35. Jahrqanq.
Fulda, DImsta« dm 4. Februar 1908.
3? 18.
i o n Gröber
guten Füßen.
Margerit.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 3. Februar 1903.
unter-----------
Resolutionen eingebracht worden wünscht baldige Reform des Mttttarstrafrechts, die Ivette Einschränkung des Ausschlusses betOef- fentlichkcit bei Militärgerichtsverfahren und die dritte endlich fordert die allgemeine Einführung der einjährigen Dienstzeit.
Abg. von Byern (L): Ein allgemeiner Wunsch meiner Freunde geht dahin, daß an Stelle der großen Garnisonen kleinere Garnisonen,m größerer Zahl geschaffen werden. Gegen die Reso- lntion auf Einführung der zweiiahrigen
Da hab' ich's nicht mehr ausgehalten auf meinem Späherposten', Habs der Tür einen Tritt versetzt, daß die Angeln stöhnten und bin tm Zimmer gestanden, mit flammendem Blick die bei- den messend. Bezwungen hab' ich mich und die Arme gekreuzt über der Brust, um dem Sturm zu wehren in meinem Herzen drinnen.
„Margerit!" ruf ich und grabesdumpf muß meine Stimme geklungen haben, denn ich sah, wie das Mägdlein erblich und zitterte, „Margerit, ich gebe Dich frei! Sag' eS ihm, daß Du ihn
lieb ft!"
Und hinaus bin ich gerannt wie ein Irrer, habe mich in meiner Stube eingeschlossen und den Kopf in die Kissen gedrückt und gestöhnt aus meinem Lager wie einer, der mit dem Tode rtn$jie am andern Morgen daS Frührot aufgegangen ist über dem Rhein, da hat man die Mar- aerit vergeblich gesucht in allen Kammern und den fremdländisc^n Gast desgleichen. Der srtall ist leer gewesen und kein Pferd hat drinnen gewiehert nach seinem Herrm Gellend hat des Schmiedes Weib aufgeschrieen wie damalen, als wir den blutbedeckten Franzmann über die Schwelle trugen inS gastliche Haus. Der Meister aber hat sich die Lippen blutend gebissen und em grollender Fluch ist in seiner Kehle erstarrt. Seine breite Brust hat sich bewegt tote unter Zentner- last und auf mich ist er zugetreten, hat seine Rre- senhand in meine Rechte gelegt und kein Wort gesprochen. Hat sodann umgedreht und ist mit der Handfläche über die Augen gefahren, um etwas Nasses daraus zu entfernen.
Drei Tage sind vergangen, und ein Bries ist angekommen vom Badischen her. Von der Margerit ist er gewesen und hat nur wenige Zeilen enthalten; aber genug ist'S gewesen für mein armes Herz. , m .
„Vergibt mir lieber Vater und liebe Mut- I ter!" .
SU Abw Cahe'nsly (Ztr.) weist darauf hin, dchs seine Fraktion ihre Zustimmung zu allen AuS- gaben geben wird, die geeignet sind, den Mittel- stand zu heben und bittet dm Minister, den kauf- wännischen Fortbildungsschulen in erhöhtem Maße seine Aufmerksamkeit zu widmen.
Abg. v. Ditfurth (k.) wünscht Ausbildung von Lehrern für den Haushaltungsunterricht in de» ländlichen Fortbildungsschulen.
Abg. v. Stromheck (Ztr.) bittet den Minister um staatliche Beihilfen um Anschaffung besserer Webstühle im Eichsfeld und ferner für diesen, gen Weber, welche in Mülhausen ihre weitere Fortbildung für mechanische Weberei suchen.. Ferner wünscht er, daß die Meisterprüfungen rn seder Provinz an mehr Orten alS bisher abgelegt werden könnten. Dadurch würden den Handwerkern Kosten erspart werden. „ , ,
Die weitere Debatte verlor sich in Einzelhes» ^Schließlich wird der Handels- und Gewerb» etar bewilligt.
Dienstag: Kleinere Vorlagm, Bergetat.
««chM täglich «it Ssnatime der Sonn- ^dZ-i-rtaS«. viertel. lahrliche've;«Sr""i» ,hne vrtngerlohn anb Lettellgeld inZulbas». wit auswärts 1.50 Alt.
