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Fulda, Samstag den 14. März 1908.

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35. Jahrgang.

Annahme, sodaß nur noch Schutztruppenangehörig unterstützt werden mit 6000 Mk. Arn Schluss

folgte eine Debatte über den Molenbau be

Swakopmund. (Die Kosten des ersten Stückel von 200 Meter find auf 800,000 Mark, die G«

samtkosten für 800 Meter auf 7,200,000 Mark ve«

anschiagt.) Abg. Semler, der noch einmal ba(

der Burg informiert worden sei, obwohl es bereits im Dezember dem Zivilkabinctt eingereicht wor­den sei. Dieses Urbild entspreche allerdings nicht gerade der gewählten Rekonstruktion und man suche anscheinend dem Kaiser jenes Urbild zu ver­schleiern. Er erwarte, daß diese Forderung nun wirklich die letzte sei.

Die Forderung wird darauf bewilligt.

Beim Titel „Entschädigung an den Grafen Zeppelin und für den Erwerb seiner beiden Luftschiffe 2150000 Mark" schildert

Abg. v. Schubert (nl.) die Erfindung des Gra­sen Zeppelin als einen Triumph deutscher Wissen­schaft und Beharrlichkeit und bittet als Zeick-en nationaler Dankbarkeit um einstimmige Annahme des Titels.

Die Abgg. v. Gersdorf (!.), Dr. Spahn (Ztr.) und Singer (Soz.) schließen sich dem an.

Tie Forderung wird darauf bewilligt. Für die Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals ist die zweite Rate von 20 Millionen Mark auSge­worfen.

Abg. Sprthmann (frs. Bp.) wünscht die Ein­setzung einer Kommission zur Prüfung einer pri­vaten Kanakverbindung der Eckernförder Bucht und eventuell der Schlei mit dem Kaiscr-Wil- Helm-Kanal. Eine neue Kanaköffnung liege im dringenden Interesse des Handels, der gegenwär­tig auf dem hauptsächlich militärischen Zwecken dienenden Kanal zu kurz komme.

Nach längerer Debatte wird die Resolution Spetbmann angenommen. Ter Rest deS Etats des Reichsamts des Innern wird darauf ohne Debatte bewilligt.

Samstag Etat des Reichstags, der Rcichs- eisenbabnen, Zölle ufw.

Hasenanlagen an, wie es mit dem Prozeß Wö< mann flehe; */* Millionen Mk. mußte Wörwant schon zurückzahlen. Ader nach seinen Informationen kämen noch höhere Summen in Betracht: sei dch rüder schon geklagt? Staatssekretär Dernbur« sagt zu, daß auch die höheren Summen eingeklaA werden würden; es müsse alles zurückgezahlt werben Bei den Ansiedelungsdeihilfen beantrag Dr Semler (nl.) den Abstrich von 150000 Ml Erzberger (Z.) hält die ganze Summe fw entbehrlich, da man die Leute nicht immer mut durch daS Reich subventionieren könne; höchsten/

m 3m Block

kracht? wieder mal.

Bisher hat der Freisinn geduldig alles ertra­gen. was ihm um des Blocks willen zugemutet wurde. Er war das reinste Block-Opferlamm. Wie mutig fielen seine Führer um, als man ihnen znmutete, allen freisinnigen Prinzipien zum Hohn die Kolonialpolitik mitzumachenl Wie „mann­haft" knirschte er mit den Zähnen und — duckte sich, als Bülow ihn in der Wahlrechtsfrage ab- blitzen ließ. Beim Sprachenparagraphen im Z^ichsvcreinsgesetz ist der Freisinn bisher freilich noch fest geblieben. Doch schon hat der Remschei­der Professor Eickhoff sich für den Umfall begei­stert und die übrigen Führer feilschen, daß es nur fo eine Art hat. Ter Freisinn wird auch den Sprachenparagraph schlucken.

