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Fulda, Montan den ‘2. März 1908.
Jtö 51.
35. Iahraana.
Kivienöoief
des Hochwürdigsten Herrn
Jofrph Bamtan
Bischof von Fulda
bet -er yerannahrnden Fasten/ett
des Jahres 1908
des Bistums
In Christo geliebte Diözesanen!
entbietet der dschwilrdigen Geistlichkeit und den Gläubigen
Gruss und Segen im fierrn!
3oleph Damian, Mch GMes Grdrmllllg und die Gnade des heiligen Apsßolischeil Ktrchlrs Kifchof von Fulda,
. i.
Geliebte Diözesanen! Solange Christus der Herr sichtbar auf Erden wandelte, war cv in Wahrheit der von Gott gesandte Lehrer der Menschen. Ten Au ft r a g zu diesem hohen Lehrberufe aber verdankt er nicht der Synagoge oder irgend einer menschlichen Autorität, nein, er, besitzt ihn durch unmittelbare gSttliche Sendung, die beglaubigt ist durch das Zeugnis des himmlischen Vaters und durch die offensichtlichen von Christus gewirkten Wunder. So tritt er als Lehrer auf, wie einer, der Macht hat"); lehrt nicht wie mancher, der vielleicht erst durch anstrengende Geistesarbeit allmählich in den Besitz eines immer- hin beschränkten Wissens gelangt ist, sondern als der Eingeborene,
*) Gal 4, 19. - «j Rom. 8,29. — ’) 1. Jo. 2, 6. — *) Philipp. 2, 5. r- 6) Galat 2,20. — »j Jo. 6, 69. — ’) Jo. 1,16. — ft Ephes. 1. 3. —
*) Matth. 7, 29. * v
ls ich im vorigen Jahre mein erstes Hirtenschreiben an Euch richtete, drängte es mich, Euch hinzuweisen auf das große christliche Lebensziel, dessen Erreichung uns allen, dem Bischöfe wie seiner Herde, obliegt: die Aufgabe nämlich, Christus in uns auszuprägen, „Christus in uns zu gestalten"'). Gleich beim Antritte meines Bischofsamtes wollte ich von dieser Aufgabe zu Euch reden, iveil es keine ?größere und heiligere für unS gibt, als daß wir Christo gleich- örmia werben2) —: gleichförmig in unserem äußeren Wandels, gleichförmig in unseren inneren lieber jeugungen und Gesinnungen4), 8leichförmig auch in dem Leben und in den Kräften unserer Seele urch die heiligmacheude Gnade und die übernaiürlichen Tugenden, so daß wir in Wahrheit mit dem Apostel sprechen können: „Ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir" *).
Ein herrliches Ziel fürwahr! Wer sollte nicht dafür in heiliger Begeisterung entbrennen! — Doch ach, wir mühsam erscheint der Weg dahin, wie gefahrvoll und wie dunkel! Wer wird unser Führer sein, wer wirb uns mit Licht und Kraft zur Seite stehen?
Wir preisen in heiligem Weibe jene glücklich, die von Christus selbst zu diesem hohen Ziele hingeleitet wurden, die von seinen Lippen Worte des ewigen Lebens hörten ft —, die von seiner Fülle Gnade um Gnade empfingen7), denen Christus der Herr selbst Hirt, Lehrer und Priester sein wollte. Und doch, geliebte Diözesanen, ist nicht auch uns im Gninde das gleiche Glück beschieden? Ist es nicht derselbe Christus immer noch, der durch das Lehramt der Kirche unfern Geist mit seiner Wahrheit erleuchtet? Ist es nicht Christus immerfort, der durch das Priesteramt der Kirche unsere Seele mit seiner Gnade läutert, heiligt und stärkt? Und ist es nicht wiederum Christus, der durch das Hirtenamt der Kirchs für uhb für uns leitet und regiert? Ja, Christus bet Herr selber ist es, der durch diese mannigfache Tätigkeit seiner Kirche uns zu seinem Ebenbilde umgestaltet. „Gebenedeit sei daher Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit jeglichem geistlichen Segen im Himmel in Christo!"^
Aus der reichen Fülle erhebender Gedanken, die in diesen Wahrheiten enthalten sind, möchte ich heute einen nur heraus- nehmen, die Lehre vom kirchliche» Lehramt, ich möchte Euch im folgenden zeigen 1) wie Christus selbst mit dem hl. Geist durch das von ihm bestellte Lehramt zu uns spricht; 2) wie wir, dem Zwecke und der gnadeuvollen Ausstattung des kirchlichen Lehramts enssprechend, uns von ihm sollen leiten und führen lassen.
