MaerW Zeitung
B
35. Jahrqanq.
Fulda, Samstaq den 18. Avril 1908,
M 90.
Verantw. Redakteur
Carl Schütte;
Erschetst tL-Iich mit
Ausnahme der Sonn« «ndZeiertage. viertel« Ehrliche» Vezugspreir ohne vringerlohn und Bestellgeld in Zulda sowie auswärts l-Sv Mt.
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Drittes Wtcrtt.
t Oftern-Zuverficht.
Ein Vorbild der modernen Kulturkämpfer sind die Pharisäer, die von Pilatus verlangten, daß er das Grab Christi unter polizeiliche Bewachung stelle. Sie hatten die bange Ahnung, daß der Gekreuzigte auch nach dem Tode ihnen noch gefährlich werden könnte; sie bildeten sich ein, daß seine Jünger mit ähnlichen Listen vorgehen könnten, wie sie selbst sie anzuwenden pflegten.. Da ihnen das Vertrauen auf die innere Kraft ihrer Sache fehlte, nahmen sie auch nach der Hinrichtung die Staatsgewalt noch in Anspruch. Ter „weltliche Arm" sollte ihnen erst Henkersdienste und dann noch Wächterdienste leisten. Und die Staatsgewalt zeigte schon damals traurige Nachgiebigkeit gegen die Hasser und Hetzer.
Am Karfreitag triumphierten die ersten Kulturkämpfer mit dem höhnischen Ruf: „Andern hat er geholfen, und sich selbst kann er nicht helfen!" Am Ostermorgen zeigte ihnen der Herr, daß er viel mehr vermag, als sich vor dem Tode zu bewahren. Denn die Todesgefahr abwehren, ist menschlich; aber nach dem Tode wieder auf- erstehen, ist göttlich. Gegen die geheimnisvolle Kraft, die den schweren Stein von dem Grabes- eingang wälzte, vermochten die Wachtposten des dienstwilligen Pilatus nichts. Die Wirkung Lieser Kulturkampfmaßregel war das gerade Gegenteil vom Erstrebten: man dachte ein Hindernis zu schaffen und schuf ein wertvolles Zeugnis. Denn die polizeiliche Bewachung des Grabes machte die Ausrede unwirksam, daß die Jünger den Leichnam gestohlen hätten. Der weltliche Arm sollte das Heilige bekämpfen und mußte es durch seine Bekämpfung fördern.
Pilatus und Herodes, Kaiphas und Judas haben keinen Mangel an Nachkommenschaft gehabt. Unter anderen Namen und anderen Formen tauchen die fanatischen Verfolger und ihre schwächlichen Helfer in allen Ländern immer wieder auf. Die Nachfolger der Apostel haben zu leiden, wie die Apostel, und es ist menschlich berechtigt, wenn sie und die Gläubigen seufzen und klagen. Aber wer sich auf den höheren Standpunkt des christlichen Glaubens und Hoffens schwingt, wird an das Wort denken: Mußte nicht Christus also leiden, um in seine Herrlichkeit einzugehen? Muß nicht das Christentum Verfolgung leiden, um durch das läuternde Feuer zur inneren Vervollkommnung und so zur wahren und dauernden Herrlichkeit geführt zu werden?
Die Weltgeschichte lehrt uns, daß die Gunst der weltlichen Mächte und der Ueberfluß an materiellen Hilfsmitteln die Kirche oft in schwere Schäden und Gefahren gebracht hat, wogegen die Verfolgung meistens wirkte wie der scharfe Pflug, der den Acker anscheinend zerfleischt, in Wirklichkeit aber zu schöner Saat, Blüte und Frucht vorbereitet. Am Webstuhl des Weltenlenkers arbeiten nicht bloß die Guten mit, sondern auch die Schlechten, nicht bloß die Starken, sondern auch die Schwachen. Wo Böses gewollt wird, kann Gutes geschafft werden.
Zu Ostern müssen wir etwas weiter den Blick schweifen lasten, als auf die nächste Umgebung, und etwas t i e f e r zu dringen suchen, als bis an die Oberfläche der Gegenwart. Wir sind nur ein Tröpfchen vom Eimer unserer beschränk- ten Orts- und Tagesgeschichte, und der Sturm
Unpolitische Zeitläufe.
