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rnanckMage: „§u!daer GeschrchtLblätter

35. Jahrqanq.

Jfi 50.

Erstes Wlatt

der

Preußischer Landtag

AigevrbueteuhauS-

Sitzung vom 28. Februar 1903.

rage entschieden

wnv, .uu» und roaS antt»

national ist? Wenn weiter vielleicht jetzt, wo

'Lurelgt«: Vie etie» spalligepetlhellrode» deren Kenia I» pfg. Sell2mevriepettt;ell« 25 pfg., bei Dieder» Holungen wird «ntspr.

Kadaü gewährt.

Ketoflontbrsd«!* vertag der Zutdaer Sb tiendruckerei In Zulb« Fernsprecher Ur. 9.

Die Folgen der Tat.

Stunden waren vergangen; in dem luxuriös ausgestatteten Gemache herrschte die tiefste Stille, denn die leisen Atemzüge der kleinen Angiolina waren kaum zu vernehmen.

Es mochte um die vierte Morgenstunde sein, als die Kleine sich ermunterte; sie hatte Durst und verlangte nach dem gewohnten Nachttrunke, den die Mutter oder Eiovanna ihr zu reichen Pflegte.

Zwei«, dreimal rief sie nach der Mama, und als diese immer noch nicht kommen wollte, richtete sie sich im Bettchen auf, mit den noch schlaftrunke­nen Augen nach dem Lager der Mutter hinüber­blinzelnd. Aber dieses war leer.

Jetzt begann Angiolina heftig zu weinen, denn ste wähnte, daß Mama sie verlassen habe, und sie war ja nie daran gewöhnt worden, allein zu bleiben.

Der Wind hatte sich völlig gelegt, es war eine klare, aber kalte Nacht und durch das halbgeöff­nete Fenster strömte die eisige Luft herein, so daß in dem Zimmer schon eine empfindliche Kälte herrschte.

Das kleine Mädchen begann bald vor Frost zu zittern und hätte sich wieder unter die wärmenden Decken des Bettes geflüchtst, wenn nicht die Sehnsucht nach der Mutter und die Angst, allein zu bleiben, sie davon abgehalten hätte.

In kurzen Zwischenräumen und immer Häg-

Minister v. Moltke: Wenn gesetzwidrige Maß- i nahmen gegen Kriegervcreine angewandt worden sind so mißbillige ich das auf daS Entschiedenste. Tie Kriegervcreine sollen fernbleiben vom Partei- politischen Getriebe; aber in ihren Satzungen steht neben der Pflege der Kameradschaft als ausdrücklicher Zweck des Vercinslebens die Heb- ung und Stärkung des nationalen Bewußtseins. Auf Grund dieser Vorschriften sind vor der letzten Reichstagswahl die Vereinsleitungen vielfach dazu vorpegangcn, für die nationale n^For de. r u n g e n zugunsten der in S u d w e st a f r ik a für die Ehre des Reiches kämpfenden Kameraden cinzutreren. Ich kann hierin auf Grund der Satzungsbestimmungen ein s a tz u n g s w i d r l- ges Verhalten der Kriegervereine n'cht erblicken. (Lebhafter Widerspruch im Zentrum, Rick: UnglaublichI) Die Frage, die in der Parole bei der Wahl zur Entscheidung stand, ist keine eigentliche Parteifrage (Wider­spruch). Unser Standpunkt hat auch dre, Billi­gung des deutschen.Kriegerbundes im Juli 1907 gefunden, bis auf wenige Stimmen waren alle Kriegervereine damit einverstanden, nur bei den Kriegervereinen im Rheinland herrscht« keine volle Ucbereinstimmung, und eine Reihe von Ver­einen hat ihrer Anstcht, daß die Leitung des Krie- gerverbandes ihre Befugnisse überschritten hat, dadurch Nachdruck geben zu müssen glaubt, daß ste aus dem Kreiskriegerverbande und damit aus dem preußischen Landeskriegerverbande ausge­schieden sind. Glauben Sie nicht, daß uns der Erlaß, durch welchen wir die Erlaubnis zur Führ­ung der Fahne zurückgezogen haben, leicht gewor­den ist. (Widerspruch im Zentrum.) Unseren Standpunkt haben alle Kriegervereine mit Aus­nahme der im Rhcinlande geteilt. Deshalb s.nd einzelne Kriegervereine aus dem Kriegerver­band ausgeschieden. Der Fall Merzig ist mir be- kannt. Der Vorstand des Landeskriegerverbandes hat das Vorgehen des dortigen Vereinsvorsitzen- den nicht gebilligt und damit ist die Sache für mich erledigt. Dem Wiedereintritt der noch bei Seite stehenden Vereine wird keinerlei Widerstand entgegengesetzt. (Lebhafter Widerspruch und Lärm im Zentrum.) Ich hoffe, daß auch Sie (zum Zentrum) alle uns unterstützen werden, den noch bestehenden Zwiespalt in den Vereinen zu beseitigen. In die Kciegervercine gehören ebenso wenig wie Parteipolitik konfessionelle Fragen.

