Einzelbild herunterladen
 

BeMMt®- Ltt«ttr«r

3_parjeX<* tef»®*

Mdaer

wochrilbellage: „Illustrierte SomtagszeitMg"

monatrbellLge: .Lllldaer GeschichtrblWer"

X*$eife*: »te de. tzttlltige petttzeUr oder deren Bottm 15 psg. Btfiomta Llepetitzeitt 25 Pf-., bet wieder» Holungen wird eatfpr. vadatt gewährt.

Botatioirrdruckund vertu-der Fuldaer % üenbnukret 6t Zuw» Fernsprecher Ur. 9.

Fulda, Montag den 10. Februar 1908.

35. Jahrgang.

Erstes Matt

fung einer Kommission; welche über äte Polizei»

«]

» ’ }n. . Einen grünen Mantel ttug er, Matte Hose; Patrioten nennen sie sich

und das Volk rät Mmnn tSSSarihSSfoSi unb «nen G-lm mit einem langen Roßsibweife, Reitersäräl in der Luft und s »eu bat man ÜrtZSiÄn öazu einen mächtigen Palasch und em Gtzwehr Straßen- tote Magistratsherren,

jen W man geirrt von Steten Setten. an ber tinfen Seite. In seiner Landessprache dann durch die Stadtviertel g«

I

i

trunken.

(Fortsetzung folat)

Rus geschlossen ist die Kirteignung ». von Grbäudcitz welch« hem öffentlichen G 01te 8 dieirst ge- widmet sind, und von Begräbnisstätten, b. von Grund­stücken, hie im Eigentum von Kirchen und Religians- gescllfchafien stehen, denen Korporationsrechte verliehen sind- er. von Grundstücken, die- im Eigentum von Stif-

ns. B e rlin, 8. Febr. 1908.

In der heutigen Sitzung wurde- dis gestern abgebrochene Debatte über die innere Kalo- tri f ation fortgesetzt und schließlich eine Resolu- tion angenommen, wonach in den Provinzen, irr welchen ein Bedürfnis vorliegt, auf die Grün­dung gemeinnütziger Gesellschaften zur Förde­rung der inneren Kolonisation hingewirkt werden und die- Staatsregiernng ersucht werden soll, ge­meinnützige Gesellschaften zur Förderung der in­neren Kolonisation durch Beihilfen zu unterstü­tzen, ferner die Kreisvertoaltungen- aufMfordern, die Seßhafimachung von Arbeitern auf dem Lande zu betreiben und hierzu den Kreisen er­höhte Mittel zur Sßerfügung zu stellen, sodann gesetzliche Maßnahmen zur Einschränkung des ge- toerbsmäßigen Güterhandel s zu er greif ett; Ferner wurde eine Resolution angenommen, wo­nach der Staat sämtliche Landwirtschaftskammern außer Wiesbaden mit ausreichenden Mitteln zur Errichtung eigener Forstobteilungen anstatt en solle. Darauf wurde die Tagung geschlossen-.

Sin Regierungskommisiar erwidert, die Un­tersuchungen darüber, ob dieses Projekt ausführ­bar sei, sei noch nicht abgeschlossen: doch sei zu «warten, daß Re noch im Laufe dieses Sommers zu einem abschließenden Ergebnis führen wür­den.

Abg. Zischs (Ztr.) spricht beh Wunsch aus, daß die int Gange befindliche Vertiefung und Verbreiterung des Spree-Oderkanals noch vor 8er Fertigstellung des Großschiffahrtsweges Ber­lin-Stettin zu Ende geführt werden möchte.

Im Laute der weiteren Debatte roerben einige Positionen betr. Neubauten in Allenstein, Mün­ster imb Köln an die Budgetkommission zurück- verwiesen und der Rest des Etats ohne weitere Debatte erledigt.