und selige Zuversicht im Besitze der Wahrheit verleiht! — Jene Tage kehren nicht wieder; die Apostel sind gestorben. Aber ist auch ihr Amt und ihre Autorität gestorben? Ist der ihnen von Christus erteilte Auftrag, die frohe Botschaft allen Völkern zu verkünden, erloschen? Und wie steht es mit der den Aposteln bis zum Ende der Zeiten gegebenen Verheißung?
Um in dieser Frage mit Ordnung vorzugehen, müssen wir uns, geliebte Diözesanen, daran erinnern, daß den Aposteln $rod Arten von Gewalten verliehen waren: l)bie außerordentlichen, ihnen wegen der besonderen Umstände, unter denen sie zu lehren begannen, verliehenen persönlichen Gewalten, und 2) bie orbent« licheu, anderen mitzuteilenden Gewalten.
Weil nämlich die Apostel die ersten Verkündiger des Glaubens und die Begründer der Kirche waren, beschränkte Christus ihren Lehrauftrag nicht auf ein bestimmtes Gebiet, sondern gab einem jeden aus ihnen die allgemeine Sendung für die ganze Erde7!. Gleichfalls wegen ihrer Eigenschaft als erster Verkündiger des Glaubens, besaß nicht nur der hl. Petrus als das Fundament der ganzen Kirche, sondern ein jeder aus ihnen die persönliche Unfehlbarkeit»). Auch empfingen sie außer den von Christus schon mitgeteilten Belehrungen noch neue Offenbarungen vom hl. Geiste, die sie dem vorhandenen Glaubens-Schatze hinzufügen sollten. Hatte ihnen doch der Heiland ausdrücklich erklärt: ,Hch habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr vermöget es jetzt nicht zu tragen. Wenn aber der Geist der Wahrheit kommt, so wird er euch in alle Wahrheit einführen" ft. Diese jedem einzelnen Apostel für die ganze Welt verliehene Sendung, diese persönliche Unfehlbarkeit eines jeden aus ihnen inbezug auf die Heilslehren, sowie der besondere Vorzug, Werkzeuge neuer, für die Gesamtkirche bestimmter Offenbarungen zu fein, sind die außerordentlichen, nicht vererbbaren Auszeichnungen der Apostel. Sie kamen ihnen zn wegen ihrer Stellung als erster Verkünder des Glaubens und Begründer der Kirche; daher sind sie mit dem Tode der Apostel auch erloschen und bestehen nicht mehr in der Kirche fort. Die Apostel übten diese Gewalten auch wirklich aus und waren eifrig darauf bedacht, ihre Gläubigen in der angenommenen christlichen Lehre weiter zu unterrichten, ensstehende Zweifel zu lösen, Glaubensstreitigkeiten zu schlichten und Irrlehren als solch« zu bezeichnen.
