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Rotationsdruckund Verlag der Fuldaer Lt. tiendnickerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9.

M 72.

Fulda, Freitag den 27. März 1908.

35. Jahrgang.

Lweves )2ütatt

Protest der weitesten Oeffentlichkeit herauSforbern

Aus -em Nachbargebiete.

Deutsches Reich.

die Dänen dänisch zu reden."

dem Geschäftsbericht des Gauverbandsvorsitzendea Herrn Kölsch-Frankfurt wurde der .Rhein. Volks« üq/ zufolge die nachstehende Resolution ein­stimmig angenommen: Anbetracht dessen,

daß die sozialen Bestrebungen zur Verbesse­rung der Lage der int kaufmännischen Er-

kunft eine gewisse Sicherheit geboten ist. Die- jenigcn Beamten nun, die keine Kinder haben oder unverheiratet sind, werden mit ihrem Einkommen natürlich in der Lage sein, besser zu leben als jene, die einen erheblichen Teil des Gehalts auf ihre Kinder verwenden müssen. Bei dem engen Verkehr der Beamten untereinander werden nun jene, die mehr Kinder haben, gezwungen fein, wenn sie ihren Hausstand auf dasselbe Niveau

von den wenigen, welches Eichweges Zerstörung im dreißigjährigen Kriege überdauert haben.

* Wiesbaden, 26. März 19 8. In dem oberen Saale des LejevereinS tagten vorgestern dir Vertreter der dem mitteldeutschen Gau de­

ll Die Kohlenteuerung. In der General- l Versammlung der Hamburg-Amerika-Linie, die I soeben stattgefunden hat, wurde mitgeleilt: „Die Gesellschaft bedauere, gezwungen zu fein, nur i englische Kohle zu vetwenden, da die Preise der deutschen Kohlen dem Verhältnis nicht an­gepaßt seien". — Die hohen Preise des Kohlen- I Syndikats haben in letzter Zeit wiederholt die Oeffentlichkeit beschäftigt. Der Reichstag fowohl, wie auch verfchiedene bundesstaatliche Landtage, besonders aber der preußische Landtag, haben wiederholt sehr ausgedehnte Debatten darüber gepflogen, daß das Kohlen syndikat trotz des offensichtlichen Rückganges der Konjunktur an feinen hohen Preisen feflhält. Die Beratungen Haden damals einen direkten Erfolg nicht gehabt, insbesondere ist die Forderung tariflicher'Maß- nahmen gegen - die billige Verschleppung der 1 deutschen Kohle ins Ausland auf Grund beson- Vers niedriger Tarife der preußischen Eisen, bahnen unbeachtet geblieben. Das ist sicher, die Konjunktur würde viel weniger unangenehm in die Erscheinung treten, wenn "das Kohl.nsyndikat zur rechten Zeit den schwer kämpfenden Industrien mit entsprechenden Ermäßigungen der Kohlen- preise beigesprungen wäre. Statt deffen setzte das Kohlensyndikat die Preise wenigstens im In» lande immerzu in die Höhe, nach dem Auslanoe aber liefert es für viel billigere Preise. Das ist ein ungesunder Zustand, der den allerschärssten

auch andere Gegner des Kabinetts gesellen. Sie

packm die Gelegenheit beim Schöpse und lasten I werbSleben wirkenden Personen der Kernpunkt sich die Hille der Combisten wohl gelaUen. Diese I der Tätigkeit von kaufmännischen Berufsvereinen selbst unterstützen natürlich alles, was Gegner I «st und sein muß, empfiehlt dir Miiteldeuischs der Regierung ist. Diese vereinigten Gegner I Gauversammlung den angeschloffenen Vereinen haben bereits einen nicht geringen Erfolg auf-1 dringend für eine gründliche systematische Schn-

, . Eschwege, 26. März 1908. DaS früher«

aufhören, daß daS Kohlensyndikat, gestützt aus I Ballhaus der Stadt Eschwege, das in letzte« billige Eisenbahntarife, den deutschen Kohlenver-1 Zeit als Scheuer diente, wird jetzt abgebrochen, brauchern die deutsche Kohle verteuern kann. An der Türe deS allen interessanten Baues

