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Wochenbeilage: Illustrierte 5onntag§zeitung"

Fulda, Samstag den 18. April 1908.

JV8 90

35. Jahrgang.

Äweiies

Drittel oder ein Fünftel der Schüler

Dieses als richtig angenommen hoben wir

tropfen gefallen.

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:ng

die Antwort auf die Frage nach dem Grunde der Verarmung in unserer Stadt. Von 100 Knaben, welche das Gymnasium besuchen, erreichen nur 20 das Reifezeugnis. Unter diesen 20 find min-

Injeijen: orr et» fpaltige prtitzeile ober deren Han« J5 psg. Hellamendlepetitzelle 25 pfg., bei wieder, holnngen wird enkspr.

Rabatt gewährt.

Rotationsbnitfnnb Verlag der Fuldaer Kl» tiendnukerei in Fulda Fernsprecher Rr. 9.

MonairbeUage: „$UlbOCt Geschichtrbläüer"

radikalen Abgeordneten zurückzuführen ist, die bisher die Anwendung" roher Gewalttätigkeiten gepredigt haben, um zu erzwingen, daß die ru- thenische Sprache als zweite Amtssprache auf der Universität eingeführt werde. Die Ruthenen be- abfichtigen damit die gänzliche Verdrängung der Polen aus der Lemberger Universität und die Ruthenisierung der letzteren. In die Tage des 6Ojährigen Thronjubiläums des greifen Kaisers

man mit der Beseitigung der türkischen Herr­schaft erwartet, gegen die anderen nichttür­kischen Stämme gerüstet zu fein. Daß Bülow da von einer Erhaltung des gegenwärtigen Besitz- standes spricht, würde wie Hohn klingen, wenn man nicht daraus die Warnung nach London und

Die grauen, feuchten Schatten der Morgen- dämmerunq lagerten noch über dem stillen Dorfe, als der Hermgekebrte auf einem Grabhügel zwi-

I Jahren hier ansässig waren. Von den 14 Hoi» I fern des Marktringes ist auch nicht ein ettizigü I mehr im Besitze einer Familie, die schon im Jahr, 11850 hier ansässig war. Aehnlich ist es in aller I Verkehrsstraßen.

Wo liegt der Grund dieser auffallender und bedauerlichen Erscheinung? Ich habe nach I geforscht und mich erkundigt, wo die S ö h n e go I blieben find aus den reichen und angesehene» I ehemaligen Familien (die Töchter haben sich na I türlich verheiratet, und zwar größtenteils mt Beamten und Offizieren; sie haben ihr reichet Vermögen mitgenommen und sind von hier ver zogen). Aber wo sind die Söhne? Ein kleine» Bruchteil hat die Beamtenkarriere ergriffen, eh noch kleinerer Teil sich dem geistlichen Stande zu gewandt; ein ziemlich bedeutender Teil ist durck ein Lotterleben zugrunde gegangen oder von der" Eltern über das Meer geschickt, „weil sie bie» nicht gut tun wollten", alle anderen befinden sick I in untergeordneten Geschäfts» ode» Subaltern st ellungen, toceil sie keine gründliche und planmäßige Fachausbil­dung für eine praktische Lebensstellung sich angeeignet haben. Sehr begreiflich; denn da wir zur Ausbildung unserer männlichen Jugend nur ein Gymnasium als höhere Bildungs­anstalt hatten, schickten alle Elfern der bestge­stellten und mittleren Stände ihre Söhne zu dieser humanistischen Vildungsanstalt, ohne zu prüfen, ob der Knabe für eine solche Bildung veranlagt war, oder nicht. Mit dem neunten oder zehnten Jahre mußte das Kind die Elemen­tarschule verlassen und das Gymnasium besuchen, ohne daß geprüft wurde, ob es die notwendigen Talente und die zum ersotareichen Studium uit* erläßliche Energie besaß. Was wird aus sol len Knaben? Ich will nicht selbst entscheiden, son­dern das Urteil eines erfahrenen Jugenderzieh­ers hersetzen. Im Jahresberichte des Progym­nasiums und der Realschule in Gelsenkirchen pro 1900 heißt es: „80 Prozent der Schüler der Unterklassen (der Gymnasien) erreichen nicht das gesteckte Ziel, das Reifezeugnis. Auch bei den Rektoratschulen kommt selten mehr als ein

»»art furchtbar bleich, ihre Arme sanken schlaff herab und als er, keines Wortes mächtig, ihr berde Hände über die Mauer entgegenstreckte, trat sie einen Schritt zurück.