„Aber — alles konnte der Block ertragen, aber als er dies erfuhr, gings ihm wider die Natur." Und dieses „dies" ist die Verschärfung des Börsengesetzes in der Reichstagskommis­sion. Tas, was an kolonialer Aufopferung, an Entsaaung in der Wahlrechtsfrage, an geduldi­gem Mittun gegenüber den Polen von ihm ver­langt wurde, da« war „nur" etwas Ideales. Dar­über regen sich die Leute, deren Großväter jetzt vor 60 Jahren ihr Leben für die Dolkssreiheit einsetz­ten, gar nicht auf. Aber in dem Augenblicke, wo es an den Geldbeutel ihrer Freunde geht, wo ihre Parteigänger an der Börse nicht das er­langen, was sie haben wollen und was ihnen mit dem Block versprochen morden ist. da wird die Sache unangenehm, da wird der Freisinn auf­sässig.

Mit dem Freisinn ist der ganze Liberalismus des Blockes satt, denn das Börsengesetz sollte ja doch die Belohnung des Liberalismus für seine Mitarbeit im Block sein. Die Rationalzcitung grollt:

.DaS PatboS, in Block-Angelegenheiten verschwen­det, sängt bereits an, lächerlich zu wirken. Man kann sich eben nicht zu den Zwecken des Regierens eine ganz bestimmte Mehrheit znsammenbinden und biefe dann solange sich selbst überlassen» bis sie im Begriffe ist, auseinander zu laufen. Mit einem Blocke, zumal einem Block aus so heterogenen Elementen, tinn man nur regieren, wenn man bie Verbindung zwischen bet Mehr­heit im Parlamente und den regierenden Stellen nicht einen Augenblick abreiben läßt." Die Regierung habe durch ihr Verhallen beim Börsengefetze „eine klaf­fende Lücke geschaffen" und „das Zentrum hat sich ya mit dem ihm eigenen taktischen Geschick einge­nistet." Ja noch mehr: „Konservative und Zentrum haben sich endlich, endlich gesunden zu gemeinsamem Zusammengehen gegen den Liberalis­mus."

Ter nationall'^erale »Hann. Kuriert ist außer sich. Er konstatiert:

„Wir haben neulich auSgesührt, daß der Kanzler zur Not auf daS Bereinsgesetz verzichten tarnt, ohne die Blockpolitik anszugeben; wenn nun aber auch noch bas Börsengesetz unter den Tisch fallen sollte, bann wäre ein Zusammenhalten deS Blocke- bis zur HauptbelaftungSprobe, der Finanzreform, doch kaum mehr denkbar. Soll man also bereit- mit dem Ende rechnen

Also das VereinSgrsetz kann fallen, aber beim Börsengesetz, da muß die Regierung wollen, sonst kündigt ihr der Block die Freundschaft. Doch ehe er's im Ernste tut, greift er noch noch einmal -um letzten Rettungsmittel: „Regierung, siehe das Zentrum I*

Nur keine Angst nicht! Der Block wird schon halten, und wenn nichtz dann kann man ihn ja wieder zusammenpappen. Man hat ja schon Hebung darin. Wenn's auf den „intimen Diners" beim Fürsten Bülow nicht geht, dann tut's sicher ein neuer Rütltschwur wie damals, als der Hans die Ziesel küßte. Die Liberalen brauchen sich wirklich nicht zu beunruhigen. WaS ihnen der März ver­sagte, wird zweifelsohne der Herbst bringen. Die Regierung braucht doch ein Kompensationsobjekt, wenn es gllt, die Liberalen für die einzelnen Steuer­vorlagen zu gewinnen.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 13. März 1908.

Die Beratung des Etats des Reichsamts »es Innern wird fortgesetzt.

Eine Resolution Hompesch (3tt.) fordert, daß die Kosten der Schlachtvieh- und Fleischbeschau von den Bundesstaaten getragen werden; eine Reso­lution Rösicke (k.) verlangt ein Verbot der Abgabe von Essigessenz zu Speisezwecken und Einschräulmigen für den Kleinhandel mit Essig.

Abg. Dr. Nügcnberg (Ztr.) befürwortete den Erlas; einer Reichs Hebammenordnung, de­ren Notwendigkeit allein durch die vielen Tau­sende von tödlichen Erkrankungen erwiesen werde, die als Folgen des Wochenbetts auftreten, wie auch durch die ungeheuer hohe Säuglings- sterblichkeit in Deutschland, die die der an- - deren Länder um das Dreifache übertreffe. Eine ^eingehende Schilderung der beispiellos traurigen 'wirtschaftlichen Lage der Hebammen begründete ;iie Notwendigkeit von Maßnahmen, dafür zu 'sorgen, daß die Hebammen ihren wichtigen Be­ruf zum Wohle des ganzen Volkes treu und gut erfüllen können. Als weitere Mängel bezeichnete Redner die ungleiche Verteilung der Hebammen, die Ungleichmäßigkeit der Ausbildung und den Mangel an Fortbildungskursen. Ta die Einzel- !floaten anscheinend nicht den Mut zu der durch- au3 notwendigen Reform finden könnten, ver­langte er ein Eingreifen des Reiches durch Er­laß einer Reichshebammenordnung und durch Schaffung von Einrichtungen für den Fall von Krankheit, Alter und Invalidität.

