M 500.
Savrtag Öen 31. Dezember 1910.
57. Jahrgang.
" fuldaer W Zeitung«
3. Blatt.
Druck und Verlag der Zuldaer Actiendrnckerel
in S*l6a
Mundwasser
* Dermbach, 30. Dezbr. 1910.
Sein 40jähriges
Amtsjubiläum
als Rendant der Sparkasse
Aus -em Nachbargebiete.
Hus Gberheffen u. Hess. Aemtern.
* Würzbmg, 28. Dez. 1910.
Tas Sana-
140000 Mark.
K-klameu. uud Auzeigeutetl.
Amt Geisa UN- Umgebung
Zahn-
Fürft Bismarck: Meine Herren, der Herr Präsident hat schon gerügt, was ich von dem Herrn Abgeordneten, der dort ans der zweiten Bant sitzt, rügen wollte, — oder vielmehr rügen ist nicht mein Beruf, aber ich wollte meine Meinung darüber äußern. „Pfui" ist ein Ausdruck des Ekels und derBerachlung. Meine Herren, glauben Vie nicht, daß mir diele Gefühle fern liegen; ich bin nur zu höflich, um sie auszusprechen. ^Lebhaftes Bravo! von links und rechts. IDiinien im Zentrum. Äuurgung.i
Präsident: Ich bitte um Ruhe. (Fortdauernde Unruhe. Mehrere Mitglieder der Linken, au[ den Abg. Grasen Ballestrem auf der zrveiten Bank des Zentrums zeigend: Der ist es gewesen, der hat Pfui gerufen! Große Aufrecmng und Lärm. Glocke des Präsidenten.)
Bauernmädchen in der kleidsamen oberhessischen Tracht und schmucke Miliiärurlauder bunt bewegtes Bild.
p[ Kranlucken, 29. D z. 1910. Zum ersten Mal seit Menschengedenken nurbe in unserer Pfarrei während der letzten Adver iswoche eine hl. Mission abgehaiten. Trotz ungüi stigen Wetters und mühsamer Wege vieler Plärre langehörigen war die Beteiligung der Gläubigen die denkbar regste. Den Höhepunkt der gnadenreichen Tage bildeten die drei Weihnachtstage, an welch n jeden Morgen sämtliche Kommunikanten gememsa n zum Tische des Herrn gingen. Zur ergreisendei! Schlußfeier halten sich auch mehrere auswärtig: Geistliche eingefunden. Die erhebenden Tage der hl. Mission werden der Pfarrer unvergeßlich bleiben.
_ * Opfer einer Arzneivergiftung wurden zwei Söhne des Besitzers Ammer in Ohra bei Danzig. Die Knaben litten an Magenschmerzen, worauf ihnen die Mutter eine Arznei verabfolgte, die sie von einer fremden, umherziehenden Frau gekauft hatte. Die Kinder st a r b e n unter Vergiftungserscheinungen.
* Einen ungewöhnliche« Wunsch hat der Arbeiter Karl Kühnemann, der bereits über dreißig Jahre hinter Gefängnismauem zugebracht hat. Er hatte sich
* Marburg, 30 Dez. 1910. Der heutige Neujahr s m a r k t mar ui den Vormittagsstunden nur lchwach besucht. Erst gegen Mittag traf die Land-
der Straflammer in Hildesheim zu verantworten. Am Schluß der Verhandlung bat der Angeklagte flehend lich, über ihn die Todesstrafe zu verhängen Diesen seltsamen Wunsch konnte das Gericht natürlich nicht erfüllen, eS verurteilte bat Zuchthausveteranen Zu einer Zusatzstrafe von einem Jahre. ,
* In der Fabrik der Morewood-Eisgesellschaft in Pittsfteld (Massachusetts) wurden durch Platzen' eines Dampflessels zwölf Mann getötet und zahlreiche andere verletzt.
hat indessen den Anschein, daß diese Kraftenssaltung sich als überflüssig Herausstellen wird. Denn die Begnadigungskommission des Justizministeriums hat, wie „Paris-Journal' meldet, nach eingehender Prüfung der Prozeßakten beschlossen, dem Präsidenten die Begnadigung Durands zu empfehlen.