V Den Umfall der freisinnigen beim Lereinsgesetz in der Kommission bemüht sich nach w ie vor die,Bossiiche Zeitung" wacker zu beschönigen. Ihr neuester Trick ist der, die Regelung der Verfammlunqssprache als eine reine Zweckmäß g- kettssrage hinzustellen. Um diese- Verfahren zu rechlserligen, glaubt sie darauf Hinweisen zu müssen, daß es daS Recht auf Muttersprache bisher schon auf den mannigfachsten Gebieten, z. B. im Parlament nicht gebe. Sie leistet sich dabei folgende Weishe't: „Da (im Parlament) können d,e Polen nicht plötzlich anfangen, pol-

greifendes geschieht, nicht gegeben. Die Herren vom Kohleniyndikat haben es verstanden, der preußischen Regierung ihre „Gründe" so über­zeugend darzulegen, daß Gegengründe leider wirkungslos sind, linier solchen Umständen bleibt nichts anderes übrig, als immer und immer wieder die Forderung eines Syndikats­gesetzes zu erheben, damit die Bäume des Kohlensyndikats, wie überhaupt der Syndikate, nicht in den Himmel wachsen.

Verbandes Kath. Kaufm. Bereinigungen Deutschlands angehörenden Vereine. Bis auf eine Vereinigung waren sämtliche Vereine mit mehreren Herren vertreten, so Raffel, Darmstadt, Frankfurt a. M., Bockenheim, Fulda, Gießen, Höchst, Limburg, Mainz (2 Vereine), Offenbach a. M., Worms, Eltville und Wiesbaden. Rach

während die ausländische Konlurrenr unserer I ist eine schön geschnitzte Inschrift angebracht: Industrie die deutschen Kohlen sehr billig erhält. I Anno 1619 Heintz Klotz. Das Haus ist ein! Leider ist die Aussicht, daß etwas Durch­

muß. Das einz-ge Mittel, das helfen kann, ist die „Reform" der Eisenbahntarise. Es muß

Ausland.

* Zwischen den Anhängern ClemenceauS nnd Combes dauert der stille Zweikampf fort, und es leuchtet ein, daß sich zu den Combisten

Volksteile, durch ein Ausnahmegesetz.' Wenn die ,Voss. Zig/ bann weiter bemerkt, wer in jeder Ausnahme eine Verleugnung des Lide- ralismuS, eine Verletzung der Gleichberechtigung sehe, der müsie eine durchgreifende Aenüerung oeö bestehenden Rechtes beantragen, so verichweigl sie, — ob mit Absicht oder nicht sei dahinge­stellt, — daß es sich in der Kompromihsrage gar nicht darum gehandelt hat, eine Verbesserung herbeijttzLhren, sondern eine wesentliche Ver- schtechierung zu verhindern. Der Um« fall des Freisinns läßt sich durch solche Spiegel- sechtereien nicht aus der Welt schaffen.

zuweilen, denn zum Berichterstatterder Kommis.! lung uud Aufklärung der einzelnen Mit» sion sür die Marokkolredite wurde Doumer ge-1 glieder nach Möglichkeit beizutragen. Zu diesem wählt, ein Feind der Regierung. Bekanntlich i Zwecke wird jedem Verein die Bildung einer ist auch dir Combesregierung bei gleicher Sach-1 Kommission sür Slandessragen empfohlen. Ties« läge gestürzt. I sogenannte Soziale Kom mission tritt allmonat-

* Der englische Ministerpräsident Camp -1 sich zusammen und wird jeden Monat mit irgend bell- Bannerman scheint der Auflösung enl-1 einer sozialen Frage an die Mitglieder heran- gegenzugehen. Ein über feinen Zustand am Mitt-! treten und ein kleines Referat erstatten." Di« woch ausgegebenes Bulletin besagt, daß der Kranke I emgelaufenen Anträge zum diesjährigen Kongreß eine gute Rächt mit stärkendem Schlaf hatte, aber l nehmen den weiteren Teil der Sitzung in An» sehr schwach sei und daß der Zu stand weiter-1 spruch. Dieselben befaffen sich namentlich mit hin zu ernst en Besorgnissen Anlaß gebe. I der weiteren Ausbreitung des Verbandes. So