Am Dunkeln.

Roma» von Ernesto Stlva.

Nach einer wahre« Begebenheit erzählt.

ä0j (Nachdruck verboten.)

Kaum hatte Pisani schnellen Blickes erkannt, welches Unheil er angerichtet, als er, von Ent- setzen gepackt, die Flucht ergriff und zwar eilte er, ohne sich zu bedenken und einen Moment zu verlieren, dem Fenster zu, öffnete es, stieg den Laden auf, sprang auf die Terrasse und schwang sich von dieser, die Zweige der Pinie erfassend, auf den ihm nächsten starken Ast deS Baumes, von dem er bald als guter Kletterer, der er war, hinab in den Garten gelangte.

Die unglückliche Albina war indessen hilflos In dem Gemache zurückgeblieben. Da» Dolch- messer war in die linke Lunge eingedrungen und ein Blutstrom entquoll der tödlichen Wunde.

Mit dem verrinnenden Strome des Lebens entfloh auch dieses, die Verwmidung hatte ine Marchesa der Sprache beraubt, nur ein halb­ersticktes Röcheln entrang sich ihrer Brust und kam über ihre verblassenden Lippen.

Dach noch einmal siegte der Wille zum Leben, ter Wunsch, für Gatte und Kind sich zu erhalten.

Wenn es ihr nur gelänge, Hilfe herbeizu- rufen, dann war ja die Möglichkeit der Rettung vorhanden. Der Mörder war entflohen, von ihm war demnach nichts mehr zu fürchtem

Wenn nur Giovanna sie hörte-- Aber warum war das Mädchen ihr nicht zu Hilfe geeilt? — Der Räuber war ja aus dem Nebengemache ge­kommen — sie hatte ein Flüstern vernommen. O, die Schändliche! Sie war im Komplott nut dan Einbrechern, hatte ihre Herrin seiga ver­raten und ließ sie jetzt hilflos sterben.

Schauer deS Todes überrieselten sie schon.

Aber die Hände krampfhaft auf die schwer» «tzende Wunde gepreßt, raffte sie sich aus, um tau- smelnd noch einige Schrie nach der Seite hin zu

Fulda, Samstag den 2d, Februar 1908.

Abg. Blell (fr. Vgg.) wünscht gleichmäßige Behandlung auswärtiger Arbeiter für Industrie und Landwirtschaft.

Abg. Jazdzewski (Pole) wünscht gleichmäßige Behandlung der Bevölkerung in den Ostmarken und befeuert sich über den Druck, der bei den Wahlen, namentlich den Kommunalwahlen, au Beamte und Privatleute ausgeübt werde.

machen, wo der Glockenzug sich befand. Ein Ruck an demselben und die ganze Dienerschaft wäre in Alarm geraten. — Vergebens, die Kräfte, gesckpvächt durch den furchtbaren Blutverlust, reichten nicht aus, die Füße trugen sie nicht wei­ter, es wurde Nacht vor ihren Augen und wäh­rend ein heißer Blutstrom über ihre Lippen drang, brach Albina Ninoro mit leisem Schmer- zensruse zusammen, um wenige Augenblicke darauf ihre Seele auszuhauchen.

sicher rief sie nach der Mutter und Giovanna, nach jedem Rufe angestrengt lauschend, ob denn keine Antwort erfolge, und dann wieder in krampfhaftes Schluchzen ausbrechend.

Die Angst und der kindliche Zorn über diese unerhörte Vernachlässigung ihrer kleinen Person versetzten Angiolina in einen fieberhaften Zu­stand, sie rieb die schmerzenden rotgeweinten Augen mit den kleinen Händen und riß an den blonden Löckchen, um wieder nach der Mutter zu rufen — ach vergebens, keine Antwort erfolgte, der Mund der Toten ist stumm für immer.

