwo in deutschen Landen begegnet man grö­ßerer Abneigung gegen die katholische Kirche als in den protestantischen Kreisen Württembergs, wenn man auch recht gerne nach außen ein hübsch verbrämtes Toleranzmäntelchen zur Schau trägt. Um der Los von Rom-Bewegung besser unter die Arme greisen zu können, hat man bekanntlich in Halle am 5. Februar d. I. eine Verteilung der

— Robespierres 150. Geburtstag. Am 6. Mai kehrt zum 150. Male der Tag wieder, an dem em Scheusal in Menschengestalt, Maximilian Robe-- Pierre das Licht der Welt erblickte. Die Geschichte kennt Menschenschlächter und, Mörder aus polrti- scheu Gründen, aber keiner reicht an Widerwärtig­keit und eitler Hohlheit an Robespierre heran. Die politischen Wirren unter König Ludwig XVI. trieben auch ihn in die politischen Kämpfe, an denen er sich zunächst nur mit der Feder betei­ligte. Er gewann dadurch aber solche Bedeutung, daß er 1789 als Deputierter seiner Vaterstadt Arras in die Nationalversammlung gewählt wurde. Seine Ausführungen, in denen er stets für Vernunft uiid Tugend als einzige Grundlagen zur Erhaltung des Staates plädierte, erweckten zunächst Heiterkeit, brachten ihn aber in „den Ruf eines Originals, sodaß fein Name allmählich be­kannter wurde. Je populärer er, wurde, desto lutrünstiger wurden feine Reden, die er nament­lich im Jcckobinerklub hielt, und 1790 wurde er infolgedessen zum Präsidenten des Klubs gewählt. Das unglückliche Schicksal des Königs war Robes­pierres ureigenes Werk. Dieser Erfolg brachte Mobespierre, den allmächtigen Leiter des Jako- «inerklubs an die Spitze der Nation und veran­laßte ibn, um sich alle Konkurrenten vom Halse zu schaffen, mit seinen Gegnern aufzuraumen. Em Heer von Spionen wurde loSgelassen und jeder irgendwie Mißliebige von dem Diktator zum Tode verurteilt. Die gemäßigte Partei der Girondfften Mete auf dem Schaffst und Ströme von, Blut Pannen die Treppen hinab, die zur Freiheit des Volkes empor führten. Jetzt wandte er sich gegen zeine eigenen Mitkämpfer und unter ihnen mußte Puch Danton sein Leben lassen. Als aber Robes- vierrs, der jetzt tatsächliche Leiter Frankreichs, Such nach der Sicherstellung feister Herrschaft fort-

MMchen zü Huffderten hinzumorden, ist

Aus Kirche und Schule.

* Limburg, 3. Mai 1908. Zu den philo- sophischen u. theologischen Prüfungen haben sich im ganzen 32 Kandidaten der Theologie eingefunden, von denen 12 in den praktischen Kurs eintreten werden. — Für den 1 Kurs des Seminars in Fulda haben sich 19 Abituri­enten gemeldet. Die Gesamtzahl der Limburger Theologen beläuft sich gegenwärtig auf 60, eine Zahl, die bisher nicht entfernt erreicht worden ist. Es ist begründete Hoffnung vorhanden, daß in wenigen Jahren der bisherige drückende Priestermangel gehoben sein wird.______________

kommener mit diesem Nähkastenwerkzeug zu ma­chen. Aber nein, der Zahn muß dienen, weil man zu bequem ist, um eine Hand frei zu machen und einen halben Meter weit zu langen. Begnügte man sich noch damit, bloß Seide oder Wolle zu zerbeißen, so wäre die Geschichte noch immer schlimm, weil sie sich so ost wiederholt, aber sie wäre nicht so gefährlich, als jetzt, wo man den festesten Zwirn, ja Bindfaden, und, wie ich ein­mal gesehen, sogar „Schusterdraht" zerbeißt.