Abg. Graf v. Cramer-Zirserwitz (k.) erklär sich mit der Resolution Hompesch insoweit einver­standen, doch sollten die Gebühren für auslän­disches Fleisch von den Händlern getragen werden.

Abg. Schellhorn (nl.) fragt, ob der ©ntteur: des Weingesetzes noch in Lieser Session zu er warten sei.

Abg. Brühne (Soz.) bespricht eine Reihe von Fällen, wo in Wurstfabriken skandalöse Zustände festgestellt worden seien, daß in den W u r st k e f- f ein Hauswäfche gewaschen wurde usw-

Staatssekretär v. Bethmaun-Hollwe^ nahm darauf das Wort und bedauerte, auf die Fälle des Abg. Brühne nicht eingehen zu können, da sie 'chm nicht bekannt seien. Die Ausführungen deS Abg. Rügenberg seien sehr dankenswert; er werde eine sorgfältige Prüfung der von ihm gemachten Vorschläge veranlassen.

Die beiden Resolutionen Hompesch und Rösicke werden angenommen.

Zum Kapitel „Patentwesen" fordern die Abgg. Innck (nl.), v. Damm (wirtsch. Vgg.) und Frhr. o. Gamp (Rp.) eine Reform des Patentwesens rnd eine gute wissenschaftliche Vorbildung der Patentamtsbeamten. Eine Herabsetzung der Pa- 'entgebühren, die die Abgg. Junck (nl.) und Dove (frs. Vgg.) wünschten, wollte Frhr. v. Gamp nicht Ergeben.

Zum Kapitel Reichsversicherungsamt liegt eine Resolution Findler (nl.) vor

den § 1 bes Gew erbeunfallversicherungsgrsetzeS dahin abzuSnbern, baß die Bersicherungspflichl auf alle Hanbelsgefchäfte ohne Rücksicht auf eine Ein­tragung in bas Handelsregister und auf die gesamte Tätigkeit des Geschäits ausgedehnt wirb.

Abg. Irl (Ztr.) behandelt in längerer Rede die Frage der Reform der Arbeiterversichernngs- zesetze. Dor allem müsse eine Vereinheitlichung unfreien. Zn Unrecht würden häufig kleine Handwerker mit den Kosten der Unfallversicher­ung belastet. Häufig gehe die Festsetzung der Rente von falschen Voraussetzungen aus. Drin­gend not tut es, daß bei der Unfallversicherung der Kleinbetrieb entlastet werde. Die in dem Re­servefonds angelegten großen Kapitalien müßten den Handwerkern nutzbar gemacht werden, indem man diese Gelder wenigstens zumteil den Zen- tralkasjen der Handwerkergenossenschaften zum üblichen Zinsfuß überweise.

Abg. Findler (nl.) begründete die von ihm eingebrachte Resolution.

Nach weiterer unwesentlicher Debatte vertagte sich das Haus auf abends 8 Uhr.

könne man die ehemaligen Schutzlruppcnl angehörigen unterstützen, nm damit eine Verring« rung bet Schntzlruppe zu erzielen. Aber roci^ Farmer dürfe man nicht mehr weiter unterstützen, Staatssekretär Dein bürg ist damit einverstanden daß man nur noch die Angehörigen der Schutztruppf untelstützen soll. Der Antrag des Abg. Erzberge, Ansiedelung-beihilsen für Weiße zu streichen, finde

