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Ausnahme der Sontt« und Feiertage, viertel' jährliche«-Yezugrprek ohne vrtngerlohn und vefteLgtldinFuldaso. wie auswärts 1.50 UlL
verantw. Redaktemr
Carl Schütte;
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Mldaer W Zeitung
MchrnKiiag«: „Illustrierte Zonntagszeitung" monatrbeUage: „Fuldaer Geschichtrblätter"
nuzelge«: Vie ein- fpaltige Petitzeile oder deren Saum fS pfg. SeNamendrepetitzeil» 25 pfg., bei wieder» Holungen wird eatspr.
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LotatlonrdruSund Verlag der Fuldaer Ab tlendruckerel in Fulda Fernsprecher Rr. 9.
JW 65.
Fulda, Mittwoch den 18. März 1908.
35. Jahrgang.
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Zweites Wlatt.
Q 1848—1908.
Der 18. März 1848, der Tag, an dem im Jahre 1848 die entscheidenden Kämpfe um die Konstitution in Berlin ausgefochten wurden, liegt jetzt 60 Jahre hinter uns. In der polltr- schen Geschichte bedeutet das Jahr 1848 einen Markstein. Gelang eS doch damals, dem Volke das Recht zum Mitsprechen in den öffentlichen Angelegenheiten Preußens zu erobern, jenes Recht, das vor den großen Schlachten der Befreiungskriege zwar versprochen, aber nicht gegeben worden war. Erst 1848, nachdem die fortschrittlicheren Staaten im deutschen Sprochge- biet znmteil schon seit Jahrzehnten zu Verfassungsstaaten geworden waren, gelangte endlich auch Preußen zu einer Verfassung, zu einem Parlament.
In diesem Jahre ist die Erinnerung an die Märztage von 1848 besonders lebhaft. Stehen wir doch unter dem Zeichen des Wahlrechtskampfes, eines Kampfes um ähnliche Ziele wie sie 1848 Vorlagen. Nachdem die fortschrittlicheren Staaten in Nord und Süd, kürzlich noch Oldenburg, ein freieres Wahlrecht zum Landtage geschaffen haben, gilt in dem größten Bundesstaat, Preußen, noch immer „das elendeste aller Wahlsysteme", über das ein Wort der Kritik zu verlieren wirklich überflüssig ist.
Die Wahlrechtsagitation hat in diesem Jahre mit Rücksicht auf die bevorstehenden Landtagswahlen besonders scharf eingesetzt. Die Sozialdemokratie, die nach dem Zentrum die meisten Wähler in Preußen hat, hat im Landtage fein einziges Mandat, während die beiden konservativen Gruppen, die zusammen in Preußen vielleicht die Hälfte der Stimmen im Vergleich zum Zentrum aufbringen, mahr als doppelt soviel Mandate haben als das Zentrum und bis auf wenige Stimmen schon allein über die Landtagsmehrheit verfügen und damit den Ausschlag über den Gang der Dinge in Preußen geben. Das ist ein Zustand, der nicht der Gerechtigkeit und auch nicht dem Staatswohle entspricht.
Im Jahre 1848, unter dem Eindruck der Märzkämpfe, in jener Zeit, wo das Militär aus Berlin abziehen mit" gewährte die Negierung ein Wahlrecht, das man als sehr fortgeschritten bezeichnen konnte. Man gewährte am 2. April 1848 eine Verfassung, die das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht enthielt: nur direkt war die Wahl nicht, sie war ein? Urwählerwahl, wie sie heute noch beim Landtag besteht. Aber noch im selben Jahre, im Herbst, wurde das auf Grund dieses Wahlrechts gewählte Parlament durch Militär a use inander g e t r i eb en, und am 5. und 6. Dezember kam die oktroyierte Verfassung mit einem Wahlgesetz, das das Wahlrecht von der Selbständigkeit abhängig machte, im übrigen aber das gleiche und geheime Wahlrecht bestehen ließ. Inzwischen war der Zorn des Bürgertums verraucht, man war zurückgekehrt zur Arbeit, und die Politik geriet aus die Vierbank. Kein Wunder, daß die Nechts- parteien. die sich durch jene Wahlrechte schwer benachteiligt fühlten, alles daran setzten, um ein anderes Wahlrecht zu erzwingen. Und es gelang ihnen. Am 30. Mai 1849 zwang König Friedrich IV. seinem Volke das zweite Wahlrecht auf, dasselbe, das heute noch gilt, dasselbe, von dem der frithcrc Minister Herrfurth sagt, daß es „auf Grund des hievfür allerdings eine genügende Rechtsbasis nicht gewährenden Arti- kel 100 der oktroyierten Verfassungsurkunde er-
I lassen worden sei". Auf Grund dieses Wahlrechts wurde d-mn ein Landtag gewählt, der dieses dem Volke aufgezwungene Wahlrecht natürlich billigte, weil er ja sonst seine Existenz untergraben hätte.
