Einzelbild herunterladen
 

35. Iahrqcmi.

Fulda, Freitaff den 10. April 19<H.

M 84.

räivctf jSLntt

Kleines Feuilleton

Snjttgen: Vie em- spaltigepetitzeilr oder deren Baum IS Psg. Beklomendiepetitzeile 25 psg., bei wieder- hoinngen wird entspr. Babatt gewährt.

Botalionrdruckund Verlag der Fuldaer Bl«

einen Zusammenstob zu verhüten. Einmal soll das Ungeheuer bis auf 30 Fuß an den Dampfer herangekommen sein. Die Mannschaft und die Reisenden des Admiral Farragut bestätigten die erstaunlichen Angaben des Kapitäns. Ein Fahr­gast ging sogar so weit, zu behaupten, die „See­schlange" habe bei einer Gelegenheit so viel See» ivasser mit unheimlicher Vehemenz verschluckt, daß das Schiff ganz plötzlich um etwa sechs Fuß ge-

tien-nlckerri in Fulda

Monatrbeüag«: „Fuldaer Geschichtsblatter"

stücke in die Höhe: „Diese sind die Ihren, mö­gen Sie die Frau heilen oder umbringen! ‘ Dm Patientin stirbt, der Doktor begehrte die fünf Goldstücke. ..Haben Sie meine Frau geheilt?" fragte der Landmann. „Leider nichts" „Haben Sie sie umgebracht?" „Gott bewahreI" „Na, dann haben Sie auch keinen Anspruch an daß Geld!"

— Pyramiden in Amerika. Nicht nur Aegyp- ten ist das „Wunderland der Pyramiden", auch in Amerika finden sich derartige Bauten, die es mit den ägyptischen wohl aufnehmen können. In der mexikanischen Provinz Sonora entdeckte man mitten im Urwald eine Pyramide, deren BasiS 1450 Meter mißt und die sich 250 Meter hoch er­hebt. Zur Spitze hinauf führt in Schlangenwin­dungen ein breiter Fahrweg. Die Pyramide ist sorgfältig mit geglätteten Granitplatten beklee» det. Nicht weit von ihr befindet sich -tirt Berg, der ganz einer Felsenwohnung mit Hunderten von Gemächern umgestaltet ist. Die durchweg« kleinen, fensterlosen Räume haben mit Bildern und Schriftzeichen reich verzierte Wände. Die Erbauer sollen die Mayos gewesen sein, die vor den Aplatten lebten, blaue Augen, blondes Haar und eine lichte Hautfarbe hatten und von denen eS noch Ueberrefte gibt.

— Er stellt eS nicht in Abrede. „Du bist doch wirklich der größte Dummkopf, den man sich denken kann, August," ertlärt die Gattin wütend. — „Ich stelle es nicht in Abrede, Lieschen," versetzt er mit der größten Ruhe. „Meine Mutter hat mir's schon immer gesagt, als ich noch ein kleiner Junge war; aber erst, seit ich Dich geheiratet habe, bin ich davon überzeugt."

— Allerdings. Fräulein Süße: „Ihre Arbeiten haben große Aehnlichkeit mit manchen Werken de« berühmtesten Dichter." — Dichterling voll Entzücken: „O, meinen Sie wirklich? Und inwiefern i lein S.: „Nun Sie werden die Anerkennung der- selben nicht erleben"

«rs-Mt tl«n*** Ausnahme der Samn undFeiertage. viertel tShrliche" Vr;ngrprei» ohne vrtngerlohn und vestellgeld in Fulda,»- wieaurwärtrl-ödMI.

x Der neue Rieseirpumpt

Am 11. April werden, wie mitgeteilt, 400 Millionen Mark Preutzenanlerhe und 250 Millionen Mark Reichsan. leihe zur Zeichnung aufgelegt. Im ^anuar dieses Jahres waren bekanntlich schon 181 lionen ausgenommen worden. Das ^ahr iw» hält also einen Pumprekord von mehr als einer

Nach* bef6* gegenwärtigen Vierteljahrswende batte mancher gehofft, würde der Geldmarkt sich erholen und der Kurs der Rentenpaplere wieder in die Höhe gehen. Aber gerade zum Quartals- wechsel haben Reich und Staat ihre nimmervolle Hand ausgestreckt; wenn 850 Millionen für vier- prozentige Werte in Anspruch genommen wer- den, kann natürlich die Nachfrage nach den alten Renienpapieren von 3% oder 3 Prozent nicht iciutn.

