37. Jahrgang
Fulda, Freitac, »en 30. Dezember 1910
Erstes Blatt
M 299
ten
volkswirtschaftliches und Soziales.
Trotz-
yeschrei.
Aidellslosen."
Ä!an sollte meinen, daß nach diesen tatsächlichen Feftiiellungen es an dem SJiut gebrechen müsse, noch rverler von der „berüchtigten" Reichsfinanzresorrn zu sprechen. Daß tue neuen Steuern auch der Industrie und dem Handel Lasten und Beschwerden bringen ist ja selbstverständliche aber darüber kann sich doch nur der beklagen, der überhaupt von finanziellen Opfern sür Reich und Staat nichts wissen will. Es gibt keine Steuern, die nicht drücken. Ader der vorhergesagte Bujammendruch ist in keinem der von den neuen Steuern betroffenen Gewerkskrcise eingetreteu, und die talsächlich ent» standeuen Schwierigteiten find, wie ehrlicherweise nicht verschwiegen werden sollte, zu einem guten Teile durch die eigene Schuld der Interessenten
Gesellschaft entdeckt haben, die die Wiederherstellung der Monarchie mit König Manuel plant. Mehrere Verschwörer wurden verhaftet.
*♦ Dem Klosterraube sucht jetzt die portugiesisch« Regierung ein jurrnisches Mäntelchen umzuhängen. Amtlich wird die Bildung einer Kommission bekannt gegeben zur Prüfung der Reklamationen, die zur „Feststellung des Eigentumsrechtes"' an den Häusern, in denen die ausgewiesenen geistlichen Orden ge« wohnt haben, eingereicht worden find. Einige dieser Häuser sind ausländischer Besitz.
(!) Daß an dm hohe« Fleischpreisen nicht die Landwirtschaft schuld ist, dürfte auch der Umstand be- weifen, daß an Garnisonen das Fleisch viel billiger als an Private (in dm gäben) abgegeben Wie der Frankfurter Zeitung (gewiß kein
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♦ Die Schubmächte Kretas wiederholten von neuem Übereinstimmmd ihre Erklärung, daß die Rechte der kretischen Mohammedaner geschützt roeiben müß-
Ausland.
*» Die Delegationen Oesterreichs und Ungarns sind gestern in Budapest zusammengetreten. Es sind dies alljährlich gewählte AuSschüffe von je 60 Mitgliedern der ersten und zweftm Kammern, die abwechselnd in Wim und in Budapest sich konstituieren, um über die beiben Staatsgebieten gemeinsamen Angelegenheiten, Vertretung nach außm, Heer und Flotte, gemeinsame Finanzen usw., zu beraten. Die diesjährige Tagung ist besonders bemerkenswert durch dm Umstand, daß der Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, zum ersten Male mit der Vertretung des Kaisers bet bet
auf das Mandat Anspruch «achte, das der Liberalismus nach dem Stand der PartewerhLUniffe nicht gewinnen konnte. Eine bürgerliche Kandidatur, mit der ein Sieg gegen die Sozialdemokratie zu erringen war, scheitene 1903 und 1907 lediglich an dem Widerstande bei Natwnallideralen mit dem Erfolg, daß der Sozialdemokrat gewählt wurde."
Da die Verleumdungen der badischen national- liberalen Preffe bei nächster Gelegenheit ihren Weg auch In die übrige liberale Presse finden und in dem bevorstehendm Reichstagswahlkampse eine Rolle spiv- len werden, so hat Geistlicher Rat Wacker sich ein gro- ßes Verbimst errootbm, indem er die lügenhaft« Mache durch ben aktenmäßigm Gegenbeweis aufgedeckt hat.
[] Heber die innerpolitische Lage äußerte sich in der Wiener „Neuen Freim Preffe" der bekannte Berliner Nationalökonom Profeffor von
hervoiaerufm worden.