Verantw Aebakteur! LarlSchStte;
Wochentag-: „Illustrierte Sonntagszeitung
(Ztr.) eingegangen, welche bte Regierungen ersucht, „gleichzeitig mrt der Verbesserung der Dienstbezüge der Offiziere und Milttarbeamten ■ auch für bte Gemeinen eine Erhöhung der Loh- i nung anzufordern." , ,
Abg. Bebel (Soz.) hält dann ferne allsahrlrche ■ große" Militärrede: Wir regen uns nicht dar- über auf, wenn Sie unfere Parteipresse aus den Kasernen fern halten. Die Kasernen sind sa so- wieso die besten Agitationsherde für bte Sozialdemokratie. (Großes Gelächter, Unruhe rechts.) Fahren sie nur ruhig so fort. Wir fahr«, nicht schlecht dabei. (Lachen rechts.) Auch „über bte Kriegervereine freue ich mich. Wtr rütteln die indifferente Masse in den kleinen Orten auf unb das genügt uns schon. Sie sagen, totr stellten Agitationsanträge und stimmten nachher doch nicht für den Etat. Schaffen Ste uns eine Deckung der Ausgaben, wie sie wollen. Für einen Etat, der in der Hauptsache durch Lebensmittel- zölle getragen wird, werden wir nie und mmmer ! stiimuen. Wir haben den Antrag ans Erhöhung der Löhnung eingebracht, weil alle Kategorien tn den letzten 50 Jahren aufgebessert worden sind, nur nicht die Gemeinen. Den Anträgen des Zen- I trums nnd des Abg. Ablaß werden totr zusttm-
>nen, aber wir sind gegen die Erteilung des land- wirtschaftlichen Unterrichts an die SAruten. Die Einwände gegen die zweijährige Dienstzeit bet der Kavallerie sind nicht stichhaltig. Protestieren I möchte ich gegen die anscheinend immer mehr um sich greifende Praxis, Offiziere, bte sich etwas haben zu Schulden kommen lasten, für unzurechnungsfähig zu erklären. Ob unser Antrag über die Einführung der einjährigen Dienstzeit em- I stens angenommen werden wird, lasse ich dahingestellt. Die ganze Entwickelung drängt auf toet- tere Verkürzung der Dienstzeit. (Zurufs Gewiß, bei diesem Anträge denken totr in Wirklichkeit an die Mili z. Sie steht unter unfern nach- sien Forderungen an den jetzigen Staat und die jetzige Gesellschaft, und 1863, meine Herren Na- . tionalliberalen, war es der deutsche National- verein, Herr v. Bennigsen an der Spitze, der in I einer Resolution die Einführung der Miliz der-
Deutscher Reichstag.
Sitzung vom 3. Februar 1908.
Präsident Graf Stolberg: Meine Herren! «i;e Ihnen Allen bekannt sein wird (dte Mitgtie- der des Hauses erheben sich von den Platzen), ist am vergangenen SamStag in Listabon eme ent- gliche und in der Teschtchte beispiellose Tat begangen worden, welche zwei blühende Leben.den «ater und den Sohn, den König und den Kron- prinzen von Portugal dahingerafft und welche em uns befreundetes Volk in bte schwerste und tiefste trauer versetzt hat. M. H.l Ste haben sich von Fhren Plätzen erhoben und Sie haben damit dem Gefühl der aufrichtigsten Teilnahme und einer gerechten Entrüstung Ausdruck gegeben. lBravo!) Fch konstatiere daS. (Die Sozialdemokraten, deren Plätze bis dahin leer waren, erscheinen erst nach dieser Rede im Saale.) tt
Zweite Beratung über den Mr lttar et ar. Den mündlichen Bericht erstatten bte Abgg. Siern (k.) und Erzberger (Ztr.).
Die Verhandlung beginnt nut dem Köpftet Gehalt des Kriegsministers". ,
Bevor die Debatte eröffnet wird, ergreift daS
Präsident von Kroecher ersucht um bte Er- mächtigung, der portugiesischen Gesandtschaft anläßlich der Ermordung des Königs KartoS unr des Prinzen Louis Philipp bte Teilnahme cd Hauses aussprechen zu dürfen. (Beifall.)