Da hefteten sich die Blicke der Kleinen aus die weiße Seidendecke ihres Bettes und mit ah­nungsvollem Grausen bemerkte sie auf demselben einen großen Blutfleck. Albina war, nachdem sie den tödlichen Stoß empfangen, an dem Bettchen ihres geretteten Kindes niedergesunken, sich an dasselbe lehnend. Das Blut, der Todeswunde entströmend, hatte die weiße Seide der Decke rot gefärbt.

Die Blicke ihrer toeitgeöffneten Augen ent- deckten eine dunkle Masse auf dem Teppich, nahe dem Fenster, welche die Formen einer menschlichen Gestalt hatte — war daS die Mutter?

Mit einem Male scheute sich die Kleine, nach der Mama zu rufen, sie weinte auch nicht mehr; in dem Bemühen, sich das Geschehene and ihre Lage klar zu machen, zermarterte sie sich oas Ge­hirn, ohne die Wahrheit zu ergründen.

Aber aus diesem Zustande starren Grubels sollte die arme Kleine durch eine noch größere Alteration herausgerissen werden.

In dem Rahmen deS halb geöffneten Fen- sterS, durch welches Antonio Pisani seine Flucht bewerkstelligt, erschien eine große schwarze Katze, die für gewöhnlich draußen auf der Terrasse zu herbergen pflegte; langsam mit dem Schweife um sich schlagend, ließ sie ihre funkelnden Augen durch das Zimmer streifen und als sie nichts Ge­fahrdrohendes gewahrte, duckte sie sich zusammen und sprang mit einem Satze vom Fensterbrett herab in das Gemach.

nach der Wahl dauerte dieses Treiben Man hätte nun wohl erwarten können, daß die Behörden sich auf die Seite der Vereine, denen na» der Ablehnung ihrer Proteste gegen bu.eS Verfahren durch den Vorstand des Deutschen Kriegerbundes nur der Austritt aus demselben iibria blieb gestellt hätten, umso allmählich einen Ausgleich der an sich ja gewiß beklagenswerten Disserenzen herbeizuführen. Aber gerade das, @e- aenteil sei geschehen, besonders seitens einzelner Bürgermeister und Landräte, deren Maßnahmen eine chiktnöss. direkt gesetzwidrige Belästigung der Vereine darstellten Redner fuhrt eine An- zahl besonders graffer Falle an Es sei doch ans- geschlossen, daß durch solche Belästigungen die Leute weich und gefügig gemacht wurdem Red­ner bittet den Minister, die hier in Betracht kom­menden Beamten bezüglich ihres Vorgehens m geeigneter Weise zu rektifizieren und sie streng- stons anzuweisen, von matteren Behelliaungm der Vereine abzustehen. (Lebh. Seif. L Ztr.)