(::) Berlin, 16. April 1908.
(Nachdruck verboten.)
Zu Ostern habe ich Todesgedanken. Mit Recht; denn das Sterben muß der Auferstehung vorausgehen. Erst kommt der Karfreitag dec Auflösung und der Karsamstag der Grabesruhe, dann kann das Osterfest des neuen Lebens folgen. Die wahren, endgiltigen Ostern liegen jenseits. des dunklen Tores, durch das alle Adamskinder mit geknicktem Haup t wandern mästen.
3das Osterei ist ein schönes Sinnbild. Die Schale muß zerbrechen, damit das Küchlein den Weg ms Leben findet. Aus Ruinen blüht das neue Leben.
Nach dem Glockenguß wird die Form, die mit Ä u2lb„ hergestellt ist, wieder klangvolle Meisterwerk ans Licht und m Wirksamkeit komme ■ Sterben ist nicht süß, aber es' ist notwendig und es kann vom größten Segen sein. ö
Wir freuen uns während des Erdenwallens ün manchem Frühling in der Natur. Ja freilich an manchem; jedes Jahr an einem neuen. Die Wiederholung der Frühlingsfreude zeigt schon, »atz es kein voller und dauernder Frühling war Was eine Zertlang blüht, mußte bald wieder welken. Die steigende Sonne fing bald wieder an zu sinken. Schnell war der Winter wieder da mit Nacht und Not. Und der beste Trost im lan- gen Winter war die Hoffnung auf einen neuen Frühling mit seiner vergänglichen Herrlichkeit. Wann steht denn der wahre Frühlingsanfang im Kalender, der Ansim g des Frühlings ohne Ende, ohne Enttäuschung? Er hat seinen Platz int Kalender gleich nach dem Tage deines seligen Todes. ; Wir begehen auch manches geistige Frühlings- fest, Ostern der Seele, Auferstehung aus dem Dunkel der Sünde und den Banden der Schuld. Eine große Freude, ein reiches Glück. Aber ein unsicheres Glück. Schwach bleiben wir, so lange wir leben,. und auch der Beste ist nicht sicher, daß kr nicht wieder falle und wieder versinke in Nacht «nd Uot. In alle Osterfreude auf Erden mischt
im Eimer ist eine verschwindende Kleinigkeit gegenüber dem wogenden Weltmeere. Durch die einzelnen „Zwischenfälle" darf man sich weder verzagt machen lassen, wenn sie ungünstig sind, noch übermütig, wenn sie günstig sind. Der Musketier, der in der großen Schlacht bald in der Furche liegt, bald vorspringt, bald seitwärts oder gelegentlich auch rückwärts gehen muß, kann den Schlachtplan des Heerführers nicht übersehen, und er darf nicht schon die Schlacht für gewonnen ansehen, wenn seine Kompagnie vorrückt, noch auch für verloren halten, wenn seine Kompagnie in Not kommt. Wie wollen wir armselige und umvürdige Soldaten des Kreuzes den Feldzugsplan des Ewigen übersehen und beurteilen können, einen Feldzugsplan, der mit dem Schauplatz der ganzen Welt und mit den gesamten Jahrtausenden bis zum jüngsten Tage rechnet? Da hilft kein Grübeln und Tüfteln, sondern nur die einfache, treue Pflichterfüllung auf dem angewiesenen Posten, geduldig und tapfer zugleich, gefestigt in dem Bewußtsein, daß der Sieger über Grab und Tod die Entwicklung zum rechten Ziele lenken wird.
Wer feinen Geist dem frohen Ostergehoimnis öffnet, wird zur Ruhe und Sicherheit gelangen in dem festen Vertrauen auf den Auferstandenen. Christus siegt, Christus regiert, Christus herrscht; ihm folgen die Christen ohne Zweifel und ohne Sorgen, ohne Aengste und ohne Klagen nach, ohne Vermessenheit und ohne Uebermut in der unerschütterlichen Ueberzeugung: Wenn wir nach bestem Wissen und Können unsere Pflicht und Schuldigkeit tun, dann wird Gott alle Dinge zum Guten lenken!
3u den Landtagswahlen.