«Herr Zoller!" sagt sie im Ton der lieber- raschung, mit einer kalten Neigung des Hauptes und em eisiger, abweisender Ausdruck tritt in ihre Augen.

„Edith!" schreit er fast auf, „auch du, du! Ni auch dem Herz so eng geworden in all der du mich nicht mehr kennen nullst?"

, . "Sn Gewissens- und Ehrensachen kenne ich keine Weitherzigkeit," erwiderte sie imd sieht ihn nut zornigem Schmerz an.

Er richtete sich abermals hoch auf.

„Gott behüte Sie, Edith, daß Sie nie den furchtbaren Konflikt zwischen Herz und Gewissen kennen gelernt!"

Langsam schritt er von dannen. Sein Gang gleicht plötzlich dem eines alten, müden Mannes.

Die Abenddämmerung hatte mit grauem Schlerer das Licht des TageS verhüllt, als er an bie Tür eines Häuschens pochte, das von einem sauberen Gärtchen umgeben war.

A Hrau machte ihm auf.

et' v er.', ^er er stand wie eine

streckte ihr keine Hand entgegen. „Mein Sohn, mein lieber Sohn!" schrie die Mutter auf und im nächsten Augenblick hing sie t beiden Armen an seinem Halse.

Da legte er den Kopf an ihre Brust, und die Mutter weinte vor Freude.

Ein summender, feierlich fchwingender Ton Mrchztttette die Lust und jetzt begannen mit vol­lem Geläuf die Glocken vom Kirchturm zu ver­künden, daß das Osterfest, das Fest der Auf- erstehung nahe sei. —

Mit einem kurzen: Guten Abend!" drehte er dem Müller den Rucken und schritt eilig den Hü­gel hinunter.

Finster haftete sein Auge am Boden. Das war also fein erster Gruß daheim!

Und gerade er, er I den sein Vater vor Schänd« und Ruin gerettet! Der ihn als kleinen Buben oftmals auf den Armen getragen, als die große Windmühle auf dem Sandberg zu den merkwür­digsten Erscheinungen seiner Daseinsivelf gehörte.

AIS er jetzt den Fußpfad an der Parkmauer des Herrensitzes entlang schritt, wehte frischer Veilchendust ihn an.

tttld plötzlich stockte sein Fuß, halb hinter Buschwerk versteckt, blieb er stehen und starrte auf ein junges Weib, das auf die alte, bröckliche Feldsteinmauer gelehnt, regungslos in die fin­kende Sonne blickte.

Edith! auf den ersten Blick hat er sie erkannt.

Und doch welch' eine Veränderung! Aus dem lieblichen, übermütigen Kinde ist ein Weib ge­worden, in vollerblühter Jugendschöne und doch von dem Ernst, dem grausamen Ernst des Lebens schon gezeichnet.

Und wem gilt das leidvolle Sehnen in den groyen, sonnendursttgen Augen, der herbe schmerz um den Mund, der von heimlichen Seuf­zern Kunde gibt?

©eine Mutter hatte ihm 'mal geschrieben, Edith trüge an einem verborgenen Herzenskum- mer. sie wiese alle Bewerber zurück.

Dieses Wort der Mutter hatte ihn in den schwersten Stunden seiner Lebensjahre im Ge- fäiignis aufrecht erhalten und ihn vor Derzweif- hing gerettet.

»Edith!" rief er jetzt laut, eS klang wie Jubel und Schmerz, und mit wenigen Schritten war er bei ihr. er stand vor ihr wie eine Erscheinung, tn dem blendenden Lrchtstrom des goldenen Son- nennebels, der mächtig über das Flachland flutete.