Von dem vollständigen „Rum" der dcutschen Volkswirtschaft, der der Finanzrejorm folgen sollte, vollends ist im Lichte der Tatsachen nichts zuruck. Geblieben, als das armselige und wenig ehrenhafte liberale Angst- und
von der Wahlunterpützung der Sozialdemokratie durch das Zentrum eine Unwahrheit ist. Das Resultat der eingehenden Darlegungen ist:
„L Niemals hat die Zentrumsparteileitung mit der Sozialdemokratie ein BündniS geschloffen. Das hak bisher zweimal schon nur die nationalliberale Parteileitung getan. 2. Niemals hat die Zentrumsparkeileitung die Wahlparole für die Sozialdemokratie ausgegeben, weder heimlich noch öffentlich. Das hat nur die nationalliberale Parteileitung getan. 3. Niemals hat Wacker die Unterstützung der Sozialdemokratie durch Wahlhilfe befürwortet. Dagegen hat er sozialdemokratische Gesuche und Anerbieten wegen gegenseitiger Wahlhllfe unbeantwortet und unberücksichtigt gekästen in Zeiten, wo das Zentrum in Bezug auf politische Freiheüen ähnliche Ziele verfolgte, wie die Demokratie. 4. Stets lautete die Wahlparole des Zentrums gegenüber der Sozialdemokratie auf Wahl enthaltung. 5. Stets hat sich an diese Parole em grober Teil der Zentrumswähler gehalten. Jedesmal wurde aber auch die Wahlparole von vielen Wählern nicht beachtet. Stets hat ein Teil der Zeutrumswähter bei Stichwahlen nalionalliberal, ein anderer sozialdemokratisch gewählt - im Widerspruch zur Parteiparole. 6. Daß die Residenz der Sozialdemokratie au^ geliefert wurde, daran trägt niemand die Schuld als die nationollibttcile Ptulei. bie ou3 Parkeun
berufen.
# Karlsruhe, 29. Dez. 1910. Eine schamlose Unehrlichkeit begeht die liberale Presse, wenn fie ohne den Schatten eines Beweises das Zentrum der Wahlunterstützung der Sozialdemokratie beschuldigt, um daraus ihre in größtem Stile unternommene Großblockpolitik zu rechtfertigen. Die badische nationalliberale Preffe — bezeichnenderweise unter essrigster Mitwir. ftmg deS sozialdemokratischen Karlsruher „Bolks- reund" — hat die Kampfansage des Zentrumsführers Wacker gegen die Großblockparteien damit beantwortet, daß sie die Behauptung aufstellte, daß Wacker gerade das, was er jetzt cm den Nattonalliberalen so charf verurteile, selber getan habe; niemand im Lande habe der Sozialdemokratie so vielen Vorschub geleistet, er habe ebenfalls mit der Sozialdemokratie angebändelt und ihr zum Empockommen verhalfen. Um der Behauptung den Anschein der Wahrheit zu geben, wurde aus ben Reben und Taten Wackers aus früherer Zeit ein „Beweis" zusammengeschmiedet. Der badische Zentrumsführer hat sich die Mühe nicht verdrießen lassen, diesen „Feld zug der Lüge", wie er die gegen ihn gerichtete HeUampagne mit Recht nennt, zu entlarven. In einer längeren Artikelserie im „Badischen Beobachter" wesst er eingehend nach, wie alle gegen ihn ins Feld geführten Beweismittel bei näherer Betrachtung sich als Unehrlichkeit und Verleumdungen erweisen, die nur auf den Eindruck machen können, der die Dinge und ihren wahren Zusammenhang nicht kennt. Die Zitate aus Wackers Reden und Veröffentlichungen sind aus dem Zusammenhang gerissen und zum Teil so zurecht geschnitten, daß es einer Fälschung gleichkommt Wacker wesst aber außerdem an Hand der Zahlen der Wahlstatistik unwiderleglich nach, daß in ben sämtlichen behaupteten Fällen bie Behauptung
großen staatspolitischen Angelegenheit der Eröffnung bet Delegationen betraut worden ist. Bei dem feierlichen Empfang der Delegationen in der Hofburg erwiederle auf die Hutdrgungsansprachen der Präsidenten der Delegationen Erzherzog Franz Ferdinand. Er hob des Kaiiers Genugtuung darüber hervor, bas bie auswärtigen Verhältnisse sich durchaus erfreulich gestalten und fuhr fort:
„DaS Erfordernis der Kriegsverwattung für das Heer weist gegen baS Vorjahr eine Steigerung auf, welche bie endliche Richtigstellung der einzelnen Ginget« poften bezweckt. Die Kriegsmarine hingegen benötigt die Bewilligung größerer Mittel, um sich angenchls der einschlägigen Vorbereitungen aller anderen Mächte auf bei Höhe ihrer Ausgabe zu erhallen. Diese Kredit- forderung wird aber nicht bloß bie Schlagserligleit bei RitegSmaitne erhöhen, sondern auch wirtschaftlichen Nutzen bringen."