„Niemals!' rief Marh, und mtt einer plötzlichen heftigen Anstrengung machte sie sich von Montton los.
In demselben Augenblick aber erfaßte sie Bartley der vor Schrecken halb wahnsinnig war. Das gab Monfton Zeit, sich von seiner Ueberraschung zu erholen und ihren Arm aufs neue zu ergreifen.
„Du bist noch unmündig!' rief Barüey; stehst noch
Dermbach kann am Neujahrstage Rendant Deubel I Hierselbst begehen. — Wie aus Jena mitgeteitt | wurde, ist der Friseur Günther von hier, welcher in einer psychiatrischen Klinik in Jena unter gebracht war, daselbst entsprungen. Günther benutzte die Gelegenheit, als ihm die Wärter das Mittagessen brachten, zu entschlüpfen.
* Oftheim, 30. Dez. 1910. Nicht weniger als vier Familien unserer Stadt konnten in diesem Jahr mtt dem Ertrag des Ehprianschen Familienlegates in Höhe von je 54 Mk. bedacht werden | Dies Legat stammt von dem 1673 hier geborenen und 1745 in Gocha als Vizepräsident des Oberkonsistoriums verstorbenen Ernst Salomo Cyprian, der den verschiedenen Stämmen seiner Verwandten einige 1000 Taler aussetzte. Die Verwaltung liegt in dm Händm der Kirchenbehörde in Gotha.
** Aus Thüringen, 30. Dez 1910. Die Meisterprüfung haben in Weimar vor der dortigen Handwerkskammer bestanden der Schmied Fischer in Merkers, Tischler Kühnhold in Vacha, Maler Schäfer in Völkershausen, Schmied Rauch in Kaltennordheim und Tapezierer und Dekorateur Becker, in Vacha.
Wen« Sie Ihr Kind: Ä- ÄÄ „’M ,S & I poimnel s Haemawgen. Warnung! Man 8 verlang« ausdrücklich den Namen vr ksommel J!
(*) Gersfeld, 30. Dez. 1910. Der ortsübliche Tagelohn ist zum 11. Juli 1911 für den Kreis Gersfeld wie folgt sestgeleat worden: Für erwachsene Arbeiter auf 2,20 Mk., Arbeiterinnen 1,50 Mk., für jugendi che Arbeiter auf 1,40 Mk., Arbeite innen 1,10 Mk., für Kinder unter 14 Jahren aus 0,90 Mk.
* Witzenhausen, 27. Dez. 1910. Der Kreistag > — ------— —------ö —,
hot die Rechnung der Kreissparkasse fih I beoölterintg in größeren Trupps in die Stadt ein, 1909 auf einen Kassenbestand von 167 971.13 gjijf J unb balö zeigten die winterlichen Straßen ein durch und den Reservefonds auf 325044.77 Mk. festge- M| ' stellt. Der Kassenumsatz im Jahre 1909 betrug 4958 104 37 Mk. und zwar 2 563 037.75 Mk. Ein
bruch herein und aus dem Qualm und Schutt und Gestein ist der Aufseher nicht wieder zum Vorschein gekommen "
„Merkwürdig!' sagte Montton, „eben ist auch Mr. Hope in die Grube eingefahren, um den alten Teil derselben in Augenschein zu nehmen. Ist das nicht ein sonderbares Zusammentreffen? Wenn nun Mr. Hope etwas Aehnliches zustoßen sollte, so glaube ich gewiß, daß Dir Mr. Bartley fünfhundert Pfund geben würde.'
Bartley antwortete nicht; der Angstschweiß rann ihm über das Gesicht; er war das vollendete Bild fei. ger Schuld und Gewissensangst.
Montton sah ihn an und entschied in seinem Namen. Mit leisen Katzenschrittcn nähertp er sich Ben Burnley und sagte:
„Wenn irgend ein Unfaß eintritt, der jenen Mann verhindert, je wieder an das Tageslicht zu kommen, so erhältst Du fünfhundert Pfund."