Aber auch sie hatte ihn auf den ersten Blick erkannt

DaS englische Kabinett hat sich neu gebildet, natürlich sind nur liberale Minister er­nannt worden. Der Präsident Asauith erfährt eine günstige Beurteilung, noch mehr der neue Schabkanzler Lyod George, den man als kom­menden Mann ansieht. DaS Ministerium wird im allgemeinen mehr einen persönlichen, einen Asguifh-Sternpel tragen, als dies beim Kabinett 1 Campbell-Bannerman der Fall gewesen. Da­raus folgert man, daß die irische Frage in den Hintergrund treten werde. Unter Asquiths Führung der Geschäfte werde Irland nie ein eigenes Parlament erhalten.

Die Lage in Marokko läßt sich noch immer nicht übersehen. Die französische Berichterstatt­ung hält an der Behauptung fest, daß Mulav Hafid, der franzosenfeindliche Gegensultan des alten Sultans Abdul Asiz, mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Man kann aber die Meldungen nicht unterdrücken, daß Mulay Hafid mit feiner infolge Zuzugs aus allen Teilen Marokkos sehr starken Mahalla vorrückt. In der vorigen Woche hatten die Fran- zosen wieder einmal gesiegt. Daß jetzt Mulay Hafid gar vorrückt und die Absicht zeigt, das starke französische Lager von (Settat anzugreifen, deutet nicht darauf hin, daß diese ihm von den

terielle und geistige Entwickelung derselben mit großem Interesse feit 60 Jahren verfolgt. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts waren fast Me besseren Häuser, alle größeren Geschälte, Handlungen, Handwerke in den Händen der Ka­tholiken. Jetzt sind die K a t h o l i k e n fast über­all durch Israeliten und Protestanten zurück- gebrängt, oder eS sind von auswärts einige Katholiken zu gezogen, die gute Geschäfte ge­gründet und Vermögen erworben haben. Tie Nachkommen der früheren reichen katholisch:» Familien find entweder hier ganz versö^vunden oder besitzen nur noch unbedeutende Kolonial-

-x • X X." --------I oder KrämergeschäfteI Unter den 60 Wählern der

Franz Joseph ist damit em bitterer Wermuts- ersten Klasie sind außer einigen Gutsbesitzern tropfen gefallen. | kaum noch 5 Männer, deren Eltern schon vor 60;

Wochen-Rrm-schau.

E Fulda, 18. April 1908.

Wenn die nationalH b e r a I e Ju gend

Selige, fröhliche OsterM

Bon C. Z.

Jetzt hat er das langsame Wandern satt, mit einem Sprunge ist er über den Graben und nun stürmt er querfeldein, durch die Wiesen und die Fußpfade entlang, über die Aecker.

Er springt mehr als einmal über Gehege und Hecken und endlich, fast imLaufschritt, erreicht er eine Anhöhe, einen kleinen Sandhügel, auf dem eine Windmühle in der stillen Abendlust mit regungslosen Flügeln steht.

Da ist eS! Sein Heiinatödorf, sein Vaterhaus!

Da ist der spitzige Kirchturm neben der alten wettergespaltenen Linde und heute noch funkelt sein goldener Kopf im Abendsonnenschein wie er in seiner Kindheit gefunkelt hat — da ist der hohe Giebel des Pfarrhauses — da find die Strohdächer, die Storchnester, da find die brei­ten Wipfel der Kastanien und Platanen, die de» grauen Steinbau des Herrenhauses fast verstecken

„Guten Abend auch, der Herr kommt wohl von weit her? Wenn S'e da hinunter in'S Dorf wollen —"

Der Angeredete wandte sich, aus seinen Träu­men gerissen, um, neben ihm stand der dicke Müller, den er sofort erkannte, und der ihn jetzt betroffen anftarrte.

. ..Müller Wiedelank! kennt Ihr mich denn ntdjt mehr? "

, . Sa, nun erkannte ihn der alte Wiedelank, den rtn -"ater 'mal vor dem Ruin gerettet hatte, in- nirV* Eine Bürgschaft für ihn leistete, die ihn

*m Hab' und Gilt hätte kosten können.

La»t> olle Müller schien die bar gebotene ei’* lu kohen.

wohlgenäWn Gesicht*"^ möIt< in fetnem — &rr ja woll — der Herr — hm, hm hm!" «oller — mein Gott, ja freilich, hm.

Mb 3reubeete u $ ^ch auf.