Montag: Seehandlung, Preußenkasse

PolkSMtjchMiches uwfr SsMes.

sl. Das Tarifamt der Deutschen Buchdrucker erläßt eine Bekanntmachung, die der Tarif« ausschuß in feiner letzten Sitzung betr. Setzer­und Druckerlehrlinge in Rücksicht auf deren Ge­sundheit und Leben faßte:

Mt dem heranmchenden Ostertermine beginnen hfl Anmeldungen von Lehrlingen zwecks Ausnahme in unfern Beruf, und machen wir darauf aufmerksam, daß nach den bestehenden Grunosätzm im Gewerbe nur solche Lehrlinge dem Bnchdruckgewerbe zugeführt werden dürfen: deren Gesundheitszustand und Schul« bild ung für die Aufnahme der Lehrlinge in unferm Beruf spricht. Selbstverständlich ist bei Einstellung neuer Lehrlinge auch auf die tarifliche Lehrlingsskala M achten. Sollte bei Einstellung von Lehrlingen biefett Bedingungen nicht entsprochen werden, so sind di» hierbei zunächst interessierten Gehilfen berechtigt, beim zuständigen Schiedsgerichte hierüber Klage zu führen. Die Schredsgerichte haben die Pflicht, solche Beanstan­dungen von Lehrlingen zu prüfen, und sie haben das Recht, die Emlassung nicht befähigter Lebrlinge noch innerhalb der Probezeit zu verlangen. Berufungsinstanz ist, wie in allen Klagen, das Tartfamt. —

Eltern und Vormünder, die junge Leute diesem Beruf zuführen wollen, mögen diese Bekannt­machung in Erwägung ziehen.

— Um dem Mangel an Handwerks lehr» lingen abzuhelfen, wirb die bäuerische Regierung nach einer Erklärung des bayerischen Staats- Ministers für die Ausbildung bedürftiger Lehr­ling« vn tüchtige Handwerksmeister Prämien alt Ersatz für das fehlende Lehrgeld zahlen.

gefktegen. Mit beiden Händen hat. en gewinkt den Leuten, die ftuntra und traurig in der Nähe standen.

(Nachdruck verboten.)

Am 2. 8c» WeimrianakL

fragte er mich, ob der Weg bis- nach Koh lenz und Mainz- ginge. Und als ich mein Käplein lüftete und ihm auf Welsch devoten Bescheid gab, wurde

Patrioten nennen sie sich und wirbeln ihre Neitersäbe! in ber Luft und schreiten durch die u. Trommler sind

steten des Kurfürsten französisch parlierten. Hat bann noch ftteundlüH gegrüßt und ist den andern

Den 9. des Weinmonats.

Die Franzosen sind wieder da: diesmal, sinds ihrer mehr. Ihre Regierungsform haben sie ein- gefn()rt nni» an Sen- Straßenecken ihre Plakdte auf geklebt. w

Ein wunderliches Gevölk ist in unsere Stadt, eiugezagen. Die Sansculotten sind's, ein aben­teuerlich Geschmeiß, mißlicher gekleidet wie wer- land Lazarus vor der Tür des Reichem Der. hat einen Dreimast auf dem zerwühlten. Kopf,, der eine Mütze, der eine Zipfelmütze oder ein Weiberkapstuch. Zerrissene Kittel und Wämser tragen sie und wer. keine Stiefel hat, läuft : barfuß.

Pombal« ist es, der im portagtesischen System heute herrscht.

* Schopfheim (Baden), 8. Febr. 19^8-. Bet der heutigen Landtagsstichwahl im Wahlkreis Schopfheim. Schönau etbtett Landwirrfchaft«» iwfpeüos Ries sZungliberaler) 3014 und Os­wald (fonf rvativ) 222-1 Stimmen. Rres ist so» mit gewählt. Das Resultat der Stichwahl dH we.st, daß die sozjaldemokratifchen Wähler bei« beinahe geschlossen für bett liberalen Blockkandi­daten »»getreten find.

Rhein hinausgerücktz.

Wärter 1794

Und so ift nun der Winter gekommen »nd hat manche Veränderung gebracht in unfern rheini­schen Landen.