eine Neuerung bahin getroffen werben, baß bie Bataillons der Fußtruppen, die am Kaisermanöver tellnehmen werden, durch Einziehung von Reservisten auf eine Ausrückestärke von 700 Unteroffizieren und Gemeinen, also auf etwa zwei Drittel der vollen Kriegsstärke gebracht werden; dadurch sollen die Manöver noch einen besonderen Wert für die Hebung und Verwendung der Infanterie erhalten. Natürlich werden alle modernen Kriegsmittel zur Verwendung kommen. Den Kavalleriedivifionen werden Maschinengewehrabteilungen, Pionierabteilungen, Felds,gnalabteilrmgen, Trains ufw. bei- gegeben werden, ebenso sollen schwere Artillerie des Feldheeres, Luftschtffer-, Funkentelegraphie, und Selbstfahrerabteilungen in umfangreichem Maße zum nächstjährigen Kaisermanöver herangezogen werden. Auch bie Hochseeflotte wirb sich an ben großen Herbstübungen beteiligen, und zwar find als Gelände die Oftküste deS südlichen Schleswig-Holstein und dir mecklenburgische Küste in Aussicht genommen.
)( Die Beisetzung deS Grafe» Ballestrem ist am Donnerstag in Rnd a erfolgt. Am Mittwoch nachmittag war bie Einsegnung bet Leiche erfolgt Sodann würbe bei Sara auf einem vierspännigen Leichenwagen nach bei Bahnstation Rubzinitz gebracht unb von bott mittels Extrazuges nach Ruva über- geführt Um 6 Uhr abends traf bet Extrazug in Ruba ein, wo Familienmitglieder, Beamte und Bergleute den Sarg in Empfang nahmen. In der St Josephskirche, die Gras Ballestrem hat erbauen lassen, wurde die Leiche aufgebahrt. Bergleute hielten nachts bie Totenwacht Am Donnerstag fanb beS Morgens um 7 Uhr ein Requiem statt Im Anschluß baran gab Pfarrer Rosenberger aus Zabrze ein Bilb des Lebens und Wirkens des Entschlafenen und seiner reichen Tätigkeit in. Familie und HauS und im politischen Leben und betonte seine tiefe Retigiösität unb Fürsorge für bie Angestellten. Die polnische Trauerptedigt hielt hieraus Pfatter Ogan aus Ruda. AIS Vertreter des Kaisers erschien der Herzog zu Trachenberg, Fürst Hatzseldt mit einem prächtigen Kranze. Als Ver« tretet des Präsidiums des Reichstages Vizepräsident Schulz und bet Direktor des Reichstages Geheimrat Jungheim sowie ein großer Teil der Zevtrumsabgeordneten aus beiden Häusern, als Vertreter des Präsidiums des Abgeordnetenhauses Geheimrat Parsek Auch eine große Anzahl von Mitgliedern des Herrenhauses war erschienen, feinet der größte Teil der schlesischen Aristokratie. Dominikanerpater Bonaventura aus Berlin hielt bie Gedächtnisrede. Nachdem sodann Weih- bischof Augustin-Breslau die Leiche eingeseguet hatte, wurde der Sarg in die Krypta versenkt, wahrend draußen vor dem Hauptportal der Kriegerverein drei Böllerschüsse abgab. Gleichzeitig senkten sich die Fahnen zum letzten Gruß über der offenen Krypta.