Aft-dann wird die zweite Beratung des Han dels- und Gewerbeetats fortgesetzt.
Handelsminister Delbrück erwidert auf eh* Bemerkung des Abg. Frhr. v Zedlitz, .daß « be- müht sei, in feinem Ressort die schreiberet nach Möglichkeit einzuschränken.
Abg. Schmedding (Ztr.): Bei den vielen Neu- bauten auf den Dörfern und in den stabten wer- den sehr wenig die Gesetze der Aesthettk berticksich- fiat. Wir haben im vorigen Jahre diesem Hebel- stände bereits durch das Gesetz über die bau- liche Verunstaltung von Ortschaften Rechnung getragen. Das Gesetz ist aber an so viel Bedingungen geknüpft, daß bis ;u ferner Einwirkung auf das Leben noch eine Reihe von^ah- ren vergehen wird. Erfreulich ist, daß der M,ni- ter des Innern und der öffentlichen Arbeiten in einem Erlaß die berufenen Organe zur Einwirkung auf die Bauweise veranlaßt haben. Ich be- danre, daß nicht auch der Hantelsmimster den Erlaß unterzeichnet hat und daß nicht auch bte Baugewerksschulen genannt sind. >sch toadite bat Minister bitten, bie Baugetoerkschulen mit Nachdruck auf den Erlaß aufmerksam zu machen.
Abg. Funck (fts. Vp.) bittet,. 1000 M für bie erste Ausstattung ber Maschtnenbauschule in Frankfurt a. M. zu StoiHtgen.
Abg. Münsterbcrg (fr. Dgg.) brachte den Fall des Geheimrats Muthesius vor, der die Berlin« Kunstgewerbeschule in feiner Eigenschaft als Do- zant an der Handelshochschule scharf krltinert hatz
An der längeren Debatte hierüber beteiligten sich die Abgg. Hammer (!.), Gqßling Cfrf. 93b.) unb Minister Delbrück, der es ablehnte, Muthesiu»
Da hat auch schon ber fremde Chirurg die Margerit bemerkt und meint, die ^ungfer konnte wohl Krankendienste bei dem Armen verrichten zur Not. Das Mädel wirst einen fragenden Blick nach mir hinüber.
Tu das!" ruf ich hastig, obwohl ich zehnmal lieber das Gegenteil gerufen hätte.
So hat sie ihn also gepflegt, und ich bm tote- ber hinausgeschritten 8« meiner Hufschmiede, das Herz voll seltsamer Gefühle. Beim ersten Hahnen- chrei ist das fremde Kriegsvolk zum Dorf hm- ausmarschiert mit klingendem Spiel und wehen- ^^MnRoß' und ein Reiter sind zurückgeblieben: das Roß hat im Stalle gewiehert, tote bte andern Über die Landstraße zogen unb ber Reiter — .
Wie kommt's, daß meine Feder eigensinnig wird in meiner Hand und sich sträubt, daS Kom- ntenbe zu berichten? Am liebsten rnocht ich mit meinem Herzblut schreiben, was nun solgt auf diesen Blättern. ,__ .
Am Flisterbufch hab ich gefronten, ter tm Gärtchen wächst hinter dem Schmiedehaus und der Margarit geharrt nach Sonnenuntergang.
„Du mußt kommen heute abend, weil ich mit Dir sprechen wollt'!" hatte ich ihr zugermmt am Nachmittag, und sie hat mich fast furchtsam ange- schaut mit ihren großen schwarzen Augen; aber bie Minuten sind vergangen, und der blasse Mond ist aufgestiegen hinter dem Vogesenwald. Mein Lieb ist nicht gekommen unb ich bin tn 8 Haus zurückgeschritten, voll Grimm die Seele und bte Adern vor Zorn geschwellt.
Wie ein Dieb und Häscher bin ich zum Kämmerlein geschlichen, darinnen sie zu sitzen pflegen, und durch bte Türspalte hab' ich gelauscht den flüfternben Stimmen. Mit pochendem Herzen höre ich, was sie sprechen.