„Fünfhundert Pfund!' schrie Ben, „dafür will ich den Spaß ausführen! — Ja, aber", fügte er, sich besinnend, lleinlaut hinzu, „sie lasse» mich ja nicht mehr einfahren.'
Der Vermittler ttat mit Katzenschritten zu Bartley.
„Bitte, geben Sie mir den schriftlichen Befehl, daß dieser Mann wieder in den Kohlengruben Arbeit haben soll.'
Barüey zitterte und zauderte; endllch zog er aber doch fein Taschenbuch hervor und schrieb aus ein Blatt desselben:
„Burnley soll wieder angenommen werden.
* Wiesbaden, 28. Dez. 1910. Zur Beschluß- faffung über die zu ergreifenden Maßregeln wegen gemeinschaftlich« Bekämpfung der Rebschäd- linge, insbesondere des Heu- und Sauerwurms, wird unter dem Vorsitz des Laudwictschaslsministers von Schorlemer am 3. Januar hier eine Kock- ferenz abgehalten werden.
* Wittelberg, 29. Dez. 1910. Vorgestern abend entstand hier ein Zimmerbrand, der aber bald bemerkt rind gelöscht iverden konnte. Ein Bett ist verbrannt I 1 t “ , -------- -- ------7- -----
* Amöneburg, 30. Dez. 1910. Bei der von d« abennals wegen eines Einbruchsdiebstahls vor Freiherrlich Schenckischen Jagdgesellschaft abgehalte- " " " ' ~
nen Feldtreibjagd in der hiesigen Gemarkung wurden 102 Hasen zur Strecke gebracht.
* Fritzlar, 30. Dez. 19iO Die hiesige Kreis- lravkenkasse hat als Kassenärzte best llt: für die Ortschaften Fritzlar, Rothelmshausen, Ungedanken, Geismar, Haddamar, Lohne, Werkel, Obermöllrich und Cappel die Herren Dr. Gaßmann, Dr. Ludwig und Dr. Andre hier mit der Bestimmung, daß die Versicherten sich einen Arzt wählen können, sie dürfen aber bei ein- und derselben Erkrankung nicht wechseln; für Zwesten ist Dr. Keßmeier-Borkeu und Sanitäts- rat Urban-Jesberg nvt derselben Maßgabe wie oben angegeben; für die Orte Dissen, Haidorf, Holzhausen, Maden, Obervor'chütz Herr Dr. Rothschlld-Gudeus- bcrg. Im übrigen bleibt es bei der bisherigen Einkeilung des Kassenbezirks.
nähme und 2395066 62 Mk. Ausgabe. Aktiva und Passiva betrugen 6012669.17 Mt.
Bartley.'
Seine Hand bebte, während er schrieb, und als er damit fertig war, konnte er sich nicht entschließen, das Blatt herauSzureißen. Er keuchte, gitterte und fein Gesicht war aschfarben „Nein, nein', sagte er, --es ist ein Todesurteil — ich kann es nicht!' Dabei versuchten seine unsicheren Hände das Notizbuch wieder in die Tasche zu stecken; aber eS entglitt seinen bebenden Singern, Montton nahm es auf, riß das Blatt heraus und reichte dasselbe, ttotz einer schwachen
abwehrenden Bewegung des feigen Schurken, Burnley zu. „Fort mit Dir', flüsterte er, während Ben das Papier ergriff; „fort, ehe Bartley anderen Sinnes wird.'
„Sie sollen von einem Grubenunfall hören, che der Tag zu Code geht', antwortete Burnley; dann eilte er fort, getrieben von dem zweifachen Stachel der Rachgier und Habsucht, ohne die leiseste Gewissensregung zu empfinden.
stiegen und wollte damit aus eigne Faust nach Breslau fahren. Die Strecke war seyr stark besitzt; zum Glück wurde man des roai nwitzigen Menschen noch Herr, der sonst entsetzliches Unheil hätte an- richten können.
* Thermalquellen. In Wiessee (Bayern) sind Quellen angedohrt worden, bte angeblich den stärksten Jod- und Schweselgehalk von alten Quellen in Leutsä-sy id haben loUen.