Zügen öecfrfttn,’ Weichheit war aus feinen und all' bi?£ttettfi fc-in ^icht wurde aschfahl, mes vertieften si^ 8tnten eines nagenden Grtm-

I bestens 10 Kinder aus Beamtenkreisen: es blei- I den also von 130 bürgerlichen Kindern Inur etwa 10, welche das Ziel errei - I eben. Wo bleiben die übrigen 90 Bürgerkln- I der? Ein Teil derselben wird sich vielleicht der I Subalternlaufbahn zuwenden, der bei weitem größte Teil dem praktischen Loden. Aber für das praktische Leben haben sie in den 5 bi§ 7 Jahren nichts gelernt ihre kostbare Ausbildungszeit ist den schweren frem­den Sprachen zum großen Teil zugewandt ge­wesen. Welche Summe von Talenten katholischer Knaben ist auf diese Weise in dem vorigen Jahr­hundert für unsere Stadt verloren; denn dar-

I aus, daß sie das Ziel des Gymnasiums nicht er­reichen, folgt noch nicht, daß sie überhaupt kein Talent, sondern nur, daß sie kein Talent und keine Energie (bezw. feine Mittel) haben, sich die schwere formale Bildung des Gymnasiums anzueignen, während sie für die praktische Aus­bildung und Tätigkeit sehr gut geeignet gewesen wären. Uns sind viele Fälle bekannt, daß Kna­ben, welche auf dem Gymnasium nichts leisteten, aber noch frühzeitig die Anstalt verließen und eine Fachausbildung suchten, im praktischen Se­hen sehr gute Erfolge erzielt haben. (Von den „lateinischen" Bauern oder Kaufleuten, Hand­werkern usw. hält man nicht viel.) Diesem Um-

„Gottbefohlen!" sagte der Gefängniswärter und schüttelte dem entlassenen Sträfling auf der Schwelle der Freiheit die Hand.

Der junge Mann mit hatten, müden Linien in dem intelligenten Gesicht, tote sie in solchen Jahren nur ein bitteres Schicksal zu graben ver­mag, warf keinen Blick zurück auf die düstere Zwmgburg der Gerechtigkeit, die er soeben ver­ließ.

Hastig, als brenne ihn der Boden unter den Mißen, durcheilte er die Gassen der kleinen Stadt. Er atnte.e erst auf und die Spannung der fie- verhaften Ungeduld in seinen Zügen begann sich »u lösen, als er tm Bahnzug saß und dieser die letzte rußgeichwarzte Maner, den letzten trotzigen, beengenden Wall der finfteren Festungsstadt weit hinter sich gelassen hatte.

Langsam stieg ein Leuchten in die Augen des Befreiten, wie er das weite flache Land durch, flog, um die Wette mit dem milden, feuchten Frnhlinsiswind, der tauchzend dte dunklen Wäl­der schüttelte und die blaßgrüne Saat liebkoste. Vorbei an den lärmenden Städten und stillen Dörfern über Anger und grünenden Hag, an rauchenden Schloten und treibenden Mühlen, Über Strom und Fluß, borbet an arbeitsamen, schuf- fenhen Menschen, an laßig Genießenden — über- aff Leben Bewegung, Freiheit! So ging es der Heimat dem Frühling entgegen!

V Gegen Abend erreichte er die letzte Bahn- Kation imd nun wanderte er zu Fuß die lange Chaussee hinunter, immer tiefer in den Abend- sonnenschein hinein, der die mageren Schatten her knospenden Pappelbaume zu beiden Seiten, langgestreckt über die staubige Straße warf.

Immer heißer- immer brennender stieg die Sehnsucht aus den Augen des wand “ Mannes auf —, die ungeduldige E )$ner großen, großen Freude.