Aber die Apostel übten neben diesen außerordentlichen Befugnissen noch andere, regelmäßig wiederkehrende, ordentlich« Gewalten aus. Vor allem betrachteten sie die von ihnen gegründeten Sprengel nicht als selbständige Gemeinden, sondern als Glieder der Gesamtkirche, deren Oberleitung nach Christi bleibender Anordnung ein gemeinsames Oberhaupt, zunächst der hl. Petrus, besaß. Ihm und seinen Nachfolgern unterstanden ft« sofort. Während sie aber jene außerordentlichen Vollmachten ausschließlich für ihre Person in Anspruch nahmen, ließen sie die von ihnen gewählten und geweihten Bischöfe als Genossen dieses ordentlichen Hirten- lind Lehramtes zu, denen zwar keine neuen Offenbarungen in Aussicht gestellt, wohl aber die Pflicht aus* erlegt wurde, die von den Aposteln überkommene Heilslehre selbst in sich aufzunehmen, treu zu hüten ft und unverfälscht in ihren Sprengeln zu verkünden ft. Endlich gaben sie ihnen auch die Weisung, die Lehrgeivalt an taugliche Männer weiterzugeben ft. Kurz: die Apostel betrachteten die von ihnen eingesetzten Bischöfe als ebenbürtige Genossen ihres Hirten- und Lehramtes7), nannten sie in dieser Hinsicht geradezu Amtsbrüder ft, ließen fte an den Beratungen der ersten Kirchenversammlung teilnehmen und gemeinsam mit ihnen selbst die Beschlüsse fassen ft. Und wohlgemerkt: solche lehramtliche Befugnisse der Bischöfe erkannten die Apostel an, nicht kraft eigener Entschließung, sondern weil ihnen solches als Anordnung Christi und des hl. Geistes bekannt war. Denn sie wissen: die von Christus eingesetzten Lehrer, die durch ihre Glaubenspredigt zur Ausgestaltung des geheimnisvollen Leibes Christi, der Kirche, beitragen'"), sind eben die vom hl. Geist« mit der Regierung der Kirche betrauten Bischöfe"), und sie bekennen es: Beide, Apostel und Bischöfe, üben gemeinsam mit einander das Lehramt unter dem Beistände des hl. Geistes aus 'ft.
So haben wir denn, geliebte Diözesanen, den Uebergang der ordentlichen Lehrgewalt von den Aposteln auf die Bischöfe ttt rechtmäßiger, von Christus und den, hl. Geiste anerkannter Erb* folge sich vollziehen sehen. Jedoch ist diese Lehrgewalt in den einzelnen Bischöfen nicht felbstündig und unabhängig, sie muß vielmehr der obersten Gewalt, dem Primat, den Christus alS dcmerndeEinrichtung begründet hat, untergeordnet fein und bleiben. Wie dem hl. Petrus das Lehrmnt für die ganze Kirche und die Unfehlbarkeit nicht bloß für seine Person, sondern traft seines Amtes als Haupt und Fundament der Kirche zukam'ft, so sind diese Gewalten mit seinem Tode auch nicht erloschen, sondern müssen in seinen Nachfolgen, auf dem römischen Bischofsftnhle fortleben. Gleichwie also die Glieder des Leibes mit dem Haupt« in Verbindung stehen müssen, um ihre Lebenstätigkeitei' zum Wohle des Ganzen vollziehen zu können, so müssen die Bischöfe in der Ausübung ihrer Lehrgewalt mit dem Papste, dem obersten Hirten und Lehrer, übereinstimmen und ihm untergeordnet fein. So ist es der Wille Christi, wie er klar ausgesprochen ist in den ehrwürdigen Urkunden der Bücher des Neuen Testamentes, wie ihn die Apostel verstanden und bei Bestellung der ersten Bischöfe befolgt haben, wie ihn die Kirche der folgenden Jahrhunderte stets feftgehalten hat.
Das, geliebte Diözesanen, ist das Lehramt der katholischen Kirche. Von Christus, kraft seiner göttlichen Autorität, dem hl. Petrus und den übrigen Aposteln übertragen, ist es von diesen aus deren ordentliche Nachfolger, den Papst und die Bischöfe, übergegangen. Sie stellen jene Lehrbehörde dar, welche die ©laubigen in den Heilswahrheiten unterrichten und ihnen sichere Führer auf dem Wege des Heiles sein sollen. Es ist also keine An- maßung, wenn der Papst, wenn mit ihm die Bischöfe dieses ver* antwortungsvolle, nicht selten dem Hohne und Spott ausgesetzte
in Anspruch nehmen. Lasset Euch daher in Eurer Anhäng- uchrelt' an dieses Lehramt, an die Euch von Christus und dem hl. ©elfte gesetzten Lehrer, nicht irre machen durch die vielen ostenen und versteckten Angriffe, bereit Zielscheibe gerade das kirchliche Lehramt unserer Tage geworden ist. Beherziget das große Wort des Apüstels, das auch von den Trägern der kirchlichen Lehrgewalt gilt: „Wir sind Gesandte an Christi
') MaHh. 28. 18. ’) Joh. 14, 26; 16, 13 ff. ft Jo. 16, 12 f