*♦ Weimar, 29. Dez. 1910. Der Landtag des Großherzogtums wirb zur Fortsetzung seiner Beratungen auf Montag ben 30. Januar 1911 em-
Deutsches Reich.
** Berlin, 29. Dez. 1910. Zwischen der beut’ scheu unb bänischen Regierung ftnben Vet’ Handlungen statt, die auf eine Aenderung oder völlige Beseitigung der Vorschriften über die Tuberkulin-Impfung der Rindet abzielen. — Fürst Bülow beschäftigt sich in Rom mit der Abfassung seiner Memoriert. — Ter Dampfer „Mayflower" mit der Kronprinzessin an Bord ist von Abu Simbel nach Afssnau abgefahren.
X Bon den Kaifermaaövern 1911 liegen jetzt be- stimmte Nachrichten vor. Sie finden zwischen dem Gardekorps, dem 2. (Pommerschen) und dem 9. Armeekorps statt. Das Manövcrgetände wird hauptsächlich den südöstlichen Teil von Schleswig- Holstein, Mecklenburg-Vorpommern nebft einem großen Teil Hinterpommerns, den nordöft- licheu Teil von Hannover sowie den nördlichen Teil von Brandenburg nmsafsen. Diesmal wird
+ Wirtschaftsleben «. Reichsfinanz- Resorm.
Man schreibt uns aus Berlin: Die Entwicklung des Wirtschaftsleben im Jahre 1910 kann und muß die Antwort geben auf die Frage, ob die Reichs- finanzreform wirklich die schlimmen Schädigungen bewirkt hat, die von den Liberalen vorhergesagt wurden. Wie lautet die Aniwort?
Der bekannte Wirtschaftsstatistiker Cal wer untersucht im ,Tag- (Nr. 303) die DtentabiUtat der Aktiengesellschaften auf Grund der m den Monaten von Januar dis November veröffentlichten Bilanzen. Er kommt zu folgenden Ergeb- 'niffen:
„Die Gesamtsumme der von bett 3792 Aktiengesellschaften, die von Januar dis November ihre Geschästsergebniffe zur Veröffentlichung brachten, zur Befriedigung der Aktionäre berettgeileUien Dividen» densummen betrug 940 259 000 Mark gegen das Vorjahr mehr 76 826000 Mark. Verrechnet man diese Dividendensumme auf das jeweils dimdenden- berechtigte Aktienkapital von 12 217 860000 Mark in diesem und 11860872000 Mark im Vorjahre, fo erhält man eine Durchschntttsdividendenüffer von 7,70 v. ß. in diesem und 7,28 v. H. tm Vorjahre. Es be. beutet das eine Erhöhung bei Durchs chnitts- dtvidenbe um 0,42 v. H. Im vorletzten Geschäfts- jahre arbeiteten 8579 Geiellschaften mit einem Reingewinn, während 665 mit Vertust abschlossen. Im letzten Geschäftsjahr waren es 9591 bezw. 653 Aktien- aesellschasten. Die Gesamtsumme des Aklie.ckapilats der mit Gewinn arbeitenden Akiiengesellschaften war im vorletzten Geschäftsjahr 11 129452000 Mk., im letzten 11754747 000 Mk. Damik wurden im vorletzten Geschäftsjahr 1391783267 Mk. und tm letzlen Geschäfts- jahr 1554 455 741 Mk. Reingewinne erzielt. Dem- aegenüber wurde im vorletzlen Gesct-ästsjahr ein Nominataktienlapilat von 1006 69700j Mk. von einem Verluste von 133 278389 Mk. und im letzlen Gejchästs- (ahr ein solches von 768321000 Mk. von einem Vertuile von 120 492926 Mk. betroffen. Nach Abzug der Aer- lufte beträgt demnach der Reingewlnnuberfchuß für die Gesamtheit aller Geselllchaslen m vielem Jahre 1433 962812 Mk. gegen 1258 504878 Mk. und ist somit um 175 457 937 Mk. größer. Verrechnet man diese tatsächlichen Reingewinne aus das jeweilige werbende Aktienkapital, so erhält man eine Steigerung des Reingewinns abzüglich der Verluste von 10,37 aus 11,45 v. H. des Nominatkapitals."