Man muß bedenken, daß auch noch andere Sinzelstaaten und dazu die große Zahl unternehmungslustiger Gemeinden, Krei­se, Provinzen in einem fort durch neue Anleihen den Geldmarkt anzapfen. Die Pump­wirtschaft ist so flott im Gange, daß die Erspar- nisse des Volkes nicht mehr ausreichen, um den „Bedarf" zu decken. Auch wenn die Unterneh­mungslust auf dem industriellen Gebiete nach­lassen sollte, ist eine Wiederkehr der alten Kurs­höhe und Zinssätze auf dem Rentenmarkt vor- läufig nicht zu erwarten. Den Schaden haben die Besitzer der alten Reichs- und Staatspa- pierc sowie die sonstigen mündelsicheren Werte, und der Schaden wird sehr bitter,empfunden, wenn sie gezwungen find, ihre Papiere zu ver-

^Die neue Riesenanleihe stellt sich ohne Vorbe­halt und Winkelzüge auf den Standpunkt von vier Prozent Verzinsung. Die Anleihe vom Januar hatte noch ein Mäntelchen um: sie ge­währte zwar auch vier Prozent für die ersten zehn Jahre, aber für die folgenden fünf Jahre nur 3% und für die weitere Zeit nur 3y2 Proz. Man hielt also damals noch an der Ansicht fest, daß der normale Zinsfuß der Zukunft 3y2 Pro­zent sein werde. Jetzt ist von der gleitenden Skala abgesehen. Allerdings ist die Klausel bei- gefügt, daß die neuen Vierprozentigen bis 1918 unkündbar und unkonvertierbar seien. Nach zehn Jahren ist also die Möglichkeit einer Zinsberabsetzung nicht ausgeschlossen. Die Wahr­scheinlichkeit ist aber sehr gering. Will der Staat nach zehn Jahren den Besitzern der neuen Werte die 4 Prozent nicht weiter zahlen, so muß er die Anleihe kündigen und den Besitzern die Wahl lassen, ob sie sich mit einem herabgesetzten Zinsfüße begnügen oder die Rückzahliing verlan­gen wollen. Die Erwerber der im Januar aus­gegebenen Schuldverschreibungen haben diese Wahl nicht: sie müssen sich ohne weiteres von 1918 ab mit 3%, von 1923 ab mit 3y2 Prozent begnügen. ,

Die Bedingungen der jetzigen Anleihe sind also etwas günstiger für die Geldgeber, als die Bedingungen der Anleihe vom Januar. Nun wurden aber zu der Januar-Anleihe gerade die kleineren Leute herangezogen, während die neue Anleihe wieder auf dem üblichen Wege mit­tels der Großbanken untergebracht werden soll Es ist aber bedauerlich, wenn das Großkapita besser fährt, als die kleinen Leute, die ihre Spar- iind Notgroschen vertrauensvoll beim Staate an­legen Allerdings wird denen, die ihr Guthaben in das Staatsschuldbuch eintragen lassen wollen, auch diesmal eine Aufmerksamkeit erwiesen;

Ausland.