Ist denn das Zerbeißen so gefährlich? Es ist für den Zahn eins der gefährlichsten Verrichtun­gen. Durch das Aufeinanderschnappen der Zahn­schneiden, welches unvermeidbar ist nach dem Zer- beißen des Fadens, springen nämlich gerade an dieser zugespitzten Stelle sehr bald kleine Stück­chen des Zahnschmelzes aus. Nun bildet sich zu­erst hier und da eine mit scharfen Rändern ver- febene Lücke, deren Umgebung sich aber um so leichter „abblättert", als gewissermaßen ein Teil des Stützpunktes fehlt. Beim nächsten Male, oder vielleicht auch erst nach Wochen, springt wieder ein Stückchen aus. Das geschieht bestimmt, wenn man einen recht harten Faden abbeißt. So geht es fort in trauriger Folge, bis endlich der eigent­liche Zahnknochen bloßgelegt ist, mit dem man nicht mchr lange beißen kann, ohne daß der Zahn- nerv sich in wildem Schmerz meldet und Ver­wahrung einlegt. Zugleich aber greifen Säuren usw. die bloßgelegte Stelle an, und nun Hilst kein Mundwasser, kein Zahnkünstler mehr auf lange Zeit. Es wird plombiert, der Nerv ge­tötet usw., aber etwas Ganzes ist das nicht mehr. Man werfe hier nicht ein, daß man wenig nähe, und daß das dabei vorkommende Abbeißen des FadenS nicht in die Wagschale geworfen zu wer­den verdiene. Das Unheil fchläst nicht. Oft reißt fchon das erste Abbeißen eine Lücke, und da­mit beginnt der Zahnverfall. Unsere Zähne, das wiffen wir alle, sind deshalb Bedingnisse unseres Wohlbefindens, well sie uns dazu gegeben wur­den, daß wir mit ihrer Hilfe die Nahrung in richtiger Verfassung dem Magen zuführen. Feh-

len sie, wenn auch nur teilweise, so leidet die Ver­dauung und mit ihr der ganze Körper.

— Einfluß des Gaslichtes auf Zimmer-Pflan­zen. Vielfach ist die Meinung verbreitet, daß die Gasbeleuchtung Blumen und Pflanzen schädlich sei. Daß es sich hierbei um ein falsches Vorurteil handelt, haben kürzlich im physiologischen Institut der Stadt Christiania angestellte Versuche et«, geben. Diese zwei Jahre hindurch unter der Lei­tung eines Gärtners fortgesetzten Erperrment^. zeigten daß an dem mitunter auftretenden Welkeq der Zimmerblumen nicht die Gasbeleuchtung sondern die Vernachlässigung der Bewässerung und Reinhaltung schuld haben. Es wird eben zi oft übersetzen, daß Pflanzen in geschlossener Wohnräumen weit mehr der Pflege bedürfest, ali, solche, die im Freien gedeihen. Es ergab sich so^ gar, daß die wegen ihrer schönen Blüten gezoge­nen Pflanzen (Blattpflanzen) und Palmen be; genügender Pflege sich schr gut entwickelten, und, das Gutachten schließt mit den sehr bemerkens-, werten Worten: „Leute, die den Blumenflor sahen, den einige Fenster im Gaswerke zu der Zeit, während die Experimente angestellt wurden, immer darboten, wollten kaum glauben, daß Pflanzen hier längere Zeit hindurch gezogen und sogar zur Blüte getrieben waten."

— Die teuersten Zigarre« raucht 'wphl Stön^, Eduard von England. Für verflossene Ostern W, stellte er bei einer Rewvorker Firma bOO Zigarren, zum Preise von 8000 Mark. ES kostete also eint Zigarre bloß 16 Mark. Gleichwohl ist der Preis nicht übertrieben hoch, da diese Zigarren aus denj köstlichsten Puella Abavü-Kraut hergestellt werdest und nur die erlesensten Blätter zur Verwendmig kommen. Nebenbei ist König Eduard auch ein starker Zigarettenraucher, ein noch stärkerer Raucher abe«, soÜ der ermordete König Kariös von Portugal ge-

& mtmk w*. .Z-tz-M Oe der JiMe ihre... Cigarette'

einem Monat allein 1385, begann sich die Oppo­sition aufs Neue zu regen. Jrn Wohlfahrtsaus­schuß stieß Robespierre plötzlich auf Widerspruch. Shon am nächsten Tage, dem 26. Juli 1794, hielt Robespierre eine Anklage gegen feine Gegner, war sich aber über die Ausdehnung des Komplot­tes noch nicht klar. Der 27. Juli brachte die Auf­klärung, Tallien ließ ihn garnicht zu Worte kom­men und beantragte Robepierres Verhaftung, die alsbald ausgeführt wurde. Auf dem Wege ins Gefängnis befreite zwar die Menge Robespierre und feine Genossen, da die Nationalgarde aber dem Konvent gegen Robespierre treu blieb und Robespierre keinen Ausweg mehr sah, versuchte er sich zu erschießen. Der Schuß zerschmetterte ihm die Kinnlade und unter den furchtbarsten Qualen mußte er noch bis zum nächsten Abend (28. Juli) warten, bis ihn das Fallbeil von seinen Leiden erlöste.