Seit jener Zeit haben die Versuche, an die Stelle dieses Wahlrechts ein besseres zu setzen, kein Ende genommen. Das Zentrum war es, das 1873 den ersten Anlauf nahm. Es brachte einen Antrag auf Einführung deS Reichstags- Wahlrechts in Preußen ein. Aber die Interessenten an dem jetzigen ungerechten und ungesetzlichen Wahlrecht hatten sich schon zu sehr in ihrem Besitz gefestigt. Windthorst trat da- mals mit einer gewaltigen Rede dafür ein. Sein Ansturm verlief vergeblich. Tie Rechte wankte nicht. Und so sind alle Vorstöße, die seit jener Zeit unternommen worden sind, zuletzt noch vor einigen Wochen, wirkungslos verpufft, weil die Negierung festhält, was sie hat.
Die Sozialdemokratie hat für heute Demonstrationen angekllndigt. Sie will das allgemeine Wahlrecht erzwingen. Das Zentrum beteiligt sich nicht an dieser Art von Kmid- gebungen. Heute werden die Kämpfe um die Volksrechte nicht mehr auf der Straße ausgefochten, das Kampffeld liegt auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiete. Und auf diesem Gebiete,wird das Zentrum immerdar und mit unverminderter Bestimmtheit für das Recht ein- treten. Einmal muß dem Volke sein Recht doch werden!
Deutsches Reich.
* Die Teuerungs-Zulagen für die Neichs- beamten sollen, wie die,K. Vtgck erfährt, in gleicher Weile verteilt werden wie im Vorjahre: 100 Mark für die Unterbeamlen, 150 Mark für die Beamten bis zu 4200 Mark Gehalt. Auch die gleichen Einschränkungen wie im vorigen Jahre bleiben bestehen. Bekannilich wurden im vorigen Jahre die Teuerungs-Zulagen nicht gewährt den sogen, gehobenen linier beamten, sowie denjenigen, die am 1. Juni nicht im Dienste waren; als solche wurden betrachtet diejenigen, die gerade ihrer Militärpflicht genügten.
1. Zur Erleichterung der feldmarschmäßigen Ausrüstung der Infanterie, Jäger und Schützen im Kriege hat der Kaiser nach einem Erlaß des Kriegsministeriums genehmigt: 1. Anderweitige Unterbringung der dritten eisernen Portion; 2. Erleichterung des Tornisters; 3. Erleichterung des Mantels; 4. Verringerung und teilweise anderweitige Unterbringung der Putz- und Gewehrreinigungsmittel; 5. Fortfall von 80 Zeltausrüstungen bei jeder kriegsstarken Kompagnie; 6. Verweisung eines Teiles des Schanzzeuges oder des Fernsprechgeräts auf die Patronenwagen ; 7. Entlastung der Packwagen, Ausnutzung des dadurch verfügbar werdenden Raumes zur Erleichterung der Truppe.
* DaS Scheckgesetz ist vom Reichsanzeiger gestern veröffentlicht worden. Der Kaiser hat es am 11. März bestätigt. Bekanntlich tritt die- es Gesetz schon am kommenden 1. April in Kraft. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Gesetzentwurf über die Einführung des Postscheckverkehrs im Reichspostgebiete, der kürzlich dem Reichstag zugegangen ist.
Ausland.