* Berliner Sonnenwendfeier. In Berlin gibts allerlei wunderliche Vereine, die altgermanische Feste wieder einführen wollen. Solche alte Festtestauratio- nen oder vielmehr Neuerfindungen veranstaltet auch der Klub „Wandervogel". Bei Caputh hinter Potsdam, wand sich in bunfler Abendstunde unter dem klaren Winierhrmmel ein Zug von Fackelträgern dem „vorderen Krähenberge' zu. Der männlichen Jugend hatte sich eine Gruppe von Wanderschwestern mit Mutten und alten Herren angeschlossen, und auch die Jugend Capuths sowie die Feuerwehr strömte zu dem seltsamen Schauspiel. Ein kurzes Stutzen auf der Höhe, dann fliegen die Fackeln in den Holzstoß Gesang ertönt, ein junger Mann hält eine Rede, während die Flammen ihn und die Zuschauer roter und röter überglühen. Dann bildet sich ein Ring, der um den Holzstoß herum schreitet, und es ertönt der Gesang: „Deutschland, Deutschland über alles." Nach der Feier wanderte die Jugend nach Potsdam zurück; 30 übernachteten auf Stroh im Gafthause, um ernt nächsten Tage weiterzuwandern, und die älteren Herren stärken sich noch etwas zum Rückmarsch. Das ist eine modem-religiöse Feier!
* Durch einen Gewehrschuß getötet wurde in Brlzig (Brandenburg) der Kreisbaumeister. Seine- Frau hatte die Waffe, die sich durch eine Bewegung | entlud, in der Hand gehalten.
* Der Goldarbeiterstreik in Pforzheim. Die von. dem Arbeitgeberverband der Edelmetallindustrie durch Postkarte an jeden Arbeiter gerichtete Anfrage, ob er zur Wiederaufnahme der Arbeit am 2. Jan bereit sei, hat das Resultat ergeben, daß die Unorganisierten sämtlich mit „Ja" antworteten, aber auch ein großer' Teil der Organisierten sich zur Wiederaufncchme bet/ Arbeit bereit erklärt hat, so daß mit der a l l g e m e i-< nen Arbeitsaufnahme am 2. Januar zu rechnen ist.
Ppi* ! verein gerichtet worden, gestorben Heute möchten
' ' I die Nachfolger der bamaligen Kirchen- und Katholiken-
□ Das „Pfui" des Gasen Batlestrem. Mit dem i-efolger an jene wüsten Zeiten nicht gerne erin- berühmt gewordenen „Pfui' des Grafen Ballestrem, nert sein, weil die Rolle, die die Kirchenverfolger an das in diesen Tagen öfters erinnert worden ist, spielten, doch gar zu traurig, ja geradezu verächtlich sst. hat es folgende Bewandtnis: In der Reichstags-1 sitzung vom 4. Dezember 1874 beging Fürst Bismarck I ————»
Grace erschrak; sie Halle von den Schändlichkeiten gelesen, die unter dem Deckmantel einer solchen Behauptung verübt werden können, eine Behauptung die nur zu ost die Teilnahme und den Beistand gut« und ehrenhaft« Menschen gelähmt hat, wenn sie im Begriff waren gegen gesetzlose Gewalttätigkeiten einzuschret- ten Grace war jedoch im vollen Besitz ihrer Geistes- kraste mtt Entschluß ber auch ihr verliehenen weibli- chen Schlauheit. So ließ sie sich denn von den Beiden «m der Haustur vorüberziehen, brach plötzlich in den Jubelmf aus: „Ah, da ist mein Baler!' riß, während Montton und Barlleh, d« Richtung ibrer Au- gen folgend wenig« festhielten als bish«, mit gewalt- smnm Ruck ihre Hände los, gab jedem von ihnen einen so heftigen Stoß vor die Brust, daß sie rück-
A"»Uen- Arzte ins Haus, schlug die Tür hint« sich zu und schob von innen den Riegel vor ge- ™°e hl beut Augenblick, als Montton, dn sich zuerst gefaßt hatte, wütend, aber umsonst daran rüttelte
D« fcharffichttge Bösewicht üb«sah die drohende Gefahr in einem Augenblick
„Nach d« Hint«tür ob« wir find verloren!' schrie er gellend auf; Barüey folgte d« Weisung.