— Beißt nicht die Faden beim Nahen ab. Wollten wir unsere Zähne nur dazu gebrauchen, wozu die Natur sie uns gab, so würden wir wahr­lich ein gutes Gebiß ererbt haben, em solches be­wahren und unseren Nachkommen hinterlassen oder mitgeben. Hätten unsere Altvordern nur in gehörigem Maße und in richtiger Menge die uns von der Natur vorgeschriebene Nahrung zu sich genommen, die Zähne nur zum Beißen und Zerkleinern derselben benutzt, so wäre weiter nichts erforderlich gewesen, als dieselben rein zu halten, um die Menschheit mit einem Gebiß zu versehen, das den Zahnarzt nicht nötig hätte: aber wie wird mit den Zähnen umgegangen? Glühend heiße, eiskalte, übersüße, ätzend saure Sachen wirken zerstörend darauf ein, ja der Zahn muß manchmal Instrumente ersetzen, zu deren Ersatz er nicht berufen ist. Dafür rächt sich aber die Natur. Gebt einmal Acht, wenn Eure Töch­ter oder Eure Frau näht, fo ist hundert gegen eins zu wetten, daß sie lieber den Faden abbei­feen, als daß sie ihn abschneiden. Die Scheere liegt zur Hand, und es würde den Bruchtell einer Mi- niste erfordern, um die Sache sauberer und tzoll-

Ausländische Brolftüchte in prompter Ware sehr ge­sucht und fest. — Die heutigen Notierungen stelle« sich je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 2L75—21.90 Mark, kurhessischer 21.85—22.00 Mark, norddeutscher 21.85—22.00 Mk., raff. 23.25—24 25 M., Redwinter 22.75—23.25 Mk., Kansas 00.00—0(100 SOTL, La Plata 22.50—23.50 M., rumänischer 00.00—00 06 Mark. Roaaen, hiesiger, 20 40-20.50 Mk., rumän. 00w0-l» M Mk., rassischer 00.00 -00.00 Mk Gerste hies. u Wetterauer 20.00-21.00, Pfälzer 21.00-22 00 M., Ried 21.00—22.00 M. Has er, hiesiger, 1660—17.7o Msi, bayerischer 16.60-17.75 Mark, russischer 0000 bis 00.00 Mk., rumän. 00.00-00.00 Mk., amerrka- nischer 16.00—16.50 M., Mais (Mixed) 15.80—16.00 M- Donaumais 16.00—16.25 M , La Plata 16.00—16.26 Mark, raff. 16.00—16.25 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. - Mehl ruhig. Es notiert je nach Qualität: Weizenmehl, hieuges, Nr. 0 29 75 bis 30.25 M-, Nr. 1 28.75—29.25 M., Nr. 2 27.75 bis 28.25 M., Nr. 3 27.25—27.75 Mk., fernere Marken 0.50—1.00 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 28.50—29 00 M., Nr. 1 26.50 27.00 M., Nr. 2 22.50-23.00 M. Alles per 100 Kilo inklnsiv Sack. Futterartikel fest. Weizenschalen 11.40-11.50 Mark, Weizenklere 11.00 bis 11.25 M.. Roggenkleie 12.20-12.50 M., Futtermehl 14 00—00.00 M., Biertreber, getrocknet, 14.50—15.00 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.

' Frankfurt a. M., 4. Mai 1908. Amlttwe N* tierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen 618 Ochsen, 59 Bullen, 1015 Kühe und Rinder (Stiere und Färsen), 208 Kälber, 244 Schafe und Hammel und 2047 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd..Schlachtgewichtl Ochsen: a. vollfleischige, ansgemastete höchsten schtach t- wettes bis zu 6 Jahren 74-78 M, d. junge fleischig« nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 66-68 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 55—58 2R., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen. a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 64-67 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genähtte älter« 58—10 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausge­mästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacht- wertes 66-68 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kuh« höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 60-62 2«, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelt« jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Müder) 38 btt 40 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 30-32 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd Schlachtgewicht: Kälber: a. fernste Mast- Bollmast) u. beste Saugkälber (Hannov.) 98-100 M, b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 82—88 Pfg., o. geringe Saugkälber 68—72 Psg., d. ältere gering, genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Sw: «u Mastlämmer und jüngere Masthämmel 80—82 Pf«., b. ältere Masthämmel 74-76 Pfg., c. mäßig genährt« Hämmel und Schafe (Merzschare) 00-00 Pfg. Schwein«: a vollsteischtge der feineren Raffen und deren Kren- zungen im Aller bis zu 1'/. Jahren 61-62 Psg., b. fleischige 62-00 P,g, o. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 52—56 Pig., d. ausländische Schweme (unteN Angabe der Herkunft) 00-00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgcwrcht: Ochsen 00—00 Pfg-- Kälber, a. .8-60 p.g., ü. 46-52 Psg. Schweme: a. 487» Psg., b. fleischige 48 - 00 Pfg. Geschäftsgang 'N Hornvieh gedrückt, Ueberstand erheblich, in Kälbern und Schase« gut, Ueberstand keiner, in Schweinen gedruckt. Ueber­stand erheblich. Aus Oesterreich-Ungarn standen »1 Ochsen zum Verkauf.

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