— Arbeitgeberpartei. Die Bestrebungen eines Teiles der Freikonservativen, ihrer Partei die gesamten Organisationen der Arbeitgeber dienstbar zu machen, scheinen einen Erfolg zu haben. Nach den Meldungen der beteiligten Blätter hat man ziemlich bestimmt mit der Schaffung einer politischen Vereinigung von industriellen und gewerblichen Arbeitgebern zu rechnen. Im Mai wird der Zentralverband deutscher Industrieller, der bekannte Scharfmacherverband der Großindustrie, sich mit der Angelegenheit befassen.
□ Das Wahlkompromiß zwischen Zentrum und Polen in Oberschlesien ist gesichert. Die Polen erhalten danach drei Mandate und zwar je eins aus den Wahlkreisen Pleß-Rybnik, R a t i b o r und Oppeln. Dafür unterstützen sie in allen schlesischen Wahlkreisen die Zentrumskandidaten. Die polnische Zeitung „Kato- lik" erklärt das Kompromiß als einen Triumph des katholischen Gedankens. Für Schlesien könne und müsse cs eine neue Epoche int politischen öffentlichen Leben einleitan. „Wir wären froh, sagt das Blatt, wenn das Kompromiß das Ende der Kämpfe und den Beginn einer großen,Arbeit in Schlesien bedeutete, wenn beide Teile, indem sie einander zuerkennten, was billig ist, mit einander wetteiferten, um das Wohl des Volkes zu fördern, wenn sie sich nicht nur in nichts behinderten, sondern sich im wohlverstandenen eigenen Interesse gegenseitig unterstützten. In diesem Sinne begrüßen wir das Kompromiß in der Hoffnung, daß es dem katholischen polnischen Volke in Schlesien wirklichen und positiven Nutzen bringt." — Aeußerungen der radi- kalpolnischen Blätter liegen noch nicht vor.
* Neue Wahlkreise. Bei den bevorstehenden Landtagswahlkreisen kommt das int Frühjahr 1906 erlassene Gesetz über Aenderungen cinzel-
ner Bestimmungen für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus zum erstenmale zur Anwendung. Tie Zahl der Wahlbezirke ist von 256 auf 276 erhöht worden, und aus den Wahlen werden nicht wie bisher 433, sondern 443 Abgeordnete, also 10 Abgeordnete mehr, hervorgehen. Tie Zahl der Wahlmänner in einzelnen Wahlkreisen war so groß geworden, daß die Sicherheit für das gesetzmäßige Zustandekommen, der Wahlen in Frage stand. Es fanden sich in einigen Wahlkreisen kaum mehr geeignete Räume, ym in Anwesenheit mehrerer tausend Wahlmänner den Wahlakt vornehmen zu lassen, und int Wahlbezirk Teltow-Charlottenburg-Beskow-Storkow kamen bei der letzten Wahl zu dem Umstande einer sehr großen Zahl von Wahlmäunern noch die Obstruktionsgelüste der sozialdemokratischen Wahlmänner, welche die Turchführung des Wahl- aktes sehr erschwerten. Zunächst haben durch das genannte Gesetz die Wahlen in Berlin eine durchgreifende Aenderung erfahren. Bisher war die Reichshauptstadt in vier Wahlkreise eingeteilt, die int ganzen neun Abgeordnete zu wählen hatten. Diese neun Mandate besaß bisher die Frei- sinnige Volkspartei. Durch das neue Gesetz ist Berlin in zwölf Wahlkreise eingeteilt, die je einen Abgeordneten wählen. Auch der Wahlbezirk Teltow-Cbarlottenburg hat eine gründliche Aenderung erfahren. Im Jahre 1903 hatten dort 2573 Wahlmänner zwei Abgeordnete zu wählen. Der an stürmischen Austritten reiche Wahlakt datierte einen Tag, die folgende Nacht und in den zwsiten Tag hinein. Im ersten Wahlakt kam eine Mehrheit nicht zustande, und in den beiden engern Wahlen wurden die konser- vativen Kandidaten bei Stimmenthaltung bar Sozialdemokratie gewählt. Dieser Wahlbezirk ist nunmehr in drei Wahlbezirke geteilt, die vier Abgeordnete zu wählen haben. Der Wahlkreis Tarnowitz-Benthen-Kattowitz mit einer Bevölke- rungszifser von 608 000 und bisher zwei Vertretern zerfällt jetzt in die drei Wahlkreise mit je einem Abgeordneten. Ter Wahlkreis Dortmund- Bochum - Gelsenkirchen, mit einer Bevölkerung von 970 000 und mit drei Abgeordneten, wird in folgende sechs Wahlkreise mit je einem Abgeordneten geteilt: Stadt Dortmund, Kreis Dortmund, Kreis Hörde, Kreis und Stadt Bochum, Kreis und Stadt Gelsenkirchen, Kreis Hattingen und Stadt Witten. Der Wahlkreis Duisburg- Essen-Mülheim, mit 792 000 Einwohnern, der ebenfalls durch drei Abgeordnete vertreten wurde, ist in vier Wahlkreise mit je einem Abgeordneten geteilt worden, nämlich: Duisburg-Oberhausen, Stadt Esten, Kreis Men und Mülheim (Ruhr)» Ruhrort. Namentlich in den neu geteilten Wahlbezirken des rheinisch-westfälischen Industrie- gebietes wird der Wahlkampf gegenüber den früheren Landtagswahlen diesmals zweifellos sehr lebhaft werden.