bie Enteignungsvorlage, rote eS teiber Gottes de» Hall zu sein scheint, nach dem gestrigen Volum be« Herrenhauses Gesetz werden wird, un« wieder nationale Gesinnung abgesprochen wird weck mir einaetreten sind für die Wahrheit und daS Recht und für die AuloritSt der Verfallung, oll da wiederum in dte Rriegervereme die Agstalion hineinaebracht werden, und soll wiederum getagt werden- ^br seid gerade deshalb nicht national, weil ^br für da« Zentrum, für Verfassung und Recht Wenn der Minister meint, der Zwiespalt sei eh» einfach aus der Welt zu schafien wenn die Krr» gertereine, die ausgetreten seien, sich den^Kneger verbänden wieder anschlossen, so ist es doch et eigentümliche Zumutung, die man diesen au5ge- schlossenen, diesen ausgetretenen Vereinen voa hoher Stelle macht. Sie haben die Statuten ge­halten und haben sich deshalb tn ihrem Gewisse« verpflichtet gefühlt, auszutreten, weU seitens dc« Verbandes gegen die Statuten gehandelt worden ist: und da wünscht der Herr Miurstm:. daß bieft Vereine sich dem Verbände wieder anAließen, all» sagen sollten: Wir armen Sünder. Sie die recht und richtig gehandelt, die die Statuten tatsächlich und wörtlich beobachtet haben? ^>ch meine, eh« an den Verband nicht ein direktes Wort gerichtet ist ehe die Vorsitzenden nicht tn dte Schranken bet Statuten zurückgewiesen sind, kann von cm ent Beitritt dieser Vereine nicht die Rede fern. (L>egr richtig! im Zentrum.) Wenn Sie wußten wr« die Erregung in diesen Kreisen ist, und tote schwer das Vorkommnis manches patriotische Herz ge­troffen hat! Haben Sie nicht gelesen die rühren­den Schilderungen in den Zeitungen, wie die Ve­teranen dagestanden haben mit angefaßtem Ge- wehr, als ihnen das Fahnenband genommen wurde, wie vielen die Tränen heruntergelaufen sind in den ergrauten Bart, als sie dachten an die Stunden, wo sie Leben und Gesundheit dem Vaterlande in der Schlacht dargeboten hatten un» wie sie nun in dieser Weise behandelt wurden, weil sie statutenmäßig im richtigen Sinne tm Kriegerverein, im Kriegerverbande gehandelt hat­ten. DaS ist nicht wieder gut zu machen durch, Wiedereintritt in den Verband, das sind Wunden,: die brennen zu tief im HerzenI Die Wirkung muß man gesehen und erlebt haben in diese» Kreisen, um zu begreifen, wie schwer eS den Leu­ten geworden ist, ihre Pflicht zu tun, um den rechten Weg zu gehen und zu sehen, wir werden ausgeschlossen aus unserem Verein, an dem unser Herz gehangeii hat seit langen Fahren, für den wir stets ein getreten sind. Ich nehme an, daß ein Irrtum vor liegt; ich will es annehmen im Interesse des ganzen Vaterlandes. Aber ich er­hebe nochmals einen ernsten und flammenden Protest dagegen, daß man uns wiederholt von einer so hervorragenden Stelle den Vorwurf ge­macht hat, wir handelten antinational und un­patriotisch. Wir werden uns dadurch nicht beein­trächtigen lassen, auch fernerhin auf dem Weg« wahrer Vaterlandsliebe tatkräftig Vorzugehe» und alles zu tun, was nach unserem. Gewissen und nach unserer festen Ueberzeugung zum wah­ren Wohle des Vaterlandes dient; dann werden wir patriotisch im besten Sinne des Wortes ge« bandelt haben. (Lebhaftes Bravo! im Zentrum.) In seinen weiteren Ausführungen wendet sich bet Redner nochmals energisch gegen den Schmutz in Wort und Bild und wünscht strengeres Vorgehe» gegen anstößige Vorführungen in den Kinemato« graphen und ein Verbot von Lichtbildervorträge» über sexuelles Leben für Kinder. Die Polizei soll mit scharfer Hand eingreifen, wo von Kunst kein« Rede sein kann. (Lebh. Beifall im Zentrum.)

Minister v. Moltke bestreitet, daß er dem Zen« ■ trum den Vorwurf antinationaler Gesinnung ge« । macht habe, und erklärt, daß der Zulassung au«-

Das Kind, welches mit steigendem Entsetze» dies Ungetüm — mindestens erschien es ihr so — erblickt hatte, stieß einen halb erstickten Schrei aus und von Grausen erfaßt, barg eS sich unter, der Decke.

Vielleicht hatte gerade dieser Ruf einer Men-' schenstimme das Tier angezogen, denn es kam langsam näher und da Angiolinas zitternder Kör« per sich unter der Decke bewegte und dumpf« Klagetöne hervordrängen, fprang die Katze auf daS Bettchen und angenehm berührt von der Wärme dort, streckte sie sich bequem auf der Deck« au 8.

Kaum fühlte Angiolina die Nähe deS ihr st furchtbar erschienenen Tieres, vor dem sie eint abergläubische Angst hatte, als Furcht und Ver­zweiflung sie überwältigten.

Sie wand sich in Krämpfen, gleich einen! Knäuel zusammengeballt.

Endlich verstummte daS Gewimmer, die Zuk« Fun gen mußten nachgelassen haben und wieder ward eS stille in dem Totengemach, auch der sonst lächelnde Kindermund war verstummt, ein Starr» krampf hatte ihn geschlossen.

Der Morgenwind begann sein Spiel mit bet flatternden weißen Fenstervorhängen, fachte di« Flamme der Ampel höher an und bewegte lang­sam die Flügel der seidenen Portiere hin und her, so daß man in das Nebengemach blicken könnt«,! aus dem der Räuber getreten war, von der Ver* rälerin eingelassen. Wo war diese? Sehen wir. uns nach Giovanna um. ~

An den Posten ihres Bettes mit starken Strik, ken gebunden, war es Giovaniia unmöglich, ihre» Platz zu verlassen. j

Pisani hatte das Mädchen ganz „kunstgerecht'! gefesselt, wie er Basileo versprochen und demsel­ben zum Ueberflnß noch ein seidenes Tuch cuH Knebel in den Mund gesteckt. Letztere etwa« grausame Maßregel, die Giovanna eine wahr« Tortur verursachte, war aber von dem verbreche­rischen Genossen als notwendig erkannt Word«»?