Grace hatte jedoch eine halbe Minute Vorsprung Hasttg lief sie durch das HauS. Ach! die Unglücks- tur iw nicht zu öffnen. Die Haushälterin hatte zu- geschlossen, als sie fortging. Grace flog an die Tür äitrücf und zog leise den Riegel; ober während sie das tat, hörte sie Hammerschläge und mußte sich überzeugen, daß die Tür vernagelt war.
(Fortsetzung folgt.)
vermischtes.
* 1200 000 Frs. innerhalb eines Jahres zu vergeuden hat Paul P e r i e r, der Sohn eines früheren Präsidenten der ftanzösischen Republik, fertig gebracht. Seine Mutter hat gegen den verschwenderischen Sohn I das Entmündigungsverfahren ein geleitet.
* Auch em Weihnachtsgeschenk. Kaiser Menelik von Abessinien hat dem Präfiventen Faiitdres einen L'öioen, ein Z bra und eine Giraffe zum Geschenk gemacht. Diese Tiere werden dem öffentlichen Tierpark von Paris übergeben werden.
* Ei» Betrunkener hatte in Liegnitz in den j Feiertagen eine angeheizte Lokomotive be».
um« mein« väterlichen Gewalt; ich verlange daß Du mit mir nach Haufe gehst'
„Nein, nein!' schrie Grace. „Hülfe! Hülfe! Möv- der — zu Hulse!'
Sie schrie und sttäubie sich so heftig, daß die beiden Mann« kaum imstande waren, sie festzuhalten. Da. r -k,0?1 Mcmkton noch laut« zu schreien als sie: „Husse! sie ist wahnsinnig .... sie ist wahnsinnig! zu halten!" mir' cin wahnsinniges Frauenzimmer fest-
„Er wird es tun!' rief Montton triumphierend aus. „Hope wird fein Leben in der Kohlengrube entenl'
Kaum waren diese Worte seinen Lippen entflohen als Grace Hope mit blassem Gesicht und glühenden Augen aus dem Hause trat und an ihnen vorbeilief hatte nichts auf dem Kopse als ein weißes Taschentuch, das unter ihrem Kinn zusammengebunden war. Ihr Erscheinen und ihr Anblick erfüllte die Verbündeten mit Schrecken: Bartley stand wie erstarrt aber der entschlossene Montton hielt sie fest, als sie an ihm vorübereilen wollte. Sie «schrak nicht darüber, befanden sie sich doch an ein« öffentlichen Landstraße, ab« sie war empört über feine Frechheit.
„Wie dürfen Sie sich erlauben, mich zu berühren. Sie Schurke!' rief sie aus. „Augenblicklich taffen ®« mich los. O, ich werde Sie üb«all wieder«, kennen mit Ihrem Leichengestcht und Ihren boshaften Augm. Lassen Sie mich los oder ich bringe Sie an den Galgen!"
„Wohin gehst Du?' fragte Bartley zitternd.
„Zu meinem Vai«.'
„Er ist nichts Dein Batet, das ist alles Lug und Trug. Du mußt wied« zu mir kommen.'
Bilches Geheimnis.
.... Ul zwei Bänden von Charles Re« de.
„Ich rette Siel Bedenken Sie doch nur, wie wenig Sie wagen. Es ist ein Unfall, und w« würde Sie für den Ucheb« desselben hallen? Man pflegt feine eigene Mine nicht zu schädigen. Soffen Sie mich den Mann herbeirusm.' Barüey machte eine schwache ablehnende Bewegung, aber Montton tat, als ob « eine Zustimmung darin gesehen hätte „Heda, Sen!" rief er aus, ,stkomm einmal h«!'
„Nein, nein!' fiel Bartley ein, „ich will nichts mit dem Menschen zu tun haben."
»Das brauchen Eie auch nicht", erwiderte Morck- lon; „hören Sie nur mit an, was « zu sagen hat. Er wird Ihnen Hat machen, n>k leicht es in ein« Mine zu einem Unglück kommen kann.'