* Die Bildung des neuen englischen Ministerinms bat Asquith nach mehrfachen Besprechungen mit Könii Eouard offiziell übet- nommen. In dem Kabinett werden nach dem ,Daily Chronicle' voraussichtlich folgende Aende- rungen eintreten: Lloyd-George (bisher Handeis­minister) wird das Schatzamt, Earl of Crewe das Kolomalamt, Churchills (bisher Kolonien) das Handelsamt übernehmen. Lord Tweddmouth (bisher Admiralität) wird Lordpräside.rt des Geheimen Rats und McKenna (bisher Unlerrichl Erster Lord der Admiralität werden.

* Im Vorarlberger Landtage haben die Christlich'ozialen eme Protest - Interpellation an die Landesregierung gerichtet, welche sich ausAus- iprüche und Anschauungen Wahrmunds stützt, tote dieser in seinen Vorlesungen über kaihol. Klrchen- lecht zum Besten gibt, und welche d.e Gefährlich­keit dieses Hochichullehrers für d,e kaihol. Kirche verraten. Aus der Sammlung der durch Pro- ieffor Wadrmund feinen Hörern vorgebrachten, gegen Christus, die Krrche, die hl. Sakramente rc. gerichteten Angriffe geht unzweideutig die Tatsache hervor, daß Professor Wahrmund anstelle des katholilchen Kirchenrechtes seinen Hörern eine Reihe gegen den göttlichen Uriprung der Kirche, gegen die Gottheit Christi, gegen die hl. Sakramente und zahlreiche Glaubenssätze der katholischen Re­ligion gerichtete, meistens dem ungläubigen Prote­stanten Otto Pfleiderer abgeschriebene Thesen vor­getragen hat, die geeignet find, die Hörer zum Unglauben und Abfall von der Kirche zu verleiten und ihnen Haß und Verachtung vor der Religion ihrer Väter beizudringen. Die Interpellanten stellten die Anfrage an die Regierung, was sie zu tun gedenke, damit „den aus unserer katholischen Be-

völkerung hervorgehenden jungen Juristen die Möglichkeit geboten wird, Vorlesungen über das acholischeKirche-'recht von einem wirklich vor- urteilslosen Professor desielben anhören zu können, und damit sie künstig nicht mehr ver- mteili werden, die GotteslSsterungen und abge- i(Unebenen Fälschungen eine« Gottesleugners und Gotteslästerers wie Piosessor Wahrmund in den Vorlesunoen enlaegenzunehmen.^ .

♦ Nach dem endgültigen Ergebnes der portu- oiefischen Wahlen wird die neue Deputierten- fammer sich rusammensetzen aus 62 Regenera- boten, 59 Progresnsten, 17 Independenten 7 progressistischen Dissidenten, 5 ,Republikaner, 3 Anbängern des früheren Ministers Franco und 2 Raiionallisten; insgesamt 155 Abgeordnete einschließlich der Vertreter der Kolonien.

Deutsches Reich.

= Neber „römische" Propaganda ist be- kanntlich jüngst in der sächsischen weiten Kammer ein bewegliches Klagelied angestimmt worden. Wie eS in Wahrheit mit dem gefährlichen „Wachstum" der katholischen Kirche in Sachsen und der Bedrohung deS „evangellichen Charak­ters" de» sächsischen Vo'kes steht, kann man im .Sächsischen Bolisblatt' lesen, das folgende Fest- stellungen macht:

„Im Könlareiche Sachsen liegt zwischen den Wohn­sitzen von fünf katholischen Pfarrern, allerdings ziemlick, weit von diesen Orten entfernt, doch je zum Seit m ihren Bezirken, ein Gebiet, das gegen 100 Schulen zählt. In vielem Distrikte befindet fich keine katholische Kirche oder Kapelle, erst recht keine Schute. Im Jahre 1907 wurden den protestantischen Schulen dieses Be­zirke? 130 Kinder aus gemischten Ehen und 47 Kinder aus rem katholischen Ehen zu gewiesen. Bei den erst­genannten 130 Kmdern war zu 44 Kindern der Vater, zu 86 Kindern die Mutter protestanti'ch, und umge- kehrt war also zu 86 Kindern der Vater und zu 44 Kindern die Mutter katholisch. Unter den 86 Kinoern, deren Väter katholisch sind und in Mischehe leben, wurden in diesem Bezirke 62 Kinder pistestantisck. und zwar entgegen der eigentlichen sogenannten gesetzlichen .Regel', derzusolge die Kinder dem Bekenntnisse des VaterS folgen sollen. Nur 24 Kinder unter diesen 86 sollen dem katholischen Religionsunterricht später ein­mal zugeführt werden. Tatsächlich befuchl-n von diesen 24 Kindern im Jahre 19i.7 nur ganze 6 Kinder den katholischen Religionsunterricht. Also von insgesamt 86 Kindern katholischer Väter besuchten im Jahre 1907 nur 6 Kinder den katholischen Religionsunterricht. DaS ist das Endresultat dieser Rechnung. — Nun wurden im Jahre lti07 auch aber noch 4t Kinder, welche aus gemischten Ehen mit katholischer i utter entstammen, in die protestantischen Schulen der betreffenden Gegend ausgenommen. WaS geschah mit ihnen? Vernimm, lieber Leser, das sehr einfache Fazit: Sage und schreibe: diese 44 Kinder wurden samt und sonders prote­stantisch. Nicht eine einzige dieser für das Jahr 1907 in Betracht kommenden katholischen Mutter hat also ihren Glauben aus ihre Kinder vererbt. - Wie steht es nun aber bei den rein katholischen Ehenk

Aus nngemi'chten, nur katkowch-n ^en wurden im Jahre 1907 in den Schulen betreffenden Bezirkes Kinder ausgenommen Von diesen 47 Ktnbein b 20 überhaupt keine Gelegenheit, zum ka'boscken Religionsunterricht im e-genen Sckulbeprk, both führe von ihnen immerhin noch l"K,nder m. de, ^ enbahn einmal in der Woche zum katholischen worunter- richt an die nächsten Orte, an denen solcher erteitt wird. Wie viel dieses Eisenbahnfähren - gewöhnlich allerdings nicht den Eltern — kostet, miss 'N meist nur die, weiche die Summen von Fahrgeld in ben Diaspora- pjarreren oder Diözesan-, auch anderen Kaisenstellen ausrechnen oder bezahlen müssen. Von den 47 Kindern hatten aber 27 doch Gelegenheit zum Besuche des ka- tholiichen Religionsunterrichtes am srdntlorie; aver audi von diesen nahmen noch 4 vorläufig am vro - test an tischen Religion-unterrichte ihrer prote'lan- tischen Schule teil. I" einem F Ue ^'An beide ka­tholischen Eltern sogar einen amt-gerichtttchen -Bei- gleich, demzulolge ihre Kinder protestantisch we^en ollen. «Kommt in Sachsen übrigens 6 ters vor.) S3et die Verhältnisse kennt, der weiß, das auch 'N Zutuns die übrigen Kinder aus kattoltscher Ehe noch lSngn nicht alle katholischen Religlonsiinterr,cht erhalten werben, die allerwenigsten aber unter dies-n Zmtanden lern von Pfarrort und regelmäßigem Gotte-dtenst zu praktischen Katholiken beianwacksen werden. Und wiederum das Fazit: Auch aus kat hol. Eben weiden noch längst nicht aste Kinder dem kathalrschen Religionsunterrichte zugesührt. - Wer will es nun an- gesichis sol»er tat ad)en wagen,^ von Propaganda, tätiqkeit der katholischen Kirche in Sachsen zu Wrech-n . Man wird, und nicht uur vom «otaudpunlte der Ka­tholiken aus, tonoern vom Standpunkte sedes den ko i sefsionellen Friesen liebenden Staatsbürgers aus aufs höchste beklagen müssen den Unverstand Ar auch und das wohl ö ter — d.e höhnische Bosheit der jenigen, welche trotz ihrer belferen Erkenntnis den konfessionellen Hader mit dem so unwahren Hinweise aut das Wachstum der katholischen Kirche in Sachsen id)ür<n.-