Aber bte Tür ist dick unb nur flüsternde Saute hör' ich von innen: „Der Feldgeistliche verbinden —" _,r„E
„Mir ward'- glühend haß um bte Schlafen und tDviwum unitiitoetbe üb feine Stimme:
^Präsident Graf Stolberg: Bevor wir in bie Tagesordnung eintreten, habe ich dem Hanse noch I mitzuteilen, daß ber Herr Krieg,muttster nur ein Bedauern hat aussprechen lassen, daß eS ihm Degen seiner Erkrankung nicht möglich ist, seinen I Etat hier selbst zu vertreten.
Die Kommission schlägt verschiedene Re- solutionen vor. Eine Resolution verlangt eine Denkschrift über die Einführung ber zweiiahrigen Dienstzeit bei ber Kavallerie und ber rettenten Feldartillerie. Eine zweite Resolution will Erhöhung der Löhne für Gemeine einschließlich der -pielleute, Oekonomiehandwerker und SamtatS- niannschaften. Ferner wird.gefordert, daß die Militärverwaltung, ebenso tote es bet der Ma-1 riiieverwaltung gewünscht wurde, dre .Tarifverträge fördere und die «rteiterausichnsis bet ber i Festsetzung von Arbeitsbedingungen hlnzuztehe.
Ten von der Militärverwaltung beschäftigten Arbeitern soll der Lohn auch für die gesetzlichen Feiertage gewährt werden und die Arbeiter der Felbzeugmeisterei sollen inklusive ter Paule, den Neunstundentag erhalten. Eine fernere Refolu- tion endlich wünscht für die Mannschaften des zweiten Jahrganges Unterricht im lanbtotrilcteft- j liehen unb gewerblichen Fortbildungsschulwesen.
LZ liegt eine Reihe von Resolutionen anS dem Hause vor. Eine Resolution Kohler kw. Vzg.) fordert ebenfalls landwirtschaftlichen Unterricht für bie Mannschaften.. Eine Resolution Albrecht (Soz.) tritt, tote der Kommis- sw-'sbeschluß, für die Erhöhung der Löhnung der Gemeinen ein. Ein Antrag Gras Hompesch (Ztr.) will, daß dahin gewirkt werde, datz bte Hebungen ber Reservisten und Landwehrleute und die Pferdevormusterungen nicht zu Zetten der Ernte abgehalten werden und datz einheitliche Be- sti'nmltngen über den Ernteurlaub ber Soldaten unb O C(fc Rp!) betrifft Freifahrt für Be-1 gründ gestellt werten. Das ^sichtignngswesen udaubte. Seiten,* ter, Sozialdenwkratie sind kann vereinfacht werten eme
Dienstzeit bei ter KabaIIer schwere Bedenken.
ben Reichskanzler zu untersuchen . .
mische Heiterkeit.) ich meine natürlich, zu er- suchen, die Deff entlieft fett beim Mr l i - t ä r g e r i ch t zuzulassen. Die Materie ist b£ reit» gesetzlich geregelt und wir lehnen deshalb den Antrag ab. Mit Entschledeithctt sind wir gegen den Antrag auf die allgemeine Einführung ! der zw e i j ä h r i g e N Dienst zeit. Der Am trag Hompesch ist ein dringendes Bedürfnis. Ich möchte nur noch bitten, daß den zur Ernte beurlaubten Soldaten gesetzlich ein einheitlicher Lohn zuaesichert wird. (Beifall.) \
AbchHaeusler (Ztr. — Bayerischer General- maior 8. D.) tritt lebhaft für die Resolittwn der Kommission auf Vorlegung einer Denkschrift über die Einführung ter zwe11 ahrigen Dienst- z e i t für K a v a l l e r i e und reitende Felbartil- lerie ein: Tatsache ist, daß diese beiden Truvpen-
I teile in einem Jahre vollständig ^r den Kneg ausgebildet werden. Denn Ware das nicht der Fall dann wäre ter Einjährtgen-Fretwilligen- bienfr bei diesen Waffengattungen durchans unzu- lässig (Beifall im Ztr. und auf ter Linken), zumal die Ausbildung für die Etmährig-Fretwilli-. ich nichts man dieselbe
SÄ £ »Sä SÄÄ'S HSS Sn« iabrtge bei ter Schwadron sind ganz bebeutungS- ^nzwftcyeu m eine los. Wenn die Militärverwaltung bisher am brüten Dienstjahr festgehalten hat, so tft bas auch