traurige Bild der früher gebauten Mole entrollt meint, bei Beurteilung der Neuforderung komnsi in Betracht die ungünstige Finanzlage eiuerseitt und andererseits, daß der Besuch des Staatssekretärs in der Kolonie und die stattfindende Prüfung at. Ort und Stelle vor unnötigen Nachforderungen ge> miß bewahren werde. Staatssekretär D e r n b u r { erklärt, es handele sich nicht um eine Mole, foW dern um eine offene Brücke, die der allen Moll vorgebaut werde. Die neue Brücke solle an Stells der provisorischen im Krieg gebauten und für bi( Dauer nicht haltbaren Brücke errichtet werden. Abg. Erzderger (Z.) wünscht die Forderung auf ein Iaht zurückzustellen. Die Kosten würden sich auf 40 bis 50 Millionen belaufen. Staatssekretär Demburj bemerkt, von 40 bis 50 Millionen könne nicht bU Rede sein. Abg. Dr. Spahn (C.) erwidert, btt Kommission sei auf Sachverständige angewiesen, uni die vom Abg. Erzberger genannte Summe beruhe auch auf dem Urteil von Sachverständigen. Abg< Dr. Arendt (Rp.) ist der ÜHeinung, daß die Stelle, an der die Mole angelegt sei, verfehlt sei. Staatssekretär Dernburg: Ich muß dieVeranll Wartung ablehnen, wenn Sie die Position nicht am nehmen. Die Forderung des Molendaues wird mit 14 gegen 4 Stimmen abgelehnt, nur die Kon­servativen stimmen für die Vorlage. Damit ist bet Kolonialetat erledigt.

1. In der Budgetkommission des Abgeord­netenha »ses wurde die Forderung von 55 Mill. Mark für die weitere Ausschließung deS staat­lichen Besitze- an Steinkohlenfeldern im Oberbergamtsbezirk Dortmund angenommen.

»*» Som Flottenverein. In den Flotten- vereinsblättern konnte man dieser Tage folgende Meldung lesen:

In einer Versammlung von Vertrauensmännern deS Deutschen FlottenvereinS, die sich der Thüringers Resolution Dank und SSertrauenSfunbgebung für daS frühere Präsidium) auf der Kasseler Tagung vom 19. Januar d. IS. angeschlossen hatten, wurde eine Einigung über den einzuschlagenden Weg erzielt. Von einer Wiederwahl des alten Präsidiums wurde nur mit Rücksicht auf die Erklärung, daß die Herren eine solche nicht abnehmen würden, Slbftanb genommen.

Zu dieser auf den ersten Blick nicht ganz leicht verständlichen Notiz bemerkt die in Karls­ruhe erscheinende nationalliberale.Badische Landes- jeitung':

Die Freunde deS Herrn Keim wären also an sich entschlossen gewesen, daS alte Pr äsidium wieder zn wählen, ohne Rücksicht auf die Bayern, ohne Rücksicht auf andere Landes- und Provinzial verbände, die im Interesse einer gedeihlichen Arbeit deS Vereins im ganzen Reich nicht wünschen können, daß der Flottenverein von den jetzt zurückgetretenen Männern auch weiterhin geleitet wird. Hält man daneben di» Tatsache, baß bte Bayern nach der Kasseler Tagung, auf der sie so wenig schön behandelt worden waren, wirklich opfervolle Mäßigung bewiesen haben, baß sie ihre schon einberufeneDelegiertcnoerfommlung absagten, um ja nichts im Zorn zu tun, um ja nicht den Weg zur Einigung abzuschueiben, fo stellt sich biefe Kunb- gebung als eine schwere und rücksichtslose Provo­kation bet Minberheit im Flottenverein bar. Es würbe „eine Einigung über ben einzufchlagenben Weg erzielt". Eo rote bie Dinge liegen, wollen bte Seimleute es offenbar bis zum endgültigen Bruch treiben. Dorthin soll, rote es scheint, der Weg führen.

* Hanau, 13. März 1908. Im Landtags- Wahlkreise Gelnhausen-Schlüchkern wurde der bisherige Vertreter Meyenschein (deutsch« kons.) von den rechtsstehenden Parteien als ge­meinsamer Kandidat aufgestellt.