* De8 Königs Manuel von Portugal Arm I wird dem Kongreß die Anstellung von weitere« soll nach einem offiziösen Dementi nicht ampu- ! Verbandsbeamten in verschiedenen Handels­tiert werden. Doch wird bestätiat, daß die | städten, die sich ausschließlich der Agitation wid» Wunde, die er bei dem bekannten Attentat erhielt, I men sollen, vorgeschlagen, deS ferneren die Ab- noch nicht geheilt ist. I Haltung von Propaganda-Versammlungen an

* Rußland. Der Beschluß der Duma, der I Kongreßorten, Erweiterung der Stellenvermitt« Militärverwaltung keine Flottenvorlage zu be-1 lung usw. lieber die Mängel der Diskontpolitik willigen, hat eine merkwürdige Folge gehabt: I der Reichs bank, die WährungSsrage und Syn- In der nächsten Zeit werden in Zarskoje-Selo I dikate liefert Herr Debetz-Mainz eine interessant« unter Vorsitz des Zaren wichtige Konferenzen | Abhandlung, die in der ,Merkuria' veröffentlicht über militäri'che Fragen und über Reformen in I und der Zen.rumssraktion des Reichstages al- der Armee stattsinden, zu denen fast sä, tliche I Material eingesandt werden soll. Die übrige« kommandierende Generäle der Militärbezirke be-1 Punkte der Tagesordnung werden ebenfalls er» fohlen worden sind. Unter den geplanten I giebigst diskutiert und erst um SV» Uhr könnt« Reformen befindet sich unter anderem die, daß I der Präsident dir Sitzung schließen mit dem 'as ganze Ministerkabinett als solches dem I Wunsch?, daß die einzelnen Vereine tüchtig ar- Zandksverteibigungsrat angehören soll und weiter I heilen möchten, ihre Mitglieder, namentlich di- oll die Verwaltung bei den Generalgouverneuren jüngeren Herren aufzuklären und zu schulen, und von den militärischen getrennt werden. Man j 'o den Fori bestand des Verbundes auch künstig- will den höheren Militärs damit offenbar die I hin sicherzustellen. An die Tagung schloß sich Gelegenheit zur Unterschlagung von Geldern I eine Besichtigung des Kurhauses an.

nehmen. Möglicherweise stimmt die Duma, die | * @tfurt 94 Mär» 1908 Weaen Vor.

i» * ben d-r N-U- nahm. uLA f&X «ÄS

• m« «ntoung. Me Rtott« frÄÄÄM!

möge China besuchen, ist angenommen rooi» I Sttaffammer »u l ^abr^G-sän^nis unh a °5»; «kchMU« h-- 61» e« Sereiniglen I-»- ««6

Staaten aber beschlossen, feine weitere derartige J 9 8eTUtteilL

Einladung anzunehmen. » --------

△ Gerechtere Verteilung der TenerungSzula- tagen. Man schreibt uns: Ein Fachblatt „Der Deutsche Beamte" hat soeben auf unleugbare Mißstände hin gewiesen, die im vorigen Jahre bei der Verteilung der Teuerungszulagen an Beamte in die Erscheinung getreten sind. Jin vorigen Jahre erhielt beispielsweise eine Telegraphistin, ein junges Mädchen mit Volksschulbildung, das gerade 14 Tage im Dienste war, 150«#; ihr Vater, ein Geldbriesträger im Alter von etwa 50 Jahren und mit einer Dienstzeit von rund 25 Jahren, der noch unerwachsene Kinder im Hause hatte, 1)0 M. — Hier ist ein Punkt berührt, der lei­der in den Erörterungen der Oeffentlichkeit über die Erhöhung der Veamtengehälter sowohl als auch über die Teuerungszulage nicht entfernt die Rolle spielt, die ihm gebührt. Dom Zentrum ist schon seit Jahren, zum ersten Male von dem früheren Abg. Tr. E. Bachem, gefordert worden, I man möge bei der Bemeffung der Beamtenge- Halter auf dieGrößederFamilie Rücksicht nehmen. Diese Forderung darf man nicht so I ohne weiteres von der Hand weisen. Es ist eine durchaus menschliche Erscheinung, daß jeder sich nach seinem Einkommen einrichtet. Das ist bei den Beamten um so eher zu verstehen, als ihnen ia durch die Pensionsberechtigung für die Zu-I