Gottes-ienstordmmg in §ulda.
Sonntag, 19. Apri! (Ostersonntag.) Doiru ‘/tti 6 und 7 Uhr bl. Meßen; 8 Uhr Pfarramt und Predigt' */»10 Uhr Bischöfl. Hochamt und päpstlicher Segen mit vollk. Ablaß, 12 Uhr hl. Messe, ",2 Uhr Andacht, 4 Uhr Biichöfl. Vesper. — Stadtpfarrkirche. *1« 6 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Meffe und Predigt, ‘ ,10 Uhr Festpredigt, Hochamt und Chorgesang, 3 Uhr Andacht. — Pfarrkirche zum heil. Geiste. '/«7 Uhr Austeilung der hl. Kommunion, 7 Uhr Frühmesse, 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Jungfrauen- 5 odalität.1,7 Uhr hl.Messe undKommunion, ’/«3 Predigt und Andacht in der Marienkapelle. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Uhr Rosenkran,messe,9 Uhr feierliches Amt mit Aussetzung (Militär-
sich Furcht und Zittern. Aber wenn das wahre Osterfest für uns kommt, das Erwachen des unsterblichen Teils zu neuem Leben nach dem Ab- sterben des vergänglichen, dann schwinden für die Geretteten alle Zweifel und alle Sorgen. Dann wissen sie, -aß die Sonne -es Heiles und der Glückseligkeit niemals wieder sinken, daß auf den ewigen Frühling niemals wieder ein Winter folgen wird.
Hier ist Halbheit und Schwanken; dort Vollendung und Stetigkeit. Hier Unrast und Angst, dort ewige Ruhe. Erst wenn dec Tod durch das Opfer -es Leibes und die Befreiung der Seele endgiltig überwunden ist, feiern wir wahre Ostern.
Darum möchte ich einen alten Ratschlag wiederholen: Wenn ihr einen Osterspaziergang wacht, so geht nicht bloß durch die grünenden Fluren und knospenden Sträuche, sondern geht auch zum Friedhof. Schreitet durch die Furchen auf dem Gottesacker und weilt bei den Gräbern der vorausgegangenen Lieben und flüstert ihnen die frohe Botschaft zu: Christus ist auserstan- den, und seine Auferstehung verbürgt uns die unsere. Wir, die hier bestattet worden, sind einst gewesen, was ihr jetzt seit: sterbliche Menschen tu Zweifel und Schwäche, die noch keiner rechten vollen Osterfreude fähig waren. Ihr werdet über ein Kleines sein, was wir jetzt sind; Erlöste i»j ^frede, Gesicherte und Beglückte, die von dem Todesbett in das wahre, ewige Leben übergegan- gen sind. Auf Wiedersehen hier oben, wo alle
für und für die Osterglocken klangen und ***$ Alleluja nicht verstummt!