* Das neue französische Automobilgesch ist im Entwurf der Kammer zugegangen. Der Entzug
des Fahrscheines erfolgt auf die Dauer von acht Tagen bis zwei Monaten bei leichteren und zwei Monaten bis einem Jahre bei schweren verschuldeten Unfällen. Bei Flucht des Automobilisten wird immer der schwere Fall angenommen.
* Im englischen Unterhause sand großes Interesse die Erörterung des Arbeitslosen» Gesetzes, daS von der Ärbeilerpariei und einigen extrem Radikalen unterstützt wurde. Es legt der Lokalbehörde die Verpflichtung auf, jedem Arbeils- losen Arbeit zu verschaffen oder ihn zu erhalten. Der Entwurf sieht auch die Behandlung arbeitsscheuer Personen vor. Das aus der Mitte des Hauies beantragte Gesetz wurde in zweiier Lesung mit 265 gegen 116 Stimmen abgelehnt und mit 241 gegen 95 Stimmen eine Resolution Maddison (Arbe terparteii angenommen, welche besagt, daß das Haus, obgleich es bereit sei, jeden prakli- scheu Vorschlag in Erwägung zu ziehen, der dem Uebel der Arbeitslosigkeit gegen über trete, dennoch keine Maßregel ergreifen lönne, die mehr Personen besckäsligungsloS machen würde, als unterstützt roe'ben könnten.
* Tie Märzfeier in Budapest vollzog sich mit Aufzügen der Studenten und Arbeiter. Rach einer Kundgebung vor dem Petoesi- Denkmal zogen die Arbeiter durch die innere Stadl, wo vor dem sJlational-Äajtno eine große Demonstration für das allgemeine Wahlrecht erfolgte; hier wurden Reooloerschüsfe abgefeuert. Die Polizei schritt mit blanker Waffe ein, zersprengte die Demonstranten und nahm viele Verhaftungen vor. An vielen Punkten der Stadt zirkulierten Husaren-Patrouillen.
* Marokko. Millay Hafid spielt den „schlauen Fuchs". Er erließ zu derselben Zeit, als er General d'Amade um Gewährung eines Waffenstillstandes bat, an die Stämme eine Proklamation, in der behauptet wird, daß er die Franzosen geschlagen habe. Darüber, wer bei den einzelnen Gefechten geschlagen wurde, herrscht tatsächlich Unklarheit. Ein Telegramm des kommandierenden Generals des 19. Korps bestätigt, daß eine französische Abteilung am 11. März westlich von Hasst el Hamida angegriffen worden ist. Ein Offizier ist tot, zwei Unteroffiziere sind verwundet.
Vermischtes.
* Ein großer Gardeappell in Düsseldorf, zu dem etwa achttausend ehemalige Gardisten ans Rheinland und Westfalen erwartet werden, wird anläßlich der Anwesenheit des Kronprinzenpaares abgehalten werden.
* Ten Pfarrhof in Lechbrunk in Bayern beruhten Unbekannte in einer der letzten Nächte in die Luft zu sprengen. Eine mit Pulver gefüllte Sprengbüchse wurde durch das eingedrückte Fenster in das Wohnzimmer des Pfarrers gesteckt und die Zündschnur angezündet. Das Attentat mißlang jedoch, da die Zündschnur wieder erlosch.
* Ten eigenen 17jährigen Sohn hatte der 48 Jahre alte Arbeiter Joseph Fier aus Trebaw, Kreis Posen, erstochen. Er lauerte nach einem Wirthansstreite seinem Gegner auf und stach in der Dunkelheit statt auf diesen auf seinen Sohn ein, in dem er den Gegner vermutete. Erst beim dritten Stich rief der zu Boden gestürzte Unbe- kannte: „Vater, stecht mich doch nichtl" Ter Sohn gab, als er unmittelbar nach der Tat in die Wohnung gebracht worden war, seinen Geist auf. Das Schwurgericht verurteilte den Vater zu 2</2 Jahren Gefängnis.
I 'Kronprinz und Veteran. Auf feinen Spaziergängen in Potsdam begegnete der Kronprinz oft einem allen Krieger, der behaglich fein Pfeif- chen schmauchte. Kronprinz Wilhelm sprach den Allen an und erhielt bestätigt, daß er einen lei- benschafllichcn Raucher vor sich habe. Ter Prinz faßte rasch seinen Plan. Namen und Adresse wußte er bald, nun ließ er noch die Tabaksorte auskundschaften und dann erhielt der Veteran z« seiner Freude ein Riesenpaket des lieben Knasters. 1
.. .