Große Reiter-Regimenter sind im Herbst in uns re Stadt em gezogen; alle kommen aus dem Frankeuland drüben. Ein finsterer General be­fehligt sie, Marceau. geheißen. Mit dem Bö­sen soll er im Bunde stehen, der düstere Mann, und neulich sagte nur einer von seinen Reitern, er sei ber Höllenfürst in eigener Person. In der Schlacht sei er wie ein grimmiger Bär, und wer nicht vorwärtÄrcmge^dM stoße er selbst nieder.

tungetr fttrert, hie als milde ausdrücklich anerkannt stnv, d. non Grundstücken, die zu einem Familien fid e-te kam nri ß gebären, sofern die Errichtung des Familien­fideikommisses seit »t ekjr als- z,eh n Jahren bestätigt ober genehmigt' worden ist, e. von Grundstücken, sofent dem Eigentümer das Eigentumsrecht an beit Grund- stücken seit mehr als z-e h n I ab r em zustchd oder durch Neberlaffimgs»erlraw von fernen Eltern oder von seinem. Ehegatten übertragen war und er unter Hinzu- rechmmg ber Besttzzeik des Uebrrtragendeir mehr als zehn Jahre ununterbrochen int Besitze gewesen ist, f. von Grundstücken, die der Eigentümer non- dem Ur» Eigentümer als dessen Ehegatte oder als dessen Erke der ersten ober zweiten Ordnung im Sinne der Para­graphen 1924/1925 B. G. B. traft Testament s oder ftaft gesetzlich«v Erbfolge erworben hat. Btzfinvet

Der Tümer von Botm.

Erzählung auf ber Fvanzofenreit von Dr. Witz he km 3t irtan 6;

bann durch dte Stadtviertel gezogen und. haben die Bürger arißgefordert, Kleidungsstücke auf den Markt zu bringen für die „braven Patrioten"..

Auf dem Markt vor ber Fontäne haben sie sich batttE ittngeReibet und allerhand^ Kurzweil getrieben" ba> sind auch wohl etliche Schelme in , ihrer durstigen Gewandung tote- lustige Teufel umhergcsprungen und haben sich gar ungebühr­lich Benommen, di« wüsten Gesellen, fvdaß kein Mädchen wagten zur Stunde den Platz zu passte- ren. Gegen abend ist ber ganze Trupp den

ist geschehen. Hafer Kurfürst ist geflohen; bte FreiheitÄmänssr habew ihn aus seinem Lande getrieben. Mesen Nachmittag um 3 Uhr ist er am Tse weben der Schteßkapelle iir den- Wagen

Jetzund sind tote allem, toi» eine Herde ohne, vtrte. ।

Die Franzosen siteö da! „

Scanner, Weiber und Kinder sind heransge- "ollt diesen Morgen vors Kölntor, um die-Franz- chamrer zu sehen. Stundenlang haben die Für- gewartet, baan ist auf einmal eine Ber- entstanden. „Sie kommen!" haben die Hi, ? gerufen und haben die hintersten über bett na,?.!®1 gerannt und mänuiglich ist nach der Stadt Dj?^^üchtet vor den wilden fremden Reitern, hält die Stadt geritten und haben ge-

die Haustüren und Fensterscheiben ge-

4 waren und affe Straßen menschenleer.

Uferte. Poppelsdorfer Allee haben sie ihre ait bte Bäume gebunden, Holz zusammen-

nachgefprengt.

Die Bürger sind aus- ihren. Häusern gekom­men uni haben aufgeatmet,, tote wenn ein Ge­witter borübergegangen wäre..

Sind am folgenden Tage auch lustige Schelme' gewesen, die haben gelacht und gewitzelt über die Franzosenfurcht und ein Spottliedchen ersonnen; bte gingen haben es aufgegriffen und singen be­reits abends auf allen Gassen Öen Knittelrenn:

Was ist denn, los?

Vor dem Franzos Sinkt klein und groß DaS Herz in die Host Zwei EskaöronS wacen's bloß, Qa ira, ya ira, ?a ira, 1,arg ent vat miaux Que des Aaaignats.

Das letztere hoben sie den französischen Plcin- kern aögelauschk.

Deutsches Reich.

* Reichskanzler Fürst Bülow muß wegen Erkältung das Zimmer hüten.

* Prinz Adalbert mußte, nach einer Meldung au8 Kiel, Samstag morgen infolge einer akuten linksseitigen Mittelohrentzündung auf Vrans- büttelreede vom Kreuter „Danzig" ausgelchiffi werden. Der Prinz begab sich sofort nach Kiel zurück.