Pttersburg lesen müßte, nicht zu weit zu gehen. Daraus, daß diese Warnung gerade nach Ver- „ , . - - , . Handlungen Bülows mit der italienischen Regie-

nicht in diesen Tagen für Preußen einen Verirr- rung au8 Rom kommt, wird man hoffentlich in tertag in Kastel abgehalten hätte und habet nach Petersburg den Schluß ziehen, daß Italien nicht besten Kräften an der Mobilmachung gegen den al3 ®e6nenn bet deutschen Bestrebungen auf Er- böfen UItramontani8mu8 und alle, die ihm im ^tung der gegenwärtigen Besitzverhältnisse an- Landtage bet dieser oder jener Frage nicht fern- -stben werden kann.

stehen, gearbeitet hätte, dann hätte diese Woche! w ...» .

sich wahrscheinlich mit den Ereignissen, die sich JL°, Pap st e einen

an den Namen Bülow knüpfen, bescheiden müf-1 1

fen. So haben die jungen Herren wenigstens Iwe einmal wieder die Aufmerksamkeit auf ihre im I 8

tiefsten Grunde kirchenfeindliche Gesinnung ge- Aofen-Gnesen berührti >vorden. Wohl aber sei lenkt und durch die offene Naivität ihrer Ver-1 ^^^^^.^irumspartei besprochen toor- handlungen zugleich darauf aufmerksam gemacht. ^n, d,e^n beiden Setten völlig ubereinsttm- daß für die kommenden preußischen Landtags-1 VJhLrl*8'x?enoett'

wählen im Geheimen ein Bündnis zwischen Na- weitere Behlmdlung lediglich der Zen- tionalliberalen und Freisinnigen zur Wirkung I bleiben müsse. Für

kommt. Bezeichnend war die Stellungnahme I ^.^l^ulgen, die gehofft batten, e3 werde dem jur preußischen Wahlrechtsfrage. Die Rede des I Reichskanzler gelingen, den Vatikan gegen das Rechtsanwalts Reh hierüber bot einen neuen Re- Zentrum auSzuspielen, bedeutet es eine Ent- ■ ... , ,

SSir toie S>eitbk ^XSbeSS täuWun9' denn es besagt, daß der Vatikan es ^ofWn Truppen S« gefugte Schlappe sehr »on entfernt sind dch ^nb Äut @infübruna des rundweg ablehnt, auf das Zentrum im Sinne batt getroffen hat. Wahrfcheinlich haben die «eichstagswaLchL ** Reg^spoMik einzuwirken, sondern ihm UAZefanttn °emach?"" Sregesmucke einen

Der Besuch Bülows in Rom bildete eine völlig freie Hand laßt. | Steges Fieranten gemacyl-

Fortsetzung der Pflege des Dreibundes. In In Preußen rüsten sich alle Parteien zmn t

dieser Beziehung ist ja schon durch den Besuch Landtagswahlkampfe. Der Landtag ist Zzzx fifaaC tzek RudftOltMatdt ÖCt

des Kaisers vieles geschehen. Bülow hat er- allerdings nur geschlossen, nicht aufgelöst worden. Ü

klärt, fein Besuch sei ganz privat, was zu glau- Es gilt alle Kräfte anzustrengen, um ein starkes RUTQQlllCTl VeUlJu)lUIWS.

List- , Es ist darum aber nicht gesagt, daß et I Wruma^btm .00^ erfteben au I einem mitten im öffentlichen Leben

ben*wäi-/° Ä^°r^^ba"dlungen benutzt toor-1^001^ mufe fidb vor affem gegen oen 3^0-1 Geistlichen der Diözese Paderborn wird

den Ware. Indirekt ist das bereits zugegeben I lisrnuS richten, der sich anschickt, auch tn Preu-1 eyL " nef Arteßen •

toerben durch die Mitteilung, daß man sA über Zen zur ©elhtng zu kommen. Es gab eine Zeit. ^r. Rost wbrt uns sir einer sehr »eit-

fe lern azedonische Frage unterhalten habe. I lre liegt noch gar nicht soweit hinter uns, da I flemäfien und wichtiaen Schrift Tie Katholiken

Bulow hat in diesem Punkte seiner Freude über glaubte man den Liberalismus in Liauidation. ^m Kullur^ un^W ttfMftsleben bcr ®caentoart" br- ru fisch^nglischr Allianz Ausdruck gegeben. Als der politischen Weisheit höchster Schluß galt