Marktberichte.
• Frankfurt. 16. März 1908. [®etreibemarIt] Am heutigen Markte konnte eine richtige Stimmung nicht onskommen. Die Käufer verhielten sich sehr reserviert. Weizen war stark angeboten bei mäßigem Umsatz, infolge schwachen Mehlkonsums. Roggen behauptet, Gerste ohne Umsatz und unverändert. Hafer sehr stark offeriert bei stark nachgebenden Preisen. Es kommt viel Warr mit Geruch an den Markt, die auf die Preise drückt. Mais unverändert. In Mehl ist au8 zweiter Hand wieder wesentlich unter Notiz an\u>, kommen. ~ Die heutigen Notierungen lauteten je nach Qnalität und Herkunft: Weizen, hiesiger und Wetterauer 21.60—00/10 Mark, kurhessischer 21.60-00.00 Mark, norddeutscher 21.50-00.00 Mk„ russ. 24.00—25.25 M., Redwinter 23.00-25.00 Mk., Kansas 00.00-00.00 Mk, La Plata 22.50-23.00 M., rumänischer 00.00-0'>.09 Mark. Roggen, hiesiger, 19 50—19.6) Mk., runtätt. 00.00—09.00 Mk , russischer 00.00—00.00 Mk. Gerste hies. u Wetterauer20.50 —21.50, Psälzer 21.25—22.25 M, Ried 21.25—22.25 M. Hafer, hiesiger, 16.75—17.75 Mk., bayerischer 17.00—17.75 Mark, russischer 0000 bis 00.00 Mk., rumän. 00.00—00.00 Mk, amerikanischer 16.50—17.00 M„ MaiS (Mixed) 15.75—16.00 3R, Donaumais 16.00-00.00 M, La Plata 1600-00.00 Mark, russ. 16.00-00.00 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl stetig. Es notierte je nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 29 50 bis 30.00 M., Nr. 1 28.50-29.00 M, Nr. 2 27.50 bis 28.00 an., Nr. 3 27.00—27.50 Mk, fernere Marken 0.50—1.00 3)1. höher. Roggenmehl Nr. 0 28.50—29.00 an, Sir. 1 26.50 27.00 M, Nr. 2 22.50-23.00 M. Alles per 100 Kilo inllnsiv Sack, stutterartikel fest, Weizenschalen 11.50—11.60 Mark, Weizenkleie 11.10 bis 11.25 M, Roggenkleie 12.60-12.70 M, Futtermehl 14.00—14.50 an, Biertreber, getrocknet, 14.tO—14.50 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.
Reklame»- und Anzeigenteil.
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Mathe; matik
Wenn Schüler u. Schülerinnen höherer Lehranstalten infolge von Blutarmut, Bleichsucht oder all gemeiner Schwächlichkeit die Anstrengungen dei Schule nur schwer ertragen, empfiehlt es sich, aU täglichesMorgengetränk regelmässig den bekannten Kasseler Hafer-Kakao zu gebrauchen. Viele hervorragende medizinische Autoritäten schätzen ihn u. verordnen ihn ständig, da er den geschwächten Kf.pi: ’:iäfligt u. wegen seiner nachhaltig sättigenden > Wirkung während des Unterrichts * kein nervöses Hungergefühl aufkommen lässt. — Nur echt in blauen Kartons L 1 Mark, niemals lose.
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laMidie GelmMrsavlilllung
pro 190S
Donnerstag den 19. März 1908, abends 8l/s Uhr,
im Ballhaussaale.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr und Vorlage der Jahresrechmma.
2. Bericht der Revisoren.
8. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes und Aujsichtsrales.
4. Verleitung des Reingewinnes.
Fulda, den 11. März 1908.
Der AnWsrat öes SoriWettiiS j« FM
e. G. m. b. H.
H. Büttner, Vorsitzender.
Die Jahresrechnung liegt von heule ab acht Tage zur Einsicklnahme der Mitglieder im Geschästssokale offen.
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Gastwirt zum Stern.