Die „Köln. Ztg." veröffentlichte in ihrer Nr. 1389 einen Arllket: Das Wirtschaftsjahr 1910. Darin wird festgestellt:
Ein ruhiges Weiterschreiten aus dem Wege .virti chaftlicher Besserung, zeitweise von flemen Stockungen unterbrochen, nicht ein hastiges Vorwäris- brängen, das war es, was dem Jahre den euempel auibiüctte. In der gesteigerten Eülererzeugung, m der Bewegung des Außenhandels, in zunehmender Arbeils- c1t -thett und in der Steigerung des Verkehrs sind t. .Mplome dieser Entwickelung deutlich zu erkennen.
bemeikensweriesten ist wohl die Entwickelung unseres Außenhandels, der sowohl ir. der Ein,uhr wie in der Ausfuhr eine wesentliche Zunahme zeigt. Aber die Ausfuhr ist dabei bebeutenb stärker gestiegen als die Einfuhr. Sie ist im ganzen Jahre um mehr als 50 Millionen Doppelzentner größer gewesen als tm Vorjahre, während die Einfuhr nur wenig mehr als um 8 Millionen Doppelzentner gestiegen rst. Dir deutsche Goldeinfuhr Hai die Anssuhr um etwa 270 Millionen Mark überwogen, während 1909 der flQme Goldzufluß nur 23,6 Millionen betrug. Der Kohlenverbrauch stieg Hotz bet auf immer größere Kohlenerfparnis gerichteten Technik um rund ändert- halb, der Koksverbrauch um mehr als IV« Millionen Tonnen. Für bie Ausdehnung Ser gesamten Outet- etzeugnng spricht auch die für unsere gesamte Finanzwirtschaft bedeutungsvolle Steigerung der Eiicnbahneinnahmen, die gegen Vas Vorjahr oelrichlliche Mehretlräge gebracht hat. Mit alle- d. m stehl im Einklang, daß bie Arb elts- fieleaenheit offenbar bedeutend zugenommen hat. Das zeigt auch Sie Vermehrung der Krankenkassen- mllgileder und die aus den Nachweisen der Fachoer« bände sich ergebende Verminderung der Zahl der
** An „Knopflochschmerzeu" leiben auch überzeugte Schmoller. I Republikaner. Im demokratischen Frankreich
Er ift keineswegs mit der Gestaltung bei Dinge will nun bet neue Nnterrichtsrninister Faure Rtaß- ntfrieben Der Himmel hängt ihm voll trüber Wol» nahmen treffen, um die Verteilung bei beliebten len. Er beklagt bie Sprengung bes Bülowblocks, Dekoration bei akademischen Palmen emzuschränken. an dessen Zusammenstümverung er freilich tüchtig mit- Von 1897 bis 1907 ist die jährliche Anzahl der tn „.arbeitet hat- denn er hat dem Fürsten Bülow man- dieser Art ausgezeichneten Franzosen von 4000 auf chm guten Ratschlag in baS Ohr geflüstert. Schmoller 13000 gestiegen. Das erscheint Herrn Faure etwas bedauert den sozialen Hader über bie Reichs- zu üppig, besonders da nicht weniger als 30 000 finanzreform, obwohl doch dieser Hader ledig- neue Gesuche votltegen. Er hat beStjalb den ver- ich durch dm verärgerten Liberalismus enssacht und ständigen Plan gefaßt, ben -violetten Ruhm nicht ausgebrritet worden ist. Hierdurch fei, wie er meint, mehr fo reichlich m ehrgeizigen Knopflöchern wuchern die feste Haltung gegen die Begehrlichkeit des zu lassen.