* ließet 30 Generäle werden in der nächsten Zeit in den Ruhestand treten. Außer dem X. hannoverschen Armeekorps, besten kommandierender General v. Stüntzner bereits den Abschied ein« gereicht hat, sollen die Gouvernements von Straßburg und Mainz eine Neubesetzung erfahren. Auch die Feldtengmeisterei in Berlin, 3 bis 4 Divisionen, die Kavallerie-Inspektionen in Königs­berg t Pr., Stettin und Saarbrücken und über 25 Brigaden werden zum Teil durch Verab- schiedimg, zum Teil durch Beförderung ihrer Inhaber frei werden. Besonders stark wird der Abgang unter den Brigadekornmandertren fein, von denen u. a. beim VI. Korps allein fünf, beim VIL und XVII. Korps je drei in Pension gehen werden.

* Die Polenkmnmission des Herrsnhauses soll am Freitag sieben Stunden getagt haben. Die Vechondlungen waren wie bekannt vertraulich, iiWtzdrm aber will die ,Franks. Ztg/ erfahren haben, dast beschlossen worden sei, dem § 13 des Gesetzes, der dem Staate das Enteignungs- »recht zuspricht, folgende Zusatzbestimmungen ein» zufügen:

geschleppt Zäune eingeristen und ein mächtiges Feuer angezündet sodaß man vermeinte, sie woll­en zehn Ochsen am Spieß braten-;. Ochsen, aber -haben sie nirgend to» auf getrieben, nicht einmal Wurst wollten ihnen die Metzger gebar fite das ischmutzige Papiergeld, so sie Astigttaten nennen und in. Schelmenliedchen selbst verspotten.

Gegen abend sind sie ant Tor borbeigevittetr über bte Landsteaße nach Godesberg. Wilde, kriegerische Gestalten sind's gewesen, etliche jimg, manch« schier an 50 Jahre alt. Einer hat an ramnenc Fenster mit dem Roß angehalten und an die Butzenscheiben gxLopft, diahinter ich sie ' beäugelte.

ließen Maßnahme» beraten soll.

Ein Regierungsbertreter erwidert, daß am 2. September 1907 eine neue Verordnung erlassen lei, welche wesentliche Verschärfungen enthalte.

Wg. Kreitling sfr. Vp.) hält die Befürchtun- (|en des Abg. Felisch für übertrieben und spricht ich gegen die Einfiibrung einer Kcmiumsioir aus.

Dbg. Fraukeu (trE.) wirnftht öte SchiMao- machung der Ruhe.

Ein RrgirrnngSvertreter erklärt, daß eht Pro­jekt, die Ruhr bis Mülheim MMar zu machen; aus gearbeitet toitebe.

Abg. t>. d. Hagen (Ztr.> wünscht größere Rück­sichtnahme auf die LandwirtWrst bei Flußregu» lieriargen.

Abg. Rosrnow (fr. Dp.) und Abg. Dr. Boltz (nl.)‘ bitten unr Saköigew Ausbon des-Oder-Sp ree- kanolS.

Deutscher Reichst««.

Sitzung nun- 8. Februar ibüg.

(Rnfefeenttourf betr. Zahlung der Bearn- ^irSfolbuna unb deS Gnadenvierteljahrs Wird in dritter Lesung debattelos angenommen.

Alsimnn wird bte zweite Beratung des Etats der Bauverwaltun g fortgesetzt ® Oa Hammer (E) beklagt sich darüber, daß die Bestimntuugen- über das Submislwnswesen bäufig nicht beachtet werden. ,

Abg. Dr. Eickhoff, (ft, Vp,) bemängelt, daß bet ber allgemeinen Bauverwaltung nach drei Klassen von mittleren Beamten sind, Regierungsbau- sekretäre, Bausekretäre und Bauassistenten und regt eine Verminderung dieser Klassen an.