I weniger geschehen im Hinblick auf d ie Au- b ildun g I ber MannMsten, als vielmehr im Jntere.se. der Ausbildung ber Pferbe. Der sozialdemokratische Antrag auf Einführung ber e t n ) a b r t g e n Dienstzeit ist aber absolut undurchführbar. In
• Frankreich hat man zwar mit ber zweiiahrigen ■ Dienstzeit bei ber Kavallerie eine etwas prekäre ' I Sage hervor gerufen. (Hört! hörtlrechts.l Die - französischen unb deutschen Verhaltnuse sind tn ■ dieser Hinsicht aber grundverschieden. Stet uns herrscht ein militärischer Geist, der durch Einführung ber zweijährigen Dienstzeit sicherlich noch gesteigert wird. Wir haben bei unserer Kavalle- ric ein Offizierskorps, unb ein U.tteroffiMrs- material wie fein zweiter Staat auf ber Welt! Ein derartiges Kapital sollten wir mibbrtngcnb verwenden, um dem opferwilligen deutschen^.oike bie Militärlasten nach Möglichkeit zu erleichteim. Es werten sich auch Vorteile für bte Mobilmachung dadurch ergeben. Die fortschreitende Technik hat der Waffenausbildung gerade bet der Kaval-1 lerie sehr genützt. Läßt man allen überflüssigen Ballast beiseite, wird man mit der zweijährigen Dienstzeit sehr gut auskommen können. Man soll die Kavallerie auch nicht nach ber persönlichen Be- liebthett bemessen, sondern nach ihrer Brauchbar-
I feit im Kriege. Man muß sich endlich von. ter unheilvollen Vorstellung freimachen, als sei es in einer großen Schlacht noch möglich, durch Massenattacken der Kavallerie etwas zu erreichen. (Hört! hört!) Für unsere Kavallerie muß die Aufklärung vor und wahrend und
I bte Verfolgung nach der Schlacht in den Vorder-
• * (Stur 1 -wettäteiaen Dienstzeit für die Kavallerie sieg- K Stoteu, denn sie entspricht bett eigenen Interessen der Militärverwaltung und sie ist eine Forderung der fortschreitenden Kultur und der ausgleichenten Gerechtigkeit. (Besiall.) Bäuerischer Bundesbevollmachti gter Frhr. von Gebfaltcl: Die bayerische Heeresverwaftung ist der Anfsastung, daß die dreijährige Dienstzeit bet ber Kavallerie nicht auf zwei Jahr? herabgesetzt werten tann. Unsere Mannschaften sind heute schon so angestrengt, daß wir durch Verkürzung bet Dienstzeit den Bogen zum Brechen überspannen würden. Die Folge würden unbedingt Sol- datenwißhandlungen sein. Die Mannsckmften des dritten Jahrganges sind unbedingt erforderlich.
Aba. Graf Crtola (ntl.): Dem Antrag Al brecht bett. Reform des Straftechts, dem Antrag Ablaß und dem Antrag auf Reform des Be- schwerderechts und des ehrengerichtlichen Verfahrens stimmen totr zu. Was den Ausschluy der Oefkentlichkeit betrifft, so meinen auch .wir, daß von ihm nur in den dringendsten Fallen Ge- ! brauch gemacht werten , darf. Was die Anfbesse-
well, Washington, Scharnhorst, Gneisenau unb Ztapoleon als Anhänger des MilizsystemS.
Gencral Sixt v. Arnim: Die teuren Truppenübungsplätze müssen das ganze Jahr bindurch au^geniitzt werden. Deshalb wird man nicht unter allen Verhältnissen beim Ernteurlaub auf bie Landtoirtsämst Rücksicht nehmen können.
Dienstag: Fortsetzung.
Und herunter haben von Männerhanb LkÄ Worte gestanden:
„Pardonnez-nous! E- Prevot.
Die Buchstaben haben getanzt vor mein«, Augen wie kleine Kobolde; herumgehupft sind fitz um mich wie entseelte Geister und haben gelacht luid geräuspert mtt feinen dünnen Sttmmcheni
„Es gibt keine Liebe, eS gibt keine Treuj nur Lüge und eitele Lügei"
__ __ _ , - —iii. M **
" Ein Jahr ist bergangat tm Elsasserland Dii Bäume haben geblüht und das Laich ist verwelkft Die andern haben'S gesehen, ich nicht. . > .