Burnley betrat den Garten, blieb aber in einiger Entfernung stehen. Bartley wendete beiden den Rücken und entfernte sich noch um etwas oon Montton, der, zwischen den beiden stehend, em schlossen war, ein Verständnis zwischen ihnen zu Wege zu bringen.
JSen", fagte «, „auf meine Ditte will Mr. Bart- ^ey Dich wieder in Arbeit nehmen. Mr. Hope bist Du einen Dmck schuldig.'
„Das kann ich mir denken.'
„Da wir einmal von dergleichen reden: wie war E doch, Ben, daß Du den lästigen Aufseh« in den ikohlengubeu zu Wales los wurdest?'
Ben erschrak und war einen Augenblick sassuugs- ‘08, beruhigte sich ab« bald und begann die Geschichte lernet blutigen Missetat mit einem seltsamen Gemisch von Grauen rind Befriedigung zu erzählen, inban « llQ) unablässig mit nervöser Hust die Hönde rieb.
stug er an, „wir taten etwas Tchiexbaumwove nt eine kleine Röhre, legten eine tunte dran, die genau bi« Minuten aushalten mußte, , , versteckten die Geschichte in einem alten verlasse- i len Stollen. Darauf wurde dem Auffeher gesagt, sie I en bemerkt, daß dort hinten Wass« ffereinbränge I ~ er ging hin, gerade zur rechten Zett; die Explosion 1
genblid, als Kull mann baS Attentat verübte, rem zufällig an: Wagen des Fürsten Bismarck vorbeiging, genügten in der damaligen Periode d« „Schwarzwild"- Hetze sowohl den Kullurpaukern wie dem Reichskanzler, den Pfarrer Hauthaler zum „Mitschuldigen" des Attentäters und die .Ultramontanen' und in weiterer Folge das Zentrum zu eigentlichen Urhebem des Verbrechens zu stempeln! Der damalige kaiholische Pfarrer von Salzwedel, ber Präses des bärtigen Ge- sellenverems war, ist spät« aus Gram über die schmäh, st'' auch auf ihn unb den Gesellen- i
in seinem Verdruß über die Angriffe des Abg. Joerg I
die — Geschmacklosigkeit, sich auf eine bis dahin gar elUSIUllv.
niefrt bekannte Unterredung mit dem Attentäter Kull-1 *♦ Der österreichisch-serbische Handelsvertrag sst
mami zu b^rehen, der das Zentrum „seine Fraktion IOon |jtt Skupschiina angenommen worden.
genannt habe und das Z-n^nn zweimal mtt dem . @eflen ba8 Todesurteil von Rouen. Bekannt-
J“ atiofticrtieren. „(Sr hangtsich an Jh« lich haben die französischen Arbeitersyndikate, an ihrer Ro^choße dem amtlichen Bericht sagte Fürst I per Nationale Arbeitsbund, eine sehr energische Z’15 -v. , sr v t v Agitation zugunsten des zum Tode Oerurteilten Se-
-Aögen Ä.e loSfagen uon desem Mörder, kretärs des Kohlenschlepper-Syndikats, Durand, wie sie wollen, er hangt sich an Jyre 9lod = | :„= gn.r« „„r.w ™ „ cm'
lchötze fest (Bravo! Marren im ZeMrum), er nennt | L h J-xjL' /. ~“ran^ $ ^0=
Sie feine Fraktion! (Grobe Unruhe.» . .. Und! ^5" Schwurgericht tn.Roum die Todesstrafe verbann hat er »och gesagt: Sie (Brsmarck, haben meine I bangt worden, well auf seine Veranlassung ein Stteik- Jraktion beleidigt! (Große HeuerkeU.) Ich sagte: I orecher, der Kohlenschlepp« D o n g d, von Ausständi- welches sst denn Ihre graliionV Darauf hat er mir I gen ermordet worden ist. Vorgestern hat bte Vereini- vor Zeugen gesagt: die Zenirnmssraktion im Reichs, gung der Arbeitersyndikate den Beschluß gefaßt, in
(C’ctierteit./— Ja, meine ^rren, Der» tob en Sre zehn Tagm eine große Versammlung zur Vorb«ei- Jhre^sch7ße!^Plu"7'a^ Ausstandes einzubemfen, um I
misch es andauerndes Bravo! Imts und rechts, unter I „rlrrCt re Sretfaffun g -uranbä zu «zwingen. Zu wikderholleo Pfut-Ruf en aus dem Zentrum, j demselben Zwecke sollen am Sonntag große Kund- Glocke des Präsidenten.) I gedungen vor dem Elysöe-Palast, der Wohnung des
Präsident v. Forckenbeck: Ich bitte um Ruhe IPräsidenten der Republik, vnanstaltet werden. Es und mutz bemerken, daß der Ausdruck ,,'stfui" nicht ' ’ * " ' ~ - - ---- -
parlamentarisch ist. Der Herr Reichskanzler hat das Wort.