Abg. Dr. Hauptmann (Ztr.): Infolge deS jetzigen Systems der Rheinregulierung ist die Wassermenge des Rheins dauernb zurückgcgan- gew Dos Master des Rheins fließt vtsl zu schnell ab sodaß im Saufe der letzten Jahve eine ganz erhebliche Senkung des Rheinwasterspiegels er- folgt ist. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, müssen Reservoirs geschaffen werben. Hierfür bietet ber Strom selbst durch feine Nebenarnre die Möglichkeit

Ein Regiernngsberkrrter erwidert, der Was­sermangel des Rheins sei auf. die außergewöhn- licke Trockenheit ber Sommer 1906 und 1907 zu­rückzuführen. Es träte allerdings wunscheirs- roert, solche Perioden des niedrigen Wasterstan- des durch Anlegung von Staubecken zu verhin­dern. DaS würbe aber gewaltige Mittel bean­spruchen.

Abg. Münsterberg (fr. Vgg.) wünscht, daß die Regierung mit Rußland in Verhandlungen trete, damit auch der Stromkauf der Weichsel auf rafft- jchem Gebiet reguliert werde

Abg. Dr. Hauptmann (Ztr.): Ich freue mich, baß der Regierungskommisiar bte 9iottoenbigfeit einer Vergrößerung der Wastermenge anerkannt Hatz Tann darf man aber auch nicht toarten, bis bte Schweiz bett Bodensee als Staubecken ausge­staltet. Wenn ein Bedürfnis vorhanden ist, muß. man selbst an die Besserung denken.

Minister Drett«n.bach erklärt, Sie Regierung werde alles tun, um die Rhemschiffahrt zu fördern.

Abg. Fekisch ff.) fordert strengere baupoflzer» ließe Maßnahmen für die Warenhäuser wegen der Feuergefährlich fett'. Redner fordert die Ernberu-

Da hat er — Norm Kathans war's — den Kutscher zu halten befohlen, hat sich hn Wagen !aufgerichtet und dem Volke ziigefprochen, sie möch- tt)m aU| WeiW devoten Beiryero gav, ronroc ;ten sich fugen nr rärte Schicksal, st» Gott leB höchlich erstaunt und fragte, ob alle- Follbediew |Uber alle verhängt. Tve Franzosen wurden form- - - - ------ - -----

ihten und wieder gehen und feilte Freude werde firo&et sein als die ihrige.

Hat daraufhin affen mit zitternder Hand den Segen erteilt rmst ist werter gesirhrvr dem Rheine zu.

sich daS Grundstück te 3Rtt eigen tum mehrerer Personen, so fit bte Enteianung auSgeichlösten, sofern bet jraem her Eigentümer eine der <u e. oder k. genannten Vor­aussetzungen zutrifftz Steht da« Eigentum aber Wit« : etgentum einer an Kindesstatt angenommenen Perlon oder einer juristischen Perlon zu. so ftnben bte Besttm- mungen biete« Paragraphen kein« Anwendung

Sollten die Bestimmungen zutreffen, so ist die Vorlag» in der Herrenhauskommtssion in ihrem wesentlichen Inhalte gefallen. Sie ent- spricht aber höchsttvahricheinlich den Tatsachen, da sie von der .Kreuzztg/, die sich bester als jedes andere Blatt im Herrenhaus« auStamt„ bestätigt wird.

♦ Die diesjährige Generalversammlung des Bundes der Landwirte findet am Montag den 17. Februar im Zirkus Busch zu Berlin statt. U. o. soll auch verhandelt werden über »Block­politik" und „^ltetchsiteuervorlagen".

k. Die Wahlrechts-Demonstrationen in Ber­lin werden demnächst ein gerichlliches Nachspiel haben. 17 Personen, deren Persönlichkeit am 10. bezw. 12, Januar festgestellt worden ist, ist Berliner Blattern zutelge die Anklageschrift zu-- gestellt. Die Anklage kämet aus Widerstand gegen die Staatsgewalt.

= Ein Verein der Reichs- «nd Staats­pensionäre ist kürzlich in Berlin gegründet worden. Nach einem einleitenden Referate eines Redakteurs beschloß die- gutbesuchte Versammlung, an die gesetzgebenden Körperschaften im Reiche und in Preußen die Bitte zu richten: 1. Die Pensionsbezöge aller Reichs« und Staals- pensionäre, sowie die früher festgesetzten Witwen- unb Waisengelder, den veränderten wirtschaft­lichen Verhältmffen entsprechend, zu erhöhen; 2. diese Erhöhung fortlaufend nach dem Grund­sätze zu bemeffen, daß die Pensionen mit den Gehaltserhöhungen der betreffenden Beamten- Kategorien gleichen Schritt halten.