* Frankfurt a. M., 13. März 1908. Die Mitteilung deS .Frankfurter BlatteS', daß der Erwerb deS Schloßes Urville durch den Kaiser steuerfrei erfolgt fei, ist offiziös zugegeben und damit begründet worden (vecgl. 2. Blatt), daß diese Besitzung für daS Kronfioeikommiß erworben worden sei, und demnach die sonst bei Grund- stückSerwerb gesetzlich fälligen HandänderungS« gebühren nicht zu entrichten wären. Der Ge­währsmann der.Franks. Ztg/ will diesen Ein­wand nicht gelten laßen. ES gebe in Elsaß« Lothringen kein Kronfideikommiß, und der Kaiser sei staatsrechtlich keineswegs der Landesherr von Elsaß-Lothrtngen, wenn er auch aus den Rechte« der Delegation landesherrliche Befugniffe aus« übt. Die .Franks. Zeitung" betont daher, daß die Steuerbefreiung ungesetzlich und willkürlich war, und die Steuer noch gegenwärtig' geschuldet wird.

Abeirdsitzung vom 13. März 1908.

Beim Kapitel „Aufsichtsamt der Privatver- icherung" macht

Abg. Wehl (ul.) auf das 1899 gegründete Kar- kell der Feuerversicherungsgesellschaften aufmerk­sam. Die Dividenden der Feuerversicherungsge- ellschaften überträfen trotz der St. Fcanciscoer /katastropbe die Dividenden der Kohlengruben. Die Dividenden betrügen tm Durchschnitt 21,9 Proz und es kämen Dividenden von 45 Proz. vor. Daß bei solchen Dividenden das Interesse bet Versicherten nicht besonders wahrgenommen wird, kann man sich denken.

Bei dem Titel „Kosten einer Unfall-Statistik für das Jahr 1907" im Betrage von 15000 c< wünscht

Abg. Dr. Will-Straßburg (Ztr.) detailliertere Angaben über die dauernden Folgen der Unfälle und über das Verhältnis der Versicherungsbei­träge zu den Unfällen.

^um Titel „Letzte Rate des Reichsbeitrags den Kosten des Ausbaues der HohkönigS» urg 75 000 Mark erklärt

. Abg. Bohle (Soz.), daß diese Burg Eigentum oes Kuriers und dieser sonach auch zur Tragung terftoften Les Ausbaues verpflichtet sei.

» Pfeiffer (Bit ) weist darauf hin,

per Kaiser als Bauherr bis jetzt noch nicht von 5er inzwischen erfolgten Auffindung de» Urbilde»

Deutsches Reich.

• Zum Unterstaatssekretär des ReichSpost» amtes wurde der Direktor tm Reichspostamte Franck, und zum Direktor tm Reichspostamte der Geh. Oberpostrat und vortragende Rat Granzow ernannt.

S Zn den preutzischen Landtagswahlen wird der . Vztg." gemeldet, daß die Konservativen entschlossen seien, speziell im Rheinlande, wo immer möglich, eigene Kandidaten aufzustellen. — Von anderer Seite verlautet, eS bestehe die Absicht, ein festes Wahlabkommen zwischen Konser­vativen, Freikonservativen und Zentrum zu treffen. Dasselbe soll bezwecken, den heutigen Besitzstand zu erhalten und dem Liberalismus tun­lichst viel Mandate abzunehmen. Nationalliberale und Freisinn sollen ein gleiches Abkommen treffen wollen, während die Sozialdemokratie für sich allein vorgeht. — Wir geben die Nachricht weiter, wie sie uns zugeht; in die Blockpolitik würde ein Zusammen- gehen von Zentrum und Konservativen nicht paßen.

* Ein Wahlkompromiß zwischen Zentrum und Polen soll in Oberschlesien nach vor- tigen Blättern doch noch zustande kommen. Die ,Königshütter Volksztg." schreibt: „Mit dem Schlachtrufe: Für die christliche Schule, gegen da» elendeste aller Wahlsysteme, werden die deut» schen wie polnischen Katholiken OberschlesienS in den Landtagswahlkampf ziehen. — Von anderer Seite wird gemeldet: „Die Polen hoffen, in Oberschlesien durch das LandtaqSwahl-Kompromiß mit dem Zentrum etwa 5 Mandate der Block­parteien zu erhallen."

l Dir Budgükemmiffim, bei Reichstages setzte am Frruag bte Beratung des südwestakrikanifchen

Preußischer Landtag.

Aßgeordnet enhauS.

Sitzimg vom 13. März 1908.