Es bildeten sich drehende Grttppen, und vielleicht wäre es zmn Handgemenge gekommen, wenn nicht ber hünenhafte rheinische Abgeordnete Franssen sich mit geballten Fäusten vor den Bedrohtm gestellt hätte. Ra- türlich erhielt Gms Ballestrem seinen Ordnungsruf. Der hat ihm nicht geschadet, ttotz des Furors im Hause; „die da draußen" fragten damals verzweifelt wenig nach parlamentarisch ob« unparlamentarisch, sondern waren d« wohlbegründeten Ansicht, daß b« Ausnif des Grafen unter diesen ganz ungewöhnlichen Umständen genau das richtige Wort gewesen sei. Das j Kullmannsche Attentat gegen den Fürsten Bismarck war am 13. Juli 1874 in Kissingen verübt worden, und noch am 4. Dezember, also fast fünf Monate später, luagle der Reichskanzler, das Zentrum in so schmählicher Weise zu verdächtigen, trotzdem inzwischen das j. . . ------
Attentat in seinen Motiven längst klar ge ft eilt I tortu„ra für Lungenkranke in Lohr a. M. und d« Atientüttr seit Monaten abgeurteilt war und I Käuflich um 260000 Mark an die k. Bersiche- int Zuchthause saß. Untersuchung und Gerichisvcr-1 rungsanftatt für Unterfranfen über. Der 'Herein Handl,mg hatten «geben, daß der 21jährige Kullmann I dafür ein Sanatorium £ür weibliche Lnngen- mit dem Zentrum ebensoviel zu tun hatte wie etwa 1 S ,5 u"b dazu von b« Versicherungsanstalt — Fürst Bismarck selbst. Aber die bloße Tatsache, ,u,nA^lcr,^attJcn fin zweiprozentiges Darlehen von daß d« protestantische Böttchergeselle SuD= I 140000 yZarf- man« auf fein« Wanderschaft einige Male auch im __________________
kathv lisch en Gesevenverein zu Salzwedel! verkehrt hatte — her sozialdemokratische Führer August Bebel hat bckanMich s. Zt. im Reichstag «zählt, daß er gerne noch der freundlichen Aufnahme sich «innere, I (:) Geis«. 30. Dez. 1910. Die gestern abaehaltene die auch er ans sein« Wanderschaft in kath. Gesellen-1 außerordentliche Versammlung des Mefigen Vor- vereinen gesunder, — sowie der Umstand, daß der I s ch u ß- und Sparvereins zur Wahl eines O/Pfa.Lrer Hauthal«, d« im neuen Direktors war wiederum ergebnis- r. » « ui Ässsiugei! weilte, in dein Au-11 os. Es waren 209 Mitglieder «schienen. H«r Bäckenneisier Eduard Guncher würde wiederum vom Aussichtsrat vorgeschlagen; bei d« Wahl «hielt d« Gastwirt Herr Edmund Hohmann 139 Stimmen, 67 Stimmen Herr Eduard Günth« und 3 Stimmen z«- splttterien sich. Da d« Borgeschlagene die erford«-! üche Stimmaimehrheit nicht «hielt, zog sich der Auf- fichtsrat zur Beratung zurück und beschloß, eine weitere Versammlung abzuhalten. He« Edmund Hohmann hatte sich vocher mit dem Aufsichtsrat nicht verständigt unb konnte deshalb als Direktor nicht miecknnnt werden.