. , (Fortsetzung folgt.) v' ' '

(?.) wünscht eine unvar- reiifdte SaJung der Behörden bei Verpachtungen Utl W Dr" Auf die außerordenMch

rubiatrt fachgemäßen Ausführungen des Abg. Roeren'hat de? Minister deS Innern ein» ^ndrung abgegeben, von der ich sagen muß, datz : Reiben meiner politischen Freunde urw, wie ich glaube, auch draußen im Lande unter den Woge hörigen unserer Partei das al Irrsckinerzlrch t Aussehen und da» höckste Bedauern Hervorrufen wird. (Sehr richtig!) Nachdem der Talbestand dahm vorgelragen war, daß man feilen» der Leitung de» KriegerverbandeS an der San en.^en den Sta­tuten, die ausdrücklich festste»^ die Krieger- vereineunpolitische Vereine feien, i>. em- politische Agitation zu Gunsten d».S national« katholisch en Kandidat engeren den Kandidaten deS Zentrums, und zwar mit ausdrücklicher Betonung gerade dieser Parteieigeuschaft, emgetreten tei und daß man deshalb Remedui verlang«, ha'der Minister bie Erklärung abgegeben, daß na», den Statuten ! der Kriegeroereine den Mitglievem Treue zu Kar er und Reich und die Pflege bet vaterländischen Ge- (Innung zur Pflicht gemacht würden, und daß, weil dir Statuten diese Vorschrift enthalten, da» damalige Voraeheu des Rriegerverbande» und der verschiedenen Vorsitzenden durchaus gerecht fertigt gewesen wäre und von ihm nid); mHMlgt werden könnte. Der Vorwurf, der in dieser- Worten des Ministers, wenn auch vielleicht nur indirekt, liegt, ift e,n so schmerzlicher, ein so unrichtiger und ungerechter, daß wir eigentlich nur annehmen können, der Minister bat die Tragweite seiner Aeußerungen selbst nicht so ganz übersetzen. Es liegt in den Worten bei Vor« wmf, bei daS Rtntrum eine anttna ttonalc Partei sei, daß es antinationale Politik getrieben habe. (Sehr wahr! im Zentrum.) Das ist ein Vorwurf, der uns so schmerzt, der dermaßen beleidigend gegen uns und gegen diejenigen, dre unserer Partei angehören, ist, der der ganzen Ver­gangenheit, der Geschichte und der politischen Ent- Wickelung des Zentrums dermaßen entgegensteht, daß wir Grund haben, in der allerschärssten Werse gegen diesen Vorwurf Widerspruch zu erheben. (Sehr wahr! im Zentrum.) Wir brauchen uns gegen den Vorwurf antinationaler Gesinnung nicht mehr zu verteidigen, um fs weniger, al» ein Mann, wie der Ministerpräsident selbst in seinem Sylvester- briefe mehrere Gründe dafür angeführt, und sich entschieden dagegen verwahrt hat, daß unserer Partei antinationale Gesinnung vorzuwerfen sei. Ich brauche nur hinzuweifen auf die Worte, tote der Abg. v. Rarborff in ernster Stunde über unS ge- faßt, es fei Unrecht, dem Zentrum vorruwerfen. daß ' es antinationcil gehandelt habe, es sei stets eine 1 vaterlandsfreundlichr Partei gewesen, wenn eS auch ; in Einzelheiten anderer Ansicht gewesen sei. Wundern muß ich mich darüber, daß der Minister zum Be-

; weise und zu : Unterstützmig seiner AuSsührung her« vorgehoben hat, es habe damals da» Zentrum so gehäutet', daß unsere Brüder i« den afritant- schen Kolonien wehrto» und waffenlos den Angriffen der feindlichen Horden ausgesetzt ge- wesen sei. Er wiederholt damit eine Behauptung, die uns im Wahltampse wer weiß wie oft entgegen­getreten ist, die aber unter dem Lichte der Geschichte nicht weiter aufrecht erljalten bleiben kann (Beifall im Zentrum). Es ist jetzt bewiesen, und ich gla»be, gerade der Staatssekretär Dernburg ist jetzt als leuchtender Zeugr dafür eingetreten, daß damals das Zentrum mit seinem Vorgehen durch­aus recht gehandelt hat (Beifallim Zentrum). Gerade seine Ausführungen sind eine Bestätigung dessen, roaS von uns im Reichstage durch den Abg. Roeren vorgebracht ist. (Sehr wahr I im Zentrum.) Ist denn in dem Kriegerverbande die (Stelle, wo über die " *

wird, was nationa

Eichest» täglich «it Ausnahme der Sonn« und Leirriage. viertel, jährliche''Ytzugspreir ohne Sringrrlohn und Bestellgeld in ßulda so« wie auswärts 1-50 Bit vrrantw. Redakteur: «arl Schütt«;

w°che°b«!l<-g°:„Illustrierte Sonntagsztltung

Fürsorgeerziehung.