Zentrums auf Konzessionen aller Art gesteigert. ♦ Obstruktion in Belgien. Bet Beginn der Bud- Das ganze protestantische Volk fürchte hier unliebsame getberalung erklärten gestern bie Vertreter bet Nachgiebigkeiten der Regierung. Es scheint, daß Herr Liberalen und Sozialisten, daß die Linke sich an Professor Schmoller diese auch ftnchtet. Und das sst der Beratung nicht beteilige, um gegen die zu spate für einen so großen Gelehrten, dem man einen so schar- Uebermütelung des Budgets zu protestieren. Die fen Blick für die Wirklichkeit des Lebens nachrühmt, Linke verließ den Saal, worauf die Sitzung wegen bedauerlich. Es kann keinen guten Eindruck auf ob- Beschlußunsähigkert aus heute vertagt wurde, jektiv empfindende Menschen machen, wenn ein solcher ♦ Die portugiesische Regierung will, wie sie mit» Mann die alten Ladenhüter der Zentrumshetze wieder I tetfen jä|t, einem Komplott gegen die Republik hervorholt und auch seinerseits das Publikum grau- auf die Spur gekommen sein; sie will eine geheime lich machen will. Das Zentrum hat auf dem Gipfel- ------- - ' • —-
punkt seiner Macht und seines Einflusses stehend, tets ohne jede Begehrlichkeit seine Arbeit im Dienste des Vaterlandes geleistet. Es hat niemals Konzessionen verlangt, die durch den Parteiegoismus geboten wären. Die alte Phrase von der Kuhhandelspolitik des Zentrums sst verstummt. Dagegen steht es vor aller Wett klar, daß gerade die Nationallibera- t e n, denen Herr Prof. Schmoller nahe steht, sich verärgert in die Opposition begeben haben, weil die Regierung sich auf ihre anmaßende und begehrliche Kuhhandels-Politik nicht, einlassen wollte. Prof. Schmol- ler weist alsdann auf das Anwachsen der sozialdemokratischen Strömung hin, und kommt auf die W a h l- rechtsfrage zu sprechen. Er findet das Reichswahlrecht soweit ganz gut und meint: wir ertragen dieses Wahlrecht ohne Schaden, deshalb könnten wir auch eine Reform des preußischen Dreiklaffenwahlrechts ertragen. Von einer Ueöertragung des Reichstagswahlrecht auf Preußen will er indessen nichts wis. (en. Zum Schluß wird Herr Prof. Schmoller noch zum Propheten. Er erklärt, die Sozialdemokraten würden bei den Neuwahlen erheblich gemimten. Das Zentrum werde sich in alter Zahl behaupten, die Kon- ~ , .. ,,
ervativeu würden den Brrtust einer Anzahl Sitze er- wird. Wie der Frankfurter Zeitung (gewiß tetit eiben, die Nationallilberalen würden ungeschwächt, agrarisches Blatt) uuterm 3. L M. aus Mainz berich- aber auch ohne große Verstärkung aus den Wahlen tet wird, wurde der Garnison-Verwaltung in Mainz hervorgehen, und die Linksliberalen werden zunehmen. das Pfund Ochsenflessch schon zu 61 Kuhfleisch Das heißt also, die Sozialdemokraten werden ihren 53% H angeboten, während es tm Klemveckauf 85 Gewinn lediglich den Konservattven abknöpfen, ebenso bis 90 $ resp. 60—80 H kostet. Auch der Garnison die Linksliberalen Diez boten Metzgenneistcr das Pfund Ochsenfletsch zu
Wenn nur diese den Liberalen fo fte-undliche Auf- 65 A, Kalbfleisch zu 54 H, Schweinefleisch zu 65 $ ftetlunq des Herrn Geheimrats nicht einen kleinen Re- und Kalbfleisch zu 65 L, an. Der Ladenpreis war chenfehler ergibt M dieser Zeit für Ochsenfleisch 90—95 H, Rindfleisch
«-{»aMnaitrnhiwni ii-rMfitmi#« 85 H, KalbfleiU 90 4 und für Schweinefleisch 85
Reich.tagswahlv. Krettnngen. Minderwertiges Fleisch kann den Garnisonen nicht
* Der Zentrnmsabg. Professor Dr. Hitze hat erklärt, geliefert werden. Die Heeresverwaltung verlangt