Die zweite Lesung des Etats wurde heute mit einigen etatsrechtlichen Ausführungen des Abg. Gytz- ling (frs. Vp.) über ben zu bilbenben Dispositions­fonds der Elfenbahnverwaltung in Höhe von 30 Mill, beendet. Darauf wurde daS Etatsgesetz ge­nehmigt.

Es folgt bte zweite Beratung des Qnellen- s ch u tz g e s e h e S. In der allgemeinen Besprechung erklärten sicl, die Abgg. Holtfchke (k.) und Skydtt (nl.) mit der durch die Kornmiisionsbeschlüffe verbesserten Vorlage ziemlich einverstanden.

Abg. Gerschel (frs. Vp.) konnte sich mit der Vor­lage nicht befreunden, vor allem tadette er die Regelung der Entschädigungssrage.

Abg. Linz (Z.) ertlärie, daß seine Fraktion bis zur dritten Lesung sich ihre enbgiltige Entscheidung Vorbehalten müße.

Bei § 3 bekämpft Abg. Gerschel (frs. Vp.) die von der Kommission genauer präzisierte Bestimmung, daß für einen geschützten Quellenbezirk alle Boden­arbeiten verboten werden können, welche die Er­giebigkeit oder die Zusammensetzung der Quellen bc» einfluffen können. Der § 3 wirb in der Kommissions­fassung angenommen.

Bei ß 4 beantragt Abg. MareuS (Z.) einen Zu­satz, der für die in einem geschützten Heilquellen- bezirk gelegenen Tafelwafferquellen Bodenarbeiten zulaßen will, „soweit sie dem Zustande der geschützten Heilquelle nicht schädlich sind".

Minister Delbrück bittet diesen Antrag abzulehnen. Arbeiten, die der Heilquelle nicht schädlich seien, werde doch keine Behörde verbieten. Der § 4 wird unverändert angenommen.

§ 19 regelt die EntschädigungSpflicht deS Quellen- eigentümerS. Die Kommission will Entschädigung für entgangenen Gewinn ausschließen.

Abg. Schmidt-Warburg (Z) begründet einen An- trag Rintelen, der die Kommisfionsbeftimmung durch eine die volle Entschädigung gewährende Bestimmung erfttzen will. Die jetzige Faßung enthalte einen Veytoß gegen Artikel 9 der Verfaßung betreffend den Schutz des Eigentums.

Abg. Gerschel (frs. Vp.) kündigte für die dritte Lesung einen Antrag an, daß der Staat die Ent- schadigung zahlen solle, wenn der Quellenbesitzer dazu nicht imstande sei. Demgegenüber betonte

Minister Delbrück, daß durch die Reichsgrsetz. gebung eine solche Bestimmung ausgeschlossen sei

Ab«. Gerschel (frs. Vp.) hält es für verfehlt, bk Enlfchadigungspsticht allein dem Quellencigentümer aufzuerlegen. Man sollte auch andere Interessenten wie die Kommunen heranziehen.

Minister Delbrück bittet, es bei der RegienmaS- Vorlage zu belaßen. Der § 19 wird darauf in der Faßung der Kommission angenommen.

3“ § 20- der die Tauer der EntschädiqunaS- pflicht auf 41 Jahre 13 Tage, höchstens aber bis zum Wegfall der Beschränkung festsetzt, beantragt

Abg. Lusensky (nl.), daß die Entschädigungsrcnte gezahlt werden soll, soweit ihr Fortbestand zur Aus­gleichung des dem Grundstückseigentümer auS der vorübergehenden Beschränkung deS Grundeigentums erwachsenen Schadens oder als Ersatz für Anwen­dungen erforderlich ist. — Mit dieser Amderung wird § 20 angenommen.

. S 29 enthält die Bestimmungen über die Ent- elgnimg.

. (Z.) beantragt, die Enteignung

ves QuellenelgentümerS auch dann vornehmen zu laßen, wenn die Art ihrer Unterhaltung namentlich durch ungebührliche Beschränkung ihres

nicht dem Bedürfnisse der öffentlichen Gesundheit entspricht.

Minister Delbrück bittet um Ablehnung des Antrages. ’

Antzer Debatte rotrb A 29 m der Rom» MlfstonSfassung angenommen.

Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte erledigt UN Sinne der Kornmiisionsbeschlüffe.

Sams^g: Entwurf bete, Haftpflicht deS Staates

Erstes Wlcrtk