Abg. Dr. Frirtberg (nl.) bringt Magen über Wablbeeinflufsung und Mißgriffe der Polizei vor.

Minister ». Moltke erklärt, daß er hierzu bereite in der Bndgetkommission Stellung genommen habe und verteidigt die Polenpolitik der Regierung.

Abg. Rorrr» (Zentr.) bringt den Mißbrauch der Kriegeroereine zu polit»schen Partei« zrv ecken und dte Belästigung zur Sprache, welche die inwlge diese» Mißbrauch» auSgdretemn Vereine feiten» der Behörden zu erleiden haben. Da» Beispiel de« Flottenverein» zeige, wohin es führe, wenn Vereine, die au» guten Gründen sich nicht mit der Politik befaflen roollien, in das Parteigetriebe einträikn. Infolge der Agitation bei der letzten Wahl hätten eine Reihe von Krtrgrrverernen st» gezwungen gesehen, au-zutreten, uamemlich an der Saar, an der Mosel, im EmSlande Westfalen und Hessen. Es sei zu bedauern, daß selbst unsere Krieg ervereine in parteipolitische Streitigkeiten hinem- «ctragen seien und e» dadurch fast unmöglich gemacht sei, die idealen Bestrebungen dies.-r Vereme zu pflegen. Da bie Zivilbehörden, anstatt gegen btt Vorstände, die ftatutenroibrig gehandelt hält n, durch, weg gegen die ausgetretenen Vereine, bie bie Statuten hochgehalten wissen wollten, Stellimg genommen halten und bi« auf den heutigen Tag fortführen, tn jeder nut denkbaren Weist ditst Vereine durch amilicht Maßnahmtn zu belästigen, gehöre die Sache hier beim Ministerium be« Innern zur Verhandlung, dem die betreffenden Beamten unterstellt seien. Die Maßregelungen hätten an einigen Orten einen direkt ge,etzwidrigen Charakter angenommen. Es könne nicht der Einwand erhoben werden, bie Pflege des monarchischen Sinne« in den Rriegerverrmen habe diese Agitation notwendig gemacht, denn sie richtete sich nicht gegen eine sozialdemokratische, also anllmonarchischt Ranbibatui, sondern gegen bie ücnttuni» partei, deren monarchischer Stand­punkt wohl nicht in Zweifel gezogen werden könnt. In der rücksichtslosesten Werst sti in btn St­einen die Ueberzeugung bet dem Zentrum ange­hörenden Mitglieder angegriffen worden. Selbst

Die zweite Beratung Über den Etat Ministerium de» Innern rotib f°^setzt.

Abg. Fischbeck (ftf. Vpt.) wünscht eine Einschrän- kuna ber Kontrollbeamten in der inneren Serroal- tuna. Den Gemeinden müsse inbezug auf Einführung roirtfchaftlicher Reformen eine größere Freiheit zu- gestanden werden. Bei der Vergebung der Jag • pachten habe sich der Mißstand emgeschlichen, daß die Landräte gegenüber den Jaydberechttgten zu sehr den Vormund spielten. Es sei ferner zu fabeln, daß die SanhrSte sich der Wahlbeemflussimg schuldig machten. Reder bittet zum Schluß um Auskunft wie es mit dem Wohnungsgesetz und dem Nachweis über die Zusammenlegung vo» Gememdeu und Gutsbezirken steht.

Minister v. Moltke: Den geforderten Nachweis werde ick gern fördern, dos Wohnungsgesetz, das zwar nicht zu meinem RessoU gehört, soll auch meine Unterstützung finden. Was dtt WaHlm an« geht, so ist den Beamten Objektivität zur Pflicht gemacht worden. ,

Aba. e Antim (t) verbreitet sich übet bie Steige- jna der Kreisschulden im Vergleich zu der Kommunal- belaftung und wünscht eine Statssfik über die Be­last«»» der Kommunen durch Armenpflege und