Cb diese Freude,wohl übermäßig groß war? Er der einteilige Kampf gegen die Sozialdemokratie. X UW aan»kn T?aaweito kaum überschaut ^k. daS deutet nicht gerade darauf hm, den Ans- So sehr wir von der Gefährlichkeit der Sozial- En bie ZetSmuSer Satb7lifeu

der Freude daran geknüpft, daß die ruf- demokratie überzeugt sind, so gründlich wir die ^ Mistiaer und majrii? Beziehuna ober die von England gebilligten Vorschläge die Verderblichkeit.der verlogenen Kampfesweise er- RuMändiakett untorer Gl^ faft I »ur Sekunda"

krh-ltung des gegenwärtigen Besitzstandes för- kannt haben, niemals haben wir bergen, des Dieä als

Das tun sie nun Wohl kaum. Die eng- tiefgewurzelten Kräfte dank seiner wirtfchastlichen ^werks Wwft d» höheren Beamten- und ''

Elchen Vorschläge für die Balkanfrage verlang-1 Stärke im Liberalismus vorhanden sind. Der I wisienschastlichen Lebcnsstelluna

b'rekt eine scharfe Beschneidung der Rechte der l3. Dezember 1906 ist noch früh genug gekommen, " um die weitesten Klass' i/'der Bevölkerung turftschen Regierung durch die Einsetzung eines I den so wenig angebrachten Optimismus nach die- «g, bie Sacke zu interessieren sich die Größe des

russischen I In Oesterreich rüstet man zur Feier des I zur Beseitigung desselben beizutragen, muß man

Vorschläge, die England schließlich akzeptiert hat, I Tages, da der ehrwürdige Kaiser Franz Joseph! ihnen in einzelnen Beispielen vor

verdunkelt, nicht aber beseitigt worden. Tat- vor 60 Jahren bie Würde und Bürde seines I Augen führen, wie und wodurch die katholische sachlich gehen die russischen Vorschlag« so weit, I Herrscheramtes übernahm. Die reichsdeutschen I Bevölkerung ganzer Gegenden oder Städte und daß man darrn nichts als eine Art Vergewaltig-1 Fürsten werden ihm bei der Gelegenheit einen I Ortschaften sowie die Glieder ganzer Familien- ung der Pforte sehen rann, die eine Zwangsent-1 Huldigungsbesuch machen. Die Begegnung soll I gruppen allmählich aus dem Stande des Reich, elgnung borbereitet. Man übersieht bet der Vs-1 in dem Schloss« Ischl stattfinden, man erwartet I tums oder großer Wohlhabenheit in den Stand utteilung der Maßnahmen, bie für Mazedonien I den Besuch auch nichtdeutscher Fürstlichkeiten und der ®ürftigfeit und Armut geführt sind. Ein neue Rechte schaffen, immer, daß dort eine ganze I der Abgesandten aller Staatsoberhäupter. — In l solcher Beitrag soll in Folgendem geführt werd-n' Reihe von Nationen sich gegenseitig bekämpfen, Lemberg, der galizischen Hauptstadt, hat ein tu-| Schreiber dieses lebt in einer fast ganz katho- daß man es also nickt mrt dem Befreiungskämpfe I thenischer Student den dortigen Statthalter, I lischen Stadt mittlerer Größe und bat die ma- etner einzelnen Nation vom türkischen Joche zu I Grafen Potocki, ermordet, weil er bet den letzten " "" ~ ■ — —

tun hat. Die bedrückten „Mazedonier" sind Al-1 Wahlen gegenüber den' Ruthenen feine polnischen banefen und Griechen, sind Kuzowallachen und I Stammesgsnosien unterstützt habe. Man Serben und vor allem Bulgaren. Mazedonien ist I kann Wohl annehmen, daß die Tat auf die große

Volks-, sondern eine Landesbezgichnung. I Hetzerei der radikalen ruthenischen Presse und der Alle diese Volksstämme wollen befreit fein, aber * “ ' “ “ "

nicht von der Türkei, sondern von den anderen, und die „Befreiung" soll sich nach der Meinung Aller in der Form vollziehen, daß jeder den ««bereit unterjocht. Das ist die Wahrheit der Balkanfrage, und wenn jetzt durch die türkischen Borschläg« den Behörden in Mazedonien wettere Vollmachten verschafft werden sollen, dann be- «utet das nur, daß jeder der kämpfenden ,Stamme mit um so größerar Wut über den anderen herfällt, um für die Entscheidung, die

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