„ r« ,a2} ®tQ6e pflanzt er die Hoffnung auf , singt Schiller vom Menschen. Der Christen- mensch fmdet es nicht auffallend, daß „noch" am Grabe gehofft wird, sondern er sagt sich: @erabe am Grabe treibt und blüht mein Hofs- nungsbaum. Das Grab ist nicht das Ende, son- dern nur-er. Durchgang zum ewigen Leben. Die Gruft tst keine, trennende Kluft, sondern ein verbindendes Tor. Etwas niedrig und kalt ist der Torweg; man muß sich bücken und den Schauer -es Todes über sich ergehen lassen. Aber er gleicht dem Tunnel, der aus dem rauhen Nor
den in das Land der steten Sonne tind der immerwährenden Blüte führt. Hier erreicht die Hoffnung ihren Höhepunkt. Wie der Glaube in das Schauen, so geht die Hoffnung in die Freude des gesicherten Besitzes über, und die Liebe bleibt.
Darum fönnene und sollen sich zu Ostern alle freuen: die Kranken und die Gesunden, die Alten und die Jungen, die Bedrückten und die Erleichterten. Was an Lasten tind Sorgen und Nöten das irdische Jammertal uns aufgepackt haben mag, all die Kümmernis schrinnpft zusammen in dem Strahl der Ostersonne, in dem Ge- danken: das Leid wird bald vergehen und ich werde erstehen zur ewigen Seligkeit. Wenn das richtig durchdacht und gefühlt wird, so zieht auch in die gequälten und zermürbten Herzen Jugendmut und frische Kraft. Nur ein Weilchen noch aushalten, — bis uns das sog. Totenglöcklein unfern Ostertag einläutet!
Wenn man einen Bedrückten auf muntern will, so werden im gewöhnlichen Sehen die Wen- düngen gebraucht: Du darfst dich nicht unter- krtegen lassen, du mußt den Kopf hochhalten! Das ist gut gemeint. Dem Menschen gebührt in der Tat eine Stellung über äußerliche Schmie- rigkeiten und Drangsale der vergänglichen Welt. In seiner Seele muß eine Würde und eine Kraft sich geltend machen, die allen Stacheln und Tücken der Materie Trotz zu bieten und auch im Zusammenbruch seines körperlichen Teils noch zu triumphieren vermag. Ein heidnischer Dichter vom alten Rom hat den selbstbewußten Mann zu zeichnen versucht mit den Worten:
Das ganze Weltall mag in Scherben splittern: Die Trümmer treffen Häupter, die nicht zittern.
Wenn die natürliche Erkenntnis den Men- scheu schon so hoch stellen will, wie darf dann der Christ an Zittern und Verzagen denken? Dec Christ weiß ja, daß seine Seele im Atem und der Brust des ewigen Vaters ist, behütet von ihrem allmächtigen Urheber und berufen zu einem Leben, das über allen irdischen Dunst und Elend himmelhoch erhaben ist. Er weiß, daß denen, die guten Willens sind, alle Dinge zum föeften gereichen und daß auch ihm das Wort gilt: Er mußte also leiden, um in die Herrlichkeit einzuge-
gottesdienst), nachmittags 2 Uhr Predigt und Andacht mit Umgang für die Füns-Wunden-Bruderschast.
Montag, 20. April. cOitermonlag. Dom. '»6, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt unv Predigt, ‘/«IO Uhr Kathedralamt und Predigt, 12 Uhr bl. Messe, ‘/«2 Uhr Andacht, 4 Ul t Abendandacht. — Stadtpfarrkirche >/«6 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uht hl. Meße, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, ' 10 Uhr Amt und Predigt, 3 Uhr Andacht. - Pfarrkirche zum hl. Geiste. ‘/«7 Uhr Austeilung der HI. Kommunion. 7 llhr Frühmesse, 8 Uhr Hochamt und Predigt, n Uhr Andacht mit Segen Sodalitiit. ‘/«IO Uhr. — Dienstmädchen-Kongregation. Nachmittags ‘-,4 Uhr Predigt und Andacht. — Frauenberg. Hl. Messen von 5 —7 Uhr, 8 Uhr Bruderschaftsmesse, 9 Uhr feierliches Amt, nachmittags 2 Uhr Predigt, Andacht und Umgang für du Antonius-Bruderschaft.