baß er aus Gesundheitsrücksichten für ben Lanbtag ausdrücklich: Erste Qualttät. Auch läßt dieselbe bei den nächsten Wahlen nicht mehr kanbi-1 ftreng prüfen, ob diese Bedingung auch erfüllt wird,
bieren werde. Dagegen will er sich als Reichs- Die hohen Fleischpreise dürfen demnach doch nicht
tagskanbidal für ben Wahlkreis M.-Glabbach „ur den Landwirten in die Schuhe zu schieben sein, wieder an, stellen lassen. * Bochum, 29. Dez. 1910. Die drei in btt
-s-Die liberale VeruwEmtguug macht immer größere Lohnfrage zusammengehenben Bergarbeiter- Fortschritte. Nachdem dte Verhandlungen zwischen v ertzünbe, ber Alte Bergarbeiterverbanb, btt lliattonalliberalen und Fortschrittlern über die Ver» I HjiCch„Duncker'sche Gewerkverein unb die polnische tetlung der hannoverjchen Wahlkreise gescheuert siub, Berufsvereinigung haben Revierkonferenzen in Dortkommen jetzt auch aus P o m m e rn Mitteilungen ^»nd, Wanne unb Oberbausen abgehalten. Die über ernste Zerwürfnisse tm Lager. Tie Beratungen waren streng vertraulich. Pressevertreter
Fretstnntgen wollten bort ben Natwnalllbttalen eine roQren n^t zugelassen. Die Organisalionsvorstänbe Anzahl Wahlkreise überlaffen, mutben peauftTQ8t die Einberufung von Beleg
sich bannt mcht zusrleben und verlang en außerbem schaftsversammlungen aller Zechen des RuhrbeckenS bie Abtretung bes von dem Abg. Gothe.n dreimal sA,i,uniast in bie SBeae zu leiten. Zu bem Zwecke eroberten Piandats für Greifswald-Grlmmen. Dar- mirt) an bie Belegschaften aller Zechen des rhetnifch- über sind die Forffchrtttler außer sich vor Entrüstung, uiestfälischen Jnduftriebezirkr em Aufruf gerichtet, He Schuld an der Verunemtgung ^bff^u sich die bem möglichst für die nächsten Sonn- und beiden Parteien natürlich gegensettig zu. Feiertage, Belegschafts-Versammlungen cinbenifen
MMM ”««“ f«“™- w» di- d-, Arbeiter |U Götz v. Olenhusen, der zurzeit den Wahlkreis I 9 • __________
Göttingen-Münden-Duderstabt tm Reichstage vertritt, hat feine Erklärung, bie ihm von bet beulsch- -
hannoverschen Partei und von der Zentrumspartel <IUS ÄllUjC UllO
angetragene Kandidatur für die nächste Reichstags- a gaIbflt gg. Dez 1910. Die Unit a8 (Soziale wähl nochmals annehmen zu wollen, wieder zurua- ^„uferenz der Geistlichen von Fulda unb Umgegend) gezogen. Inzwischen erngetretme umstände, die am Montag, den 2. Januar (nicht Dienstag), hauptsächlich in Familien- und Privatverhauniffeu mittags 3Uhi, in bei Harmonie die übliche Monats- bearünbet seien, veranlaßten ihn bazu. Versammlung ab. Da u. a. veischiebene sehr wich-
” I tige Angelegenheiten besprochen werben sollen,
”■“““| wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten.
♦ Äeln, 29. Dez. 1910. Die Einzelheiten, bie über bie gestrige Audienz des Prinzen Max beim Papste ver chiedenttich berichtet worben sind, sinb nach ein et römischen Meldung bet ,S?öln. Volkszlg.' nachgeschtiebene Phantasiegeblide italienischer Bettungen. Der Prinz hatte eine zweimalige Audienz. In bet ersten wies der Papst m väterlichen Ermahnungen den Prinzen ans seine Irrtümer hin. Der Prinz entschuldigte sich und nahm dieselben zurück. In einer zweiten Audienz empfing iy« der Papst liebevollst. Der Prinz äußerle seine große Bufriedenheit über ben herzlichen Empfang anderen Personen gegenüber. Den Kardinal-Staatssekretät Merry bei Val hat ber Prinz nicht besucht.
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Verlag der Fuldaer Ak-
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