wie die übrigen bringen wollen, Schulden zu machen oder sich einzuschränken. Die Folge davon ist dann stets der Ruf nach Gehaltsaufbesserung. Durch eine gerechtere Bemessung des Gehalts nach dem, was der Beamte nötig hat, würden jene, die keine oder nur eine kleine Familie haben, der Möglichkeit beraubt, durch ihre Aufwendunzen die anderen zu höheren Aufwendungen zu treiben. Man macht nun den Einwand, daß der Beamte ________ ... ______ vul. n<?^ ftinen Leistungen, nicht nach der Größe nffch, bie lothringischen Protestler französisch seiner Familie bezahlt werden müsse. Das ist die Dänen dänisch zu reden." Wir haben teil' I Qbr/ 8°r "L?.* wahr. Ter Beamte be- langem keine so sehr ins Auge foringenbe Der- T? fcme- Entschädigung für feine Leistungen, leaenheiisnhroie . I j°nt>crn einen angemessenen Lebensunterhalt.

Wenn alle ^teifinniJn »in/h b’*. !Sen-n mon bon Leistungen spricht, so fordert man

Elt Ä t ^b^ch/obene damit einen Vergleich mit den Privatbeamten her-

Anpcht von dem Recht auf die Muttersprache aus, die zu 95 Prozent bei gleicher Vorbildung,

gaben, bann könnte man bas beinahe als einen I meistens aber viel längerer Arbeitszeit weil weni-

miloetnben Umstand bei ber Beurteilung ihrer I 6 fr als die Beamten verdienen. Der Staat zahlt

Haltung ansehen. Die ,Voff. Zig/ vermischt ba 1™ \ na(6. Leistungen, er garantiert seinen Dinge, bie absolut nichts mit einander zu tun I kennten ein den Verhältnissen ihres Berutsstan- haben. In den von ihr angeführten Fällen I E>nkommen. Das Prinzip daß

rechisiche tfrage, deren aus Zweckmaßigkeits- nicht auch bei den Beamten selber? Bei den Teue- gründen erfolgte Regelung tn keiner Wetze rtmgszulagen wird der Nachteil der schablonen- m bie natürliche Freiheilssphäre bes einzelnen mäßigen Behandlung erst recht unangenehm em- Staatsbürgers eingreift; baS Lereinsrecht da- vftmden. Die Telegraphistin, die 150 eroiell, gegen enihält eine Entrechtung bestimmter ^te sicher keine Teuerungszulage nötig, wie ja — diese Damen durchweg besser bezahlt werden als die Damen im Privatdienst in ähnlicher Tätigkeit. Auch wird kein Mensch behaupten wollen, daß kinderlose Beamte oder gar Junggesellen bei ihren levigen Gehältern Not leiden und eine Teuerungs. zulage notig hätten. Dahingegen kann niemand leugnen, daß bei vielen Beamten mit größerer Familie die 100 oder 150 JC nur einen Tropfen auf einen heißen Stein bilden.

der Bühne abtreten, als ihm nachgewiesen wurde, daß er ohne Quellenangabe mächtig abgeschrieben habe.. Jetzt kommt Wahrmunds Pamphlet und ist nicht mal in seiner schauderhaften Unwiffen- beit originell. Auch das ist abgeschrieben. So sieht die „freie Wissenschaft" gewisser Leute aus.