Endlich! Man hätte getrost jede Wette darauf eingehen kömren, daß wieder jemand auf den schlauen Gedanken veisiel, an dem Atten­tat in Lifsadon sei ber Katholizismus aäias Klerikaktsmus, Ultranwntanismus schutb. Der Jemand hat diesmal fast acht Tage ge­braucht, aber er hat es doch noch „heraus- gekriegt". Natürlich wohnt der Schtauberger in ber Hauptstadt der deutschen Intelligenz, in Berlin, von der alles Gute kommt. Er kommt in den .Berliner Neuesten Nachrichten' zu Wort. Dort schreibt er:

.Au'ch ber Klerikalismus kfi zweifellos schuld an dem Mutigen Drama vorn 1. Februar. Denn die Art der llerikalen Volkserziel,un r auf ber iberischen Halbinsel, bet Mangel an Erziehung zu isahrer Bildung und Gesittung öffnet gerade hort revolutionären Tendenzen bei dem leidenschaftlichen Temperament ber Südländer leichter Tür und Tor, als iw germanischen Ländern."

Mer bittet Auch m germanischen Ländern ist bte katholische Kirche an aüm Attentaten schuld. Hat nicht selbst Bismarck uns Katho- ' liten den Kullmann an gehängt? Die blödsinnige Entdeckung des Berlmer MatteS weiter zu wür- -digen, stillt uns natürlich nicht eim Nur fei > festgestellt, daß iw Portugal die kathoüsche Kirche in Erziehungsfragen sehr wenig zu sagen hat, seitdem ber Freimaurer Pombal Gelegenheit hatten als Staatsmann seinen antikleritalen Jn- siinÜ-en freien Lauf zu lasten. Hnb der Geist

Neulich ist er mit seinen Begleitern den Kreuzberg hinoufgeritten und Hatz als er bte mächtigen Föhren sah, befohlen, au3 dem größten Baume einen Fr eiheitsb au-m herzustellen, und bann haben die Franzosen ein verrückte« Schauspiel aufgeführt.

Auf dem Markte vor dem Rathause haben sie -deil Baum ausgestellt und mit farbigen Bändern und Fahnen gegiert Dann hat sich dre Garm- fon aufgestellt in mehrfachem Kreis, und als end- sich der Stamm stand, sind sich die Kerl« in bte Arme gestürzt, haben geschrieen: Es febe em freies Frankreich! haben den Baum umtanzt und die Musik hat gespieltz die Trommler haben gewirbelt, der General aber ,hat den Hut gelüftet und mit seinen Offizieren in feierlicher Prozes­sion. den Freihettsöaum umschritten.

So haben sie alle getanzt und geschrieen bi« in bte Nacht hinein» an die Fontäne haben sie brennende Pechfackeln gesteckt, Bier und Wem herbeigeschleppt und gefchrieen tote tolle Hunde — bis Bürger aber haben mit Schmerz in der Brust dem wüsten Treiben aus den Fenstern ihrer Häu­ser Mgeschaut und Gott in der Stille angeflehtz daß er sie bald befreie von dieser frecheitstolle» Baud«.

Im Frühjahr 1798.

Die Franken sind noch immer in unserer Stadt. „Krähenfrester" nennt sie das Volk; al­les nehmen sie weg, was sie an Eßbarem finden. Sie sind vor einigen Tagen in großen Trupp« in der Umgebung herumgestreift, haben den SBau- etn alles Federvieh toeggenommen und ist auch ein» Bäuerlein gewesen, das hat sie gebeten, sie möchten doch um Gottes willen serne arme« Hühner verschonen, drüben im Gehölz sei reichlich .Federvich, das würde ihnen guten Ersatz bis* ten. Daraufhin find die Franzosen ins Holz ge­zogen, haben aber nichts als Krähennester ge­funden, und, sintemalen nichts besseres vorhan- ■ den, sind sie auf die Bäume geklettert und haben alle vorhandenen Eier an Ort und Stelle auSge-