— ft 2. Tim. 1, 14. — ft'IN. 2, 1 ff. - ft 2. Tim. 2, 2. — ft 2. Tun. \ 11. - ft Philipp. 4, 3. «) Act. 15, 6. 23. — *2 Eph. 4 11. — »*) Act. 20, og. 2. Tim. 1, 14. — 'ft Matth. J6 t8, ff.; Joh. 21. <!5 ff
in die Geheimnisse Gottes Eingeweihte'), der das, was er bezeugt, mühelos im Spiegel des göttlichen Geistes schaut ft. Er lehrt ferner mit unbeugsamer Wahrhaftigkeit und Wahrheitsliebe ft, er lehrt mit göttlicher Autorität ft. Mit Recht durfte er daher zu seinen Jüngern sprechen: „Lasset euch nicht Meister nennen, denn Einer ist euer Meister, Christus"ft; und es ist nur die getreue Wiedergabe der Eindrücke, die Christi Lehrtättgkeit auf jeden Unbefangenen machte, wenn der Gesetzes- lehrer Nikodemus bekannte: „Wir wissen, daß du von Gott gekommen bist als Lehrer; denn niemand kann diese Wund er wirken, wenn nicht Gott mit ihm ist ft." — Und welches war der Inhalt der Lehre Jesu? Es war die gesamte christliche Glaubens- und Sittenlehre. Er belehrte seine Jünger über Gott, den Ursprung und das Ziel des Menschen ft, den Einigen und Dreifältigen ft, den Allgütigen und Allweisen, den allmächtigen Lenker aller Dinge-ft, der uns berufen hat zu seinem Erbe'ft, zur seligen Anschauung im Himmel. Er gibt seinen Jüngern auch die Mittel an, durch die sie dieses Ziel sicher erreichen können und sollen: die Gebote"), die Tugenden'ft und guten Werke, die Kirche 'ft und ihre Gimdenmittel'ft. — Das also ist Christt Lehre, das sind seine Eigenschaften und Gewalten als gottgesandter Lehrer.
Indes einer Eigenschaft haben wir noch nicht gedacht: Christus sollte nach Gottes Willen Völkerlehrer sein. Als Lehrer der Völker hatte ihn Gott durch den Mmid der Propheten vorausverkündet'ft; als Lehrer der Völker wurde der Messias vom Gottesvolke erwartet'ft; als Lehrer der Völker bezeichnet sich Christus selber unter ausdrücklicher Berufung auf die alttestamentlichen Weissagungen 'ft.
Wie aber erweist sich Christus als Well- und Völkerlehrer, da doch seine persönliche Lehrtätigkeit auf das kleine Palästina und das Judenvolk beschränkt blieb, und er nach kurzem Wirken diese Erde wieder verließ? Wir wissen es alle: er sorgte dafür, daß die Lehre des Heils, die er vom Himmel auf die Erde gebracht hatte, nach seinem Hingange als ein kostbares Erbe den folgenden Geschlechtern übergeben wurde, er sorgte dafür durch sich einander ablösende Lehrer, die das von ihm begonnene Work der Unterweisung in sein em Namen, mit feiner Autorität und in f einem Geiste fortsetzten bis zum Ende der Welt.
Zunächst sollten an Christi Stelle nach seinem Tode die Apostel treten. Zn diesem Zwecke hielt er sie jahrelang in seiner Nähe, damit sie vor allem ihn kennen lernten, et unterrichtete sie persönlich und besonders, damit sie die Geheimnisse des Reiches Gottes verständen'ft; ihnen enthüllte er den Sinn der hl. Schrift und alles was er vom Vater gehört hatte"). Und wenn ihnen noch vieles davon dunkel blieb, so fällte ihnen bald durch den hl. Geist das volle Verständnis mitgeteilt werden "ft. Dann beschied er sie auf einen Berg, um ihnen vor feiner Himmelfahrt feierlich den Lehrauftrag zu erteilen*'). Wie ein König vor feiner Abreise in ein setnes Land für die Dauer seiner Abwesenheit die Regierungs-Gewalt an geeignete Stellvertreter übergibt, so hier Christus. Wie majestätisch klingen die Worte, die der scheidende Weltenkönig an seine Getreuen richtet! „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf E rd en". Er sagt: „alle Gewalt", also auch die von keiner irdischen Macht abhängige Lehrgewalt, also auch die Gewalt, diesen Lehrauftrag ganz nach Gutdünken und in beliebigem Umfange auf andere zu übertragen. „Wohlan denn", so fährt er fort, „gehet hinaus iaalte Welt", wo immer es Menschen gibt; und mit Berufung auf meinen Auftrag „lehret alle Völker" ohne Ausnahme, auch die zukünftigen, im Wechsel der Zeiten sich ablösenden Geschlechter, „in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen ber Erde"°ft; in euere Schule sollen sie alle gehen, um von euch in den Wahrheiten unterwiesen zu werden, die ich euch anpertraut habe zum Heile der Welt: „und 1 ehret sie alles halten was immer ich euch geboten habe". Endlich bekleidet er sie mit seiner eigenen Autorität und gibt ihnen als Geleite seinen göttlichen Schutz: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt".