— Mit dem Kanzleistil und Kurialien befaßt sich ein Artikel in den Grenzboten. Es heißt da: Noch im Jahre 1899 konnte eine Amtsperson schrei­ben: „Hochverehrtester Herr Präsident der Hohen Königlichen Regierung I Anbei überreiche Euer Hochwohlgeboren ich ehrerbietigst. . und das Schriftstück folgendermaßen schließen: „Indem Ew. Hochwohlgeboren mich ehrerbietigst em­pfehle, bleibe ich Hochderselben ganz gehorsamster N. N." Man beachte die Häufung der Hochs und in der Anfangsphrase die gezwungene Zurücksetz, nng des Schreibers (ich) hinter den Angerede­ten. Aus dem Jahre 1906 haben wir als Ein­leitung zu einer rein sachlichen Beschwerde eines Beamten die Anrede gefunden: „Hochgeborener Herr, Hochgebietender Herr Oberpräfidentl Ew. Erzellenz wollen hockgeneigtest geruhen, nach­stehendes Gesuch gütigst entgegenzunehmen. " Dann kommen zwar leidlich sachliche Sähe, dann heißt es aber nochmals: „und so darf ich ver­trauensvoll wagen, Ew. Exzellenz eine Bitte ganz gehorsamst zu unterbreiten." Damit ist die erste Seite so glücklich ausgefüllt. Der nichtssagende Schwulst, der diese hohlen Kurialien aufbläht wie minderwertiges Gas ben billigen Jahr­marktsballon der Kinder, ist ein Hauptmerkmal des Kanzleistils überhaupt. Eine bunte Reihe ist es, die man unter dem Sammelnamen „Schwulst" vereinigen kann. Der Kanzleimensch liebt Weitschweifigkeiten; er sagt nicht „durch Polizeiliche Verfügung", sondern „im Wege" (der wlizeilichen Verfügung). Er sagt „seitens des Antragstellers ist auSgeführt worden" statt: „der Antragsteller hat ausgesühtt". Er schreibt ferner nicht: „Die Lage der arbeitenden Klaffen ist gut" sondern „ist eine gute". Aehnlich heißt es: „der Verlauf der Versammlung war ein günstiger" Dies ist nur richtig, wenn es sich um eine feste ?AUn9fÄn^ un? mon die Zugehörigkeit )es Gegenstandes, von dem man spricht, zu einer bestimmten Gruppe bezeichnen will. (Das Regt-

em preußisches", h. eS gehört zu den preußischen Regimentern.) Schiller hat doch nicht

P»s. WahmmS-ZmÄnilt am Prang».

AIS vor kurzem der durch seine wüste Agita­tion bekannte Innsbrucker Professor Wahrmund sein Pamphlet „Katholische Weltanschauung und freie Wissenschaft" im Verlag Lehmann-München herausgab, da besorgte die im selben Verlag er- Meinende „Wartburg" mit Jubel die Reklame. Die „Römischen" wären verblüfft, hieß es, und "“‘ten die Sprache noch nicht wieder gefunden.

Ter xiubel toar recht verfrüht. Ein Kollege Wahrmunds, Professor L. Fonck 8. J., hat so-

^etminschte Antwort erscheinen kaffen „Katholische Weltanschauung und freie Wissen- fcbaft. Das wissenschaftliche Arbei­ten Professor Wahrmunds kritisch be­leuchtet." (Jnnsbruck-Rauch 1908), die der Herr Professor Wahrmund sicherlich nicht hinter den Spiegel stecken wird.

, Fonck unterzieht die Wahrmund'sche Schrift einer Untersuchung aus die Quellen, aus der Wabrmund geschöpft, und Wahrmund erscheint als ganz gttvöhnlicher — Abschreiber. Ab- Mschrwben hat er feine Kenntnisse über die ka­tholische Moral aus — Hoensbroech. Seine re- lig-ionsgeschichtlichen Kenntnisse schöpft er aus — Häckels Welträtseln. Es ließe sich nicht ein- mal begreifen, wenn Wahrmund als Nicht-Natur- wissenschaftler naturwiffenschaftliche Angaben Häk- kel entnommen hätte; aber daß ein Kirchenrechts­lehrer gerade das wissenschaftlich miserabelste "Opitel Häckels, den religionsgeschichtlichen Teil,

•n veffe äu Rate zieht, wie ihm Fonck nach- wem, das geht über das Bohnenlied! Das aller- ?I"st^^er hat Wahrmund aus sozialdemokrati- M-n ^0 Pfennig-Hesten entnommen, ohne daß ou Quellen auch nur angebeutet wurden.