Zeitung „Gil Blas" den Müttern gibt. Manche Mütter führen ihre Töchter zum Ball schon mit dem 15. Jahre: andere warten nicht einmal so lange und bringen die halbwüchsigen Dämchen schon mit, wenn sie noch kurze Kleider und Han- gezöpfe oder aufgelöstes Haar tragen. Die mei­sten jungen Mädchen aber erscheinen erst mit ihrem 18. Lebensjahre in den Salons. Und wir sind aus mehr als einem Grunde der Meinung, daß man die Einführung in die Welt so lange als möglich binauSschieben sollte. Zuerst Werl es offenbar ist, daß die Hitze und die Strapazen de? Ballsaales den jungen Mädchen, diesen kaum erschlossenen Blüten, sehr schädlich sind. Und dann noch aus einem anderen Grunde. Da das Publikum im allgemeinen die Geburtsurkunde einer jungen Dame nicht zu kennen pflegt, wird ihr Alter gewöhnlich nach der Zeit berechnet, zu welcher sie zum erstenmal in den Salons erschien. Erinnert man sich nun, daß man sie schon seit vier oder fünf Jahren dort gesehen hat, so zögert man nicht, sie für „stark majorenn" zu erklären. Im sechsten Jahre lächelt man schon sehr mali- tiös, wenn man sie sieht, und versetzt sie von Stund an in die Kategorie der schwer anzubrin- genden Heiratskandidatinnen.

— Ter Umfall der Freisinnige« beim Reichs- vereinsgrsetz wird im freisinnigen „Ulk" sehr drastisch verhöhnt. Der „Ulk" bringt ein Bild „Nach einem Blockdiner bei Bülow". Dem Abg. Müller-Meiningen, bedeutend schwankend, hilft ein Diener in den Ueberzieher, während ihm Fürst Bülow, Schirin und Hut reicht. Darunter steht geschrieben: „Müller-Memmgen: Mantel — Schirm — Zylinder — danke Ihnen — aber sagen Sie einmal, als ich herkam, hatte ich da nicht auch Grundsätze bei mir?" — Wir haben dieser politischen Satire nichts hin- zuzufügen.

— Ein Arzt in Verlegenheit. Die Frau eines Landmannes erkrankt und der Arzt wird gern-

— Die Cerschlange ist einmal wieder entdeckt worden. Diesmal ist es Kapitän A. Mader, der Befehlshaber des deutschen Frachtdampfers Ad- miral Farragut, der am 15. März mit Früchten und mehreren Fahrgästen aus Westindien tm Hafen von New-Fork eintraf, der sie gesehen hat. In dem Logbuche des Dampfers befindet sich, wie die dortige Staatsztg. erzählt, unter „Frei­tag, den 13. März" — aus gerechnet Freitag, der Dreizehnte — die Eintragung, daß das Unge­heuer am Donnerstag abend unter 22,6 Grad nördlicher Breite und 74,21 Grad westlicher Länge zuerst wahrgenommen wurde. Es beglei­tete daS Schiff bis in die Näk)e von Kap Hatte- ras, wo es ihm augenscheinlich zu kalt wurde, und entschwand dort den Blicken. Kapitän Ma­der ist ein ernster Seemann, der es sich ernstlich verbitten würde, in seine Worte Zweifel zu eben. „Was ich mit meinen eigenen Augen ge- ehen habe, bleibt bestehen, gleichgültig, ob Sie >as Untier Seeschlange oder anders nennen Wal­en, und damit Basta!" erklärte er. Die Ge­ehrten werden sich also, wenn es auch schwer ällt, mit der Existenz der Seeschlange abfinden müssen. Und Kapitän Mader ist liebenswürdig genug, ihnen gleich eine sehr eingehende Beschrei­bung des Ungeheuers zu liefern. Nach seiner Schilderung war die „Seeschlange" etwa 150 Fuß lang. Ihr Leibesumfang soll 20 Fuß im Durch- Messer betragen haben. Sie hatte einen flachen zugespitzten Kopf, der mit zwei, je 5 Fuß langen, Hörnern geschmückt war. Ihre Haut war von hellblauer Farbe und schuppenfrei. Mit unbe- schreiblichsr Schnelligkeit soll sich das Untier im Wasser bewegt haben. Es bereitete ihm ein Ver­gnügen, das Schiff gelegentlich zu überholen oder leinen Kurs zu kreuzen, so daß Kapitän Mader