So ausgerüstet treten die Apostel überall auf im Voll- bewußtsein ihrer allgemeinen, von menschlichem Auftrag und menschlicher Zustimmung unabhängigen göttlichen Sendung, um Zeugnis abzulegen für die von ihnen gepredigte Lehre und in Christi Namen unbedingten Glauben für dieselbe zu verlangen ^ft. Die Neberzeugunz von der Wahrheit ihrer Predigt und der Göttlichkeit ihrer Sendung steht ihnen so fest, daß sie sprechen dürfen: „Wenn auch ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete als wir euch verkündet haben, so sei er verflucht!"") Und obwohl ihre Rede und Predigt schlicht und einfach ist, „nicht bestehend in überredenden Worten menschlicher Weisheit" -ft, bauen sie nicht vergeblich für ben Erfolg ihrer Lehrtätigkeit auf die verheißene Hülfe; denn in der Tat, nur wenige Jahrzehnte waren seit der Himmelfahrt des Herrn verflossen, und schon konnte der heilige Schriftsteller berichten: „Sie aber zogen aus und predigten überall, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die darauffolgenden Wunder"-ft.
Geliebte Diözesanen! Wie groß und verehrungswürdig stehen doch diese von Christus bestellten Lehrer, die Patriarchen des Neuert Bundes, die heiligen Apostel vor uns da! Wenn Moses in seinen Händen das Gesetz trug,, geschrieben auf leblosen Stein, so sind sie die lebendigen Gesetzestafeln, beschrieben mit dem Griffel des hl. Geistes'ft. So groß ist ihre Weisheit, daß die Wissenschaft der späteren Jahrhunderte und ihrer Gottesgelehrten sie nicht erreicht hat. Denn der Geist, der die Tiefen der Gottheit ergründet, war ihr Lehrmeister^), und in ihnen wollte Christus fein Lehramt fortfetzen, als redete er selbst durch ihren Mund ^). O glückliche Christen jener ersten Zeit, denen es vergönnt war, zu den Füßen so hochbegnadeter Lehrer zu sitzen und über die sicheren Wege des Heiles unterrichtet zu werden! O, daß doch die Sttmme jener Herolde noch fort tönte, die das Dunkel des Zweifels vom Geiste verscheucht, die Seele für Christus öffnet
*) Jo. 1, 18. — ft Jo. 3. 11. 31. 32. — •) Maith. 22,16. — «) Matth. 5.22. — «) Matth. 23, 10. —’«> Jo. 3, 2. — ’) Matth. 23, 9. — 8) Matth. 28, 19. - °) Matth. 6, 8. 28.' — ">) Luc. 11, 2. — ,l) Matth.19, 17. — ia) Marc. 12, 30; Matth. 5. 3 ff. — >') Math. 18, 17; 16, 18. — ") Matth. 28, 19. 20. — -ft Is. 42, 6. — *•) Jo. 4, 25. — 17) Luc. 4, 17—21. —
'ft Matth. 13, 11. - - ■») Luc. 24, 45; Io. 15, 15. - «>) Jo. 14, 26. —
") Matth. 28, 16—20. ■ 'ft Act. 1, 8. 'ft 2. Cor. 10, 5. -ft Gal. 1, 8. — 'ft 1. Cor. 2, 4. - “) Marc. 16, 20. - 'ft Ghrysost. in Matth,
hom. 1. 1. — 'ft 1. Cor. 2, 10. - ") 2. Gor. 5, 20.