. . ®er Wartburg-Verlag hat wirklich Pech mit feine» antironuschen Drandschriften. Hat da vor Serr '“8 ®Tn «lästiger Rufer im Streit,

«crr Professor Du Moulin-Eckart, eine solche er­scheinen lassen. Der Mann mußte schmählich von

gesagt: „Ter Wahn ist ein kurzer, die Reue ist eine lange", sondern „der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang". Die Amtssprache bevorzugt Haupt­wörter, namentlich solche auf „ung", die von Zeitwörtern gebildet sind (ein Schriftstück „kommt zur Verlesung", statt „wird verlesen"). Dies« Vorliebe hat der deutschen Sprache den Vorwurf eingetragen, sie klinge „wie lauter Unkenrufe", Tie Amtssprache muß selbstverständlich sein. Zu­zeiten ist sie sich selbst dessen bewußt, schießt dann aber über das Ziel hinaus, z. B. mit den Zurück­verweisungen: „der gedachte, der mehrerwähnte, der belegte (!) oder gar „der diesbezügliche" (I). Tie Inversion nach „und" ist ein Lieblingsstück des Kanzleistils, bekanntlich ebenso des Kauf­mannsstils. Ein Geschäftsmann hatte feine Frau zum Verwandtenbesuch nach Amerika geschickt und als Schiss unglücklicherweise die „Elbe" gewählt, die dann Schiffbruch litt. Da schrieb er aart» finnig folgendes: „Von meiner geliebten Emma habe ich „bis dato" nichts gehört, und „dürfte dieselbe" ihren Tod in den Wellen gesunde« hoben".

— Der Hund als Zeitungsträger. Dick, ein schwarzer, in Paris wohnhafter Pudel, kann mehrmals den Mond anbellen. Er ist zwar kein gewerbsmäßiger Lebensretter oder Polizeihund, aber er verbreitet Bildung und Wissen in bet Welt denn er ist Zeitungsausträger. Jeden Mor. gen schreitet er erhobenen Hauptes, würdig, wie ein Unterstaatssekretär, der die ganze Kunst un­ter sich hat, mit einer Tasche voll Zeitungen seine Straße entlang und verteilt seine Bürde mit un­fehlbarer Sicherheit. Dem bringt er ein natio­nalistisches Blatt, jenem ein radikales usw., ohne sich je zu irren. Man hat versucht, ihm stein« Zeitungen abzuschwindeln, indem man mit einem Stück Zucker einen Bestechungsversuch ausführte. Nuu ist Dick allerdinaS ein großer Zuckerfreund. Er nimmt jedes Stück Zucker auch gerne an, dann aber geht er, dankbar mit dem Schwänze wedelnd, davon, ohne feiner Pflicht untren zu werden.

. — DaS Gänseblümchen, Tausendschön, MaS- Ilebchen, erfreut jetzt unsere Kleinen auf den ersten Spaziergängen, die wir in sonnigen März­tagen machen. Wo immer ein kleiner Rasen- greifen, da finden wir das kleine Blümchen mit seinem zarten Blütenblattkranze, jahraus, fahr- ein, sogar im Winter, wenn die Schnee- und Eis­kruste auf kleinen Fleckchen die Erde freiläßt. Während wir es im Sommer, wenn rings die Au voll bunter Blumen steht, kaum beachten, er­freut im zeitigen Frühjahre sein niedliches Blu­menköpfchen mit den rosa, ins blendenweiße über­gehenden, vielen kleinen Blütenblättchen unser Auge. Als Frühlingsblume hat das Gänseblüm- chen schon in den ältesten Zeiten gegolten und vielfach geschieht seiner Erwähnung in Lied und Sage. Rach einer christlichen Legende stammt E Gänsebllimchen vom spielenden Jesukinde. Als Marra, — so lautet die Legende, — zur »7 t keine Blumen für den spielenden xse|u3rnaben mehr sand, da gab sie ihm die ab- tanenben Leinenschnitzel von ihrer Arbeit. Das Kino fchnltt kleine Blümchen daraus und ber- f';e ubers Land, wo sie Wurzel faßten und f*r.u-1tLia^OTUä,,la^rein fortblühen. Nach alter lytischer Annahme ist das Gänseblümchen aus dem Grabe eines Jünglings, als Sinnbild der Unschuld entsprossen. Ein Engel, — sagen die • k- s. naW einen Stern und senkte ihn in die Erde, wo bie Hgffnnng der Eltern begra­ben lag. Alsbald sproßte an der Stelle, die Sternblume, das Masliebchen hervor . . . Be- kannt ist, daß das Gänseblümchen, gleich feiner größeren Blumenschwester, der Marguerfte, als Liebesorakel gilt, seit uralten Zeiten.