Dienstag, 21. April. Frauenbe g. Achter Dienstag der Novene zu Ehren des hl. Antonius. l/«8 Uhr hl. Messe mit Andacht zum hl. Antonius; um ’/«9 Uhr feier!. Amt, darauf Kreuzweg-Andacht.
Evangelischer Gottesdienst. Ostersonntag- Vormittags ’/slO Uhr Herr Superintendent Ruhl, nachmittags 2 Uhr Herr Pfarrer Halten dorff.
Ostermontag: Vormittags ‘,10 Uhr Herr Pfarrer Hattendorfs, 11 Uhr Herr Superintendent Ruhl iMilitärgottesdienst), nachmittags 2 Uhr Kon« firmandenprüfung.
Gotterdienstor-nunMaflel-Rothenditmold.
Ostersonntag: 8 Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hochamt mit Predigt, 2 Uhr nachmittags Osterandacht mit Segen. Gelegenheit zum Beichten: früh 6 Uhr, nachmittags ‘/,3 und 5 Uhr.
Ostermontag: 8 Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hochamt mit Predigt, 2 Uhr nachmittags Osterandacht mit Segen. Gelegenheit zum Beichten: ftüh 6 Uhr.
rtasfel-wehlheiden.
Ostersonntag: 8 Uhr Frühmesse, 10 Uhr Hochamt mit Predig«, nachmittags 2 Uhr 1. Osterandacht (Gesangbuch! und Segen. Gelegenheit zur hl. Beichte am 1. Feiertag nachmittags von 4 Uhr ab so- wie am 2. Feiertage morgens von ‘>,7 Uht ab. Ei« Oblatenpater wird im Beichtstuhl aushelfen.
Ostermontag: 8 Uhr Frühmesse, 10Uhr Hochamt mit Predigt, nachmittags 2 Uhr 2. Osterandacht (Gesangbuchs und Segen.
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hen. Das Bewußtsein der Unsterblichkeit muß ihn in der irdischen Flut immer oben hatten, wenn auch die Wogen zeitweilig noch so wild gehen, und wenn der Kopf erfüllt ist von dein Glauben an das ewige Osterfest, dann wir- er sich Hochhalten auch in dem Zusammenbruche alles irdischen Glückes.
Ter „Kampf ums Dasein" werde immer schwie- rer, sagt man. Das mag fein; denn wenn auch die fortschreitende Kultur manche Gefahren und Bürden, die unsere Vorfahren schwer bedrücken, zu erleichtern vermag, so schafft sie uns doch wieder neue Sorgen und Mühen, die unsere Vorfahren in ihrer einfacheren Arbeits- und Lebensweise nicht gekannt haben. 9tedjnet man eines gegen das andere auf, so werden leider die Vorbedingungen für einen behaglichen Wandel aus Erden nicht verbessert. Die Quellen des Unglücks lassen sich nicht verstopfen. Im Gegenteil: Wenn man an den Quellen herumarbeitü, so wird den bitteren Wassern der Ausfluß oft noch erleichtert. Was sich nicht beseitigen läßt, das muß man zu überwinden suchen. Bon innen heraus muß der Triumph über die Widerwärtigkeiten dieses Erdendaseins kommen. Von innen heraus, aus einem Herzen, das durch Gottvertrauen immer von neuem gekräftigt wird. Wer da denkt, daß mit seinem unvermeidlichen Tode alles zu Ende fein werde, hat nur zu oft Grund zum Verzweifeln. Aber wer den Tod als Eingang zum besseren Leben betrachtet, dar kann auch in de« allerschlimmsten Lagen sich sagen: Es wird besser werden; es wird alles wieder gut werden; ich werde mit Gottes Hilfe mein Glück finden; ich werde Wiedersehen, die ich habe begraben müssen, und mich werden Wiedersehen, die mich zu Grabe geleiten. Nur ein Weilchen noch aushalten. Ueber ein Kleines ist Ostern, über ein Kleines bricht der ewige Frühling an.
Nicht verzagen, sondern die kurze Frist, die noch gewährt ist, redlich ausnutzen, um das Haus gu bereiten für den, der da kommen will, um be« feinem armen Diener das Ostermahl zu feiern.
Ehe wir uns vorsehen, wird es Abend werden. Feierabend im Diesseits. Und dsaraq schließt sich der Ostermorgen im Jenseits