Schnelligkeit seines Fahrzeugs einmal auf ■v Meilen in der Stunde verrinaern mußte, um

aber der Vorteil vor einigen Groschen auf je 103 <M ist so gering, daß er gar nicht ms Ge- ^’^ad^ber Zeichnung vom Januar stellte sich unsere Finanzverwaltung als sehr befriedigt an. Wir haben damals gleich hervorgehoben, daß der erzielte Betrag von 181 Millionen doch recht be- cZiten sei. Die Finanzverwaltung hat das nun auch zugestanden durch den Verzicht auf eine Wiederbolung des Experiments. . £b es nicht doch möglich gewesen wäre, die direkten Be- ziehungen zwischen der Staatskasse und den brei­ten Schichten des Volkes weiter auszugestalten? Tie jetzige Schwenkung der Finanzpolitik bedeu­tet einen Triumph der Großbanken; Reich und Staat glauben sich, nach einem vergeblichen Versuch der Emanzipation, doch wieder unter deren Fittiche flüchten zu müssen

Eine weitere unliebsame Erscheinung ist die zunehmend« Buntscheckig! eit unserer Reichs- und Staatsrenten. Seit dem Jahre 1890. als im Glauben an einen dauernden Nie- dergang des Zinsfußes die dreiprozentigen Werte ausgegeben wurden, sind wir in ewigem Erperi- mentieren mit neuen Formen der Rentenwerte geblieben. Wir haben nickt bloß 3-. 3y2- und iprozentige Papiere nebeneinander, sondern auch verschiedene Sorten innerhalb einer Zinsstufe. Wer vieles bringt, wird allen etwas bringen, sagt freilich ein Sprichwort; aber schön ist an­ders". Man sollte mehr nach Einfachheit und Einheitlichkeit streben.

Die Hauptsache freilich ist die Sparsam­keit. Leider ist dazu noch kein Ansatz zu er- blicken. ________________

Vermischtes.

• Ter Mordprozeß gegen den ^^rbettet Franz Hesse aus Ahausen wird vor dem Schwurgericht in Hagen verhandelt. Am 28 No» v. I. wurde im Gel>ege bet Altena em lunge Mädchen, Hedwig Hartmann aus Hagen, mit durchschnittener Keble tot aufgefunden. Am -5. Nov war zu der Mutter der Ermordeten, der Witwe Hartmann, die am Hauptbahnhof einen Milchausschank betreibt, em Mann gekommen und hatte sich mit ihr in ein Gespräch eingelassen. 2.18 ihm die Frau von ihrer 15iahrtgen Tochter er zählte, die noch ohne Stellung sei, erbot sich rer Fremde, ihr in dem Monufakturwarengeschaft seines Oheims in Altenhundem, eine Anstellung zu besorgen. Erfreut wurde dieses Anerbte.en angenommen, und bereits um 6 saß das Mädchen mit dem Vermittler, dec ihm sogar das Reisegeld vorstreckte, ,m Etsenbabnzug. Seitdem ließ das Mädchen nichts mehr von sich hören, bis dann durch Zufall drei Tage spater die grauenvolle Aufklärung kam. Die Obduktion der Leiche ergab, daß ein Lustmord vorlag. Rach Verfolgung einer Anzahl falscher (Spurenrourbe schließlich der Verdacht auf den roegen »ttthdy teitsvergehen und Mordversuchs bereits mit 7 Jahren Zuchthaus vorbestraften 40lohrtgen Wald­arbeiter Franz Hesie gelenkt. Erst am 7. ^einbet gelang die Festnahme Hesses, als dieser fall auf einem Bierwagen auf dem Wege nach Hering- hausen befand. Trotzdem verschiedene Personen neben der Witwe Hartmann ihn als den wieder erkannten, der am 25. November tn dem Milch­häuschen am Bahnhof Vorgesprächen, leugnete er seine Anwesenheit in Hagen und erklärte u. a. die auffällige Tatsache, daß er sich inzwischen den Bart hatte abnehmen lassen, damit, daß er Jia) durch ein Streichholz einen Teil versengt habe und so zu der Rasur gezwungen gewesen sei. Erst im Laufe der Untersuchung bequemte er fick dazu, seine Anwesenheit in Hagen, sein Gespräch mit der Witwe Hartmann, seine Abmachung mit die­ser und die Abreise mit deren Tochter zuzugeben. Den Mord leugnet er jedoch entschieden, gibt biel- mehr an, einem Mädchenhändler, Jean Dupre, auf der Brücke in Altena die Hedwig Hartmann übergeben und sich um die beiden dann nicht mehr gekümmert zu haben. .