Aber eine geschlagene Armee hab ich vom Dttom Herkommen sehen, viel Fußvolk und gallt«, sche Reiter. Auch ein Weib hab' ich geschen, d<ch an einem Herbstabend wimmernd an der Han^ tüt lag unb um Einlaß flehte für sich und ihr blasses Bübchen, daS sie im Arm hielt. Die Laterne hat der Meister Dommik geholt vom Stall« her unb sie hereingeführt in die erwärmte Stützet aber das Licht ist chm aus ter Hand gefallen und einen Schrei hat der Alte ausgestoßen so tot» und heiser wie bie Löwtn, die ihr Junges wieder- findet, das man ihr toeggeraubt
Margerit!
Auf dem Kirchhof zu Lauterbach freht esits Linde: bie neigt ihre Aeste zur Erde und trauer; um ein verlorenes Menschenleben.
Im Maimond war's, als totr sie begruve», unb die Nachtigallen haben gesungen MP« pe» offenen Grabe. (
(Fortsetzung folgt).
tent Namen Albrecht weitere dreiI formierung und Ausrüstung kann den Auftia- oem warnen »ro u, eine rnngsbienst erleichtern, bie Bewaffnung kann
■■■■“ ’ ebenfalls vereinfacht werben, denn naeft, meiner Erfahrung sind Säbel, Lanze und Kmabtner für den einzelnen ein bischen zu viel.^ («ehr richtig! links.) Die Forderung ber zweijährigen Dienst- seit für bie Kavallerie ist auch aus menschlichen
ver Türmer von Bonn.
Erzählung au8 der^ Franzo^enzcst von Dr. Wil«
(Nachdruck verboten.)
Da hat dar kitzliche Tier ausgeschlagen und reinen eigenen Herrn vor die Brust getreten daß er zurücktaumelte mtt einem dosen Wort auf den Lippen. _
DaS warme Blut ist ihm hervorgequollen aus feinem Munde und fein Gesicht ist weiß geworden wie ter Kalk an ter Wand.
Ich hab' ben Schwerverletzten aufgefangen tn meinen Armen und nach Hilfe gerufen tn bte Schmiede hinein. Die Frau hat aufgeschrieen, bte Margerit aber ringt stumm die Hände unb ist schier bleicher vor Schreck als ber frembe Reitersmann, dessen Blut mir über die Aernte! rinnt tote rin rieselndes Bächlein. .
„Er stirbt!" schreit die Schrniebsfrau: aber der Meister Dominik heißt baS Weibervolk hm- eingehen und selbander tragen totr bette den stöhnenden Franken auf’S Bett unb reißen ihm bie Kleider auf, um feine Brust zu untersuchen. Bald darauf ist auch schon einer hereingetreten, ten sie ben Regiments-Chirurgen heißen, und hat ben armen Burschen untersucht, dabei ein tief- krnstes Gesicht aufgesetzt und gar bedenklich mit kern Kopf geschüttelt.
Ein dunkeläugiges Mädchen hat cm dem Tur- Pfosten gelehnt, und ein leiser Mitleids-seufzer ist gehört Worten von Frauenlippen. Blitzschnel drehe ich mich um und in bau Augenblick verspüre ich einen Stich in meinem Herzen.
Ich sah den wimmernden Reitersmann an; Augsu hat er, schwarz wie Kohlen; nur tm Welsckiland findet man sie, unb in meiner Heima" habe ich sie niemals gesehen- £in zarter Flaum wächst ihm am Kinn unb seine Haut ist fein wie .bie eines Muttersöhnchens. An seiner Hand blitzt Äar »in Goldreif mit einem funkelnden Stein.
ten. „Und du ltevlt muy wirrnw» _ .... c^^probst hat mich ihm angetraut und alt
Marketenderin folge ich seinem Regiment in» Thüringerland. Verzeiht mir alles! lieber» Iah, komm' ich wieder, Vergebung zu erflehen vor
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Moncörbellage: „Zuldaer GeschichtZblatter Zerusprecher Ur. 9u
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