♦ Durch eine offene Fahrstuhltur stürzte in der Fasanenstraße 22 in Berlin der Portier diese- Hauses und seine Frau vom dritten Stockwerk m die Tiefe. ____

Reklamen- nnd Anzeigenteil.

Braut-Seide«. ml i ss »

— Zollfrei — Mieter u loderewtt —

Henneberg, alt Seidenfabrikf. Zürich.

funken sei(l) __

— Ter Wert der Schulprufnngen. Schon Lob- sien hatte nachgewiesen, daß Prüfungsarbeiten häufiger falsch gelöst werden als Normalarbei- ten. Je nach der Begabung zeigten nach seinen Untersuchungen die Schüler und zwar begabte sowohl wie unbegabte bei der Prüfungsarbeit gegenüber der Normalarbeit eine Verschlechterung um rund y5. Wie die letzte Nummer der Zeit- schrift Schulgesundheitspflegs berichtet,, wurden neuerdings die Versuche von Plecher wiederholt. Zur Untersuchung gelangten 12jahrige Knaben und Mädchen, 11jährige Mädchen und 8iahnge Knaben. Die größten Differenzen zeigten die jüngsten Kinder. Für sämtliche Versuchsperso- nen ließen sich nach der Begabung folgende Durch­schnittsprozente der Fehler konstatieren:

Begabung: Wotmalarbeit: Pcumngsarbeit: Gut . . 8,26»/., Fehler 4,16°/0 Fehler

Mittel. 9,15°/, „ 11,25% „

Schlecht 17,3% , 19,0%

Es steht also fest, daß die Schulprüfungen kein richtiges Bild von den tatsächlichen Leistun­gen einer Klasse geben. Die Ursachen dieser ver­minderten Leistungsfähigkeit liegen in Gefühls­momenten, die einen geregelten Verlauf der Prü­fung von vornherein ausschließen. Die „Schul- Gesundheitspflege" sagt deshalb: Es ist vom pä­dagogischen Standpunkt unbegreiflich, daß all diesen Beobachtungen zum Trotz immer noch der Prüfung eine so große, jo oft entscheidende Be­deutung im Schullebe» oeigemessen wird. t „„ 5

— Nicht zu früh ein junges Mädck-r in die fen. „Können Sie muh auch bezahlen?" fragt ist die Wfc&ma. die die!er mißtrapisch,. Da halt der Bauer fünf Gold--

Mdaer W Zeitung

verantt». Bebaktem:

<etl SäfAtte; .. < - - — -

ÄÄ- w°chmbeii-,g-: „Illustrierte Sonntagrzeitung - - - ___________